Schlagwort: Atelier

Dienstag 6.April 2021

Bei heftigem Schneefall verpackt in Jacke und Kapuze habe ich frische Erde rund um meine Atelierpflanzen eingearbeitet. Nach viel sehen die zukünftigen Gartenanlagen noch nicht aus. Eigentlich wollte ich heute auch Unkraut jäten rund um alle Pflanzen, die ich eingesetzt habe, aber es war einfach zu kalt.
Auch die hängenden Gärten der Semiramis haben klein begonnen und bei einem für Pflanzen eindeutig günstigerem Klima. Man muss sich ja nicht immer gleich an den ganz großen Vorbildern orientieren.

Neues gibt´s im Atelier drinnen: einen Staubsauger, na ja, den hätte ich nicht unbedingt gebraucht, einen äußerst edel aussehenden Wasserkocher in Schwarz und der D hat den zukünftigen Tisch mit allem Werkzeug und Farben in den hinteren Raum geräumt, so dass der vordere voll genützt werden kann. Es ist Platz für drei Staffeleien mit Luftraum rundherum, eventuell sogar für vier.

Abends habe ich per zoom mit der A geplaudert und das Baby wenigstens einmal auf dem Bildschirm gesehen. Sie meinte aber, dass es für sie derzeit utopisch wäre, ins Atelier zu kommen. Das Baby wurde im Dezember geboren und sie arbeitet schon einmal in der Woche ein paar Stunden und wirkte richtig erschöpft.Es sieht also danach als würden der D und ich noch eine gute Weile zu zweit sein.

Donnerstag 1. April 2021 – alles weiß

Heute war ich im Atelier um davor ein paar Blümchen und Kräuter einzusetzen. Die Primeln haben zwei Wochen überlebt, Wie lange die heute eingesetzten Pflanzen überleben werden, weiß ich nicht recht. Die Erde ist steinhart und lehmig, allerdings habe ich auch zwei Regenwürmer angetroffen, die ich ersucht habe, noch etwas aktiver zu werden. Vielleicht bringe ich nächstes Mal auch einen Sack Erde mit …

Habe ich schon erwähnt, dass der D eine Vorliebe für weiß gestrichene Bretter hat ?

Aber er war wirklich gründlich und exakt. Zweimal grundiert, weil das schlechte Holz enorm gesaugt hat und dann mit einer Eierschalenfarbe drüber. Die Leiste rundherum an den Wänden ist auch genial und breit genug um sowohl Bilder als auch Bücher aufstellen zu können. Einige liebevolle Details wie dieser Haken, den er von alten Möbeln abmontiert und aufgehoben hat.
Insgesamt schaut es viel besser aus als vorher, auch heller und größer. Der D ist zwar nicht wirklich sehr teamorientiert, sprich die geplante Leiste zum Beispiel hat er nur irgendwann in einem Nebensatz erwähnt, und nicht in fragendem Ton. Tatsache ist aber auch, dass er in puncto Ausgestaltung von Innenräumen immer weiß, was er tut und man sich darauf verlassen kann, dass das Endprodukt ästhetisch und praktisch ist.

Die Drähte, die überall aus den Wänden kamen, sind auch verschwunden aber die Steckdosen und Lichtschalter funktionieren. Das ist bei Hobby-Handwerkern nicht immer selbstverständlich und auch bei den Profis kann man diesbezüglich allerhand erleben.

Ich werde dem Malteam eine oder besser zwei Flaschen Sekt überreichen. Die Gläser stehen schon bereit.

Jeder Baum mehrere Kunstwerke 4/4

Das vorletzte Bild seiner Art. Es gibt so viel Natur-Kunst, dass man sich nicht auf zwei Bäume beschränken muss. Wenn auch derzeit der Bewegungsradius recht klein ist, mangelt es doch nie an visuellen Eindrücken über die man sich freuen kann.

