la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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ABC-Etüden – schwindelerregender Aufstieg

Die ABC-Etüden Bei Christiane, unbezahlte Angestellte  Besitzerin einer Katze.

Aus 3 Wörtern soll eine Geschichte aus 10 Sätzen entstehen

Als erstes würde sie einen Computerkurs machen. Welchen? Hmmmm ……. na, zum Beispiel „html für Anfänger ohne Vorkenntnisse – Teil 1“.Cool. Dann einen Job als …… mindestens Abteilungsleiterin bei einem Konzern, vielleicht zum Einstieg Nestlé oder Monsanto-Bayer. In kürzester Zeit würde sie dann zur Chefin aufsteigen und anschließend eine eigene Firma gründen, die Google und Microsoft das Fürchten lehren würde. Ein bisschen untertreiben wäre zu Beginn angebracht, damit nicht alle gleich merkten, wer demnächst die Weltherrschaft übernehmen würde. Ah ja und abgesehen von dem Kurs musste sie noch die Katze dingfest machen, sonst  beanspruchte sie den größten Teil der Tastatur für ihren Mittagsschlaf.

„Anti-feline Diktatur“ dachte die Katze, „Milchmädchenrechnung“ sagte die Mutter. „Geniale Karriereplanung“ rief sie triumphierend und gab dem dringenden Bedürfnis nach in ihren 17 whats-app-Gruppen die neuesten Katzenfotos zu posten und in ihrem blog darüber zu sinnieren, ob sie mit 17 Schlafzimmern in der Villa in Beverly Hills auskommen würde oder doch nicht.

 

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Kopftuch und Tschetschenen – verbindende und trennende Elemente bunt gemischt

Was mich – zum Thema Kopftuch – immer wieder überrascht, ist, dass die Mädel aus türkischen Familien mit Kopftuch und die Mädel aus türkischen Familien ohne Kopftuch keinerlei Probleme miteinander haben. Kopftuch oder nicht ist da anscheinend überhaupt kein Thema. Ich kenne jede Menge beste Freundinnen, die eine mit, die andere ohne Kopftuch, die sich in sonstigen Fragen des Lebens bestens verstehen. Zum Beispiel bezüglich der halbmeterlangen überdichten falschen Wimpern. Ich vermute, es werden da irgendwelche Geheimtipps ausgetauscht, wie man mit solchen Schmuckstücken das Nachvornekippen vermeidet.

Die Tschetschenen haben den Ahmed schon wieder verprügelt, erzählt mir die Lisa. Warum das ? Na, weil er Afghane ist. Ach so, na dann natürlich. Die Lisa kann – nach eigenen Angaben – in dreizehn Sprachen „ich habe einen großen Penis“ sagen. Bei welcher Gelegenheit sie diese Eröffnung machen möchte, frage ich sie.Man weiß ja nie, sagt sie mit mildem Lächeln wegen meiner Naivität, vielleicht glaubt es ja jemand. Ganz verstehe ich immer noch nicht, wie genau die Situation aussieht, zu der Lisas Lieblingssatz passen könnte, aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Die Lisa ist überhaupt ein Fall für sich. Sie kommt immer später und geht früher, weil sie den Auftritt für ihr Ego braucht, gut, was soll ich mich im Kontext einer Abendschule für Hoffnungslose über solche Kinkerlitzchen aufregen. Während der Stunden pendelt die Lisa von ihrem Sitzplatz nach hinten zum Fenster, wo ihr handy in Daueraufladung hängt. Sie muss dazwischen immer wieder mit irgendjemandem schreiben oder irgendwas checken oder weiß der Teufel was tun. Ich kann unmöglich erklären wieso, aber irgendwie mag ich das Mädel. Kürzlich hatte sie sich in die erste Reihe gesetzt. Das kesse Rockerl bis zum Gürtel aufgestülpt, Handy in Betrieb. Wenn Sie da direkt vor meiner Nase sitzen wollen, sage ich, müssen Sie die Füsse vom Sessel nehmen, das Handy wegräumen und mitschreiben, alles andere macht mich nervös und das kann ja nicht in ihrem Interesse sein. Na gut, sagt sie, ich setz mich nach hinten, weil Sie sind ja eine der nettesten Lehrerinnen, deswegen komme ich zu Ihnen in den Unterricht. Zu den meisten anderen komme ich gar nicht. Sie sind mir auch sehr sympathisch sage ich und erstaunlicherweise ist das nicht einmal gelogen.

Der Ahmed inzwischen, der, der des öfteren von den Tschetschenen verprügelt wird, sitzt neben einem Tschetschenen, der von sich öfter behauptet ein Russe zu sein. Die beiden verfeindeten Parteien verstehen sich gerade prächtig und bemalen das Buch, das ihnen der Mario geborgt hat. Ich habe eine dringende Frage an Sie alle, sage ich, habe ich mich eh nicht in der Tür geirrt und bin hier im Kindergarten gelandet. Alle lachen und die vorhandenen fünf Bücher für fünfzehn Leute werden neu verteilt. Sind ja gratis, die Bücher, wozu soll man die auch noch mitbringen und benutzen.


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Großtürkisches Reich

Unterrichten könnte sie dann natürlich nicht mehr, sagte der Schüler B zu meiner Kollegin, wenn Österreich erst wieder zum  großtürkischen Reich gehören würde. Schließlich würde sie in ihrem Unterricht glatte Lügen verbreiten. Die Türkei hätte kein demokratisches System mehr? So eine schreiende Unwahrheit.

Seine Schwestern und Cousinen würden in Österreich leben, weil man da mit Kopftuch an die Uni gehen könne, was ja in der Türkei vor der Machtübernahme des derzeitigen Präsidenten nicht erlaubt gewesen sei. Jetzt würde es sich nicht mehr lohnen zurück in die Türkei zu gehen, weil ja ohnehin demnächst das großtürkische Reich wieder errichtet würde.

