la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Widerspruch der Protestwähler am Mitmachblog

Widerspruch, Widerstand, Widerrede, alles Haltungen, die zu Nachdenken und Veränderungen führen können.

Protestwähler dagegen, das sind Leute, die Parteien wählen, von denen sie gar nichts halten, in der Hoffnung, dass dadurch geschehen wird, was sie sich erhoffen. Ich kann das nicht nachvollziehen. Ich verstehe das Problem, dass man keine einzige Partei findet, mit der man sich wirklich identifizieren kann. Dass man aber als Reaktion darauf eine Partei wählt, mit der man sich nicht identifizieren kann, der man auch gar nichts Positives zutraut, das verstehe ich nicht.

Eigentlich ist das ein sehr unreifes, kindisches Verhalten. Anstatt sich in irgendeiner Weise zu engagieren, an gewünschten Veränderungen mitzuarbeiten, kommt nur ein trotziges „dann wähl ich eben die x-Partei, dann werdet ihr schon sehen“. Dass aber auch den Protestwählern dann die Ohren schlenkern, wenn die aus Protest gewählte Partei an die Macht kommt, daran denken sie nicht.

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Pfui Stalin, die Freiheit der Wissenschaft und Ochsenherztomaten – „Pfui“ am Mitmachblog

Ochsenherztomaten, wie riesige Herzen geformt, 500g und schwerer, fest und kernarm, von hellem Ziegelrot, das unter sehr dünner Haut etwas ins Bläuliche zu changieren scheint, wurden in dem Buch, das ich gerade lese von einer russlanddeutschen Familie aus der kasachischen Steppe nach Deutschland mitgebracht.

Im kasachischen Karaganda (Qaraghandy) mitten in unfruchtbarer Steppe waren die führenden sowjetischen Agrar-Biologen inhaftiert und beschäftigten sich trotz Stalin mit großem Erfolg mit ihrem Fachgebiet.

„Die wissenschaftlichen Zuchtanstrengungen sind in den Sammlungen und Unmengen von Archiven gut dokumentiert. Noch hat niemand diesen Schatz ausgewertet.Im KARLag, vorzugsweise in Dolinka, dem Ort seiner zentralen Verwaltung, wurde die Führungsriege der Moskauer Landwirtschaftsakademie gefangen gehalten.Und die Experten aus den Versuchs-Sowchosen um Dolinka wurden in das junge Karaganda überstellt. Karaganda verdankt (…) seine energische Begrünung der Stalin´schen Wende der Biologie.

Von einer weltweit renommierten Erfahrungswissenschaft, die auf der Mendel´schen Genetik fußte und deren Protagonist Nikolai Wawilow war, zur Ideologie Trofim Lyssenkos. Dessen These von der „Vererbbarkeit erworbener Eigenschaften“ wurde gegen Ende der Dreißiger zur Staatsdoktrin, Stalins Wertschätzung galt besonders dem Anwendungsgebiet „Homo Sovieticus“. Einmal kommunistisch erzogen, so Lyssenko, vererbt der Mensch das Gelernte automatisch weiter. Wer dem widersprach hatte sein Leben verwirkt (Wawilow verhungerte 1943 im Gefängnis von Saratow) oder wurde mit Lagerhaft bestraft.Diese Ausgestoßenen haben in der kasachischen Steppe eine wahre Großtat vollbracht. Karagandas reicher botanischer Garten lässt ahnen, wie sehr man sich am Ort seiner Verbannung verwurzeln kann.“

Ulla Lachauer „Ritas Leute.Eine deutsch-russische Familiengeschichte“ p. 479. Rowohlt: 2002


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Großtürkisches Reich

Unterrichten könnte sie dann natürlich nicht mehr, sagte der Schüler B zu meiner Kollegin, wenn Österreich erst wieder zum  großtürkischen Reich gehören würde. Schließlich würde sie in ihrem Unterricht glatte Lügen verbreiten. Die Türkei hätte kein demokratisches System mehr? So eine schreiende Unwahrheit.

Seine Schwestern und Cousinen würden in Österreich leben, weil man da mit Kopftuch an die Uni gehen könne, was ja in der Türkei vor der Machtübernahme des derzeitigen Präsidenten nicht erlaubt gewesen sei. Jetzt würde es sich nicht mehr lohnen zurück in die Türkei zu gehen, weil ja ohnehin demnächst das großtürkische Reich wieder errichtet würde.

Wunderbare Unterrichtsstunden !


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Arm, ärmer, am ärmsten, noch ärmer

Paul Collier

„Die unterste Milliarde“

Pantheon Verlag 2017

Originalausgabe 2007

Ein zweifellos sehr interessantes Buch, dessen Grundthese ist, dass in den Entwicklungsländern die Armut auf dem Rückzug ist. Eine Ausnahme bilden einige wenige Länder, in denen etwa eine Milliarde Menschen lebt, die den Anschluss an die weltweite Verbesserung der Lebensbedingungen versäumt haben. Der Autor führt eine Reihe von Gründen für diese Situation auf: politische, soziale und ethnische Konflikte, der Mangel an Ressourcen, das schlechte Verhältnis zu Nachbarstaaten in Verbindung mit einem nicht vorhandenen Zugang zum Meer und schlechte Regierungsführung in einem kleinen Land.

Diese Aspekte werden umfassend und kenntnisreich behandelt, schließlich ist Paul Collier ein renommierter Ökonom, aber es gibt leider ein Problem: das Buch wurde im Original schon 2007 herausgegeben und so stellte sich mir beim Lesen immer wieder die Frage, ob manche Dinge noch aktuell sind. Insgesamt wird sich wohl an der Tendenz leider nicht viel geändert haben, aber es sind doch neue Entwicklungen dazugekommen, die nicht berücksichtigt wurden.

