Kategorie: GESCHREIBSEL

Funken -Impulswerkstatt

Eine gute Gelegenheit noch ein paar Funkenfotos dazu zu stellen, das Peterl-Feuer hat mich noch nicht ganz losgelassen, vielleicht würde ich eine gute Pyromanin abgeben, denn die Kraft, die in dem Feuer steckt, zieht mich an. Immer schon habe ich gerne Feuer genährt, mit Holz und Papier. Und wer weiß, wie es nächsten Winter mit der Heizung aussehen wird, wir sind ja in vielerlei Hinsicht in der Steinzeit gelandet.

Sonntag 3. Juli 2022 – Sie stehen da

In einer Ecke vor meinem Schlafzimmer steht ein Paar Krücken mit einem hellgrünen Stoffband, das sie miteinander verbindet. Wenn ich vorbeigehe, begrüße ich sie und freue mich darüber, dass ich auf ihre Gesellschaft derzeit gut verzichten kann. Seit Anfang Februar brauche ich sie nicht und davor waren es an die vier Jahre, in denen ich nicht einmal an sie gedacht habe. Warum ich sie wohl noch nicht in den Keller geräumt habe, damit sie dort mit ihresgleichen verstauben können? Staub lässt sich ja wieder abwischen.

Vielleicht ist es magisches Denken: solange sie dort stehen, brauche ich sie nicht, wie das auch mit Regenschirmen so sein soll. Nur dass diese magischen Zusammenhänge reine Einbildung sind und nie in einer annähernd signifikanten Häufigkeit auftreten. Ich habe keinen Streit mit den Krücken, sie können nichts dafür, dass mein Rückenmarkskanal zu eng ist, sie waren mir immer nützlich und hilfreich, was also könnte ich gegen sie anführen ? Sie haben mich gestützt, geschützt, gerade ausgerichtet, von A nach B gebracht, wenn auch nicht gerade in Turbo-Geschwindigkeit, dafür verlässlich. Nein, nein, ich mag meine Krücken, wenn ich sie auch aus der Entfernung lieber mag als aus der Nähe.

Einladung zur Impulswerkstatt Juli-August

An alle, die schon mitgemacht haben und alle, die noch mitmachen wollen und natürlich auch an alle, die zusehen, zuhören, lesen und kommentieren.

Wer nicht weiß worum es hier geht, kann klicken:

Hier die Beschreibung des Projekts KLICK

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, wie dieses Projekt entstanden ist  

Bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher.

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich auch hier

DIE TEILNAHME AN DER IMPULSWERKSTATT

ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Töpferstücke, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen, Sachtexte usw usf. als Resonanz, als Reaktion auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden.
Meine Idealvorstellung ist so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen. Natürlich können alle beliebig viele Beiträge beisteuern.

Zu den Impulsfotos für Juli und August gibt es das Zusatzangebot der Rahmen siehe weiter unten.

Liebes Impulswerkstattteam,

Wir starten gleich in den Juli-August-Durchgang. Ich bin überzeugt, dass das heiße Wetter eure Kreativität nicht bremsen wird. Man kann ja – je nach Witterung und Energie – von einem Ausdrucksbereich in einen anderen umschalten, von fotografieren auf zeichnen, von töpfern auf schreiben …….

Es freut mich sehr, dass die ursprünglich „Schreibübung“ genannten Rahmen so gut angekommen sind.
Es gibt daher auch bei diesem Durchgang zwei Schreibrahmen, die man auf verschiedene Art verwenden kann. Beim ersten Durchgang haben manche einen Rahmen benutzt, andere haben den Rahmen mit einem der Fotos kombiniert. Es gab auch Kombinationen mit Christianes Etüden. Insgesamt alles sehr individuell und kreativ und genauso soll es ja sein. Vielleicht gibt es auch noch andere Möglichkeiten, die Rahmen zu nutzen. Über „kreativen Ungehorsam“, wie Flumsi alias Sabine das nennt, freue ich mich auch.

Die Rahmen geben einen Ausgangspunkt und einen Endpunkt vor, dazwischen liegen eure Texte. Beim ersten Durchgang hat diese Übung sehr gut funktioniert, der eine Rahmen viel besser als der andere, aber gegen Ende des Durchgangs hat nicht nur mich selbst der Ehrgeiz gepackt, mich auch an dem schwierigeren Rahmen zu versuchen.

