Schlagwort: Impulswerkstatt

Impulswerkstatt – ein Möwenbeitrag.

Es ist nicht meine Absicht, eine lange Abhandlung zu schreiben über ähnliche und verschiedenartige Wahrnehmung. Nur eine kleine Reaktion auf das Foto.

Wir Menschen haben im Prinzip die gleichen Sinnesorgane zur Verfügung und dennoch sind Wahrnehmungen aus verschiedenen Gründen schon von Mensch zu Mensch verschieden.

Andere Wesen nehmen auf andere Art wahr, teilweise weil sie zwar die gleichen Sinnesorgane haben wie Menschen, diese aber viel besser oder auch viel schlechter funktionieren. Viele Tierarten sind uns etwa im Riechen, Schmecken, Sehen und Hören haushoch überlegen. Nie werden wir die Wahrnehmungen von Insekten mit ihren Facettenaugen nachvollziehen können oder die von Fledermäusen mit ihrem Sonarsystem, oder gar jene der Oktopusse mit ihren neun Gehirnen, wir werden auch die Gesänge der Wale nicht verstehen können und den Magnetsinn der Zugvögel nicht nachfühlen.

Dennoch haben wir eine gemeinsame Welt.

Aus Stein, aus Holz, aus Beton und Glas sind unsere Behausungen gebaut. Erdbebensicher, hochwassergeschützt, sicher gegen alles und jedes und doch genügt eine kleine Änderung in der Wahrnehmung, ein Blick ins Wasser um all unsere Gewissheiten verschwimmen zu lassen, aufgelöst in verzerrte Geometrie, verschwimmende Farben. Über die Wahrnehmung der Möwe wenn sie ins Wasser schaut, können wir nur spekulieren.

Und doch sind alle diese Sichtweisen real.

Ich habe keine Lösung anzubieten dafür, was denn nun die Realität ist. Das Thema fasziniert mich aber, was an den vielen Spiegelungs-Fotos, die ich gerne mache zu erkennen ist. Manchmal eröffnen sich mir ganz kurze Augenblicke direkter Wahrnehmung. Eigentlich bin ich damit zufrieden.

Impulswerkstatt – Einladung für Jänner

Liebe Impulswerkstattbesucher*innen !

Zunächst wünsche ich euch allen ein kreatives Jahr 2021. Schließlich zählt die Kreativität zu jenen Bereichen des Lebens, die glücklich machen können und die sollte man ja im ureigensten Interesse unter den derzeitigen Umständen unbedingt kultivieren.

Die Impulswerkstatt war ein paar Tage geschlossen. Ich wollte dem Neustart der ABC-Etüden nicht in die Quere kommen. Jetzt ist aber der richtige Moment um für den Monat Jänner zu eröffnen. Die Schreibpulte, Staffeleien und sonstige Arbeitsplätze sind geputzt und selbstverständlich desinfiziert 🙂 Vier neue Impulsbilder findet ihr vor. Ich fand, dass die vier Bilder im Dezember genau die richtige Zahl waren und möchte sie daher beibehalten.

Ich war sehr beeindruckt darüber, dass viele Besucher*innen zu jedem Bild einen oder gar mehrere Beiträge geschrieben haben. Ich selbst habe es letztlich nur auf drei gebracht. Wir machen hier ja aber kein Wettrennen und jede/r hat sein/ihr eigenes Tempo und jeder Beitrag wird geschätzt.

Lasst euch nicht vom Mitmachen abhalten, wenn die Verbindung zwischen Impulsfoto und Text oder Bild nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Darauf kommt es nicht an. Inspiration ist schließlich etwas sehr Persönliches und Individuelles.

Vor den Jänner-Fotos wie immer die Beschreibung des Projekts

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, worum es sich bei diesem Projekt handelt. 

Frau Flumsel ist leider inzwischen aus der Organisation ausgestiegen, also bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher.

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich hier (es ist noch nicht alles verlinkt, ist aber für die nächsten Tage geplant)

Die Teilnahme

ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen usw usf. als Resonanz auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden. Meine Idealvorstellung wäre so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen

Und hier nun die Impuls-Fotos

 

ZUKUNFT

GEGENWART

VOR JAHRMILLIONEN

MÖWENBLICK

Meine Überschriften müsst ihr gar nicht beachten. Das ist nur meine Struktur, mit der ihr euch nicht beschäftigen müsst. Eure Assoziationen sind wahrscheinlich ganz andere und ich freue mich schon darauf.

Impulswerkstatt – Zusammenfassung Dezember

Liebe Impulswerkstattbesucher*innen

Schön war´s ! Trotz Advent und Weihnachten und Neujahr habt ihr die Werkstatt besucht und viele verschiedenartige Beiträge hinterlassen. Dass sie so verschiedenartig sind, freut mich besonders. Es war ja der ursprüngliche Gedanke dieses Projekts, dass mehrere Leute zu demselben Photo schreiben und dass dabei ganz verschiedene Dinge herauskommen würden. Und genauso ist es auch geworden. Und mit jedem neuen Besucher, jeder neuen Besucherin kommt wieder eine neue Note dazu. Das Ganze klingt immer besser!

Zu Photo Nr.1 (Küsse im Schnee) gab es sehr unterschiedliche Themen. Die Beiträge sind Nr. 4, 9, 10, 12, 17, 18, 22, 23

Zu Photo Nr.2 (das Abstrakte)Das waren genauso viele Beiträge wie zu Nr.1. Das finde ich toll, weil es ja gar nicht so einfach ist, zu einem abstrakten Bild zu schreiben. Die Beiträge sind: Nr.1 ,3, 14, 19, 24, 25, 26, 28

Photo Nr.3 (Läufer im Schnee) hat am wenigsten Beiträge inspiriert, war also wohl am schwierigsten. Tja, mein eigener Beitrag dazu ist auch noch ausständig. Ich wollte ja zu jedem Bild etwas schreiben auch zu diesem, aber meine ursprüngliche Idee dazu hat mich in Richtung Nati verlassen und weitere Ideen sind noch in Bearbeitung. Entstanden sind die Beiträge 5, 13, 20

Bei Photo Nr. 4 (bettelnde Frau) war das Bild sehr stark und die Beiträge dadurch ähnlicher als bei den anderen. Es waren dies Nr. 6, 7, 8, 11, 15, 16, 21

Und dann gab es noch 2 kunstfertige Beiträge, in denen alle vier Impulse zu einem Ganzen verschmolzen wurden. In beiden Fällen sehr gekonnt!

