la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Neues von der Nougateierfront

Die Methode habe ich vom Meditieren abgekupfert;

Nach dem Essen überkommt mich die Gier nach Zucker bzw Schokolade. Eine Tatsache ….. Ich versuche nicht, sie zu verdrängen und an etwas anderes zu denken oder gar so zu tun als wäre sie nicht da. Ich versuche auch nicht, sie zu befriedigen indem ich irgendwelche Süßigkeiten esse. Ich bin einfach gierig und betrachte die Gier von allen Seiten.

Sie ist glühend rot mit einem Schuss trägem Gelb. Vibrierende schwarze Linien ziehen sich durch. Gelb und Schwarz ergibt Olivgrün. Ich verlasse den Weg, der zum Olivenbaum bzw Apfelbaum der Erkenntnis führt; mit Erbsünden und Schuldgefühlen kommt man nirgendwo hin. Die Gier dampft und wabert, bekommt einen giftgrünen sirrenden Ton. Ich schaue ihr zu und knabbere an einem Stück sauren Apfel. Nach ungefähr einer halben Stunde fällt sie in sich zusammen ….. victoria !

Sehr hilfreich finde ich auch folgende Überlegung: hätte ich vor einer halben Stunde Nougateier gegessen, wäre der Genuss jetzt ja schon vorbei. Also würden sie mir im jetzigen Moment keinerlei Genuss mehr verschaffen.

Ich bin sehr zufrieden mit mir, aber natürlich muss die Devise lauten achtsam und wachsam zu bleiben. Immer wenn die Gier aufsteigt  zu überlegen, warum ich jetzt  Lust auf Süßes habe, welches Bedürfnis da eigentlich befriedigt werden will. In den seltensten Fällen ist es Hunger. Es ist Müdigkeit, Stress, ein Moment der Unentschlossenheit oder der Leere oder schlicht und einfach Gewohnheit, schlechte Gewohnheit. In solchen Fällen den automatisierten Griff zur Süßigkeit nicht zu machen, ist ein großer Triumph, ein Moment der Freiheit und Selbstbestimmung. Die Energie dieses Moments zu spüren und sich bei anderen Gelegenheiten daran zu erinnern, scheint mir der richtige Weg zu sein.

 


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MAY PEACE SPREAD – MÖGE SICH FRIEDEN VERBREITEN

Jenseits von Religionen und Ideologien gefällt mir die Vorstellung, dass der Wind durch die Gebetsfahnen bläst und damit gute Wünsche über die Welt trägt

tibet

Mögen sie auch bei allen ankommen.

Und das ist ein buddhistischer Text, der ebensogut zu Weihnachten wie zu jedem anderen Tag passt:

„Mögen alle fühlenden Wesen Glück und die Ursache des Glücks besitzen,
Mögen alle fühlenden Wesen von Leiden und der Ursache des Leides getrennt sein,
Mögen alle fühlenden Wesen niemals von der Freude die frei ist von Leiden getrennt sein,
Mögen alle fühlenden Wesen in Gleichmut verweilen, der frei ist von Anhaftung und Ablehnung.“


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Machtübernahme

Praça do Comércio oder Terreiro do Paço oder Sturz der Regierung – Lissabon

Einer der schönsten Plätze, die ich kenne. Die Harmonie der Architektur, die Weite, die entsteht, weil der Platz direkt in den Fluß übergeht, das großartige Licht, der Torbogen in die Stadt hinauf.

Vor dem großen Erdbeben von 1755 stand hier der Königspalast daher hieß der Platz Terreiro do Paço (Palastgründe, Palastgelände) Nach dem Wiederaufbau der Stadt nannte man ihn Praça do Comércio (Platz des Handels) In den letzten Jahren war hier eine riesige Baustelle, weil der Platz umgestaltet werden sollte. Nach jahrelanger Umgestaltung ist der wesentliche Unterschied zu früher aber wohl die Verbannung der Autos. Durch die rücksichtslose Verparkung war viel von dem Flair verlorengegangen. Jetzt atmet der Platz wieder ….

