la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Mittwoch 25.11.2020 – Augen in die Welt

Eiskalt war es in meiner Wohnung, bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt. Nein, zum Glück ist nicht die Heizung ausgefallen, ich hatte nur „Besuch“ von einem Fenstermonteur, der die Verglasung an einer meiner Terrassentüren auswechselte. Wenn in die Vakuum-Verglasung Luft eintritt, verringert sich die Isolierwirkung beträchtlich und außerdem laufen die Scheiben an. Nachdem der Mann keine Maske trug und sehr gesprächig war, setzte ich auf Frischluft und riss alle Türen und Fenster auf. Er war sehr gründlich, wechselte nicht nur die eine Scheibe aus, sondern kontrollierte auch alle anderen Türen und Fenster, schmierte sie, stellte sie neu ein. Auf meine Frage, wie denn sein Geschäft ginge in diesen Zeiten, erzählte er, dass eigentlich recht gut, die Auftragslage sei weitgehend gleich geblieben und er würde ja selbstverständlich seine Stammkunden nicht im Stich lassen, falls es irgendwelche Probleme gäbe. Im Klartext heißt das wohl, dass ein Teil seines Geschäfts auf Pfusch beruht. Das ist nun nicht besonders außergewöhnlich. Die Genossenschaft zu der meine Wohnung gehört, beschäftigt meistens kleine Firmen, die natürlich billiger sind als große, und flexibler.

Kleine Aufwärmphase, dann kam meine allerhöchst geschätzte Putzfrau, von der ich auch nicht verlange, dass sie mit Maske arbeitet. Auch in diesem Fall wird Frischluft eingesetzt und wir müssen uns ja auch nicht im gleichen Raum aufhalten. erfreulicherweise haben wir aber beide einen Hang zu offenen Fenstern bei allen möglichen Temperaturen. Im Bereich des Alltagslebens finde ich es nicht besonders schwierig, vernünftige Maßnahmen gegen Ansteckung zu ergreifen. Mein Risikofaktor ist der F, der zwar prinzipiell im homeoffice arbeitet, aber einen Tag in der Woche geht er ins Büro. Bislang hat sich einer seiner Kollegen mit Covid 19 infiziert, aber den hat er zum Glück schon eine Weile nicht gesehen. Hoffen wir das Beste.


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Mittwoch 18.11.20 – Ateliergesäusel

JUHUUU, es ist soweit. Heute haben wir den Mietvertrag unterschrieben; mit Zusatz aus der Juristenfeder meiner Schwägerin, aber die beiden jungen Männer, deren Agentur das Atelier vermietet, sind so sympathisch und authentisch, dass es wohl gar nicht notwendig gewesen wäre. Vorsicht schadet ja aber nie. Es ist ein Vertrag für 4 Jahre geworden mit 3monatiger Kündigungsfrist für alle Beteiligten.

Ab 1. Dezember bin ich also 1/3 Teilhaberin an einem Atelier. Ein sehr schönes Gefühl und der Beginn von etwas. Was genau ist noch nicht definiert, aber es wird sich entwickeln in welche Richtung auch immer.

Zunächst müssen wir dann einmal einziehen. Vorläufig haben wir jede/r eine Staffelei, der D. spendet zum Einstieg zwei Klappsessel und die A. hat einen Tisch zu vergeben. Der D. freut sich schon auf den Tag, an dem die Baumärkte wieder aufsperren um Farbe und sonstiges zu erwerben. Ich hätte so meine Bedenken, wenn ich nicht selbst gesehen hätte, wie gut und kompetent er an seinem Haus in Irland selbst gearbeitet hat. Die Wände des Ateliers sind holzverschalt und dieses Holz soll heller gestrichen werden. Über die Farbe müssen wir uns noch verständigen, aber ein heller Anstrich macht einen Raum freundlicher und größer. Bei einer Größe von 40 m2 ist das kein Luxus.

Wir haben ja einen Shut-Down, aber mit hundert Ausnahmen, so dass sich ohnehin für jeden Aufenthalt im öffentlichen Raum eine passende Begründung findet und so ist es natürlich auch kein Problem einen Vertrag unterschreiben zu gehen. Ich bin 3 Stationen mit dem Bus gefahren und den Rest zu Fuß gegangen, es ist wirklich sehr nah von meiner Wohnung. Unterwegs habe ich auch ein paar abstrakte Nachtlichtbilder probiert. Das ist der Eingang des Ateliers von außen, beleuchtet, weil die Handwerker dort noch arbeiten.


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Montag 16.November 2020 – Der zweite

Der Lockdown Nummer 2 also, ab morgen. Beim ersten Mal war ich froh, dass alles heruntergefahren wurde, inklusive Schulen. Es kam mir damals etwas unheimlich vor, mit den Öffis zu fahren, große Gruppen zu unterrichten. Dabei waren die Infektionszahlen im März bei gerade 100 pro Tag, vor kurzem waren sie bei fast 10.000. Angeblich sollen die österreichischen Zahlen pro Million Einwohner die höchsten der Welt sein. Das glaube ich nicht so ganz, denn die Zahlen, die aus manchen Ländern gemeldet werden, sind wahrscheinlich nicht besonders glaubwürdig. Aber schlimm genug wäre es schon, die höchsten Zahlen Europas zu haben.