Es folgt die Liste der Dezember-Beiträge und am 4. Jänner 2021 die Jänner-Impulse. Ich denke noch darüber nach wie viele Fotos es werden sollen. Also, viel Freude beim Durchstöbern !

  1. Eine Abstraktion von Ulli Kattenstroth
  2. Gerdas Fotoroman
  3. Heidimaria hofft
  4. Heidimaria im Schnee
  5. Laufen oder Fliegen
  6. Realität
  7. Gerdas archetypische Bettlerin
  8. Natis Geschichte der Bettlerin
  9. Chinomsos Gefühle im Schnee
  10. Myriades Bucketlist
  11. Monika-Marias alte Frau
  12. Monika-Maria fröhlich beschwingt
  13. Sport !
  14. Monika-Maria abstrakt
  15. Myriades Band im Winter
  16. Flumsis traurige Geschichte
  17. Natis Unvergessenes
  18. Küsse im Schnee
  19. Judiths Betrachtungen
  20. Natis Läufer
  21. Enttäuschungen
  22. Abschied
  23. Christianes Weihnachtsessen
  24. Abstrakt und doch nicht
  25. Resi Stenz im Krokodilteich
  26. Resi und die Mundartlyrik
  27. Kathas Muster
  28. Nati und die Farben
  29. Vielleicht kommt da noch was von Myriade zu Nr.3.

Impulswerkstatt, abstrakt und doch nicht

 

Alles fließt, formt sich neu, zerrinnt  

Dazwischen weiße Löcher, schwarze umrahmende Linien

Aus dem Grün steigen Figuren und wollen sich in Geschichten darstellen. Kameen, Außerirdische, Kapitän Nemo im Taucheranzug. Pflanzen mit ganz besonderen Zellen könnten es sein, sich ablösende Einzelteile. Krieg und Frieden und Wissenschaft.  

Dennoch ist es auch ein Kran, der sich im Wasser spiegelt.

Impulswerkstatt – Mitte Dezember – Zwischenstand

Liebe Besucher*innen der Impulswerkstatt,

Halbzeit!

Das heißt auch, dass noch viel Zeit ist, sich im Dezember zu beteiligen.

Wer nicht weiß, worum es hier geht, kann hier KLICK machen und ist informiert.

Bei denen, die schon geschrieben haben, bedanke ich mich für ihre bisherigen Beiträge

Ihr wisst ja: es können alle mitmachen, die Lust dazu haben !

Bisher gibt es zu den vier Dezember-Fotos folgende Beiträge:

  1. Eine Abstraktion von Ulli Kattenstroth
  2. Gerdas Fotoroman
  3. Heidimaria hofft
  4. Heidimaria im Schnee
  5. Laufen oder Fliegen
  6. Realität
  7. Gerdas archetypische Bettlerin
  8. Natis Geschichte der Bettlerin
  9. Chinomsos Gefühle imSchnee
  10. Myriades Bucketlist
  11. Monika-Marias alte Frau
  12. Monika-Maria fröhlich beschwingt
  13. Sport !
  14. Monika-Maria abstrakt
  15. Myriades Band im Winter
  16. Flumsis traurige Geschichte

Ich freue mich auf weitere Texte bis Ende des Jahres.

Am 31.12 gibt es die Monats-Zusammenfassung.

Natürlich nehme ich auch gerne Nachzügler noch entgegen.

Um den ABC-Etüden nicht in die Quere zu kommen, erscheinen die Impulsfotos für Jänner 2021 am Montag, dem 4.Jänner

Impulswerkstatt – Band im Winter

Ein Stück Band hängt an einem Zweig. Abgerissen ist ein Teil, verbleicht der Rest, von Wind, Regen und Schnee geschüttelt  und gewaschen. Aber der Knoten um den Zweig hält, je mehr Nässe den Stoff durchdringt umso fester hält er.

Völlig entlaubt ist der Baum, die Zweige zeigen sich authentisch in ihrer nackten Struktur. Der Wind arbeitet an dem Stück Stoff, manchmal wickelt er es eng um den Zweig, manchmal lässt er es baumeln. Mit Mörikes blauem Band, das keine Geschichte und keine Biographie hat, nur unbekümmert durch den Frühling flattert, hat dieses von Wintern und Stürmen gezeichnete Band wenig gemein.

Trotzdem, wenn das alte Band vom Wind sanft gewellt wird und auf dem Luftstrom schaukelt, scheint es sein Leben zu genießen.

Impulswerkstatt – Jennys Bucketlist

Ich habe mir ja vorgenommen, zu jedem Bild einen Beitrag zu schreiben. Dies ist Nummer eins zu dem Paar, das sich vor der Schönbrunner Gloriette im Schneegestöber küsst. Das Warum steht in meiner Geschichte. Andere Warums stehen in anderen Texten.

JENNYS BUCKETLIST

„So, Dezember fertig“ sagte Jenny zu sich selbst und warf ihr Handy neben sich auf den Polster. Die Bucketlist, die sie für jeden Monat erstellte, war eine ganz spezielle. Es wurden nicht Dinge aufgelistet, die sie irgendwann in ihrem Leben tun wollte, sondern es waren ganz genaue Aufstellungen der geplanten Aktivitäten für den nächsten Monat. Sie griff wieder nach dem Handy und ging die Liste nochmals durch.

