la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Mittwoch 10.4. – suchen, finden und packen

Zunächst in die Bank zu weiterer Beratung – dann in die Bücherei – Bemerken, dass der Schirm in der Bank geblieben ist – zurück in die Bank, Schirm abgeholt – zum Essen – Schirm erfolgreich in den Blickwinkel gerückt und mitgenommen – in die Apotheke – Schirm wäre dort geblieben, hätte mich nicht eine nette Mitkundin darauf hingewiesen – weil die Bücherei das Gewünschte nicht hatte, auf in die Buchhandlung – Gewünschtes gefunden – Bus in Richtung Supermarkt genommen – Beim aussteigen ist der Regen stärker geworden – Ach ja, der Schirm ist wohl in der Buchhandlung geblieben – zähneknirschend und nass zurück in die Buchhandlung – Schirm liegt dort und bemüht sich um einen harmlosen Eindruck. Auf die Art ist es wirklich nicht schwierig in kurzer Zeit auf 6000 Schritte zu kommen.

Das China Lokal gegenüber des Bezirks-FPÖ-Lokals hat seinen Namen geändert von „Lucky Chen“ auf „Lucky Fen“, wobei das C von „Chen“ noch ziemlich deutlich zu sehen ist. Da würde ich sehr oft hingehen, wenn auf dem gegenüberliegenden Parteilokal sowas stehen würde wie „wegen Pleite geschlossen“ oder „wegen Auflösung der Partei derzeit kein Betrieb“ oder gar „Alle in Klausur wegen Scheitern der Regierungsbeteiligung“ und diese Inschrift dann vom Lucky Fen-Gastgarten aus zu lesen wäre. Für diesen Genuss wäre mir die Qualität des Essens beim Lucky-was auch immer völlig egal. Leider sieht aber die Fassade des Parteilokals baulich ziemlich gut aus und es gibt auch sonst keine Anzeichen für ein baldiges Auseinanderfallen.

Meine Kofferpack-Neurose meldet sich schon langsam und ich habe zum Abschluss des Tages den ausgewählten Koffer aus dem Keller geholt und auf einem Sofa platziert (platziert statt plaziert sieht immer noch seltsam aus. Dabei ist es im Gegensatz zu anderen orthographischen Änderungen ziemlich logisch) Solche Gedankenschleifen mache ich immer, wenn´s ums Kofferpacken geht. Morgen habe ich ohnehin keine Zeit, am Freitag gewöhne ich mich an den Anblick des Koffers und am Samstag und Sonntag packe ich ihn dann ein, in kleinen Portionen. Ich übertreibe etwas, aber nicht sehr. Der F. hat sich übrigens bis vermutlich Samstag in seine Wohnung zurückgezogen. Nicht wegen meiner ausschweifenden Kofferpackerei, oder doch? Egal, ich muss ja nicht alles wissen.

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Selbstplagiat

Beim Aufräumen meines Blogs habe ich einen alten Beitrag gefunden, der für heute wunderbar passt:

ÜBER DAS KOFFER PACKEN

Ich reise gerne. Sei es allein, sei es in Begleitung oder auch in einer Reisegruppe, zu Fortbildungen und sonstigen Seminaren, zu Besuchen von Freunden, was auch immer.

Ich liebe anonyme Hotelzimmer und verstehe gar nicht, warum viele Menschen es so schrecklich finden in Hotels zu übernachten. Es macht mir Spaß täglich in einem anderen Bett in einem anderen Zimmer zu schlafen. Besonders genieße ich es, vorübergehend mit ganz wenigen Sachen auszukommen. Es ist ja erstaunlich wie wenige Dinge man eigentlich braucht um durchaus angenehm und bequem zu leben, zumindest für eine Zeit.

Und da fängt mein Problem an: das einzige, was mich am Reisen ordentlich stresst, ist das Packen. Es beginnt schon mit der Auswahl des richtigen Gepäckstücks. Koffer, Tasche, Rucksack ? je eines ? Einige wenige Dinge kommen auf jeden Fall mit, zB die Kamera, bei anderen Dingen ist das nicht so eindeutig. Brauche ich die wirklich ? oder doch unbedingt ?

