la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Mittwoch 29.April 20

Ich habe ein Bild von einem weitläufigen Sandstrand vor Augen. Immer mehr Luftblasen steigen auf, immer mehr Augen oder Tentakel oder sonstige Körperteile erscheinen vorsichtig. Die Vergrabenen kommen langsam wieder ans Licht. Die meisten greifen zunächst zum Telefon. Es werden wieder Termine vereinbart, persönliche Termine, keine Videokonferenzen. Ich habe nächste Woche schon zwei Termine, einer davon ist die Zahnärztin, aber sogar darauf freue ich mich. Es hat schon direkt etwas Abenteuerliches bekommen, in einen Bus zu steigen, irgendwo hinzufahren und dort Menschen zu treffen und seien es die Zahnärztin und ihre Assistentinnen. Persönliche Begegnungen welcher Art auch immer werden höchst wertvoll. Das ist immerhin ein positiver Effekt. Für die Wirtschaft ist es eher katastrophal, wenn die Kunden so vereinzelt auftauchen, dass man Gelegenheit hat, jeden besonders wertzuschätzen.

Zu den allerunflexibelsten Berufsgruppen, zu jenen, die völlig außerstande sind, neue Gegebenheiten in ihr berufliches Weltbild einzubauen, gehören die Leute von den Wetterberichten. Das jubilierende Tremolo in der Stimme, wenn „viel Sonne und hohe Temperaturen“ angekündigt werden, kann offenbar nicht abgestellt werden. Egal in welcher Jahreszeit wir uns befinden, egal wie bedrohlich die Trockenheit, wie schädlich die sommerlichen Temperaturen im April. Wenn alle bei fünfzig Grad im Schatten nach Wasser japsen, wird immer noch „wieder ein sonniger, wolkenloser Tag“ gejubelt werden. Nun ja, weder die Tonalität der Wetterberichte noch der Ärger darüber, ändert irgendetwas an der Trockenheit.


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Sonntag 23. Februar 2020

Draußen brüllt der Sturm und es ist viel zu warm, drinnen bespricht der Fernseher die Verdreifachung der Infizierten durch das COVID-19 in Italien. 300 Km von der österreichischen Grenze, 700 Km von Wien entfernt. In Norditalien herrschen mittlerweile gruslige Zustände: Orte abgeriegelt, Schulen geschlossen, die Menschen werden aufgefordert zuhause zu bleiben. Und die Person 0, also jene von der die Infektion ausgegangen ist, wurde noch nicht gefunden. Ja, es nützt nichts, ich fürchte mich vor Pandemien, inzwischen wohl auch mit einiger Berechtigung. Ein wahrhaft ungemütlicher Sonntag.


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Montag 10. Februar 2020

Es war der Tag der Regenbogen, nicht der Tag des Sturms wie prophezeit. Mein erster Blick aus dem Fenster zeigte einen Regenbogen, keinen gestückelten sondern einen kompletten Bogen mit kräftigen Farben und langer Lebensdauer. Am Nachmittag bot sich der Anblick eines weiteren perfekten Regenbogens über der Stadt. Dazwischen Schauer, Regen, Graupel …


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Dienstag 4.6.19 – Das Wetter in Kabul?

Ich liebe Wetterprognosen. Egal, ob sie von meiner unmittelbaren Umgebung handeln oder vom anderen Ende der Welt. Es interessiert mich durchaus, wie das Wetter zum Beispiel in Kabul ist und wird, obwohl das ein Ort ist, den ich freiwillig nicht besuchen würde. Auch die Temperaturen zum Beispiel in Neukaledonien oder die Niederschlagsmengen in Alaska, alles, was mit Wetter zu tun hat, fasziniert mich. Ich weiß gar nicht, warum ich nicht Meteorologie studiert habe. Eine exakte Wissenschaft, keine Frage, aber auf so vielen unberechenbaren Faktoren beruhend, dass sie doch auch noch einen leicht mystischen, chaotischen  touch hat. Wer weiß wie viele Meteorologen in irgendeiner dunklen Hinterkammer noch so ein klassisches Glas mit Frosch und Leiter haben, für alle Fälle, falls die Computerwettermodelle versagen.

Als Wintermensch schaue ich mir im Sommer gerne Wetterberichte von der südlichen Halbkugel an, zum Beispiel Schneefälle in Patagonien. Auch auf dem smartphone habe ich ein halbes Dutzend Wetterapps installiert, die ich mir immer wieder gerne anschaue. Was für ein Genuss wenn bei 38 Grad wenigstens auf einem Display Schnee fällt.

Jetzt kommt ja leider wieder die Zeit, in der die Wetterleute im Fernsehen mit Tremolo in der Stimme bejubeln, dass es in den nächsten Tagen über 30 Grad haben wird, wie herrlich. Wahrscheinlich erinnern sie sich nicht mehr, wie grauenhaft der vorige Sommer war und wie lange er gedauert hat und wie unerträglich es in der Stadt war, auf dem Land höchstens eine Spur angenehmer.

Wenn ich an Hitze denke, denke ich an das wunderbare kühle, feuchte Irland und bei Irland fällt mir wieder das Fräulein Readon ein und ich ärgere mich über mich selbst, weil mir ihre Geschichten wahrscheinlich abgehen werden und es ärgert mich auch beträchtlich, dass mir ihr Blog vor Augen geführt hat, dass ich nicht immun bin gegen soap-operas und  sentimentale Geschichten. Andererseits ist doch der enorme Erfolg im virtuellen wie im realen Leben dieser erfundenen Vita und dieses erfundenen Leidens gepaart mit einer wahrscheinlich echten Arroganz, die als bescheiden, ja demütig daherkommt äußerst lehrreich, für mich zumindest, die ich mir einbilde Manipulation sofort zu erkennen. Nun, in diesem Fall war das nicht so, zumindest nicht sofort