la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Donnerstag 4.4.19

An einem Ayurveda-Workshop habe ich heute teilgenommen, im Rahmen unseres Lehrergesundheitstages. Die Schüler*innen hatten nach vier Stunden aus und wir schritten zur Tat, ausgerüstet mit Schneidbrettern, Geschirrtüchern  und Messern. Mit einem sehr scharfen Gemüsemesser im Rucksack in der Straßenbahn zu sitzen war ein sehr unangenehmes Gefühl obwohl es gut verpackt war.

Ich habe Handy-Fotos gemacht, die ich völlig unbefriedigend finde. Das Zusammentreffen der Kamera und des Messers im Rucksack war mir aber nicht ganz geheuer. Allerdings waren dann ohnehin zu viele Messer da.

Mit der Theorie des Ayurveda habe ich mich nicht ausreichend beschäftigt um dazu irgendeine stichhaltige Meinung zu haben, aber was wir nach Rezepten der Workshopleiterin gekocht haben, war köstlich. Zumal wir davor einen Vortrag über regionale Produkte gehört haben innerhalb dessen ein Video über Schweinehaltung gezeigt wurde, das so manche/n zum Vegetarier machen könnte. Nicht nur dass den armen Ferkeln im Alter von ein paar Tagen, die Schwänze abgebrannt werden, die männlichen werden auch noch kastriert damit das Fleisch besser schmeckt. Und das sind angeblich die humaneren Vorgangsweisen im Vergleich zu anderem. Man muss in diesem Zusammenhang vielleicht auch die Bedeutung des Adjektivs „human“ hinterfragen.

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Dienstag 26.3.19

Erstaunlich wie schnell das geht: ich bin schon wieder mitten drinnen im Stress. Heute erst habe ich den letzten nötigen Zettel für die Krankenstandsbestätigung abgegeben und gleichzeitig die letzten Prüfungen für die Abschlussklassen kopiert. Die erste Korrekturnachtschicht des Sommersemesters habe ich auch schon hinter mir. Und jetzt geht es Schlag auf Schlag bis Ende April, dann die Matura, ich habe eh nur zwei Klassen, und der Rest des Schuljahres – ab Mai – wird verhältnismäßig gemütlich.

Ob ich beim dritten Anlauf Holland mit Tulpen und Atlantik im Frühling schaffe? Die Tickets und das Hotel sind gebucht, aber das waren sie schon zweimal um diese Jahreszeit und jedesmal haben mir meine Gleitwirbel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei dieser Gelegenheit hat sich herausgestellt, dass das damals gebuchte Hotel sehr kulant war und mir für die Stornierung im letzten Moment gar nichts verrechnet hat. Natürlich habe ich genau dieses Hotel wieder gebucht.

Die heurige potentielle Osterreise unterscheidet sich von den letzten Reisen dadurch, dass der F mitkäme. Ich bleibe lieber noch in der Bedingungsform, damit die Rückenwirbel nicht aufmerksam werden und den Aufstand proben. Der F fliegt nicht gerne privat, wegen des ökologischen Fußabdrucks und ich weiß es natürlich sehr zu schätzen, dass er es mir zuliebe doch einmal tut. Dafür trenne ich auch ganz sorgfältig den gesamten Abfall inklusive der Papieretiketten der Joghurtbecher  und Konservendosen und habe immer und überall eine Stofftasche zum Transport eventueller Einkäufe mit usw usf.

Es geht in dem Buch, das ich gerade fertig gelesen habe nur sehr am Rande um Wissenschaft, aber ich fand den Abschnitt interessant:

Lesje weiß, dass wissenschaftliche Objektivität Schwindel ist. Sie hat die Geschichten von Raub und Rache gelesen, von Beweisen, die ein Wissenschaftler dem anderen gestohlen hat, von den Großen Dinosaurierjägern, die gegenseitig ihre Arbeiter bestachen und den Ruf des anderen untergruben. Sie weiß, dass die Leidenschaft für die Wissenschaft genauso ist wie jede andere Leidenschaft.

