Schlagwort: Impulswerkstatt

Funken -Impulswerkstatt

Eine gute Gelegenheit noch ein paar Funkenfotos dazu zu stellen, das Peterl-Feuer hat mich noch nicht ganz losgelassen, vielleicht würde ich eine gute Pyromanin abgeben, denn die Kraft, die in dem Feuer steckt, zieht mich an. Immer schon habe ich gerne Feuer genährt, mit Holz und Papier. Und wer weiß, wie es nächsten Winter mit der Heizung aussehen wird, wir sind ja in vielerlei Hinsicht in der Steinzeit gelandet.

Einladung zur Impulswerkstatt Juli-August

An alle, die schon mitgemacht haben und alle, die noch mitmachen wollen und natürlich auch an alle, die zusehen, zuhören, lesen und kommentieren.

Wer nicht weiß worum es hier geht, kann klicken:

Hier die Beschreibung des Projekts KLICK

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, wie dieses Projekt entstanden ist  

Bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher.

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich auch hier

DIE TEILNAHME AN DER IMPULSWERKSTATT

ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Töpferstücke, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen, Sachtexte usw usf. als Resonanz, als Reaktion auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden.
Meine Idealvorstellung ist so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen. Natürlich können alle beliebig viele Beiträge beisteuern.

Zu den Impulsfotos für Juli und August gibt es das Zusatzangebot der Rahmen siehe weiter unten.

Liebes Impulswerkstattteam,

Wir starten gleich in den Juli-August-Durchgang. Ich bin überzeugt, dass das heiße Wetter eure Kreativität nicht bremsen wird. Man kann ja – je nach Witterung und Energie – von einem Ausdrucksbereich in einen anderen umschalten, von fotografieren auf zeichnen, von töpfern auf schreiben …….

Es freut mich sehr, dass die ursprünglich „Schreibübung“ genannten Rahmen so gut angekommen sind.
Es gibt daher auch bei diesem Durchgang zwei Schreibrahmen, die man auf verschiedene Art verwenden kann. Beim ersten Durchgang haben manche einen Rahmen benutzt, andere haben den Rahmen mit einem der Fotos kombiniert. Es gab auch Kombinationen mit Christianes Etüden. Insgesamt alles sehr individuell und kreativ und genauso soll es ja sein. Vielleicht gibt es auch noch andere Möglichkeiten, die Rahmen zu nutzen. Über „kreativen Ungehorsam“, wie Flumsi alias Sabine das nennt, freue ich mich auch.

Die Rahmen geben einen Ausgangspunkt und einen Endpunkt vor, dazwischen liegen eure Texte. Beim ersten Durchgang hat diese Übung sehr gut funktioniert, der eine Rahmen viel besser als der andere, aber gegen Ende des Durchgangs hat nicht nur mich selbst der Ehrgeiz gepackt, mich auch an dem schwierigeren Rahmen zu versuchen.

Nun zunächst einmal die Fotos. Ich lasse sie dieses Mal einfach so stehen ohne Kommentar oder Erklärungen. Darunter kommen die neuen Rahmen. Ich freue mich schon sehr auf das, was ihr daraus machen werdet.

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Rahmen 1:

Ein letztes Mal ………… das Ende

Rahmen 2:

Wozu brauchst du zwölf Fleischmesser? ……….. Heute bin ich wieder Vegetarier

🙂 ! viel Freude ! 🙂

Doch eines – Impulswerkstatt

Es hat mich richtig gewurmt, dass ich zu meinem eigenen Rahmen so gar nichts zustande gebracht habe und so habe ich mir eine halbe Stunde genommen und beschlossen, was immer dabei herauskommt, das ist jetzt mein Beitrag zu Rahmen 2 der Impulswerkstatt. Gar nicht so übel geworden

Rahmen #2 „ Ein gerader Weg“ …………… „die vielfarbige Rinde des Baums“

Der gerade Weg wünscht sich Serpentinen, Unvorhersehbares nach der nächsten Kurve, Richtungswechsel und plötzliche Steigungen. Er träumt von Nischen, von Abzweigungen und Vieldeutigkeiten. Seine trostlosen geraden Kanten sollen sich verspielt wellen und kräuseln bis sie zum selbst gewählten Zeitpunkt auf turbulentes Wasser treffen, auf die rauhe Oberfläche der Welt und die vielfarbige Rinde des Baums.

