Schlagwort: Wachau

Friedliche Nachbarn ?

Es gibt viele Arten von Vorurteilen. Dass die Bäume blühen und im Vorgarten eine Regenbogenfahne steht, heißt ja nicht, dass hier nette, friedliche Menschen leben, aber vielleicht doch.

Sonntag 25.April 2021- Probleme am Horizont

Ich bin sehr besorgt. Kommenden Freitag möchte ich den Kaufvertrag für die Wachau-Wohnung unterschreiben, aber es gibt Probleme. Die Verkäufer haben offenbar die Erklärungen des Notars nicht verstanden, haben jetzt plötzlich erkannt, dass sie vom Kaufpreis für die Wohnung ihre offenen Kredite, die im Grundbuch stehen, auszahlen müssen und sind irgendwo zwischen verwirrt und verärgert.
Genau so entsteht die Empörung gegen „die da oben“. Man glaubt alles zu durchblicken, hat aber keine Ahnung und kommt auch nicht auf die Idee jemanden zu fragen. Und dann steht man da, hat sich völlig verkalkuliert, kennt sich überhaupt nicht mehr aus und nachdem jemand daran schuld sein muss, kommt hier halt nur der Notar in Frage, der eh auf den Punkt mehrmals hingewiesen hat. Die Verkäufer haben aber anscheinend nichts von dem verstanden, was ihnen der Notar erklärt hat, aber zu allem freundlich genickt.
Ich komme zum Glück als Schuldige an dem Debakel nicht in Frage, aber wenn sie sich womöglich entschließen, doch nicht verkaufen zu wollen, würde mir das extrem leid tun. Geduld ist angesagt …

Bukolische Chroniken – allererster Teil

Bukolisch ist ja leicht übertrieben. Schafe habe ich in der Gegend noch keine gesehen, aber bukolisch im Sinne von ländlich passt ja auch. Marie-Antoinette hatte die Illusion im Schloss Versailles als Schafhirtin zu leben. Ganz so wirklichkeitsfremd bin ich nicht. Aber die Gemeinde, in der meine zu kaufende Wohnung liegt, hat gerade zweitausend und ein paar Einwohner. Das ist bukolisch genug, auch ohne Schafe.

Rüdiger von Bechelaren oder Pöchlarn, ein Gefolgsmann des Hunnenkönigs Attila oder Etzel soll in Pöchlarn als Markgraf residiert haben, daher die Bezeichnung „Nibelungengau“ für die Region, die im Westen, donauaufwärts an die Wachau anschließt. Beide Regionen bieten die gleiche schöne Landschaft, aber im Nibelungengau gibt es deutlich weniger Touristen als in der Wachau. Ich schreibe trotzdem meistens Wachau, einfach, weil es kürzer ist und „Wachau“ bei mir Bilder weckt, die ich auf das Stichwort „Nibelungengau“ nicht sehe.

Bei der Schönheit der Karten hier ist einige Luft nach oben, aber sie vermitteln doch einen ungefähren geographischen Eindruck. Man beachte, dass Wien und Bratislava, die am nächsten beieinander liegenden Hauptstädte Europas sind.

So durch dies und das mäandernd wie dieser allererste Teil, wird der Rest der bukolischen Chronik sicher auch werden. Ich habe keine Lust auf etwas wie:
Montag 12.1.10h: wir fahren auf der Autobahn in Richtung Melk. Der Verkehr ist dicht und es schneit …

Ein „Erlebnis“, das in der Großstadt undenkbar ist, hatte ich schon. Die Noch-Besitzerin meiner Wohnung bot mir an, jederzeit an ihrem Arbeitsplatz vorbeikommen zu können um mir den Wohnungsschlüssel abzuholen und mir in der Wohnung anzuschauen, was immer ich möchte. Und das obwohl sie und ihr Mann noch dort wohnen.
Nette Leute sind das, die zwei Ecken weiter in ein Haus ziehen und uns schon eingeladen haben, jederzeit vorbeizukommen. Jetzt wäre es natürlich interessant zu wissen, ob das tatsächlich so gemeint ist und üblich, dass man ganz unangemeldet auftaucht. Es wird sich herausstellen.

