la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Erdäpfelästhetik

Das Gegenmodell zu Pommes

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Ein Kommentar

Alltag asiatisch

Heute habe ich es kulinarisch deutlich besser gemacht als gestern: ich habe den Wirten mit den zweifelhaften Kochkünsten links liegen lassen und bin zum nächstgelegenen Asiaten gegangen. Dort gibt es erfreulicherweise bis 17h eine Auswahl von Menüs und auch noch eine recht umfangreiche Speisekarte. Aber es ist eben deutlich weiter zu gehen. Nachdem es bei meinem Hüftgelenk derzeit nur relativ schlechte, schlechte und ganz schlechte Tage gibt, ist es einfach mühsamer. Aber der Mensch muss ja nicht immer nur die leichten Wege humpeln.

Es gibt Erfreuliches in der Abendschule: der junge Mann, den ich im vorigen Semester rausgeschmissen habe, weil er in den Stunden ausschließlich auf seinem Smartphone herumgewischt und getippselt hat, ist wieder da und beteiligt sich doch glatt am Unterricht. Sogar ein Lächeln habe ich heute gesehen, wo er doch bisher nur starre Miene gezeigt hat. Vielleicht hat sich sein Leben im positiven Sinn verändert oder er wird gar erwachsen. Jedenfalls freut mich das sehr, weil ich ihn für einen ganz hoffnungslosen Fall gehalten habe. Ich bemühe mich auch, ihm die Rückkehr zu erleichtern, habe mir jeden erstaunten Kommentar verkniffen und arbeite nur mit Lob. Gelingt, passt, fein!

Es ist immer noch so warm, dass ich von morgens früh um acht bis abends um zehn ärmellos unterwegs war und immer richtig bekleidet war. Nicht einmal eine Jacke oder Weste habe ich mitgenommen, weil ich jedes Gramm einspare um möglichst wenig herumzutragen.


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Kraut und Rüben

Meine neueste kulinarische Entdeckung: Algen mit Ingwer. Sicher sind sie auch sehr gesund, aber vor allem schmecken sie mir ganz großartig. Und wie das so ist, wenn einem etwas besonders gut schmeckt: ich finde sie passen zu so gut wie allem.

Einen neuen Anlauf in Gemüsekiste habe ich auch gemacht. Die Kiste, die ich eine Weile hatte, kam aus dem Waldviertel, der Transportweg war also nicht allzu lang, die Produkte in Bio-Qualität, aber ich hatte genug davon, weil es einfach immer nur dasselbe war. Wochenlang nur Kraut, Erdäpfel, Zwiebel, Karotten und Äpfel. Manchmal -aber eher selten- gab es auch anderes. Die Kohlsprossen zum Beispiel waren sehr gut.

Ich bin also reumütig zu meiner früheren Kiste zurückgekehrt. Das Herzstück der Firma, ein Bio-Bauernhof mit Hofverkauf arbeitet mit anderen Produzenten im In- und Ausland. Die dadurch entstehenden längeren Transportwege sind der einzige nicht so positive Punkt. Aber sonst passt alles. Man kann Obst und Gemüse in Kisten  verschiedener Größe und Zusammenstellung mit einer Vorlaufzeit von ein paar Tagen ganz flexibel bestellen, telefonisch oder über den Online-Shop oder einfach im Abo. Es gibt auch Milch und Milchprodukte, Wurst, Fleisch, verschiedenste Brotsorten und sogar frisch Gekochtes. Alles wird pünktlich und verlässlich vor die Wohnungstür gestellt. Rezepte zur Zubereitung der jeweils gelieferten Dinge bekommt man auch, ebenso wie Infos zu Inhaltsstoffen, Lagerung und sonstiges Wissenswerte.

Die kleinste gemischte Kiste passt gerade gut. Ich habe sie für alle zwei Wochen bestellt und in der Woche dazwischen eine reine Obstkiste. Der F. isst ja soviel Obst, dass wir mit dem Kaufen gar nicht nachkommen.