„Täglich 20 Kilometer laufen“ Jenny sah ihre Listen durchaus kritisch und bemerkte, dass dieser Punkt schon im November, Oktober, eigentlich schon im Sommer auf der Liste war und sie tatsächlich noch nicht einmal begonnen hatte zu laufen. Spontan ersetzte sie „täglich 20 Kilometer laufen“ durch „Jogging-Ausrüstung kaufen“. Das konnte sie sicher gut schaffen. Ein Sportgeschäft lag gleich neben ihrem Arbeitsplatz.

„3 Bücher über Selbstoptimierung lesen“ auch das war zu machen. Die Bücher hatte sie schon. Sie standen im Regal neben „Wie erstelle ich eine Bucketlist“, „Kreative Ideen fürs Bullet Journal“ und „die erste Million Follower – ganz einfach“. Jenny war eine eifrige Unterstützerin des lokalen Buchhandels vor allem in den Abteilungen  „Lebenshilfe“ der Buchhandlungen schätzte man sie als Stammkundin.

Beim nächsten Punkt zweifelte sie doch sehr, ob ihre Finanzen mitspielen würden „1 Wochenende in London + ein Wochenende in Paris“ stand da. Vielleicht sollte sie eines von beiden streichen, aber welches? Sie konnte sich nicht entscheiden und ließ beide Städte stehen. Ein wenig Zukunftsglitzern durfte so eine Liste ja auch verströmen, beschloss sie.

„Mehr Wasser trinken“ Diesen Punkt hatte sie schon bei mehreren Listen als erledigt abgehakt. Er stand auf jeder Liste und war ein Fixpunkt, den sie auf jeden Fall schaffte und der somit verhinderte, dass irgendein Monatsplan jemals vollkommen scheiterte. Sie gestand sich ein, dass die ungenaue Formulierung „mehr Wasser“ sehr zum Gelingen dieses Vorsatzes beitrug. Jenny war nicht dumm, sie zappelte nur in den Klauen der Lebenshilfe- und Selbstoptimierungsliteratur.

„Keine Nüsse (Fett)“. Weihnachtsbäckerei ohne Nüsse? Ziemlich deprimierend fand Jenny und änderte den Punkt auf „weniger Nüsse“. Das brachte etwas Licht in den Advent und die Formulierung „mehr“ oder „weniger“ von irgendwas gefiel ihr immer besser.

„Neues Konzept für Instagram-Konto ( 20.000 Abonnenten mehr)“ Vielleicht etwas überzogen, obwohl man sich ja große Ziele setzten sollte. 10.000 würden auch reichen. Leise dämmerte ihr, dass das Abarbeiten der verbleibenden Punkte ihrer Bucketlist für Dezember nicht so faszinierend sein könnte, dass sich 20.000 Menschen davon überzeugen ließen. Andererseits gab´s auf Insta wesentlich uninteressanteren content, den Hunderttausende, inklusive sie selbst täglich likten. Leider zappelte Jenny nicht nur in den Klauen der Lebenshilfeliteratur sondern auch in jenen der Promi-Verehrung. Sie hatte es gar nicht leicht.

 

Den romantischen Teil der Liste hob sie sich zur näheren Betrachtung noch auf. Es gehörte ja zu den Besonderheiten ihrer Liste, dass sie jederzeit abgeändert werden durfte. Jenny war nicht fanatisch nur etwas benebelt von den Social Media.

 

Ein paar Tage später, schon Mitte Dezember verabredete sie sich mit ihrem langjährigen Freund Felix, der sich für die aus seiner Sicht noch angenehm unoptimierte Jenny schon lange interessierte. Jenny hatte beschlossen den Bucket-List-Punkt „Küsse im Schneegestöber mit dem Geschmack von Lebkuchen auf den Lippen (Vorsicht Kalorien)“ anzugehen. Es schneite heftig, was die idealen Voraussetzungen dafür bot.

Felix war angenehm überrascht von Jennys Anschmiegsamkeit an diesem Tag. Sie gingen Hand in Hand durch den Schönbrunner Schloßpark in Richtung Gloriette. Felix war ebenso überrascht wie begeistert als Jenny von Küssen im Schneegestöber  sprach. Sie küssten sich lange vor der romantischen Kulisse. Kurz lockerten sich für Jenny die Klauen der Lebenshilfeliteratur und der Social Media. Aber so einfach war es nun doch nicht.

Sie trat einen Schritt zurück und zog ein Lebkuchen-Päckchen aus der Handtasche. „Einer für dich, ein halber für mich“ sagte sie zu Felix. „Danke, ich mag keinen Lebkuchen“ antwortete Felix und wollte gerne in den nächsten Kuss versinken, auf den er schon so lange gewartet hatte.

„Was?“ rief Jenny und die Klauen hatten sie wieder fest im Griff „Ich brauch aber Lebkuchengeschmack für die Bucketlist und das Instafoto und wenn doch schon endlich einmal Schneegestöber ist!!“

„Ach so, du hast mich als Requisit herbestellt“ sagte Felix langsam „für dein ungesundes Leben in der Scheinwelt. Dafür kannst du mit mir nicht rechnen. Aber falls du irgendwann eine Entziehungskur machst, ruf mich an.“ Er steckte die Hände in die Taschen und ging. Jenny biss in einen Lebkuchen.

Foto vom angebissenen Lebkuchen : wie mich mein Freund stehen ließ, im Schneegestöber und alles nur wegen Lebkuchen! #Schnee #Kuss #Freund # Liebe

Impulswerkstatt – Einladung für Dezember

Bevor ich die Impulswerkstatt für Dezember eröffne, möchte ich noch einen Nachtrag für November machen. Es handelt sich um einen Beitrag, der mir sehr gut gefallen hat und der daher auch nicht zwischen den Monaten verschwinden soll:

Kathas Drops KLICK

Der dritte Monat der Impulswerkstatt beginnt nun also. Er ist insofern speziell, als im Dezember bekanntlich Weihnachten gefeiert wird. Ich habe daher diesmal vier Fotos ausgesucht damit es Resonanz in verschiedene Richtungen geben kann. Ich selbst habe vor, zu jedem Foto einen Beitrag beizusteuern, aber man weiß ja nie, wie es dann wirklich kommt und wie die Ideen fließen oder eben auch nicht.

