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Besuch aus Quatar …

habe ich in den letzten Tagen mehrmals bekommen. Ich würde sehr gerne einen Blog aus Quatar verfolgen. Vielleicht meldest du dich liebe Bloggerin, lieber Blogger aus dieser interessanten Gegend. Auch wenn nicht: herzliche Grüße !

Mittwoch, 26.Mai 2021 – rote Lippen und Strom

Eine bizarre Szene. Ein Stand, der irgendwelche religiösen Flyer verteilt. Mormonen sind es nicht, das sind immer junge Männer in schwarzen Anzügen und Rucksäcken, Zeugen Jehovas auch nicht, die führen ihre Leuchttürme auf so einer Art Zeitschriftenständer auf Rädern herum, auch keine Scientologen, die verkaufen im Normalfall Hubbard-Bücher, alle anderen Sekten, die mir einfallen, wären an ihrer Kleidung zu erkennen. Die etablierten Kirchen verteilen keine Prospekte auf der Straße. Gibt´s die Heilsarmee noch? Vielleicht Evangelikale, eine Pfingstkirche, etwas ganz anderes?

Jedenfalls schauen die beiden Frauen, die die Flyer verteilen sehr verbissen drein. Aus Lautsprechern ertönt „Rote Lippen, soll man küssen …“. Ja, wirklich. Ich habe mich umgesehen, ob das nicht vielleicht eine parallele oder eine Gegenveranstaltung ist. Nein, die Lautsprecher sind an dem Stand montiert, zu dem die beiden Zettelverteilerinnen gehören. Inzwischen sind ihnen die Zettel ausgegangen, das Marketing war also erfolgreich. Die Krönung des ganzen sind vier alte Damen, mindestens in den späten Siebzigern, die jeweils zu zweit völlig synchron einen perfekt choreographierten Tanz aufführen und die herumstehenden und herumsitzenden Leute auch zum Tanzen animieren wollen.

Die bizarrste Vorführung, die ich seit langem gesehen habe und in letzter Zeit herrscht ja kein Mangel an bizarren Veranstaltungen. Leider hatte ich keine Zeit einem Flyer nachzujagen, der mich möglicherweise informiert hätte.

Nachjagen ist heute meine Hauptbeschäftigung. Mein Wohnungsverkäufer muss bis spätestens Montag die Wohnung übergeben und davor natürlich Strom, Wasser und Heizung ablesen. Im Idealfall so, dass wir uns gleich anmelden können, aber es zieht sich dahin. Jetzt fehlt ihm noch dies und dann das und er ruft später an und dann doch nicht. Es nervt!

Über Hürden geschafft

Juhuu, ich bin glückliche Besitzerin einer Wohnung in der Wachau !! Der Vertrag ist unterschrieben, jetzt kann keiner mehr zurück.

Es war nicht ganz einfach. Wir waren am Nachmittag mit dem Notar in 120 Kilometern Entfernung verabredet und sind nicht und nicht weggekommen. Der F ist noch in einem meeting gesessen und als er sich endlich losgeeist hatte, ist uns beiden eingefallen, dass das Auto ja schon am Vortag Abend nach Benzin gejault hatte. Also auch noch tanken.

Tatsächlich sind wir zwar verspätet aber eigentlich mehr als rechtzeitig angekommen, denn der Notar saß mit den beiden Verkäufern in seinem Büro und man hörte Stimmen, die von der Lautstärke und der Emotion her sehr nach Streit klangen. Ich versuchte mich schon darauf vorzubereiten, dass es zu keiner Vertragsunterzeichnung kommen würde und wir unverrichteter Dinge und ohne Wohnung wieder nachhause fahren würden.

Wir kamen in das Büro hinein, da saßen die Wohnungsverkäufer, wirkten zwischen geknickt und empört und empfingen uns gleich mit den Worten „wir haben Probleme und wissen nicht, was wir machen sollen“. Der nächste Satz wäre sicher gewesen „wir können nicht unterschreiben“

Mein letzter Wissensstand war ja, dass die beiden von der Höhe ihrer Schulden, die im Grundbuch vermerkt waren, völlig überrascht waren und ich hatte den Eindruck, dass es Leute sind, die nicht in der Lage sind, ihr Leben zu verwalten. Denn wenn jemand nicht weiß, dass ein nicht ausbezahltes Objekt auf welches Schulden aufgenommen wurden eigentlich der Bank gehört und auch von der Höhe der Schulden überrascht ist, so macht das keinen guten Eindruck. Aber nein, das war ein falscher Eindruck, so war es gar nicht.

