Kategorie: BILDER

Aus einem Koala-Projekt

Die Malereien sind dem traditionellen Stil der australischen Aborigines nachempfunden. Die Kultur der Aborigines ist wirklich uralt, schließlich gehörten sie zu den ersten Völkern des homo sapiens, die aus dem heimatlichen Afrika auswanderten, nach Australien kamen und dann sehr lange von anderen Menschengruppen isoliert blieben.

Der Koalamann träumt den Menschen

Besteck.Kunst

Bei näherer Betrachtung sieht man, dass die einzelnen Teile nicht beliebig herumliegen sondern sehr wohl komponiert sind. Es ist auch eine große Vielfalt an verschiedenen Materialien und Designs.

Zusatz: dank Benita hat sich auch der Name des Künstlers gefunden: Daniel Spoerri. Jahrgang 1930, Erfinder der Eat-Art.

Donnerstag 16.September – Ateliergeflüster

Langsam komme ich ins Malen wieder hinein. Bei weit offenen Toren und an die dreißig Grad habe ich heute einen richtig südlichen Maltag abgehalten. Morgen kommt der D aus Irland zurück. Er wird nicht gleich ins Atelier gestürzt kommen, aber nächste Woche sicher. Die A war auch ein erstes Mal da, samt Baby und Babysitter und nun hat sich die Babysitterin noch einen Hund zugelegt. Es wird eng werden in der Bude.

Dieses Bild ist natürlich noch nicht fertig, es hat erst gefühlte 35 Schichten und ist noch nicht ganz dort, wo es hin soll. Wobei ich gar nicht weiß, wo es eigentlich hin soll.

Es ist eines der alten Bilder, die ich übermale, was in diesem Fall sehr schwierig ist, weil ich keine Ahnung mehr habe, welche Farben ich da eigentlich verwendet habe. Ich denke das Grün war eine Schwarz-Gelb-Mischung, es gibt aber auch noch eine Menge anderer Möglichkeiten. Nun hat es jedenfalls einiges an Schwarz bekommen. Die dunklen Bilder werden mir immer lieber.

Immer wieder Albertina, die klassische

Ich freue mich immer wieder darüber, dass man seit Jahren in praktisch jeder Ausstellung fotografieren darf. Ohne Blitz, klar, trotzdem war das lange nicht so. Wie vielen Museumswärtern bin ich nachgeschlichen um im richtigen Moment hinter ihrem Rücken Fotos zu machen. Rucksäcke , und seien sie noch so klein, darf man nicht mitnehmen in die Austellungsräume. Es kann zwar sicher niemand eines der Riesenbilder von Xenia Hausner unbemerkt in eine Handtasche stopfen, aber gut, das sind halt die Spielregeln. Eine positive Nicht-Veränderung dagegen ist, dass die Ausstellungs-Kataloge nicht teurer geworden sind.

Ich bin immer noch bei Xenia Hausner. Obwohl das manche behaupten, ist es einfach nicht dasselbe, ob man sich ein Bild auf einem Foto, in einem Katalog, im Internet ansieht oder ob man ihm gegenüber steht. Vielleicht gehe ich nochmals in die Ausstellung.

60. Station der Kunst- und Literaturweltreise – Österreich 2 – Xenia Hausner

Es handelt sich um eine – zu Unrecht – noch nicht sehr bekannte Künstlerin. Xenia Hausner wurde 1951 geboren, hat sehr erfolgreich als Bühnenbildnerin gearbeitet und widmet sich erst seit 1992 ausschließlich der Malerei. Die Ausstellung hat mich wegen der Intensität ihrer Bilder sehr beeindruckt

Ich lasse die Künstlerin zu Wort kommen und bin absolut mit ihr einverstanden: Bilder sollten für sich sprechen und die Betrachter*innen nicht mit langen Erklärungen gegängelt und zu einer Sichtweise gedrängt werden:

Interessant als biografisches Detail finde ich noch, dass die Malerin eine Tochter von Rudolf Hausner ist, einem Mitglied der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Ihre beiden Schwestern sind ebenfalls künstlerisch tätig: die Filmregisseurin Jessica Hausner und die Kostümbildnerin Tanja Hausner.

Ein paar ihrer Bilder gibt es hier zu sehen, einige in den nächsten Tagen. Viele habe ich in natura fotografiert, aber ich habe auch einen Katalog erstanden. Nachdem mir die Bilder nicht nur sehr gut gefallen, sondern mich persönlich berühren, werden auf dem Blog wohl noch etliche zu sehen sein.