Dennoch eine Lektüre, die mir eine Menge Aha-Erlebnisse brachte.


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Ob es das wohl wert ist ?

Das gesamte Leben von 1 bis 49 mit allen Grundsätzen, Idealen, Freunden und Weggefährten wegzuwerfen und beim bisherigen „Feind“, nein, Feind ohne Anführungszeichen, anzuheuern. Von der Grünen-Chefin zur Mitarbeiterin eines Glückspielkonzerns. Warum? Wegen des Geldes? wegen der Macht? Macht kann es nicht bringen, hat sie so viel Geld dafür bekommen? So viel, dass es ihr wert ist, alles was ihr bisher wichtig war nicht zur zurückzulassen sondern regelrecht in die Luft zu sprengen.

dietagespresse.com , eine zumeist höchst vergnügliche Satirezeitung hat den Beitrag der Presseagentur APA kommentarlos wiedergegeben. Die Realität hat die Satire überholt.

Sonntag finden in Kärnten Regionalwahlen statt, die Grünen pfeifen ohnehin aus dem letzten Loch. Konnte sie – aus Loyalität zu ihrer nunmehr ehemaligen Partei – mit der Bekanntgabe ihres neuen Jobs wirklich nicht 3 Tage warten?

Schon als moralintriefende Politikerin mit ständig erhobenem Zeigefinger und absoluter Intoleranz allen auch nur leicht anders Denkenden gegenüber war sie für ihre Partei eigentlich schon eine Belastung geworden. Jetzt hat sie ihr den Rest gegeben.

Mich wundert es sehr, was wohl wirklich der Gegenwert in Geld oder Sonstigem für solch eine Handlungsweise sein kann. Wodurch werden die erwürgten moralischen Werte ersetzt? Mit welcher neuen Art von Freunden wird sie sich umgeben? Was gleicht die gewaltige öffentliche Häme aus?

Menschen haben unendliche Tiefen, im Guten wie im Schlechten ….


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23.Station der Literaturweltreise – Aserbaidschan

Eigentlich wollte ich ja zunächst literarisch nach Kasachstan oder nach Armenien reisen. In meiner Bücherei gab es aber keine große Auswahl an Literatur aus Zentralasien und so habe ich mit dem am einfachsten verfügbaren Buch begonnen:

Akram Aylisli

„Steinträume“

erschienen im russischen Original 2012, deutsche Übersetzung 2015

ISBN 978 -3 -95510-074-2

 

 

Interessant an diesem Roman fand ich zunächst, dass er den bislang gefeierten Schriftsteller, Übersetzer und Politiker  (Jahrgang 1937) zu einer Art Volksfeind machte. Sein Roman „Steinträume“ wurde vom aserbaidschanischen Parlament verurteilt, seine Ehrentitel wurden ihm aberkannt, ebenso wie seine staatliche Rente. Das Buch wurde verboten und verbrannt. Man ging sogar so weit, zur persönlichen Verfolgung des Schriftstellers aufzurufen. Was steht denn nun in diesem Roman, das eine so heftige Reaktion hervorgerufen hat ?

Zunächst einmal zur geografischen Orientierung:

Karte von Aserbaidschan

Tatsächlich thematisiert dieser Roman die Verfolgung, das Tyrannisieren und die systematische Ermordung von Armeniern im Staat Aserbaidschan. Der Hass zwischen den beiden Völkern ist offenbar ein Tabu-Thema, welches der zum Zeitpunkt des Erscheinens des Romans  75-jährige Aylisli aufgegriffen und abgehandelt hat. Aylisli möchte diesen  Roman auch als Requiem für die ermordeten Armenier verstanden wissen.

Der Inhalt des Romans ist schnell erzählt: der bekannte aserbaidschanische Schauspieler Sadai Sadygly wird in Baku auf offener Straße niedergeschlagen, weil er versucht, einem Armenier zu helfen, der von einer wütenden Meute zu Tode geprügelt wird. Sadai Sadygly  wird ins Krankenhaus gebracht, wo er im Koma über sein Heimatdorf fantasiert.

Das Dorf Aylis, das im übrigen auch das Heimatdorf des Autors ist, soll ein friedlicher Ort gewesen sein, in dem muslimische Aserbaidschaner und christliche Armenier zusammenlebten. Das Idyll ist aber tatsächlich keines mehr : 1918 etwa fanden schon die von der offiziellen Türkei immer noch geleugneten Massaker an Armeniern statt. Der Roman spielt allerdings in der Zeit nach der Eskalation des Karabach-Konfliktes, 1988. Es gab damals Hunderte Tote auf beiden Seiten. Eine Zeit, in der es in Aylis zwar noch etliche Kirchen gibt, aber keine Armenier mehr, zumindest keine, die sich offen als solche deklarieren.

Insgesamt hat mich der Roman weniger als literarischer Text sondern eher als Zeitdokument überzeugt. Wer sich für das Thema interessiert kann sich HIER schon ein bisschen einlesen.

 


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Ach ja, in regelmäßigen Abständen immer wieder mal ……

Trotz nur geringer oder absolut inexistenter Kenntnisse und Fähigkeiten der Prüflinge positive Prüfungsnoten zu verschenken, weil die Prüflinge sie für das Einreichen einer Aufenthaltsgenehmigung brauchen, kann nicht die Lösung der Situation sein.

Sich zu einer Ausbildung anzumelden obwohl man die nötigen Vorkenntnisse nicht einmal in Ansätzen hat und dann auch keinerlei Anstrengungen zu machen, diese Basiskenntnisse zu erwerben, ist auch keine Lösung für irgendwas .

Ach ja, es sind Prüfungszeiten für den Abschluss des Wintersemesters …