la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Montag 16.November 2020 – Der zweite

Der Lockdown Nummer 2 also, ab morgen. Beim ersten Mal war ich froh, dass alles heruntergefahren wurde, inklusive Schulen. Es kam mir damals etwas unheimlich vor, mit den Öffis zu fahren, große Gruppen zu unterrichten. Dabei waren die Infektionszahlen im März bei gerade 100 pro Tag, vor kurzem waren sie bei fast 10.000. Angeblich sollen die österreichischen Zahlen pro Million Einwohner die höchsten der Welt sein. Das glaube ich nicht so ganz, denn die Zahlen, die aus manchen Ländern gemeldet werden, sind wahrscheinlich nicht besonders glaubwürdig. Aber schlimm genug wäre es schon, die höchsten Zahlen Europas zu haben.

Tatsächlich hat sich das distance-learning als ziemlich anstrengend für alle Beteiligten entpuppt und in weiterer Folge als Ursache für eine katastrophale Vergrößerung der Gräben zwischen von zuhause geförderten Kindern und solchen, deren Eltern sie gar nicht unterstützen können oder wollen. Beim zweiten Durchgang des Lockdown soll wieder der gesamte Unterricht auf distance-learning umgestellt werden. Die älteren Schüler*innen schaffen das ganz gut, die kleineren aber nicht. Abgesehen vom Kanzler war so ziemlich die gesamte Regierung und viele andere Entscheidungsträger gegen die Schulschließungen. Aber der Herr Kurz lässt ja keine großen Zweifel darüber, wer das letzte Wort hat.
Es haben aber schon viele Schulen Systeme ausgeklügelt, wie sie doch unterrichten können. Die Schulen sind ja nicht geschlossen, es findet eine Betreuung statt und immerhin beim zweiten Durchgang ist man darauf gekommen, dass man ja statt die Kinder nur zu bespaßen die Gelegenheit nützen könnte, gerade die schlechteren Schüler*innen zu fördern. Das Unterrichtsministerium verteilt Tablets und Laptops an Schüler*innen und Sonderverträge an Lehramts-Studierende in hohen Semestern. Eine österreichische Lösung: bei ungeliebten Bestimmungen gibt es so viele Ausnahmen und Sonderfälle , dass man sich die Regelungen genauso gut hätte ersparen können. Wir Österreicher sind noch aus Habsburgszeiten ein ziemlich autoritätsgläubiges Volk, andererseits ist aber die kreative Umgehung von Gesetzen und Bestimmungen, die einem selbst nicht sinnvoll erscheinen, ein beliebter Volkssport.

Diesmal bin ich am Tag vor dem Lockdown ziemlich nervös. Den ganzen Tag lang habe ich den Eindruck, dass ich irgendetwas vergessen haben muss, dass ich unbedingt vor dem Schließen des gesamten Handels besorgen müsste. Aber was ? Sicher keine Gegenstände des täglichen Gebrauchs, ich bin immer schon eine große Vorratshalterin gewesen, ganz abgesehen davon, dass die Supermärkte nicht schließen. Ich weiß einfach nicht, woher diese Unruhe gekommen ist. Jetzt ist es auf jeden Fall ohnehin zu spät.


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Der absatzlose Gutenberg

Man muss den Herausforderungen des Lebens begegnen. Bis jetzt habe ich ja gemütlich auf dem „klassischen“ Editor geschrieben und den neuen nur oberflächlich ausprobiert. Für Basics ist er unkompliziert, aber, ja Christiane hat ganz recht, eine Spur tiefer, hat er seine Tücken. Wie erzeugt man einen Absatz innerhalb eines Blocks ? Habe ich noch nicht gefunden. Muss aber doch wohl irgendwie gehen.

Gibt man Absatz ein, wird ein neuer Block eröffnet. Was prächtig funktioniert, ist das rückgängig machen: man kann sehr viele Schritte zurückgehen. Das ist prinzipiell hilfreich, führt aber zu keinem Absatz

Aha, Seitenumbruch gibt es. Brauche ich allerdings nicht wirklich.

