la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Dienstag 4.6.19 – Das Wetter in Kabul?

Ich liebe Wetterprognosen. Egal, ob sie von meiner unmittelbaren Umgebung handeln oder vom anderen Ende der Welt. Es interessiert mich durchaus, wie das Wetter zum Beispiel in Kabul ist und wird, obwohl das ein Ort ist, den ich freiwillig nicht besuchen würde. Auch die Temperaturen zum Beispiel in Neukaledonien oder die Niederschlagsmengen in Alaska, alles, was mit Wetter zu tun hat, fasziniert mich. Ich weiß gar nicht, warum ich nicht Meteorologie studiert habe. Eine exakte Wissenschaft, keine Frage, aber auf so vielen unberechenbaren Faktoren beruhend, dass sie doch auch noch einen leicht mystischen, chaotischen  touch hat. Wer weiß wie viele Meteorologen in irgendeiner dunklen Hinterkammer noch so ein klassisches Glas mit Frosch und Leiter haben, für alle Fälle, falls die Computerwettermodelle versagen.

Als Wintermensch schaue ich mir im Sommer gerne Wetterberichte von der südlichen Halbkugel an, zum Beispiel Schneefälle in Patagonien. Auch auf dem smartphone habe ich ein halbes Dutzend Wetterapps installiert, die ich mir immer wieder gerne anschaue. Was für ein Genuss wenn bei 38 Grad wenigstens auf einem Display Schnee fällt.

Jetzt kommt ja leider wieder die Zeit, in der die Wetterleute im Fernsehen mit Tremolo in der Stimme bejubeln, dass es in den nächsten Tagen über 30 Grad haben wird, wie herrlich. Wahrscheinlich erinnern sie sich nicht mehr, wie grauenhaft der vorige Sommer war und wie lange er gedauert hat und wie unerträglich es in der Stadt war, auf dem Land höchstens eine Spur angenehmer.

Wenn ich an Hitze denke, denke ich an das wunderbare kühle, feuchte Irland und bei Irland fällt mir wieder das Fräulein Readon ein und ich ärgere mich über mich selbst, weil mir ihre Geschichten wahrscheinlich abgehen werden und es ärgert mich auch beträchtlich, dass mir ihr Blog vor Augen geführt hat, dass ich nicht immun bin gegen soap-operas und  sentimentale Geschichten. Andererseits ist doch der enorme Erfolg im virtuellen wie im realen Leben dieser erfundenen Vita und dieses erfundenen Leidens gepaart mit einer wahrscheinlich echten Arroganz, die als bescheiden, ja demütig daherkommt äußerst lehrreich, für mich zumindest, die ich mir einbilde Manipulation sofort zu erkennen. Nun, in diesem Fall war das nicht so, zumindest nicht sofort