la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Punkte

Regentropfen, Dalmatiner, Sommerkleider und Blätter, vor allem im Herbst.

Treffpunkte, Standpunkte, Ausgangspunkte

punktgenau

auf den Punkt bringen, das finde ich wichtig. In ausufernde, alles überschwemmende Gewässer eintauchen, vieles sehen, vieles sichten, dann die Fragen auf den Punkt bringen. Es gibt nicht immer Antworten, schon gar keine einfachen, aber die richtigen Fragen helfen auch weiter.

Allzu einfache, apodiktische Antworten auf komplexe Fragen versteinern das Lebendige. Je versteinerter die Position desto fanatischer, desto angstvoller die Anhänger. Je weniger sich die einfachen Antworten mit dem Leben und der Realität in Einklang bringen lassen, desto mehr wird die Vernunft zugeschüttet, desto mehr sucht man die Bestätigung Gleichdenkender. Ein Teufelskreis.

Dennoch wird es Herbst und dennoch gibt es Blätter mit Punkten.


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Mittwoch 4. November 2020 – Terror, Wahlen und Kunst

Ich starre gebannt abwechselnd auf den derzeitigen Stand der Wahlergebnisse in den USA und die Berichterstattung über den Terroranschlag am Montag in der Wiener Innenstadt. Gäbe es keine Berichterstattung wäre heute einfach ein eher düsterer Herbsttag ohne besondere Vorkommnisse. Natürlich könnte ich mich einfach ausklinken aus dem Internet im allgemeinen und aus dieser Berichterstattung im besonderen. In vielen Fällen wäre das wahrscheinlich klug, heute aber nicht, denn diese beiden Themen, Islamistischer Terror und US-Regierung, haben ganz direkten Einfluss auf mein Leben und auf die menschliche Gesellschaft im allgemeinen und da hilft es nicht, einfach nicht hinzusehen.

Zusehends heftiger gehen mir die Art „Kunstdiskussionen“ auf die Nerven bei denen zB jemand eine Stunde lang erörtert, warum er zwei blaue Striche parallel gezogen hat. Ich bin ohnehin ein Kopfmensch und wenn ich Kunst auch noch intellektuell analysieren soll, dann vergeht mir die Freude daran. Meine Vorstellung ist es, den Weg aus dem Inneren über die Hand auf die Leinwand zu finden. Daraus entstehen im Idealfall Ansichten der Innenwelt, die vielleicht auch bei anderen Resonanz auslösen können oder auch nicht. Es gibt viele verschiedene Zugänge zur Kunst, die nicht unbedingt kompatibel und mehr oder weniger gefällig sind. Auch viele allgemein anerkannte Künstler gibt es, die miteinander nicht viel anfangen könnten.


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Donnerstag 22.10.2020 – Callcenter und Machos

Jetzt habe ich endlich verstanden, wie man ein Callcenter benützt. Also als Basis ruft man zunächst mehrere Male an, sodass man die Informationen von drei bis vier Mitarbeitern vor sich hat. Selbstverständlich widersprechen sich die Auskünfte in wesentlichen Punkten. Man mixt also sowas wie einen Durchschnittswert und geht danach vor. Das kann natürlich auch voll ins Aug´ gehen, wie man in Wien sagt. Alternativ kann man auch auf Mehrheiten zurückgreifen: wenn 4 von 5 Mitarbeitern versichern, dass man eine bestimmtes Dokument vorweisen muss, macht es die Sache wahrscheinlicher als wenn es ein Meinungsverhältnis von 3:2 gibt. Absolute Gewissheiten gibt es aber nicht, wie halt auch sonst im Leben.

„Zuhausebleiben ist etwas für Schwächlinge“ sagt Bolsonaro, „Im Krieg sterben nur Loser“ sagt Präsident Trump. Macho-Getue ist im Vormarsch, Fanatismus jeglicher Richtungen ebenfalls. Ich überlege ernsthaft meinen Konsum von Politik zu beschränken, schaffe es aber vermutlich ohnehin nicht.


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Montag 12.10.2020 – Wien

Die Wahlen sind geschlagen und ohne Überraschungen geblieben. Wien wurde von 1919 bis 1934 und nach finsteren Zeiten von 1945 bis heute immer sozialdemokratisch regiert, manchmal sogar mit absoluter Mehrheit. Bürgermeister Ludwig bleibt Bürgermeister und kann in seiner angenehm unaufgeregten Art zwischen drei Parteien als Koalitionspartner wählen.

