la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Farben ……. sehr empfehlenswert

Eines der faszinierendsten Sachbücher, die mir seit langem untergekommen sind.

Die Autorin hat große Teile der Welt bereist, auf der Suche nach dem Ursprung und der Herstellung von Farben. Sie hat dabei auch lange Zeitreisen gemacht, etwa ins Neolithikum zu den ersten Farben der Menschheit, dem Ocker. Dazu gibt es auch einen umfangreichen kulturhistorischen Exkurs zur Verwendung verschiedener Ockerfarben in verschiedenen Zeiten und Kulturen.

Das Buch ist in Kapitel zu verschiedenen Farben aufgeteilt. „Weiß“ zum Beispiel war für mich äußerst faszinierend. Aus welchen Stoffen man die Farbe gewinnt, welche Maler welche Varianten verwendet haben, wie sich die verschieden hergestellten Farben im Lauf der Zeit verändern, wie Fälscher und Restauratoren vorgehen.

Auch die Gewinnung roter Farbstoffe aus Cochenilleschildläusen hat eine bewegte Geschichte, die rund um die Welt führt und illustriert wie lebhaft zu allen Zeiten Handel betrieben wurde und wie schlaue Menschen sich an den ungewöhnlichsten Produkten bereichert haben. Blüte und Niedergang des Indigo-Strauches als Grundlage für die gleichnamige Farbe zeigt unter anderem ein Stück Kolonialgeschichte. Auch aktuellere politische Entwicklungen hatten Einfluss auf die Entdeckungsreisen der Autorin. Etwa der Besuch der afghanischen Lapislazuli-Bergwerke in denen die Steine für das schönste Ultramarinblau gewonnen werden. Die Autorin war dort in höchst gefährlichen talibanregierten Regionen unterwegs.

Interessant fand ich auch Informationen darüber, welche Firmen ihre Farben aus welchen Stoffen erzeugen (lassen) und ein kleiner Einblick in die Qualität der verschiedenen Produkte und die Überzeugungen ihrer Kunden. Mein Malfreund D. ist zum Beispiel felsenfest überzeugt, dass es keine leuchtenderen Aquarellfarben gäbe als die von Winsor & Newton. Natürlich hatten große Künstler auch ihre Vorlieben, die teilweise auf der Schönheit und teilweise auf der Haltbarkeit der Farben beruhten. Turner zum Beispiel ging es nur um die momentane Schönheit, die Haltbarkeit seiner Farben war ihm nicht wichtig, was für die Nachwelt bedauerlich ist.

Ein Buch, das mich über die offensichtliche Begeisterung der Autorin für ihr Thema auch begeistert hat und an dem ich sehr lange gelesen habe. Einerseits aus Zeitmangel andererseits aber auch, weil ich mir die einzelnen Informationen gewissermaßen auf der Zunge zergehen ließ. Was wegen der zahlreichen giftigen Farben eine etwas unglückliche Metapher ist.


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#INKTOBER #7 – enchanted

Ich schließe mich hiermit dem Mixtober an, einer Mischung aus Zeichnungen und Fotos. Ein guter Ansatz um den ganzen Monat durchzuhalten und täglich etwas zum Thema zu posten. Es gibt auch eindrucksvolle Beispiele von kleinen Gesamtkunstwerken aus Fotos, Text, Zeichnungen, Zitaten ….. Soviel Zeit habe ich leider nicht, nächstes Jahr dann …….

 

 


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Miksang auf Baustellen

Ich habe leider keine Zeit für längere Artikel. Nur ein Beispiel dafür, was einen so „anspringen“ kann.

Einfacher wird die direkte Wahrnehmung, wenn die Motive nicht leicht zu etikettieren sind, wenn die Frage „was ist das eigentlich“ nicht oder zumindest nicht sofort beantwortet werden kann. Es geht hier nicht um Bedeutungen, es geht ausschließlich um Wahrnehmung und Freude an der Wahrnehmung, an den Linien, Kurven, Strukturen, Mustern, Farben, Schatten, Spiegelungen. Wenn man auch diese Benennungen weglassen könnte, wäre es noch besser …….


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Tropf – Fließ – Platsch – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Die Wörter stammen diesmal vom Team dergl

Die drei vorgegebenen Wörter in einen Text von maximal 300 Wörtern verpackt.

Diesmal hat es sofort gefunkt. Die Wörter haben sich ganz von selbst zusammengefunden

Frühlingsgrün tüpfelt, trippelt quer über das Blatt, eng gefolgt von Mandarinorange in wohlriechenden Tröpfchen hüpfend. Wesentlich getragener schwimmt Petrol heran, schwappt auch über die Ränder, unterspült einige Mandarinorangetropfen um in einem Strudel am rechten, unteren Blattrand zu enden. Aus dem Inneren des Strudels steigt schrilles Zitronengelb und sprüht in einer Kaskade über das Petrol wodurch an manchen Stellen ein etwas kränkelndes Grün aufblitzt.

Kirschrot lässt sich eine Weile bitten, beteiligt sich dann aber auch am Tanz der Farben, in wilden Wellenbewegungen erzeugt es lila im Petrol und ein neues Orange in der Zitronengelbkaskade. Strahlendes, lebendiges Rot. Preußischblau, der dunkelste, distanzierteste aller Blautöne marschiert diszipliniert aus der rechten , oberen Ecke heran, harte, kurze Striche, dann ein Kehrtmachen und es festigt sich ein preußischblaues Rechteck, das die weiteste, tiefste Stelle markiert.

Nun hat die große Schar der Grüns lange genug gewartet. Smaragdgrün, Moosgrün und Olivgrün fassen sich an den Händen und hüpfen in das preußischblaue Rechteck, Laubgrün, Tannengrün und Grasgrün nehmen Anlauf, fliegen über das Rot und landen dahinter wobei sie interessante Spuren ins Papier färben. Farngrün, Schilfgrün und Patinagrün müssen nun noch warten, denn die Erdtöne machen sich lautstark bemerkbar. Zwischen Ocker und gebranntem Sienna hat sich auch ein Korallenrot eingeschlichen, das die beiden etwas träge gleitenden Brauntöne  vor sich herschiebt, die beiden umfließt und dadurch etwa in der Mitte des Bildes eine sehr ungewöhnliche Farbe auslaufen lässt.

Alle Farben strahlen noch ziemlich feucht, funkeln einander an, unterschiedlichste Farbtöne flirten miteinander und überlegen eine mehr oder weniger romantische Vereinigung. Die Atmosphäre prickelt, es liegt Abenteuer in der Luft. Doch plötzlich, ein süßliches, giftiges Pink ergießt sich aggressiv über alle anderen Farben und torpediert die Idylle. Grell und klebrig wirkt alles und langsam fließen die Farben zurück in den magischen Malkasten. Morgen ein neuer Versuch …