la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Jetzt !!!

…haben die Ferien tatsächlich begonnen. Einen Anfang, eine Mitte und ein Ende sollte alles im Leben haben, so auch ein Schuljahr. Obwohl mein Schuljahr schon am 30. April zu Ende war, hat sich doch das gestrige Abschlussfest sehr gut und richtig angefühlt. Jedes Schuljahr ist ein Lebensabschnitt, der begonnen, gelebt und beendet werden will.

Drei Kolleginnen wurden in die Pension verabschiedet, mein subjektiver Eindruck war, dass ich über eine Stunde durchgeklatscht habe, aber das wird wohl etwas übertrieben sein. Drei Unterrichtspraktikanten kommen im nächsten Jahr. Die letzten, die noch in diesem sehr guten System anfangen dürfen. Im übernächsten Jahr müssen die Neulehrer*innen sofort mit 23 Stunden einsteigen und daneben das Masterstudium fertig machen. Der blanke Wahnsinn, wenn man weiß, dass im ersten Unterrichtsjahr 5 bis 6 Stunden mit Betreuung schon eine große Herausforderung sind. 23 Stunden ohne Betreuung plus weiteres Studium sind kaum zu stemmen.

Es war eine Freude die Sprachreise nach Andalusien zu beplaudern, an der ich leider nicht teilnehmen konnte, die Sommerpläne vieler Kolleginnen und Kollegen zu erfahren, die neuesten Schulereignisse wie den Serverdiebstahl durch Schüler der Nebenschule zu vertiefen. Die Nachbarschüler waren kriminell einfallsreich, kamen übers Dach und transportierten in Rucksäcken mehrere unserer Server auf den Dachboden des Nebenhauses, wo sie einen Partydachboden eingerichtet hatten, von dem auch ihre eigene Schulleitung nichts wusste. Gut fand ich auch das Gespräch mit der Kollegin, die sich im selben Krankenhaus wie ich ein neues Hüftgelenk bestellt hat. Vorauseilender Erfahrungsaustausch beruhigt. Sehr gefreut habe ich mich über einen besonders schönen Blumenstrauß von der Fachgruppe und über höchst g´schmackige kulinarische Buffetbeiträge. Das Abschlussfest ist auch eine Gelegenheit für pensionierte Kolleginnen und Kollegen immer wieder mal vorbeizuschauen und aus ihrem Leben zu berichten. Auf diese Art erfuhr ich von einem Waldviertler Bauprojekt und einer neugegründeten Psychopraxis.

Leider war auch deutlich zu sehen, dass die letzten Kilometer dieses Schuljahrs extrem anstrengend waren und dass viele Kolleginnen durch das Zusammenfallen von privaten und beruflichen Höchstanforderungen hart an ihrem Limit angekommen waren. Die blank liegenden Nerven haben dann auch zu einigen unliebsamen Zusammenstößen geführt. Aber bei so einem Fest kann man vieles wieder ausgleichen und ins Lot bringen. So weit ich das mitbekommen habe, herrschte wieder Lächeln und gegenseitiges Verständnis.

Das Verabschiedungszeremoniell für das Hineingleiten in die Sommerferien ist langwierig, schließlich sieht man sich – zumindest beruflich – zwei Monate lang nicht. Ungefähr eine Stunde bevor man tatsächlich gehen möchte, sollte man mit den Verabschiedungen beginnen. Die einfachere Variante ist lange zu bleiben, dann müssen die früher Aufbrechenden die unendlichen Runden machen. Wir sind über 150 Lehrer*innen und da dauert es schon eine Weile bis man sich von allen für die unendlichen 9 Wochen verabschiedet hat. Je älter man wird, desto kürzer scheinen die Ferien, aber das ist ein anderes Thema….

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Kurzes Intermezzo am Arbeitsplatz

Oh weh, die Kollegen sehen aus als hingen sie mit letzter Kraft in den Seilen, ich dagegen bin voller Tatendrang. Na, das behalte ich lieber für mich.