Die Schuld lag eindeutig beim Notar, der irrtümlich bei seiner Berechnung nicht den aktuellen Stand der Schulden, sondern den Stand von vor fünfzehn Jahren verwendet hatte. Ein wirklich übler Fehler, der nicht passieren sollte. Zumindest aber sollte man einige Entschuldigungen erwarten, denn schließlich wäre wegen seines Fehlers der Handel beinahe nicht zustande gekommen. Gut, er hat den Vertrag sofort umschreiben lassen und hat gemeint, so etwas könne ja passieren, aber peinlich war ihm die Sache nicht. Na, vielleicht ist das sein üblicher Standard. Ich werde jedenfalls die Dienste dieses Notars nicht noch einmal in Anspruch nehmen und hoffe, dass die Grundbucheintragung problemlos über die Bühne geht.

Aber, juhuuuu, es hat geklappt und Ende Mai ist die Übergabe.

Ameisenhüter

Sabines Gedicht aus dem ich das Wort „Ameisenhüter“ entnommen habe

Dieser kleine Text ist eine Reaktion auf ein Wort in Sabines Gedicht nämlich „Ameisenhüter“. Er bezieht sich insofern auf das Foto als er auf und unter der dort zu sehenden Baumborke spielt. Impulstexte quasi der „zweiten Generation“ mag ich sehr. Man kommt in den Assoziationen vom Hundertsten ins Tausendste.

Die Welt nehmen sie hauptsächlich als Geruchssymphonie wahr. Pheromone ziehen ihre Bahnen durch die Luft. Hunderttausende Ameisen marschieren den Baum hinauf und hinunter, riechen und betasten einander, tragen oft ein Vielfaches ihres Körpergewichts. Die Mundwerkzeuge kommen auch zum Einsatz wenn Fremdes getötet wird. Die Welt der Ameisen ist wohlgeordnet fürs ganze Volk, für einzelne wäre sie die Hölle, doch Ameisen leben nicht als Individuen sondern als Superorganismus. Sie sind ebenso selbstlos dem Nest und dem eigenen Volk gegenüber wie gnadenlos nach außen.
Ameisen als Teil der Natur leben weder friedlich noch vegetarisch. Bei ihren Kriegen werden keine Gefangenen gemacht, es werden die Speisekammern aufgefüllt. Wenn also eine große Gruppe von Ameisen in wohlgeordneten Formationen unterwegs ist, so handelt es sich um eine Armee, meist eine Eroberungsarmee.
Soldatin 34876 marschierte vor, hinter und neben anderen Kriegerinnen ihres Nestes. Sie hatte für sich selbst keinen Namen, auch nicht für ihre Schwestern und Kriegsgefährtinnen. Sie wusste auch nicht, dass sie in den Krieg zog. Wenn ein Etwas auftauchte, dass nicht den richtigen Nestgeruch hatte, tötete sie es, wenn sie konnte. Oder sie wurde selbst getötet.
Plötzlich verschob sich ein Stück Borke des Baums. Einige Soldatinnen wurden weggeschoben, andere fielen in der Marschkolonne zurück. Zwei wurden zerdrückt. 34876 wurde unter der Borke festgeklemmt. Sie war unverletzt, konnte sich aber trotz gewaltiger Anstrengung auch nicht befreien.
Die Schlacht zwischen den beiden Nestern war wie alle Ameisenschlachten ein Gemetzel, das erst endete als die eine Seite völlig vernichtet war. Die Orte an denen ganze Ameisenvölker ausgerottet werden, sind nach kürzester Zeit nicht mehr als Schlachtfelder zu erkennen, die Toten und Verletzten werden weggebracht.
Der Baum wusste nicht, ob die Siegerinnen zurück in ihr Nest ziehen würden oder zum Nest der vernichteten Armee. Die einzelne Ameise wusste das auch nicht, die Steuerung durch die Schwarmintelligenz setzte sie aber in Bewegung. Der Baum wartete noch ein bisschen bis er die Richtung der Armee abschätzten konnte: sie gingen nachhause. Also schob er die Borke wieder beiseite und 34876 konnte sich endlich befreien und ihren Schwestern folgen. Eine Ameise allein ist nicht überlebensfähig, als Schwarm sind sie fantastische Architektinnen und Logistikerinnen.
Der Baum mochte die Kleinen und hin und wieder machte er sich die Freude eine oder mehrere aus kriegerischen Auseinandersetzungen herauszuhalten – Ameisenhüter