Block hinzufügen – alle durchsuchen – PUhhh eine lange Liste, tatsächlich brauche ich das alles aber gar nicht. Das ist so, wie wenn man sich ein Gerät für einen bestimmten Zweck kauft und dann kann das Ding viele andere Dinge, die man gar nicht haben will. Die Komplexität macht das Gerät aber viel fehleranfälliger und natürlich teurer, klar.

Ich sehe gerade, dass der ehrwürdige Gutenberg keine Worte zählt. Das kann ja auch nicht sein, da muss ich falsch abgebogen sein.

Farben funktionieren. Alles andere wahrscheinlich auch, man muss es nur finden.

Derzeit sehe ich keine Notwendigkeit umzusteigen. Sollte ich mal unbedingt einen großen Initialbuchstaben brauchen. Nette Spielerei

Nachdem ich Fotos einzeln oder höchstens zu zweit oder dritt einstelle, muss ich mich auch nicht mit Fotogalerien beschäftigen.

Gut, Gutenberg, es reicht für heute


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Mein inneres Kind – ABC Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Kain Schreiber (bei dem ich mich frage, ob er Kain mit Vornamen heißt?)

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

Gutenberg-Anmerkungen: Den Text habe ich von Word rüberkopiert. die Formatierung blieb erhalten. Der größere Abstand zwischen vorletztem und letztem Absatz ist beabsichtigt. Lästig fand ich, dass ich die selbstkomponierte Textfarbe über jeden Absatz einzeln legen musste.

ICH WILL, ICH WILL, ICH WILL. Keine Spur von lieblichem Augenaufschlag, süßen Patschhändchen und reizendem Gebrabbel. Mein inneres Kind ist sehr energisch, energiegeladen, neugierig und abenteuerlustig. Und sehr hartnäckig im Verfolgen ihrer Ziele. Sie ist natürlich kein „es“ sondern eine „sie“, ganz eindeutig.

Sie kann auch sehr charmant sein, richtig lieb und anschmiegsam solange, ja solange alles nach ihrem Kopf geht. Sie ist wie alle Kleinkinder ein Monster an Egoismus. Die Möglichkeit mit anderen zu teilen oder deren Bedürfnisse zu respektieren gehört noch nicht zu ihrem Verhaltensrepertoire. Soziales Verhalten lernt ein Mensch erst später in seinem Leben, oder gar nicht.

Manchmal muss ich sie aus gefährlichen Situationen retten. Lebenserfahrungen hat sie ja noch keine und sie stürmt immer voran, wenn etwas ihre Neugier geweckt hat. Dass auf dem Weg dahin vielleicht eine tiefe Grube mit Krokodilen liegt, ein dicker LKW um die Ecke biegen könnte oder der Nachbar Schmidt mit gierigen Augen lauert, ist ihr nicht klar. In solchen Fällen muss ich dann eingreifen.

Verspielt ist sie auch und sehr kreativ, ein Vergnügen ihr zuzusehen, meistens darf ich auch mitmachen bei den schwankenden Konstruktionen und wilden Bildern. Die versteinerten Gedankengänge wellen sich dann plötzlich und tuten und piepen. Wenn man keine Konsequenzen und Risiken in Betracht zieht, ist das Leben zwar sehr gefährlich aber auch sehr bunt und vielfältig. Wir lachen oft und viel miteinander. Alles in allem sind wir ein höchst erfolgreiches Team.

 

Bei Tageslicht entdeckt sie die Welt, wenn das Nachtlicht zum Fenster hereinscheint, schläft sie. Beides tut sie mit vollem Einsatz. Auf ihre Energie, ihre Neugierde, ihre Kreativität und Verspieltheit greife ich gerne zurück. Manchmal gestattet sie mir das, manchmal auch nicht. Manchmal ärgere ich mich so heftig über sie, dass ich sie gerne zur Adoption freigeben würde, aber was würde mir da nicht alles fehlen !  

