la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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A face in the Crowd – Weekly Photo Challenge

Wieder einmal: nicht neu, aber so passend

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Ein Kommentar

Zur literarischen Weltreise

Ich bereite mich gerade auf weitere Streifzüge in  Zentralasien vor. Erfreulicherweise gibt es in meiner Bücherei immerhin zwei der von Agnes empfohlenen Bücher. Sie kommen demnächst an die Reihe, nach den beiden Büchern, die ich in Portugal gelesen habe.


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23.Station der Literaturweltreise – Aserbaidschan

Eigentlich wollte ich ja zunächst literarisch nach Kasachstan oder nach Armenien reisen. In meiner Bücherei gab es aber keine große Auswahl an Literatur aus Zentralasien und so habe ich mit dem am einfachsten verfügbaren Buch begonnen:

Akram Aylisli

„Steinträume“

erschienen im russischen Original 2012, deutsche Übersetzung 2015

ISBN 978 -3 -95510-074-2

 

 

Interessant an diesem Roman fand ich zunächst, dass er den bislang gefeierten Schriftsteller, Übersetzer und Politiker  (Jahrgang 1937) zu einer Art Volksfeind machte. Sein Roman „Steinträume“ wurde vom aserbaidschanischen Parlament verurteilt, seine Ehrentitel wurden ihm aberkannt, ebenso wie seine staatliche Rente. Das Buch wurde verboten und verbrannt. Man ging sogar so weit, zur persönlichen Verfolgung des Schriftstellers aufzurufen. Was steht denn nun in diesem Roman, das eine so heftige Reaktion hervorgerufen hat ?

Zunächst einmal zur geografischen Orientierung:

Karte von Aserbaidschan

Tatsächlich thematisiert dieser Roman die Verfolgung, das Tyrannisieren und die systematische Ermordung von Armeniern im Staat Aserbaidschan. Der Hass zwischen den beiden Völkern ist offenbar ein Tabu-Thema, welches der zum Zeitpunkt des Erscheinens des Romans  75-jährige Aylisli aufgegriffen und abgehandelt hat. Aylisli möchte diesen  Roman auch als Requiem für die ermordeten Armenier verstanden wissen.

Der Inhalt des Romans ist schnell erzählt: der bekannte aserbaidschanische Schauspieler Sadai Sadygly wird in Baku auf offener Straße niedergeschlagen, weil er versucht, einem Armenier zu helfen, der von einer wütenden Meute zu Tode geprügelt wird. Sadai Sadygly  wird ins Krankenhaus gebracht, wo er im Koma über sein Heimatdorf fantasiert.

Das Dorf Aylis, das im übrigen auch das Heimatdorf des Autors ist, soll ein friedlicher Ort gewesen sein, in dem muslimische Aserbaidschaner und christliche Armenier zusammenlebten. Das Idyll ist aber tatsächlich keines mehr : 1918 etwa fanden schon die von der offiziellen Türkei immer noch geleugneten Massaker an Armeniern statt. Der Roman spielt allerdings in der Zeit nach der Eskalation des Karabach-Konfliktes, 1988. Es gab damals Hunderte Tote auf beiden Seiten. Eine Zeit, in der es in Aylis zwar noch etliche Kirchen gibt, aber keine Armenier mehr, zumindest keine, die sich offen als solche deklarieren.

Insgesamt hat mich der Roman weniger als literarischer Text sondern eher als Zeitdokument überzeugt. Wer sich für das Thema interessiert kann sich HIER schon ein bisschen einlesen.

 


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Literaturweltreise …..

Meine literarische Weltreise hatte bis jetzt 22 Stationen in 19 verschiedenen Ländern. Ich lese sehr gerne Romane und Geschichten aus mir unbekannten Ländern und habe jetzt beschlossen, die Reiseroute doch ein bisschen zu planen um die ausgefahrenen Wege zu verlassen. Ich freu mich immer wenn ich auf dem blog Besuch aus einem neuen Land bekomme und ein weiteres Fähnchen sehe. Ich werde also in nächster Zeit Bücher aus oder über die Länder neuer Besucher lesen.

