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Der erste Schritt zurück

Ach, willst du mich schon verlassen, es ist doch noch früh und nach dieser herrlichen Nacht, die wir miteinander verbracht haben! Du bist ja wie die meisten griechischen Götter und Helden auch so eine Augenweide in den Proportionen und in der Muskulatur! Alles perfekt und genau an seinem Platz. Wie machst du es nur, dass du gleichzeitig auch so weich und kuschelig bist, dass jeder in deinen Armen schlafen wollte? Ach Morpheus, komm doch heute Abend wieder!

Samstag 15. Jänner 2022

Es ist erschütternd, wie schnell sich der Blick auf die Welt und das Leben verändern kann, wenn man an Mobilität einbüßt. In meinem Fall hoffentlich nur vorübergehend. Trotzdem. Nur in einem Fahrzeug, das von jemand anderem gelenkt wird von zuhause irgendwohin zu kommen und sei es zum Arzt, beinahe den ganzen Tag im Bett zu verbringen mit derselben Aussicht aus dem Fenster. Zusammengebundener Sonnenschirm in schmutzigorange, sturmgebeutelt, Himmel mit Wölkchen. Jeder Weg vorhergeplant. Soll ich auf dem Weg ins Bad einen Abstecher von fünf bis sechs Schritten machen um das dort liegende Buch mitzunehmen oder doch nicht?

Ich bin sehr froh, dass es den F in meinem Leben gibt und dass er so ist, wie er ist. Nicht nur in diesen unerfreulichen Tagen natürlich. Irgendwie würde es allein auch gehen. Schreibtischsessel zum Rollstuhl umfunktionieren, Familie und Freundinnen um Hilfe bitten. Nur tue ich das sehr ungern.

Die bisher selbstverständlichsten Dinge werden zur Herausforderung oder zum Abenteuer. Das einzig Positive an solchen Episoden ist, dass man dadurch mehr Verständnis für andere Lebenssituationen entwickelt.

Freitag 14. Jänner 2022 – Einmal Vorhölle und – hoffentlich bald – zurück

Vorgestern habe ich mit einem Arzt telefoniert, der fand meine Selbstmedikation ganz richtig, meinte aber, es wäre schon gut vorbeizukommen. Heute sind es drei Wochen, dass das Problem begonnen hat. Es wurde langsam immer besser, Mittwoch wollte ich ins Atelier gehen, aber nein, plötzlich war ich wieder zurück am Start, jeder Schritt ein Horror. Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, die Hölle. Ich war weich gekocht und vereinbarte einen Arzttermin. Nur hinzukommen war schon ein Problem. Die zwei Minuten stehen im Aufzug, allein das schon schlimm. Damit ich nicht in die Garage musste, holte mich der F vor der Haustür ab und setzte mich direkt vor der Arztpraxis ab.

Es ist eine Gruppenpraxis, was den Vorteil hat, dass immer jemand da ist, aber eventuell den Nachteil, dass eben gerade die Lieblingssärztin vielleicht nicht da ist. Ich wurde dem Arzt zugeteilt mit dem ich am Tag davor telefoniert hatte. Der neueste Zugang der Praxis, vor etwa einem Jahr war er noch Praktikant, aber sehr nett und sehr lehrbuchorientiert. Ich bekam Schmerzmittel in Form einer Infusion. Dann entdeckte ich die Lieblingsärztin, die mir zusätzlich eine Infiltration versprach und auch verpasste.

Ergebnis? Nun ja, die Nacht war gut, ich habe ordentlich nachgeschlafen, aber frühmorgens war der brennende Schmerz im Bein wieder da. An Gehen nicht zu denken. Also nochmals das gleiche Prozedere wie gestern, in die Arztpraxis, Infusion, Infiltration. Ergebnis ähnlich wie gestern, ohne Belastung viel besser, Gehen sogar mit Krücken eine Qual.

Und nun das Wochende, nix Infusion, nix Infiltration. Notärzte können nur spritzen, falls es sehr schlimm werden sollte, bietet sich als Ausweg nur die Rettung an, die mich in ein Spital bringen würde, wohin ich auf keinen Fall will. Einerseits weil man in einer Ambulanz meistens ewig wartet und andererseits, weil Omicron in Wien wütet.

Es bleibt die einigermaßen realistische Hoffnung auf eine Besserung, schließlich war es schon viel besser und was sich einmal bessern kann, kann es wohl auch ein zweites Mal so massiv wie ich mit Schmerzmitteln und anti-inflamatorischen Substanzen vollgepumpt bin …

Mittwoch 12. Jänner 2022

Immer wieder denke ich voll Bewunderung an Frida Kahlo. Nicht nur die Kinderlähmung traf sie und hinterließ ihr ein kürzeres, schwächeres Bein was für ein Menschenleben schon gereicht hätte. Es geschah aber auch noch der Unfall. Nach diesem Busunfall, bei dem sie als junges Mädchen von einer Stange durchbohrt wurde, konnte sie sich zunächst gar nicht bewegen, erlitt in weiterer Folge über dreißig Operationen mit anschließend langen Zeiten in Gipskorsetten und bettlägrig. Aber sie malte, sie war politisch aktiv, sie hatte ein aktives Sozial-, Privat- und Sexualleben.

