la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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N wie Nie wieder

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Erinnerungen an Erinnerungen, die nicht mehr abrufbar sind

Das menschliche Gehirn ist nicht annähernd so dauerhaft wie die Steine. Die Steine aber sind auch tot, immer schon gewesen. Und so bleiben die Erinnerungen eingeschlossen in die Steine und können nicht wiederbelebt werden und nicht verstanden.


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Tod – ABC-Etüden

Ein plötzlicher Ruck, die Seile spannen sich, der Sarg steht an seinem Platz. Reden, Gesänge, Blumen, harte, schwarze Schatten. Gepresstes Atmen hinter Sonnenbrillen. Das Aufprallen der Erde auf dem Holz, endgültig. Fassungslosigkeit, Panik, immer präsente Angst um das eigene Leben. Die Rituale bleiben leer und stützen und halten nicht mehr.

Irren durch den Friedhof, zwischen den Steinen mit den bekannten Namen mit den unerbittlichen Daten und den verblassten Bildern, zwischen den machtlosen Inschriften und Lichtern. Groß und prächtig die Mausoleen, armselig die verwitterten Holzkreuze und namenlosen Steine auf den Soldatengräbern.

Hochaufragende Mauern menschlicher Hybris zerfallen vor unseren Augen.

Doch dann: der zärtliche, weiche Nieselregen durchdringt die Erde, durchdringt das Holz und vereint, was zusammengehört.

 

Die ABC-Etüden bei Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Diesmal sind das „weich“ – „Nieselregen“ – „irren“

Die Art des Textes kann frei gewählt werden. 


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Im Fenster des Altenheims

Er hat mich berührt, dieser kaputte Blumentopf im Fenster des Altenheims. Überall anders hätte ich ihn als lebensphilosophisch, kreativ oder eben einfach kaputt gesehen. Aber nicht im Fenster des Altenheims. Dort wurde er mir zur riesengroßen Projektionsfläche für so manches …..


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Wasser und Gewalt – HVB

Der reißende Strom wird gewalttätig genannt
Aber das Flußbett, das ihn einengt
Nennt keiner gewalttätig
Bertold Brecht: Über die Gewalt

Mich spricht dieser Gedanke an, wenn auch wahrscheinlich nicht im Sinne von Brecht. „Gewalttätig“ gefällt mir in diesem Zusammenhang nicht so sehr, weil das ein Wort ist, das eine Absicht beinhaltet. Zu Brechts Gedanken passt es aber, denn das Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen und ist eigentlich ein politisches Statement in Metaphern. Darum soll es hier aber nicht gehen.

Um Wasser soll es hier gehen. Wasser, das Hindernisse umfließt oder so lange abschleift, bis es keine Hindernisse mehr sind. Um Wasser, das einen kleinen Bach bilden kann oder einen reißenden Strom, eine Oase oder eine Überflutung. Wenn das Hindernis weder umflossen noch abgeschliffen werden kann, staut sich das Wasser bis es stark genug ist, das Hindernis mit Gewalt zu beseitigen oder hoch genug um eine andere Möglichkeit des Durchfließens zu finden.

Nicht viele Menschen können sich der Faszination von fallendem, sprühenden Wasser entziehen, manche klettern sogar auf gefrorenen Wasserfällen. Wasser kann nähren und vernichten, inspirieren und zu Tode erschrecken, die Welle der Wellen für Surfer aber auch der Tsunami; sonniges Mittelmeer und eisig-stürmischer Nordatlantik.

Meere und Ozeane sind so geschmeidig, dass die Schwerkraft sie in Ebbe und Flut wiegen kann als Wasserwand aber so hart, dass Schiffe daran zerschellen. Wasser kann lieblich, idyllisch sein, blaugrün leuchten, leise plaudern oder es ist schwarz, tödlich kalt, bis in die Tiefen aufgewühlt und der Kraft jedes schwimmenden, treibenden Menschen unendlich überlegen. Die Sonne spiegelt sich im Wasser oder der Sturm dröhnt die Wellen in schwindelnde Höhen. Das Wasser tanzt mit Leben und Tod in unergründlichen Zyklen.

Wir Menschen bestehen zum Großteil aus Leere und Wasser

 

Mein Atlantik. Das Bild ist nicht bearbeitet, man sieht die Spiegelung der Abendsonne


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Wie roch mein August

Eine Idee von Read-On, an der ich mich gerne beteilige

Die beherrschende Duftnote war eindeutig Staub, frischer leichter Staub und alter schwerer Staub und ein wenig feuchter Staub, der leicht in Schimmel und Moder hinüber wächst. Staub von außen und von innen und an manchen schwer zugänglichen Orten könnte man glatt an die Urzeugung glauben und darüber rätseln, was wohl aus diesem zusammengeballten Staub entstehen wird. Ein lange leerstehendes Haus riecht nach verbrauchter Luft und wenn man auch stundenlang alle Fenster und Türen offen lässt. Vielfältig ist der Staubgeruch, er hat eine Komponente von Verzweiflung, von Verlust der ordnenden Kontrolle über die Welt, von Wehmut und Vergänglichkeit, eine biblische Dimension sogar als Grundstoff der monotheistisch Gläubigen. Immer erinnert er daran, dass Veränderung meist einen längeren Zwischenstopp im Chaos braucht und dass auch die allerbemühteste staubwedelnde Biederkeit sich nicht gegen den Fluss des Lebens stemmen kann.

Ich wusste nichts von der Vielfältigkeit und der Gewalt des Staubs und davon, dass ich diesen Geruch gar nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Überall schleicht er sich ein an Orte, die ganz bestimmt nicht staubig sein und nicht vernachlässigt und nicht leer. Der Staubgeruch hat sich auch in meine Wohnung  eingeschlichen, in die Kleidung und die Bücher und die Teppiche. Die Vorausahnung künftigen Staubs bringt mich dazu, meine Schrankräume und Bücherregale zu durchforsten und zu entrümpeln, meine Dokumente zu sammeln, die Anzahl der Geschirrstücke zu überdenken. Staub kann erschrecken und inspirieren und eröffnet auch Blicke in die Zukunft, keine besonders angenehmen allerdings. Staub riecht nach der conditio humana.

Auch angenehme Gerüche gab es im August, das viel dezenter als zu früheren Zeiten gechlorte Wasser der städtischen Schwimmbäder, die sonnengetrocknete Wäsche. Hätten Wespen einen für Menschen wahrnehmbaren Geruch, dann wäre dieser allgegenwärtig gewesen im August.

Aber insgesagt hat der Staub alles überlagert, schleichend und unerbittlich und maßlos konsequent.