Nun zunächst einmal die Fotos. Ich lasse sie dieses Mal einfach so stehen ohne Kommentar oder Erklärungen. Darunter kommen die neuen Rahmen. Ich freue mich schon sehr auf das, was ihr daraus machen werdet.

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Rahmen 1:

Ein letztes Mal ………… das Ende

Rahmen 2:

Wozu brauchst du zwölf Fleischmesser? ……….. Heute bin ich wieder Vegetarier

🙂 ! viel Freude ! 🙂

Doch eines – Impulswerkstatt

Es hat mich richtig gewurmt, dass ich zu meinem eigenen Rahmen so gar nichts zustande gebracht habe und so habe ich mir eine halbe Stunde genommen und beschlossen, was immer dabei herauskommt, das ist jetzt mein Beitrag zu Rahmen 2 der Impulswerkstatt. Gar nicht so übel geworden

Rahmen #2 „ Ein gerader Weg“ …………… „die vielfarbige Rinde des Baums“

Der gerade Weg wünscht sich Serpentinen, Unvorhersehbares nach der nächsten Kurve, Richtungswechsel und plötzliche Steigungen. Er träumt von Nischen, von Abzweigungen und Vieldeutigkeiten. Seine trostlosen geraden Kanten sollen sich verspielt wellen und kräuseln bis sie zum selbst gewählten Zeitpunkt auf turbulentes Wasser treffen, auf die rauhe Oberfläche der Welt und die vielfarbige Rinde des Baums.

Ähhhhh ….. Impulswerkstatt Rahmen 2

Die Schreibrahmen waren zu 50 % erfolgreich. Zu Rahmen 1 gibt es zum derzeitigen Stand 22 Beiträge (Juhuuuu) aber zu Rahmen 2 sind es nur 2 Beiträge. Hmmm, was sagt mir das? Offensichtlich waren der gerade Weg und die vielfarbige Rinde des Baums nicht sehr inspirierend, entweder jeder Satzteil für sich oder einer von beiden oder beide gemeinsam ….

Ich verstehe es gut, mir fällt dazu auch absolut nichts ein, aber nachdem es meine eigene Übung ist, versuche ich es doch einmal, eine Übung im Delirium könnte man sagen.

Rahmen #2 „ Ein gerader Weg“ …………… „die vielfarbige Rinde des Baums“

Ein gerader Weg, der kürzeste Weg von A nach B, ein gerader Weg im Gegensatz zu einem schiefen Weg? einem gewundenen Weg? schiefe Bahn? schwieriger Weg? der Weg in die Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, aber ist das auch ein gerader Weg? Ist ein gerader Weg vielleicht langweilig, im Gegensatz zu einem Weg mit vielen Kurven und Schleifen und Brücken und Toren?

Ich mache mich auf, immer geradeaus, Sonne und Schatten sind für eine kurze Ewigkeit am selben Platz fixiert. Der Boden ist elastisch, Waldboden, der die Gelenke schaukelt. Bis vor kurzem ging ich ja ganz unbelastet durch Wald und Wiesen ohne zu bedenken, dass die Zecken lauern. Vielleicht lauern sie auch gar nicht auf mich und die eine, die mich erwischt hat, war von ihrem geraden Weg abgekommen. Gerader Weg, Zeckenweg, Ameisenweg, Wildschweinweg, Försterweg, nein Forststraße.

Gerade Wege oder gerade Straßen. Zum Missfallen von Meister Hundertwasser, der eine Abneigung gegen gerade Linien hatte. Kurven und Serpentinen beschreiben das Leben auch allemal besser als ein gerader Weg, ein betonierter, eine Half-Pipe, ein Hochsicherheitstrakt.

Ein gerader Weg mit klar sichtbaren Horizonten, doch hinter den gerade sichtbaren Horizonten winkt die Erdkrümmung und hat manchmal ein geradezu diabolisches Lächeln bereit für jene, die meinen klare Lebenspläne zu haben. Geht man auf sicheren geraden Wegen ohne Unwägbares, wenn man die Erde für eine Scheibe hält oder alles ablehnt, was schlichte Gewissheiten in Frage stellt?

Hilfe! Wo ist jetzt die Abzweigung zu der vielfarbigen Rinde des Baums !

