la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Samstag 17.11.18 – Wein

Kahle Weinberge finde ich bei Tageslicht deprimierend, in der Nacht etwas unheimlich. Heute standen sie aber im strahlenden Sonnenlicht und waren auch noch nicht ganz kahl. Zum Ausgleich für das gestrige Museumsdesaster fuhren wir in die eiskalte Sonne in den Weinbergen rund um Klosterneuburg. Auf der Südautobahn fuhr man flüssig aber eng, die einen in die Shopping City, die anderen ins Grüne oder in den Speckgürtel von Wien. Vorbei fuhren wir auch am Friedhof.

Noch leuchten die Weinberge. Es waren aber nicht mehr so viele Menschen unterwegs wie an den zahlreichen letzten schönen Wochenenden, an denen es noch warm war und ein letzter Hauch von Spätsommer in der Luft lag. Heute hatten viele schon Handschuhe herausgekramt und Mützen, ich leider nicht, und beim nackthändigen Fotografieren von welkem Laub, zurückgebliebenen Weintrauben und sonstigen spätherbstlichen Eindrücken froren mir die Finger fast ein.

Sehr früh schon ging die Sonne unter und schuf eine sehr eigene Atmosphäre, kalte Freiheit mit weiten Horizonten.

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Lauriacum statt Friedhof

Das x-te letzte Wochenende mit schönem Wetter in diesem Jahr lockte uns hinaus. Und es war wirklich sogar die Fahrt auf der Autobahn ein Schwelgen in Herbstfarben.

In Enns, dem ehemaligen römischen Lauriacum findet die heurige oberösterreichische Landesausstellung statt. Ein bissl weit zu fahren für einen Halbtagsausflug, aber die Laubwälder entlang der Autobahn entschädigten reichlich für die längere Strecke.

Lauriacum war der Verwaltungssitz der römischen Provinz Noricum und spielte auch nach Untergang des weströmischen Reichs eine wichtige Rolle bei der Sammlung und Evakuierung der römischen Bevölkerung. In der Ausstellung sind Zeugnisse aus 4oo Jahren römischer Präsenz zu bewundern.

Im Stadtteil Lorch – da hat sich offenbar das römische „Lauriacum“ erhalten – steht die Basilika Sankt Laurenz. Ein sehr interessanter Bau, heute eine gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die über einer frühchristlichen Kirche aus dem 4. Jahrhundert erbaut wurde, die ihrerseits über einem römischen Haus aus dem 2 Jahrhundert stand. In der Apsis der heutigen Kirche, hinter dem Altar sind die römischen Ausgrabungen frei zugänglich. Eine für mich höchst erstaunliche Situation in einer Kirche.

Ungewöhlich fand ich auch den Turm neben der Basilika mit den beiden Figuren am „Balkon“.

 Ein entspannter, harmonischer Tag, an dem wir einander sehr nahe waren. Der Sonnenuntergang in Enns auf dem gepflegten renovierten Hauptplatz mit den modernen Brunnen inmitten der historischen Häuser war auch ein Genuss. Die eine Front des Turms war sonnengold angestrahlt bis das Licht schwächer und von einer rosagoldenen Wolkenpracht abgelöst wurde. F bestieg den Turm und kam begeistert von dem Blick über sein Bundesland zurück.


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Sonntag 28.10.18

Das wunderbar lange Wochenende habe ich Donnerstag abend mit einem buddhistischen Vortrag begonnen. Der Vortrag war inspirierend ebenso wie das Treffen mit einer Reihe lieber Freundinnen und Freunde, die ich derzeit eher selten sehe. Ich bin ein Kopfmensch, aber es zieht mich doch immer wieder zur buddhistischen Philosophie, nicht zur Religion und nicht zur Mystik, aber zu dieser klugen, grundvernünftigen Philosophie und Lebensweisheit. Manchmal mache ich einen ganz kleinen, zögernden Schritt über die Grenzen der materiellen Welt, aber ich bleibe nie lange und glaube rückblickend auch nie, dass ich dort gewesen bin. Trotzdem zieht es mich immer wieder zu den Grenzposten. So bin ich eben ….

Meine Begeisterung für Nationalfeiertage,  Kriegsgeräteschauen und Fahnenschwenken hält sich sehr in Grenzen. Auch die Tanzvorführungen der Garde haben mich nicht verlockt. Der F und ich sind nach Hainburg gefahren um Herbstfarben zu genießen. Man sieht von Hainburg aus in den Auwald und überhaupt auf prächtige Laubwälder aber erstaunlicherweise war es noch ziemlich grün bei Sonnenschein und prächtigem Fotowetter, was für den F prächtiges Wanderwetter ist.

Hainburg ist eine nette, kleine Stadt mit Donaupromenade und einer Burg, die von dem Lösegeld für Richard Löwenherz erbaut wurde; neben anderen Bauwerken, es war ja ein recht substantielles Lösegeld. Bei der Gelegenheit habe ich ein bisschen nachgelesen, wie das so war mit dem Wiener Landespatron, dem Herzog Leopold, der Richard Löwenherz gefangen hielt und der uns am 15. November einen schulfreien Feiertag beschert. Wen´s interessiert .

Den Samstag nachmittag verbrachten wir in „Konsumhöllen“ wie F gerne zu sagen pflegt. Es war aber nicht besonders höllisch, schließlich ist ja erst Oktober und da sind nicht annähernd so viele Leute unterwegs wie im Dezember. Ich besorge mir nur rechtzeitig eine Menge Hilfsmittel für die Phase nach meiner Hüft-OP, in der ich eher steif unterwegs sein werde und daher diverse Hilfsmittel brauche um nicht bei jedem Handgriff Unterstützung zu benötigen. Und nachdem diese postoperative Phase auch Weihnachten einschließt, leuchtet es sogar dem F ein, dass dann Lichtketten vor dem Fenster und ein Servierwagen mit Rädern sinnvolle Anschaffungen sind.

Die neue Gemüsekiste bietet immer wieder Überraschungen. Diesmal gab es ein Blattgemüse namens Catalogna, nie gehört, nie gesehen, aber Google teilt mir mit, dass es sich um ein Trend-Gemüse handelt. Irgendwie deprimierend, dass es auch bei Gemüse schon Trends gibt. Jedenfalls schmeckt das Zeug sehr bitter auch mit viel Knoblauch und Schlagobers. Ich werde ihn nicht in den Olymp meiner Lieblingsgemüse aufnehmen.