Es gibt die bekannte Anekdote, dass sie sich im Bett zu einer ihrer Ausstellungen tragen lies und als eine Amputation im Raum stand den Ausspruch „wozu brauche ich Füße wenn ich Flügel habe.“

Aber wie war es, wenn die Schmerzen kamen, wenn jede kleinste Bewegung der Wirbelsäule Nerven an Knochen schaben lies und zum Brüllen brachten? Wenn der Schweiß auf der Haut unter dem Korsett immer mehr juckte und sie wusste, dass der Gips noch wochen – und monatelang an ihrem Körper kleben würde? Wie war das Warten auf die Morphiumspritzen? Wie empfand sie die Fehlgeburten? Hasste sie ihren Körper?

Man kann vieles vermuten und vieles in ihren Bildern sehen, aber wissen, kann man gar nichts. Frida Kahlo hat sich durch ihr kurzes Leben gemalt, durch mehrere Malstile und persönliche Phasen. Sie ist die berühmteste Malerin Lateinamerkas und doch fasziniert sie mich als Mensch noch mehr.

So was wie Werbung

Obwohl auch wieder nicht. Es ist mehr so etwas wie eine Aufmerksamkeitsumlenkung. Werner hat eine lange und obendrein inhaltlich und sprachlich sehr passende Fortsetzung zu meinem Handblödltext geschrieben. Eigentlich zu lang und zu schade für einen Kommentar. Ich erlaube mir daher, sie hier nochmals reinzustellen.

„Hand aufs Herz, meine liebe Bibliothekarin, so handzahm, wie Sie sind, werden Sie mir schon nichts tun. Schließlich sind Sie je noch eine von meinen handverlesenen Angestellten. Zwar habe ich Sie damals nur per Handschlag eingestellt, aber der Handel gilt nach wie vor, auch ohne Handout!“
„Ja, Herr Professor. Aber um ehrlich zu sein: ohne das Handgeld, das Sie damals meinem Vater haben zukommen lassen, wäre ich gar nicht geblieben! Das Hand-in-Hand mit Ihnen war mir nämlich schon immer suspekt und ehrlich gesagt egal wie ein Handkäse. Wenn ich auch nur an Ihre widerliche Handcreme denke, wird mir schon schlecht. Da kann doch kein Handgriff sitzen, bei dem Geruch! Und dann auch immer Ihre zuckenden Handbewegungen! Mein Gott, und Ihre arroganten Blicke, wenn Sie Ihr Handdiktiergerät vor Ihren Mund halten um Ihre nichtssagenden Handlungsanweisungen da hinein zu krächzen. Ich weiss gar nicht, wie ich das ausgehalten habe!“
„Tun Sie doch nicht so, Sie sind noch nur eine minderbemittelte Handlangerin für mich gewesen, Sie! Wie herablassend haben Sie mich immer behandelt, wenn ich mal etwas privater werden wollte. In den Buchhandel hätten Sie gehört, aber nicht an meine Lehranstalt! Hätte ich das doch nie mit Ihrem Vater ausgehandelt, der Sie eigentlich in eine Fischhandlung stecken wollte! Nie haben Sie mich unterstützt, wenn ich die Aussenhandelsprognosen für das Ministerium aufbereiten musste. Da hätte mir doch eher jemanden aus einer Bahnhofsbuchhandlung zur Seite stehen können. Handlungsunfähig waren Sie. Aber eingedenk des Gleichbehandlungsgrundsatzes habe ich mir verkniffen, Sie abzumahnen. Habe mich als Treuhänder Ihrem Vater gegenüber verpflichtet gefühlt. Aber nun reicht es mir mit Ihnen!“
WERNER

Impulswerkstatt November, Dezember 2021 – Zwischenbilanz

Ganz herzlichen Dank, liebe Mitimpulsbearbeiter*innen, für dieses Feuerwerk an Kreativität, das im November entstanden ist. Die Mischung von Texten, Gemälden, Musik, Fotos … ist – wie man hier sehen kann – ein wirklich gutes Rezept. Die gegenseitige Inspiration hat auch hervorragend funktioniert!

Hier eine Zwischenbilanz der Beiträge für den zweimonatigen November-Dezember Durchgang der Impulswerkstatt. Es sind so viele Beiträge zusammen gekommen, dass sich ein Zwischenstand anbietet, damit schon einmal gestöbert werden kann.