Auf dem geraden Weg trifft man andere Menschen, laufende, schleichende, hüpfende und marschierende. Hängt nun die Gangart vom Weg ab, oder umgekehrt erzeugt die Gangart den Weg? Der
Weg entsteht beim Gehen ….

Nein, die vielfarbige Rinde des Baums müsste ich jetzt durch einen Klischeesumpf an den Haaren herbeiziehen und dazu habe ich keine Lust.

So sieht ein gescheiterter Text aus, muss es auch geben.

Sonnwend? Veranstaltung -2-

Ich hatte keine Ahnung, was da eigentlich gefeiert wurde. Für die Sonnwende war es zu spät und außerdem wird, soviel ich weiß, bei dieser Gelegenheit niemand verbrannt. Für ein Johannisfeuer wiederum war es zu früh.
Peter und Paul-Feuer sagten die Einheimischen, auch der F, der diese Feuer aus seiner Kindheit kennt. Wikipedia klärt mich darüber auf, dass es sich um das Peterlfeuer handelt. Warum allerdings nur der Peter und nicht auch der Paul verbrannt wird, bleibt unklar.

So sah das arme Opfer aus bevor es verbrannt wurde.

Das Holz war nass vom heftigen Regen in der Nacht davor und das Feuer wollte und wollte nicht brennen und so kam es, dass zwei Feuerwehrleute in voller Montur Kanister mit vermutlich Benzin in den Holzstoß schütteten und das Feuer zum Aufflammen brachten. Schon die kleinsten Kinder und die Erwachsenen ohnehin wurden vom Feuer magisch angezogen. Es wurde auch geklatscht und gesungen, die Emotionen gingen teilweise hoch.

Für mich ist dieser Brauch ganz fremd und ich fand es schon recht grenzwertig, dass da, wenn auch nur symbolisch ein Mensch verbrannt wurde und viele Menschen – inklusive ich selbst – begeistert zusahen.

Besonders heftig sah es aus, als die Puppe längst verbrannt war, das angesengte Holzkreuz aber noch mitten im Feuer hin und her schwankte. Verbrennung von Märtyrern, Hexen sonstigen politisch oder religiös unliebsamen Personen. Ich weiß nicht, ob es noch so heftig wirkt, wenn man so eine Darbietung von Kindheit an jedes Jahr sieht, ich war jedenfalls sehr beeindruckt.

Die Feier fand ja zu beiden Seiten der Donau statt. „Drüben“ gab es auch ein riesiges Feuer und keine Lasershow sondern ein Feuerwerk. Eine Kollegin von mir stammt aus dem Ort gegenüber und nahm dort an der Feier teil. Das Feuerwerk war gut gemacht, auch von weitem gut sichtbar, aber für meine Kamera zuviel. Daher freute ich mich, ein Foto von der anderen Seite zu bekommen.

Sonnwendfeuer
Die Feuer zur Sommersonnenwende weisen wohl vorchristliche Wurzeln auf, waren aber vor allem im Mittelalter sehr verbreitet und haben sich über die Verbote der Aufklärung hinweg vielerorts bis in unsere Zeit erhalten. Im Zuge der Christianisierung ersetzte die Kirche das Fest der Sommersonnenwende durch jenes der Geburt Johannes des Täufers am 24.6. (=> Johannisfeuer), aus den Sonnwendfeuern wurden die Johannesfeuer. Ob jedoch unter dem Namen Sonnwendfeuer oder Johannisfeuer, die Feuer zur Sommersonnenwende zählen zu den verbreitetsten in ganz Österreich. Unter dem Namen „Sonnwendfeuer“ werden in Tirol vor allem noch im Raum Innsbruck und im Zillertal Bergfeuer entzündet. Brauchtermine sind die Nächte um die Sommersonnenwende, das ist der 22. Juni. Besonders in den letzten Jahrzehnten sind sie zugunsten der => Herz-Jesu-Feuer in den Hintergrund getreten, nicht zuletzt deshalb, weil die Feiern zur Sommersonnenwende in der Zeit des Nationalsozialismus für ideologische Zwecke mißbraucht wurden.

Quelle:
Institut für Europäische Ethnologie/Volkskunde
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Innrain 52
A-6020 Innsbruck
http://www2.uibk.ac.at/volkskunde/

Urlaub-die schönste Zeit des Jahres – Impulswerkstatt

Die Erde ist überhitzt, die Menschen auch, nur anders.