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magyar konyha

Paprikahendl muss es heute sein nach dem Motto der ungarischen Küchengötter „noch ein Löfferl Rahm“. Paprika und Rahm, lese ich, gehören zu den Grundelementen ungarischer Küche, die im übrigen nicht wirklich von der österreich-ungarischen bzw osteuropäischen Küche zu trennen wäre. Das wundert mich nicht, denn Paprikahuhn, Gulasch und Esterhazy-Torte gehören in Wien zu den Klassikern. Ungarn war immer -auch während der kommunistischen Zeit –  ein Lieblingsland der Österreicher. Auch heute noch fahren Karawanen von Wienern nach Ungarn zum Friseur, zum Optiker, zum Zahnarzt, zum Einkaufen oder einfach nur zum Essen und Feiern. Ich glaube nicht, dass die Preise wirklich noch um soviel niedriger sind, aber Gewohnheiten gibt man ja ungern auf. Ich finde diese Beutezüge eher beschämend, aber da gehen die Meinungen halt auseinander. Die Begeisterung unserer derzeitigen Regierung für ungarische und polnische Politik bleibt mir auch unverständlich. Aber es ging ja ums Kochen.

Rahm haben wir gestern ausgiebig gekauft. Paprikahendl mit Hörnchen? Nein, lieber doch mit Reis. Da besteht natürlich die Gefahr, dass dann vielleicht spontan eher ein Curry-huhn daraus wird. Wäre auch nicht schlimm. Jedenfalls habe ich Zeit zum Kochen und heute sogar Lust dazu. Langsam kommt ein wenig Energie zurück. Sobald es wieder mehr wird, hätte ich dann auch noch Zeit mich mit anderen Dingen zu beschäftigen als mit Kochen, aber soweit ist es noch nicht. Geduld, Geduld….


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Wien im Dezember

„Ich freu mich wenn dieser Monat endlich vorbei ist“ grummelt der arabisch aussehende Taxler während er geschickt durch die Staus manövriert. Ich kann ihm da nur zustimmen. Das Wort „Schleichwege“ kann er nicht gut aussprechen, aber die Technik beherrscht er. Ganz ohne Navi kurvt er zielsicher durch die engen Innenstadtstraßen ohne mit einem der zahllosen Weihnachtsmärkte samt Besucherströmen zu kollidieren. Und schließlich setzt er mich punktgenau und unerwarteterweise rechtzeitig bei der gewünschten Adresse ab. Ein Held des Dezemberverkehrs in Wien.

Im Chinarestaurant werden im verschneiten Gastgarten zwischen den Schnüren an denen im Sommer Lampions hängen und neben dem hölzernen Buddha Weihnachtsbäume zum Verkauf angeboten.

Der Busfahrer trägt an der rechten Hand an fünf Fingern ungefähr 15 Ringe, die alle als Schlagringe durchgehen könnten.Die Tätowierungen, die aus dem Uniformkragen herauskriechen sehen auch recht martialisch aus. Bei jeder Station drückt er mindestens einmal auf die Taste, die die gezwitscherte Ansage abspielt : „liebe Fahrgäste, Sie behindern die Weiterfahrt. Bitte halten Sie den Türbereich frei“ . Man muss eh froh sein, dass er die Sache nicht selbst in die Hand nimmt und die missliebigen Türversteller eigenhändig von der Tür wegzerrt oder hinauswirft. Zwar sehe ich gar niemanden im Bereich der Lichtschranke stehen und der Bus hält auch nicht länger als normal. Vielleicht gefällt dem Fahrer die Ansage so gut ….

Im Supermarkt versucht ein chinesisch aussehender Angestellter einer afrikanisch aussehenden  Kundin irgendein Rezept zu erklären. Es kommen da offenbar eine Menge verschiedener Obstsorten hinein. Er kann zwar nicht besonders gut deutsch ist aber gestisch und mimisch perfekt. Leider habe ich keine Zeit mich dem Kochunterricht anzuschließen.

Was wäre Wien ohne die positiven Seiten der multikulturellen Gesellschaft ! Ja, und natürlich, auf die negativen Seiten könnten wir gut verzichten ….