300 Wörter


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Stadt, Wasser, Dunkelheit

Derzeit bin ich ja nicht oft nachts unterwegs, noch nicht einmal im Dunklen am Nachmittag. Umso mehr begeistern mich die nächtlichen städtischen Regenimpressionen. An manchen Bildern könnte man sicher auch noch ausgiebig herumschneiden und sonstwie bearbeiten, aber diese und die noch folgenden sind alle unbearbeitet mit Ausnahme von einem Ausschnitt.

 Fortsetzung folgt


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Impulswerkstatt – Einladung für November

Liebe Werkstattbesucherinnen und  -besucher !

Frau Flumsel und ich (Myriade) haben uns sehr gefreut, dass ihr so zahlreich die Werkstatt besucht  und so viel zu ihrer erfolgreichen Eröffnung beigesteuert habt. Der erste Durchgang hat unsere Erwartungen für den Start dieses Projekts deutlich übertroffen.

Hier kommt nun der zweite Durchgang. Wer noch nicht weiß, worum es geht und dies auch erfahren möchte: So hat´s begonnen

Hier ist die Zusammenfassung der ersten Runde (Oktober), die sehr gut und vielseitig gelungen ist und – glaube ich – allen Beteiligten Freude gemacht hat.

Nun gibt es wieder zwei Fotos zur Inspiration. Ich bin schon sehr gespannt, in welche Richtung diesmal die Assoziationen gehen werden. Es fällt mir dazu schon einiges ein, aber das verrate ich natürlich nicht, Vielfalt soll ja in der Impulswerkstatt herrschen und Kreativität, ja und Vernetzung

Wir freuen uns also schon auf Texte, Gemaltes, Gezeichnetes, Fotografiertes, Musik?, Kochrezepte? oder was immer euch dazu einfällt.

   


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Ererbte Genialität – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Judith von „mutiger leben“

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

„Mopsen“ ist ein Wort, das in meinem aktiven Wortschatz nicht vorkommt, dessen Bedeutung ich vorsichtshalber nachgeschaut habe, aber vielleicht gerade deswegen, war die Idee gleich da.

Ich schmeichle mir damit, dass Moritz meine Freude an der Sprache geerbt hat. Wobei Freude an der Sprache – ganz unter uns – eine bescheidene Umschreibung für Begabung ist. Schon als ganz kleiner Schmutzfink in der Sandkiste machte es ihm viel Spaß neue Wörter zu erfinden. Vom „Schaufelplatsch“, der den Sand in sein Gesicht und in das seiner Freunde beförderte bis zum „Naßstiefeln“, das seinen Weg in Gummistiefeln durch alle verfügbaren Pfützen beschrieb. Als stolze Mutter sah ich ihn schon fabelhafte, neue Wörter schaffen, die direkt Eingang in den Duden finden würden. Aber vorläufig  übte er noch. Zum Beispiel an Hundevokabeln.  Wenn er mit unserem Hund gespielt hatte, erzählte er, er habe „gemopst“ oder „gegassit“.

Doch – wie man schon im alten China wusste – soll man nicht übermütig werden und die Götter nicht mit Hochmut verärgern.

Eines Tages besuchte uns Tante Hedi eine freundliche aber sehr steife Dame der alten Schule. Selbstverständlich brachte sie ein Gastgeschenk mit. Tante Hedi hatte für alles im Leben, so auch für Gastgeschenke, ganz klare Vorstellungen darüber, was angemessen und korrekt ist. Für Haushalte mit Kindern brachte sie immer Tiere mit. Für ganz kleine Kinder waren es Stofftiere, für etwas größere dann lebendige.