Hochhäuserähnliche Konstruktionen pflügen schwerölabsondernd durch die Meere, bevölkert von Menschen, die an manchen Orten Eigenschaften von Heuschreckenschwärmen entwickeln. Nur schnell und forsch um alles zu erledigen. Es geht darum die bezahlten Inklusivelemente alle abzuhaken. Man hat ja nichts zu verschenken und falls doch, behält man es für sich. So schieben sich hunderte Menschen gleichzeitig durch die Pyramiden oder durch Hallstadt, vorbei an Tempeln, in die nicht alle gemeinsam hineinpassen, durch Shopping Malls mit den bekannten Kettenfilialen, die das gleiche verkaufen wie zuhause. Nur schnell und komplett erlebt muss es sein. Der Urlaub ist kurz, die Sehnsucht groß.

Flughäfen schwanken als völlig überfüllte am Rande des Chaos balancierende massendirigierende Orte. Stressig muss es sein, die ganze Zeit des Aufenthalts wo auch immer, daran denken zu müssen, dass man um nachhause zu kommen nochmals durch dieses kerosingetränkte Nadelöhr muss. Vielen bleibt dies erspart, weil sie erst gar nicht wegkommen: Flüge gestrichen, Nächte auf dem Flughafen, verschwundenes Gepäck.

Kolonnen von Privatsaunen auf vier Rädern schieben sich durch die Welt, beladen mit Gummibooten und Träumen von „der schönsten Zeit“. Wenigstens können ihre Fahrten nicht gecancelt werden. Sie bewegen sich – scheinbar selbstbestimmt – über sich wellenden Asphalt durch glühend heiße Luft. Der Sozialdruck auf Urlaub zu fahren unter welchen Bedingungen auch immer ist überwältigend. Angekommen finden sie ein Plätzchen in akkurat arrangierten Sonnenliegenstädten mit Durchzugsgassen und zu erobernden Quadratzentimetern im Meer. Herumstehen im Wasser unter sehr vielen. Nachts Saufgelage. Einigen gefällt es immerhin.

Die Betuchteren taumeln in asiatischen Großstädten von einem klimatisierten Gebäude zum nächsten oder fürchten sich auf einer (Foto)Safari. Der Mechanismus ist der gleiche: man war dort. Etwas bequemer als bei den finanziell schlechter aufgestellten ist es wohl. Wenn man nicht gerade im Besitz eines Privatjets ist, muss man aber auch um in die Lounge der Fluggesellschaft und dann in die erste Klasse eines Flugzeugs zu kommen durch die Flughäfen durch.

Aus Sicht der im Tourismus arbeitenden, sieht die Sache nochmal anders aus. Es wird doch schwieriger mit Bildern von glutheißen Stränden und lächelnden Einheimischen Bedürfnisse zu schaffen, die die meisten Menschen nicht haben, während die tatsächlichen Bedürfnisse im Massentourismusgeschäft unerfüllt bleiben. Je wichtiger die Träume desto größer die Enttäuschung. Andererseits arbeiten die in Coronazeiten nicht entlassenen Tourismusangestellten an ihren Limits. Es ist kaum möglich monatelang in halber Besetzung die gesamte Arbeit zu leisten. Die Gehälter wurden wohl auch nicht erhöht, nur das Arbeitspensum.

Es ist noch Vorsaison.

Der Brunnen – Rahmen 1 – Impulswerkstatt

Die Textchen sind noch sehr kurz, einige gleiche Elemente werden verschieden „ausgepolstert“, wodurch – hoffentlich – eine andere Atmosphäre entsteht. Ich taste mich heran

Rahmen #1: „Sie öffnete die Tür“ ………. „dann ging sie“

Sie öffnete die Tür und trat ein. Der Hof war ruhig, teils sonnig, teils schattig und die Sonne zeichnete Muster in den Staub des Weges. In diesem Jahr waren nur rot und gelb blühende Pflanzen gesetzt worden. Eine Explosion an Farbe unter den Bäumen. Mitten im Hof stand ein Brunnen. Sie tauchte ihre Hand ins Becken, ließ das Wasser über ihre Hand laufen. Im Wasser spürte sie ihre Verbindung zum Leben. Im Schatten der Bäume mit Blick auf Blumen und Brunnen würde sie später ihren Liegestuhl aufstellen. Sie sah sich nochmals um, dann ging sie.