Ich beginne heute mit den Aufräumarbeiten auf der Terrasse lasse aber das Laub vom Vorjahr noch liegen in der Hoffnung, dass dort Marienkäfer überwintert haben könnten und sich schon auf die Blattläuse freuen, die ihrerseits ganz sicher gut über den Winter gekommen sind.

Das Atelier geht mir richtig ab, aber dort malt noch der D, der gerade erzählt hat, dass er das Ausmaß der Arbeit ziemlich unterschätzt hat. Allerdings hat er auch die aus der Wand hängenden Drähte und ähnliches saniert bevor er nur mit der Grundierung beginnen konnte und das miserable Holz saugt die Farbe ein wie die Wüste das Wasser nach einem Regenguss. Ich habe hoch und heilig versprochen, mich an der Bearbeitung des zweiten Raums zu beteiligen aber – ganz unter uns – in der Hoffnung, dass es ihm nach einem Raum reicht. Mir ist es ja völlig egal, ob die Wände gestrichen sind oder nicht.

Dienstag 16. März – Ateliergeflüster

Ja, es war von Anfang an vereinbart, wir haben sogar die Details schon vor einer Weile besprochen, aber ich dachte der D hätte es sich anders überlegt. Mir ist es gar kein Bedürfnis die Wände im Atelier zu streichen. Ich will dort ja nicht wohnen und mag den Ist-Zustand eigentlich ganz gerne. Es passt alles zusammen: alt und schäbig, aber Licht, Wasser und Heizung funktionieren problemlos. Ich habe mich daran gewöhnt, dass es dort eben nur gibt, was es gibt und finde es zum Malen wunderbar geeignet. Richtig gut fühle ich mich dort schon.

Der D hat aber sowas wie einen Holz-weiß-angestrichen-Fetisch. In seinem Haus in Irland ist auch alles mit weiß gestrichenem Holz getäfelt, inklusive Decke. Seine Frau hat diesbezüglich bewundernswerten Gleichmut entwickelt. Jedes Mal wenn ich bei ihnen zu Besuch war, habe ich einen neuen irischen Baumarkt oder Altwarenhändler oder Flohmarkt kennengelernt. Unser Atelier hat eine Holzverkleidung aus einem ganz miesen Holz mit unendlich vielen Astlöchern und an mehreren Stellen tritt Harz aus. Daher müsste man mindestens zweimal streichen, sagt der D. Meiner Meinung nach werden aber weder ein noch zwei Anstriche viel verändern. Es ist dann eben eierschalenfarben gestrichenes mieses Holz. Weiße Wände ohne Holz wären mir ohnehin lieber. Was soll´s,  wenn er es so haben möchte und ohnehin selbst streicht… Natürlich beteilige ich mich an den Kosten.

Mir ist wichtig, dass wir bald beginnen Regale aufzustellen um die Bilder zu trocknen und zu lagern und dann wird man ohnehin nicht mehr viel von den Wänden sehen. Ich habe zum Beispiel zwei Ölbilder, die, wenn sie in der gleichen Geschwindigkeit weiter trocken, noch geschätzte 200 Jahre dafür brauchen werden. Aber der D will unbedingt zuerst streichen und dann erst Regale kaufen. Meinetwegen, übe ich mich halt in Teamfähigkeit.  Ich weiß, dass er beim Vorstellen vom Endzustand seiner handwerklichen Arbeiten sehr gut ist, also wer weiß, ob ich dann im Endeffekt nicht überwältigt bin von den wunderbar gestrichenen Wänden.

Ich habe also heute meine Sachen von einem Raum in den anderen geräumt und bei dieser Gelegenheit als allerersten kleinen Anfang meiner geplanten Freiraumgestaltung diese beiden Primeln gesetzt. Viel ist das noch nicht, eher so ein kleiner Test, ob sie jemanden stören oder ob jemand drüber trampelt. Als nächsten Schritt plane ich den Kauf einer Sitzgelegenheit, möglichst etwas , das so groß, schwer und unhandlich ist, dass es auch stehen bleibt. Einen Picknicktisch oder Ähnliches. Es sollte möglichst einer sein, den man nicht gleich selbst streichen muss …

 

 

 

 

Die Geschichte zum Bild

Vielen Dank an alle für die Infos !