Ähhhhh ….. Impulswerkstatt Rahmen 2

Die Schreibrahmen waren zu 50 % erfolgreich. Zu Rahmen 1 gibt es zum derzeitigen Stand 22 Beiträge (Juhuuuu) aber zu Rahmen 2 sind es nur 2 Beiträge. Hmmm, was sagt mir das? Offensichtlich waren der gerade Weg und die vielfarbige Rinde des Baums nicht sehr inspirierend, entweder jeder Satzteil für sich oder einer von beiden oder beide gemeinsam ….

Ich verstehe es gut, mir fällt dazu auch absolut nichts ein, aber nachdem es meine eigene Übung ist, versuche ich es doch einmal, eine Übung im Delirium könnte man sagen.

Rahmen #2 „ Ein gerader Weg“ …………… „die vielfarbige Rinde des Baums“

Ein gerader Weg, der kürzeste Weg von A nach B, ein gerader Weg im Gegensatz zu einem schiefen Weg? einem gewundenen Weg? schiefe Bahn? schwieriger Weg? der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, aber ist das auch ein gerader Weg? Ist ein gerader Weg vielleicht langweilig, im Gegensatz zu einem Weg mit vielen Kurven und Schleifen und Brücken und Toren?

Ich mache mich auf, immer geradeaus, Sonne und Schatten sind für eine kurze Ewigkeit am selben Platz fixiert. Der Boden ist elastisch, Waldboden, der die Gelenke schaukelt. Bis vor kurzem ging ich ja ganz unbelastet durch Wald und Wiesen ohne zu bedenken, dass die Zecken lauern. Vielleicht lauern sie auch gar nicht auf mich und die eine, die mich erwischt hat, war von ihrem geraden Weg abgekommen. Gerader Weg, Zeckenweg, Ameisenweg, Wildschweinweg, Försterweg, nein Forststraße.

Gerade Wege oder gerade Straßen. Zum Missfallen von Meister Hundertwasser, der eine Abneigung gegen gerade Linien hatte. Kurven und Serpentinen beschreiben das Leben auch allemal besser als ein gerader Weg, ein betonierter, eine Half-Pipe, ein Hochsicherheitstrakt.

Ein gerader Weg mit klar sichtbaren Horizonten, doch hinter den gerade sichtbaren Horizonten winkt die Erdkrümmung und hat manchmal ein geradezu diabolisches Lächeln bereit für jene, die meinen klare Lebenspläne zu haben. Geht man auf sicheren geraden Wegen ohne Unwägbares, wenn man die Erde für eine Scheibe hält oder alles ablehnt, was schlichte Gewissheiten in Frage stellt?

Hilfe! Wo ist jetzt die Abzweigung zu der vielfarbigen Rinde des Baums !

Auf dem geraden Weg trifft man andere Menschen, laufende, schleichende, hüpfende und marschierende. Hängt nun die Gangart vom Weg ab, oder umgekehrt erzeugt die Gangart den Weg? Der
Weg entsteht beim Gehen ….

Nein, die vielfarbige Rinde des Baums müsste ich jetzt durch einen Klischeesumpf an den Haaren herbeiziehen und dazu habe ich keine Lust.

So sieht ein gescheiterter Text aus, muss es auch geben.

Urlaub-die schönste Zeit des Jahres – Impulswerkstatt

Die Erde ist überhitzt, die Menschen auch, nur anders.

Hochhäuserähnliche Konstruktionen pflügen schwerölabsondernd durch die Meere, bevölkert von Menschen, die an manchen Orten Eigenschaften von Heuschreckenschwärmen entwickeln. Nur schnell und forsch um alles zu erledigen. Es geht darum die bezahlten Inklusivelemente alle abzuhaken. Man hat ja nichts zu verschenken und falls doch, behält man es für sich. So schieben sich hunderte Menschen gleichzeitig durch die Pyramiden oder durch Hallstadt, vorbei an Tempeln, in die nicht alle gemeinsam hineinpassen, durch Shopping Malls mit den bekannten Kettenfilialen, die das gleiche verkaufen wie zuhause. Nur schnell und komplett erlebt muss es sein. Der Urlaub ist kurz, die Sehnsucht groß.

