la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Gefängnishof ?

Bei mir kommt keine Ferienstimmung auf. Es ist sehr heiß, es ist noch so viel zu tun und ich kann immer noch nicht wieder normal gehen.

Aber, ein sehr erfreuliches Projekt. Die Paletten wurden von einer Transportfirma gesponsert, die Farbe von einer Kollegin beigesteuert. Die Arbeitsanleitung kam von einem Schülervater, der das Abschleifen, Bohren, Schrauben und Malen anleitete und auch die Werkzeuge zur Verfügung stellte. Et voilà …… ein Tisch und drei Bänke für die Pausen und ein Dutzend müder, weißgestrichener aber zufriedener Jugendlicher.

Man beachte den unwiderstehlichen Charme unseres Schulhofs 😦 😦

Nein, das ist nicht Bulgarien in den 1960er Jahren


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Tanzen in der Wüste

Abgesehen von der glühenden Hitze ist es auch sehr trocken. Für Grillen oder Anzünden von Feuer gibt es hohe Geldstrafen. Ein Blick nach Portugal genügt, um die Maßnahmen zu verstehen.

Unser schulisches „Fest der Kulturen“ war ein Erfolg. Die Jugendlichen tanzen bei allen Wetterbedingungen in jeder Art der Bekleidung. Ich erinnere mich daran, wie schön diese überwältigende Lebensfreude ist, unter allen möglichen äußeren und inneren Bedingungen. Ich habe keine Fotos gemacht, weil ich den ganzen Vormittag geprüft habe, aber es tut mir eh schon Leid. Die jugendliche Energie kann man ja auf Fotos durchaus festhalten. Diese sind vom letzten Schulfest:

 


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25 %

also ein Viertel der Maturatage habe ich heute absolviert. Es fehlen morgen und nächsten Montag und nächsten Dienstag. Wie viele Wetterberichte ich auch studiere, alle sagen das gleiche: die glühende Hitze bleibt.

Es war heute schon schlimm genug. Das Gebäude ist um einen Innenhof gebaut, was heißt, dass die aufgeheizten Wände sich gegenseitig anstrahlen, und obendrein sind die Fenster von außen mit Glasplatten „gesichert“. Wir sitzen in einem Backofen und prüfen Stunden über Stunden. Ein Wunder, dass noch niemand kollabiert ist. Und morgen geht es fröhlich weiter …

In diesem Gebäude war früher ein Finanzamt. Wie die Angestellten hier den ganzen Sommer überstanden haben, ist mir ein Rätsel. Vielleicht gab es Klimageräte, die irgendwohin übersiedelt wurden. Wir hatten ja auch eines, das aber leider im Laufe der Übersiedlung der Schule verschwunden ist.


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Fastenbrechen

Ich habe zwar nicht gefastet, war aber trotzdem sehr hungrig. Und siehe da, es gab heute in der Schule ein vom islamischen Religionslehrer organisiertes Fastenbrechen-Fest. Eigentlich gehe ich da ja nie hin…. Das Buffet war riesig, Vegetarisches, Fleischiges, Nachspeisen, mediterrane Hausmannskost gewissermaßen, alles hausgemacht aber in industriellen Mengen. Ich habe mich bei meiner Kollegin bedankt, die mich mehr oder weniger verführt hat. Sie meinte allein schon für die türkische Variante von gefüllten Weinblättern, die ihr eine Schülerin versprochen hatte, würde es sich lohnen das Fest zu besuchen.

Also das Essen war hervorragend, der Gebetsruf, den der Religionslehrer gesungen hat, hat sehr stimmungsvoll geklungen, die Tatsache, dass alle anwesenden Männer, bis auf den Lehrer, in einer Ecke des Raums saßen, hat meine Vorstellung von islamischen Feiern bestätigt.

Insgesamt ein gelungener Abend.


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Ein Lehrstück von schlechter Kommunikation und persönlichen Eitelkeiten

Die Situation war grässlich. Mündliche Matura, eine riesige Lehrerkommission, ein wichtiger Ministeriumsbeamter als Vorsitzender, ganz schwache, völlig überforderte und obendrein schlecht vorbereitete Schüler. Ich war zum Glück nur am Rande beteiligt, als Beisitzerin, die von der ganzen Misere dieser Klasse im Vorfeld nichts wusste.