An diesem Bild hängt eine kleine Geschichte: Mein Atelierkollege hat es gemalt. Ich habe es zum ersten Mal noch ohne Schrift gesehen und vermutet, dass es sich um einen altirischen Helden handelt, der versonnen über Tara blickt. Daraufhin hat der D geantwortet, dass er ganz zerknirscht ist, weil das doch die Kathy Soundso ist, die ihm 3 Stunden Modell gesessen ist. Beim nächsten Mal hatte das Bild dann diesen Schriftzug. Unsere Diskussion über Charakteristika  weiblicher bzw männlicher Gesichter steht noch aus.

Es wird also wohl Katjuscha heißen sollen und der D, der keine kyrillische Schrift beherrscht  hat „M“ und „T“ verwechselt.

Mittwoch 17.Februar 2021

Das waren wohl die letzten Eiszapfen dieses Winters. An sich liebe ich den Winter, aber nicht diesen. Von diesem Winter wünsche ich mir nur, dass er vorbeigehen und die Temperaturen steigen mögen, was meine Lebensqualität in etlichen Aspekten verbessern wird.

Ich überlege, ob ich mich auf der Wiese vor dem Atelier gärtnerisch betätigen soll. Blumenzwiebeln? ein Hochbeet? ein paar Büsche? Schwierige Entscheidung, weil ich ja die Leute nicht kenne, die in diesem Haus wohnen. Unser Vermieter sagt, dass sie sehr nett sind und die gemeinsame Grünfläche überhaupt nicht nützen. Aber die Balkone, die auf unsere Seite schauen sind bewohnt und begrünt. Das lässt hoffen, dass die darin wohnenden Leute nichts gegen ein paar Pflanzen haben werden. Aber sowas muss man vorsichtig angehen. Der D und ich haben uns schon auf einen Heurigentisch vor der Tür verständigt. Damit werden wir einmal unsere Präsenz bekanntmachen und dann wird man ja sehen. Falls gleich ein paar wutschnaubende Leute erscheinen oder gar der Tisch über Nacht verschwindet  brauchen wir zuerst eine Charme-Offensive.

Aber ja, ich bin auch zu einer Charme-Offensive bereit, ein kleines Einweihungsfest des Ateliers für die Nachbarn, warum nicht. Die A samt Baby müsste natürlich auch dabei sein. Ein Baby ist ein sehr positiver Faktor für die Anbahnung von guten nachbarschaftlichen Beziehungen.

Vorläufig regieren aber noch die Eiszapfen.

Darüber, dass man seine Ressourcen erkennen, entdecken und aktivieren muss, höre ich gerade im Radio während ich meine Sachen packe um ins Atelier zu gehen. Von einem Psychotherapeuten, der in seiner Praxis ein Trampolin stehen hat um seine Patienten physisch zu aktivieren. Von der Wichtigkeit der Bewegung für die Psyche,  von der möglichen Erstarrung des autonomen Nervensystems und den zahlreichen Stresserkrankungen ist die Rede, aber auch davon dass Menschen aneinander wachsen.

Montag 8.Februar 2021

Idyllisch war es heute im Atelier. Es schneit auf den Nadelbaum vor der Tür, drinnen ist es warm und die Materialien sind reichlich vorhanden.

Wie es wohl gewesen wäre, ein Leben als Malerin zu führen? Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit würde meine finanzielle Situation heute grundlegend anders aussehen. Ein Atelier könnte ich mir wahrscheinlich auch nicht leisten. Dass Malen mich heute glücklich macht, heißt ja auch nicht, dass das immer so gewesen wäre. Es wird schon so passen wie es ist.

 

Neue Technik

Diverse Pigmente und Farbe in Strukturmasse gemischt. Mit Gouache drüber gemalt in mehreren Schichten. Mit Kohle bearbeitet. Bis zu einem Bild ist es noch ein langer Weg, aber ein sehr lustvoller.