Wer erfahren möchte, wobei es sich bei der Impulswerkstatt handelt, kann hier KLICK machen

Der Durchgang läuft noch bis Ende Dezember mit denselben Fotos , die neuen Impulsfotos gibt es am 3. Jänner. Ich möchte den ABC-Etüden, die am 2. Jänner beginnen, nicht in die Quere kommen.

Ich bin schon richtig gespannt, ob auch im Dezember in der Impulswerkstatt gearbeitet werden wird, ob nach den schon sehr vielen Beiträgen im November auch im Dezember noch Inspiration und Energie für Neues vorhanden ist. Für mich selbst kann ich das schon sagen, es wuseln da ein paar Ideen im Hinterkopf herum.

Nochmals ein Dankeschön an die „Stammbelegschaft“ der Werkstatt und schon im voraus ein „herzlich Willkommen“ an alle eventuellen Neueinsteiger. Die Arbeitsbedingungen und das Klima in der „Impulswerkstatt sind sehr gut 🙂

Und hier kommt die Zusammenfassung der bisherigen Beiträge:

Chronologische Liste:

1. Natis graue Mauern 3.11.
2. Myriades Palmen 3.11
3. HeidiMarias In der Ruhe liegt die Kraft 3.11
4. Heidi Marias mobile Erinnerungswerkstatt 3.11
5. Heidi Marias Schätze im Eis 3.11
6. Heidi Marias Sein und Schein 3.11
7. HeidiMarias Eisfee 3.11
8. Randoms Zuversicht 4.11
9. Myriades Bank unter Bananen 4.11
10. Gerdas Überblendungen 4.11
11. Gerdas Fortsetzung der Überblendungen 4.11
12. HeidiMarias Jakobsweg 5.11
13. Heidi Marias Eiswesen 5.11
14. Bernhards Bank #127 6.11
15 Gerdas vieräugiger Clown 7.11
16 Marions „Wer bin ich“
17 Gerdas Klosterbankcollage 7.11.
18 Gerdas zweiter Akt des Klosterbesuchs 7.11
19 Lenes Sonnenbank 8.11
20 Gerdas dritter Teil der Klosterbank-Trilogie 8.11
21 Randoms kontemplativer Scarlatti 10.11
22 Sabines Mauer 11.11
23 Myriades Kartäusermönche 11.11
24 Sabines Fotorunde 12.11
25 Petras wechselnde Clowngesichter 12.11
26 Natis Mauer und Bank 13.11
27 Petras vielfältige Gesichter 16.11
28 Bernhards Bank vor dem Sturm 16.11
29 Bernhards schwirrende Zahlen 17.11
30 Gerdas Meer 19.11
31 Judiths verwaiste Bank 19.11
32 Petras Baltimores 20.11
33 Monikas Ausstellung 21.11
34 Lenes Weg 22.11
35 Myriades Verwirrung 23.11
36 Gerdas Doppelgesichter 23.11
37 Ullis Frauenbilder 23.11
38 Randoms vielgesichtiger Freddie 24.11
39 Randoms Eismusik 26.11
40 Latos, Jürgens und Buchalovs Beitrag 26.11
41 Gerdas Eismuseum 26.11
42 Bernhards Pfützenkunst 27.11
43 Gerdas Meerpferdchen 27.11
44 Ullis Bänke unter Bäumen 30.11

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Mehrere oder alle Bilder:

Resonanzen:

Und übrigens …

… ein bissl Patriotismus muss auch sein. Auch die österreichische Firma Valneva hat einen Covid-Totimpfstoff fertig.

Diesmal kein Blätterbild …

In manchem

ist der Stil des Hauses ein bissl eigenartig, ein bissl prätentiös, aber die Zimmer sind gut ausgestattet, die Therme mehr als in Ordnung und das Essen ist köstlich. Sehr gut geschmeckt haben mir zum Beispiel gerollte Kürbisscheiben mit einer Sauce aus Apfelstückchen mit Ingwer, marinierte Artischocken, ein Avocado-Püree …

Das Haus ist nicht gerade leer, aber die Therme, die Sauna und der allgemeine Spa sind groß genug, dass sich die Leute verteilen. DieThermalbecken sind am vollsten. Ich bin heute im Sportbecken geschwommen, allein. Es war kühl, aber nicht allzu kalt, nur nach zwanzig Längen bin ich ins nächstwärmere Becken gewechselt.

Es gibt im Haus keine Maskenpflicht außer auf der Strecke vom Tisch im Restaurant zum Buffet, was ich ja recht absurd finde. Wir haben vor der Anreise einen Schnelltest gemacht, der vom Hotel zusätzlich zu der 2G-Regelung verlangt wird. Meine Schwägerin hat heute schon einen weiteren Test im Haus gemacht. Das habe ich nicht vor, außer bei Bedarf …