la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Eine deutsche Karriere

Monatelang habe ich an dem Buch gelesen, in winzigen Portionen, weil mir der beschriebene Mensch gar so zuwider war mit seiner ungebremsten Gier, seiner gnadenlosen Biederkeit, seinem skrupellosen, mörderischen Geltungsdrang und schließlich mit der beispiellos erfolgreichen Verlogenheits- und Verstellungstaktik mit der er als einziger bedeutender Nazi bei den Nürnberger Prozessen im wahrsten Sinn des Wortes seinen Kopf aus der Schlinge gezogen hat.

Auf ca 600 Seiten Text und ca 300 Seiten Quellen- und Literaturverzeichnis wird Albert Speer in allen seinen Facetten beschrieben. Magnus Brechtken hat eine minutiös recherchierte Biographie geschrieben, für Nicht-Historiker*innen bzw Leser*innen, die nicht bis ins kleinste Detail an der Person interessiert sind, vielleicht etwas zu minutiös. Ich zumindest habe vieles überblättert und dennoch eine massive Albert-Speer-Dosis abbekommen.

Zu den Qualitäten dieser Biographie zählt auch die zusammenfassende Einleitung:

„Albert Speer ist vermutlich, der am häufigsten zitierte Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts. Ein engagierter Nationalsozialist, Unterstützer Hitlers, Architekturmanager, Kriegslogistiker, Rüstungsorganisator, Mitbetreiber der NS-Rassenpolitik, eine Zentralfigur des Eroberungs- und Vernichtungskrieges: das ist der reale Albert Speer bis 1945.

In der Nachkriegszeit hat sich ein anders Bild von ihm verbreitet. Hier erscheint Speer meist als verführter Bürger, unpolitischer Technokrat, als fleißiger Fachmann, der vor allem seine Arbeit im Sinn hatte und dabei wenig wahrgenommen haben wollte, von den Verbrechen, die sich um ihn herum ereigneten, während er in Wahrheit mit der SS paktierte, Zwangsarbeiter in den Tod trieb und europaweit die Kriegsrüstung organisierte. Allenfalls dunkle Ahnungen habe er gehabt von dem, was doch vor seinen Augen und nicht selten auf seine direkte Initiative hin geschah.

Es war die Legende vom unwissend-arglosen Bürger Albert Speer auf der schuldfreien Seite der Geschichte. Auf der anderen standen die ungehobelten Parteimänner mit ihrem lauten Benehmen und den groben Visagen. Das waren „die Nazis“. Irgendwie war er in deren Nähe geraten.

(…)

Nach dem Einsatz für den Nationalsozialismus und der Täterschaft als Verbrecher strebte Speer die Interpretationsherrschaft über die Geschichte an um alles, was er getan hatte, umerzählen, vernebeln, in ablenkenden Fabeln auflösen zu können. In beiden Rollen war Speer ebenso energisch wie erfolgreich.

Gerade deshalb ist Speers Karriere exemplarisch, eine deutsche Karriere im 20. Jahrhundert, die bis in die höchsten Sphären der Macht führte, an die Schalthebel einer europäischen Kriegsmaschinereie mit Millionen Arbeitern und Soldaten und einem Arsenal von Waffen, wie sie in der Weltgeschichte zuvor nicht eingesetzt worden waren. Speer sorgte für die Verlängerung des Kriegs um Jahre, opferte dabei unzählige Menschen, um den Sieg des Nationalsozialismus zu erreichen und sah sich in der Endphase des Kriegs sogar ernsthaft als möglichen Nachfolger Hitlers.

(…)

Nimmt man die nationalsozialistische Herrschaft als Ganzes in den Blick und befreit man sich von der Täuschung, dass „die Nazis“ etwas „Fremdes“ waren, eine mysteriöse Macht, die das Land im Jänner 1933 irgendwie von außen überwältigte und im Mai 1945 wieder verschwand, wird klar, Albert Speer war einer von zahllosen Deutschen, die Nationalsozialisten sein wollten, die ihr Leben und ihr Streben danach ausrichteten. Sie wollten Hitler und damit auch sich selbst zur Macht verhelfen. Speer ragte heraus und ist doch zugleich exemplarisch für all jene, die sich mit ähnlichen, wenngleich bescheideneren Ambitionen so wie er für den Nationalsozialismus engagierten, ihn trugen und gestalteten.