Zum Glück ist das Endergebnis meiner Packerei fast immer zufriedenstellend und ich habe nicht zu viel und nicht zu wenig mit. Aber bis ich dorthin komme ! Nervenzerfetzend …. Ich lache über mich selbst, aber ich brauche einen ganzen Tag zum Packen. Und das obwohl ich mich nur um mein Gepäck kümmern muss. Meine Wohnung samt inneren und äußeren Pflanzen wird nicht nur von einer sondern von zwei Personen betreut.

F. schwankt zwischen Verständnis und Belustigung. Ich kann das gut verstehen, ich finde das Thema „Packen und ich “ selbst absurd, aber was soll ich machen, es ist eben so. Der Beginn einer breit angelegten Psychotherapie zur Bearbeitung des Themas „warum nervt mich das Packen so ?“ wäre vielleicht doch etwas übertrieben und um das Geld kann ich mir sicher ein paar hochpraktische Mehrzweck-Gepäckstücke kaufen 🙂

Was mich tröstet, ist, dass ich aus 100facher Erfahrung weiß, dass ich letztlich immer rechtzeitig fertig werde und auch noch nie etwas wirklich Wichtiges vergessen haben. Mal ganz abgesehen davon, dass ich weder eine Wüstendurchquerung noch ein Himmalaya-Trekking im Sinne habe, sondern in Europa bleibe, wo ich alles, was immer ich vergessen haben könnte garantiert irgendwo bekomme.

Und ich weiß auch, dass nach den ersten 100 Metern in Richtung Flughafen alles von mir abfällt und die Vorfreude ausbricht.


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„Teilen Sie das bitte!“, fordert uns die dergl in mehr als einem Beitrag in den letzten Tagen auf. Es geht um nichts weniger als das Recht, als Behinderter einigermaßen selbstbestimmt zu leben, was jenem Behinderten, sein Name ist Markus Igel, systematisch abgesprochen wird. Daher gibt es jetzt gerade viel Lärm, denn wenn man […]

über Teilen Sie das bitte! — Irgendwas ist immer


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Ewig jung – ABC Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane 

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Können Menschen ein Verfallsdatum haben, eine Ablauffrist, abgesehen von der unausweichlichen Vergänglichkeit des Daseins?

Entgeht man diesen Ablauffristen, wenn man sich Nervengift in die Falten spritzen lässt oder Haare implantieren. Machen Kunststoffbällchen im Pornostarformat – oder auch kleiner – wirklich jünger und glücklicher? Ist es nicht lächerlich sondern bewundernswert, wenn Schlagerstars mit siebzig die gleichen Liedchen trällern wie mit zwanzig? Ist es ein gutes Gefühl von einem schleimigen Exemplar Mensch als jüngere Schwester der eigenen Tochter angesprochen zu werden? Macht es Sinn nicht Eltern sondern Freunde seiner Kinder sein zu wollen, meistens auch noch die besten Freunde. Alles nur um diesen Ablauffristen zu entgehen, die dann unweigerlich ins Verfallsdatum münden.

Ist es klug, sich immer nur mit den Augen anderer zu betrachten? Wobei die Kriterien nach denen uns andere betrachten auch immer nur eigene Hypothesen sind. Wer weiß denn, ob der Unbekannte, dem wir irgendwo begegnen „hat die aber viele Falten“ denkt oder etwas völlig anderes.

Vielleicht kann man mit hunderten Runzeln, schütterem Haar und zitternden Händen am Rollator gehend durchaus glücklich und zufrieden sein, wenn die im Laufe eines Lebens angesammelten inneren Ressourcen tragen. Erwirbt man sich innere Ressourcen, wenn man sich hauptsächlich dem völlig aussichtslosen Projekt des Anti-agings widmet?

Nur so ein paar unschuldige Fragen.