Die rechtspopulistische FPÖ, die in jedem Wahlkampf in der Verbreitung ihres einzigen Themas noch ein Stück ungustiöser wird, ist von den erschreckenden 30% bei der letzten Wien-Wahl auf 7 Komma irgendwas % gestürzt, im freien Fall. Eine wahre Freude! Der F meinte vor jedem FPÖ-Wahlplakat, dass man die dort gezeigten Bilder völlig unauffällig im „Stürmer“ unterbringen könnte. Grauslich! Ein kleiner Wehmutstropfen ist aber die geringe Wahlbeteiligung und die Wählerstromanalysen zeigen, dass die FPÖ-Wähler vom letzten Mal zu einem hohen Prozentsatz gar nicht gewählt haben statt eine andere Partei zu wählen.

Der Untote H.C, wie immer völlig aufgeputscht  und unter Strom stehend, hat es nur auf 3,6% Prozent gebracht und sein Einzug in den Wiener Landtag, für den es 5% braucht, findet nicht statt. Er hat das Volk noch nicht mit einer Stellungnahme zu diesem missglückten come-back erfreut.

 


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Mary Trump und ihr Onkel

Leider ein sehr enttäuschendes Buch. Am besten gelungen, finde ich den Titel. Wenige Fakten und sehr viele davon  stammen vom Hörensagen, aus Erzählungen anderer Familienmitglieder. Ein paar Anekdoten, in denen auch Donald Trump vorkommt. Viel Interpretation auf Basis von  psychologischen Ferndiagnosen der Autorin. Sogar die biographischen Daten von Donald Trump sind spärlich gesät, es fehlen sogar Eckdaten wie Heiraten und die Geburt von Kindern. Donald Trump ist noch nicht einmal die Hauptperson in diesem Buch, das man nicht als Biographie bezeichnen kann. Er tritt als Nebenfigur auf, als gleichgültiger Onkel und völlig unfähiger Geschäftsmann, der sich in permanentem Ruin befinden würde ohne die ständige finanzielle Unterstützung seines Vaters, Fred Trump.

Ich fand es ganz interessant und ziemlich gruselig über das Leben einer völlig dysfunktionalen, reichen amerikanischen Familie zu lesen. Die Autorin beschreibt eigentlich das Leben ihres Vaters, dem ältesten Bruder von Donald Trump, der laut ihrer Interpretation durch die Kälte und mangelnde Wertschätzung seines Vaters in den Alkoholismus getrieben wurde, an dem er letztlich wahrscheinlich starb.  Ebenso hätte dieser Vater seinen Sohn Donald zu dem gemacht, was er heute ist. Das mag alles so sein oder auch nicht. Mary Trump ist Psychologin, aber ihre Diagnose von der psychischen Instabilität und dem Charakter ihres Onkels geht kaum über das hinaus, was ohnehin alle sehen können.

Auch die Geschichte von Mary Trumps Vater, die den größten Teil des Textes ausmacht, ist spekulativ und bruchstückhaft und eigentlich auch nicht besonders überzeugend was ihren Wahrheitsgehalt bzw die Interpretation seiner Handlungen betrifft.

Erstaunlich finde ich, dass Donald Trump, sein Image von diesem Buch so bedroht sah, dass er es verbieten lassen wollte. Ich finde nicht, dass viel drinsteht, was ein politisch interessierter Mensch nicht ohnehin wüsste, und was der US-Präsident nicht täglich demonstrieren würde. Wer also entweder biographische Daten oder irgendwelche enthüllte Geheimnisse erwartet, sollte sich anderweitig informieren.

 


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54. Station der Literaturweltreise – Republik Moldau

Meine literarische Weltreise

Die Republik Moldau ist eines jener Länder aus denen unsere mitteleuropäischen Altenpflegerinnen, Kindermädchen, Putzfrauen, Gärtner etc kommen. Viele von ihnen haben Kinder, aber die Eltern kommen allein, die Kinder bleiben eventuell in der Obhut von Verwandten oder auch allein zurück. Sozialwaisen nennt man sie. Es sind keine Einzelfälle sondern ein weit verbreitetes Phänomen in den östlichen Ländern Europas innerhalb und außerhalb der EU-Grenzen.