nach Magnus Brechtken „Albert Speer, eine deutsche Karriere“ Siedler Verlag, München: 2017. p. 9, 10

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Schüssel I und Schüssel II – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Der österreichische Bundeskanzler Schüssel, war bei den Linken nicht nur wegen seiner eigenen Person unbeliebt sondern auch wegen der Tatsache, dass er die FPÖ in die Regierung geholt hatte. Diese Unbeliebtheit trieb manchmal auch sehr extreme Blüten wie im Haus von Bekannten, wo das Wort „Schüssel“ und damit auch „Salatschüssel“ tabu geworden war.

Ein Salatbuffet gab es an einem Abend. Seidiges Tischtuch, schöne Keramik, sehr viele Schüsseln, die nicht genannt werden durften. Na ja, so halb im Ernst.

– Gibst du mir bitte diesen äh…  Salatbehälter dort.

– Sollen wir das große blaue Salatdings nehmen oder lieber die zwei kleineren

– Habt ihr euch wirklich eine Sateliten äh … antenne zugelegt?

– Wir waren kürzlich im Shop der Gmundner Keramikfabrik. Es gibt ein paar neue Designs auf Tellern, Häferl und Sch ….. äh sonstigen Produkten.

– So ein schönes Riesenhäferl ohne Henkel und mit Salat drin.

-Der Bambussprossensalat passt farblich so gut zu seiner ……. Umgebung.

Alle Anwesenden liefen zu Höchstform auf. Die sprachlichen Mäander waren auch ganz lustig für einen Abend von den „konkaven Salatserviervorrichtungen“ bis zu den „Keramikteilen, die eindeutig zu groß zum Trinken sind“, haben wir uns einiges einfallen lassen. Aber jahrelang! Es gab schließlich ein Kabinett Schüssel I und ein Kabinett Schüssel II. Ob auch bei den zahlreichen Gerichtsverhandlungen, die die vielfältigen Betrugsaffairen dieser Zeit aufarbeiten das Wort „Schüssel“ tabu ist ? Falls ja, dann aus völlig anderen Gründen als beim Salatbuffet.

Ich habe diese Familie aus den Augen verloren, frage mich aber öfter, ob sie das System des sprachlichen Negierens der Realität auch für Kanzler Kurz übernommen haben. Stelle ich mir auch recht mühsam vor. „Ich mache einen …… nicht langen Spaziergang“, „kannst du kurz …..äh ….. einen Moment die Schüssel halten.

 


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Freitag, 11.1.2019

Beklemmend beginnt das neue Jahr in der Politik. Die Regierung hat ein neues System der Sozialhilfe oder Mindestsicherung oder wie immer sie es nennen möge ausgetüftelt und die Stadt Wien weigert sich, es durchzuführen. Eine Verfassungsklage hängt in der Luft. Die unsägliche Sozialministerin, die bisher in praktisch allen ihren wichtigeren öffentlichen Äußerungen von ihrem Parteichef zurück gepfiffen wurde, weil offenbar auch in der FPÖ die Inkompetenz ihre Grenzen hat, lächelt bzw sie verzieht ihre Gesichtsmuskeln in einer Weise, die bei den meisten Menschen ein Lächeln erzeugt. Die regierende Koalition hält sich zugute, dass sie niemals in der Öffentlichkeit streitet. Dafür gehen die schon vorhandenen Gräben in der Gesellschaft immer weiter auf, wenn nicht sogar neue erzeugt werden.

Ich bin ja momentan irgendwie fern von allem, im goldenen Käfig, aber ich merke schon wie die Energie langsam zurückkommt und mit der Energie auch wieder das Interesse an der Welt.


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Reporter ohne Grenzen

Liebe Freund*innen der Pressefreiheit,

wir wünschen Ihnen alles Gute für das neue Jahr 2019. Gleichzeitig möchten wir heute an die mehr als 80 Journalist*innen erinnern, die im vergangenen Jahr in Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet wurden. Hier finden Sie unsere Jahresbilanz 2018, in der wir diese und andere Zahlen zu Gewalt und Übergriffen gegen Journalist*innen ausführlich erläutern.