Wunderbare Unterrichtsstunden !


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Vielleicht doch nicht ganz so grauslich ?

Ich versuche gerade mir meinen neuen Stundenplan für das Sommersemester schön zu reden. Leider vorläufig ohne nennenswerten Erfolg. Lässt sich irgendetwas Positives daran finden, am Freitag sowohl am Vormittag als auch am Abend arbeiten zu müssen, mit vier Stunden Pause dazwischen ? Mir ist jedenfalls noch nichts eingefallen. Dass in einer Abendschule mit etwa 35 Klassen auch am Freitag Abend Unterrichtende gebraucht werden, lässt sich nicht wegdiskutieren. Und es ist natürlich gerecht, wenn es nicht immer dieselben trifft. Trotzdem bin ich grantig …..

Jetzt kommt allerdings zuerst eine Woche Atlantik. Ach, ich freue mich schon !


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Anzahl der unerledigten Stunden: 0

Endlich bin ich fertig mit dem Schmarrn, ich meine mit den administrativen Arbeiten. Wer hat wann gefehlt und was wurde in den Stunden gemacht. Es ist ja ganz nett, wenn die Schüler aus dem Bildschirm lächeln, Zuspätkommende und Fehlende mit einem Bett-Symbol gekennzeichnet werden und am Tag des Geburtstages ein Packerl neben dem Foto zu sehen ist. Es ist sicherlich auch sehr praktisch, wenn man Statistiken über dies und das sehen kann. Trotzdem nervt mich das elektronische Klassenbuch  unendlich. Um immer auf dem Laufenden zu sein, muss man in jeder Unterrichtsstunde das persönliche Konto aufmachen und die Fehlenden markieren. Ich lehne es aber ab, jede Unterrichtsstunde damit zu beginnen, mich an den Computer zu setzen. Weil die … äh …… administrativen Arbeiten aber nun mal irgendwann erledigt werden müssen, mache ich das meistens in einem großen Rundumschlag zum Beispiel am Ende des Semesters.

Früher gab es papierene Klassenbücher, die mir im übrigen auch schon auf die Nerven gingen. Die Kollegen, die die dankbare Aufgabe hatten, die Schüler zu verwalten, verbrachten dann viel Zeit damit den Einträgen nachzulaufen. Ich erinnere mich an eine sehr vergnügliche Aktion, bei der ich mit einem Kollegen die Unterrichtsthemen eines säumigen Religionslehrers nachtrug. Wir schrieben damals als Themen: „Gott“ ,“die Welt“, „Gott und die Welt“ etc.

Jedenfalls ist die altehrwürdige Einrichtung des Klassenbuchs durch ihre Digitalisierung nicht weniger lästig geworden. Angeblich rufen ja abwechselnd das Finanzamt und die Kriminalpolizei an um anzufragen, wann bzw mit welcher Frequenz  Schüler/Schülerin XY  den Unterricht besucht. Meiner Meinung nach handelt es sich da um zwei einzelne Vorfälle, die in 10, 20 Jahren einmal vorgekommen sind. Gut, in letzter Zeit mag es sein, dass das Finanzamt (wegen der Kinderbeihilfe) oder die Polizei (wegen Aufenthaltsgenehmigungen, die an eine Ausbildung gebunden sind) öfter mal anrufen. Ich habe jedenfalls alles bis inklusive heute erledigt ……..


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Ach ja, in regelmäßigen Abständen immer wieder mal ……

Trotz nur geringer oder absolut inexistenter Kenntnisse und Fähigkeiten der Prüflinge positive Prüfungsnoten zu verschenken, weil die Prüflinge sie für das Einreichen einer Aufenthaltsgenehmigung brauchen, kann nicht die Lösung der Situation sein.

Sich zu einer Ausbildung anzumelden obwohl man die nötigen Vorkenntnisse nicht einmal in Ansätzen hat und dann auch keinerlei Anstrengungen zu machen, diese Basiskenntnisse zu erwerben, ist auch keine Lösung für irgendwas .

Ach ja, es sind Prüfungszeiten für den Abschluss des Wintersemesters …


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Eröffnung der Saison in Waldorfseligkeit

Ich habe die Weihnachtsmarktsaison eröffnet. Unser erstes Ziel war eine Premiere: der Adventmarkt einer Waldorfschule. Ein sehr schönes Gebäude, ein kleines Schloss mit allgegenwärtigen Holzarbeiten aus eigener Werkstatt, Stuckatur, Schmiedeeisen  mit vielen, vielen Ständen an denen ausschließlich Selbsterzeugtes feilgeboten wurde.

Die zahlreichen Werkstätten und die beiden Cafés wurden jeweils von einer Klasse der Schule betreut. Es war ein bisschen voll, weil offenbar sämtliche Schüler und Lehrer anwesend waren und sehr viele Gäste mit sehr vielen Kindern. Die Stimmung war großartig. Zusätzlich zu den vielen Ständen und den kulinarischen Stationen gab es Aktivitäten für Kinder, einen Kunstmarkt, ein Buchantiquariat und sogar Live-Musik von der Schul-Band.

Wir erstanden einen bildschönen Adventkranz und zwei Lampen. Eine für den eigenen Gebrauch und eine zum Verschenken. Ein sehr gelungener Nachmittag. Die kleinen Einblicke in das Schulgeschehen haben mich auch ziemlich beeindruckt. Diese vielen Möglichkeiten zur Kreativität, die die Kinder und Jugendlichen dort haben ! Wie es mit der Ausbildung insgesamt aussieht, kann ich natürlich nicht beurteilen.