Lasst euch nicht vom Mitmachen abhalten, wenn die Verbindung zwischen Impulsfoto und Text oder Bild nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Darauf kommt es nicht an. Inspiration ist schließlich etwas sehr Persönliches und Individuelles.

 

Vor den Dezember-Fotos wie immer die Beschreibung des Projekts

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, worum es sich bei diesem Projekt handelt.

und der Hinweis auf das Archiv, in dem die Beiträge von Oktober und November nachzulesen sind sobald ich sie dort hineingestellt habe

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind, befindet sich hier

Die Teilnahme ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen usw usf. als Resonanz auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden. Meine Idealvorstellung wäre so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen

Und hier nun die Impuls-Fotos

Zuerst wird es romantisch im Schnee.

Dann abstrakt. So habe ich das Foto aufgenommen, aber natürlich kann man es auch in alle Richtungen drehen

Ich glaube ja nicht, dass er es geschafft hat wirklich abzuheben und weg zu fliegen, obwohl er heftig mit den Armen gewedelt hat, aber wer weiß, vielleicht doch …

Und schließlich die gar nicht romantische Seite des Lebens

Ich freue mich auf viele verschiedenartige Beiträge !

Impulswerkstatt – November- Zusammenfassung

Liebe Mit-Schreibende, Mit-Malende, Mit-Zeichnende, Mit-Inspirierte

Liebe Besucher und Besucherinnen

Der zweite Monat dieses Projekts endet heute (na ja, vielleicht reiche ich noch etwas nach, man muss ja nicht so dogmatisch sein)

Hier könnt ihr nachlesen, worum es sich bei diesem Projekt handelt.

Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind, befindet sich hier

Die Teilnahme ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen usw usf. als Resonanz auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden. Meine Idealvorstellung wäre so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen

 

Wie also sah es aus im November in der Impulswerkstatt :

Zunächst eine Ankündigung in Sachen Projektorganisation: Frau Flumsel, Sabine, Flumsi (es handelt sich um dieselbe Person) verlässt die Projektorganisation. Hier nachzulesen. Schade, ich hoffe aber, dass sie als Impulswerkstattbesucherin weiterhin mitmacht. Daraus folgt, dass ihr bitte alle eure Beiträge hier auf diesen Beitrag verlinkt bzw auf andere von meinen Beiträgen, die das Logo „Impulswerkstatt“ haben.

Es gibt:

  • eine Einladung am Anfang des Monats mit Impulsfotos
  • mindestens eine Zusammenfassung in der Mitte des Monats,
  • eine Zusammenfassung am Ende des Monats und
  • unregelmäßige Beiträge aus der Abteilung „Schreibtheorie“, die ich kürzlich eröffnet habe

Alles, was ihr dorthin verlinkt, finde ich leicht. Ich finde auch an anderen Orten, aber nicht immer und das wäre doch schade.

Ich habe mich über alle Beiträge gefreut, die im November in der Impulswerkstatt entstanden sind. Die Vielfalt regierte. Ich selbst hatte ein kreatives Tief, warum auch immer, aber es wird wieder und ich freue mich auf den Dezember.

Die November-Beiträge kann man nicht so leicht in zwei Gruppen teilen wie die Oktober-Beiträge, je eine Gruppe pro Foto. Im Oktober waren es die Schlange und der Stein, die inspiriert haben. Im November waren die Fotos vielleicht etwas weniger zugänglich. Nicht etwa absichtlich, es hat sich eben so ergeben.

Es wurden im November sehr viel mehr verschiedene Themen behandelt:

Blasen 8, 9, 14, 17, 19, 20

Hoffnung  11

Meer, Wellen 1, 2, 5, 7

Zaun 3, 10, 13, 16, 18

Mensch (Technik) versus Natur 4, 6,

Netze 12

Pflanzen 15

Die Stichworte sind alphabetisch geordnet, die Zahlen beziehen sich auf die Nummerierung der Beiträge in der Reihenfolge ihres Eintreffens. Nachdem es unnötig kompliziert gewesen wäre, die Beiträge so vielen verschiedenen Kategorien zuzuteilen, habe ich sie hier einfach in der Reihenfolge ihres Eintreffens aufgezählt und ein bisschen beschrieben.

  1. Der erste Beitrag ist von Gerda und beschäftigt sich mit dem Meer, dessen Rauschen man auch hört
  2. Schneebälle und Seifenblasen von Heidi
  3. Heidis Drahtzaum
  4. Nati zum Themenkreis Mensch-Natur
  5. Iris-Chinomso zu Wellen
  6. Gerdas Beitrag zum Thema Formensprache von Technik und Natur
  7. Sabine-Flumsi zum Meer
  8. Die Seifensiederin von Monika Maria
  9. Werners Krimi-Exkurs
  10. Iris-Chinomso zu Korn und Stacheldraht
  11. Sabine und die Hoffnung
  12. Buchalows Netze
  13. Maribey ist vorbeigekommen
  14. Myriades Luftblasen
  15. Petras Farne zum Getreide
  16. Judiths Getreideweg
  17. Ules heitere Bläschen
  18. Myriades Bauer
  19. Gerdas Mops hat die Sonne gefressen
  20. Myriades Bubbles
  21. Kathas Drops

Ihr seht, es ist von vielem etwas dabei. Nochmals vielen Dank für alle Beiträge und wir lesen, sehen, hören einander hoffentlich wieder im Dezember.

Die Einladung dazu folgt am 2. Dezember

Der Bauer, der meinte, die Natur zu unterstützen – Impulswerkstatt

Endlich ist mir zu meinem Foto auch was eingefallen, im vierten Anlauf!  Dafür liebäugle ich mit einem zweiten Blasentext und einem weiteren Getreidetext. Es geht wieder.