Sie öffnete die Tür und trat ein. Hitze schlug ihr aus dem Hof entgegen, die durch die Überladung an roten und gelben Blumen in den Beeten unter den Bäumen noch betont wurde. Mit jedem Schritt wirbelte sie Staub auf. Mitten im Hof stand ein Brunnen, der seltsam verloren und unpassend wirkte. Sie legte ihre Hand auf den Brunnenrand, spürte die unangenehme Kälte des Steins und des Wassers. Sie fand keinen Platz in diesem Hof, an dem sie sich hätte wohlfühlen können. Enttäuscht sah sie sich nochmals um, dann ging sie.

Samstag, 11.Juni 2022 – Felder und Räder

Es ist erst die dritte Ausfahrt mit meinem neuen Radl. Es ist bequem, solid, sehr leicht zu lenken und ja, es hat auch einen Motor, den ich allerdings heute zum Beispiel gerade ein paar Minuten eingeschaltet hatte, an einer Stelle, an der es ordentlich bergauf ging. Die Motorunterstützung hat vier Stufen. Bei der ersten muss man noch ganz schön mittreten. Sehr angenehm finde ich, dass der Motor sich sehr sanft einschaltet und nicht wie eine Rakete losgeht, wie ich es bei anderen Radln beim Ausprobieren erlebt habe.

Das wunderschön unordentliche Getreide, mit einem roten Meer an Mohn und auch gar nicht so wenigen Kornblumen, die Donau und vor allem diese Ruhe. Das ist der größte Unterschied zur Großstadt, die Ruhe und die geringere Geschwindigkeit bei allem.

Verwandelnder Wind – Impulswerkstatt

Man sieht es auf dem Foto nicht so wirklich, es bedarf der eigenen Erinnerung daran, wie der Wind hohes Gras wellt und in eine grüne Meereslandschaft verwandelt. Der Wind materialisiert sich im Gras ebenso wie in den Wellen des Meeres.

Besonders schön ist es, wenn die Landschaft nicht rein grün ist, sondern zwischen dem Gras alles blüht, was eine Wiese ausmacht, mit den dominanten Farben Rostrot und Sonnengelb. Dazu ein weiter Himmel und ständig wechselnde Wolkenformationen in verschiedenen Weiß- und Grautönen.

Impulswerkstatt Mai-Juni – Zwischenstand

Liebes Impulswerkstattteam,

Hier kommt der Zwischenstand der Impulswerkstatt Mai-Juni. Wir haben wieder Interessantes und Schönes produziert. Nur die hochmotivierte Fotografin hat noch nicht viele inspiriert. Aber das kann ja noch kommen.

Meine Idee mit den Schreibrahmen, also vorgegeben ist der Anfang und das Ende, hat gut funktioniert, vor allem der Rahmen 1. Ihr seht, dass sich etliche darauf eingelassen haben und sehr verschiedene Texte dabei herausgekommen sind. Ich selbst habe bisher noch keinen eigenen Rahmentext geschrieben. Aber das kommt noch.

Einige haben ganz hohe Schule daraus gemacht und sowohl die Rahmen als auch eines der Fotos benützt. Daran hatte ich gar nicht gedacht, aber es gefällt mir sehr gut. Das sind relativ viele Vorgaben für solche Texte, andererseits kurbeln sie vielleicht die Inspiration an. Das ist wahrscheinlich bei jedem/jeder anders.

Zwei neue Teilnehmerinnen haben wir, was mich sehr freut, Charisma und Lyrifant, die beide auch mit viel Schwung Rahmentexte geschrieben haben.

Die Impulswerkstattwelt ist – im Gegensatz zu anderen Welten – in Ordnung und ich hoffe auf weitere Besuche in der Werkstatt bis 30.Juni. Das ist noch viel Zeit.

Wer sich für das Projekt interessiert oder mitmachen möchte

Wer nicht weiß worum es hier geht, sich für das Projeit interessiert und/ oder mitmachen möchte, kann klicken:

Hier die Beschreibung des Projekts KLICK

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, wie dieses Projekt entstanden ist
 
KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich auch hier



Chronologische Liste:

Bild 1 :

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Alle Fotos in einer Geschichte:

Schreibübung:

Und hier die Schreibübung (siehe oben). Ich schlage einmal zwei „Rahmen“ vor, zu denen ich sicher mehrere kleine Texte schreiben werde. In welchem Modus, ob überhaupt in einem vorher bestimmten Modus wird sich zeigen. Wer mitmachen möchte, kann gerne mit probieren und wir werden sehen, was am besten geht und am meisten bringt.

