Schlagwort: Sommer –

Nur keine Bewegung zuviel !

Als ich hinkam, saß das obere Faultier schon an seinem Platz und rührte sich nicht. Das untere schwang sich im Zeitlupentempo auf die mittlere Plattform.

Es ist mir gerade erst aufgefallen, dass ich gerade drei sehr wenig aktive Tiere fotografiert habe: Panda, Koala und Faultier. Soll mir das etwas sagen? Eigentlich bin ich nicht besonders inaktiv. Obwohl, die Frage ist natürlich verglichen womit bzw. mit wem.

Pandas im Regen?

Phantastisch muss es sein, wenn man die eine Hälfte seines Lebens mit einer von zwei Lieblingsbeschäftigungen zubringen kann: Bambus knuspern und die andere Hälfte mit der anderen Lieblingsbeschäftigung: ausruhen.

In Wien allerdings haben die Großen Pandas noch eine weitere wichtige Beschäftigung: die Paarung.

Durch einen Vertrag mit der Volksrepublik China kam im Jahr 2000 ein Pärchen von Riesenpandabären in den Wiener Tiergarten, wo im August 2007 der erste Nachwuchs zur Welt kam. Fu Long („Glücklicher Drache“) war das erste auf natürlichem Weg gezeugte Panda-Junge Europas. Wie es im Vertrag festgelegt ist, übersiedelte Fu Long, nachdem er zwei Jahre alt geworden und damit auch von seiner Mutter entwöhnt war, im November 2009 in die Panda-Station in Bifengxia.

Mittlerweile gab es schon viermal Nachwuchs bei den Pandas, die sich in Wien offenbar sehr wohl fühlen. 2016 gab es sogar eine Zwillingsgeburt. Die Zwillinge wurden von ihrer Mutter ohne menschliche Hilfe aufgezogen und „Fu Feng“ (Glückliche Phönix), sowie „Fu Ban“ (Glücklicher Gefährte) genannt. Im Dezember 2018 übersiedelten die beiden nach China. Auch sie leben heute im Nanjing Wild Animal Park.

Nicht schwer zu erraten: der F und ich haben heute eine Runde durch den Tiergarten gedreht, teilweise bei Regen. Die Pandas haben sich aber draußen nicht blicken lassen, sie waren drinnen intensiv mit Bambus beschäftigt

Donnerstag 16.September – Ateliergeflüster

Langsam komme ich ins Malen wieder hinein. Bei weit offenen Toren und an die dreißig Grad habe ich heute einen richtig südlichen Maltag abgehalten. Morgen kommt der D aus Irland zurück. Er wird nicht gleich ins Atelier gestürzt kommen, aber nächste Woche sicher. Die A war auch ein erstes Mal da, samt Baby und Babysitter und nun hat sich die Babysitterin noch einen Hund zugelegt. Es wird eng werden in der Bude.

Dieses Bild ist natürlich noch nicht fertig, es hat erst gefühlte 35 Schichten und ist noch nicht ganz dort, wo es hin soll. Wobei ich gar nicht weiß, wo es eigentlich hin soll.

Es ist eines der alten Bilder, die ich übermale, was in diesem Fall sehr schwierig ist, weil ich keine Ahnung mehr habe, welche Farben ich da eigentlich verwendet habe. Ich denke das Grün war eine Schwarz-Gelb-Mischung, es gibt aber auch noch eine Menge anderer Möglichkeiten. Nun hat es jedenfalls einiges an Schwarz bekommen. Die dunklen Bilder werden mir immer lieber.

Montag 13.September 2021- magyarul und Qui Gong

Das Herbstbildungsprogramm ist geplant. Ungarisch werde ich beginnen zu lernen – eine herausfordernde Sprache.

Ich habe ja, wie sich das für eine Wienerin meiner Generation gehört einen Großelternteil aus einem Land der alten Monarchie. In meinem Fall ist das eine ungarische Großmutter. Leider wollte ich als Kind um keinen Preis ungarisch lernen. Nach heutigem Wissensstand hätte die Großmutter nur hin und wieder mit mir ungarisch sprechen müssen und ich könnte heute eine Sprache mehr und hätte Zugang zu einer weiteren Kultur. Spät aber doch werde ich das nachholen. Tatsache ist, dass ich hin und wieder ein ungarisches Wort verstehe. Nicht viel, aber vielleicht ist ja mehr hängen geblieben als mir bewusst ist, vielleicht muss ich nur ein bissl graben und mich berieseln lassen und vielleicht stellt sich dann heraus, dass ich doch ein paar ungarische Sprachstrukturen im Kopf habe.

Eigentlich wollte ich isländisch lernen, aber der F hat mich von Ungarisch überzeugt und er hat ja recht. Einerseits habe ich zu ungarisch eine emotionale Beziehung und andererseits sind die Übungsgefilde ganz in der Nähe und problemlos zu erreichen. Ohne ein paar native speaker, denen man zuhören kann, ist das Sprachen lernen mühsam.

Außerdem gönne ich mir einen Qui-Gong-Kurs. Nachdem ich mehrere Bücher gelesen und eine Menge Videos gesehen habe, hat sich nichts an meiner Meinung geändert, dass ich die Grundlagen von Qui Gong lieber gemeinsam mit anderen lernen möchte und von einer körperlich anwesenden Person.

Beide Kurse sind als Präsenz-Kurse geplant und ich hoffe sehr, dass es auch so bleibt

Samstag 11. September 2021

Nein, kein Rückblick auf vor 20 Jahren, obwohl ich mich gut erinnern kann an das Bild wie das Flugzeug in das eine Hochhaus hinein geflogen ist und zunächst niemand wusste, ob das nun echt war oder nicht. Solche Bilder graben sich ein ins Hirn, die vergisst man nicht. Mir ist auch nicht nach Betrachtungen über Terrorismus im Allgemeinen und im Besonderen, über Afghanistan, den Terroranschlag in Wien, im November.

Nein, mein Interesse gilt derzeit dem Forellensülzchen und den Kichererbsen-Sesam-Laibchen, die wir Samstag bei prächtigem Blick über die Donau gegessen haben.

Würde die Welt denn besser oder sicherer wenn ich über 9/11 schreiben würde oder über die Freundschaft der Familie Bush zum Saudi-arabischen Königshaus, über Guantanamo oder die wieder voll verschleierten Frauen unter den Talibans, diese kleinen, schwarzen Säulen, die notgedrungen wahrscheinlich ähnlich stark sind wie steinerne Säulen?

Hat das Forellensülzchen als Symbol für eine sehr dichte Woche weniger Daseinsberechtigung, wenn es in der Welt besonders grauslich zugeht und die Gedenktage an Attentate sich gegenseitig die Türen einrennen? Ist man als Hedonist*in automatisch ein schlechter Mensch?

Und plötzlich ist da ein Teich

In der Enge des Waldes schiebt sich der Blick auf´s Wasser, durch die Stämme flutet das Licht. Ein Bereich öffnet sich für andere, Neues kann gesehen werden.

zitiert aus „Anleitung für den Planetenbau“ Zentralbibliothek Alpha Centauri