Das Unglück nahm seinen Lauf. Von vier Schülern, die meine Kollegin zu prüfen hatte, fielen drei durch und die positive Beurteilung der vierten war ein Gnadenakt. Prüfungen beendet, der Vorsitzende fragte, ob dieses Fiasko abzusehen gewesen wäre. Meine Kollegin, die noch sehr unerfahren ist, verstand nicht, dass er damit eigentlich fragte, warum sie denn nicht vorgewarnt hätte. Die interimistische Direktorin, gegen Ende eines sehr anstrengenden Schuljahres, in dem sie nicht nur ihr völlig neue Agenden übernehmen musste sondern obendrein den ganzen Sommer lang die Aufsicht über die Übersiedlung der Schule geführt hatte, gibt sich unleidlich und meint, dass es ja so nicht ginge; wenn man Schüler in die letzte Klasse aufsteigen ließe, müsste man ihnen auch eine Perspektive für das Bestehen der Matura bieten. Die junge, unerfahrene Kollegin fühlt sich wie die Angeklagte vor einem Höllentribunal, als schlechteste Lehrerin aller Zeiten. Ich kann ihr nicht helfen, weil ich die näheren Umstände nicht kenne und nur bestätigen könnte, dass die Prüfungen eindeutig negativ waren, was jetzt nicht wirklich hilfreich gewesen wäre.

Die Kollegen der Prüfungskommission versuchen, die Situation zu entschärfen und berichten, dass diese Klasse ein besonderer Fall sei, weil die Schüler durchgehend, alle, immer sehr schwach gewesen seien. Der Klassenvorstand appelliert an den Vorsitzenden die Übergangsproblematik von der Unter- in die Oberstufe in Angriff zu nehmen um solche Situationen zu vermeiden. Aber die Kollegin, bei der diese Schüler ursprünglich antreten wollten, sagt nicht, dass sie allen vieren gesagt hat, dass sie wohl bei ihr antreten könnten, aber dann sicher  durchfallen würden. Der Kollege, bei dem alle Prüfungen positiv waren, unterlässt es zu erwähnen, dass 80% der Redezeit der Prüfungen von ihm übernommen worden waren.

Ein bedauerliches Schauspiel, egal von welchem Standpunkt aus betrachtet.

Im Epilog des Dramas geht es darum, dass jede/r auf jede/n böse ist bzw sich falsch verstanden oder eingeschätzt fühlt. Die Kollegin, deren Beisitzerin ich war, fühlt sich ungerecht behandelt und allein gelassen. Ich habe ein ziemlich schlechtes Gewissen, weil ich sie gerne unterstützt hätte, aber nicht sehe, was ich hätte sagen oder tun können. Im Hintergrund singt der Chor nicht, er mauschelt. Wilde Interpretationen der Handlungsweisen aller Beteiligten kursieren, natürlich hätten es alle anderen besser gemacht als die Akteure der Tragödie. Na, das Übliche halt ! Die Einzige, die sich der Konsequenzen ihres desaströsen Auftritts gar nicht bewusst ist, ist die interimistische Direktorin. Falls sie Zeit dafür findet, zählt sie wahrscheinlich die Tage bis Ende des Schuljahrs.

Nachdem ich von mehreren Seiten gehört habe, dass die „angeklagte“ Kollegin auf mich böse ist, habe ich den direkten Weg gewählt und mit ihr alles ausgesprochen. Es war ein sehr gutes Gespräch und ich ziehe mich damit aus dieser Tragödie zurück. Es gibt noch vier weitere potentielle Katastrophensituationen, in denen ich selbst prüfen muss, aber ich hoffe heftig, dass diese Veranstaltungen nicht in Form von Tragödien ablaufen, sondern nur den üblichen Spektakelcharakter haben werden.

