la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Wien im Dezember

„Ich freu mich wenn dieser Monat endlich vorbei ist“ grummelt der arabisch aussehende Taxler während er geschickt durch die Staus manövriert. Ich kann ihm da nur zustimmen. Das Wort „Schleichwege“ kann er nicht gut aussprechen, aber die Technik beherrscht er. Ganz ohne Navi kurvt er zielsicher durch die engen Innenstadtstraßen ohne mit einem der zahllosen Weihnachtsmärkte samt Besucherströmen zu kollidieren. Und schließlich setzt er mich punktgenau und unerwarteterweise rechtzeitig bei der gewünschten Adresse ab. Ein Held des Dezemberverkehrs in Wien.

Im Chinarestaurant werden im verschneiten Gastgarten zwischen den Schnüren an denen im Sommer Lampions hängen und neben dem hölzernen Buddha Weihnachtsbäume zum Verkauf angeboten.

Der Busfahrer trägt an der rechten Hand an fünf Fingern ungefähr 15 Ringe, die alle als Schlagringe durchgehen könnten.Die Tätowierungen, die aus dem Uniformkragen herauskriechen sehen auch recht martialisch aus. Bei jeder Station drückt er mindestens einmal auf die Taste, die die gezwitscherte Ansage abspielt : „liebe Fahrgäste, Sie behindern die Weiterfahrt. Bitte halten Sie den Türbereich frei“ . Man muss eh froh sein, dass er die Sache nicht selbst in die Hand nimmt und die missliebigen Türversteller eigenhändig von der Tür wegzerrt oder hinauswirft. Zwar sehe ich gar niemanden im Bereich der Lichtschranke stehen und der Bus hält auch nicht länger als normal. Vielleicht gefällt dem Fahrer die Ansage so gut ….

Im Supermarkt versucht ein chinesisch aussehender Angestellter einer afrikanisch aussehenden  Kundin irgendein Rezept zu erklären. Es kommen da offenbar eine Menge verschiedener Obstsorten hinein. Er kann zwar nicht besonders gut deutsch ist aber gestisch und mimisch perfekt. Leider habe ich keine Zeit mich dem Kochunterricht anzuschließen.

Was wäre Wien ohne die positiven Seiten der multikulturellen Gesellschaft ! Ja, und natürlich, auf die negativen Seiten könnten wir gut verzichten ….

 

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Es lebe der Fisch (zu summen nach der Melodie von „es lebe der Sport“)

Sehr viel Eiweiß, gesunde Fette und absolut kein Zucker. Fisch kann man kalt oder warm in verschiedenster Zubereitung essen. Mein Lieblingsvegetarier isst auch Fisch.Also werde ich mich zur begeisterten Fischesserin entwickeln. Zwar verstehe ich den Unterschied zwischen dem Verspeisen eines Huhns zum Beispiel und dem eines Fischs nicht wirklich, aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Von Seiten der Religion geht es ja meines Wissens um die Unterscheidung zwischen Land- und Wassertieren. Wassertiere, also zum Beispiel Fisch, durfte man auch in der Fastenzeit essen. Böse Zungen behaupten ja, dass man in manchen Klöstern Wildschweine im Wasser gehalten hätte um den Speiseplan in der Fastenzeit aufzumotzen ….

Ein kleiner Abstecher in die bizarre Welt von Lieferanten eines Hofs, den es seit 100 Jahren nicht mehr gibt. Na ja, Hauptsache der Fisch ist frisch, die Gedankenwelt in der Firma C.Warhanek kann mir ja egal sein


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Entwöhnung, Orgien und Zähneputzen

Meine Anti-Nougatostereierkampagne war – nun sagen wir mittelfristig nachhaltig. Ein nächster Vorstoß ist wieder dringend nötig. Nicht wegen der Schönheit sondern wegen der Gesundheit. Erfolgsversprechend ist der beträchtliche Leidensdruck, nicht so motivierend die Ungewissheit, ob die Ernährungsveränderung überhaupt den gewünschten Erfolg bringen kann. Ich muss mich also daran halten, dass die Zuckerreduktion auf jeden Fall Positives bringt, wenn vielleicht auch nicht im erwünschten Bereich.

