Kategorie: Impulswerkstatt

Impulswerkstatt November – Dezember 2022 – Zwischenstand

Liebes Impulswerkstattteam,

Halbzeit ist und Zeit für eine Zwischenbilanz des November-Dezember Durchgangs der Impulswerkstatt! Die Fotos sind ja diesmal sehr verschieden und verschiedenartig und ebenso sind auch die Beiträge. Vielen Dank dafür. Ich bin schon gespannt, wie sich der Advent und Weihnachten auf die Thematik und auf die Frequenz der Beiträge auswirken wird. Auf mich wirkt die Adventzeit abwechselnd inspirierend und deprimierend, aber das ist ja bei allen anders

Im vorigen Durchgang (September – Oktober) haben schon mehrere Schülerinnen einer Schweizer Schule, die das Freifach „Schreiben“ bei ihrer Lehrerin Gabriella Rauber besuchen bei der Impulswerkstatt mitgeschrieben. Der Blog von Gabriella Rauber wird von den Schüler*innen mit ihren eigenen Texten befüllt. Ein sehr schönes Projekt, finde ich, zumal es sich um eine Schule handelt, die keinen sprachlichen oder literarischen Schwerpunkt hat. Einer dieser Beiträge (von Anika) kam ein paar Tage zu spät für die September-Oktober- Zusammenfassung. In strahlender pädagogischer Inkonsequenz setze ich ihn hier als ersten auf die neue Liste, quasi als Brücke zwischen dem einen und dem anderen Schreibdurchgang.

Bisher ist in diesem Durchgang die Anzahl der Beiträge pro Bild sehr ungleich verteilt. Ob sich das noch ändert? Diese und ähnliche Fragen stelle ich mir über den zweiten Teil des Durchgangs und eröffne ihn hiermit mit einem Trompetenstoß. Andernorts wird ja auch schon fleißig getrötet, was mir besser gefällt als zwitschern, also vom Wort her, nicht unbedingt vom Geräusch.


Hier die Beschreibung des Projekts KLICK

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, wie dieses Projekt entstanden ist  

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich auch hier

Chronologische Liste

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Mehrere oder alle Bilder

Die Rahmen werden noch flexibler: jeder kann am Anfang oder am Ende des Textes verwendet werden.

Rahmen 1:

In den Hügeln …

Rahmen 2:

Dieses Mal ist es geglückt / war es geglückt / wird es glücken

🙂 VIEL FREUDE 🙂

Planet B – Impulswerkstatt

In den Hügeln lebten die Ameisen. In diesem Land der Vulkane und Lavafelder, der geschmolzenen Gletscher, der überschwemmten Küstenlandschaften und der sich ausweitenden Spalte zwischen den Kontinentalplatten. Die Ameisen hatten in den Hügeln riesige, ausgeklügelte Wohnstätten für ihre Völker errichtet. Sie waren auch um vieles größer als ihre Vorfahrerinnen. Wäre jemand da gewesen um diese Entwicklung zu beobachten und zu analysieren, hätte er sich wohl gewundert, dass die Ameisen bei so geringem Nahrungsangebot so groß geworden waren. Bis dieser fiktive Beobachter von den Würmern erfahren hätte.

Sie krochen durch die neu entstandenen Landschaften sobald die Lava einigermaßen verfestigt war. Ihre Haut war so hitzebeständig, wie es bei einem Lebewesen nur möglich war, hornig, undurchlässig, mit einem grünen Schimmer. Die Würmer gab es hier schon länger als die großen Ameisen. Der fiktive Beobachter hätte vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit mit manchen Reptilien aus dem Anthropozän festgestellt oder auch zu den mythischen, feuerspeienden Drachen.

Nachdem die Intelligenz von Einzelwesen in eine evolutionäre Sackgasse und zur extremen Erhitzung des Planeten geführt hatte, war es lange sehr still gewesen auf dieser vulkanischen Insel im Nordatlantik, bis zum Auftauchen der beinahe feuerfesten Würmer, die sich – wie unser Beobachter mit Staunen feststellen würde – großteils von erkalteter Lava ernährten. Noch mehr staunen würde er bei der Erkenntnis, dass die Würmer auch Photosynthese betrieben und somit ein Zwischenglied zwischen Tieren und Pflanzen darstellten.

