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Bitte nicht „Reichskristallnacht“

Im großen und ganzen bin ich keine Verfechterin sogenannter politischer Korrektheit in der Sprache, aber natürlich gibt es da auch Ausnahmen. Morgen ist der 9.November, Jahrestag eines Ereignisses, das immer noch von manchen als „Reichskristallnacht“ bezeichnet wird, im reinsten Nazi-Sprech. Wahrscheinlich ist den meisten gar nicht bewusst,was diese Bezeichnung bedeutet und wo sie herkommt. Es gibt auch Menschen, die bis heute den unsäglichen Ausdruck „bis zur Vergasung“ verwenden. Da frage ich mich schon, ob es glaubhaft ist, dass jemand sich bei dem Ausdruck nichts denkt. Dass man nicht weiß, dass „jedem das Seine“ die Aufschrift am Tor des KZ Buchenwald war, finde ich dagegen verständlich, es handelt sich ja auch um einen viel allgemeiner verwendbaren Ausdruck.

Dabei wurden zwischen dem 7. und 13. November im ganzen Reichsgebiet mehrere hundert Juden ermordet, mindestens 300 nahmen sich das Leben. Um die 1400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume jüdischer Menschen sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden gestürmt und zerstört. Ab dem 10. November folgten Deportationen jüdischer Menschen in Konzentrationslager. Mindestens 30.000 Menschen wurden dabei interniert, Hunderte starben an den Folgen der mörderischen Haftbedingungen oder wurden hingerichtet.
Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden ab 1933 hin zu ihrer systematischen Vertreibung und Unterdrückung. Inwieweit sie eine Vorstufe zu dem drei Jahre später beginnenden Holocaust, der Vernichtung allen jüdischen Lebens, darstellen, ist in der Geschichtswissenschaft umstritten.
Die lange im deutschsprachigen Raum verbreitete zynische und euphemistische Bezeichnung (Reichs-) Kristallnacht (benannt nach den Scherben zerstörter Fensterscheiben) wurde auch in andere Sprachen übernommen.

zitiert nach Wikipedia. 7.11.2022 um 22:30

Montag 31.Oktober 2022

Natürlich ist es angenehm, wenn es am 31. Oktober auf 1000 Metern um die zwanzig Grad hat, wenn man zuhause alle Fenster offen lassen kann und im T-Shirt unterwegs sein, aber für die Klimaentwicklung sind das alles Katastrophenzeichen.

Ich sitze mitten in der Farbsymphonie der Laubwälder in PB und Umgebung und schaue immer wieder auf eine Internet-Seite, die die Auszählung der Stimmen bei der brasilianischen Präsidentschaftswahl ziemlich live anbietet. Es läuft extrem knapp …

Ich lese gerade vier Bücher gleichzeitig, zwei reine Sachbücher, einen Roman und ein Mittelding zwischen beiden. Drei davon sind richtige Wälzer, für die man schon eine Weile braucht. Mit einem davon könnte ich in ein paar Tagen fertig werden.

85% der Stimmen ausgezählt. Das Ergebnis neigt sich knapp aber deutlich zu Lula. Leider sehe ich keine Hochrechnungen mit Schwankungsbreiten. 91%, der Abstand vergrößert sich minimal, sieht aber nun schon recht solid aus. 100% der Stimmen wurden ausgezählt. Die Wahlen sind entschieden, auf den Stimmzetteln. Was Bolsonaros bewaffnete Fanatiker vorhaben, weiß man noch nicht.

Sonntag 2. November 2022

Unerfreuliches Thema beim Frühstück: Parallelen zwischen Hitler und Putin. Gröfaz. 2.0 nennt der F diesen Sachverhalt.
Der Größenwahn ein riesiges Reich zu errichten unter dem eigenen exklusiven Befehl und nach ideologischen vom Anführer erlassenen Richtlinien, der militärische Größenwahn und damit verbunden die Übernahme des Oberbefehls in der Armee und das Verbot des Rückzugs egal in welcher Lage, wobei das Überleben der Soldaten völlig egal ist. Das Leben der einzelnen zählt ohnehin nicht.
Das völlige Ausschalten der Opposition, durch Inhaftierung, durch Morde, durch Zwingen ins Exil, die weitgehende Ausschaltung der dem Regime nicht gehorchenden Medien und die Aufhebung der Meinungsfreiheit, allein die Erwähnung des Begriffs „Krieg“ statt „militärische Spezialoperation“ ist Grund für jahrelange Gefängnisstrafen.
Die frei erfundenen Lügen, die doch sehr einfach zu entlarven sind und die seit Beginn der Teilmobilmachung auch die russische Bevölkerung großteils nicht mehr glaubt. Die Paranoia und das Abheben von der Realität. Hitler war in seinen letzten Jahren schwer drogensüchtig, davon weiß man von Putin nichts.

