la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Samstag 4. Juli 2020 – orange

Die üblichen (Termin)Kalender beginnen im Jänner und enden im Dezember. Ich benütze aber seit Jahrzehnten die wunderbaren Terminkalender, die für 18 Monate angelegt sind und im Juli beginnen. Ich benütze sie von Juli bis August des darauffolgenden Jahres. Nachdem ich mein Leben lang entweder Schülerin oder Studentin oder Lehrerin war, ist mir dieser Rhythmus in Fleisch und Blut übergegangen und daher werde ich ihn wohl beibehalten. Das Jahr beginnt im September, endet Anfang Juli und Juli und August sind Schwebemonate zwischen grundlegend verschiedenen Abschnitten des Jahres.

Ich saß also heute unter dem neuen orangen Sonnenschirm mit dem alten petrolfarbenen und dem neuen ebenfalls orangen Terminkalender und hatte dabei den Eindruck mein Leben völlig im Griff zu haben. Das ist nicht grundlegend falsch aber auch nicht absolut richtig. Festgestellt habe ich auch, dass ich den Juli und den August ziemlich dicht verplant habe, was ich gar nicht wollte, aber es ist gut so. Ich lasse mich machen und schaue mir zu und bin ganz zufrieden.


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Grübeln kann man …

… über den Zweck dieser Spiegelwand. Ist es eine Kunstinstallation? Soll es die darin gespiegelten Häuser hervorheben oder eher verstecken? Hatte die Gemeinde zuviel Geld? Oder einen kreativen Bürgermeister? Hat vielleicht der Bürgermeister einen Neffen, der eine Glasfabrik besitzt?

Wie auch immer, ich fand die Wand recht originell.


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Mittwoch 1. Juli – Sie steigen wieder

Die Covid-Infektionszahlen  steigen wieder in Österreich; nachdem schon Urlaubs- und Sommerstimmung geherrscht hat, die allgemeine Aufmerksamkeit sich anderen Themen zugewandt hatte. An solchen Themen herrscht ja kein Mangel, keine Rede von Sommerloch ist im Sommer 2020. Leider wird die Stadt auch nicht halbleer bleiben. Sehr viele Geschäfte, Kleinbetriebe, Lokale werden heuer überhaupt keinen Urlaub machen, weil sie mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen.

Für mich fällt die Ansteckungsgefahr in der Schule nunmehr weg, die Ferien haben begonnen. Dadurch fahre ich auch weniger mit Öffis bzw zu Zeiten, in denen nicht viele Leute unterwegs sind. Trotzdem liegt die schwarze Wolke über allem, als hätte man eine Folie über die ganze Welt gezogen, die zusehends undurchsichtiger wird. Letztlich bin ich sehr froh, dass ich für Juli keine Reisen irgendwelcher Art geplant habe und sonstige Aktivitäten auch alle kurzfristig stornierbar sind. Meine Kollegen sind sehr besorgt über die schulischen Perspektiven im September. Manche arbeiten schon jetzt daran, ihren gesamten Unterricht so umzustellen, dass er auch jederzeit online stattfinden kann. In diesem Fall wären sicher alle froh, wenn der Aufwand umsonst gewesen wäre. Leider sieht es gar nicht danach aus. Der F ist auch nicht mehr im home-office. Zwar fährt er mit dem Rad ins Büro, aber dort isst er oft in der Kantine. Es macht aber nun gar keinen Sinn ständig darüber nachzudenken, wie und wo man sich anstecken könnte.

 


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Montag 29. Juni 2020

Ein Teil der Kollegen war gemeinsam in einem Raum im noch aktuellen Schulgebäude anwesend, andere waren über das restliche Haus verteilt. Der größte Teil des Kollegiums saß zuhause oder sonst irgendwo vor einem Computer oder ähnlichem Gerät. Im neuen bzw renovierten Schulgebäude, das im September eingeweiht werden soll, gab es auch schon ein WLAN-Netz und dort saßen diejenigen, die heute mit Übersiedlungsarbeiten dran waren. So lief unsere heutige Notenkonferenz ab, ziemlich zerstreut würde ich sagen. Insgesamt sehr improvisiert, denn das Ministerium schmeißt einen Erlass nach dem nächsten raus, wirft wieder alles um und verlautbart das Gegenteil… Nachdem es keine Vergleichswerte gibt, ist es auch schwer zu beurteilen wie gut oder schlecht alles läuft bzw ob es nicht noch verworrener laufen könnte.

Gestern habe ich ein Interview mit Christine Nöstlinger gehört, anlässlich ihres zweiten Todestages. Ihre Stimme finde ich unverwechselbar obwohl ich nicht besonders gut im Erkennen von Stimmen bin. Sie erzählte, dass man als Tochter seiner Mutter nicht entkommen könnte auch wenn man – wie sie – als Jugendliche und junge Frau heftige Konflikte mit ihr ausgetragen hätte. Im Alter würden Töchter nolens volens ihren Müttern immer ähnlicher. Ein Körnchen Wahrheit finde ich da schon. Ich kenne zwei Frauen für die es geradezu ein Lebensziel war, nicht so zu werden wie ihre Mütter. Bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang, dass Christine Nöstlinger einer ihrer beiden Töchter auch den Namen Christine gegeben hat.