Hier am Rande des Platzes, gleich am Wasser, neben einigen Überresten der Mega-Baustelle und zwischen einer Mischbevölkerung von Touristen und Obdachlosen läßt sich auch das Rätsel lösen, wer denn nun nach dem kürzlichen schwierigen Wahlergebnis die Macht übernehmen wird. Aus der Luft kommend  rotten sich die künftigen Machthaber des Landes schon zusammen.

IMG_5575Ob sie über die Weiterführung der Austeritätspolitik beraten oder Anti-Merkel-Kundgebungen planen, kann man noch nicht sagenIMG_5576Jedenfalls wird der Triumphtanz der Eroberer bereits geprobt.Man beachte die elegante Fußarbeit IMG_5577


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Burgenland, Schilf, Vögel, Salz und Flüchtlinge

An diesem denkwürdigen Tag an dem Deutschland seine Grenzen geschlossen hat nachdem Frau Merkel noch gestern weitere wohl gut gemeinte aber unbedachte Worte gesprochen hat, waren wir im Burgenland. Nein, nicht in Nickelsdorf und auch nicht entlang der Flüchtlingsroute. Wir sind über die grüne Grenze gegangen und haben nicht einen Flüchtling gesehen, nur Schilf und Vögel.IMG_4716IMG_4719Es ist eine wunderschöne Steppenlandschaft rund um den Neusiedlersee. Geradezu afrikanische Farben, große Weite. Der Naturpark „Lange Lacke“ IMG_4714 IMG_4729Eine Salzlacke, die derzeit ganz wenig Wasser hat. Unwahrscheinliche Farben, heute dunstig gedämpft.IMG_4812 IMG_4811


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Busse und Freiheit

Ich habe es sehr genossen, mit öffentlichen Bussen und Fähren unterwegs zu sein. Mein neuer Koffer, der dank seiner vier 360° Räder richtig „bei Fuß“ geht, hat mir auch noch die Illusion vermittelt, mit nicht mehr Gepäck unterwegs zu sein, als ich selbst tragen kann. So ganz gestimmt hat das natürlich nicht, aber jedes mal wenn ich den Koffer doch irgendwo hinauf- oder herunterheben musste, hat sich ein hilfsbereiter Mensch gefunden, der/die das für mich gemacht hat. So wurde meine Wirbelsäule so geschont wie nur irgend möglich. Vielen Dank an die vielen freundlichen Menschen in Irland und Wales ❤

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Immer habe ich Menschen bewundert, die mit dem allergrößten Vertrauen in die Welt im allgemeinen und die Mitmenschen im Besonderen durchs Leben gehen und sich selten oder gar nicht davor fürchten, irgendeiner Situation nicht gewachsen zu sein. Ich habe lange nicht geglaubt, dass ich das auch kann. Aber mit viel Freude und noch mehr Verwunderung bemerke ich immer wieder, dass ich dieses Urvertrauen in die Welt offenbar auch habe. Es ist ein zutiefst befriedigendes Gefühl einen Schritt nach dem anderen zu machen, eine Sache nach der anderen zu erledigen und zu erleben und sich dabei kompetent und ….. ja, irgendwie sicher und getragen zu fühlen.

Nach meinen beiden Wirbelsäulenproblemen im vorigen Sommer und dann wieder zu Ostern hatte ich Angst, dass es wohl mit dem Alleinreisen nicht mehr so gut gehen würde. Aber es hat sich somit herausgestellt, dass es doch wieder/noch geht und das hat mich richtig glücklich gemacht.

IMG_4274 die wunderbaren, kühlen, pastelfarbigen Strände und die dramatischen Himmel …IMG_4078Und ich entschuldige mich bei allen, deren Kommentare ich nicht beantwortet habe. Es war nicht, weil ich sie nicht geschätzt hätte, sondern einfach weil mich die kleine Handytastatur genervt hat.