Wie die Ameisen nicht nur überlebt sondern sogar groß geworden waren, hing auch mit den Würmern zusammen. In den Kellerräumen der Ameisenpaläste unter den Hügeln wurden die gefangenen Würmer zerlegt. Die sehr großen und starken Mandibeln der Ameisen konnten die feuerfeste Haut der Würmer ebenso wie den Rest ihrer Körper in kleine Teile zerlegen mit denen sie Königinnen und Brut fütterten. Unter den jungen Ameisen waren jene mit besonders starken Mandibeln im Vorteil.

Auf älteren Lavafeldern erschienen da und dort wieder Pflanzen, die die immer noch große Hitze ertrugen und das üppige Angebot an Kohlendioxid in der Luft nutzen konnten.

Gespenstisch waren die Landschaften schon den Menschen erschienen. In der Nacht wurden die bizarren Formationen der Lavafelder zu allem möglichen, je nach Phantasie der Betrachter. Aber menschliche Betrachter gab es schon sehr lange keine mehr.

Auf der obersten Etage eines Ameisenpalastes, knapp über dem Bodenniveau des Hügels standen mehrere junge Königinnen mit aufgerichtetem Oberkörper, ihre Fühler berührten einander. Sie schauten in die gleiche Richtung und bewegten sich koordiniert. Das Gehirn jeder einzelnen Ameise war immer noch klein und begrenzt, doch wenn sich Gruppen zusammenschlossen, so wurden die Sinneseindrücke jeder einzelnen stärker.

Die Gruppe der Königinnen schaute in Richtung des aktiven Vulkans Eyjafjallajökull, der am Horizont dominierte, um den immer ein schwacher roter Schimmer zu sehen war. Die Emotion, die noch verschwommen und schwach durch ihre sich entwickelnden Gehirne strömte, hätten Menschen als Ehrfurcht oder gar Anbetung bezeichnet. Sie begannen zu summen, die Königin in der Brutkammer summte auch und mit ihr die gerade geschlüpften Ameisen.

Das vergoldete Opfer – Impulswerkstatt

Sie ist mein Leittier und ich stelle ihre Entscheidungen nicht in Frage. Wenn sie mir dieses Ding auf den Rücken schnallt, verändert sich mein Geruch. Sie sollten die irritierten, verächtlichen Blicke anderer Hunde sehen, denen wir begegnen. Wahrscheinlich halten sie mich für eine wandelnde Knackwurst oder für das, was größere Tiere wie Pferde oder Elefanten hinterlassen. Sie bemerkt das ja nicht einmal. Selbst riecht sie überhaupt nichts. Sie würde nicht einmal nachhause finden, wenn sie mich nicht hätte.
Jetzt hat sie ein neues von diesen Mäntelchen, wie sie sie nennt, in einem sogenannten Hundeschönheitssalon gefunden und sofort mitgenommen. Ich habe ja versucht, mich irgendwie davor zu stellen, damit sie es nicht bemerkt, aber keine Chance. Gleich ist sie mit spitzen Schreien auf das Ding hin gestartet. „Schau, mein Bubililein, das ist etwas für dich“ und hat das scheußliche goldene Ding geschwenkt. Die Verkäuferin hat ganz erleichtert gewirkt, sicher war das ein Ladenhüter, der seit Monaten oder gar Jahren herumlag.
Gestern waren wir beim Hundefriseur, ein fürchterlicher Ort, wo noch ein paar Leute daran arbeiten, meinen Geruch, also einen wichtigen Bereich meiner Persönlichkeit zu verändern. Es riecht dort so, dass jeder Hund, ob klein oder groß sofort die Flucht ergreifen würde, wenn er nur könnte. Gnadenlos beschmieren sie unsereiner mit diesem streng riechende Zeug. Damit nicht genug: sie haben auch an meinen Haaren gerissen und gezogen. Dann haben sie im Chor „süüüüühüüüß“ gequietscht. Es ist so ein unangenehmes Gefühl von straff angespannter Kopfhaut entstanden, dass auch nicht wieder weggeht.
Heute habe ich Glück und sie hat mir keine Schühchen angezogen. Das ist so ein seltsames Zeug, das sie mir über die Pfoten zieht, sodass ich den Kontakt mit dem Boden verliere und mein Orientierungssinn leidet. Sie meint aber, dass der Boden zu kalt für mich ist, als wäre ich so schwach ausgestattet wie ein Mensch. Immer wieder frage ich mich, woher sie diese Vorstellungen nur hat.
Das rosa Fetzerl, das sie mir heute ums Maul gebunden hat, ist neu. Mir kommt vor, dass die Menschen unendlich viele Folterinstrumente für uns erfunden haben. Einen Maulkorb kenne ich. Der ist verglichen mit diesem rosa Stoff noch angenehm, weil wenigstens Luft zu meiner Schnauze kommt.
Wir fahren gerade mit der U-Bahn. Sehr irritierend, weil man die Bewegung sieht, ohne sich selbst zu bewegen. Es ist eine verrückte Welt. Mein Leben ist nicht schön, aber sie ist mein Leittier und ich stelle ihre Entscheidungen nicht in Frage. Oft hasse ich
sie aber. Eigentlich immer öfter