 


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Irgendwann …

…schmeiße ich das grausliche Ding aus dem Fenster, heimlich, ohne dass die Kollegin, die dieses winkende Plastikmonster in das Schul-Ausweichquartier übersiedelt hat, irgendetwas davon bemerkt. Es ist dann einfach plötzlich nicht mehr da und kann nicht mehr winken und nicht mehr rosa nerven. Sicher gibt es dann eine Gnadenfrist bevor wieder jemand so ein geschmackloses Trumm anschleppt.


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Ausbildungskatastrophen und Parallelgesellschaften

Katastrophale Berichte aus Wiener Volksschulen. Immer mehr „Brennpunktschulen“ zeichnen sich ab. Es ist nicht so, dass die Lage dieser Schulen neu wäre, es wurde nur nicht viel darüber gesprochen. Die Maßnahmen mit dem verpflichtenden Kindergartenjahr für Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache greifen nicht wirklich. Offenbar ist der Faktor „bildungsfernes Elternhaus“ viel stärker als der Faktor „nicht-deutsche Muttersprache“. Die Flüchtlingskinder, die sprachlich wirklich bei Null anfangen, haben viel weniger schulische Probleme als die in Österreich geborenen und aufgewachsenen Kinder aus hauptsächlich türkischen, bildungsfernen Familien.

Es ist erschütternd, dass der Lebensweg 5-jähriger Kinder praktisch vorgezeichnet ist, weil sie in ihrem Elternhaus keinerlei Förderung oder auch nur Unterstützung bekommen können. Die für die Erziehung meist allein zuständigen Mütter sind oft selbst fast Analphabetinnen, können kein Wort Deutsch, weil sie sich nur innerhalb der eigenen Parallelgesellschaft  bewegen und überhaupt kaum aus dem Haus gehen. Die Kinder lernen außer der eigenen Wohnung nichts kennen, außer (türkischem) Fernsehen gibt es keinerlei Freizeitaktivitäten. Eine österreichische Durchschnittsfamilie im gleichen sozialen Sektor macht mit den Kindern Ausflüge, spielt mit ihnen, liest ihnen auch einmal vor. Ganz zu schweigen von der Förderung, die ein Kind aus gebildeten Bevölkerungsschichten bekommt. Es liegen Welten zwischen den Erfahrungen der Kinder.

Man sieht ganz deutlich, wie die schlechte Stellung der Frauen in der türkischen community die Entwicklung hemmt, die nächste Generation an die gleichen schlechten Lebensbedingungen der Eltern geradezu fesselt. Die Kinder kommen in den Kindergarten und haben teilweise überhaupt keine Deutschkenntnisse obwohl sie in Österreich geboren sind. Sie werden auch nicht regelmäßig in den Kindergarten geschickt, weil die Familien bzw die Mütter jeder Art von Bildung und sei es auch nur dem Erwerb der Landessprache offenbar überhaupt keine Bedeutung zumessen.

Diese seit vielen Jahren bestehende Situation führt zu einem enormen Zulauf zu den Privatschulen, den ich nicht sehr positiv finde, weil er die sozialen Abgründe noch vertieft. Nur können eben noch so gute Angebote nichts ausrichten, wenn sie nicht angenommen werden.

Die Situation ist wirklich traurig. In den höheren Schulen, in denen es ohnehin nur einen ganz geringen Prozentsatz an türkischen Kindern gibt, schlagen die Irrtümer der Vergangenheit massiv zu. Die Fördermaßnahmen kommen dann zu spät. Jugendliche mit 16, 17 Jahren, die in ihrem bisherigen Leben nicht gelernt haben zu lernen, haben dann einfach keine Chance mehr, Grundlagenkenntnisse  aufzuholen, selbst wenn sie hochmotiviert wären.

Die nur scheinbare Durchlässigkeit des Systems und die Vogel-Strauß-Politik wird hier ganz klar. Kinder haben in der Hauptschule gute Noten, weil sie sich bemühen und auswendig lernen, die Prüfungen werden vorbereitet, ein sehr hoher Prozentsatz der HauptschülerInnen lernt gerade lesen und schreiben und das nicht nachhaltig. Nun können diese Kinder mit den guten Hauptschulnoten in eine Oberstufenschulform eintreten, scheitern dort aber kläglich.