Rahmen #1: „Sie öffnete die Tür“ ………. „dann ging sie“

Rahmen #2 „ Ein gerader Weg“ …………… „die vielfarbige Rinde des Baums“

!! VIEL FREUDE !!

Völlig harmlos – Extraetüden

Wie immer bei Christiane
Diesmal 5 oder 6 vorgegebene Wörter in einem 500 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen aus den zwei Durchgängen im Mai von der Puzzleblume und mir

Vorbemerkung: „Amok laufen“

Aus dem Malaiischen stammt das Wort amok oder amuk, das im Deutschen zumeist in der Wendung Amok laufen „in blinder Wut umherrennen und wahllos töten“ gebraucht wird. (…)Heutige Amokläufer sind dagegen zumeist allein handelnde junge Männer, die nach einer Phase des Grübelns ihre Aggressionen gegen andere wenden und sich im Anschluss nicht selten selbst töten.

Niemandem ist irgendetwas aufgefallen, es war alles ganz normal, man konnte doch nicht ahnen …. und so weiter und so fort, denkt der Kommissar, der mit diesem Fall betraut ist. Ich brauch´ gar niemanden zu fragen, ich weiß eh schon, was alle sagen werden.

„Sechzehnjähriger erschießt Mitschüler und Lehrer“ Mit fünf hat er schießen gelernt. Der Vater besitzt ein Dutzend Gewehre, die im Haus herumliegen, weil was soll denn da schon passieren.

Das Zimmer des jugendlichen Mörders wird von einem riesigen Bildschirm dominiert. Das Hintergrundbild ist ein Wetterbericht von vor fünf Jahren. Unerklärliche Kuriositäten gibt es in solchen Fällen immer. Im Zimmer ist es geradezu gespenstisch ordentlich. Gespenstisch auch die Ecke mit Postern von Monstern und blutüberströmten Brutalohelden, die für viele Gamer wahrscheinlich zur Familie gehören. Auch eine Zeichnung von Rudi selbst hängt da mit einem Reptilienkopf, der gerade einen Menschen verschlingt. „Der wahre Rudi“ steht auf dem Blatt. An einer Wand hängt noch ein Jagdgewehr und am Türstock klebt die Meß-Giraffe, die die körperliche Entwicklung des Buben dokumentiert.

Überlebt haben zwei Mitschüler, die am Tag des Amoklaufs nicht in der Schule waren. Ob ihnen etwas aufgefallen sei in den letzten Tagen. Sie schütteln stumm die Köpfe. Schließlich kommt, dass der Rudi doch schon lange komisch war. Er ist wie mondsüchtig herumgeschlichen und hat laut mit sich geredet und Geräusche gemacht wie bei einem Kampf und dann hat er manchmal von Leuten aus Computerspielen geredet, als wären sie echt und er hätte gerade mit ihnen gekämpft. Ja eben, überhaupt nicht auffallend, wer hätte sich da irgendwie beunruhigen sollen, dachte der Kommissar.

Im Sprechzimmer der Schule sitzt Rudis Deutschlehrerin dem Kommissar gegenüber. Sie durchwühlt einen Stoß Papiere auf dem Tisch, findet, was sie sucht und hält ihm ein Doppelblatt hin. Einer von Rudis Aufsätzen sagt sie. Während der Kommissar liest, spielt sie nervös mit einem irisierenden Anhänger. Der Kommissar verkneift sich die Frage, ob dies ein Instrument zum Hypnotisieren von Schülern sei.

Rudi hatte so eine Art Alter Ego, irgendein blutrünstiges Fantasiewesen aus seinen Spielen. An manchen Tagen, glaube ich, nahm er diese Identität ein. Dann sprach er kaum, zeichnete verstreute Leichenteile. In den letzten Monaten schrieb und sprach er von seinen Fantasiefiguren, als wären sie real. Sie haben ja den Aufsatz gelesen. Ich weiß nicht, ob ihm klar war, wie befremdlich das auf andere wirkt, sogar auf seine Klassenkameraden, die sicher selbst auch öfter spielen. Irgendwann hat sich wohl die Grenze zwischen Spiel und Leben verwischt, es war ihm nicht mehr klar, dass jemand, den er erschießt, nicht wieder mit neuen Leben aufsteht wie in seinen Spielen. Warum ich nichts getan habe, werden Sie fragen. Aber was? Die Eltern weigerten sich irgendetwas zu unternehmen, die Schulpsychologin ist einmal im Monat für einen Halbtag im Haus.