Es handelt sich dabei um:

1. Kasachstan

2. Armenien

3. Algerien

Für ein paar oder auch nur einen guten Tipp zu Kasachstan und/oder Armenien wäre ich dankbar. Vielleicht kommt jemand vorbei, der/die sich in diesen Literaturen auskennt. Ich war heute in der Bücherei und habe rund um Armenien einiges gefunden, aber zu Kasachstan konnte ich leider nichts auftreiben bis auf eine Anthologie von Autoren der gesamten Region, die mir vielleicht weiterhelfen wird. Das Problem liegt darin, dass die Autoren der Region aus naheliegenden Gründen  Russisch schreiben und ich leider kein Russisch beherrsche. Allerdings kann ich auch weder kasachisch noch armenisch …..

Algerien dagegen wird einfach. Zwar kann ich auch kein arabisch, aber es gibt dort nach wie vor eine Menge Literaten, die französisch schreiben.

Ich freu mich schon auf die interessanten Texte, die ich lesen werde.


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22. Station der Literaturweltreise – USA

Ein schon fast Klassiker, den ich endlich gelesen habe und unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Zeit ziemlich schnell.

„Festhalten am Herkömmlichen ist nicht sittliches Verhalten.

Selbstgerechtigkeit ist nicht Frömmigkeit.

Erstere schmähen heißt nicht letztere anfechten“

Charlotte Bronte, 1847

 

Es geht zunächst um ein Waisenhaus, das von einem Arzt geführt wird, der sowohl Entbindungen als auch Abtreibungen durchführt. Die Kinder werden nach ihrer Geburt sofort in das Waisenhaus übernommen. Ihre Mütter verschwinden wieder in den Tiefen der Geschichte; ebenso wie die Frauen, die eine Abtreibung vornehmen ließen. Nach Ansicht des Arztes sollte jede Frau frei wählen können, ob sie eine Abtreibung oder eine Waise möchte. Das könnte zynisch klingen, ist aber einfach eine realistische Einschätzung der Situation. Man hat den Eindruck, dass dieses Waisenhaus außerhalb der Welt liegt, mit der es nur über die Zugverbindung und den nahe gelegenen Bahnhof verbunden ist. Der Arzt und die beiden Krankenschwestern, die Spital und Waisenhaus führen, sind sich darüber einig, dass sowohl die Geburten, die als „Gottes Werk“ bezeichnet wurden als auch die Abtreibungen, die man „Teufels Beitrag“ nannte im Grunde beide „Gottes Werk“ sind.

Eines der Waisenkinder ist Homer Wells. Er fällt zunächst dadurch auf, dass er bei mehreren aufeinanderfolgenden Adoptionen extremes Pech hat und aus verschiedenen Gründen immer wieder ins Waisenhaus zurückkommt. Schließlich ist er einfach zu alt für eine Adoption und obendrein beginnt Dr. Larch ihn als seinen Nachfolger ins Auge zu fassen. Tatsächlich wird er doch noch „adoptiert“ von einem ungefähr gleichaltrigen Paar, das wegen einer Abtreibung ins Waisenhaus kommt. So lernt Homer das Leben auf einer großen Apfelplantage kennen und viele Spielarten der Liebe.

Eine große Anzahl verschiedenartigster Figuren lebt in diesem Buch; Haupt- und Nebenfiguren sind überaus lebendig und plastisch dargestellt mit all ihren Tiefen und Absonderlichkeiten. Auch die Schilderung der Welt der von einer Plantage zur nächsten ziehenden Apfelpflücker finde ich sehr gut gelungen ebenso wie die ungewöhnliche Figur der Waise Melony. Insgesamt wird es mir als opulentes Erzählwerk in Erinnerung bleiben.