„Die Spreu vom Weizen trennen“ war der Lieblingsspruch des Bauern. Nicht nur auf seine Getreideernte bezog er sich damit, sondern auf das Leben im allgemeinen, auf die Menschen in seinem Dorf, seine Nachbarn, seine Familie.

Er hatte einen schönen Betrieb und war so reich wie man es mit einem bestenfalls mittelgroßen Hof nur werden konnte. Getreide, Hühner, Schafe, eine Käserei, Obstgärten und einen prächtigen Hofladen, der von seiner Frau geführt wurde. Nicht alle Produkte, die dort verkauft wurden, stammten tatsächlich vom eigenen Hof und nicht alles, was als Bio-Produkt angepriesen wurde, verdiente diesen Namen, aber die Städter konnten da ohnehin keinen Unterschied feststellen.

Unzufrieden kam der Bauer an diesem Sonntag aus der Messe zurück. Der neue Pfarrer war ihm zu jung und zu eifrig. Der alte Pfarrer hatte langweilige aber verlässliche Predigten gehalten, immer am Ablauf des Kirchenjahres orientiert und niemand musste damit rechnen, dass irgendwelche Geschehnisse aus dem Dorfleben für die Predigt verwertet wurden. Niemals hätte der alte Pfarrer von der Bergpredigt gesprochen und dabei erwähnt, dass ihn das Verhältnis zwischen der Anzahl der Schafe des Bauern und den Mengen an Käse, die er als Eigenprodukt verkaufte, sehr an die Brotvermehrung erinnere, er aber in diesem Fall keine göttliche Intervention erkennen könne. Und der strafende Blick, den er dem Bauern zugeworfen hatte! Eine unverschämte Einmischung der Kirche in seine Geschäfte. Diese Zeiten sollten doch wohl vorbei sein, dachte der Bauer sehr verärgert und überlegte, ob so ein Pfarrer besonders wenn er jung und somit sicher völlig unerfahren in seinem Amt war, auch zur Spreu gezählt werden konnte.

Die zwei jüngeren Kinder des Bauern sprangen um ihn herum. Sie hatten die Sache mit der gottlosen Vermehrung des Schafkäses wohl nicht verstanden, Kinder hörten ja bei Predigten ohnehin nicht zu. Der Bauer erinnerte sich gut, wie langweilig er selbst als Kind jeden Sonntag wieder die Messe des alten Pfarrers erlebt hatte. Aber, so dachte er, da konnte man wieder sehen, dass nicht alles, was auf den ersten Blick schlecht erschien auch so war. Manchmal musste man ein bisschen warten, bis man die Spreu vom Weizen trennen konnte. Den alten und den neuen Pfarrer hatte er nun endgültig in die richtigen Kategorien eingeteilt, den einen zur Spreu verbannt den anderen im Rückblick als Weizen identifiziert.

Ebenso lag die Sache bei seinem ältesten Sohn, der in die Stadt gezogen war und nichts davon wissen wollte, den Hof zu übernehmen. Musiker war er geworden, ein Bauernsohn, der sich nichts Besseres zu tun wusste, als in einem Orchester zu spielen, die Klarinette noch dazu. Nicht einmal ein solides Instrument!

Aber auf die beiden Kleinen aus zweiter Ehe hatte der Bauer große Hoffnungen gesetzt. Ihr Großvater mütterlicherseits, Besitzer eines großen Weinguts hatte schon angedeutet, dass er einen seiner Enkel, wenn sie erst groß genug wären, gerne als seinen Erben anlernen wollte und der andere würde dann natürlich den Bauernhof übernehmen.

Sein jüngstes Kind, seine Tochter, die gerade zu krabbeln begann, würde er an den anderen Nachbarhof verheiraten. Dort war der älteste Sohn zehn, genau richtig im Alter. Gerne malte der Bauer sich aus, wie er sein Leben gestaltete, sein Schicksal selbst formte und seine Kinder an die richtigen Plätze im Leben stellte. Der Verrat des ältesten Sohnes hatte allerdings einen Riss in sein gefestigtes Weltbild gesprengt, der gelegentlich aufklaffte. Die Pläne zur Gestaltung des Lebens seiner anderen Kinder wirkten da wie Zement, der diese Risse wieder verschloss und das Wohlbefinden des Bauern in der Welt wieder herstellte, wenn auch in letzter Zeit immer mühsamer.

Der Bauer war nicht nur reich sondern auch geizig und immer darum besorgt, dass ihm weniger zuteil werden könnte, als ihm zustand; dass sein Getreide nicht hoch genug wachsen würde, das seine Schafe zu wenig Milch gäben und das Obst zu spärlich oder zu spät reifte. Längst hatte er alle seine Nachbarn in Spreu und Weizen getrennt und nachdem er kaum jemanden zum Weizen zählen konnte, war er zu dem Schluss gekommen, dass er seine Besitztümer besser schützen musste.

Sein erster Schritt war ein Zaun um den Obstgarten. Es war ein Holzzaun, der nicht weiter aufgefallen wäre, wäre er nicht deutlich höher gewesen als alle Zäune der Umgebung. Zu diesem Zeitpunkt schwankte die Bäuerin zwischen Ärger und Sorge.  Sie war nicht nur um vieles jünger als der Bauer, sie war auch von Natur aus umgänglich und freundlich und wollte ihren Kindern das Bild einer Welt vermitteln, in der alle ihren selbst gewählten Platz finden konnten. Nun musste sie jedes Mal wenn sie in den Obstgarten ging, mehrere Schlösser am Zaungatter auf- und zusperren. Wenn sie auch selbst die Schlösser immer offen ließ, so wachte doch der Bauer darüber, dass sie nie lange offen blieben. Meistens schickte er eines der Kinder mit dem Auftrag den Obstgarten zu versperren und erboste die Bäuerin damit noch mehr.