Die gläsernen Wahlurnen des „Referendums“ in den vier ukrainischen Provinzen erinnern frappierend an die „Volksabstimmung“ 1938 in Österreich, bei der über den Anschluss Österreichs an Hitlers Deutschland entschieden werden sollte. Die Abstimmung war nicht anonym, wer auf Anonymität bestehen wollte, musste mit Represssion durch das damalige und zukünftige Regime rechnen. Das „Ja“ Ergebnis war ebenso zustande gekommen wie das „ja“ in der Ukraine

Putins Sudetenland ist die Krim. Auch ein Faible für sogenannte Superwaffen, die allerdings nur in kleinster Anzahl vorhanden sind und für den Kriegsausgang irrelevant bleiben, verbindet die beiden Diktatoren.

Allein dieses Spektakel der „Rückkehr ins Reich“ von vier Regionen der Ukraine. Zum Vergleich Filme von einem Nazi-Parteitag. Nur die Fahnen unterscheiden sich und Putins Reden fehlt das neurotisch-charismatische Element, das Hitler hatte. Aber sonst … Man kann nur hoffen, dass der Krieg nicht sieben Jahre dauert.

Montag 5.September – Diktatoren und Spiegelungen

Wie viele Diktatoren schon daran gescheitert sind, dass ihre Berater – wahrscheinlich aus guten Gründen – nicht wagten, ihnen anderes zu sagen, als das, was sie hören wollten. Oft war und ist aber, das was sie hören wollen sehr weit entfernt von der Realität und so führen falsche Einschätzungen über kurz oder lang zum Fall der Diktatoren. Ausnahmen gibt es natürlich auch, etwa die kommunistische Erbmonarchie in Nord-Korea, die ja an sich schon ein wahnwitziges Konstrukt ist, nun aber schon in der dritten Generation funktioniert.

Doch, es gibt Tatsachen und Wahrheiten. Man kann sie aber so verdrehen und verknoten und durch Spiegelungen und Verschleierungen so verändern, dass sie kaum mehr erkenntlich sind. Dennoch sind die Wolkenkuckucksheime der Diktatoren meist nicht stabil genug gebaut um lange zu halten. Freilich kann man auch in kurzer Zeit sehr viel Schaden anrichten …

Montag 27. Juni 2022- Margaret Attwoods USA

Mir kommt vor, dass die Gesellschaft der USA sich immer mehr in Richtung der Horrorvision von Margaret Atwoods „The Handmaid´s Tale“ (die Geschichte der Magd). bewegt. Völliges Verbot von Abtreibungen, was dazu führt, dass jene Frauen, die es sich leisten können in Kanada abtreiben, die anderen in finsteren Hinterzimmern. Die erzkonservativen Höchstrichter, die durch Trumps Ernennungen in der Mehrheit sind, sollen sogar über ein Verbot der Empfängnisverhütung nachdenken. Das ist kaum exekutierbar, dennoch erstaunt es doch sehr, dass es möglich ist, derartig rückschrittliche Gesetze zu erlassen und gleichzeitig von der Freiheit der Einzelnen zu reden. Die Freiheit soll man dann wohl hauptsächlich daran merken, dass noch mehr Waffen gekauft werden können.

Es beginnt immer mit der Beschneidung der Rechte der Frauen und dann ist die jeweilige Gesellschaft schon auf dem Weg in Realität gewordene Dystopien.

Themenwechsel, weil ich mich ja nicht zu politischen Themen äußern will und das schon wieder nicht schaffe.
Wie gerne hätte ich annähernd die Energie eines kleinen Kinds, das gehen lernt. Ein Schritt – plumps, umgefallen – wieder aufstehen, vier Schritte, plumps , – wieder aufstehen usw usf solange bis das Gehen funktioniert. Und diese absolute Konzentration und Zielgerichtetheit … Ich dagegen hänge wie eine müde Fliege herum.