Er flattert elegant und orange und ist der Sonnenschirm, den wir am Wochenende erworben haben. Ganz erstaunlich wie einfach es ist, mit so einem Sonnenschirm Sommer- und Urlaubsstimmung zu erzeugen. Ich würde es ja bei weitem vorziehen, im Regen unter dem Schirm zu sitzen; aber der Verkäufer, der so unfreundlich war, dass er nur ein umgeschulter Aussteiger aus der Wiener Gastronomieszene sein kann, versicherte mir, dass der Stoff nicht wasserdicht ist. Ich werde es natürlich ausprobieren. Nachdem wir nun einen granitenen Schirmfuss haben, der schwer genug ist, den F zu überzeugen, dass ihn der Wind nicht wegtragen kann, liegt ein Aufrüsten mit einem zweiten Schirm aus wasserdichtem Stoff im Bereich des leicht Verwirklichbaren.


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Regenschleier

Noch einmal Weinberg im Regen. Ich liebe solche Bilder, für die heißen Wochen und Monate, zur angenehmen Erinnerung an für mich angenehmere Zeiten.

Näher heran an die Wassertropfen schafft meine Kamera nicht, aber ich muss sie sehr loben, denn sie hat im heftigsten Regen mit immer wieder wankendem Schirm tadellos funktioniert. Bei Nicht-Einsatz durfte sie unter der wasserdichten Jacke bleiben.


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Samstag 20 – Sonntag 21. Juni 2020

Der F hat mir zu Weihnachten ein Geschenk gemacht, über das ich mich sehr gefreut habe: eine Schifffahrt mit Feuerwerk zu Mittsommer auf der Donau. Leider wurde sowohl die Schiffsfahrt als auch das Feuerwerk wegen Corona abgesagt, schon vor Monaten, und wir haben uns auf nächstes Jahr umgebucht. Vielleicht wäre aber zumindest das Feuerwerk ohnehin abgesagt worden, denn es regnet seit 40 Stunden ununterbrochen. Wir haben beschlossen, die seit langem reservierte Unterkunft nicht zu stornieren und eine Spritztour in die Wachau zu machen, ohne Mitsommerschifffahrt.

Wir sind gestern im Regen weggefahren und heute im Regen zurückgekommen und dazwischen hat es auch nicht aufgehört zu regnen, aber mir hat das Wochenende trotzdem sehr gefallen. Allein schon der Anblick der leicht gestiegenen, schnell fließenden Donau wäre mir den Ausflug wert gewesen. Unsere Unterkunft war eine kleine Wohnung in einem sensibel renovierten 300jährigen Hexenhäuschen direkt an der Donau. Der schöne Blick hat mich an mein Zimmer an der Elbe in Hamburg erinnert. Der Blick auf die Elbe hat mir allerdings noch besser gefallen, weil die Schiffe, die dort fahren größer sind.

Die Region ist durch den schwächelnden Tourismus schwer getroffen. Nicht nur wegen des Regens waren die Hotels, Pensionen, Restaurants, Cafés leer. Gestern sind wir rein zufällig in einem praktisch leeren Haubenlokal gelandet und haben dort großartig gegessen, das Grand-Marnier-Parfait, ein Gedicht.  Wir haben Dürnstein und Weißenkirchen so gut wie ohne Touristen gesehen, eine einmalige Gelegenheit. Die mittelalterlichen, kleinen Straßen ohne lärmende Reisegruppen, die alten Kirchen: leer. Viele Details, die ich heute gesehen habe, waren mir noch nie aufgefallen: kleine Figuren in Mauernischen, liebevoll bepflanzte Innenhöfe. Natürlich lebt die Region vom Tourismus, ganz Österreich lebt vom Tourismus, trotzdem muss man sich über so eine Gelegenheit freuen, das Kulturgut in Ruhe betrachten und genießen zu können, wenn auch in der Pandemie und im strömenden Regen, denn die Touristen kommen sicher wieder, zum Glück und zum Schaden.

Wenn es nicht ständig geregnet hätte und nicht alles so nass gewesen wäre, hätten wir längere Spaziergänge gemacht, aber das Waten durch die Weinberge hatte auch seinen Charme und ich habe die Erfinder von Gore-Tex immer wieder hoch gelobt. Solange man mitten im Wasser trockene Füsse hat, geht fast alles bei bester Laune.

 

Der Wien-Fluss, der normalerweise ein sehr bescheidenes Rinnsal ist, schwillt bei langen, starken Regenfällen zum Fluss an. Ein seltener Anblick, den wir uns noch gegönnt haben.


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Auch sie fällt aus

Die alljährliche Zitrusfrüchteschau in der Schönbrunner Orangerie ist heuer auch ein Corona-Opfer. So viele kleine Dinge sind es, die heuer nicht stattfinden. Kleine Veranstaltungen an denen doch der Verdienst von vielen Menschen hängt. An so einer Ausstellung sind eine Menge Gärtner beteiligt, die abgesehen von Zitrus-Bäumchen auch andere Pflanzen und diverses gärtnerisches Zubehör verkaufen. Es gibt immer eine Saftbar und ein Café, Führungen durch die Orangerie. Wenn man das zusammenzählt kommen eine ganze Menge Menschen zusammen, die gar nicht so wenig Geld heuer nicht verdienen.