Margaret Atwood „Die Unmöglichkeit der Nähe“ Ullstein Verlag  – p.279

 


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Mittwoch 20.3.19 – Erholungstag

Der Sommer winkt schon von weitem. Gestern hat eine Freundin einen Ort der „Sommerkreativität“ gefunden, wo es einen Kurs gibt, der „kreatives Malen“ betitelt wurde. Das ist eindeutig was für mich, keine abzumalenden Stillleben und Blumensträuße, große Formate, alle möglichen „Zutaten“. Ich werde mich gleich anmelden. Anschließend gibt es dort einen Schreibworkshop. Sowas wollte ich schon immer besuchen, obwohl ich so meine Zweifel über die Nützlichkeit solcher Veranstaltungen habe. Aber nachdem mein Sommerurlaub lang ist, werde ich da auch mitmachen.

Gerade ist eine Hummel vor dem Fenster vorbeigeflogen. Die Blüten meines Pfirsichbäumchens dürften aber noch nicht viel hergeben, denn sie hat in einer Blüte sehr lange herumgegraben und in die nächste gerade einen Blick hineingeworfen. Dazu wie der frustrierte Blick einer Hummel ausssieht, kann ich leider keine Angaben machen.

In der Wiener türkischen community – so habe ich gestern erfahren – heiratet man immer noch vorzugsweise unter Cousins und Cousinen. Einen Fremden gebe es aber in ihrer Familie, erzählt eine Schülerin. Ein „Fremder“ ist jemand, der zwar Türke ist, aber kein Cousin. Soviel dazu kommentarlos.

Inzwischen hat sich die Hummel einem Strauch auf Nachbarins Terrasse angenähert. Hoffentlich hat sie dort mehr Glück.

Mein Stundenplan ist ja nun so, wie ich ihn nicht haben wollte: mit zwei Doppeldeckertagen, also Vormittag und Abend Unterricht. An einem davon ist die Pause dazwischen so kurz, dass es sich nicht lohnt nachhause oder sonstwohin zu gehen, am anderen habe ich drei Stunden Pause und experimentiere damit, wie ich sie am angenehmsten verbringen kann. Das Ergebnis wird wahrscheinlich zu Schulschluss vorliegen, oder dann auch noch nicht…..

Heute Nachmittag besuche ich einen Freund, der so nett war, mir im Garten seiner Eltern einen Feigenbaumableger auszugraben. Er versteht viel vom Gärtnern und ich nehme eine Liste mit diesbezüglichen Fragen mit.


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Donnerstag 14.3.19

Leider ist ein ewig langer Arbeitstag, an dem ich so um 22:15 nachhause komme, auch dann anstrengend, wenn ich nicht gerade am Vortag erst von der Reha zurückgekommen bin. Die einzelnen Teile des Tages sind nicht so anstrengend, aber die Gesamtheit.

Die schwierigen Themen meines Lebens haben sich auch nicht einfach in Luft aufgelöst, weil ich wieder gehen kann. Die Phase der Euphorie war sehr schön und ich genieße immer noch jeden Schritt, den ich mache, aber die Erde hat mich wieder. Und die Erde bietet mir so manche stachelige Strecke.

Plaudern mit Schülerinnen mit afghanischen Wurzeln kann zu unerwarteten Schockerlebnissen führen. Sie ist nach ihrer Tante benannt worden, erzählt sie. Die Tante wurde mit Benzin übergossen und angezündet, weil sie drei Monate nach dem Tod ihres Mannes immer noch nicht dessen Bruder geheiratet hatte, wie es üblich ist. Witwen haben überhaupt generell einen ganz schlechten Ruf in Afghanistan und wohl auch anderswo. Es herrschen immer Zweifel an ihrer Keuschheit und Ärgeres kann einer Frau nicht zustoßen. Verglichen damit wird so manches zum Luxusproblem.


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C wie Chronik einer unendlichen Bautätigkeit

Seit fast drei drei Jahren wird nun schon unser altes Schulgebäude renoviert. Es ist nicht einfach, weil ein Teil denkmalgeschützt ist. Ursprünglich sollte es zwei Jahre dauern, nun werden es vier. Nun ja, es hat ohnehin niemand an die 2 Jahre geglaubt. Vorgestern bin ich vorbei spaziert und habe mir die Fortschritte angesehen. Viel gibt es ja noch nicht zu sehen, aber immerhin wird nach einem Stillstand von über einem Jahr jetzt wieder gearbeitet.


