la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Sunnys Bänke

Ich habe viele Fotos von Bänken und Bänckchen an verschiedenen Orten, in verschiedenen Farben, mehr oder weniger einladend.Gerade aber sind mir besondere Parkbänke eingefallen:

Der Tiergarten Schönbrunn in Wien hat ein ziemlich geniales Marketing-team, dem immer wieder etwas Neues einfällt um Sponsoren für dies oder das zu finden. Zum Beispiel Paten für die Tiere. Deren Namen steht dann auf einem Schild. „Max Mustermann“ Pate der Giraffe Sheherezade zum Beispiel.

Auch Parkbänke innerhalb des Tiergartens können gespendet werden, die edlen Spender dürfen dann eine Widmung für eine Person ihrer Wahl drauf schreiben lassen. Eigentlich eine wirklich nette Idee


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Transparente Wasserläufer im Gegenlicht

Wir haben uns doch noch entschlossen einen kleinen Vorosterurlaub auf dem Land zu machen und haben es ganz und gar nicht bereut. Osterverkehr klingt für mich nach ziemlichem Verkehrschaos, aber wir sind antizyklisch gefahren, von Mittwoch bis Samstag und es gab nicht einen gefährlichen Moment. Einen Unfall allerdings  haben wir gesehen, beim Vorbeifahren, zum Glück hat es nicht sehr schlimm ausgesehen; ansonsten war der Verkehr völlig problemlos.

Im Waldviertel, dem nördlichsten Teil Österreichs kann man wunderbar entschleunigen. Sanfte Hügel, Felder in verschiedenen Braun- und Grünschattierungen, dazwischen sonnengelber Raps. Zahllose kleine Teiche und Bäche. Kühl ist es im „mystischen Waldviertel“, kühl und feucht und entspannend. Das Hotel war aber gut geheizt und die waldviertler Mohngerichte waren erstklassig; Karpfen (aus dem Teich hinter dem Hotel) in Mohnpanier, Mohnzelten, Mohnparfait …… köstlich.

Wir sind in einem ungewöhnlichen Hotel am Ende der Welt abgestiegen. Früher eine Mühle, heute ein Hotel direkt am Bach mit einem privaten kleinen Wasserkraftwerk und Zäunen mit Sonnenpaneelen. Für die Esoteriker eine Pyramide im Garten, riesige Gartenflächen mit 170 verschiedenen Obstbäumen, darunter sehr alte Sorten. Im Restaurant gab es neben erstklassiger Küche, uralte Möbel, riesige Lüster und eine sehr eigenwillige Sammlung von Bildern an der Wand: von kitschigen Acryl-Blümchen bis zu Ikonen. Das ganze wirkte ein bisschen wie Robinson Crusoes Insel in dritter Generation, exzentrisch, aber sehr komfortabel.

Wir haben auch vieles gesehen; von Burgen und Schlössern über Wackelsteine bis zur Moorforschungsanlage; schlechte Kunst, nachdenkliche Installationen und Mohn, Mohn, Mohn …

Jedenfalls sind meine Nerven gestählt für die Ergebnisse des baldigen Erdogan-Referendums.


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Nidaros

Als Kind las ich mit großer Begeisterung „Kristin Lavranstochter“ von Sigrid Undset. Für diesen im Norwegen des Mittelalters spielenden Roman bekam die Autorin 1928 den Nobel-Preis.

Im Norwegen des 13 und 14.Jahrhunderts spielten Kirche und Religion, wie damals überall in Europa, eine große Rolle und der Nidaros-Dom war ein religiöses Zentrum Norwegens.

Ich erinnere mich an ein Kapitel aus „Kristin Lavranstocher“ in der sie als „alte Frau“ beinahe 50jährig von ihrem Hof, den sie ihren Söhnen übergeben hat zu Fuß über die Berge zum Nidaros-Doms zieht. In meiner Erinnerung wird da beschrieben wie die Pilgergruppe sich dem Dom nähert. Tatsächlich steht das so nicht im Text. Ich habe da wohl in der Erinnerung einiges vermischt….. Gut erinnern konnte ich mich aber an das Ende. Kristin stirbt während der Pest, die im Jahr 1350 in Norwegen wütete.