Tatsächlich hat sich das distance-learning als ziemlich anstrengend für alle Beteiligten entpuppt und in weiterer Folge als Ursache für eine katastrophale Vergrößerung der Gräben zwischen von zuhause geförderten Kindern und solchen, deren Eltern sie gar nicht unterstützen können oder wollen. Beim zweiten Durchgang des Lockdown soll wieder der gesamte Unterricht auf distance-learning umgestellt werden. Die älteren Schüler*innen schaffen das ganz gut, die kleineren aber nicht. Abgesehen vom Kanzler war so ziemlich die gesamte Regierung und viele andere Entscheidungsträger gegen die Schulschließungen. Aber der Herr Kurz lässt ja keine großen Zweifel darüber, wer das letzte Wort hat.
Es haben aber schon viele Schulen Systeme ausgeklügelt, wie sie doch unterrichten können. Die Schulen sind ja nicht geschlossen, es findet eine Betreuung statt und immerhin beim zweiten Durchgang ist man darauf gekommen, dass man ja statt die Kinder nur zu bespaßen die Gelegenheit nützen könnte, gerade die schlechteren Schüler*innen zu fördern. Das Unterrichtsministerium verteilt Tablets und Laptops an Schüler*innen und Sonderverträge an Lehramts-Studierende in hohen Semestern. Eine österreichische Lösung: bei ungeliebten Bestimmungen gibt es so viele Ausnahmen und Sonderfälle , dass man sich die Regelungen genauso gut hätte ersparen können. Wir Österreicher sind noch aus Habsburgszeiten ein ziemlich autoritätsgläubiges Volk, andererseits ist aber die kreative Umgehung von Gesetzen und Bestimmungen, die einem selbst nicht sinnvoll erscheinen, ein beliebter Volkssport.

Diesmal bin ich am Tag vor dem Lockdown ziemlich nervös. Den ganzen Tag lang habe ich den Eindruck, dass ich irgendetwas vergessen haben muss, dass ich unbedingt vor dem Schließen des gesamten Handels besorgen müsste. Aber was ? Sicher keine Gegenstände des täglichen Gebrauchs, ich bin immer schon eine große Vorratshalterin gewesen, ganz abgesehen davon, dass die Supermärkte nicht schließen. Ich weiß einfach nicht, woher diese Unruhe gekommen ist. Jetzt ist es auf jeden Fall ohnehin zu spät.


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Photo der Woche , elf – Umwege zum Ziel?

Gekennzeichnet ist die vergangene Woche durch Umwege, falsche Abzweigungen, scheinbare schwarze Löcher und schließlich Lösungen. Lösungen mit denen ich recht zufrieden bin.

Das ideale Foto für diesen Tatbestand habe ich irrtümlicherweise schon gepostet daher gibt es hier nur einen link zum Foto der Woche Nummer 11. Soll nicht wieder vorkommen, ich habe jetzt aber keine Zeit ein anderes zu suchen.

 


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Samstag 14. November 2020 – Zooooooooom

Der schulische online-Unterricht findet über MS-Teams statt, da kenne ich mich inzwischen recht gut aus. Mein buddhistischer Kurs aber findet über zoom statt. Gut, noch eine Kommunikations-Plattform. Neues zu lernen, erhält das Hirn in Schwung. Es wird so sein wie bei den Sprachen, je mehr man schon kann, desto leichter fällt jede weitere zu lernen.

Eigentlich ist zoom ganz einfach zu bedienen, leider hat aber mein PC bisher das Einschalten des Mikros verweigert. War etwas mühsam per Telefon an einem meeting teilzunehmen. Eigentlich nicht etwas, sondern sehr mühsam, auch für die anderen. Wenn ich schon Kontakte vor dem PC hockend abwickeln muss, möchte ich doch wenigstens nicht nur zuhören, sondern auch mühelos mitreden können. Der Herr Diplomingenieur, vulgo F, hat irgendwas umgeschaltet, jetzt funktioniert das Mikro wieder. Eine Kamera möchte ich nicht dazu schalten, da fühle ich mich beobachtet. Andererseits ist es ein bissl unhöflich, sein Gesicht nicht herzuzeigen. Vielleicht ein Foto. Daran muss ich noch tüfteln. Die Teilnehmer*innen am buddhistischen Kurs kennen mich eh persönlich, aber wie´s ausschaut werde ich vielleicht noch anderes auch online abwickeln müssen.

Der neue Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Tag beginnt am Dienstag. Am Mittwoch Abend gehe ich meinen Mietvertrag fürs Atelier unterschreiben. Naja, das verrechne ich als wichtige Ausnahme für die psychische Gesundheit oder als sportliche Betätigung, vielleicht gehe ich zu Fuß. Ab 1. Dezember zahlen wir Miete und können das Objekt benützen, aber der Lockdown dauert mindestens bis 6. Dezember. Der Einzug wird sich daher etwas schwierig gestalten, aber für den Anfang wird eine Staffelei und ein Sessel pro Person als Einrichtungsgegenstände ausreichen. Pinsel, Farben und sonstiges Material werden nach und nach folgen und wir müssen ja nicht alle drei gleichzeitig dort sein.


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9. November 2020

Heute kommt zu der allgemein wunderbar heiteren Stimmung bedingt durch Pandemie und Attentat noch der Faktor des Gedenktages an das Novemberpogrom 1938 hinzu. 82 Jahre ist das her und noch immer stehen überall auf der Welt aus gegebenem Anlass Polizei und Soldaten vor Synagogen und sonstigen jüdischen Einrichtungen. Bis vor wenigen Jahren sprach man noch in reinstem Nazijargon von der „Reichskristallnacht“. Ich werfe das niemandem vor, ich habe den eigentlich unsäglichen Begriff auch verwendet.