Der Kommissar seufzt und denkt, dass es andere auch nicht leicht haben.

Sinnloses Schwammklettern-Impulswerkstatt

Der Text ist aus Waldviertler Bäumen entstanden als Vorbereitung auf einen
„Sie öffnete die Tür“ ………. „dann ging sie“ -Text

Ich komme von oben, von dem harten, fast steinigen Untergrund und gleite zwischen die grünen Bäume mit den runden Kronen. Nur von unten sichtbar fließen dort einige Wasserfälle, die den Boden bewässern und für kontinuierliches Wachstum sorgen. Unter und zwischen verschieden gefärbten kleinen Dächern spaziere ich abwärts zu einer großen Lichtung, auf die die Sonne hinunter brennt. Schatten könnte ich nur unter dem darüber liegenden Schwammstück finden aber nur solange der poröse Schwammteil durchhält. Also einen Stock tiefer. Seltsam wie wenig real mir das Klettern durch den Schwamm erscheint.

Mit dem Kopf nach unten hängend kann ich erkennen, dass unter dem Vorsprung auf dem ich mich nun befinde, mehr Schatten zu finden ist. Ich lasse mich langsam und elegant hinunter, wundere mich nur flüchtig darüber, wie gut ich das kann. Bevor ich im Schatten verschwinde, bemerke ich am Rand des Vorsprungs weiße Körner, die alles sein können: Salz, Granit, ausgebleichte Erde, etwa gar Diamanten. Es wird Zeit für ein echtes Kunststück: Ich hänge mich an die Kante mit den weißen Körnern und beginne hin und her zu schwingen. Unter mir ist eine kleine Fläche, auf der ich landen kann. Im Idealfall komme ich im hinteren Teil der kleinen sicheren Fläche an und reiße beim Abstürzen einige der Körner mit mir um sie später untersuchen zu können.

Gut aufgekommen. Nun krieche ich ganz, ganz vorsichtig in Richtung einer sicheren Zone. Ich stehe mit dem Rücken zum Schwamm und muss daher nach links. Der anvisierte Teil des Schwamms besteht aus mehreren Ebenen in Pastelltönen. Ich habe es auf die unterste geschafft, doch dort scheint mir der Boden sehr abschüßig und rutschig zu sein und ich bemühe mich auf die nächsthöhere und gleich auch auf die übernächste Plattform zu kommen. Es geht nicht ohne extreme Grätschen und einige Klimmzüge.

Dann bin ich auf dem unteren Schmetterlingsflügel angekommen. Braun, gelb, grün in Pastellschattierungen mit strukturierenden weißen Elementen. Hier sieht es nun wirklich nicht mehr nach einem Baumschwamm aus, sondern eben nach einem Schmetterling mit zwei ungleich hohen Flügeln. Ich muss auf den oberen Flügel. Hinauf zu klettern wird ungleich schwieriger werden als hinunter. Aber gar nicht, ich schwebe mit ausgebreiteten Armen hinauf und es ist nicht im geringsten schwierig.

Nun muss ich nur noch hinein in die Baumhöhle. Vielleicht muss man vom obersten Teil des Schmetterlings einfach blind in die Höhle hineinspringen und dort geschieht dann eine Art Wunder und ich erfahre überhaupt erst einmal, was ich überhaupt auf diesem Baumschwamm mache, wie ich da hingekommen bin, ob mich jemand gefragt hat, ob ich damit einverstanden bin durch den Schwamm zu klettern und was ich in der Höhle suche.

Ich springe jetzt und alles weitere wird sich finden

Kurgekräusel – Impulswerkstatt

Fünfzehn Grad Außentemperatur ist nicht viel, aber mein Körper ist warm, überall dort wo ich unter Wasser bin. Das ist praktisch überall, mit Ausnahme der Augen und der Nase, wie bei einem Frosch. Wenn ich so knapp entlang der Wasseroberfläche schaue, sehe ich, dass der Wind das Wasser in kleine, gekräuselte Wellen legt. Sie kommen alle, choreografiert wie eine Balletttruppe aus derselben Ecke des Schwimmbeckens, in exakt gleichen Abständen und Formen, in exakt gleichem Rhythmus. Ich schaue ihnen eine Weile zu, blau, silber, gewellt und gekräuselt. Keinen einzigen noch so kleinen Fehler in der Ausführung kann ich entdecken. Der Wind scheint Perfektionist zu sein und ein hervorragender Choreograph.