Drachen und Hasen

So ein tolles Konstrukt von zusammenhängenden Figuren habe ich noch nicht gesehen. Ganz oben ein sehr großes Quadrat, dann der Drache und dann die beiden Hasen. Und das Teil mit dem das ganze in die Luft gebracht wird, steckt nach dem Hochbringen einfach im Boden, die Drachenlenker tun gar nichts. Es hat mich sehr erstaunt, weil der Wind nicht besonders stark war.
Leider konnte ich die Hasen nicht von vorne sehen.

3. April 2021 – Nur mehr gelegentlich „muchas gracias“

Das ist ja sehr erfreulich. Wo es monatelang täglich hunderte Bot-Spams gab, auf Spanisch „wie kann ich mich einloggen ? Vielen Dank“ sind es derzeit nur noch ein paar am Tag und das nicht jeden Tag. Die landen im Papierkorb, wo ich sie immer wieder einmal lösche. Das ist nur noch ein sehr geringer Aufwand. Interessant wäre, warum das so ist. Ein Bot hat (noch) weder Emotionen noch die Fähigkeit zu planen und es kann ihm daher nicht zu blöd werden oder zu sinnlos oder was immer. Warum also hört es auf ? Ich konnte auch nie irgendeinen Zweck dieser Spams entdecken. Sowohl die Spams als auch ihr Ausbleiben machen für mich überhaupt keinen Sinn.
Ich muss zum Glück nicht die Motivationen des Menschen hinter dem bot ergründen.

Bei mir herrschen derzeit interessante Zeiten, im positiven Sinn. Ich hatte schon ganz vergessen, wie das ist, wenn mehrere wichtige Dinge gleichzeitig stattfinden und Aufmerksamkeit erfordern. Solange alles sich so entwickelt wie ich es gerne haben möchte, ist das ein sehr gutes Gefühl, wenn nicht artet es in Stress aus.

Das Leben ist voller Rätsel, die Kunst auch. Das ist eine Installation, der ich eine Weile zugesehen habe. Die achtundzwanzig aufblasbaren Strukturen aus Fallschirmstoff stellen Teile des menschlichen Körpers dar. Luft wird durch computergesteuerte Motoren eingeblasen und wieder abgesaugt dadurch ist alles ständig in Bewegung. Die Teile heben sich, dehnen sich aus und fallen wieder zusammen.

Die Künstlerin, Annette Messager, ist eine Vertreterin der „individuellen Mythologie“. Eine Richtung, die sich damit befasst, die eigene Biografie in Verbindung mit dem Fantastischen zu bringen. Auf mich hatte die Installation allerdings eine heitere Wirkung. Ich vermute aber, dass sie so nicht gedacht war.

Mühsam

Sehr anstrengend sieht das aus und die florale Barockdeko lässt auch noch sehr zu wünschen übrig. Ebenso wie die Fotos. Von dem verdammten Editor will ich erst gar nicht reden. Die Tücken offenbaren sich nicht auf den ersten Blick, aber dann …

58. Station der Literaturweltreise – Tibet

Tibet ist derzeit kein unabhängiger Staat, kommt aber trotzdem in meiner Länderliste vor

Ein ungewöhnliches Buch. Ein wirklich ungewöhnliches Buch aus dem Diederichs Verlag , geschrieben von Aljoscha Long und Ronald Schweppe, die sich beide sowohl mit östlicher Philosophie und Spiritualität als auch mit zeitgenössischer Psychologie beschäftigen.