Das Abschlussfest für die Schüler, so höre ich, war ein Erfolg. Nach überschäumendem Nationalismus im Vorjahr, gab es heuer ein neues Konzept und keine Workshops mehr mit serbischen, kroatischen, türkischen, bosnischen, albanischen, afghanischen, tschetschenischen oder sonstigen Volkstänzen bei denen Fahnen geschwungen wurden und die Jugendlichen sich in die jeweiligen Fahnen einwickelten. Es gab  eine Menge kreativer workshops, es wurde auch getanzt und gesungen aber übernational, es wurde getrommelt und Schach gespielt, Hände mit Henna verziert und senkrecht gegärtnert……. Wäre ich auch gerne dabei gewesen.

Morgen muss ich dann noch einigen Papierkram erledigen und vielleicht mache ich während die meisten anderen auf dem Sportfest auf der anderen Seite der Donau sind noch eine kleine Lehrbücherinventur  um auch etwas zu einem erfolgreichen Schuljahresende beizutragen.

Die Schulleitung und Administration sind ebenfalls energetisch am Ende und es wird noch bis einschließlich Donnerstag Matura geprüft. Donnerstag Abend ist dann unser Abschlussfest, hoffentlich weder bei glühender Hitze noch bei strömendem Regen, obwohl mir – unter uns gesagt- der strömende Regen viel lieber wäre als die glühende Hitze. Freitag Vormittag werden die Zeugnisse verteilt und dann, glaube ich, brechen alle zusammen noch bevor sie irgendwelche Urlaubsreisen antreten können.


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Mein Arbeitsbeginn und der Schulschluss überschneiden sich fast

Ebenso wie das Schuljahr nähert sich mein Krankenstand dem Ende. Gerade habe ich die Administratorin angerufen und ihr mitgeteilt, dass ich nächste Woche wieder in Amt und Würden bin. Ihre Begeisterung darüber lag ziemlich unter Null, was ich gut verstehen kann, weil nächste Woche nur noch Projekte, ein Sportfest und die Zeugnisverteilung stattfinden, trotzdem muss sie aber – völlig unnötig – den ganzen Stundenplan nochmals für mich umbauen. Tut mir wirklich leid für sie, aber was soll ich machen, es war schon schwierig genug einen so langen Krankenstand bewilligt zu bekommen, weil es für die Ärzte, die nichts von Schulbetrieben wissen, schwer verständlich war, wie schwierig es ist, in einer großen Schule mit vielen Lehrern, vielem team-teaching und  vielen verschiedenen Schulformen die Stundenpläne umzubauen, wie viele andere davon betroffen sind, wenn eine Person da ist oder nicht.

So ganz wirklich energetisch bin ich noch nicht, was auch damit zusammenhängt, dass ich die Hitze weder mag noch gut vertrage, aber für die überschaubaren Anstrengungen einer letzten Schulwoche wird es sicher reichen. Ich freu mich ja darauf, einen ausgiebigen Plausch mit Kollegen zu führen, vielleicht sind auch noch ein paar Schüler im Haus. Und wenn ich offiziell wieder gesund bin, kann ich ja auch zum Abschlussfest gehen.


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Sauerkraut, Alzheimer und der letzte Mittagsschlaf

Heute musste ich wieder einmal an sie denken als ich im wunderschön blühenden Garten eines Altersheims versuchte mit mehreren dementen alten Damen Konversation zu machen.

Man hat sie gefunden die Helga nach ihrer Zwangspensionierung wegen untragbarem Alkoholismus, auf ihrem Bett liegend, voll angezogen, sogar mit einer Halskette und einer Zeitung auf dem Bauch, die ihr aus den Händen geglitten war. Ihre Mutter war überzeugt, dass sie bei ihrem Mittagsschlaf, den sie jeden Tag hielt, immer angezogen und immer Zeitung lesend, an einer nicht näher definierbaren Krankheit gestorben sei. Die Autopsie ergab eine industrielle Menge an Schlafmitteln ….