Wirkungsvoll sind bei mir die Selbstüberlistungen. Daher Maßnahme Nummer eins: Zähneputzen am Nachmittag, lange vor dem Schlafengehen. Nachdem ich mir die Zähne geputzt habe, esse ich nichts mehr. Eine absolut haltbare Konditionierung, die ich meiner Mutter zu verdanken habe. Niemals und unter keinen Umständen gehe ich mit ungeputzten Zähnen schlafen.

Wenn ich an meine liederliche Jugend denke, wie ich an den unmöglichsten Orten und Situationen immer Zähne geputzt habe. Im Rückblick lache ich darüber; zum Beispiel beim Interrailfahren in einem Zug zwischen Algeciras und irgendwo, der ganze Zug war eine rollende Orgie und mittendrin habe ich zum Kulturbeutel und der Wasserflasche gegriffen und bin Zähne putzen gegangen, zum Gaudium meiner Umgebung, die mich als hoffnungslose bourgoise bezeichnet hat. Aber gut war´s. Wer weiß, wie es im Munde und im Leben der Möchte-gerne-Revoluzzer und der tatsächlichen Aussteiger heute aussieht.

Jetzt bin ich aber etwas abgeschweift. Maßnahme Nummer zwei: die Schoki-Lade ist nur noch von einer Tafel schwarzer Schokolade bevölkert, für absolute Notfälle. Ich mag keine schwarze Schokolade und esse sie nur eventuell, wenn es denn sein muss und dann nur in winzigen Rationen. Warum es sein muss ? Nun ja, Zuckersucht ist eine Sucht wie alle anderen auch und manchmal muss ein Substitutionsprodukt her, damit nicht die ganze Entwöhnung zusammenbricht.

Abgesehen von viel zuviel Zucker esse ich gar nicht so ungesund und diese beiden verhältnismäßig einfachen Maßnahmen werden mich hoffentlich weit bringen. Vorläufig läuft alles gut.

 


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Fastenbrechen

Ich habe zwar nicht gefastet, war aber trotzdem sehr hungrig. Und siehe da, es gab heute in der Schule ein vom islamischen Religionslehrer organisiertes Fastenbrechen-Fest. Eigentlich gehe ich da ja nie hin…. Das Buffet war riesig, Vegetarisches, Fleischiges, Nachspeisen, mediterrane Hausmannskost gewissermaßen, alles hausgemacht aber in industriellen Mengen. Ich habe mich bei meiner Kollegin bedankt, die mich mehr oder weniger verführt hat. Sie meinte allein schon für die türkische Variante von gefüllten Weinblättern, die ihr eine Schülerin versprochen hatte, würde es sich lohnen das Fest zu besuchen.

Also das Essen war hervorragend, der Gebetsruf, den der Religionslehrer gesungen hat, hat sehr stimmungsvoll geklungen, die Tatsache, dass alle anwesenden Männer, bis auf den Lehrer, in einer Ecke des Raums saßen, hat meine Vorstellung von islamischen Feiern bestätigt.

Insgesamt ein gelungener Abend.


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Sunnys Fleisch- vegan oder vegetarisch

Ein Thema, das ich nicht besonders mag, weil es da so viele richtig fanatische Ansätze gibt. Und Fanatismus in welche Richtung auch immer, ist mir einfach unsympathisch; noch unsympathischer allerdings ist mir das Missioniere, von der Religion bis zu den Essensgewohnheiten. Soll das doch jede/r ganz nach Belieben halten. Für Leute, die nicht gerne kochen bietet die Gastronomie auch schon Lokale für alle Ernährungsarten.