Flughäfen schwanken als völlig überfüllte am Rande des Chaos balancierende massendirigierende Orte. Stressig muss es sein, die ganze Zeit des Aufenthalts wo auch immer, daran denken zu müssen, dass man um nachhause zu kommen nochmals durch dieses kerosingetränkte Nadelöhr muss. Vielen bleibt dies erspart, weil sie erst gar nicht wegkommen: Flüge gestrichen, Nächte auf dem Flughafen, verschwundenes Gepäck.

Kolonnen von Privatsaunen auf vier Rädern schieben sich durch die Welt, beladen mit Gummibooten und Träumen von „der schönsten Zeit“. Wenigstens können ihre Fahrten nicht gecancelt werden. Sie bewegen sich – scheinbar selbstbestimmt – über sich wellenden Asphalt durch glühend heiße Luft. Der Sozialdruck auf Urlaub zu fahren unter welchen Bedingungen auch immer ist überwältigend. Angekommen finden sie ein Plätzchen in akkurat arrangierten Sonnenliegenstädten mit Durchzugsgassen und zu erobernden Quadratzentimetern im Meer. Herumstehen im Wasser unter sehr vielen. Nachts Saufgelage. Einigen gefällt es immerhin.

Die Betuchteren taumeln in asiatischen Großstädten von einem klimatisierten Gebäude zum nächsten oder fürchten sich auf einer (Foto)Safari. Der Mechanismus ist der gleiche: man war dort. Etwas bequemer als bei den finanziell schlechter aufgestellten ist es wohl. Wenn man nicht gerade im Besitz eines Privatjets ist, muss man aber auch um in die Lounge der Fluggesellschaft und dann in die erste Klasse eines Flugzeugs zu kommen durch die Flughäfen durch.

Aus Sicht der im Tourismus arbeitenden, sieht die Sache nochmal anders aus. Es wird doch schwieriger mit Bildern von glutheißen Stränden und lächelnden Einheimischen Bedürfnisse zu schaffen, die die meisten Menschen nicht haben, während die tatsächlichen Bedürfnisse im Massentourismusgeschäft unerfüllt bleiben. Je wichtiger die Träume desto größer die Enttäuschung. Andererseits arbeiten die in Coronazeiten nicht entlassenen Tourismusangestellten an ihren Limits. Es ist kaum möglich monatelang in halber Besetzung die gesamte Arbeit zu leisten. Die Gehälter wurden wohl auch nicht erhöht, nur das Arbeitspensum.

Es ist noch Vorsaison.

Der Brunnen – Rahmen 1 – Impulswerkstatt

Die Textchen sind noch sehr kurz, einige gleiche Elemente werden verschieden „ausgepolstert“, wodurch – hoffentlich – eine andere Atmosphäre entsteht. Ich taste mich heran

Rahmen #1: „Sie öffnete die Tür“ ………. „dann ging sie“

Sie öffnete die Tür und trat ein. Der Hof war ruhig, teils sonnig, teils schattig und die Sonne zeichnete Muster in den Staub des Weges. In diesem Jahr waren nur rot und gelb blühende Pflanzen gesetzt worden. Eine Explosion an Farbe unter den Bäumen. Mitten im Hof stand ein Brunnen. Sie tauchte ihre Hand ins Becken, ließ das Wasser über ihre Hand laufen. Im Wasser spürte sie ihre Verbindung zum Leben. Im Schatten der Bäume mit Blick auf Blumen und Brunnen würde sie später ihren Liegestuhl aufstellen. Sie sah sich nochmals um, dann ging sie.

Sie öffnete die Tür und trat ein. Hitze schlug ihr aus dem Hof entgegen, die durch die Überladung an roten und gelben Blumen in den Beeten unter den Bäumen noch betont wurde. Mit jedem Schritt wirbelte sie Staub auf. Mitten im Hof stand ein Brunnen, der seltsam verloren und unpassend wirkte. Sie legte ihre Hand auf den Brunnenrand, spürte die unangenehme Kälte des Steins und des Wassers. Sie fand keinen Platz in diesem Hof, an dem sie sich hätte wohlfühlen können. Enttäuscht sah sie sich nochmals um, dann ging sie.

Verwandelnder Wind – Impulswerkstatt

Man sieht es auf dem Foto nicht so wirklich, es bedarf der eigenen Erinnerung daran, wie der Wind hohes Gras wellt und in eine grüne Meereslandschaft verwandelt. Der Wind materialisiert sich im Gras ebenso wie in den Wellen des Meeres.