Wir waren jahrelang Arbeitskolleginnen in derselben Schule. Immer wieder erzählte sie vom Geschäft ihrer Eltern beim Karmelitermarkt. Ich wohnte damals in der Gegend und fragte nach, welches Geschäft das denn sei, der Fleischhauer, das Geschirrgeschäft, das Reisebüro, die Apotheke? Nein, nein, das kennst du sicher nicht. Irgendwann einmal erzählte sie mir dann doch, dass es kein Geschäft wäre sondern ein Salzgurken- und Sauerkraut-Marktstandl. Helga war ein intelligentes, fleißiges Kind und kam aufs Gymnasium; Matura, Studium, Lehramt. Es war eine Zeit, in der das Studium gratis war, Stipendien großzügig verteilt wurden, die soziale Durchlässigkeit tatsächlich gegeben war. Aber Helgas Selbstbild wurde von den Gurken- und Sauerkrautfässern dominiert. Schon damals griff sie zu Alkohol, hatte ihr Trinkverhalten aber noch gut unter Kontrolle.

Als sie noch ein Kind war, begannen sich bei ihrem Vater die ersten Symptome von Alzheimer zu zeigen. Einmal saß sie neben ihm im Auto und er wusste plötzlich nicht mehr wo er war. Ein paar Jahre später war ihre Mutter die einzige Person, die er noch erkannte. Wenn sie ihn nur einen Augenblick aus den Augen ließ, begann er nach ihr zu schreien. Die Mutter war völlig am Ende, wollte trotzdem noch weitermachen, Helga musste sie dazu überreden den Vater in ein Heim zu bringen. Es gab keine Alternative. Dort besuchte sie ihn jede Woche, am gleichen Wochentag. Schon am Tag davor fürchtete sie sich vor der Begegnung mit ihrem Vater im letzten Stadium der Demenz. Sie trank am Tag davor, am Tag des Besuchs, am Tag danach, es kam der Moment an dem sie jeden Tag mit Alkohol begann und beendete. Inzwischen war der Vater verstorben

Frühmorgens um 7:30 sahen wir sie durch die Schulgänge torkeln mit einem CD-Player in der Hand, der als Gleichgewichtsfaktor nicht taugte und ständig gegen die Wände schlug. Unser damaliger Direktor war sehr feige und hoffte, dass sich das Problem irgendwie von selbst erledigen oder jemand ihm das schwierige Gespräch abnehmen würde, aber schließlich blieb ihm nichts anderes mehr übrig, es ging einfach nicht mehr und er stellte Helga vor die Alternative: Entziehungskur oder Entlassung.

Die erste Entziehungskur, kurze Erholung, Rückfall, die zweite Entziehungskur abgebrochen, Frühpensionierung wegen Krankheit und dann der Mittagsschlaf mit der Halskette, der Zeitung und der tödlichen Dosis Schlafmittel. Der Mutter zuliebe, die religiös war, fiel das Wort Selbstmord nicht.


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ABC-Etüden – eine wahre Geschichte aus dem Leben gegriffen

Die ABC-Etüden bei Christiane: 3 vorgegebene Wörter verpackt in 10 Sätze

Allem, was irgendwie unangenehm, arbeitsintensiv, sinnlos war, was unserem Kollegium prinzipiell und praktisch gegen den Strich ging, wurde die Neuigkeit der Neuigkeiten gegenübergestellt: „Die Misslauni geht in Pension“. Die modulare Oberstufe wird demnächst doch eingeführt, furchtbar, aber immerhin geht die Misslauni in Pension. Der neue Schulbau verzögert sich schon wieder, ärgerlich, allerdings ist in ein paar Monaten die Misslauni nicht mehr da usw.