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Freitag 7.12.18

Nachdem sich ja niemand 10 Stunden lang auf das Korrigieren von Prüfungen konzentrieren kann, habe ich immer wieder kürzere oder längere Pausen gemacht, jede fertig korrigierte Arbeit gefeiert, immer wieder auf die Uhr geschaut und durchgerechnet, um welche Zeit ich die Ergebnisse dann in der Schule deponieren werde. Kurz gesagt, bis auf eine Kleinigkeit, die ich noch irgendwann am Wochenende machen werde, bin ich fertig. Ich deute einen Luftsprung an!

Im Radio habe ich im Rahmen einer Buchbesprechung eine ebenso unfassbare wie berührende Geschichte gehört. In den vierziger Jahren, während des Weltkriegs, soll in Australien eine Gruppe von Aborigines bei der deutschen Botschaft gegen die Deportation von Juden protestiert haben. Und das obwohl die Aborigines in Australien bis in die 1960er Jahre hinein ganz legal abgeschossen werden durften, wie Vieh, also ein Volk waren, das höchst gefährdet von totaler Auslöschung war.

Eine ganze Menge von von verschiedenen Seiten gespendeten Schoko-krampussen und -Nikoläusen haben wir in der Schule dann verspeist und mit dem ausgezeichneten Kakao aus dem Automaten vor dem Lehrerzimmer angestoßen. Nun, man muss die Feste feiern wie sie fallen.

Ab heute bin ich nun also im Krankenstand, gehe Montag ins Spital und werde Dienstag operiert. Darüber hinaus kann ich mir nichts vorstellen. Alles, was man nicht selbst erlebt hat, kann man sich immer nur sehr vage vorstellen und den Grad einer Beeinträchtigung schon gar nicht. Ich habe mir bei vielem überlegt, wie es in ziemlich steifem Zustand ein paar Wochen lang erledigt werden kann. So habe ich etwa gelernt die Heizkörper, die man auf Bodenhöhe aufdrehen muss, mit dem Fuss zu öffnen und zu schließen.

Es ist ja durchaus auch verlockend 2 Monate oder wahrscheinlich länger nicht arbeiten zu müssen.


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Donnerstag 6.12.18 – Nieselregen, mein Lieblingswetter

Dass es regnet, sieht man nur wenn man auf die Straßenbeleuchtung schaut oder auf die Autoscheinwerfer. Die Öffis stauen sich irgendwo und es ist wenig Weiterkommen. Mich stört das nicht sehr. Ich habe einen Sitzplatz in dem gläsernen Haltestellenhäuschen ergattert und vertilge ein erstklassiges Schoko-Croissant. Sobald ich nachhause komme, muss ich beginnen die letzten Prüfungsarbeiten zu lesen damit ich sie morgen, an meinem freien Tag, den Kollegen überreichen kann. Es ist völlig unrealistisch zu denken, dass sich das heute ausgeht, nicht einmal mit Nachtschicht und somit werde ich wahrscheinlich erst morgen Nachmittag fertig. Das ist auch der beste Zeitpunkt um in der Schule vorbeizukommen, um die Zeit sind am wenigsten Leute da und ich muss mich nicht noch von fünfzig weiteren verabschieden. Es ist ja alles nett gemeint, die guten Wünsche und die Fragen, aber ich habe einfach keine Lust mehr alles x-mal zu erzählen.

Die Füße rings um mich herum beginnen zu scharen, es kommt endlich wieder eine Straßenbahn und die meisten stürzen sich gleich auf die erste, die natürlich bummvoll ist. Ich nehme erst die zweite Bahn und finde wieder einen Sitzplatz. Sitzplätze sind mir dieser Tage wichtig, wenn ich länger stehe, protestiert das Hüftgelenk vehement und zieht das ganze Bein samt Muskeln, Sehnen und Nerven mit in den Protest hinein. Das muss ja nicht sein.

Also zurück an die Arbeit, an den Küchentisch. Ich habe zwar einen Riesenschreibtisch arbeite aber meistens am Küchentisch, das ist eben so.