Besonders schön ist es, wenn die Landschaft nicht rein grün ist, sondern zwischen dem Gras alles blüht, was eine Wiese ausmacht, mit den dominanten Farben Rostrot und Sonnengelb. Dazu ein weiter Himmel und ständig wechselnde Wolkenformationen in verschiedenen Weiß- und Grautönen.

Impulswerkstatt Mai-Juni – Zwischenstand

Liebes Impulswerkstattteam,

Hier kommt der Zwischenstand der Impulswerkstatt Mai-Juni. Wir haben wieder Interessantes und Schönes produziert. Nur die hochmotivierte Fotografin hat noch nicht viele inspiriert. Aber das kann ja noch kommen.

Meine Idee mit den Schreibrahmen, also vorgegeben ist der Anfang und das Ende, hat gut funktioniert, vor allem der Rahmen 1. Ihr seht, dass sich etliche darauf eingelassen haben und sehr verschiedene Texte dabei herausgekommen sind. Ich selbst habe bisher noch keinen eigenen Rahmentext geschrieben. Aber das kommt noch.

Einige haben ganz hohe Schule daraus gemacht und sowohl die Rahmen als auch eines der Fotos benützt. Daran hatte ich gar nicht gedacht, aber es gefällt mir sehr gut. Das sind relativ viele Vorgaben für solche Texte, andererseits kurbeln sie vielleicht die Inspiration an. Das ist wahrscheinlich bei jedem/jeder anders.

Zwei neue Teilnehmerinnen haben wir, was mich sehr freut, Charisma und Lyrifant, die beide auch mit viel Schwung Rahmentexte geschrieben haben.

Die Impulswerkstattwelt ist – im Gegensatz zu anderen Welten – in Ordnung und ich hoffe auf weitere Besuche in der Werkstatt bis 30.Juni. Das ist noch viel Zeit.

Wer sich für das Projekt interessiert oder mitmachen möchte

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Chronologische Liste:

Bild 1 :

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Alle Fotos in einer Geschichte:

Schreibübung:

Und hier die Schreibübung (siehe oben). Ich schlage einmal zwei „Rahmen“ vor, zu denen ich sicher mehrere kleine Texte schreiben werde. In welchem Modus, ob überhaupt in einem vorher bestimmten Modus wird sich zeigen. Wer mitmachen möchte, kann gerne mit probieren und wir werden sehen, was am besten geht und am meisten bringt.

Rahmen #1: „Sie öffnete die Tür“ ………. „dann ging sie“

Rahmen #2 „ Ein gerader Weg“ …………… „die vielfarbige Rinde des Baums“

!! VIEL FREUDE !!

Sinnloses Schwammklettern-Impulswerkstatt

Der Text ist aus Waldviertler Bäumen entstanden als Vorbereitung auf einen
„Sie öffnete die Tür“ ………. „dann ging sie“ -Text

Ich komme von oben, von dem harten, fast steinigen Untergrund und gleite zwischen die grünen Bäume mit den runden Kronen. Nur von unten sichtbar fließen dort einige Wasserfälle, die den Boden bewässern und für kontinuierliches Wachstum sorgen. Unter und zwischen verschieden gefärbten kleinen Dächern spaziere ich abwärts zu einer großen Lichtung, auf die die Sonne hinunter brennt. Schatten könnte ich nur unter dem darüber liegenden Schwammstück finden aber nur solange der poröse Schwammteil durchhält. Also einen Stock tiefer. Seltsam wie wenig real mir das Klettern durch den Schwamm erscheint.

Mit dem Kopf nach unten hängend kann ich erkennen, dass unter dem Vorsprung auf dem ich mich nun befinde, mehr Schatten zu finden ist. Ich lasse mich langsam und elegant hinunter, wundere mich nur flüchtig darüber, wie gut ich das kann. Bevor ich im Schatten verschwinde, bemerke ich am Rand des Vorsprungs weiße Körner, die alles sein können: Salz, Granit, ausgebleichte Erde, etwa gar Diamanten. Es wird Zeit für ein echtes Kunststück: Ich hänge mich an die Kante mit den weißen Körnern und beginne hin und her zu schwingen. Unter mir ist eine kleine Fläche, auf der ich landen kann. Im Idealfall komme ich im hinteren Teil der kleinen sicheren Fläche an und reiße beim Abstürzen einige der Körner mit mir um sie später untersuchen zu können.