Liliana Corobca, die selbst in Moldawien aufgewachsen ist, lebt heute in Rumänien, wo sie Literaturwissenschaft studiert hat. „Der erste Horizont meines Lebens“ ist nicht autobiographisch und heißt im rumänischen Original „Kinderland“. Ein Titel des Verlags, der in der Übersetzung vielleicht nicht ganz nachvollziehbar war

Der Roman handelt von drei Geschwistern, einem 12-jährigen Mädchen, einem 6-jährigen und einem 3-jährigen Buben, die in einem moldawischen Dorf allein leben. Die Mutter arbeitet in Italien, der Vater in Russland, selten kommen sie zu Besuch, einmal in der Woche ruft die Mutter an. Es gibt eine Großmutter im Hintergrund, die aber sehr krank ist und von der man annimmt, dass sie bald sterben wird. Es gibt einen Patenonkel und eine Patentante, die im ärgsten Notfall bereit sind, den Kindern zu helfen, denn im Dorf herrscht das Recht des Stärkeren und es sind praktisch alle stärker als drei auf sich selbst gestellte Kinder.

Die Hauptfigur des Romans ist das 12-jährige Mädchen, das ziemlich idealisiert wird. Sie führt den gesamten Haushalt inklusive der Haltung eines Schweins und etlicher Hühner. Sie betreut die beiden kleinen Brüder, sie geht auch zur Schule und sie stellt Überlegungen an, die man einem Kind ihres Alters nicht wirklich zutraut. Sie sinniert über das Leben im allgemeinen und ihres im Speziellen, über ihr Dorf und die Welt. Obwohl sie aufgrund ihrer Lebenssituation schnell erwachsen werden muss, sind doch ihre Betrachtungen nicht die einer 12-jährigen. Auch wieder ein Problem der Erzählperspektive.

Wenn auch manche Figuren dieses Romans nicht ganz authentisch wirken, so ist doch das Thema ein heißes Eisen der europäischen Sozialpolitik und so ist schon weger seiner Thematik ein sehr interessantes Buch, das in Welten führt, von denen wir als Mitteleuropäer meist nur eine sehr vage Vorstellung haben, wenn überhaupt.


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Donnerstag – 10. September 2020 – Mediziner

Die größte Massenveranstaltung dieses Sommers in Wien war der Aufnahmetest für Medizinstudent*innen. Ein 8 stündiges Event nach dessen Ergebnissen jeder zehnte Kandidat einen Studienplatz bekommt. Es soll Anwärter*innen geben die in aufeinanderfolgenden Jahren drei oder viermal angetreten sind. Ich frage mich immer, was diese jungen Leute zwischen den Test machen, die es ja nur einmal im Jahr gibt.

Klassische Student*innenjobs sind derzeit Verkäufer*innen von allem möglichen und vor allem die Gastronomie. In Wiener Lokalen gibt es ungemein viele deutsche Kellner*innen. Nachdem Wiener Kellner*innen traditionell unfreundlich sind, bringen die vielen jungen Deutschen einen deutlich freundlicheren Touch in die Gastronomieszene. Das können aber nun nicht alles gescheiterte Medizinstudenten sein.

Ob die Aufnahmsprüfung, die es noch nicht so lange gibt, bessere Student*innen bringt, frage ich eine Freundin, die an der Meduni forscht und lehrt und immer wieder Vorlesungen für Studienanfänger*innen abhält. Bessere Student*innen brächte es schon, also kognitiv bessere, meinte sie, ob es im Endeffekt aber bessere Ärzte werden ? Es können und sollen ja nicht alle Medizin-Absolvent*innen in die Forschung gehen.

Ich zweifle auch sehr daran, dass das irrwitzige deutsche Numerus-Clausus-System die besten herausfiltert. Die bravsten, die diszipliniertesten, die am besten angepassten, aber nicht unbedingt die klügsten, die kreativsten. So müssen also jene, die ihre Schulzeit nicht nur mit Lernen verbracht haben, in anderen Ländern studieren. Tatsächlich ist ja die Aufnahmsprüfung an den österreichischen medizinischen Fakultäten deswegen entstanden, weil es so gewaltig viele Deutsche gibt, die in Österreich Medizin studieren wollen. So schließt sich auch ein Kreis.