Ich selbst esse Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Getreide, Milchprodukte, Meeresfrüchte, Gewürze und was es in den Küchen der Welt eben so gibt in verschiedenen Zusammenstellungen. Mein Partner F. ist Vegetarier, aber kein fanatischer, er isst gelegentlich auch ein Stück Fleisch, wenn im gerade danach ist etwas zu kosten, was ich esse oder es eben nichts anderes gibt. Tatsächlich ist es wahrscheinlich so, dass ich wegen ihm weniger Fleisch esse als früher, weil oft vegetarisch gekocht wird, aber das ist eigentlich gesund und es stört mich nicht.

Ein Haubenlokal in Bad Ischl. Das Essen war ebenso gut wie teuer, die Ausstattung dagegen hat mir gar nicht gefallen


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Wir waren nicht einer Meinung, aber ich habe Recht !

„Du“ sagte ich gerade zu mir „eigentlich sollten wir einkaufen gehen. Ziemlich dringend sogar“

„Wieso ?“ sagte ich „Das haben wir doch am Mittwoch erledigt“

„Ja ist dir überhaupt bewusst, dass die Schoki-Lade gähnend leer ist ???“

„Allerdings, und das soll sie auch bleiben. Wir leben jetzt eine Weile gesund“

„Ja, haST DU sie noch aLLE ???“ kreischte ich in meine Richtung „reicht dir das blöde regionale Gemüse nicht ?? Das ewige Kraut, die tausend Karotten und Zwiebel im Überschuss. Sind wir womöglich religiös geworden und fasten jetzt ?? “ flötete ich listig.

„Ach, verschon mich mit so primitiven Manipulationsversuchen, wir essen jetzt eine Weile keine Süßigkeiten und basta !“ sagte ich entschlossen, obwohl mich die leere Schoki-Lade auch in leise Panik versetzte.

„Muss das ausgerechnet jetzt sein, wo es so viele verschiedene köstliche Nougat-Schoki-Eier gibt ?? Kompromissvorschlag: wir beginnen nach Ostern ….. “

„NEIN“

„Na gut, aber Bewegung ist doch auch gesund, wir könnten doch das Altglas zum Container bringen … “

„Na klar, zum Container gegenüber dem Supermarkt !! NEIN, wir gehen gar nirgends hin. Wir bewundern das blühende Pfirsichbäumchen vor dem Fenster zum Arbeitszimmer und dann schneiden wir die Reste der Pfefferminze vom Vorjahr zusammen, weil die kommt schon neu heraus “

„Oh Gott, wir sind auch noch auf dem Öko-Garten-Trip. Wär ich doch beim Winterschlaf geblieben …“

„Jetzt stell dich nicht so an, da ist die Gartenschere und hopp, hopp ….. “

Wie man sieht, habe ich den verbalen Abtausch gewonnen und die Schoki-Lade ist leer geblieben. Ist gibt doch keinen größeren Triumph als den über sich selbst ……

 


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Charakterstudien anhand von Salatdressing

Kürzlich war ich bei meiner Freundin I. Sie ist eine immer freundschaftlich beratende Architektin. Für Menschen, die gerade ihr Bad renovieren eine Quelle der Weisheit. Aber sie ist auch eine begeisterte Köchin. Salatdressing à la I. klingt so: und dann habe ich ein bissl Gelbwurz dazugetan, die passt immer, Nüsse sind ja auch so gesund. Eine Prise Ingwer, warum nicht ? Übrigens hab ich auch so ein interessantes Öl gefunden ….. und zum Abrunden noch einen Schuss Wein. Ich hoffe, es schmeckt. Und es schmeckt tatsächlich.

Gestern Abend war ich bei meinen Freunden A. und D. Da wird Salatdressing  ganz anders hergestellt. Die Zutaten sind edel und bekannt, in Spezialgeschäften erworben oder selbst von irgendwoher importiert, werden in einem vorher genau festgelegten Verhältnis gemixt. Schmeckt auch sehr gut, aber halt immer gleich.

Und so wie sie Salate machen, sind diese Menschen auch sonst. Der Salatdressing-Test liefert eine solide Basis für Charakterstudien.