Freitag 16. April 2021 – er ist da !

Es hat recht lange gedauert, aber gestern ist der Kaufvertragsentwurf für die Wohnung an der Donau gekommen. In geschliffenem Juristendeutsch, sprich für Nicht-Juristen über lange Strecken unverständlich. Ich weiß ja, was da stehen soll, aber wenn ich mir durchlese, was da steht, so verstehe ich das genaue Gegenteil. Was bin ich froh, dass meine Schwägerin Juristin ist und mir gerade versichert hat, dass für das Lesen von Grundbuchauszügen eine gewisse Einschulung erforderlich ist. Immerhin nicht ein ganzes Jus-Studium, schon ein kleiner Lichtblick.
Ich muss es ja auch nicht im Detail verstehen. Wenn sie mir versichert, dass in dem Vertrag in seltsamen Schnörkeln das steht, was drinnen stehen soll, so bin ich zufrieden. Vertrauen ist etwas Schönes. Der Notar wird natürlich auch alles nochmals mit uns durchgehen, aber es ist mir schon wichtig, vorher zu wissen, ob ich diesen Vertrag problemlos unterschreiben kann.
Meine juristische Schwägerin hat gerade sehr gelacht, weil ich sie gefragt habe, ob „Fahrnisse“ etwas ähnliches wie „Fahrzeuge“ bedeutet oder vielleicht „schicksalshafte Wendungen“ oder sonstwas. Das Wort ist mir bewusst noch nie untergekommen.

Juristensprache hat aber durchaus auch poetische Qualitäten. Zum Beispiel:

(…) in den tatsächlichen Besitz und Genuss der Käuferseite, mit Übergang von Gefahr und Zufall, Last und Vorteil, erfolgt (…)

oder

„grundbücherlich einverleibt wird“

Die nächste Herausforderung besteht darin, überhaupt zu dem Notar vorzudringen. Ich verfolge die Lockdown-Bestimmungen nicht so genau, weil ohnehin niemand weiß, was gerade gilt. Zu irgendeinem Zeitpunkt war es aber verboten von Wien nach Niederösterreich zu fahren. Allerdings war es immer erlaubt, von einem Bundesland ins andere zu fahren um dort wandern zu gehen. An Absurdität schwer zu übertreffen, aber Österreich ist ein Land der Wanderer. Schlimmstenfalls müssen wir also behaupten, dass wir zum Wandern unterwegs sind

Donnerstag 11. März 2021

Eine dichte Woche war das, mit Erkenntnissen und Entscheidungen. Nicht die einzige aber die größte Entscheidung: der Wohnungskauf und alles, was damit zusammenhängt. Angenehm überrascht mich dabei, dass ich mich nicht gestresst fühle, sondern in einer positiven Art herausgefordert. Allerdings ziemlich herausgefordert in mehreren Projekten gleichzeitig.

Ich habe noch nie länger auf dem Land gewohnt und freue mich sehr auf die neue Erfahrung. Auch mit dem Dorfleben, wo jeder jeden kennt, habe ich überhaupt keine Erfahrung. Der F amüsiert sich über meine vagen Vorstellungen vom Landleben und fragt mich, ob ich mir vorstelle, ins viktorianische Zeitalter zurückversetzt zu werden. So ganz falsch schätzt er das nicht ein.

Jedenfalls habe ich abgesehen von dem Paar, das uns die Wohnung verkauft und dem Notar schon eine überaus freundliche Miezekatze kennengelernt, die herbeigerast kommt, wenn ich sie rufe und sich mit vollem Schwung, Kopf voraus gegen mein Bein wirft. So eine Katze, die aussieht wie eine Katze aussehen soll: getigert und weiß. Nachdem sie mich nach allen Regeln der Kunst beschmust hatte, sprang sie neugierig in den Kofferraum und von dort aus auf die Vordersitze des Autos. An weiteren Bekanntschaften dieser Art wäre ich sehr interessiert.