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Dienstag 8.September 2020 – Schuhbänder und Langlebigkeit

Prinz Charles – so lese ich in einem Artikel über europäische Monarchien – lässt sich täglich die Schuhbänder bügeln. Aha, inwiefern das wohl zu seiner Lebensqualität beiträgt, wüsste ich gerne. Haben diese gebügelten Schuhbänder irgendeinen symbolischen Wert, eine Bedeutung, die man nur bei den Windsors kennt? Andererseits ist ja der europäische Hochadel so eng verwandt, dass dieses Geheimnis sich herumgesprochen haben müsste. Könnte es sich auch um Arbeitsbeschaffung für einen oder mehrere Kammerdiener handeln? Kammerdiener gibt es am britischen Hof ganz bestimmt und auch ein schon etwas in die Jahre gekommener Kronprinz hat sicher Anspruch auf ihre Dienste. Die Queen ist 94 und bei beneidenswerter geistiger und körperlicher Gesundheit, Vater Philipp ist fast 100, da sehen Charles Chancen auf Langlebigkeit ganz hervorragend aus. Vielleicht eine Thronbesteigung mit 80 ?

82 und von nicht so eiserner Gesundheit wie die Queen ist Juan Carlos, der gewissermaßen emeritierte König von Spanien, der sich wegen massiven Steuerbetrugs in die Arabischen Emirate abgesetzt hat. Ob seine aktuelle Geliebte mitgekommen ist? und ob er dort Elefanten jagen kann? Aber nein, er hat ja versichert, dass er das bedauert und nie wieder tun wird. Trotzdem wird ihn der WWF nicht als Ehrenpräsidenten zurück haben wollen. Lo siento mucho. Me he equivocado. No volverá a ocurrir. Erinnert mich daran, dass damals etliche meiner Kollegen ihre Nicht-Spanisch-Kenntnisse durch diese Sätze bereichert haben, die sie bei vielen Gelegenheiten genüsslich zitiert haben.

Schade dass jemand, der beim Übergang von der Franco-Diktatur zur Demokratie eine so gute Figur gemacht hat und beim spanischen Volk so beliebt war, sich selbst derartig demontiert hat. Ich sehe noch die eindrucksvollen Bilder vor mir, wie die bewaffneten anti-demokratischen Umstürzler das Parlament gestürmt hatten und König Juan Carlos fast der einzige war, der nicht hinter und unter den Bänken verschwunden sondern aufrecht stehen geblieben ist.

Tatsächlich liegt mein Interesse für das monarchische Personal irgendwo unter Null, nur die gebügelten Schuhbänder faszinieren mich. Noch mehr als die angeblich gebügelten Zeitungen in den Clubs.


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Oh Melania, geht`s noch tiefer ?

An Peinlichkeit und Verlogenheit kaum zu übertreffen: die Werberede von Melania Trump für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald T. Ein klassisches Beispiel für Mitläufertum und Gier. Noch dazu fand dieser unqualifizierbare Auftritt im Weißen Haus statt, das von Donald T als sein Privatbesitz betrachtet wird. Man hält es kaum für möglich, dass diese Frau nicht laut lachen oder weinen muss, wenn sie von der kompetenten, mitfühlenden Amtsführung ihres Mannes spricht. Dass ihr das Lachen vergangen ist, kann ich ja nachvollziehen. Schlimm ist aber, dass mit dem Lachen auch der Anstand und die Selbstbestimmung verdorrt sind. Denn, dass sie glaubt, was sie da sagt, kann man wohl ausschließen. Ebenso wie man ausschließen kann, dass ihr diese Rede nicht massiv vergoldet wurde. Am besten hat mir gefallen, dass sie den lieben Donald als völlig ehrlichen und authentischen Menschen bezeichnet hat, der diesbezüglich anders sei als die sonstige Politikerkaste. Zum Kotzen!

