la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


11 Kommentare

Berg – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei  Christiane

Diesmal kommen die Wörter von Corlys Lesewelt

Die 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

 

Es ist eine wahre Begebenheit von vor sicher schon über zehn Jahren. „Sonnenuntergang“ hat mich daran erinnert. 

„Sie waren erfahrene Tourengeher“ erzählte Petra. Ein Paar und eine gemeinsame Freundin brachen zu dritt auf um Sylvester im Freien, in den Bergen zu feiern. Das Wetter war freundlich, sie waren gut ausgerüstet, sie kannten sich in der Gegend aus. Aber es lag hoher Schnee, der viele topographische Merkmale veränderte. Es kam zu einem Unfall, die drei stürzten in eine unter dem Schnee verborgene Senke. Der Mann verletzte sich schwer, die beiden Frauen blieben unverletzt. Sie beschlossen das Zelt aufzustellen, in dem es wärmer wäre als im Freien und die Freundin des Paares wollte eine Stelle suchen an der es Handyempfang geben würde. Es gelang ihr aus der Senke hinauszuklettern und ein Stück zu gehen, dann wurde es dunkel, sie fiel schwer gegen einen Felsen und brach sich das Becken. Es vergingen die Nacht, der Neujahrstag und noch eine Nacht bevor die Bergrettung zu suchen begann. Die drei waren niemandem abgegangen, weil es ja geplant war, dass sie die Nacht im Freien verbringen würden. Nachts konnten die Hubschrauber der Bergrettung nicht fliegen und so dauerte es an die 48 Stunden bis alle gefunden wurden. 

„Sie hatten noch einen Sonnenaufgang miteinander, aber er hat nach dem Unfall nur ein paar Stunden überlebt“ erzählte Petra. Die Freundin war schwer unterkühlt, überlebte aber. Die beiden Kinder des Paars warteten im Krankenhaus, das vom Rettungshubschrauber angeflogen wurde.  

 


6 Kommentare

Schutzwald – Waldschutz

Der F und ich haben etwas unterschiedliche Vorstellungen, wie so ein richtig schöner Schneespaziergang sein sollte. Er hätte gerne Aussicht und blauen Himmel, ich finde mitten im Wald am schönsten. Diesmal waren wir uns aber einig, dass es wunderschön war. Das besondere an der Lage war, dass zuerst der Raureif da war und dann erst ein ganz leichter Pulverschnee gefallen ist. Dadurch sind phantastische Strukturen auf Zweigen und Stämmen entstanden, Spitzen aus Schnee …


17 Kommentare

Kalte Illusionen – ABC-Etüde 1/2020

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Von der diesmal auch die Wörter kommen 

Die 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

Zu seinem Unglück sah Max genauso aus, wie die klassische Flachland-Schikurs-Touristin sich einen feschen Schilehrer vorstellte. Oft fragte er sich, was sein berufliches Anforderungsprofil von jenem eines Gigolos in südlichen Tourismusländern unterschied. Sexy sollte er sein, sportlich getrimmt, über die mickrigsten Witzchen seiner Kursteilnehmerinnen sollte er natürlich-herzlich-alpenländisch lachen, flirten musste seine zweite Natur sein, obwohl die Kursteilnehmerinnen andererseits auch einen tiefsinnig-melancholischen Charakterzug erwarteten.  Und jede erwartete obendrein, dass er ihr zum Après-Ski in jeder Hinsicht und ausschließlich zur Verfügung stand. Eiserne Potenz wurde vorausgesetzt, gepaart mit romantischem Geflüster. Kenntnisse im Jodeln und Schuhplattln fielen wenigstens nicht in sein Ressort. Dafür waren die Kollegen vom Hüttenzauber zuständig.

Heute allerdings hatte er mit einem Kollegen getauscht und einen Hüttenzauber-Dienst übernommen. Der lokale Tourismusverband war straff durchorganisiert, auch wenn die Touristinnen es nicht bemerkten. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Die hohe Kunst effizienter  Organisation, die den Eindruck von charmantem Chaos weckt, beherrschte man hierzulande meisterhaft.

Voll Abscheu, aber mit einem lange antrainierten naiv-sinnlichen Lächeln betrachtete er die Touristin, die ihm sein Kollege, der Xaver, besonders ans Herz gelegt hatte. Eine mittelalterliche Dame, die ihn in preußischem Tonfall herumkommandieren wollte. Er ließ die schrillen, spitzen Töne an sich abprallen. Den Teflon-Trick beherrschte er schon lange. Immer unter Beibehaltung des sexuell-interessierten-Naturburschen-Lächelns natürlich. Eine Stunde hatte er noch Dienst und hoffte sehr, sich die militärische Tussi so lange vom Hals halten zu können. In fünfzig Minuten würde auf die Großleinwand ein Sonnenaufgang über den Bergen projiziert werden und das war sein Stichwort. Er würde langsam die Küche ansteuern und dann unauffällig durch die Hintertür verschwinden. Den Rest übernahm das Gastronomie-Personal.

Und morgen das ganze Elend wieder von vorne. Irgendwann, so träumte er, würde er auch auf Schiurlaub fahren, dorthin wo die Flachland-Touristinnen nicht hinkamen, in die Berge hinauf, in die felsige Einöde ohne Lift, unter gführigem Pulverschnee.

301 Wörter

 


8 Kommentare

#INKTOBER19 #11 – Schnee

Es tut mir eigentlich leid, dass ich nicht – wie andere – die Themen etwas tiefgründiger behandle, aber dafür fehlt mir einfach die Zeit. Jeden Tag einen durchdachten Beitrag mit Tiefgang zu schreiben und zu illustrieren liegt außerhalb meiner derzeitigen Möglichkeiten.

Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich es überhaupt wollte. Täglich mehrere Stunden mit dem Verfassen und Gestalten von Blogbeiträgen zu verbringen, würde ich für mich ungesund finden, psychisch wie physisch. Trotzdem bin ich manchmal etwas neidisch auf manche Beiträge, die sorgfältig und mit künstlerischem Anspruch erstellt wurden. Aber ich werde es schon aushalten ……