la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Farbe und Politik – bordeauxrot

Man kann alles mögliche farbig gestalten.

Auch den Mundschutz. Wie die slowakische Staatspräsidentin bei Angelobung der neuen Regierung vorführte. Womöglich entsteht eine neue Mode  https://www.tagesschau.de/ausland/slowakei-regierung-101.html

 


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Sonntag 26.1.20

Sehr erfreulich! Bei den Regionalwahlen im Burgenland sind die rechten Recken der FPÖ noch ein Stück abgestürzt. Gerade im Burgenland, der Heimatregion des FPÖ-Chefs. Wahlsonntage haben  eine eigene Dynamik. Ich habe keinen Schritt aus dem Haus gemacht, was natürlich auch ein Ergebnis des nicht anzubringenden Hochnebels ist. Eine trostlose Wetterlage. Ganz im Gegensatz zu diesen Wahlergebnissen, die ich alles andere als trostlos finde.

 


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Das ist eigentlich ein Kommentar …

… zu dem Beitrag von Rainer Hartwich . Nachdem es wahrscheinlich etwas länger wird und das Getippsel in der Kommentarspalte mühsam ist, mache ich einen Beitrag daraus.

Im Normalfall führe ich auf dem Blog keine politischen Debatten, weil ich es sinnlos finde in dieser Form irgendetwas besprechen zu wollen und gar Themen bei denen das Missverständnis eher die Regel als die Ausnahme ist. Nachdem ich aber heute ohnehin schon am Blogdiskutieren bin, mache ich hier gleich weiter. Ich beziehe mich also auf den oben verlinkten Beitrag ohne aber auf jeden Punkt direkt einzugehen.

Sehr beeindruckt hat mich die Schilderung dieses Erlebnisses in der Schule, während der DDR-Zeit. Wer selbst nicht in einer Diktatur aufzuwachsen ist, kann sich kaum vorstellen wie es ist, mit permanenter Gehirnwäsche zu leben. Ich kann nachvollziehen, dass der hier geschilderte Vorfall das ganze Leben beeinflussen kann. Und es wird wohl kein Einzelfall gewesen sein. Tatsächlich erklären sich mir viele Dinge, die ich im Zusammenhang mit in der DDR aufgewachsenen Menschen oft nicht wirklich verstehen kann.

Aber auch von jemandem, der selbst Gehirnwäsche, Einschränkungen und Demütigungen erleiden musste, finde ich es dennoch unfair, allen Menschen zu unterstellen, dass sie sich wenn sie sich für ihre Überzeugungen einsetzen wie die Mitläufer der Nazis verhalten, weil es angeblich nicht sein kann, dass es Menschen gibt, die tatsächlich eigene Meinungen und Überzeugungen haben und dafür einstehen. Unabhängig davon, ob andere Gleichgesinnte gerade an der Macht sind. Ich weiß schon, dass es in der DDR keinerlei Aufarbeitung der Nazizeit gegeben hat, trotzdem …

Bei aller Relativierung von Meinungen, bei aller Vielfalt und Denkfreiheit ziehe ich bei der Nazi-Ideologie eine Grenze. Ich halte es für nicht gerechtfertigt, an einem  System, das Millionen Menschen auf allen Seiten ermordet hat, direkt oder indirekt und einen Krieg vom Zaum gebrochen hat, der mehr als halb Europa in Schutt und Asche gelegt hat, irgendetwas Positives zu finden.

Mitläufer zu verurteilen ist eine andere Frage. War man selbst nicht in der Situation, kann man nicht wissen, wie man sich verhalten hätte und sollte sich daher bei der Verurteilung anderer zurückhalten. Im übrigen haben Menschen ja viele Facetten und man kann jemanden für manche seiner Eigenschaften und Haltungen schätzen und für andere nicht.

Ich selbst mag keine Fanatiker, egal von welcher Seite und bin eine große Verfechterin des Gesprächs, der Suche nach eventuellen Gemeinsamkeiten (die Unterschiede kennt man ohnehin), des Zuhörens, gewaltfreier Kommunikation. Es gibt nicht immer eine Einigung, aber oft einen geringsten, gemeinsamen Nenner auf den man vielleicht etwas aufbauen kann. Dazu bedarf es aber eines minimalen gegenseitigen Vertrauens. Und dieses Vertrauen, sei es noch so gering, kann man nur durch in Kontakt bleiben irgendwie aufbauen. Ja, es geht nicht immer … Ich finde es auch wichtig, die eigene Position nicht dadurch zu definieren, dass man gegen jemanden oder etwas ist sondern dadurch dass man für diese oder jene Position ist. Ebenso finde ich es besser, Positives zu verstärken, als nur immer auf Negativem herumzureiten.