Einladung zur Impulswerkstatt November – Dezember 2022

Liebes Impulswerkstattteam,

Ich entschuldige mich, für das kleine Chaos bei der Beendigung des September-Oktober-Durchgangs. Wir haben es alle gut überstanden.

Eine Sache bleibt allerdings zu klären. Nachdem wir im vergangenen Durchgang neben jener Petra (PPawlo), die sich schon lange an der Impulswerkstatt beteiligt, auch eine andere Petra begrüßen durften, stellt sich ein Namensproblem. „PPawlo“ gefiel Petra der ersten in der Impulswerkstatt dann doch nicht so gut und sie heißt ab nun wieder nur „Petra“. Ich habe bei der zweiten Petra mit dem Blog „Petra schreibt“ angefragt, wie sie in der Impulswerkstatt gerne heißen möchte und warte auf die Antwort, die ich dann hier veröffentlichen werde. Verwaltung gehört nicht unbedingt zu den lustigsten Tätigkeiten ist aber wichtig, weil aus solchen Kleinigkeiten völlig unnötige, große Missverständnisse entstehen können.

Weiter unten stehen wie immer vier Fotos, die als Impuls dienen sollen für Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Töpferstücke, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen, Sachtexte usw usf. als Resonanz, als Reaktion auf die Fotos des Monats.

Meine Idealvorstellung von diesem Projekt ist die Entstehung einer Art Puzzle aus verschiedensten Teilen. Die Teilnahme ist für alle offen und natürlich können alle beliebig viele Beiträge beisteuern.

Wie sieht es nun mit den Rahmen aus? Gut, würde ich sagen. Ihr habt sie für eure Texte benützt, manchmal mit einem oder mehreren Fotos, manchmal ohne, alles sehr flexibel. Daher …. siehe nach den Fotos.

Wer nicht weiß, worum es hier geht, kann klicken:
Hier die Beschreibung des Projekts KLICK

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, wie dieses Projekt entstanden ist  

KLICK Das Archiv des Projekts in dem alle Beiträge gesammelt sind und alles noch einmal nachgelesen werden kann, befindet sich auch hier

Und los geht´s .

Bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher, damit ich sie leicht finden kann

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Die Rahmen werden noch flexibler: jeder kann am Anfang oder am Ende des Textes verwendet werden.

Rahmen 1:

In den Hügeln …

Rahmen 2:

Dieses Mal ist es geglückt / war es geglückt / wird es glücken

🙂 VIEL FREUDE 🙂

Impulswerkstatt September-Oktober 2022 – Zusammenfassung 2

Nachdem die Veröffentlichung dieses Beitrags zu dem von mir gewählten Zeitpunkt heute früh gescheitert ist, kommt er nochmals. Tut mir leid !

Liebes Impulswerkstattteam,

Vier Fotos und zwei Rahmen gab es in dieser Runde zur Inspiration, wobei Foto Nr.2 ein Experiment war, das ich als gelungen betrachte: es sind Texte mit ganz ähnlicher Grundstimmung entstanden und besonders geschätzt habe ich auch Gerdas Collagen zu dem Bild. Es tut mir leid, dass ich nur einen Text zu einer der Collagen geschafft habe. Weitere Ideen hätte ich wohl, aber nicht so viel Zeit.