Manchmal ist die Donau doch blau

Sonntag 15.Mai 2022 – Schwarz und türkis

Remineszenzen an die Sowjetunion mit Wahlergebnissen über 90% für die jeweiligen Parteivorsitzenden in Abwesenheit alternativer Kandidaten kann man derzeit auch in Österreich beobachten. Am Parteitag der ÖVP am vergangenen Samstag wurde der neue Parteichef und derzeitige Bundeskanzler, Karl Nehammer, mit 100% Zustimmung (in Worten: hundert) gewählt. Ob das wohl heißt, dass er dabei keine Stimme hatte oder dass er sich selbst auch gewählt hat ? „Gewählt“ kann man sowas ja eigentlich nicht nennen, es gab keinen Gegenkandidaten und etliche sollen dem Parteitag fern geblieben sein.

„Und das ist erst der Anfang“ verkündete er nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses, auf das er stolz zu sein schien. Aha, nächstes Mal 200% ? In der derzeitigen Lage der ÖVP, in einem bekannt gewordenen Sumpf aus Korruption und Machtmissbrauch, der in zahlreichen Untersuchungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft und ebenso zahlreichen Gerichtsverfahren behandelt wird, klingt die Ankündigung „und das ist erst der Anfang“ eher wie eine wilde Drohung. Die Beliebtheit, in der sich die ÖVP zu Zeiten von Kurz sonnen konnte, ist dahin, die Umfragewerte sinken und sinken. Auch in diesem Zusammenhang ist „das ist erst der Anfang“ unglücklich gewählt. Eventuell wurde der Satz aber auch bei der Berichterstattung über den Parteitag etwas aus dem Zusammenhang gerissen, trotzdem.

Dennoch ist Nehammer für mich, im Vergleich zu seinen Vorgängern als ÖVP-Parteivorsitzende und Kanzler wie Kurz oder Schüssel eher sympathisch, was nicht heißt, dass ich ihn und/oder seine Partei jemals wählen würde.

Gestern sah ich dann noch eine Diskussion zum Thema „ÖVP, was nun?“. Die Generalsekretärin der ÖVP, Sachslehner, war da zu bewundern, eine Frau, die hervorragend ins Team Kurz gepasst hätte. So eine Ansammlung von leeren Phrasen, Vermeidung der Erwähnung jeglicher Fakten und aggressivem Grundtenor! Einen großen Punkt für die ÖVP machte in meinen Augen der ehemalige EU-Agrarkommissar Fischler, dem diese Dame offenbar auch heftig auf die Nerven ging und der ihr nach Vorausschicken von „niemals würde ich ihnen vor der Kamera Ratschläge erteilen“ empfahl, über die Grundlagen nachzudenken auf die sie ihre Kommunikationsstrategie aufbauen wollte. Im Klartext heißt das höchstwahrscheinlich „Reden sie nicht so einen Schmarrn daher!“

Ein politiklastiger Tag war das.

Freitag 13. Mai 2022

Der Plausch am Ententeich, temperatur- und stimmungsmäßig mitten im Sommer hat mir gut gefallen. Ich treffe eigentlich meine ehemaligen Kolleginnen lieber einzeln als in der Gruppe. Zumal die Gruppe von Frühaufsteherinnen dominiert ist und sich immer zum Frühstück trifft. Frühstück ist für mich kein angenehmes „soziales Ereignis“. Es macht mir keine Freude um 7 aufzustehen, ans andere Ende der Stadt zu fahren und dort zu frühstücken. Ich treffe also lieber diejenigen Mitglieder der Gruppe, die ich gerne treffen möchte am Nachmittag oder Abend.

Im übrigen ärgere ich mich gerade sehr über mich selbst, weil ich doch glatt übersehen habe, dass die Frist für die Unterstützung von sieben Volksbegehren geendet hat ohne dass ich eines unterschrieben hätte. Es waren sieben und davon hätte ich gerne das Anti-Korruptionsvolksbegehren unterschrieben und die Forderung für mehr und bessere psychologische und psychiatrische Behandlung von Jugendlichen. Es ist ziemlich erschütternd wie viel Bedarf es dafür gibt. Aber nein, ich habe das Ende der Frist übersehen.

Strudel und Strömungen

Die Fotos sind nicht gerade gelungen, aber anders war es nicht möglich. Man sieht die Strudel des Strudengaus und die alte Inschrift.

