Schlagwort: Corona –

Montag 17.Mai 2021

Es ist erstaunlich. Ich könnte so eine TaiChi/Qigong- Übung, die ich vor Jahren gelernt habe, nicht beschreiben, aber der Körper erinnert sich doch. Wie das ist, zum Beispiel die Belastung auf ein Bein zu legen und dann mit dem anderen einen Schritt zu machen. Ja, tatsächlich ich kann das noch ziemlich rund. Trotzdem werde ich mir einen passenden Kurs suchen. Die Videos sind ja ganz nett, aber nicht dasselbe wie ein/e Lehrer/in. Obwohl ich jetzt eine Video-Reihe gefunden habe, wo jemand wirklich sehr detailliert erklärt.

Ab Mittwoch ist das Kieser-Kraftstudio wieder offen. Man muss sich anmelden. Ebenso wie in allen Lokalen und Veranstaltungsorten. Gut, das heißt für mich, dass ich den Impfpass überallhin mitnehme. Kein wirklich großes Problem, er ist ja weder schwer noch groß.

Kürzlich habe ich einen Blog kennen gelernt, der aus einem Foto/Reisen und ein bissl drumherum-Blog hervorgegangen ist und war ziemlich beeindruckt. Da schreibt plötzlich eine ganz authentische Frau aus ihrem aktuellen Leben und hauptsächlich aus ihrer schwierigen Kindheit.
Aus diesem Anlass habe ich darüber nachgedacht, wie authentisch ich hier eigentlich bin und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich schon authentisch bin. Was ich schreibe ist wahr, aber ich gehe nur bis zu einem gewissen Punkt der Privatheit, den ich nie überschreite, zumindest nicht bewusst. Das passt für mich so. Tatsächlich lese ich sehr gerne Blogs, in denen Menschen über sehr private Dinge berichten, würde das selbst aber nicht tun.

Donnerstag 29.April 2021

Der kürzlich verstorbene Hugo Portisch war ein herausragender österreichischer Journalist. Was ihn für mich noch bemerkenswerter macht, ist das Interesse und die Begeisterung, die er in seiner Berichterstattung bei egal welchem Thema ausstrahlte. Kürzlich habe ich ein Zitat von ihm gehört „ich habe mich jeden Tag so gefreut am Leben zu sein“. Das halte ich für eine ebenso bewundernswerte wie nachahmungswürdige Lebenseinstellung, was man macht mit Begeisterung oder gar nicht zu machen.

Der F wettert wieder einmal über den verheerenden Zustand der österreichischen Verwaltungs-IT. Ob er recht hat oder übertreibt, kann ich nicht wirklich beurteilen. Es gibt schon einige Beispiele für schlecht Funktionierendes aber auch für das Gegenteil. Der sogenannte „grüne Impfpass“ zum Beispiel ist derzeit ein beliebtes Thema bei der Ankündigungs-Politik unseres Kanzlers. Schon vor Wochen behauptete er, dass dieser Impfpass in Österreich schon im April umgesetzt werden würde, schneller als überall anders. Das höhnische Lachen vom F bei dieser Ankündigung habe ich noch im Ohr. Inzwischen ist der Gesundheitsminister zurückgetreten mit einer recht langen Rede, in der er sich bei vielen bedankt, den Kanzler aber nicht einmal erwähnt hat.
Den Impfpass gibt es derzeit also nur in der Theorie, aber die Impfungen selbst laufen sehr gut. Ich persönlich hätte jetzt gerne einfache Möglichkeiten für Anti-Körper-Tests um zu sehen wie wirksam die Impfung(en) sind. Restlos klar ist die Sache dann auch noch nicht, weil das Immungedächtnis der T-Zellen auch eine große Rolle spielt, aber es ist doch eine Referenz, die ich gerne hätte. Ich werde nicht die einzige sein, die sich für solche Tests interessiert, die Chancen, dass man sie bald bei jedem Labor machen kann, stehen ganz gut.

Wann? Um Viertel eins

Also Viertel über zwölf ? Jaaa
Der F lebt seit dreißig Jahren in Wien, stammt aber aus Oberösterreich und da gibt es kein Viertel eins. Wohl aber ein Dreiviertel eins nicht ein viertel unter eins oder so ähnlich. Alles klar? Wir sprechen von 12:15.

