la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Schwarz-weiß-beige

Ich schaue nur auf die Füße der Vorbeigehenden: Sneakers in Gold und Silberfärbungen, Sneakers in weiß und schwarz mit frierenden Knöcheln darüber. Leggins in schwarz oder im Raubtierdesign, meistens schwarz, wie eine zweite Haut. Wer braucht eine zweite Haut in Kunstfasern? Stiefeletten in schwarz, rot, braun, selten blau, meistens schwarz. Uiiiii, ein Lederschuh, sehr einsam in seiner Art. Ein Paar silberne Sneakers, schwarze Leggins, dazwischen Gänsehaut, eine Jugendliche? Nein, eine Frau in den Fünfzigern. Auch die Jacken sehen alle gleich aus. Auf unseren 6 Haken im Lehrerzimmer für 30 Leute hängen sie alle übereinander, die gleichartigen, gleichfärbigen Jacken. Wenn ich meine suche, probiere ich immer erst zwei, drei andere. Alle laufen wir in schwarz/weiß/dunkelblau/beige herum. Warum eigentlich? Gerade im Winter, könnte etwas Farbe doch nicht schaden. Wie skandinavische Holzhäuser, die sich  in allen Regenbogenfarben gegen die Dunkelheit und den Schnee behaupten oder Kleidung aus den bunten, afrikanischen Wax-Stoffen (ja, ja ich weiß, die werden zu großen Teilen in Holland hergestellt). Da behaupten sich die Farben mehr gegen allgemeine Misere. Unsere Farben behaupten sich gegen gar nichts sondern beteiligen sich an der Schaffung novemberlicher Atmosphäre


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Samstag 17.11.18 – Wein

Kahle Weinberge finde ich bei Tageslicht deprimierend, in der Nacht etwas unheimlich. Heute standen sie aber im strahlenden Sonnenlicht und waren auch noch nicht ganz kahl. Zum Ausgleich für das gestrige Museumsdesaster fuhren wir in die eiskalte Sonne in den Weinbergen rund um Klosterneuburg. Auf der Südautobahn fuhr man flüssig aber eng, die einen in die Shopping City, die anderen ins Grüne oder in den Speckgürtel von Wien. Vorbei fuhren wir auch am Friedhof.

Noch leuchten die Weinberge. Es waren aber nicht mehr so viele Menschen unterwegs wie an den zahlreichen letzten schönen Wochenenden, an denen es noch warm war und ein letzter Hauch von Spätsommer in der Luft lag. Heute hatten viele schon Handschuhe herausgekramt und Mützen, ich leider nicht, und beim nackthändigen Fotografieren von welkem Laub, zurückgebliebenen Weintrauben und sonstigen spätherbstlichen Eindrücken froren mir die Finger fast ein.

Sehr früh schon ging die Sonne unter und schuf eine sehr eigene Atmosphäre, kalte Freiheit mit weiten Horizonten.