Dieser Satz ist der eigentliche Grund, warum ich so ausführlich antworte:

Zu meinem Misstrauen gehört u.a. auch die heute gängige Floskel, „man müsse darauf achten nicht etwa von der falschen Seite Beifall zu bekommen“. Ich zumindest weiss nach 70 Jahren immer noch nicht, was im Leben die „richtige“ und was die „falsche“ Seite ist. Und ich bewundere den Mut oder die Selbstgefälligkeit derer, die vorgeben es zu wissen.

Ich habe ohnehin bei den Kommentaren schon darauf geantwortet, tue es aber nochmals, weil mir das Thema wichtig ist. Mit „falsche Seite“ meine ich nicht, dass die Seite an sich falsch – im Gegensatz zu richtig – ist, sondern, dass ich nicht möchte, dass jemand mir „applaudiert“ der/die meine geäußerte Meinung falsch interpretiert und glaubt, dass ich so denke wie er/sie obwohl das nicht der Fall ist.

Wenn niemand wüsste, was richtig und was falsch ist, wäre die Welt in einem noch schlimmeren Zustand als sie ohnehin schon ist. Wohlbegründete  Überzeugungen als selbstgefällig zu sehen, kann ich nicht nachvollziehen.

Damit mache ich Schluss und wende mich von der „Blogpolitik“ wieder ab 🙂


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Schule vor dem Kollaps

Ein sehr eindringlicher und leider wohl kaum übertriebener Titel.

Das Buch beschreibt die Situation in Deutschland, die sich von jener in Österreich diesbezüglich kaum unterscheidet. Auch in Österreich gibt es Parallelgesellschaften, die wenig bis keinen Wert auf Bildung legen, Kinder, die grundlegende Dinge wie zB die Benutzung einer Schere zum Ausschneiden von Papier kaum beherrschen, Kinder, die keine Beziehung zur Natur haben, weil sie aus ihren Wohnungen kaum herauskommen. Kinder, die kaum Deutsch können. Auch in Österreich muss man sehr darauf achten für solche Lagebeschreibungen keinen Applaus von der falschen Seite zu bekommen.

Die Autorin, Ingrid König, ist seit Jahrzehnten Schuldirektorin und durch alle möglichen Höhen und Tiefen der Bemühungen um sprachliche und kulturelle Integration gegangen. Sie beschreibt sehr engagiert die Veränderungen, die im Lauf der Zeit stattgefunden haben und die aktuelle Lage. Durch zahlreiche Fallbeschreibungen gewinnt man einen Einblick in die schwierige Situation vieler Kinder und Lehrer*innen.

„Es gibt viele nachvollziehbare Gründe für Inklusion, aber die wenigsten Verantwortlichen machen sich bewusst, was es bedeutet ein lernbehindertes Kind in der Klasse zu haben (wobei es oft nicht bei einem bleibt) gemeinsam mit Kindern, die vielfältige Verhaltensauffälligkeiten aufweisen, Kindern mit Konzentrationsschwierigkeiten neben Kindern mit Rechenschwäche, vielen Kindern mit Migrationshintergrund ohne wirklich ausreichende Deutschkenntnisse, Kindern, die als Seiteneinsteiger mitten im Schuljahr kommen, Kindern, die mit Chipstüten als Frühstück in die Schule kommen, Kindern, die mit winzigen , müden Augen am Morgen im Unterricht sitzen, weil sie nachts und am Wochenende stundenlang Playstation oder PC-Spiele spielen, Kindern, die zu nichts Lust haben, Kindern, die nach ein paar Monaten wieder weg sind. Und dazwischen ein paar leistungsstärkere und begabtere, die etwas lernen wollen und sich schnell langweilen, wenn man ihnen nicht auch immer wieder Futter gibt – dies alles unter einen Hut zu bringen, ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit. Wir versuchen es trotzdem.“ p. 168

Ein sehr empfehlenswertes Buch für jene, die meinen, dass Lehrer*innen zu viel Urlaub und kaum irgendetwas zu tun hätten und dass es ja ganz einfach wäre, jungen Kindern etwas beizubringen Der Einblick in die „Idylle“ einer Grundschule (in Österreich: Volksschule) in einem Brennpunkt-Bezirk in Frankfurt ist sehr überzeugend.


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Weltweiter Fortschritt

Es wäre völlig falsch zu behaupten, dass es nicht überall auf der Welt, in allen Kulturen, zivilisatorische Fortschritte gibt. In Saudi-Arabien zum Beispiel ist es seit neuestem Frauen sogar gestattet durch die gleichen Eingänge wie Männer ein Restaurant zu betreten. Wenn das kein Meilenstein ist ! Durch die gleichen Eingänge!!