Schlagwort: Donau –

Nachtrag

Wir wollten den Sonntag nicht vorbeigehen lassen ohne ein bissl rauszukommen. Es regnete gerade nicht und wir fuhren mit dem Bus in einen Park an der Stadtgrenze, wo wir auch ein Lokal ausprobieren wollten.

Die Gewitterstimmung war nicht zu übersehen, aber wir hofften auf ein trockenes Zeitfenster. Tatsächlich blieb es trocken bis wir unsere übrigens erstklassigen Palatschinken bestellt hatten. Ich sitze sehr gerne bei Regen draußen und hatte daher den bestgeschützten Platz unter der Markise ausgesucht damit wir nicht nach drinnen übersiedeln müssten. Und der Regen begann wieder und wir saßen fest. Gemütlich und bestens versorgt, aber doch.

Wie man sehen kann, vergnügte ich mich mit dem Schießen miserabler Fotos wie diesem. Irgendwann hörte der Regen etwas auf und wir machten noch einen kleinen Spaziergang.

Doch dann ging das Zeitfester mit relativ schwachem Regen entgültig zu und wir fanden uns mitten in der gleichen Regenintensität wieder wie gestern nacht. Zwar waren wir mit Schirmen ausgerüstet aber bei Starkregen hilft das nicht viel. Zusammengefasst kamen wir beide völlig durchnässt nachhause. Innerhalb eines bisher so glühenden Sommers ist das gar nicht schlimm.

Schlimm aber sind die Überschwemmungen. Bisher gab es zum Glück keine Toten, aber die Flüsse steigen noch. Sogar wenn es in den nächsten Tagen keinen Tropfen mehr regnen sollte, ist der Höchstpegelstand noch nicht erreicht. Der Inn ist hoch und mündet in die Donau. In der Wachau ist man im Alarmzustand, von PB im speziellen war aber noch nichts zu hören. Wahrscheinlich wird trotzdem der Hochwasserschutz aufgebaut werden, wozu hat man ihn, denn es gibt eine Reihe von Häusern direkt an der Donaulände, in denen man heute wahrscheinlich nicht gut schlafen wird.

Was hält das Schiff?

Gestern in PB fotografiert. Neben einer Bootsrampe an der Donau

Abrupter Themenwechsel: gerade ist mir ein Stichwort bzw Ausgangswort zu einem Impulswerkstattbeitrag eingefallen. Ich lege ihn im Kopf ab mit dem Auftrag zur Bearbeitung und heute Abend oder morgen schaue ich dann mal nach, ob schon was daraus geworden ist. Die Methode ist bewährt, mein ganzes Studium lang bin ich alle schriftlichen Arbeiten so angegangen. Erfolgreich, muss ich dazu schreiben hat die Eitelkeit angeordnet, eine sehr lästige Mitbewohnerin …

Sonntag 27.Juni 2021 – Forellen am Abend

Die Maler haben doch tatsächlich die ganze Wohnung in PB zu zweit in zweieinhalb Tagen gestrichen. Alle Wände, alle Decken und die Türrahmen geschliffen und lackiert. Ich bin sehr beeindruckt. Der nächste Schritt ist, dass ein Zimmer einen neuen Boden bekommt. Dann können wir uns mit Möbeln beschäftigen.

Endlich haben wir es geschafft, dass der Vorbesitzer der Wohnung die Fernbedienung für die Garagentür herausgerückt hat. Er hatte sie, so sagte er, in einem seiner Umzugskartons versenkt und nicht und nicht gefunden. Aber gut, jetzt haben wir sie auch. Die Garage ist ebenerdig mit Fenstern und das Tor besteht aus Gittern sodass es nicht dunkel ist, wie in einer dieser entrischen Tiefgaragen, aber andererseits auch nicht so kühl. Die Garagenplätze selbst sind um einiges größer als in Wien.

Es war ein großartiges Wochenende. Warm, aber nicht zu heiß, mit Sonne, Wolken, Wasser, Geselligkeit und Plänen. Das freundliche Gesicht des Sommers.

Von PB zurück nach Wien fuhren wir diesmal auf der anderen Donauseite. Die Strecke ist ein bisschen länger, aber viel schöner. Wir fanden ein Fischlokal mit Blick auf einen kleinen Hafen in einem Nebenarm der Donau. Die Forellen waren gar nicht schlecht und der Blick auf die Schiffe sehr nostalgisch. Ich war so lange nicht mehr am Meer und der kleine Hafen erzeugte eine ganz maritime Atmosphäre, die von dem barocken Kirchturm im Hintergrund etwas verfremdet wurde.

Der F an der Donau

Aus Gründen der Anonymität schwerst überbelichtet, wodurch man leider nicht viel von der Donau sieht. Aber schließlich gibt es hier jede Menge Wasserfotos zu sehen, den F dagegen sehr selten.