Es ist schon ein Jammer in wie vielen Ländern der Welt Menschen Politiker wählen, die sie sehr kritisch betrachten, weil die einzige Alternative Menschen sind, die sie auf keinen Fall an der Spitze ihres Staates haben wollen. Immer nur das kleinere Übel. Schon viele Jahre, an vielen Orten. Das ständige Politiker-bashing verschlimmert die Lage noch. Wer will es sich – vor allem auf den unteren Ebenen – antun Politiker*in zu werden? Es wird zB immer schwieriger, Leute zu finden, die Bürgermeister werden wollen.

Macron wurde ohne Begeisterung gewählt, wieder einmal um LePen zu vermeiden. Ich selbst habe schon oft Parteien bzw Personen gewählt, die mir als das kleinere Übel vorkamen. Waren sie auch, keine Frage, trotzdem wäre es schön, jemanden mit Begeisterung zu wählen, mit der Überzeugung , dass er/sie die genau richtige Person für diese Amt ist.

Dienstag 12. April 2022 – Antikörper und Bäche

Ich bin begeistert! Vier Monate nach meiner zweiten Covidimpfung, habe ich einen Antikörpertest machen lassen. Das Ergebnis war 300. Nicht berauschend aber immerhin doch weit über 15, dem Wert, ab dem das Vorhandensein von Antikörpern als nachgewiesen gilt. Gestern, fast fünf Monate nach meiner dritten Impfung habe ich wieder so einen Antikörpertest machen lassen und siehe da, mir sind fast die Augen herausgefallen, der Wert war über 20 Mal höher als nach der zweiten Impfung, 7000, in Worten siebentausend. Ich weiß schon, dass das nicht der einzige Faktor ist, der wichtig ist um vor Infektionen zu schützen, aber trotzdem … Wie schön, dass mein Immunsystem so gut drauf ist.

Als Sprachliebhaberin begegnet man immer wieder den hübschesten Blüten: „jeder spricht miteinander“ lese ich da, oder „wir treffen uns gemeinsam“. Wenn es schon sonst nichts zu lachen gibt in der derzeitigen Situation, auf Sprachblüten ist immer Verlass. Verlass ist auch darauf, dass mir nichts zu schreiben einfällt, wenn ich gerade Zeit hätte.

Über die Reise unseres Kanzlers, Karl Nehammer, zuerst in die Ukraine, dann nach Moskau, mag ich auch nichts schreiben. Dass dabei nichts herauskommen wird, war wohl klar und alles was es für mich persönlich dazu zu sagen gäbe, ist: alles ist besser als Sebastian Kurz und seine Truppe. Wobei unbegreiflicherweise einige von dieser Truppe immer noch in der Regierung sitzen.

Wie mit den Strömungs und Spiegelungsverhältnissen in einem Bach ist es. Je nach Art und Größe der Hindernisse gestaltet sich die Strömung und je nach Licht und Reflexion die Verhältnisse rundherum.

Österreichs demokratischer Abstieg

Das erste, was ich heute früh las, war dieser ebenso vernichtende wie wahre Artikel aus dem Profil Newsletter. Nicht alles aber doch einen großen Teil dieses Desasters der Intransparenz und Korruption geht auf das Konto von Sebastian Kurz, dieser Fake-Lichtgestalt und seiner Entourage, die in mehr als einer Hinsicht an die Buberlpartie von Jörg Haider erinnert.

An der schwedischen Universität Göteborg gibt es ein Institut, das sich V-Dem nennt, denn es beschäftigt sich vor allem mit den diversen Varianten von Demokratien. Soeben stellte es seinen jährlichen Bericht online. 3700 Experten aus aller Welt haben dazu beigetragen.

Die Verfasser des Berichts unterscheiden liberale Demokratien von bloßen „Wahldemokratien“, in denen Bürgerinnen und Bürger zwar regelmäßig aufgerufen sind, ihre Stimmen abzugeben, davon abgesehen aber einiges im Argen liegt. Außerdem gibt es noch „Wahlautokratien“ wie beispielsweise Indien, das im 179 Länder umfassenden Liberal Democratic Index (LDI) auf Platz 93 liegt, und „abgeschottete Autokratien“.

