la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Bäume in luftiger Höhe auf historischen Gebäuden

Sieht aus, wie das platonische Ideal eines Dachgartens. Im Stadtzentrum, auf einem schönen Altbau. Die Bäume, die man von unten sieht sehen für Dachgartenpflanzen gewaltig aus. Entweder stehen da oben riesige Container oder auf dem ganzen Dach wurde Erde aufgeschüttet. So was kostet ein Vermögen, weil es ja Isolierung und Drainage braucht. Vielleicht gibt es dahinter auch einen Pool und Rasen und alles mit Blick auf die Karlskirche, eine der schönsten Kirchen Wiens in drallem Barock errichtet.

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Goldene Karyatiden

Bei mir findet das totale Kulturwochenende statt. Heute waren wir bei einem Konzert im goldenen Saal des Musikvereins. Die Qualität der Fotos ist mangels günstiger Perspektive nicht so gut, aber immerhin vermitteln sie einen Eindruck. Ohne den Blumenschmuck, den man beim Neujahrskonzert in diesem Saal immer sieht, ist er noch immer schön, aber es fehlt das Gegengewicht zu dem vielen Gold.


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Beschwingt und bleiern

Beschwingt war der gestrige Tag, leicht, erfreulich. Die an der Wirbelsäule operierte Freundin hat alles gut überstanden, ist schon wieder mobil und es geht ihr viel besser als vor der OP. Ich habe sie in dem angenehmen Belegspital besucht, in dem der ausgewählte Neurochirurg operiert. Ein ganz eigenes Ambiente: durch den Gang kurvt ein junger Mann in Oberkellneroutfit mit einem Wagerl zur Essensverteilung, wie ich erfahre kommt das Essen von einer Catering-Firma. An den Türen der Krankenzimmer stehen Namen, aber nicht etwa jene der Patienten sondern die der Ärzte. Territorriales Verhalten der Ärzte meinte meine Freundin. Sie muss das wissen schließlich gehört sie auch zu dieser Berufsgruppe. Die Krankenzimmer sind groß, mit einem Balkon ausgestattet, pro Bett ein schwenkbares Fernsehgerät mit Kopfhörern. Wenn ich da an mein Bett im Sechser-Zimmer zurückdenke ….  Man muss halt dort hingehen wo der erwählte Chirurg operiert.

Es gibt in diesem Krankenhaus einen Fellinger-Trakt, ein Fellinger Pent-house und sogar ein Fellinger-Museum. Karl Fellinger war ein höchst renommierter österreichischer Arzt, der eine Menge politische Prominenz zu seinen Patienten zählte: etwa der letzte Schah von Persien, der saudi-arabische König Saud, der marokkanische König Hassan II, der pakistanische Präsident Zia-ul-Haq und viele andere reisten an um sich von Fellinger behandeln zu lassen. Aber ein Museum? Leider hatte ich keine Zeit um mir anzusehen, was dort ausgestellt wird.

Anschließend bekam ich eine Blitzführung durch ein wunderschönes, fast fertig renoviertes Jugendstilhaus. Interessant, wie der Architekt die nicht-tragenden Wände entfernt bzw verschoben hat und das zuvor in Richtung Straße orientierte Haus nun nach hinten zum Garten geöffnet ist. Alte Fliesen, mühsam gereinigt und in neu verlegte Böden integriert. Auch das sehr alte Parkett konnte teilweise erhalten werden. Mitten drin eine moderne Küche, alte und neue Möbel. Die Lampen konnten teilweise erhalten bleiben, auch die typische Konstruktion aus Holz und farbigem Glas Im Stiegenhaus. Im Garten gibt es auch einen überdachten Bereich, wo man zum Beispiel im Regen malen kann. Freu mich schon! Es handelte sich um eine spontane Besichtigung und ich hatte leider ausnahmsweise keine Kamera mit. Nun, es wird sich eine andere Gelegenheit bieten.

Der heutige Tag dagegen hat schon schlecht begonnen und bietet eine heftige Herausforderung, die noch vor mir liegt. Früher nannte man so etwas ein Problem, aber derzeit gibt es ja nur Herausforderungen, nicht dass die Dinge an sich dadurch besser würden


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M – Postkarte aus …

Vielleicht belebt sich der Mitmachblog doch wieder. Da muss ich doch schnell was dazu beitragen zum Thema „Postkarte aus …..“

Postkarte aus dem Krankenhaus

Man stelle sich die Fotoseite der Karte vor: ein architektonisch schöner Gebäudekomplex aus einzelnen Pavillons auf einem 10 Hektar großen Parkgelände. Die Gebäude sind rund um einen großen Innenhof angeordnet; am Eingang ein Steinbogen, blühende Bäume, spazierende Patienten. Das Gelände wird von blühenden und duftenden Fliederbüschen von der wenig befahrenen Straße abgetrennt.

Das Krankenhaus wurde zum 60-jährigen Regierungsjubiläum des österreichischen Kaisers Franz-Joseph beschlossen und zwischen 1907 und 1913 gebaut. Mit einigem Zynismus könnte man meinen, dass es gerade rechtzeitig kam um die zahllosen Verwundeten des 1. Weltkriegs aufzunehmen. Der politische Hintergrund für die Errichtung des großen Spitals war ein neues „Heimatgesetz“, das allen, die länger als 10 Jahre in Wien lebten, „Armenversorgung“ bzw „Altersfürsorge“ zusicherte. Damals war dieses Krankenhaus auf dem allerneuesten Stand der medizinischen Wissenschaften und Ausbildungsstätte für zahlreiche Fachärzte.

Ein zoom in einen der Pavillons.

Wäre es nicht ein Krankenzimmer mit 6 Betten, würde man von einem wunderschönen Raum sprechen. Gute 4 Meter hoch, eine halbrunde, breite Nische mit raumhohen Fenstern, der Blick auf blühende Bäume und Büsche, dahinter der Wienerwald. Leider werden die Jalousien an den Fenstern nicht verwendet, man lebt hier wie die Hühner, orientiert am Tageslicht. Dem Pflegepersonal ist das egal, sie haben entweder Tag- oder Nachtdienst und wollen bzw dürfen dann ohnehin nicht schlafen. Darauf ob Patienten bei Tageslicht schlafen können, wird keine Rücksicht genommen.

So sehr ich historische Gebäude schätze, so hält sich das Vergnügen  eines Spitalsaufenthaltes in einem über 100-jährigen Gebäude in Grenzen. Am medizinischen Standard, an den Ärzten und PflegerInnen finde ich gar nichts auszusetzen, aber die Ausstattung der Räume – abgesehen von den erstklassigen Betten – lässt die Schemen von grauen Heeren an Kriegsverwundeten auftauchen, die  am einzigen Waschbecken Schlange stehen, so sie denn überhaupt noch stehen können.

Auf der Postkarte gibt es dann noch einen Hinweis darauf, dass ich diesen Ort schon wieder verlassen habe und es mir zufriedenstellend gut geht.