Um 12:15 war mein erster Impftermin. Ich war viel zu früh dran und besuchte vorher noch schnell mein Lieblingshochhaus

Ich hätte genauso gut früher oder später kommen können. Der auf die Minute genau gebuchte Termin gehörte zu den Dingen, die nicht überprüft wurden. Österreich halt. Dafür gibt es einen Shuttledienst von der U-Bahn zum Austria Center. Fahrrad-Rikschas mit Platz für zwei Personen, die gut angenommen werden und ständig hin und her fahren. Insgesamt fand ich die Logistik gut. Eine große Anzahl Menschen wurde mit viel Abstand und sehr flott durch das riesige Gebäude gelotst. Es war alles gut angeschrieben, die Wege genau gekennzeichnet und obendrein war eine Fülle von menschlichen Wegweisern und Registrierern vorhanden.
Das viele Testen und Impfen hat eine Menge Jobs für (noch) nicht ausgebildete junge Menschen geschaffen. Es werden viele aus der Gastronomie dabei sein, viele Student*innen, denen die üblichen Jobs in der Gastronomie und im Handel weggebrochen sind. Viele der Wegweiser und Registrierer erinnerten mich in ihrer Art an die Abendschüler*innen, von denen ich so viele kennengelernt habe. Insgesamt ging alles schnell und effizient und ich bin sehr zufrieden.

Nüchterne Worte für große Freude und Beruhigung


Mittwoch 8. April 2021

Die Netze sozialer und freundschaftlicher Beziehungen fahren langsam wieder hoch. Meine Freund*innen sind großteils einmal oder schon zweimal geimpft oder haben zumindest einen Termin dafür in absehbarer Zeit. Das ist kein totaler Schutz vor Ansteckung mit Covid, aber ich merke es selbst, dass es psychologisch einen Unterschied ausmacht, wenn man Pläne machen kann für Aktivitäten, die nicht in völlig unberechenbarer Ferne liegen sondern demnächst realisiert werden können.
Langsam hebt sich für mich ein zäher Nebel, der den Blick auf Menschen und Horizonte wieder frei gibt.

Lagerkoller, der

Unter Lagerkoller einzelner oder mehrerer Personen versteht man umgangssprachlich einen vorübergehenden psychischen Erregungszustand bei zwangsweiser Lagerunterbringung,wie er vor allem in Gefängnissen (wie Konzentrationslagern), Kasernen, Kriegsgefangenenlagern, Deportierungslagern, Flüchtlingslagern, Psychiatrien, Notunterkünften und Katastrophenschutzlagern bei anhaltend belastenden und unabsehbar lange andauernden Bedingungen vorkommt.

Koller (mittelhochdeutsch kolre, althochdeutsch kolero = „Wut“ von mittellateinisch cholera = „Zornausbruch“, ist eine volkstümliche Eindeutschung und bezeichnet eine plötzlich aufbrechende oder stille Wut, eine schwere psychische Erregung oder psychische Störungen, die sich aus einer Umgebung oder Situation ableiten lassen. Er äußert sich bei einzelnen Personen in Angst, Wut, Verzweiflung, Überaktivität sowie depressiven Zuständen.

Ursachen sind oft mangelnde psychosoziale Betreuung, schlechte Verpflegung, Seuchenausbrüche, Überfüllung des Lagers, Stress, Schlafmangel und Ähnliches. Durch Bekämpfung dieser Ursachen wie das Schaffen von privaten Rückzugsgebieten sowie das Eingehen auf individuelle Eigenschaften lässt sich Lagerkoller oft in einem Frühstadium eingrenzen bzw. abschwächen.

Daraus ergibt sich ganz eindeutig, dass ich keinen Lagerkoller habe sondern nur einfach schlecht gelaunt bin. Weder bin ich eingesperrt noch in irgendeiner Weise unmittelbar bedroht. Die Bedrohung ist zwar vorhanden aber beherrschbar, die Quelle des Frusts einfach zu analysieren.

Trotzdem bin ich grantig.

Dienstag 23.3.21

Besonders heiter war die Stimmung im Schlosspark Schönbrunn heute nicht. Meine schon. Ich war zum ersten Mal in einer Covid-Teststraße und fand das ganze Procedere gar nicht schlimm. Die Anmeldung war unkompliziert, der Abstrich in der Nase nicht gerade angenehm aber auch nicht furchtbar. Die Abläufe gut durchdacht und organisiert. Nachträglich ist es sogar ganz angenehm, dass das eine Nasenloch so richtig durchgeputzt ist. Der Test war natürlich negativ sonst würde ich keine Texterl klopfen.

Lustig ist die Lage in Wien derzeit nicht: die Inzidenzzahl ist über 300, die Intensivstationen sind voll und die gesamte rechte Szene rottet sich allwöchentlich zusammen, weil es ja sonst nicht genügend neue Infektionen gibt. Ja, ich weiß es sind auch Leute dabei, die mit den Rechtsextremen nichts zu tun haben. Aber warum haben die noch immer nicht bemerkt in welcher Gesellschaft sie sich da befinden und wer bei den Demos den Ton angibt?