Echte Verbesserungen gibt es nur aus zwei Ländern zu vermelden. Armenien und Bolivien wandelten sich im Vorjahr von einer „Wahlautokratie“ – also einer Staatsform, wo es Pseudo-Urnengänge gibt, um die sich die Herrschenden aber kaum scheren – zu einer „Wahldemokratie“. Und hier findet sich nun Österreich wieder. Allerdings: Während Armenien und Bolivien aus finsteren autokratischen Zeiten auftauchen, gehört Österreich – neben Ghana, Portugal, Trinidad und Tobago – zu jener Handvoll Ländern, denen im Ranking die zweifelhafte Ehre zuteil wird, von einer lupenreinen liberalen Demokratie zu einer bloßen Wahldemokratie abgestuft zu werden.

Als Grund dafür wird mangelhafte Transparenz ins Treffen geführt, die bekanntlich ein idealer Nährboden für Korruption ist.

Hoffentlich…

…bricht sie bald durch die Sonne der Vernunft, das Licht der Aufklärung und damit der Frieden. Dass die Menschheit den Nationalismus vergisst, kann man realistischerweise nicht erwarten, aber wenigstens etwas abmildern könnte er sich, etwas weniger dumpf und hasserfüllt auf alle anderen könnte er werden und auch das schon würde sehr viele Kriege, die in verschiedenen Weltgegenden toben, schnell beenden.

Donnerstag 24. Februar 2022

Ich bin aufgewachsen in einer heilen Welt, in der zwei große Kriege über Europa gezogen sind, aus denen alle viel gelernt haben und jetzt haben wir die EU und nie wieder Krieg. Natürlich war diese Sicht der Dinge immer schon falsch. Allzuviele haben gar nichts gelernt und es gab immer und gibt nach wie vor jede Menge Kriege und Konflikte in vielen Teilen der Welt, auch in Europa wurden die Jugoslawienkriege geführt. Den Weltfrieden gab es ohnehin nie.

Und nun schickt Putin in einer offensichtlich lange vorbereiteten Aktion mit völlig abstrusen Argumenten seine Truppen in die Ukraine und wir haben wiederum einen Krieg in Europa.

Viele sind gerade von der friedlichen Wolke 17 gefallen. Immer weniger andere sitzen noch auf einer Wolke mit unbekannter Nummer, wo Putin geschätzt wird und die europäischen Demokratien dafür als Diktaturen wahrgenommen werden. Diesen wünsche ich von Herzen, dass sie einmal nur 10 Minuten in Moskau gegen Putin demonstrieren und erfahren, was eine Diktatur ist und wie wenig wünschenswert der Aufenthalt in russischen Gefängnissen ist.

Aber gerade fällt mir ein, dass ich es noch nie bereut habe, hier auf dem blog zu politischen Themen den Mund zu halten und mich sowohl des Widerspruchs als auch der Zustimmung zu enthalten. Es fällt mir schwer, aber wenn der Impuls vorbeigezogen ist, unbedingt meinen Senf dazugeben zu müssen, bin ich anschließend sehr zufrieden.



Rennfahren oder Regieren

Unser Winterkanzler Nummer drei, Karl Nehammer wird es – denke ich – etwas länger schaffen als sein eh nur irgendwie interimistischer Vorgänger, der schon wieder Außenminister ist. Heute habe ich eine intressante Anekdote über Nehammers Familiengeschichte gelesen.

Ein direkter Vorfahre von Karl Nehammer, ein Mann namens Carl Nehammer war der Kammerdiener des Kronprinzen Rudolf, jenes Kronprinzen, der in Meyerling Selbstmord beging mit fatalen Folgen für die Habsburger-Monarchie. Der heutige „Kronprinz“ der Habsburger ist Rennfahrer geworden, wenn auch kein sehr schneller und der Nachfahre des Kammerdieners Kanzler einer Republik. Alles fließt

Jedes für sich

Derzeit finde ich es sehr schwierig, Vor- und Nachteile des Föderalismus gegeneinander aufzuwiegen. Warum ein so kleines Land wie Österreich neun Bundesländer braucht, mit neun Landeshauptleuten, die sich auf nichts einigen können und wenn doch, dann zu spät !

Das ist die Fahne des Burgenlands, des jüngsten österreichischen Bundeslandes, das erst vor 100 Jahren als Ergebnis langer Verhandlungen und einer Volksabstimmung von Ungarn an Österreich abgetreten wurde. Ungarn und Österreich haben eine lange und bewegte gemeinsame Geschichte.

Werbeplakate für Volksabstimmungen sind im Normalfall nicht gerade kühl abwägend und von objektiven Argumenten geprägt