Zwei Tibeter, die schon als Kinder befreundet waren, sind die Protagonisten der Geschichte. Der eine wird Mönch und später Abt eines tibetischen Klosters, der andere zuerst tibetischer Soldat, dann überzeugter Kommunist und chinesischer Agent. Er arbeitet eine Zeitlang auch bei den Amerikanern im Geheimdienst und bereichert sich durch den Diebstahl von Vermögen und Kunstgegenständen von ins indische Exil gegangenen Tibetern. Durch alle Krisen und politischen Ereignisse und Katastrophen bleiben die beiden Freunde.

Der reiche Mann, der kein gläubiger Buddhist war, hat dennoch seinen Freund, den Mönch gebeten, ihm nach seinem Tod den Bardo Thödol vorzulesen, das tibetische Totenbuch. Der Verstorbene befindet sich im Bardo, dem tibetischen Zwischenreich zwischen Tod und Wiedergeburt bzw dem Ort von dem aus eine Befreiung aus dem Rad des Lebens und der Wiedergeburten möglich wäre und der Mönch begleitet ihn auf verschiedene Art und Weise durch dieses Zwischenreich.

Es erleichtert die Lektüre, wenn man etwas über den tibetischen Buddhismus weiß, aber auch wenn nicht, finde ich den Roman durchaus verständlich. Der Tote irrt im Bardo herum und versucht sich zu befreien oder zumindest eine gute Wiedergeburt als Mensch zu erreichen. Dazwischen wird sein Leben erzählt:als Kind und Jugendlicher in Tibet, in einer armen Familie, in China und den USA. Es ist ein interessanter Blick auf die tibetische Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln. Es wird nicht an Kritik gespart einerseits an der traditionellen tibetischen Gesellschaft andererseits auch an der chinesischen Besatzungsmacht. Der Protagonist wird vom Kritiker der theokratischen Gesellschaft in Tibet zum glühenden Kommunisten schließlich zum Dieb und desillusionierten alten Mann.

Die Verbindung dieser Lebensgeschichte mit der Beschreibung des Bardo und der Unterstützung des Mönchs für den Toten ist sehr gut gelungen und so geschrieben, dass man sie auch ohne nähere Kenntnisse zum Thema gut lesen und verstehen kann.

Sooooo !

Da ist sie, die Literaturweltreiseseite, in neuem Glanz

https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/versuch/

Ich freue mich auf zahlreiche Besuche zwecks Rückmeldung, ob die Listen als Listen zu sehen sind.

Eigentlich war es nicht sehr schwer: unter den Blöcken gibt es auch eine Version „Listen“ , die meine Listen jetzt als solche darstellt. Zumindest sieht das für mich so aus. Ich hoffe auch für euch.

Restlos glücklich mit ich mit dem Layout noch nicht. Zum Beispiel fehlt mir ein Beitragsbild und der Abstand zwischen „Alle Länder“ und der Liste ist nicht wegzukriegen. Aber immerhin ist es viel besser als vorher und ich habe ja beschlossen in die Mysterien von Gutenberg einzudringen.

Wenn ich schon beim Bloggjammern bin …

In wirklich stundenlanger Arbeit habe ich meine Seite „Literaturweltreise“ überarbeitet. Sehr zufrieden war ich damit. Übersichtlich ist sie, komplett, nach verschiedenen Kriterien sortiert. Eine wahre Freude. Theoretisch. Denn kaum schaue ich dort hinein sind meine großartigen Listen zusammengeschnurrt. Alle ! Das Layout ist so, dass ich es nicht einmal selbst lesen wollte. Das wäre schon schlimm genug, ABER es geht ja noch weiter !!

Wenn ich mich dann mit allen Zähnen heftig knirschend dazu durchringe das ganze nochmal zu machen und auf BEARBEITEN drucke, ja was sehe ich dann vor mir ?? was?? in lächelnder Perfektion das erwünschte Layout. Ist das nicht der Gipfelpunkt sadistischer Bosheit??

Und ich weiß absolut nicht, was ich dagegen machen könnte außer das ganze nochmal von vorne zu schreiben …