la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Antons Suche – ABC Extraetüde

Die ABC-ExtraEtüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 500 Wörtern, in dem die 6 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Die Kombination von „Winterbäume“ und „bluten“ hat mich wohl an Anton erinnert, von dem wir schon lange nichts mehr gehört haben. Hier geht es um seine menschliche äh….. kätzische Dimension. Flumsi gewidmet, der geistigen Mutter von Kater Anton.

 

Missmutig schlich Anton hinter den Holzstoß und sprang durch den Eingang zu seinem Tagesquartier. Die Abteilung „Katerehre“ in seinem Gehirn registrierte automatisch, dass die Eleganz des Sprungs mit Null Punkten zu bewerten sei. Anton war aber so deprimiert, dass ihm alles egal war. In diesem nasskalten Substandardquartier musste er den ganzen Tag verbringen, weil er ja die Sonne nicht mehr vertrug. Ziemlich erfolglos versuchte er, es sich einigermaßen bequem zu machen. Es hatte keinen Sinn seinem früheren Leben nachzutrauern, in der Erinnerung wurden die Decken nur  immer wärmer und weicher, die Dosenöffner immer dienstfertiger, ach und die Nachbarsmiezen.

Er streckte seine linke Pfote, fuhr die Krallen aus und betrachtete traurig das ehemals geschliffen gepflegte Samtpfötchen. Wenn er damit ein wenig Milchtreten praktiziert hatte, verfiel seine Menschin in Verzückung und dann gab es fellpflegende Streicheleinheiten noch und noch. Besser gar nicht daran denken. Vorhin gerade als er um die reizende neue Mieze aus der Nachbarschaft herumgeschlichen war, hatte die doch tatsächlich angeekelt die Pfote geschüttelt. Angeekelt! Von Anton dem ehemaligen Schwarm aller Katzen nah und fern. Und das war noch nicht das Schlimmste. Sein Unglück war Anton so peinlich, dass er nur selten daran dachte, die Gehirnabteilung „Katerehre“ brachte dann auch immer sämtliche neuronale Verschaltungen durcheinander. Ach, diese bezaubernde Nachbarsmieze, dreifärbig und gelockt, unglaublich geschmeidig und der nahezu unwiderstehliche Geruch, und dieser Nacken, dieser Nacken in den er so gerne beißen würde. Sie würde aber nur bluten und dann auch diese verstörenden roten Augen bekommen statt ihrer wunderschönen, transparenten grünen Augen. Doch den zärtlichen Nackenbiss und alles was darauf folgte, beherrschte Anton nicht mehr, er war – das schreckliche Wort tauchte immer wieder auf – er war impotent, impotent bis in die letzte Schnurrhaarspitze. Er konnte die Miezen nur noch zum bluten bringen.

Wenn der vampirische Anton nicht ohnehin schon tot gewesen wäre, hätte er ernsthaft daran gedacht der erste selbstmörderische Kater zu werden. Durch die Verteidigungschlitze im Holzstoß sah er die Winterbäume, die im Sturm ächzten und wankten. Auch kein besonders aufmunternder Anblick für einen Kater, der von nichts anderem träumt als nächtelang zu singen, um die schönste Mieze zu werben und zu lieben. Vielleicht auch wieder mal bei Tageslicht. Die Gehirnabteilung „Katerehre“ hatte sich vor Verzweiflung vorübergehend abgeschaltet. Die roten Augen leuchteten.

„Dich gibt es also wirklich“ sagte eine Stimme. Anton sprang in Verteidigungsposition und stellte alle Haare auf um doppelt so groß zu wirken. Reflexe kann man schließlich nicht ausschalten

„Ich bin die Waldfee“

„Nicht größer als eine Maus“dachte Anton, plumpste wieder auf den Boden und wackelte andeutungsweise mit dem Hinterteil.

„Na, na, täusch dich nicht“ sagte die Waldfee „Ich kann jede beliebige Größe annehmen. Aber in diesem finsteren Loch ist ja kein Platz“

Verärgert kniff Anton die Augen zusammen „Glaubst du, ich wäre nicht auch lieber woanders“ knurrte er.