Gut aufgekommen. Nun krieche ich ganz, ganz vorsichtig in Richtung einer sicheren Zone. Ich stehe mit dem Rücken zum Schwamm und muss daher nach links. Der anvisierte Teil des Schwamms besteht aus mehreren Ebenen in Pastelltönen. Ich habe es auf die unterste geschafft, doch dort scheint mir der Boden sehr abschüßig und rutschig zu sein und ich bemühe mich auf die nächsthöhere und gleich auch auf die übernächste Plattform zu kommen. Es geht nicht ohne extreme Grätschen und einige Klimmzüge.

Dann bin ich auf dem unteren Schmetterlingsflügel angekommen. Braun, gelb, grün in Pastellschattierungen mit strukturierenden weißen Elementen. Hier sieht es nun wirklich nicht mehr nach einem Baumschwamm aus, sondern eben nach einem Schmetterling mit zwei ungleich hohen Flügeln. Ich muss auf den oberen Flügel. Hinauf zu klettern wird ungleich schwieriger werden als hinunter. Aber gar nicht, ich schwebe mit ausgebreiteten Armen hinauf und es ist nicht im geringsten schwierig.

Nun muss ich nur noch hinein in die Baumhöhle. Vielleicht muss man vom obersten Teil des Schmetterlings einfach blind in die Höhle hineinspringen und dort geschieht dann eine Art Wunder und ich erfahre überhaupt erst einmal, was ich überhaupt auf diesem Baumschwamm mache, wie ich da hingekommen bin, ob mich jemand gefragt hat, ob ich damit einverstanden bin durch den Schwamm zu klettern und was ich in der Höhle suche.

Ich springe jetzt und alles weitere wird sich finden

Kurgekräusel – Impulswerkstatt

Fünfzehn Grad Außentemperatur ist nicht viel, aber mein Körper ist warm, überall dort wo ich unter Wasser bin. Das ist praktisch überall, mit Ausnahme der Augen und der Nase, wie bei einem Frosch. Wenn ich so knapp entlang der Wasseroberfläche schaue, sehe ich, dass der Wind das Wasser in kleine, gekräuselte Wellen legt. Sie kommen alle, choreografiert wie eine Balletttruppe aus derselben Ecke des Schwimmbeckens, in exakt gleichen Abständen und Formen, in exakt gleichem Rhythmus. Ich schaue ihnen eine Weile zu, blau, silber, gewellt und gekräuselt. Keinen einzigen noch so kleinen Fehler in der Ausführung kann ich entdecken. Der Wind scheint Perfektionist zu sein und ein hervorragender Choreograph.

Er hat auch noch anderweitig zu tun: wenn auch die alten Bäume sich nicht mehr verrenken und verbiegen wollen wie die jungen, bleibt ihnen doch nicht anderes übrig, als sich dem Wind zu beugen, ihm den Weg frei zu geben zu den Feldern und Gräsern. Das Gräsermeer wirkt lebendig durch die vielen Grünschattierungen, die abwechslungsreichen Strukturen, scharfe Schneiden und sanfte Wellen. Niedrige Gräser werden gebürstet, höhere onduliert. die noch sehr niedrigen Triebe auf den Feldern bleiben stur gerade stehen. Der Wind hält die Landschaft zusammen.

Ich bin noch im Wasser, geschützt vor dem Wind aber es wird deutlich kälter. Ich mag noch nicht hineinschwimmen und die dramatische Waldviertler Landschaft im letzten Tageslicht draußen lassen. Also mache ich Übungen zum Dehnen und Klappen, solche die den Muskel anregen und solche, die den Nerv mit mehr Sauerstoff versorgen. Unter Wasser kann ich ein bisschen auf den Fersen gehen, ein Fortschritt. Außerhalb des Wassers geht das noch überhaupt nicht. Auf den Fersen zu gehen, wäre die Königsdisziplin für den Peroneusnerv hat die Physio gesagt. Nun ja, es ist auf jeden Fall gut, ein ganz konkretes Ziel zu haben auch wenn es noch entfernt ist.