Montag 1. März 2021 –

Langsam wird es wirklich Zeit, das Schneegestöber in diesem Blog einzustellen. Heute war ich aber mit dem  Start der Impulswerkstatt für  März so beschäftigt, dass dafür keine Zeit war. Gleich acht Beiträge am ersten des Monats freuen mich sehr. Ob ich aber den Schnee durch anderes Bewegtes ersetze oder durch eine Hintergrundfarbe weiß ich noch nicht. Mit solchen Dingen spiele ich mich gerne lange herum.

Weiters habe ich über Logos nachgedacht, wie zb jenes der Impulswerkstatt. Einerseits hat so ein Logo einen hohen Erkennungswert, dann kommt aber der Moment, an dem man es nicht mehr sehen kann. So weit ist es aber noch nicht.

Der Gesundheitsminister hat zum x-ten mal gesagt, dass die kommenden Wochen die schwierigsten der ganzen Pandemie sein werden. Was er nicht gesagt hat, ist, wann es endlich konkrete Impftermine geben wird. Mein Basis-Alltag ist gar nicht besonders beeinträchtigt, aber mein Radius ist eingeschränkt und das mag ich gar nicht. Leider kann man Unliebsames nicht dadurch verschwinden lassen, dass man so tut, als gäbe es gar kein Problem und das dann selbst auch glaubt

Endlich wieder !!

Die Gastronomie ist geschlossen, aber die Geschäfte sind offen und auch die Museen. Zu meiner ganz großen Freude. Schon im Mai hat die Albertina modern eröffnet und seitdem mache ich immer wieder Anläufe um mir das neue Museum anzusehen. Nicht dass das besonders kompliziert wäre: die Albertina modern liegt im Zentrum von Wien mit einer U-Bahn-Station gleich daneben. Heute bei strahlendem Sonnenschein habe ich es endlich geschafft.

Die Albertina Modern ist im Künstlerhaus untergebracht, einem Gebäude, das 1868 fertiggestellt wurde und einen reizvollen Kontrast zu der darin ausgestellten modernen Kunst darstellt.

Ich hatte damit gerechnet ein eher leeres Museum anzutreffen, schließlich gibt es in Wien derzeit keine Touristen und die paar wenigen würden ja wohl nicht ausgerechnet heute Nachmittag die Albertina modern besuchen wollen. Tatsächlich waren keine Menschenmassen unterwegs, aber doch wesentlich mehr Museumsbesucher als ich vermutet hätte. Sehr viele junge Menschen, sogar eine englischsprachige Gruppe mit Führerin war unterwegs. Unter normalen Umständen ist das ja nicht bemerkenswert, heute schon.

Die Essl-Sammlung inklusive Fotografie-Ausstellung habe ich mir vorgenommen, eine Anzahl von Werken, die nicht zu klein und nicht zu groß war. Mit zu wenig kann ich gut umgehen, aber zu große Ausstellungen sind immer frustrierend. Alles wahrzunehmen und aufzunehmen ist unmöglich, was also soll man weglassen? War die Entscheidung richtig ? Vielleicht doch lieber alles oberflächlich ansehen als irgendetwas auslassen usw usf

Vieles hat mir gefallen, anderes nicht. Vieles fand ich inspirierend, anderes ließ mich kalt. Schon vor langer Zeit habe ich für mich entschieden, dass mich Debatten darüber, was Kunst sein darf und was nicht, überhaupt nicht interessieren. Weder beschäftige ich mich mit Kunstkritik noch muss ich gar von Kunst leben. Ich genieße den absoluten Luxus, Werke betrachten zu können, die mich ansprechen, die mich irgendwie berühren, die ich schön, interessant, aufwühlend finde und alle anderen links liegen lassen zu können. Nichts zwingt mich im Bereich der Kunst objektiv, zurückhaltend, fair zu sein. Was mich anspricht, beachte ich, was nicht nicht. Ich kann durchaus die künstlerische und/oder handwerkliche Qualität eines Werks anerkennen ohne dass es mir irgendetwas gibt. Und manchmal dagegen finde ich ein paar Linien überwältigend.

Ein Beispiel von einem Werk, das ich heute sehr beeindruckend fand:

„Die Päpste“ oder „heilende Akrobatik“ von  Virgilius Moldowan, 2008.Der Künstler wurde 1955 in Brasow, Rumänien geboren und lebt seit 1986 in Wien

Überlebensgroße Silikonfiguren von den Päpsten Karol Wojtyla und Joseph Ratzinger.