„Deswegen bin ich ja da“ sagte die Waldfee mit einer etwas zu lieblichen Stimme. „Es gibt nämlich eine Lösung für dich. Du weißt doch sicher, was ein Regenbogen ist“

„Pffffff, die gibt es nur bei Sonnenschein“ bemerkte Anton uninteressiert.

498 Wörter

 

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Der rebellische Goldfisch – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane 

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Und warum muss man als Goldfisch immer am Boden der Realität bleiben?  In welches Wasser ist das eingraviert?

Verschwommen ist unsere Welt, farbig und undefiniert. Niemand weiß wirklich, was dort ist, wo sie endet. Bäume sollen diese fließenden Gebilde heißen, manchmal sind sie grün, dann ist die Atmosphäre naß-warm, wenn sie aber schwarz werden, oder gar weiß, dann atmen wir naß-kalt und manchmal wird der Himmel hart. Winterbäume heißen sie dann. Das hat mir der riesige, alte Goldfisch einmal erzählt. Er weiß viel zu erzählen von der anderen Welt, nur glaubt ihm niemand – außer mir. Dass es dort oben nicht überall Wasser gibt, dass die Dinge seltsam fest wirken und viele verschiedene Wesen in diesem Nicht-Wasser leben. Und wie bitte sollten diese Wesen atmen?  sagen dann alle und wie kann ein Ding fest wirken? So ein Unsinn sagen sie dann alle und schwimmen flossenschüttelnd davon.

Aber ich denke, vielleicht hat er recht, vielleicht hat er wirklich in der anderen Welt gelebt. Es ist doch möglich. Manchmal erzählt er, dass er dieser Welt ein bisschen nachtrauert, weil es dort so bequem ist. Die Nahrung fällt von oben ins Wasser und man muss nur das Maul aufmachen.

Wie sollte man denn dort oben überhaupt sehen können? fragen sie immer wieder, wenn doch die Sonne und der Mond immer in unserem Wasser schwimmen und nicht dort oben sind? Reine Erfindungen sind das. Ein Esoteriker ist der riesige Goldfisch, warum ist der überhaupt so riesig? Nein, nein, das sind alles Hirngespinste mit denen die Jugend verdorben wird. Du solltest ihm gar nicht zuhören, sagen sie dann zu mir, halte dich an die Realitäten und das alte Wissen, da oben ist nichts und die Welt ist naß.

Eines Tages werde ich es schon herausfinden. Ich muss ja nur da hinauf zu den Bäumen.


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Vogelintelligenz

Sehr beeindruckt hat mich ein Artikel, den ich kürzlich gelesen habe. Ein Professor für Biopsychologie beschäftigt sich mit der Intelligenz von Vögeln. Mit der Bezeichnung „Biopsychologie“ kann ich zwar nicht viel anfangen, aber Onur Güntürkün leitet ein Forschungsprojekt zum Thema „Lernen und Vergessen“ an dem immerhin um die 100 Wissenschaftler beteiligt sind und da werden wohl auch Gehirnforscher und Neuropsychologen dabei sein. Jedenfalls beschäftigt sich Güntürkün mit der Intelligenz von Vögeln und kommt dabei zu dem Schluss, dass sowohl die Wichtigkeit der Größe eines Gehirns für seine Leistungen überschätzt wird, als auch die angenommen wesentliche Rolle des menschlichen Kortex. Manche Vogelhirne, die zwar klein, aber sehr kompakt gebaut sind, gleichen die geringere Masse durch Geschwindigkeit aus. Die Forschergruppe kam zu dem Ergebnis, dass Krähen in ihrer Intelligenzleistung mit Schimpansen zu vergleichen seien.

Die Vögel, die uns vom Dach gegenüber zusehen, sind also ebenso intelligent wie Primaten? Die Vorstellung finde ich doch etwas beunruhigend. Verblüfft hat mich auch, dass sogar Tauben angeblich einen Menschen vom anderen unterscheiden können.

