la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Samstag 14.12.19

Immer noch bin ich ganz begeistert vom Schneegestöber auf meinem Blog ! Das reale Wetter gibt diesbezüglich wenig her und so sind wir bei frühlingshaften 10 Grad aufgebrochen um einen Christbaum zu erwerben. Einen hübschen haben wir gefunden, regelmäßig gewachsen, nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu breit, nicht zu schmal, perfekt. Die Weihnachtsphase beim F dauert noch an. Der Baum war seine Idee und jetzt ist er auch sehr angetan vom Projekt eine Spitze für den Baum zu kaufen. Es ist verblüffend.

„Es ist ein Sieg zu dem zu gratulieren ist“ meinte unsere Kanzlerin zum Ergebnis der Wahlen in Großbritannien Eine ausgefeilte diplomatische Formulierung, die mir gut gefällt. Muss ich mir merken.“Ein Standpunkt, der zu bedenken ist“ zum Beispiel statt „so ein Schwachsinn“.


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13 – Das Geschäftsmodell der Mitzi-Tant | Adventüden

Mein Beitrag zu Christianes Adventkalender, geschrieben im August nachdem ich mit dem Modell der Mitzi-Tant eisgekühlte Ingwerlimonade getrunken habe

Irgendwas ist immer

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

Das Geschäftsmodell der Mitzi-Tant (Myriade, la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée)

Um die Weihnachtszeit geht doch nichts über Vanillekipferl. Es gibt sie zwar im Handel schon fast zu jeder Jahreszeit, aber die ab Mitte Dezember hausgemachten sind nicht zu übertreffen. Vor allem die von der Mitzi-Tant nach dem alten Familienrezept. Die Mitzi-Tant, eine in vielen Sparten erfolgreich tätige Dame, betreibt mit ihren Vanillekipferln einen blühenden Handel ohne irgendwelche Berührungsängste mit »Weihnachtszauber« genanntem Kitsch.

Ihr Verkaufsstand auf dem im Advent ungemein beliebten Wiener Spittelberg gehört zu den angesagten, denn sie hat es irgendwie geschafft, in einem Christkindlmarktführer für Touristen erwähnt zu werden. Den Spagat zwischen den angepriesenen klassischen Vanillekipferln nach ererbtem Rezept und dem Massentourismus schafft die Mitzi-Tant spielend. Die Qualität ein bisserl senken, den Preis ein bisserl anheben und geht schon

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Liebe und Tod – Mittwoch 11.12.19

Eine unglaubliche Geschichte ! https://www.nytimes.com/2019/12/08/nyregion/auschwitz-love-story.html Und was für eine Frau !

Und eine meiner freundlichsten und sozialsten Kolleginnen hat wohl nicht mehr lange zu leben. Beidseitiger Lungeninfarkt, die anschließenden Untersuchungen zeigten Bauchspeicheldrüsenkrebs, der bereits in die Leber und wahrscheinlich auch in die Lunge gestreut hat. Inoperabel. Ab morgen versucht man mit einer Chemotherapie die Tumore zu verkleinern um vielleicht doch noch operieren zu können. Mir kommt vor, niemand glaubt daran, dass das möglich sein wird. Sie ist gerade 60 geworden, alleinstehend, ihre Geschwister leben in der Schweiz. Sie hat ihre große Müdigkeit für eine Alterserscheinung gehalten, über die ohne ersichtlichen Grund abgenommenen Kilos hat sie sich gewundert. Einladungen zu Weihnachten hat sie abgelehnt, sie will auch nicht im Spital besucht werden.

So viele sind es.

Oh, ich begriff alles, begriff Pablo, begriff Mozart, hörte irgendwo hinter mir sein furchtbares Lachen, wusste alle hunderttausend Figuren des Lebensspiels in meiner Tasche, ahnte erschüttert den Sinn, war gewillt, das Spiel nochmals zu beginnen, seine Qualen nochmals zu kosten, vor seinem Unsinn nochmals zu schaudern, die Hölle meines Inneren nochmals und noch oft zu durchwandern.