Wir werden uns auch im Jahr 2019 dafür einsetzen, dass die Menschen hinter diesen Zahlen nicht namenlos und die Verbrechen an ihnen nicht straflos bleiben.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Spenden und Mitgliedsbeiträge! Wir sehen uns im neuen Jahr. Es wird übrigens unser Jubiläumsjahr: Reporter ohne Grenzen wird 25 Jahre alt. Aber dazu dann mehr – in 2019!

Herzliche Grüße
Ihr Team von Reporter ohne Grenzen

 

AFGHANISTAN: 25. April Arghand Abdolmanan, Journalist | 30. April Tokhi Yar Mohammad, Kameramann | 30. April Hananzavi Ebadollah, Journalist | 30. April Kakeker Sabvon, Journalist | 30. April Darani Maharam, Journalist | 30. April Rasoli Ghazi, Kameramann | 30. April Rajabi Noroz Ali, Journalist | 30. April Fezi Shah Marai, Journalist | 30. April Talash Salim, Journalist | 30. April Salimi Ali, Journalist | 30. April Shah Ahmad, Journalist | 22. Juli Akhtar Mohammad, Medienassistent | 5. September Faramarz Samim, Journalist | 5. September Ahmadi Ramaz, Journalist | 18. Oktober Inghar Mohammad Salim, Journalist | 4. Dezember Kandehar, Medien - assistent – BANGLADESCH: 11. Juni Shahjahan Bachchu, Bürgerjournalist – BRASILIEN: 16. Januar Ueliton Bayer Brizon, Journalist | 17. Januar Jefferson Pureza, Journalist | 21. Juni Jairo Sousa, Journalist | 16. August Marlon de Carvalho Araújo, Journalist – INDIEN: 25. März Vijay Singh, Journalist | 25.März Navin Nischal, Journalist | 26.März Sandeep Sharma, Journalist | 15. Juni Shujaat Bukhari, Journalist | 30. Oktober Chandan Tiwari, Journalistin | 30. Oktober Achyutananda Sahu, Journalist – INDONESIEN: 10. Juni Muhammad Yusuf, Journalist – JEMEN: 22. Januar Mohamed al Qadesi, Journalist | 27. Januar Oussama Salem, Blogger | 13. April Abdullah al Qadri, Journalist | 17. Mai Ali Abu al Haya, Blogger | 2. Juni Anwar ar-Rokn, Journalist | 1. August Issa al-Nuaimi, Journalist | 30. August Ahmed al Hamzi, Journalist | 20. September Omar Ezzi Mohammed, Medienassistent – KOLUMBIEN: 12. April Javier Ortega, Journalist | 12. April Paul Rivas, Fotograf | 12. April Efraín Segarra, Medienassistent – MEXIKO: 13. Januar Carlos Domínguez Rodríguez, Journalist | 5. Februar Pamela Montenegro, Bürgerjournalistin | 21. März Leobardo Vázquez Atzin, Journalist | 15. Mai Juan Carlos Huerta, Journalist | 29. Mai Héctor González, Journalist | 29. Juni José Guadalupe Chan Dzib, Journalist | 27. Juli Rubén Pat, Journalist | 5. August Rodolfo García González, Blogger | 21. September Mario Gómez, Journalist – NICARAGUA: 21. April Ángel Gahona, Journalist – PAKISTAN: 27. März Zeeshan Ashraf Butt, Journalist | 23. August Abid Hussain, Journalist | 16. Oktober Sohail Khan, Journalist – PALÄSTINENSISCHE GEBIETE: 7. April Yaser Murtaja, Journalist | 25. April Ahmed Abou Hussein, Journalist – PHILIPPINEN: 1. Mai Edmund Sestoso, Journalist | 7. Juni Dennis Denora, Journalist | 20. Juli Joey Llana, Journalist – SAUDIARABIEN: 2. Oktober Jamal Khashoggi, Journalist – USA: 28.Mai Michael McCormick, Journalist | 28. Mai Aaron Smeltzer, Fotograf | 28. Juni Gerald Fischman, Journalist | 28. Juni Rob Hiaasen, Journalist | 28. Juni John McNamara, Journalist | 28. Juni Wendi Winters, Journalistin – SLOWAKEI: 25. Februar Ján Kuciak, Journalist – SOMALIA: 26. Juli Abdirisaq Qasim Iman, Journalist | 18. September Abdirizak Said Osman, Journalist – SYRIEN: 6. Februar Fouad Mohammed al Hussein, Blogger | 18. Februar Khaled Hamo, Tontechniker | 20. Februar Abdul Rahman al Yacine, Freier Journalist | 12. März Bashar al-Attar, Fotograf | 14.März Ahmed Hamdan, Blogger | 22.März Sohaib Aion, Freier Journalist | 30. Mai Moammar Bakkor, Blogger | 16. Juli Mostafa Salama, Journalist | 10. August Ahmed Aziza, Blogger | 23. November Raed Fares, Blogger | 23. November Hamoud Jneed, Blogger – ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK: 30. Juli Orchan Dschemal, Journalist | 30. Juli Kirill Radschenko, Kameramann | 30. Juli Alexander Rastorgujew, Dokumentarfilmer