Ein ganz leichter Hauch von Frühling lag in der Luft als ich mich auf den Weg ins Atelier machte.

Darf ich vorstellen

Unsere Atelierpflanze. Der D hat sie mitgebracht und auch gleich gemalt. Ob der Pflanze das Bild gefällt, konnte ich nicht herauskriegen. Sie hat aber nicht übermäßig deprimiert ausgesehen, also vermute ich, dass sie zufrieden ist.

Dienstag 26. Jänner 2021

Eine wirklich eisige Runde durch den Park war das gestern. Der Wind ging durch und durch trotz mehrerer Schichten Bekleidung. Dennoch war es ein sehr netter Tratsch mit der Freundin, mit der ich da unterwegs war. Sowohl am Parkeingang als auch auf der anderen Seite kann man sich mit warmen Getränken und sonstigem verproviantieren. Und viele Leute waren unterwegs. Die „eisigen Spaziergänge“ sind offenbar schon in den Alltag vieler integriert. Als es uns langsam wirklich zu kalt wurde, begann es zu schneien und nachdem wir das beide gerne mögen, haben wir noch eine Viertelstunde zugegeben. Eine ganz gute Lösung ist das, wenn man sich nicht gegenseitig besuchen möchte, aber das Telefonieren und Tippseln satt hat.

Eine gute Lösung hat sich auch für die Atelierbenutzung gefunden. Ich habe mich derartig gewunden um dem D zu schreiben, dass ich gerne an zwei Tagen in der Woche das Atelier für mich allein habe möchte. Auf keinen Fall wollte ich unser gutes Einvernehmen stören und es kam mir vor, dass es ja keine Kleinigkeit ist, jemandem zu sagen, dass man sich nicht stundenlang mit ihm in einem Raum aufhalten möchte. Der F hat schon die Augen verdreht, wenn ich zum xten Mal darüber geredet habe, dass ich gerne malen gehen würde, aber … Dann habe ich lange darüber nachgedacht, ob das Thema besser schriftlich oder per Telefon zu klären wäre. Die ganze Zeit lang kam ich mir überaus lächerlich vor. Nun habe ich es aber endlich geschafft und es war – natürlich – überhaupt kein Problem.

Samstag 2. Jänner 2021

Der Bot, der die Meldung  „muchas gracias. ?Cómo puedo iniciar sesion?“ von x verschiedenen Adressen verschickt, ist unermüdlich, seit Monaten. Derzeit sind es wenigstens nicht hunderte Spams pro Tag sondern nur noch Dutzende, auch die sind lästig zum Löschen. Sollte ein Kommentar von jemandem im spam gelandet sein, habe ich ihn ungeschaut gelöscht. Tut mir leid, falls da ein echter Kommentar dabei war, aber die muchas-gracias-Spammeldungen sind einfach zu viele um sie einzeln anzusehen.

Die fünf Tage Beschäftigung mit spirituellen Themen hat mir eine Menge Stoff zum Nachdenken und Nachfühlen gebracht, war aber sehr anstrengend. Das online-setting war letzten Endes gar nicht so schlecht, weil es mir ermöglicht hat, mich zurückzuziehen, wann immer ich wollte, ohne dass dies besonders aufgefallen wäre oder irgendjemanden gestört hätte. Die Kommunikation wäre in natura eine viel bessere gewesen, aber ich hätte nicht fünf Tage lang acht Stunden durchgehalten. Somit ist die Bilanz eine positive.

Der D war heute auch im Atelier, was sich sehr gut getroffen hat, weil ich den Tag mit dem Eröffnen der Ölfarben-Tuben gefeiert habe. Er hat mir eine Menge Tipps gegeben, hauptsächlich zu den kleinen Hilfsmitteln zum Farbmischen, zum Pinselreinigen, zur mehrfachen Verwendung von Terpentinersatz. Es lässt sich sehr gut lernen, wenn jemand mit Erfahrung daneben steht und seine Kenntnisse gerne und gut weitergibt.