Profil.19.11.18


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Durch das Polarmeer- Teil 3 – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden

Ich habe mich diesmal für eine Geschichte entschieden, die ich in 300 Wörtern nicht unterbringe und die daher zur Fortsetzungsgeschichte wird.

Dies war der erste Teil 

Und das der zweite

Und hier der dritte und letzte

Der Kapitän starrte durch die Panoramascheiben der Brücke. Die Instrumente zeigten nichts Beunruhigendes an, auch der Blick aus dem Fenster ließ nichts anderes erkennen als den tiefblauen Himmel des hohen Nordens und schimmerndes Eis. Aber obwohl der Kapitän ein gemeingefährlicher Schürzenjäger war, so war er doch auch ein sehr erfahrener Seemann und er spürte, dass irgendetwas ganz und gar nicht in Ordnung war; irgendetwas da draußen im Polarmeer.

Die Schamanen trommelten, dumpf, weit tragend. Plötzlich, völlig synchron, ein letzter Schlag, dann absolute Stille, der Blick aufs Meer und das Schiff fiel, fiel in den Himmel hinauf, ins Blau, in die Weite, wie der Ball in einem Spiel bei strahlendem Sonnenschein; wie ein Ball, der für die faszinierten Zuschauer in Zeitlupe aufstieg, vor dem Hintergrund des Himmels glänzte und eine elegante Kurve nahm. Kein Laut war zu hören, das riesige weiße Schiff fiel in den Himmel, langsam und lautlos.

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Vor dem UNO-Hauptquartier formierte sich die Demo. Hunderttausende Menschen waren dem Aufruf von „Nordleben“ gefolgt. Der charismatische Anführer dieser erfolgreichsten aller NGOs stelzte über das Podium. Ja, er stelzte, das war in den Augen seiner Anhänger sein größter und einziger Fehler, den sie ihm aber gerne verziehen, war er doch früher Kapitän von Kreuzfahrtschiffen und hatte diesen angenehmen, lukrativen Job aufgegeben um für den Schutz des Nordens zu arbeiten; und das äußerst erfolgreich und überzeugend. Jeder Eisbär, jede Robbe wäre der Organisation sofort als spendendes Mitglied beigetreten.

Manchmal frage ich mich, wie ich hierhergekommen bin, murmelte der frühere Kapitän nachdenklich, warum ich nach meiner letzten perfekten, völlig ereignislosen Kreuzfahrt das Geschäft hingeworfen habe. Wer versteht sich schon selbst, antwortete seine neben ihm stehende Mitstreiterin. Ich frage mich auch oft, wie ich auf die Idee kommen konnte mit dir zusammenzuarbeiten, so unsympathisch wie ich dich auf dem Schiff gefunden habe!

298 Wörter


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Durch das Polarmeer. Teil 2 . ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden

Ich habe mich diesmal für eine Geschichte entschieden, die ich in 300 Wörtern nicht unterbringe und die daher zur Fortsetzungsgeschichte wird.

Dies war der erste Teil 

Hier kommt der zweite

 

Es waren keine Jahrmarkt-Schamanen, keine Touristenattraktionen. Sie waren keine gemeingefährlichen Esoteriker, die Menschen von medizinischen Behandlungen abhalten wollten. Auch befassten sie sich nicht mit irgendwelchen Trick-Vorführungen. Sie standen in direkter Linie in der jahrtausendealten Tradition des sibirischen Schamanismus, der schon gelebt wurde, als manche sich noch zwischen den Welten bewegen konnten, als Menschen noch nicht von allem anderen getrennt waren.

Hätte man von oben auf das Polarmeer gesehen – und vielleicht war das der Blickwinkel der in Trance gefallenen Schamanen – so wäre aufgefallen, dass sich alle Lebewesen aus einem Kreis rund um das Kreuzfahrt-Schiff zurückzogen. Die Robben fühlten, dass sie viel lieber auf den Eisschollen in einiger Entfernung liegen wollten, Vögel begannen ihre Flugkreise vom Schiff weg zu verlagern. Sogar die Fische bemerkten einen dumpfen Druck, der sie veranlasste in andere Richtungen zu schwimmen.