Der Spitzname war eine geniale Schöpfung eines Kollegen: ihr Familienname klang tatsächlich ganz ähnlich und misslaunig ebenso wie misslaunisch war die böse Seele, der Drachen in unserem Sekretariat allemal. Als Wanderpokal, den unser Direktor aus für alle unverständlichen Gründen nicht ablehnte, war sie zu uns gekommen und veränderte das bis dahin freundliche, kooperative Klima im Sekretariat vollkommen. Natürlich ging sie nicht nur einfach eben in Pension, nein, sie ging in extreme Frühpension, krankheitshalber. Angeblich befanden sich alle ihre Gelenke von Schulter über Wirbelsäule zu Knie, die sie Artikulationen zu nennen pflegte um der Sache  wissenschaftliche Bedeutung zu verleihen in ganz schlechtem Zustand. Es war ihr auch jahrelang gelungen immer zu den größten schulischen Stresszeiten auf Kur zu fahren und ihre zahllosen Krankenstände so zu koppeln, dass dabei extrem lange Phasen der Erholung herauskamen, worüber ihre beiden Mitstreiterinnen im Sekretariat, die mindestens das halbe Jahr lang auch ihre Arbeit übernehmen mussten, nicht sehr glücklich waren (8)

Aber nun ist sie gegangen und ihren Platz hat eine sehr fleißige, kompetente und obendrein freundliche Sekretärin übernommen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass es uns nun an einem angemessen schwerwiegenden Gegengewicht für alle Ärgernisse des Schulalltags fehlt: Die Prüfungsgebühren sind schon wieder gesenkt worden, unfassbar, aber …… äh, nun …… ja, was ?

 


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Die Geburt eines Gerüchts

Schule hat oftmals Kabarett-Qualitäten.

Schülerin: Stimmt das, dass die Direktorin in Pension geht?

Ich: Nein. Wie kommen Sie da drauf? Sie ist doch auch erst seit einem Jahr Direktorin.

Schülerin: Na ja, ich hab´gehört, dass Lehrer sich darüber unterhalten haben, dass sie der Gaby ein Geschenk machen müssen.

Ich: Aha, ein Pensionierungsgeschenk?

Schülerin: Nein, irgendein Geschenk …..

Ich: Wie kommen Sie dann aber auf ein Pensionierungsgeschenk für die Direktorin?? Die heißt übrigens Andrea und nicht Gaby, steht auf Türschildern und Plakaten

Schülerin: Ich hab halt gedacht

Ich:??!!


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ABC-Etüden – schwindelerregender Aufstieg

Die ABC-Etüden Bei Christiane, unbezahlte Angestellte  Besitzerin einer Katze.

Aus 3 Wörtern soll eine Geschichte aus 10 Sätzen entstehen

Als erstes würde sie einen Computerkurs machen. Welchen? Hmmmm ……. na, zum Beispiel „html für Anfänger ohne Vorkenntnisse – Teil 1“.Cool. Dann einen Job als …… mindestens Abteilungsleiterin bei einem Konzern, vielleicht zum Einstieg Nestlé oder Monsanto-Bayer. In kürzester Zeit würde sie dann zur Chefin aufsteigen und anschließend eine eigene Firma gründen, die Google und Microsoft das Fürchten lehren würde. Ein bisschen untertreiben wäre zu Beginn angebracht, damit nicht alle gleich merkten, wer demnächst die Weltherrschaft übernehmen würde. Ah ja und abgesehen von dem Kurs musste sie noch die Katze dingfest machen, sonst  beanspruchte sie den größten Teil der Tastatur für ihren Mittagsschlaf.

„Anti-feline Diktatur“ dachte die Katze, „Milchmädchenrechnung“ sagte die Mutter. „Geniale Karriereplanung“ rief sie triumphierend und gab dem dringenden Bedürfnis nach in ihren 17 whats-app-Gruppen die neuesten Katzenfotos zu posten und in ihrem blog darüber zu sinnieren, ob sie mit 17 Schlafzimmern in der Villa in Beverly Hills auskommen würde oder doch nicht.