Schlagwort: Tiere –

Sonntag 2.Mai 2021

Aus den Lockdowns beibehalten haben wir die Spaziergänge auf Friedhöfen. Viel Grün, wenig Leute, interessante Grabsteine, über die man Geschichten spinnen kann. Einer dieser Friedhöfe bietet theoretisch auch eine tierische Attraktion: Wildhamster, die dort frei leben und sich angeblich heftig vermehren. Theoretisch, weil wir bei zahlreichen Spaziergängen nie auch nur einen einzigen gesehen haben. Bis gestern.

Nach dem Besuch beim Friedhofsgärtner, der ebenso wie im Vorjahr im Lockdown nicht nur überhaupt offen hatte sondern auch an Sonntagen, luden wir die Blumen ins Auto und beschlossen noch eine Friedhofsrunde zu drehen, wo wir doch schon dort waren. Und nachdem wir nicht auf den Hauptwegen sondern zwischen den Gräbern spazierten, wurden wir mit einer Feldhamster-Sichtung belohnt. Ein sehr putziges Viecherl kam aus einem Loch unter einer Grabplatte und sah uns an. Irgendwo zwischen Hamster und Meerschweinchen sah es aus. Ich fand es größer als ich es mir vorgestellt hatte, der F fand es kleiner. Gut, es war so groß wie es eben ist und verschwand in einem ziemlich kreisrunden Loch.

Eine Infotafel am Eingang hatte uns darüber informiert, dass die Hamster unterirdische Sommer- und Winterbauten errichten, mit Kammern, die verschiedene Funktionen haben und mit mehreren Eingängen in Form von Fallröhren mit kreisrundem Eingangsloch. Nun sahen wir sie auch, die zahlreichen Löcher im Boden ….

Foto habe ich leider keines zu bieten, aber für wen es interessiert, gibt es ja im Internet nicht nur Katzenfotos

Sonntag 20.September 2020

Das Leben plätschert dahin. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es so mag oder nicht. Es fließt in einem sehr angenehmen, hübschen, abwechslungsreichen Flussbett. Auch der Hochwasserschutz ist bestmöglich. Es gibt aber mehrere Dinge, die ich tun würde, wenn nicht überall das widerwärtige Virus gegenwärtig wäre. Wenn ich also normal leben könnte, würde mir das Plätschern wahrscheinlich noch besser gefallen.

Ein in Österreich lebender Mann aus Weißrussland sagte bei einem Interview über die Situation in seinem Land: „die Wahrheit stimmt nicht“. Ein denkwürdiger Satz, auch wenn man berücksichtigt, dass er sich vielleicht auf Deutsch nicht ganz so ausdrücken kann, wie er gerne möchte.

Nachdem der F und ich beide Jahreskarten für den Schönbrunner Tiergarten haben, fanden wir es gestern an der Zeit wieder einmal vorbeizuschauen und die Amortisierung des Preises voranzutreiben. Bei dieser Gelegenheit haben wir erfahren, dass die Jahreskarten um 65 Tage verlängert werden, wegen des Lockdowns und dass sie wesentlich teurer geworden sind.

Etwas grimmig schaut der Pelikan drein. Tatsächlich war es auch schon wieder ziemlich voll im Tiergarten. Ich konnte bei dieser Gelegenheit gut beobachten, dass der F, der immer gegen überzogene Corona-Hysterie wettert, durchaus verinnerlicht hat, Abstand zu Menschengruppen zu halten.

Im Schlosspark wurden die letzten Teile der Aufbauten für das alljährlich stattfindende Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker abgebaut. Bei dieser Gelegenheit wird immer das Schloss, der Neptunbrunnen, diverse Skulpturen und auch die Blumenrabatten mit für diese Gelegenheit montierten starken Scheinwerfern beleuchtet. In den letzten Jahren haben wir uns das Konzert öfter im Park selbst angehört. Heuer war der Park aber gesperrt, nur etwa 1000 Sitzplätze in einem abgesperrten Areal wurden vergeben. Dafür wurde das Konzert am vergangenen Freitag aber im Fernsehen übertragen. Etwas Wien-lastig war das Programm schon „Wiener Blut“ und „Wien, Wien nur du allein“ und so weiter aber in Philharmoniker Qualität.

Wenn ich früher gewusst hätte …

… dass heute Weltkatzentag ist, hätte ich mir etwas einfallen lassen zu dem Thema. Aber so präsentiere ich nur das Portrait einer anderen Zufallsbekanntschaft. Leider wollte die Spitze eines Ohrs nicht mit aufs Foto. Die absolute Symetrie, dachte die Mieze, ist ohnehin langweilig und meine Schnurrhaare sind schön genug. Sind sie auch

Bullenportrait

Ich wusste gar nicht, dass man männliche Giraffen „Bullen“ nennt. Das ist ein solcher Bulle, ein sehr alter, fast 30 Jahre alt und das ist für eine Giraffe ein Alter, das sie in freier Wildbahn nicht erreicht. Ich vermute, dass es ihm trotzdem lieber gewesen wäre, nicht im Zoo zu leben.

Nun, jedenfalls wurde das Giraffenhaus im Tiergarten Schönbrunn umgebaut und die darin lebenden Giraffen zwischenzeitlich umquartiert. In ein nicht besonders schönes aber weitläufiges Ausweichquartier auf dem Areal einer Kaserne. Als das neue Giraffengehege fertig war, wollte man diesen alten Bullen aber nicht nochmals umquartieren und hat ihn in dem Ausweichgehege in der Kaserne gelassen. Nicht allein. In dem Gebäude leben noch zwei andere Giraffen: Mutter und Tochter. Diese Situation hat leicht patriarchale Anklänge und es ist auch etwas seltsam, an einem Ort, der doch in gewisser Entfernung vom Tiergarten liegt, Giraffen anzutreffen.

Der Bulle stand ganz unbeweglich und starrte vor sich hin.