Die Lage verbesserte sich nicht und eines Tages kam der Bauer mit seinem Kleintransporter vom nächstgelegenen Lagerhaus zurück und sie sah, dass er mehrere große Rollen Stacheldraht auf der Ladefläche liegen hatte. Er ging nicht weiter darauf ein, dass sie keinen Stacheldraht auf dem Hof haben wollte, schon wegen der Kinder. Es war ihm nicht einmal zu entlocken, was er genau vorhatte. Er arbeitete mit dem Stacheldraht hinter dem Rücken der Bäuerin, die mit dem gut besuchten Hofladen und den drei kleinen Kindern stark ausgelastet war und keine Zeit hatte auf dem gesamten Hof zu patrouillieren.

War der Bauer in ihrer Nähe hörte sie ihn von Spreu und Weizen murmeln, er sprach auch von den diebischen Nachbarn, die sein Getreide holen wollten, den boshaften Städtern, die die Ähren niedertrampelten um schneller in den Wald dahinter zu gelangen und vom jungen Pfarrer, von dem er annahm, dass er ihn beobachtete. Eigentlich war er sich diesbezüglich ganz sicher.

Der Pfarrer und einige Nachbarn, mit denen der Bauer früher am Stammtisch regelmäßig Karten gespielt hatte, machten in letzter Zeit Andeutungen über seine Aktivitäten bei den Feldern und die Bäuerin war nun schon sehr besorgt um den Geisteszustand ihres Mannes. Als er eines Tages mit blutigen Händen und zerrissener Kleidung nachhause kam, wurde es ihr zu viel und sie ging mit dem jüngsten Kind auf dem Arm zu den Getreidefeldern um zu sehen, was dort vor sich ging.

Was sie vorfand, erinnerte an den Alptraum eines Paranoikers. Der Bauer hatte alle Getreidefelder mit Stacheldraht umzäunt und auch innerhalb der Umzäumung kreuz und quer durch die Felder weitere Bahnen Stacheldraht gezogen.

Damit hatte er seine gesamte Getreideernte vernichtet um sie der vermeintlichen Gier anderer zu entziehen. Das Weltbild des Bauern hatte nun keine Risse mehr, es war alles wohl gefügt und geschützt, alles und jedes auf seinem Platz, unverrückbar für alle kommenden Zeiten. Mithilfe des Stacheldrahts hatte er sogar der Natur geholfen, Spreu vom Weizen zu trennen.

Die Bäuerin lachte hysterisch, das Kind hüpfte auf ihrem Arm. Der Pfarrer und die anderen Honoratioren des Dorfes überlegten, einen Wohltätigkeitsbasar zu veranstalten, für die armen Kinder. Der Bauer aber war glücklich und zufrieden mit seiner perfekten Abgrenzung von der Welt.

Romantik ohne Leben – Impulswerkstatt

 

Mein erster Beitrag zum November in der Impulswerkstatt. Wie sich zeigt, bin ich gerade sehr unromantisch unterwegs. Eigentlich meistens. Ich hatte einen völlig anderen Text im Sinn, aber dieser hat sich mit Erfolg vorgedrängt.

 

 

Das Meer streckt die Finger aus nach dem Land. Die Steine hat es schon zu Sand zerrieben, nun nähert es sich wieder, streicht den Sand glatt und hinterlässt Luftblasen. Mit Luftblasen kenne ich mich aus.

„Et la mer efface sur le sable les pas des amants désunis” mein heutiger Ohrwurm, nachdenklich, melancholisch… Mich aber stimmt es heiter, das Lied von den im Sand verwischten Spuren der Liebenden. Das Bedauern über den Verlust so mancher Geliebter hält sich in Grenzen.

Was bin ich froh, dass ich dich los bin mit deinem romantischen Getue vom „immer und ewig“ und „den verwandten Seelen“ und von „Liebe besiegt alles“ und dem ganzen Geschwurbel und Geschlabber.

Wenn es darum ging einen Dichtungsring auszuwechseln, wolltest du dir deine edlen Pianistenhände nicht schmutzig machen. Füreinander geschaffen waren wir, du für die Freuden des Lebens, ich für alles andere. Das Begießen der blauen Blumen der Romantik war dein maximaler Beitrag zu den Niederungen des Alltags.

Du konntest unmöglich selbst das Auto zum Mechaniker bringen, du musstest dir ja Liebesschwüre ausdenken, die du dann deklamieren konntest wenn ich vom Mechaniker zurück war und in aller Eile das Abendessen kochte. Ein paar Butterbrote wären eines in ewiger Liebe verbundenen Paars wie uns beiden nicht würdig gewesen. Und dass du selbst etwas gekocht hättest, entsprach nicht deinem Image als romantischer Liebhaber.

Als Liebhaber warst du allerdings wirklich gut, das muss ich dir lassen. Perfekt wäre es gewesen, hättest du dabei gelegentlich auch den Mund gehalten und nichts Gereimtes rezitiert. Auch auf die ausgewählten Passagen aus Romeo und Julia hätte ich in dem Zusammenhang gerne verzichtet. Dagegen hätte es meine Libido sicher noch gesteigert, wenn du es einmal geschafft hättest die Waschmaschine in Gang zu setzen oder den Staubsauger zu schwingen.

Die Welt wolltest du mir zu Füßen legen und dem ganzen Universum von unserer Liebe künden, die so hell leuchtete wie das Firnament. Deine Metaphern waren eher durchschnittlich.  Es musste aber jemand den Rasen mähen und neue Glühbirnen besorgen. Du warst es nie, warst immer ausgelastet mit Künden, Jubilieren oder Dichten während ich den Zaun strich oder die Steuererklärung machte.

Ich wählte und kaufte das neue Sofa, dein Beitrag dazu war es, dekorativ darauf herumzuliegen. Das Dekorative kann man dir ja nicht absprechen. Dein reizender Engel war ich. Wahrscheinlich deswegen, weil Engel mit Flügeln ausgestattet sind und somit sehr schnell gewünschte Dinge herbeischaffen können.

Zugehört hast du mir nie, du musstest ja von den ewigen Bindungen des Fleisches und der Seele labern, die über viele Leben hinaus andauern. In diesem Leben musstest du dich wohl von den vorhergegangenen ausruhen und für die zukünftigen stärken.