Als Kind und auch als junge Frau, als ich das Buch nochmals las, interessierten mich natürlich mehr jene Teile des Textes in denen Kristins Kindheit und Jugend beschrieben werden. So ändern sich halt die Perspektiven im Laufe des Lebens. Immer aber wollte ich den Nidaros-Dom sehen. Ich war zweimal in Norwegen, in Oslo, in Lillehammer, an mehreren Fjorden, aber nicht in Trondheim. Aber diesen Sommer war es soweit und ich habe mich sehr auf den Nidaros-Dom gefreut. Die Fotos sind nicht besonders geworden. Der Raum um das Gebäude ist nicht groß und das Licht war auch miserabel. Leider waren andere Fotografen auch nicht besonders erfolgreich, ich konnte keine Bilder des Doms finden, die mir wirklich gefallen hätten. Macht nichts. Ich habe einen sehr starken Eindruck mitgenommen.

img_9037aGanz frühe Gotik, so hoch im Norden

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Die Figur mit dem Blumenkranz (aus Plastik) kennzeichnet den Heiligen, der für die Region zuständig ist. Mir hat das Ding nicht gefallen, die großartige Fassade hätte mir gereicht.

img_9046Fotografieren im Inneren war verboten, aber bei diesem Motiv mit seinen Schatten konnte ich nicht widerstehen.

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Ein ebenso schäbiges wie originelles Lokal

… befindet sich hinter dieser ebenso schäbigen Tür. Dieses Lokal war eines der ersten in Wien, in denen bookcrossing betrieben wurde. Es hieß nicht bookcrossing sondern irgendwie bodenständiger, aber das Prinzip war dasselbe: man konnte ausgemusterte Bücher dort abstellen und die ausgemusterten Bücher anderer Leute durchwühlen und mitnehmen.

Aber der Besitzer ist nicht nur bibliophil, er ist auch sehr verspielt und so hat er in seinem Lokal Unmengen von Spielen aufgebaut, die die Gäste benützen dürfen.

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Pour Sylvain 2.02 – Sous le mammouth – Unter dem Mammut

Changement de perspective: vue d´en bas.

Une position très peu recomendable: vue d´en-bas en face d´un mammouth. Heureusement cet-exemplaire-là n´a jamais  bougé.

Blick von unten  auf ein Mammut. Eine wenig empfehlenswerte Position. Auch wenn dieses Mammut sich noch nie bewegt hat.

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Und wie war es im Sommer ?

Auch unendlich scheinende Sommerurlaube haben ein Ende. Morgen ist es soweit. Es wäre gelogen zu behaupten, dass ich ungeduldig in den Startlöchern scharre, aber ich bin auch nicht unglücklich darüber wieder an den Start zu gehen. Zu den vielen schönen Seiten des Lehrberufs zählt es, dass man in jedem Schuljahr neu anfängt. Zwar ist die Tätigkeit als solche immer wieder die gleiche, aber die Schüler sind immer andere und wer möchte kann ja auch in jedem Schuljahr oder auch jede Woche irgend etwas Neues ausprobieren, neue didaktische Ansätze, neue psychologische Ansätze, neue Lehrmaterialien, neue Organisationsstrukturen, was immer neu und interessant daherkommt.

Vielleicht gibt es sie auch noch, die Lehrpersonen, die aus ihren eigenen vergilbten Schulheften vorlesen und/oder alle Jahre wieder genau das gleiche machen. Aus der ersten Kategorie kenne ich gar niemanden, aus der zweiten einige wenige. Das sind die frustrierten, gelangweilten, die nicht nur ihre Schüler sondern auch sich selbst anöden.

Lang und inspirierend war der Sommer: in Irland habe ich die perfekte Kombination aus Grün, Stein und Wasser genossen. Die Steinbauten mitten in diesen fruchtbaren, ständig feuchten, hunderten Grünvariationen. Im Burgenland und in der Steiermark die Kombination von Sommer, verschiedenartigen Landschaften und Kultur. In Norwegen hat mich die karge Landschaft im Kontrast zu den vor Leben wimmelnden Meeren fasziniert, die Nordroutenromantik und das skandinavische Gesellschaftsmodell. Im Kurhotel schließlich habe ich die tausenden Eindrücke im Kopf etwas sortiert und den Reisesommer ausklingen lassen.

Es war ein in jeder Hinsicht wunderbarer Sommer, in dem ich viel gesehen, viel gefühlt und einiges verstanden habe. Die Ernte daraus werde ich in den nächsten Wochen und Monaten einfahren …

Jetzt ist es einmal Zeit zu arbeiten und den Alltag um den neuen Stundenplan herum zu organisieren, den doppelt so langen Weg zur Arbeit in einem Ausweichgebäude zu schlucken, die neuen Schüler und Studenten kennenzulernen und die schon bekannten wiederzusehen ebenso wie die Kollegenschaft, sich im noch unbekannten Gebäude einzurichten und neue Strukturen zu bauen. Also Langeweile wird in absehbarer Zeit nicht ausbrechen