Die Darstellung ist hyperrealistisch und zeigt die körperlichen Spuren des Alters

 

Darüber, dass man seine Ressourcen erkennen, entdecken und aktivieren muss, höre ich gerade im Radio während ich meine Sachen packe um ins Atelier zu gehen. Von einem Psychotherapeuten, der in seiner Praxis ein Trampolin stehen hat um seine Patienten physisch zu aktivieren. Von der Wichtigkeit der Bewegung für die Psyche,  von der möglichen Erstarrung des autonomen Nervensystems und den zahlreichen Stresserkrankungen ist die Rede, aber auch davon dass Menschen aneinander wachsen.

Mittwoch 10. Februar 2021

3700 % soll die Inflation in Venezuela betragen. Das muss man sich in der Praxis vorstellen, Preise ändern sich mehrmals täglich beträchtlich. Bei Anfällen von Selbstmitleid, wie furchtbar doch alles derzeit ist, muss man sich solche Lebenssituationen vor Augen führen. Diese und viele andere. Sehr imponiert hat mir in diesem Zusammenhang, dass Kolumbien sämtlichen Flüchtlingen aus Venezuela Unterstützungen und Zugang zum Arbeitsmarkt, der Gesundheitsversorgung und der Bildung gewährt. Das ist ungeheuer großzügig und ich hoffe, nicht demnächst zu erfahren, dass irgendwelche finsteren Motive dahinter stecken.

Der Gastronomie in Wien geht es schlecht, weil die Lokale geschlossen sind, aber beim Herumstromern sehen ich immer, dass auch die kleinsten Cafés, Imbissstuben, Restaurants über die Gasse verkaufen und bei vielen stehen die Kunden Schlange. Es haben wohl alle genug vom immer nur selbst produzierten Essen und vom ständigen Kochen.Trotzdem werden viele Betriebe eingehen oder zumindest nicht alle Angestellten halten können. Man kann nur hoffen, dass es nicht so schlimm wird, wie es aussieht.

Dienstag 26. Jänner 2021

Eine wirklich eisige Runde durch den Park war das gestern. Der Wind ging durch und durch trotz mehrerer Schichten Bekleidung. Dennoch war es ein sehr netter Tratsch mit der Freundin, mit der ich da unterwegs war. Sowohl am Parkeingang als auch auf der anderen Seite kann man sich mit warmen Getränken und sonstigem verproviantieren. Und viele Leute waren unterwegs. Die „eisigen Spaziergänge“ sind offenbar schon in den Alltag vieler integriert. Als es uns langsam wirklich zu kalt wurde, begann es zu schneien und nachdem wir das beide gerne mögen, haben wir noch eine Viertelstunde zugegeben. Eine ganz gute Lösung ist das, wenn man sich nicht gegenseitig besuchen möchte, aber das Telefonieren und Tippseln satt hat.

Eine gute Lösung hat sich auch für die Atelierbenutzung gefunden. Ich habe mich derartig gewunden um dem D zu schreiben, dass ich gerne an zwei Tagen in der Woche das Atelier für mich allein habe möchte. Auf keinen Fall wollte ich unser gutes Einvernehmen stören und es kam mir vor, dass es ja keine Kleinigkeit ist, jemandem zu sagen, dass man sich nicht stundenlang mit ihm in einem Raum aufhalten möchte. Der F hat schon die Augen verdreht, wenn ich zum xten Mal darüber geredet habe, dass ich gerne malen gehen würde, aber … Dann habe ich lange darüber nachgedacht, ob das Thema besser schriftlich oder per Telefon zu klären wäre. Die ganze Zeit lang kam ich mir überaus lächerlich vor. Nun habe ich es aber endlich geschafft und es war – natürlich – überhaupt kein Problem.

Mittwoch 20.1.2021-grau

Nachgedacht habe ich heute darüber, ob es wohl unangenehmer ist, alt zu werden oder alt zu sein. Antwort habe ich keine gefunden, aber die Erkenntnis dass die Frage absurd gestellt ist, es überhaupt keinen Sinn macht, sich über Unvermeidliches den Kopf zu verbrechen und sich in  einer Art Selbstmitleid zu suhlen. Furchtbar! So eine Gemütslage kenne ich sonst gar nicht von mir. Dass der Lockdown beginnt an die Substanz zu gehen, wenn schon ein Ende absehbar ist! Nicht gleich für morgen aber doch immerhin. Nicht einmal die wunderbare Tatsache, dass die Ära Trump vorbei ist, hat mich heute aufgemuntert. Aber morgen wird sicher ein besserer Tag.

Alte Häuser, junger Schnee

Man kann natürlich sagen, dass Schnee in der Stadt nicht dasselbe ist wie Schnee in der Natur insbesondere in den Bergen. Das mag ja sein, wenn man aber nun einmal in einer Stadt lebt und gerade Epidemie und Lockdown herrscht, so ist der Schnee doch eine sehr schöne und willkommene Abwechslung.