Such dir doch einen anderen bezaubernden Arbeitsengel !

„Et la mer efface sur le sable les pas des amants désunis”

Endlich!

Novembermitte bei der Impulswerkstatt

Liebe Besucherinnen und Besucher der Impulswerkstatt,

Nun sind schon zwei Wochen November vergangen und in der Werkstatt wurden 14 Beiträge geschrieben, gezeichnet, gemalt. Es freut mich, dass auch Besucher und Besucherinnen dabei sind, die beim ersten Mal noch nicht mitgemacht haben. Die Zusammenfassung des Monats und alle links gibt es wieder am 30.November. Ich bin extrem gespannt, ob diesmal vielleicht jemand ein passendes Kochrezept in der Werkstatt kreiert ? Vieles andere, kann ich mir auch vorstellen.

Für diejenigen, die das Schreibprojekt noch nicht kennen, gibt es hier eine Erklärung: so hat´s begonnen

Wer sich die Beiträge der Oktober-Runde ansehen möchte, kann das entweder über den Reiter „Impulswerkstatt“ auf diesem Blog tun oder einfach diesem Wegweiser folgen: Zusammenfassung der ersten Runde (Oktober).

Die beiden Impuls-Fotos stelle ich nochmal hier rein. Man kann schließlich gar nicht genug Schreibanregung bekommen. Ich zum Beispiel war im November bis vor kurzem total uninspiriert, die Frau Flumsel war da viel flotter, aber jetzt ist mir ein Textchen eingefallen, das im Lauf des Tages fertig werden wird. Hoffe ich zumindest !

Ich werde demnächst die Ärmel hochkrempeln und mir zu meinem eigenen Bild auch noch etwas einfallen lassen. Fein, wenn wir uns in der Impulswerkstatt treffen sollten…

Impulswerkstatt – Einladung für November

Liebe Werkstattbesucherinnen und  -besucher !

Frau Flumsel und ich (Myriade) haben uns sehr gefreut, dass ihr so zahlreich die Werkstatt besucht  und so viel zu ihrer erfolgreichen Eröffnung beigesteuert habt. Der erste Durchgang hat unsere Erwartungen für den Start dieses Projekts deutlich übertroffen.

Hier kommt nun der zweite Durchgang. Wer noch nicht weiß, worum es geht und dies auch erfahren möchte: So hat´s begonnen

Hier ist die Zusammenfassung der ersten Runde (Oktober), die sehr gut und vielseitig gelungen ist und – glaube ich – allen Beteiligten Freude gemacht hat.

Nun gibt es wieder zwei Fotos zur Inspiration. Ich bin schon sehr gespannt, in welche Richtung diesmal die Assoziationen gehen werden. Es fällt mir dazu schon einiges ein, aber das verrate ich natürlich nicht, Vielfalt soll ja in der Impulswerkstatt herrschen und Kreativität, ja und Vernetzung

Wir freuen uns also schon auf Texte, Gemaltes, Gezeichnetes, Fotografiertes, Musik?, Kochrezepte? oder was immer euch dazu einfällt.

   

Echter als das Leben

Echter als das Leben

Herbstlicher Nebel lag über dem Dorf als Ayla zu der Keramikhütte hinüberging. Der Boden war schlammig durch den Regen und die andauernde Feuchtigkeit und das Holz und die halbverfaulten Blätter verströmten Spätherbstgeruch. Sie trug ihren mit Fell gefütterten gewebten Umhang, ein Webstück mit einem ganz neuartigen Muster, das ihre Schwester erfunden hatte.  Immer schon hatten die beiden Schwestern in allem wettgeeifert und daher dachte Ayla schon eine Weile darüber nach, wie dieses originelle Webmuster von einer neuen Idee beim Töpfern übertrumpft werden könnte. Vielleicht eine neue Art des Brennens?

„Paketbote!  Frau Hilde Novak ?“

„Wer? Nein, ach so, Entschuldigung, ja Hilde Novak. Danke. Nein, das Paket für die Nachbarn nehme ich nicht.“

Auch wenn sie nicht mitging auf die Jagd kannte Ayla sich doch mit den Waffen der Männer aus. Sie konnte Holzspeere herstellen, zielsichere Waffen über viele Meter, sachkundig gebaut mit Schwerpunkt im vorderen Drittel. Stoßlanzen gehörten ebenso zu ihren Produkten wie Wurfhölzer für die Vogeljagd. Die Herstellung von Gerätschaften aus Holz und Stein, manchmal auch aus Bronze faszinierte sie. Ihre große Geschicklichkeit dabei hatte sie durch lange Übung erworben. Sie strich gerne über das geglättete Holz, war stolz auf die Perfektion. Manchmal hätte sie gerne ihren Namen eingraviert, aber etwas Starkes hielt sie davon ab, eine innere Stimme, keine Buchstaben, keine Namen.

In ihrem Haus hingen Waffen an den Wänden ebenso wie Keramikgeschirr um die Feuerstelle stand. Ein gut gebautes Haus aus Flechtwerk mit Lehm verstrichen, das Dach tief herunter gezogen und wasserableitend konstruiert. Ein wohlbestelltes Haus mit Webstuhl, Fellen und gefüllten Vorratskörben. Lange wohnte sie hier schon, konnte sich an ein Davor nicht erinnern.

„…. Und dann noch die Krüge. Hilde, wie schaut´s mit den Krügen aus?“

„Hilde !! “

„Was? Entschuldige, ich habe nicht zugehört.“

„Die Krüge, Hilde, die sind doch fertig, oder? Du hast noch nicht an der Uni angerufen“

„Ja sicher, die drei roten Krüge. Stehen in meinem Haus.“

„Ach, bist du jetzt schon hier eingezogen?“

Alle lachten, aber Hildes verwirrter Blick erschreckte sie und beschämte sie auch ein bisschen. Ihr herausragendes handwerkliches Geschick und ihre umfassenden Sachkenntnisse sicherten Hildes Platz im Team von Professor Stangl.  Dass sie in letzter Zeit immer zerstreuter, immer seltsamer geworden war, hatte bisher keinen sichtbaren Einfluss auf die Haltung des Professors gehabt, es führte aber zu Unruhe in der Gruppe.