Hermann Hesse „Der Steppenwolf“ vorletzter Absatz


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Die Knöpfe muss ich noch ändern

Fast alle sind wir in den gleichen wurstartig gestylten, gerippten Jacken unterwegs, hauptsächlich in schwarz oder dunkelblau, hin und wieder auch eine andere Farbe, aber selten. Den Unterschied machen nur die Kapuzen: manche Jacken haben eine, andere nicht; es gibt sie mit und ohne Futter mit und ohne Umrandung an der Kapuze. Aber praktisch alle sehen wir in diesen gleichmachenden Jacken nicht nur eintönig sondern auch ziemlich düster aus. Farbe bringen nur die Schals und Tücher, für Mützen und Handschuhe ist es noch nicht kalt genug. Wendet man sich mehr nach Süden, ist es dort bunter, wendet man sich mehr nach Norden, ebenso. Wenn der bunte Eindruck auch oft von den Häusern hervorgerufen wird. In Mitteleuropa ist winterliche Bekleidung farbmäßig absolut trist. Der langen Rede kurzer Sinn: ich habe mir einen roten Stoffmantel gekauft ….


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Neue und verfallende Schönheit

In manchem kann einem der Massentourismus schon die Freude am Reisen verderben. Das alte Lisboa nimmt es sehr gelassen. Offenbar kann nichts die Atmosphäre auf der Praca de Comercio zerstören. Die Wolken und der gelegentliche Nieselregen verstärken die zeitlose Melancholie obwohl die vielen Touristen laut sind und bunt. Der wunderschöne Platz wurde von den Autos wieder befreit, die hier eine Weile parken durften und öffnet sich wieder weit auf den Fluss. Die alten Marmorstufen führen ins Wasser. Ob es wirklich dieselben sind, die die großen Seefahrer benützt haben, sei dahingestellt, aber man kann es sich gut vorstellen.

Es hat sich einiges verändert, seit ich das letzte Mal hier war, vor drei Jahren glaube ich. Es wurde ein Weg angelegt entlang des Flusses vom Bahnhof Cais do Sodre zur Praca do Comercio. Für Touristen, angenehm zu gehen mit Sitzgelegenheiten, Lokalen, Fahrrädern und Scootern zu vermieten. Könnte überall auf der Welt sein und dann doch nicht, denn da ist der Blick auf die Brücke, an diesem Tag halb im Nebel.

Man kann also nun sehr bequem zu allen Anlegestellen der Fähren auf die andere Seite des Tejo gelangen. Ich war in Versuchung doch einen kleinen Besuch bei den Gespenstern zu machen, habe mich aber doch dagegen entschieden. Ich wollte keine lebenden Vertreter des Clans antreffen. Um diese Jahreszeit herrscht ja Hochbetrieb auf Friedhöfen.

Ich habe statt dessen eine Runde durch das neue Stadtviertel auf dem Expo-Gelände gedreht. Ein neues Wohnviertel mit sehr gelungener, moderner Architektur ist hier entstanden. Einige Elemente der Expo sind geblieben, das fantastische Aquarium, mehrere Theater, große Grünflächen, äußerst gelungen. Lissabons alte Viertel sind allerdings wie immer: abblätternder Verputz, kaputte Fenster, abenteuerliche Stromleitungen, extrem zerkratztes Glas. Eng, schmutzig, muffig, nie malerisch gewesen.

Die Altstadt ist auch nicht wirklich gepflegt, aber hier verfällt und vermodert vieles sehr wohl malerisch und die allgegenwärtige saudade hat alles im Griff, die romantisch gestimmten Touristen und die möglicherweise leicht genervten Bewohner.

 

 


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Regen und Licht

Es regnet. Trotzdem fahre ich nach Lissabon. Lissabon im Regen ist eine gewisse Herausforderung. Die Kanalisation ist miserabel. Ich habe den Verdacht, dass sie noch aus Zeiten des Marques de Pombal stammt. Das ist derjenige, der die Stadt nach dem verheerenden Erdbeben und dem fast vollständigen Niederbrennen 1755 wieder aufbauen ließ. Aber obwohl man ständig reißende Flüsse und mitteltiefe Seen durchqueren muss, bleibt Lissabon doch eine Stadt mit großartiger Anlage und Architektur, die auch Pombal zu verdanken sind und vor allem einem ganz speziellen Licht vom Tejo herauf in die Innenstadt. Jetzt freue ich mich schon richtig