Gerda, die Galerie und ich – Impulswerkstatt Rahmen1

Wieder einmal ein Experiment. Der Text in schwarzer Schrift stammt von Gerda Kazakou, alles, was blau ist und die drei kleinen Streichungen stammen von mir. Ursprünglich wollte ich durch kleine Veränderungen und Hinzufügen eine andere Atmosphäre hineinbringen. Dann dachte ich, dass es in diesem Fall interessanter wäre, die ursprüngliche Intention zu verstärken. Natürlich habe ich Gerda vorher gefragt, ob es ihr recht ist und ich hoffe, dass ich den Gedanken einigermaßen getroffen habe.
Jedenfalls eine Übung, die mir sehr gefallen hat.

Die junge Frau öffnete die Tür zur Galerie. Es war als beträte sie ein Raumschiff oder ein U-Boot. Die Wände und auch der Boden waren hellgrau gestrichen, die Exponate auf metallisch glänzenden Tafeln angebracht, die in leichter Schräge gegen den Boden standen. Als hätte sich die Geometrie verselbstständigt und einen Raum geschaffen, der für Menschen nicht vorgesehen war. Das Gefühl von Irrealität, mit dem sie heute schon den ganzen Tag kämpfte, verstärkte sich. Was war das für ein Raum? Wieso hingen die Bilder nicht an den Wänden? War es überhaupt möglich, den Bildern näher zu treten oder genügten sie sich selbst in diesem metallischen Umfeld? Musste man sich hier auf den Boden hocken, um sie zu betrachten?

Offenbar. Anders war es nicht möglich und sie war fest entschlossen, die Bilder zu sehen, auch wenn das nicht so gedacht sein sollte, aus Trotz, wenn aus keinem anderen Grund. Also hockte sie sich hin.

Und nun sah sie auch, was dort abgebildet war: ein uralter Olivenbaum. Auf einmal schien es ihr vollkommen logisch und richtig, am Boden zu sitzen. Dieser Baum – wie eine Botschaft aus einer längst versunkenen Zeit kam er ihr vor, wie die Verbindung zum Leben und zur Erde. Sie vergaß die glatten Wände und das metallische Schimmern des Raums, ließ sich ganz ein auf den Baum. „Wie ein Anker, der mich festhält, damit ich mich nicht im grauen Nirgendwo verliere“, dachte sie. Sie nahm ihre Kamera, zoomte den Baum nah heran und versuchte, seine Schrift zu lesen, seine Botschaft zu entziffern. Das Bild stand ja nicht zufällig in diesem Raum. Es musste möglich sein, dieses Wesen zu verstehen. Doch so sehr sie sich auch bemühte, es gelang ihr nicht. „Zu Hause, ja, zu Hause, in meinen vier Wänden werde ich es lesen können“, tröstete sie sich.

Sie fühlte sich bereits zuversichtlicher und geerdeter als bei ihrem Eintritt. Entschlossen stellte sie sich wieder auf ihre Füße und ging hinaus.

Der kleine Mohr – Impulswerkstatt

Ich finde, dass dieses Foto zunächst einmal nach einem Sachtext schreit. Über Kaffee vielleicht oder über Kaffeehäuser, die Geschichte des Kaffees oder vielleicht Landwirtschaftliches… Random hat mich auf die Idee gebracht. Nichts davon, es geht zunächst einmal um das Logo der Firma Julius Meinl.

Gegründet 1862, war das Unternehmen zu Zeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie deren größter Kaffeesieder. Die Firma hielt sich gut über die Jahrhunderte zumal deren Besitzer finanziell und netzwerkmäßig sehr gute Ehen eingingen. Vielleicht waren sie obendrein auch sehr glücklich. Nachdem ein gerichtliches Intermezzo gut überstanden wurde, von der Firma wohlgemerkt, nicht so sehr von den Anlegern, die viel Geld verloren haben, sind nunmehr Julius Meinl V und der VI an der Macht und der Konzern wird immer noch größer. Ob es schon eine Nummer VII gibt, weiß ich nicht. Vielleicht einmal eine Julia ?

1954 wurde in Wien sogar eine Gasse nach Julius Meinl II benannt, die es immer noch gibt,

Hier geht es aber um das Firmenlogo. 1924 wurde vom österreichischen Plakatkünstler Joseph Binder diese Figur eines schwarzen Kindes kreiert, die sich immer wieder leicht veränderte, aber im Wesentlichen gleich blieb. In den letzten Jahren sorgte es für hitzige Rassismusdebatten. Meinl verteidigte das Logo als Hommage an die Geschichte rund um den Import von Kaffee.