 


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Freitag 7.12.18

Nachdem sich ja niemand 10 Stunden lang auf das Korrigieren von Prüfungen konzentrieren kann, habe ich immer wieder kürzere oder längere Pausen gemacht, jede fertig korrigierte Arbeit gefeiert, immer wieder auf die Uhr geschaut und durchgerechnet, um welche Zeit ich die Ergebnisse dann in der Schule deponieren werde. Kurz gesagt, bis auf eine Kleinigkeit, die ich noch irgendwann am Wochenende machen werde, bin ich fertig. Ich deute einen Luftsprung an!

Im Radio habe ich im Rahmen einer Buchbesprechung eine ebenso unfassbare wie berührende Geschichte gehört. In den vierziger Jahren, während des Weltkriegs, soll in Australien eine Gruppe von Aborigines bei der deutschen Botschaft gegen die Deportation von Juden protestiert haben. Und das obwohl die Aborigines in Australien bis in die 1960er Jahre hinein ganz legal abgeschossen werden durften, wie Vieh, also ein Volk waren, das höchst gefährdet von totaler Auslöschung war.

Eine ganze Menge von von verschiedenen Seiten gespendeten Schoko-krampussen und -Nikoläusen haben wir in der Schule dann verspeist und mit dem ausgezeichneten Kakao aus dem Automaten vor dem Lehrerzimmer angestoßen. Nun, man muss die Feste feiern wie sie fallen.

Ab heute bin ich nun also im Krankenstand, gehe Montag ins Spital und werde Dienstag operiert. Darüber hinaus kann ich mir nichts vorstellen. Alles, was man nicht selbst erlebt hat, kann man sich immer nur sehr vage vorstellen und den Grad einer Beeinträchtigung schon gar nicht. Ich habe mir bei vielem überlegt, wie es in ziemlich steifem Zustand ein paar Wochen lang erledigt werden kann. So habe ich etwa gelernt die Heizkörper, die man auf Bodenhöhe aufdrehen muss, mit dem Fuss zu öffnen und zu schließen.

Es ist ja durchaus auch verlockend 2 Monate oder wahrscheinlich länger nicht arbeiten zu müssen.


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Donnerstag 8.11.18

Hochnebel seit Tagen. Das Kopfsteinpflaster im Stadtzentrum ist großteils noch dasselbe wie vor 100 Jahren, als die Kutschen darüberrumpelten und plötzlich zu Feinden und Unmenschen deklarierte Mitbürger es reinigen sollten mit ungeeigneten Werkzeugen, auf Knien, umgeben von Menschen, die aufs Menschsein vergessen hatten. Wegen der Armut, wegen des Neids, wegen der Verhetzung ……… hoffentlich. So viele Ereignisse, so viele mögliche Gedenktage. Morgen jährt sich das Novemberpogrom, das bis vor wenigen Jahren, bei manchen noch immer „Reichskristallnacht“ hieß. Besonders brutal sei es in dieser Nacht in Wien zugegangen. Das wundert mich nicht, bei der Hinterhältigkeit gehören wir zu den besten weltweit, bei der Zivilcourage eher nicht.