Donau von allen Seiten

Wir nähern uns der Donau von verschiedenen Seiten. Kürzlich haben wir die Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Freudenau besucht, letzten Sonntag waren wir am Beginn der Donauinsel, beim Einlaufbauwerk Langenzersdorf, dort wo die Neue Donau, die eigentlich mehr ein See mit Zu- und Abfluss ist, von der Donau abgezweigt wird.

Das Einlaufbauwerk Langenzersdorf ist die erste der drei Wehranlagen in der Neuen Donau, die 1975 im Zuge der Wiener Donauregulierung gemeinsam mit der Neuen Donau und der Donauinsel gebaut wurde. Die Donauinsel ist zum äußerst beliebten Naherholungsgebiet geworden. Sie ist mit mehreren U-Bahnen zu erreichen und bietet einerseits Partybetrieb an der sogenannten „Copa Kagrana“ (Kagran heißt der Stadtteil daneben), andererseits Bademöglichkeiten und Natur mit kilometerlangen Wander- und Radwegen.

Bei Hochwasser auf der Donau werden die Wehre des Einlaufbauwerks geöffnet und das Wasser in die Neue Donau geleitet, um Überschwemmungen zu verhindern. Die Kapazität der Donau und der Neuen Donau betragen hier zusammen 14.000 m³/Sekunde. 8.000 m³/Sekunde entsprechen hier einem Pegelstand von 7 Metern, beim „Jahrhunderthochwasser“ 2002 waren es „nur“ 10.000 m³/Sekunde und es gab in Wien keinerlei Hochwasserschäden.

Soviel zur technischen Seite. Die Donauinsel ist Teil des Hochwasserschutzes aber auch ein sehr idyllisches Gebiet, wo man abgesehen von Wandern, Radfahren und Schwimmen auch noch diverse andere Sportarten betreiben kann.

Für mich als begeisterte Wasserschauerin ist die äußerste Spitze der Insel sehr interessant, da wo das fließende Wasser mit dem aufgestauten zusammen trifft.

Wahrheiten?

Wenn es so etwas wie universelle Wahrheiten geben sollte, so müsste es auch möglich sein, auf verschiedenen Wegen dorthin zu gelangen. Wenn es eine gute Zukunft für die Menschheit auf diesem Planeten geben soll, müssen viele verschiedene Richtungen einen Grundkonsens finden. Leider sieht es danach derzeit nicht aus. Möglicherweise fehlt mir aber auch nur die Sicht von einem höher gelegenen Standpunkt aus.

Vielleicht gibt es aber diese universellen Wahrheiten gar nicht, oder auf einer Ebene, die uns Menschen nicht zugänglich ist und wir hauen einander wegen Banalitäten die Schädel ein.

Manchmal versuche ich Fs Faszination für Baumaschinen, Brücken, Dämme, Züge nachzuvollziehen. Es gelingt mir eh nicht

„Ahhh, ein Zug“
„Ja und?“
“ —-„
„Ah ja, toll, ein Zug“

Es wär´ doch schön …

Es war eine große Freude und ein tiefes Durchatmen wieder einmal aus der Stadt rauszukommen. Die Weite und Stille an der Donau hat mir bewusst gemacht, dass ich eigentlich ziemlich angespannt bin.

Nachdem wir schon länger über Sinn und Unsinn eines Wochenenddomizils debattieren, sind wir doch auf der Sinnseite gelandet und haben uns auch auf eine Gegend verständigt: Wachau bzw Mostviertel. Wir waren heute in Ybbs, Pöchlarn und Melk um uns die Gegend mit den Augen von eventuell-dort-gelegentlich-leben-Wollenden anzusehen. Überraschenderweise hat uns beiden Ybbs am besten gefallen. Es hat eine in den Ort integrierte Donaupromenade, eine Altstadt mit schöner Bausubstanz, aber etwas morbidem Charme  und keiner Spur von Schickimicki. Allein in der Altstadt habe ich drei Galerien gesehen und zwei angekündigte Malerei-Ausstellungen und am Hauptplatz hing ein Plakat von Johanna Dohnal. Ja, das sind Kleinigkeiten, aber sie beeinflussen die Atmosphäre, die an einem Ort herrscht.

Ursprünglich hielt ich ja Melk für den idealen Ort um dort eine Wochenendbasis einzurichten. Stift Melk ist ein sehr sehenswertes, geschichtsträchtiges Gebäude, aber es thront in einer Weise über dem Ort, die wir beide als recht bedrückend empfanden. Andererseits liegt gleich gegenüber ein Auwald durch den man zur Donau  kommt. Aber sogar die Donau hat mir in Ybbs besser gefallen, weil sie dort eine Schlinge macht.

Pöchlarn wiederum schmückt sich mit dem Begriff Nibelungenstadt, gut, aber sonst hat mich dort nicht viel beeindruckt.

Ein erster Schritt ist getan. Es gibt auch noch andere mögliche Orte und das Angebot an Immobilien in Ybbs hält sich auch leider in Grenzen. Aber wie ich mich kenne, wenn ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt habe…