Nun gibt es ein neues Logo für das Geschäft am Graben (Wiener Nobelgeschäftszone), das so aussieht

Auf der homepage der Firma und wahrscheinlich auch auf den Produkten ist aber nach wie vor der kleine „Mohrenkopf“ zu sehen, allerdings in rot. So auch auf meiner Kakaotasse.

Impulswerkstatt – Zusammenfassung März – April

Liebes Impulswerkstattteam !

Zunächst herzlichen Dank für eure wie immer vielfältigen, phantasievollen und interessanten Beiträge, Texte, Fotos, Bilder, Musikstücke, Tonskulpturen … Ich hoffe, sie machen euch soviel Freude wie mir. In dieser Runde ist eingetreten, was wir bisher noch nicht hatten: zu drei der Fotos gibt es genau gleich viele Beiträge, nur Nummer 3 hat wesentlich mehr „gesammelt“.

Ich bin ein bisschen spät dran, weil ich immer versuche Christianes ABC-Etüden nicht in die Quere zu kommen, was zu Ende bzw zu Beginn eines Monats gar nicht so einfach ist. Wir schaffen das aber ganz bestimmt. Und im übrigen: je mehr Leute bei beiden Projekten mitmachen desto besser.

Es gibt die Impulswerkstätte nun schon eine gute Weile. Mir macht sie nach wie vor Freude und nach der Anzahl der Beiträge zu schließen anderen auch. Trotzdem möchte ich beim nächsten oder übernächsten Durchgang noch eine weitere mögliche Aufgabe hinzufügen. Voraussichtlich am Dienstag beginnt daher die Mai-Juni-Runde inklusive einer neuen Aufgabe, auf die ich mich selbst schon freue.

Es sind, seit es dieses Projekt gibt, so viele schöne und interessante Dinge zusammengekommen. Ich ertappe mich selbst gelegentlich dabei, dass ich mich nicht mehr an den einen oder anderen Beitrag erinnere, obwohl er mir sehr gefallen hat und immer noch gefällt. Ich muss eindeutig öfter auch alte Beiträge lesen.

Nun, hier kommt die Liste, zuerst chronologisch, dann zu den einzelnen Bildern. Wie gesagt, die meisten Beiträge konnte Nummer 3 auf sich vereinen. Trockenheit ist ein Thema, das irgendwie in der Luft hängt und auch mit anderen Umweltthemen, die uns all beschäftigen, zusammenhängt

Die nächste Runde der Impulswerkstatt beginnt voraussichtlich am Dienstag, dem 3. Mai.. Ich denke noch über die Impulse nach. Ich habe ja die sehr bildhafte Vorstellung, dass ihr alle schon mit gezückten Tastaturen bereit seid. Eine blöde Metapher, aber ich stelle mir dieses Bild richtig gerne vor.

Chronologische Zusammenfassung

Bild 1:

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Feuer durch die Zeiten – Impulswerkstatt

Ein sehr kurzer Text ist das geworden, nicht zuletzt aus Zeitgründen. Aber die Richtung interessiert mich sehr und ich werde sie weiter verfolgen.

Einige altsteinzeitliche Knochenstücke (mit eingravierten Kerben) werten Archäologen als Hilfsmittel zum Zählen. Sollte sich die These erhärten, hätten bereits die Neandertaler die Fähigkeit des Zählens beherrscht.

Um den Ursprung der Zahlen zu erkunden, gehen Forscher unterschiedlich an das Thema heran. Linguisten suchen nach den Sprachwurzeln von Zahlwörtern, Archäologen spüren  Rechenhilfsmitteln nach.

Laut einer These ging die Entwicklung von Zahlen mit der Menge an Besitz einher. Mehr Eigentum erforderte demnach höhere Zahlenbereiche

Spektrum der Wissenschaft 3.22. "Der Ursprung des Zählens" S 86 

Der flache Hyänenknochen liegt schon lange neben dem Feuerholz, vielleicht vorbereitet, vielleicht zufällig liegen geblieben. Heute hat die Frau am Feuer nach einem Steinmeisel gegriffen und begonnen den Knochen mit großer Konzentration im Licht des flackernden Feuers zu bearbeiten. Unter den dicken Fellen bewegen sich starke Muskeln. Sie schlägt präzise, ohne Pausen zu machen, scheint eine gute Vorstellung davon zu haben, wie das Werkstück aussehen und wozu es dienen soll.