Katha hat wieder einmal einen Text geschrieben, der zwischen beiden Rahmen alle vier Fotos stimmig unterbringt, durchaus ein Kunststück, Randoms musikalisch-linguistische Beiträge, immer wieder ein Gewinn!

Auch andere haben interessante Verbindungen hergestellt. Petra zB hat ihre Texte mit Sachinformationen umrandet und es gab auch drei Texte von Schweizer Schüler*innen. Auch Nati, eine Projektteilnehmerin der ersten Stunde hat nach einer Pause wieder mitgemacht. Judith hat in ihrem zweiten Beitrag einen neuen Stil entwickelt

Die schon erprobte und bewährte Kombination der Impulswerkstatt mit den ABC-Etüden hat wieder mehrmals stattgefunden unter anderem hat sich auch die Etüdenhüterin Christiane mit einem solchen Beitrag beteiligt.

Ich mag es gar nicht, wenn bei einem Gemeinschaftsprojekt einzelne hervorgehoben werden. Manchmal tue ich das aber doch, man möge mir verzeihen. Es ist ja keineswegs so, dass mir die anderen Beiträge nicht gefallen hätten, etwa die von „Gründungsmitglied“ Sabine-Flumsi oder von Petra (PPawlowski), die auch immer wieder unerwartete Beziehungen zu ihren Themen und Werken herstellt. Marion, Jürgen und Emsemsem (wie er wohl heißen mag ?) haben vorbeigeschaut und Heidi war in bewährter Art und Weise die erste.

Auffallend finde ich, dass bei jedem Durchgang ungefähr die gleiche Anzahl an Beiträgen zusammenkommt obwohl ja nicht immer die gleichen Personen mitmachen. Dieses Rätsels Lösung werden wir wohl nicht finden…

Ich danke euch allen sehr herzlich für eure Beiträge über die ich mich immer freue und hoffe, dass ihr auch weiterhin mitmacht.

Die nächste Einladung folgt am 3.November

Wer nicht weiß worum es hier geht, sich für das Projekt interessiert und/ oder mitmachen möchte, kann klicken:

Hier die Beschreibung des Projekts KLICK

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Die nächste Einladung folgt am 3.November

Chronologische Liste:

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Rahmen 1:

Der Wind …..

Rahmen 2:

……. die Musik hörte man von weitem.

Impulswerkstatt September-Oktober 2022 – Zusammenfassung

Liebes Impulswerkstattteam,

Vier Fotos und zwei Rahmen gab es in dieser Runde zur Inspiration, wobei Foto Nr.2 ein Experiment war, das ich als gelungen betrachte: es sind Texte mit ganz ähnlicher Grundstimmung entstanden und besonders geschätzt habe ich auch Gerdas Collagen zu dem Bild. Es tut mir leid, dass ich nur einen Text zu einer der Collagen geschafft habe. Weitere Ideen hätte ich wohl, aber nicht so viel Zeit.

Katha hat wieder einmal einen Text geschrieben, der zwischen beiden Rahmen alle vier Fotos stimmig unterbringt, durchaus ein Kunststück, Randoms musikalisch-linguistische Beiträge, immer wieder ein Gewinn!

Auch andere haben interessante Verbindungen hergestellt. Petra zB hat ihre Texte mit Sachinformationen umrandet und es gab auch drei Texte von Schweizer Schüler*innen. Auch Nati, eine Projektteilnehmerin der ersten Stunde hat nach einer Pause wieder mitgemacht. Judith hat in ihrem zweiten Beitrag einen neuen Stil entwickelt

Die schon erprobte und bewährte Kombination der Impulswerkstatt mit den ABC-Etüden hat wieder mehrmals stattgefunden unter anderem hat sich auch die Etüdenhüterin Christiane mit einem solchen Beitrag beteiligt.

Ich mag es gar nicht, wenn bei einem Gemeinschaftsprojekt einzelne hervorgehoben werden. Manchmal tue ich das aber doch, man möge mir verzeihen. Es ist ja keineswegs so, dass mir die anderen Beiträge nicht gefallen hätten, etwa die von „Gründungsmitglied“ Sabine-Flumsi oder von Petra (PPawlowski), die auch immer wieder unerwartete Beziehungen zu ihren Themen und Werken herstellt. Marion, Jürgen und Emsemsem (wie er wohl heißen mag ?) haben vorbeigeschaut und Heidi war in bewährter Art und Weise die erste.