Er hat auch noch anderweitig zu tun: wenn auch die alten Bäume sich nicht mehr verrenken und verbiegen wollen wie die jungen, bleibt ihnen doch nicht anderes übrig, als sich dem Wind zu beugen, ihm den Weg frei zu geben zu den Feldern und Gräsern. Das Gräsermeer wirkt lebendig durch die vielen Grünschattierungen, die abwechslungsreichen Strukturen, scharfe Schneiden und sanfte Wellen. Niedrige Gräser werden gebürstet, höhere onduliert. die noch sehr niedrigen Triebe auf den Feldern bleiben stur gerade stehen. Der Wind hält die Landschaft zusammen.

Ich bin noch im Wasser, geschützt vor dem Wind aber es wird deutlich kälter. Ich mag noch nicht hineinschwimmen und die dramatische Waldviertler Landschaft im letzten Tageslicht draußen lassen. Also mache ich Übungen zum Dehnen und Klappen, solche die den Muskel anregen und solche, die den Nerv mit mehr Sauerstoff versorgen. Unter Wasser kann ich ein bisschen auf den Fersen gehen, ein Fortschritt. Außerhalb des Wassers geht das noch überhaupt nicht. Auf den Fersen zu gehen, wäre die Königsdisziplin für den Peroneusnerv hat die Physio gesagt. Nun ja, es ist auf jeden Fall gut, ein ganz konkretes Ziel zu haben auch wenn es noch entfernt ist.

Klein-Labersdorf – ABC Etüde

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von der Puzzleblume





Martin war ein Stubenhocker, immer schon gewesen, ein ganz besonders gelungenes Exemplar dieser Gattung. Die Gesellschaft seiner Laptops genügte ihm vollkommen. Die Familiengeschichte wusste zu berichten, dass er als Baby jämmerlich zu weinen begann, wenn ihn jemand in den Garten brachte. Solche Berichte sind im Normalfall ordentlich übertrieben, aber in Martins Fall könnte es tatsächlich so gewesen sein.

An einem Frühsommertag stürmte Martins Bruder Konrad ins Haus der gemeinsamen Eltern und rief „Ich habe Martin im Park gesehen! Er saß auf einer Bank, in der Sonne, neben dem Ententeich !“ Fassungslos starrten ihn alle an. Es wurde beschlossen, die Sache nicht zu erwähnen um nicht womöglich eine positive Entwicklung zu unterbrechen. In den nächsten Tagen und Wochen konnte Martins Veränderung aber nicht mehr übersehen werden. Nicht nur verbrachte er jeden freien Moment irgendwo draußen, er kaufte sich auch Sportgeräte wie ein Rad und ein Skateboard. Obendrein wurde Martin immer fröhlicher und freundlicher.

Nach langem Überlegen wagte Konrad sich vor und fragte Martin nach der tiefgreifenden Veränderung in seinem Leben.
“ Die regionale Wetterkarte. Ist dir da nichts aufgefallen?“
„Äh ….. nein“ sagte Konrad „ich sehe den Wetterbericht auch nicht so oft ….“
„Komm, ich zeige es dir“ Martin fuhr seinen Laptop hoch (allein schon die Tatsache, dass der Laptop ausgeschaltet war! ) und suchte den regionalen Wetterbericht vom Vortag“ Da, da“ zeigte er seinem Bruder „siehst du wie die Karte rund um Klein-Labersdorf irisiert? “ Konrad sah nichts dergleichen, fragte aber, was dieser Effekt zu bedeuten hätte. „Na, das ist doch klar“ sagte Martin „Dorthin muss man fahren. Ich habe es jetzt schon über zwanzigmal ausprobiert. Es macht richtig glücklich sich dann dort aufzuhalten.“

Konrad war überzeugt, dass sein Bruder übergeschnappt war. Nachdem dies aber so positive Wirkungen auf sein Verhalten und sein Befinden hatte, nickte er begeistert und versicherte, dass er demnächst einmal mitkommen würde.

300 Wörter