Tante Hedi saß am Esstisch, vor ihr stand ein Vogelkäfig mit einem prächtigen Sittich in leuchtenden Farben. Ich hatte mich schon überschwänglich bedankt, aber es stand natürlich noch der Dank des kleinen Moritz aus. Mein Sohn war im Garten und spielte mit dem Hund. Ich hätte das Unglück ja kommen sehen können, schließlich kannte ich Moritz.

Der Kleine stürmte herein, sah den Vogelkäfig samt Bewohner und rief begeistert:“ Gerade habe ich  gemopst und jetzt kann ich vögeln“

Meine Erklärungen verhallten ungehört. Tante Hedi war so empört über unsere kläglichen Erziehungsleistungen, dass sie samt Vogel fluchtartig unser in jeder Hinsicht verkommenes Haus verließ.

300 Wörter           


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Foto der Woche, sieben, Massensterben

Bei Aequitas et Veritas

Wer sich nicht auskennt mit Fossilien kann nicht sagen, ob alle diese Tiere nebeneinander und gleichzeitig gelebt haben und gestorben sind oder ob sie im Lauf von Jahrmillionen zusammengepresst wurden. Jedenfalls eine fantastische Ansammlung von Fossilien, die F und ich immer besuchen, wenn wir einen Spaziergang durch Schönbrunn machen.

Ich war diese Woche im Kopf weit zurück in der Geschichte dieses Planeten und da passt ein Ausschnitt der Fossilienplatte sehr gut als Wochenabschluss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Emotionen und Reaktionen

Mein Verhältnis zu Bergen war immer ein sehr distanziertes. Österreich ist zwar ein Land vieler Berge, aber meine Heimatstadt Wien liegt in der pannonischen Tiefebene und es hat mich immer überall anders hingezogen als in die Berge. Es war auch keiner meiner Lebenspartner ein Bergmensch. Mit dem Auftauchen von F in meinem Leben hat sich das aber verändert. F ist Oberösterreicher, in gebirgigen Gegenden aufgewachsen, auf viele Berge geklettert und fühlt sich in den Bergen zuhause, ganz besonders in seinen Bergen, wo er jeden Gipfel benennen kann.

Aus allgemein bekannten Gründen wollten wir beide in diesem Sommer weder in ein Flugzeug steigen noch uns den möglichen Wirrnissen an Grenzübergängen aussetzen und so fuhren wir zwecks Tapetenwechsel und Erholung in die Berge, nach Bad Gastein. Der Ort selbst liegt schon über 1000 Meter, was sich sehr angenehm auf die Sommer-Temperatur auswirkt, und ist von ein paar 2000-Plus-Bergen umgeben.

Mir geht die Landschaft nicht so unter die Haut wie dem F, aber gefallen hat sie mir wohl. Die Wolkenschatten zum Beispiel haben mich fasziniert.

Die vielfältige Vegetation auf den Wiesen hat mich auch begeistert. Eigentlich sieht man sie auf diesem Foto nicht, hier ging es mir mehr um ein Bild der Gräser vor dem Horizont

Manche Ausblicke waren einfach erhebend. Ich habe mich bemüht dieses Gefühl der Ruhe und Weite und über den Dingen stehen irgendwie zu speichern. Ohne Unterstützung durch Bilder kann ich es aber nicht abrufen, bei manchen Fotos schon.

Heute gelingt mir auch die viel geübte und hoch geschätzte Möglichkeit einen Augenblick des Innehaltens zwischen Emotion und Reaktion zu legen. Die angelernte Automatik der Reaktion kurz zu unterbrechen. Womöglich ist das die größte aller möglichen Freiheiten.

Das kann auch beim Bloggen von Vorteil sein, für die eigene Psychohygiene. Nein, ich muss nicht sofort antworten, ich muss nicht versuchen mich zu erklären, ich kann mir die Zeit nehmen, die Sinnhaftigkeit der Reaktionen abzuschätzen, darüber nachzudenken, was mir meine mögliche Reaktion bedeutet, ob sie mir überhaupt etwas bedeutet …