Lange nach ihrer Zeit bereiten sich Archäologen darauf vor, in die Höhle einzusteigen. Sie sind mit einer kompletten Höhlenforscherausrüstung ausgestattet, die Helmlampen eingeschaltet, Steigeisen, Karabiner und Seile bereit, sie wissen nicht, was sie erwartet, vielleicht ein Spaziergang, vielleicht eine Klettertour. Auch Tauchausrüstung steht bereit, sie sind entschlossen das Höhlensystem zu erkunden, denn es ist ihre Chance eine über lange Zeit von Neandertalern besiedelte Höhle zu untersuchen.

Nach der zweiten Kurve auf dem Weg ins Höhleninnere ist es schon sehr dunkel und es wird gefährlich ohne Licht weiterzugehen. Es ist eng genug um sich an der Wand abzustützen, aber Sand und Geröll können weite Strecken rutschen, wenn man sie lostritt und können auch sehr trittfeste Personen mit guten Schuhen umreißen und mit sich tragen.

Die Frau, die am Feuer saß, kannte den Weg blind, wenn sie auch manchmal eine Fackel mit sich trug. Sie und ihre Leute lebten seit mehreren Generationen in dem Höhlensystem. Mit ihren Fellen, ihren Vorräten und allem, was sie selbst ausgedacht und gebaut hatten. Das Feuer verbindet sie durch die Jahrtausende mit den aus dem Süden zugewanderten Menschen, die die Höhlen auf der Suche nach Hinweisen auf ihre Vorfahren durchforschen.

Kreisläufe und Wurzeln – Impulswerkstatt

Die Terrassenplatten im 6. Stock müssen zwecks Entfernen von unzähligen verzweigten Wurzeln aus dem Schotterbett herausgehoben werden. Mein vor kurzem stattgefundener letzter Bandscheibenvorfall qualifiziert mich nicht unbedingt für diese Tätigkeit, also hat der F das Vergnügen. Die Platten sind schwer und müssen zum Zwischenlagern gestapelt werden. Gar nicht so einfach ist es auch sowohl die vielen kleinen als auch die zentimeterdicken Pfahlwurzeln zu entfernen. Sie schieben sich überall hinein und dazwischen, umwachsen, perforieren. Nicht nur im Dschungel auch in Mitteleuropa wäre eine verlassene Stadt in ein paar Jahren zugewachsen, bewundernswerte Vitalität der Pflanzenwelt.

Wir arbeiten in einer Vorgewitterstimmung. Vom Norden und Westen her ziehen dunkle Wolken heran, es donnert, aber auf der Südseite ist der Himmel noch blau. Diese Möglichkeit verschiedener gleichzeitiger Stimmungen, die sich verändern und überlagern. In einer Ecke soll ein neuer Sitzplatz entstehen, für Frühling und Herbst, weil eben in diese Ecke die Sonne bis zum Abend hinscheint. Im Sommer empfinde ich die Hitze in dieser Südecke als gnadenlos, im Frühling und Herbst als Segen. Natürlich brauchen die Pflanzen dort auch viel Wasser, viel weniger, wenn man sie durch die Platten wachsen lässt, aber das geht nunmal nur zu ebener Erde. Zum Bewundern des Sonnenuntergangs selbst, muss man dann auf die Westseite der Terrasse wechseln, wo es im Sommer fast genauso heiß ist wie auf der Südseite, wenn nicht noch heißer.

Ich schnipple die Wurzeln in kleine Stücke und vermische sie mit Erde. Im Hintergrund, eigentlich recht weit weg, auf einem Dach schräg gegenüber, knarzt – sehr laut – eine ukrainische Fahne im Wind. Es hängt alles zusammen. Das Wühlen in Erde, Wurzeln und sonstigen Pflanzenteilen stellt auch eine Verbindung zur Welt her, eine Verbindung, die Kraft und Zuversicht vermittelt. Blumen sind eine Freude fürs Auge, aber Wurzeln vermitteln Kraft und Beständigkeit auch in widrigen Lagen.

Jetzt reicht es für heute. Der schwierigste Teil ist geschafft und es muss nicht alles an einem Tag fertig werden. Wir haben gerade ideales Wetter fürs Blühen und Wachsen. Sonne mit immer wieder etwas Regen dazwischen. Frühling.