Wenn dann – hoffentlich in ein paar Monaten und nicht erst in vier Jahren – diese albtraumartige Präsidentschaft beendet sein wird, kann man fast sicher sein, dass ein Abrechnungsbuch von Melania an Donald herauskommen wird. Es schweben mir da mögliche Titel vor wie „Meine Hölle im Weißen Haus“, „Der Teufel an meiner Seite“ etc. Selbstverständlich ist auch Melania T ein völlig ehrlicher, authentischer Mensch. Vorausschauende Ghostwriter haben vielleicht schon ein paar hundert Seiten im Angebot.


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Demos, Skulpturen und Sklavenhändler

Immer schon stand diese Statue da, auf einem Sockel, hoch über uns. In einer Pose, die zum Ausdruck brachte, wie unendlich gut, wie unendlich barmherzig und wohltätig dieser Mensch doch gewesen war. Es war geradezu eine Schande, dass manchmal Hunde gegen den Sockel pinkelten. Dadurch wurde eine weitere der Funktionen eines solchen Sockels klar: Hunde in den unteren Bereichen vom Sakrileg der Bepinkelung abzuhalten. Dass die Hauptfunktion eines Sockels darin besteht, den Dargestellten, entsprechend seiner übermenschlichen Verdienste über alle anderen zu erheben, leuchtet ja allen ein.

Wer da dargestellt wird? Keine Ahnung, irgendein wichtiger Bürger. Viel Geld soll er in die Förderung von Spitälern und Schulen gesteckt haben. Ein Wohltäter und vorbildlicher Christ, eine Stütze der Gesellschaft. Sein Geld stammte aus dem Sklavenhändler? Naja, das war damals üblich und er hat ja dann später so viel gespendet und so vielen geholfen.

Was muss das für ein wunderbares Gefühl gewesen sein, diese Statue ins Hafenbecken zu kippen, diese Bigotterie umzustürzen, der berechtigten Empörung Luft zu machen.

https://www.theguardian.com/global/video/2020/jun/11/bristol-slave-trader-statue-toppled-by-blm-protesters-retrieved-from-harbour-video


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Bemerkenswert aber realistisch ?

„Es gibt in Österreich die schöne Tradition der höflichen Beharrung. Man sagt ja, meint aber: nein, niemals, auf gar keinen Fall. Dahinter steckt oft gar keine böse Absicht sondern reine Gewohnheit. Manchmal rettet es auch Leben. So beschreibt Stefan Melichar wie die Reformresistenz im heimischen Spitalswesen dazu führte, dass trotz jahrelang von höchster Stelle eingemahnter Kapazitätsreduktion immer noch genügend Notfallbetten zur Verfügung stehen. Melichar nennt es einen „Faktor, mit dem sicher niemand kalkuliert hat: das Glück der Untüchtigen (…) Das dogmatische Sparen um des Sparens willen möge der Vergangenheit angehören, meint die Gründerin des Thinktanks „Momentum Institut“, Barbara Blaha (…) „Unser Zusammenleben muss nicht schlank, effizient und leistungsverdichtet sein.“

Aus: Profil Nr. 17. 19.April 2020

Eine bemerkenswerte Äußerung, finde ich. Wohin kommt man, wenn man nicht schlank, effizient und leistungsverdichtet ist? Kommt man als Person nirgendwohin oder womöglich gar in paradiesische Gefilde? Oder bezieht sich Barbara Blaha nur auf Gesellschaften, Wirtschaftssysteme ….

https://www.zeit.de/2019/28/barbara-blaha-projekt-360-oesterreich-spoe

 


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Farbe und Politik – bordeauxrot

Man kann alles mögliche farbig gestalten.

Auch den Mundschutz. Wie die slowakische Staatspräsidentin bei Angelobung der neuen Regierung vorführte. Womöglich entsteht eine neue Mode  https://www.tagesschau.de/ausland/slowakei-regierung-101.html

 


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Sonntag 26.1.20

Sehr erfreulich! Bei den Regionalwahlen im Burgenland sind die rechten Recken der FPÖ noch ein Stück abgestürzt. Gerade im Burgenland, der Heimatregion des FPÖ-Chefs. Wahlsonntage haben  eine eigene Dynamik. Ich habe keinen Schritt aus dem Haus gemacht, was natürlich auch ein Ergebnis des nicht anzubringenden Hochnebels ist. Eine trostlose Wetterlage. Ganz im Gegensatz zu diesen Wahlergebnissen, die ich alles andere als trostlos finde.