Mittwoch 10. März 2021

Wir waren unterwegs auf der Autobahn von Wien Richtung Westen zu einem Termin mit dem Notar zwecks Wohnungskauf. Plötzlich begann es zu schneien, in richtig dicken Flocken und links und rechts Winterwald … Wahrscheinlich das letzte Treffen mit dem Winter für dieses Jahr. Es blieb aber nichts liegen und auf der Rückfahrt kam – fast – die Sonne heraus.

Notartermin. Es ist schon allerhand, wie viel man in diesem Berufsstand verdient ohne nennenswerte Anstrengungen. Dafür ist es auch ein grenzenlos fader Beruf, zumindest aus meiner Sicht.

Alles besprochen, alles geregelt, der Notar setzt den Kaufvertrag auf für ein astronomisches Honorar. Dabei besteht so ein Kaufvertrag ohne besonderes Schnick-Schnack  wahrscheinlich aus lauter Textmodulen. Aber es hat ja keinen Sinn sich darüber zu ärgern. Wenigstens haben wir uns den Makler erspart, der auch noch einen gesalzenen Prozentsatz bekommen hätte. Nun heißt es warten bis zum nächsten Termin zur Vertragsunterzeichnung. Ich bin sehr froh, dass die Sache in die Wege geleitet ist, wer weiß, was sich coronamäßig noch tut und ob die Vertragsunterzeichnung nun ein paar Tage oder Wochen später stattfindet, ist ja ganz egal. Die Kaufsumme wird dann auf dem Treuhandkonto liegen bis der Grundbucheintrag erfolgt ist, aber die Wohnungsübergabe wird unabhängig davon erfolgen.

Das ist „Donau, Samstag“

Es folgt demnächst „Donau Mittwoch“.

Schön ist es auch, in das Atelier reinzugehen. Warm ist es und es riecht intensiv nach Farbe. Der D macht Portraits im Turbo-Tempo und ja, tatsächlich mit dem gefährlich aussehenden Hackebeilchen, das eigentlich eine Säge ist, hat er Rahmen gebastelt. Einige der Bilder sind schon gerahmt, das Portrait der Ex ist nicht mehr da und auch nicht das Bild, auf dem eine Widmung für sie draufsteht. Ich will mich nicht in Küchenpsychologie üben und mich fragen, warum er nur ein einziges Bild gemalt hat, das kein Portrait ist, sondern seine Hände darstellt und ausgerechnet dieses an die Ex geht.

Vielleicht, vielleicht, vielleicht …

…bekommen wir die Wohnung. Eher nicht, oder vielleicht doch. Es war dem Besitzer nicht zu entlocken, nach welchen Kriterien er sich zwischen den Interessenten entscheiden wird.

Wenn nichts draus wird, was eher wahrscheinlich ist, werden wir weitersuchen. Irgendwann …

Auf jeden Fall haben wir einen Ausflug bei strahlendem Wetter gemacht, alles andere wird sich finden.

Tür aus anderen Zeiten

Als wir zur Sonnenwende in einem 300jährigen Haus in der Wachau übernachteten, hatten wir im Bad, knapp unter der Decke diese alte Tür. vielleicht ein Zugang zum Dachboden, jedenfalls aber sehr dekorativ.

Was bin ich ?

Verschlungene Wasseradern und Stützgewebe, groß wie ein Baum, es könnte ein größenwahnsinniger Holunderbusch sein …

Regenschleier

Noch einmal Weinberg im Regen. Ich liebe solche Bilder, für die heißen Wochen und Monate, zur angenehmen Erinnerung an für mich angenehmere Zeiten.

Näher heran an die Wassertropfen schafft meine Kamera nicht, aber ich muss sie sehr loben, denn sie hat im heftigsten Regen mit immer wieder wankendem Schirm tadellos funktioniert. Bei Nicht-Einsatz durfte sie unter der wasserdichten Jacke bleiben.