„Wenn sie nicht so kompetent wäre“ sagte Professor Stangl zu seinem Kollegen, dessen Spezialgebiet urzeitliche Waffen waren. „Sie ist in Theorie und Praxis unschlagbar, nicht nur beim Töpfern. Als wäre sie damals dabei gewesen“

„Das ist ein Teil des Problems“ murmelte der Waffenspezialist .

 

Montag. Sie parkte auf dem leeren Parkplatz vor dem Dorfeingang. Im Dorf war niemand zu sehen. Das lag natürlich an der Kälte. Wer nicht auf der Jagd war, blieb im Haus und beschäftigte sich mit Winterarbeiten. Das würde sie auch tun. Ayla setzte sich vor ihr Haus und schnitzte weiter an einem Stück Holz, das eine glatte, gerade Fläche bekommen sollte.

Ein junger Mann kam quer durch das Dorf auf sie zu. Er gefiel Ayla ausnehmend gut  und sie winkte ihm zu. Kräftig gebaut, groß, mit langen Haaren. Er rief etwas, das klang wie „Hallo Hilde“. Komisch. Er kam näher, sie sah fröhliche Augen und einen meisterhaft gestrickten Pullover. Wieso konnte er einen gestrickten Pullover haben? Auch seltsam. Übermütig lief er die Böschung vor ihrem Haus hinauf. Sie sah ihn so irritiert an, dass er annahm, dass sie sich nicht an ihn erinnerte.

„Du weißt doch, ich bin der Wolfgang, ich dissertiere beim Professor Stangl

„Ja“ sagte Ayla „ja, ja. Ich habe gehört, ihr wollt eine neue Getreidemischung für´s Brot ausprobieren.“

„Ja, genau, deswegen bin ich heute da. Magst du kosten?“

Wolfgang war erst seit ein paar Tagen beim Team der experimentellen Archäologen und er konnte Hilde noch nicht so recht einordnen. Er wusste, dass der Professor sie  sehr schätzte und als seine Hauptassistentin betrachtete. Die anderen respektierten ihre Kompetenz, behandelten sie aber ansonsten wie eine schrullige Außenseiterin, genau betrachtet noch etwas mehr als schrullig.

Gar nicht schlecht das neue Brot, Ayla wollte selbst dahinterkommen, wie das Getreide gemischt worden war. Sie kaute aufmerksam und beschäftigte sich weiter mit ihrer Holzplatte. Wolfgang war verschwunden und würde wohl so bald nicht wiederkommen. Schade irgendwie, aber daran wollte sie nicht denken.

Ayla packte ihre mitgebrachten Schätze aus, der selbstgemischte Rötel aus dem richtigen Gestein war eine besondere Kostbarkeit. Damals hatte sie regelmäßige Bergtouren gemacht und verschiedene Gesteine geklopft. Schatten von  Erinnerungen, die ihr oft bizarr vorkamen und Unbehagen verursachten, wenn sie sie weiter verfolgen wollte.

Die rote Farbe für die Schlange, die sich im Kreis bewegte und schließlich selbst verschlang. Auch das schwarze Pigment und das ganz helle hatte sie selbst hergestellt und trug die Farben mit dem zu Urzeiten verwendeten Bindemittel auf. Mit ruhiger Hand malte sie auf das geglättete Holz, mit den Werkzeugen zu denen sie lange geforscht hatte bevor sie sie herstellte.

Da stand nun die fertige Holzplatte. Ein schönes Stück, ein Beweis für die Bedeutung der Schlange und auch für die Bedeutung der Kunst seit jeher. Die verwendeten Farbpigmente, die nicht aus der näheren Umgebung stammen konnten, bewiesen auch die Existenz uralter Handelswege quer durch Europa bis weit in den asiatischen Raum hinein.

Sie nahm einen der Nägel, die ihre Kollegen kürzlich geschmiedet hatten, schlug ihn in die Wand und hängte die fertige Platte auf. Sie war sehr zufrieden mit dem Werk, die warnende Stimme war gerade leicht zu überhören. Sie missachtete deren dringende Warnung vor Buchstaben als sie „Bronzezeit“ auf ein Stück Rinde schrieb und es unter die Zeichnung hängte.

 

„Was haben Sie sich dabei nur gedacht, Hilde ! Eine selbstbemalte Holzplatte auszustellen, mit Datierung in die Bronzezeit! Ausgerechnet am Tag der Inspektion für die Genehmigung der neuen Forschungsgelder ! Sind Sie denn noch bei Trost! Sollte das womöglich ein Scherz sein ?!“

„Alles Originalwerkzeuge, nur echte Werkstoffe“ murmelte Hilde. Es gelang ihr nicht, ihren Blick zu fokussieren und den wütenden Professor Stangl anzusehen.

 

Ein Hochhaus aus viel Glas, in dem sich der Himmel spiegelte. Manchmal waren es auch die Vorzimmer der Hölle mit glänzenden Namensschildern. Facharzt für Psychiatrie Prof. Dr. Müller, Verhaltenstherapie Evelyne Huber, Coaching Adalbert Hübsch …

 

„Wissen Sie Frau Novak, so etwas kann jedem von uns passieren, vor allem wenn sie in ihrem Beruf so kompetent sind wie man mir berichtet hat. Wenn die Balance zwischen Beruf und Privatleben ins Schwanken gerät, wenn man sich mit dem Beruf stark identifiziert und das Gegengewicht im Privatleben fehlt.“

„Ja, sagte Ayla das sollte nicht passieren.“ Sie überlegte dabei, ob sie mit den Männern auf die Jagd gehen könnte. Vielleicht kam Wolfgang auch mit.