Gleichgewicht sollte wieder hergestellt, aber Leben geschützt werden. In Sewernaja Semlja trommelten die Schamanen, Frauen und Männer. Weit trug das Polarmeer das dumpfe Trommeln, die Schwingungen schienen das Wasser zu bewegen, die Luft zum Vibrieren zu bringen, aber auf dem Kreuzfahrt-Schiff bemerkte man nichts.

Der Kapitän stelzte immer noch an den Liegestühlen vorbei, bot ein ebenso abstoßendes wie lächerliches Spektakel, eingeschlossen in seine Sicht der Welt. Doch sogar er bemerkte die elektrisierte Luft und fragte sich, ob wohl ein von allen Wetterstationen übersehenes Gewitter zu erwarten sei. Zwar war der Himmel strahlend blau und kein Wölkchen in Sicht, aber er dachte, dass seine Anwesenheit auf der Brücke doch angebracht wäre.

Teil 2 – 300 Wörter

Fortsetzung folgt bald.

 

 

 


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So schöne Hühner

Gestern waren wir in Mödling, einer Kleinstadt im Speckgürtel von Wien mit wunderschöner mittelalterlicher Bausubstanz. Mödling ist eine sehr reiche Gemeinde, die es sich leisten kann, die Häuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert einfühlsam zu renovieren und es ist ein Vergnügen durch die Stadt zu schlendern

An diesem Wochenende hatten sie dort den „Tag des offenen Gartens“. Eine Gelegenheit die Gärten in und um die alten Häuser zu sehen. Abgesehen von schönen Gärten, konnte man auch diverse Nebengebäude begehen. Ich bin zum Beispiel bei einer faszinierenden Sammlung von alten Bügeleisen vorbeigekommen. Abgesehen von den sehenswerten Objekten habe ich bewundert, dass die Leute gar keine Scheu hatten, allen Interessierten in ihre privaten Bereiche Eintritt zu gewähren.

Den Garten eines Künstlers habe ich auch besucht. Er war mit Skulpturen aus diversen Materialien na ja „geschmückt“ würde ich nicht gerade sagen, weil mir die Dinge gar nicht gefallen haben. Der Garten selbst grenzt an den Bach, der durch Mödling fließt und ist ziemlich groß, so dass die hübschen Hühner, die hier gehalten werden viel Platz haben. Tatsächlich haben sich die Besucher, die wohl hauptsächlich aus der Großstadt kamen, für die Hühner viel mehr interessiert als für die Skulpturen.

Eine kleine Führung durch das Stadttheater habe ich auch noch mitgemacht bevor ich mich in einem Café niedergelassen  und in das Buch hineingelesen habe, dem ich beim Vorbeigehen an der Buchhandlung nicht widerstehen konnte. Ich habe kürzlich bei Yvonne darüber gelesen und dachte mir, eine ideale Nebenlektüre zu der Speer-Biographie an der ich noch immer nage. Meistens kaufe ich diese Art Bücher nur als paperback, aber dieses ist ganz neu und die Taschenbuchausgabe erst in einem Jahr zu erwarten.

Es war noch ganz angenehm im Freien zu sitzen, ein bissl zu lesen, Leute zu beobachten und einen großen Kakao mit allem Drum und Dran zu konsumieren. Dann kam F. von seinem Spaziergang auf dem Hausberg zurück und wir beschlossen doch noch eine Kleinigkeit beim hochgeschätzten „Zen“ in der Fußgängerzone zu essen. Kann ich sehr empfehlen. Nicht nur isst man dort hervorragend, man bekommt auch immer eine Vor- und eine Nachspeise auf Kosten des Hauses. Und wenn man sich – wie der F gestern – von der Kellnerin mit Sauce übergießen lässt, sind dann die Getränke auch umsonst.