Dieses Bild stammt aus der Serie „Exiles“

Die Figuren der meisten Bilder konzentrieren sich auf die Betrachtenden ( KLICK ) und treten mit ihnen in Verbindung. Dieses nicht.

Xenia Hausner bietet Möglichkeiten für für eigene Interpretationen und Geschichten an. Dieses Bild zB hat zahlreiche mögliche Lesearten. Es ist ein Angebot, keine Verpflichtung.

Expressiv !

Ein guter Tag war es, weil es ein paar Tropfen geregnet hat und weil ich mich endlich aufgerafft habe, mir die Xenia-Hausner-Ausstellung anzusehen. Zum Glück habe ich mich von den vielen Leuten vor dem Museum nicht abschrecken lassen. Die Besucher*innen haben sich ganz gut auf sechs verschiedene Ausstellungen verteilt. Es waren zwar nicht gerade wenige Menschen, in der Ausstellung, die ich sehen wollte, aber auch nicht so viele, dass sich die Massen durch die Räume geschoben hätten und die Bilder nicht zu sehen gewesen wären.

Was mir da entgangen wäre! Bilder, die irgendetwas in mir ganz stark ansprechen, die mich richtig glücklich gemacht haben und wieder einmal ganz sicher in der Überzeugung, dass Ausdruck wichtiger ist als Form. Dabei ist es nicht so, dass die Form bei Xenia Hausners Bildern vernachlässigt würde, sie sind nur extrem ausdrucksstark. Es gibt Bilder, die mir wie Puzzlesteine vorkommen. Es klickt und sie fügen sich zu anderen Steinen hinzu und die Welt wird ein Stück klarer und verständlicher.

Ich nenne es „der gefallene Engel“ – Übermalbild 4

Wegen diesem Bild bin ich heute bei glühender Hitze ins Atelier gewandert. Eigentlich bin ich mit dem Bus gefahren, aber der Weg kam mir insgesamt doppelt so lang vor wie sonst. Glühend, 35 Grad im Schatten, dabei gab es gar keinen Schatten. Im Atelier selbst war es erstaunlich kühl im Vergleich zu draußen. Das liegt daran, dass das Haus auf einem Hang steht und zwar eine Front auf eine ebenerdige Grünfläche hat, auf der anderen Seite aber eigentlich im Keller liegt. Es ist also drinnen angenehm. Gut zu wissen für den kommenden Juli.

Der „gefallene Engel“ heißt es also. Wie immer bin ich mir nicht sicher, ob nicht dies und das fehlt, aber ich erkläre es jetzt für fertig und Punkt.

So fasziniert bin ich gerade

Heute am neunten Tag der Hitzewelle regnet es ein paar Tropfen, es donnert und blitzt, aber der Hagel, der in Westösterreich enorme Schäden angerichtet hat, hat uns bisher verschont. Hoffentlich bleibt es so.

Atelier – Übermalbild 3 – die Verwandlung

Ein altes Bild, von dem es kein Foto gibt, soll verändert werden, also übermalt. Ich überlegte hin und her und erinnerte mich an Gerdas Kommentar, dass sie, wenn sie übermalt, ganz übermalt, weil alles andere eine zögerliche Angelegenheit ist. „Recht hat sie“ dachte ich und außerdem hatte ich Lust auf richtiges Anstreichen. Das Bild bekam also einen durchgehenden hellblau-türkisen Anstrich.

Dann lies ich die Strukturen aus dem Bild herauskommen, markierte sie ein bisschen mit Kohle und stellte fest, dass so manches dem darunter liegenden, übermalten Bild nicht so unähnlich war. Nach vielem Drehen entstand eine erste Version, an der mir der weiße Teil zunächst sehr gut gefiel. Dann fand ich den Hintergrund zu hell und aus zwei „Fenstern“ wurde eines. Nun sah das ganze einem Schuh zu ähnlich.

Das menschliche Gehirn bemüht sich ja immer, aus dem was es sieht, Bekanntes heraus zu lesen. Wenn ein abstraktes Gebilde ungewollt starke Assoziationen zu einem Objekt hervorruft, ist das nicht unbedingt ideal. Weiteres Drehen war angesagt, dann fand ich die Position mit der ich zufrieden war

Das Bild war mir aber zu blaß und zu unbelebt um nicht zu sagen fad. Ich habe hier mit Gouache gemalt. Ich mag sie sehr, aber sie kommt in der Leuchtkraft nicht an Öl heran. Ich arbeitete also an der Belebung und hier ist das Endergebnis.