In Österreich wird heuer 100 Jahre Republik gefeiert. Dazwischen schieben sich die Gedenktage für Ereignisse aus der Zeit als die Republik auf Eis lag, vorübergehend abgeschafft, als sie noch ganz jung und unerfahren war und nicht in der Lage sich zu wehren.

Insgesamt grau in grau. Wie wird man ein guter Mensch, wie ein schlechter? Wie kann jemand gleichzeitig KZ-Wärterin und liebevolle Mutter sein? Wie können junge Menschen 2018 den gleichen menschenverachtenden Schwachsinn glauben wie 1938? Wie können andere solche Entwicklungen leugnen? Es stellen sich Fragen, die tief ins Menschsein hineinreichen. Antworten gibt es nicht viele und die wenigen sind meist ideologisch gefärbt, von allen Seiten.

Mein persönliches ano horribilis setzt sich auch fort, aber es ist noch zu jung für eventuelle Gedenktage.


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Mittwoch 31.10.18

Gut sind die Nachrichten in letzter Zeit nicht. Die Überschwemmungen und Stürme in Kärnten waren katastrophal und es soll nochmal mehr Regen geben. Eine surreale Seite hat die Wetterprognose: man kann zwar noch nichts wahrnehmen, es werden aber Häuser evakuiert, man schaut zum Himmel auf und es hat noch nicht einmal zu regnen begonnen, von einem Sturm ist auch keine Spur zu bemerken. Trotzdem kann schon realistisch mit großen Schäden, Verletzten und Toten gerechnet werden. Es fällt uns Menschen nicht leicht, Ereignisse, die wir mit unseren Sinnen noch nicht wahrnehmen können, als Realität zu betrachten. Trotz ständigem Online-seins.

Eine Bürgerwehr namens Vikings Security Austria hat sich gebildet. Ausgerechnet Wikinger, ein Volk das nicht gerade wegen seiner Liebe zu Frieden und Harmonie in die Geschichte einging. Eine Beschreibung dieses Vereins gibt es HIER.   Wie meist bei solchen Themen sind die Kommentare noch ein Stück gruseliger als der Text als solcher. Nächstes Wochenende wollen sie in Linz patrouillieren. Noch vor wenigen Jahren hätte ich über so etwas gelacht, aber in letzter Zeit bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Natürlich darf dieser Verein nicht bewaffnet sein, auch eine Kickl-Polizei wird das Staatsmonopol auf Gewalt nicht aufgeben, aber was in den Statuten steht, ist eine Sache und was tatsächlich passiert eine andere und wie eventuelle Aktionen dieser Wikinger von der Polizei wahrgenommen und beurteilt würden noch eine andere.

Keine besonders gute Stimmung für eine Ferienwoche. Andererseits strahlt hier in Wien die Sonne vom Himmel, der dieses ganz spezielle Herbstblau hat.

Im orthopädischen Spital meines Vertrauens findet jeden Mittwoch eine Infoveranstaltung für Hüft- und Knieoperationen statt und es schien mir heute der geeignete Mittwoch zu sein um daran teilzunehmen. Der F. konnte sich auch rechtzeitig freimachen und so pilgerten wir gemeinsam zu der Quelle der neuen Gelenke. Die Veranstaltung war hochprofessionell gemacht, es traten auf: eine Stationsleiterin, ein Chirurg, der Chef der Anästhesie, eine Physiotherapeutin, eine Ergotherapeutin und eine Sozialarbeiterin. Alle freundlich und gut gelaunt. Man konnte jede Art von Fragen stellen und wurde mit einer Broschüre bedacht, die eventuelle weitere Fragen beantwortete. Sogar mögliche und unmögliche Positionen beim Sex in den vier Wochen nach der OP werden da thematisiert. Der Clou aber war der „Auftritt“ einer Frau, die am Montag Nachmittag operiert worden war, also vor noch nicht einmal 48 Stunden und die langsam und mit 2 Krücken aber völlig gerade und schmerzfrei vor den versammelten Zu-operierenden paradierte und Fragen beantwortete. Es war richtig fühlbar, wie alle Anwesenden aufgrund dieser positiven Aussichten mindestens einmal erleichtert durchatmeten. Der Chirurg freute sich auch.