Auffallend finde ich, dass bei jedem Durchgang ungefähr die gleiche Anzahl an Beiträgen zusammenkommt obwohl ja nicht immer die gleichen Personen mitmachen. Dieses Rätsels Lösung werden wir wohl nicht finden…

Ich danke euch allen sehr herzlich für eure Beiträge über die ich mich immer freue und hoffe, dass ihr auch weiterhin mitmacht.

Die nächste Einladung folgt am 3.November

Wer nicht weiß worum es hier geht, sich für das Projekt interessiert und/ oder mitmachen möchte, kann klicken:

Hier die Beschreibung des Projekts KLICK

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, wie dieses Projekt entstanden ist
 
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Die nächste Einladung folgt am 3.November

Chronologische Liste:

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Rahmen 1:

Der Wind …..

Rahmen 2:

……. die Musik hörte man von weitem.

Alte Götter

Gerdas Collagen mit meinem Bild gefallen mir ausnehmend gut. Seit ich sie gesehen habe, spuken sie mir im Kopf herum

Verstoßen und vergessen sinnen die alten Götter auf Rache. Gnadenlos, erbarmungslos verhüllen sie sich und warten an Kreuzwegen. Wehe dem Menschen, der ihnen begegnet.

Schwer zu ertragen sind die Bilder von alten Menschen, die vor ihren mehr oder weniger zerstörten Häusern versuchen, sich an einem kleinen Feuer zu wärmen. Ich frage mich immer, ob die Journalisten, die die erschütternden Bilder machen auch irgendetwas dort lassen, Lebensmittel, Kleidung, Heizmaterial

Fisch-Thing – Impulswerkstatt

Ich hatte, inspiriert von Jürgens Netzfischer und Gerdas poetischem Fisch Lust auf eine Fischgeschichte. Voilà:

Aus allen Richtungen kamen sie, schwänzelnd und blubbernd. Manche schneller, manche langsamer, aber alle in die gleiche Richtung strebend, zum Thingplatz, mitten im Teich unter dem großen Felsen. Der Vor- und Oberfisch hatte gerufen, da gab es keine Ausreden und Entschuldigungen.

Lange schon, begann der Vor- und Oberfisch seine Rede, denke ich über die grundlegende Frage nach „Netz oder Angel?“ Welches ist das bessere Transportmittel in die andere Welt? Ihr wisst ja, gestern erst wurden wieder zwei von uns mit dem Netz geholt.

Wo sind sie denn dann jetzt? fragte ein noch recht kleiner Goldfisch, der irrtümlich in den Teich geraten war und das fischige Bildungssystem dort nicht durchlaufen hatte.

Du meine Güte, was bringt man euch Jungflosslern denn heute noch bei, blubberte der Vor- und Oberfisch irritiert. Noch nie von der anderen Welt gehört ?

Du weißt doch sicher von der anderen Welt, in die man gelangt, wenn man möglichst viel Leid und Schmerzen im Netz oder an der Angel erträgt. Manchmal wenn starkes Licht von oben kommt, sieht man ein bisschen von der anderen Welt. Sprach ein würdiger Karpfen und glupschte den Goldfisch streng an.

Das kann aber nicht die Welt sein, aus der ich komme, meinte der Goldfisch. Viel Licht gibt es dort, aber wenig Platz. In meinem Glas konnte ich nur auf ganz engem Raum immer im Kreis schwimmen und allein war ich auch.

Das kann unmöglich die andere Welt gewesen sein, rief der Vor- und Oberfisch irritiert. Wer weiß, wo du herkommst, du siehst ja auch ganz falsch aus. Bist du überhaupt ein Fisch? Du bringst mich von dem wichtigen Thema ab, mit dem wir uns beschäftigen wollen: Netz oder Angel? Was ist schmerzhafter und bringt uns sicherer in die andere Welt?

Es ist eben noch niemand zurückgekommen um zu berichten, sonst wüssten wir es, wiederholte ein riesiger Karpfen das alte Argument.

Aber, kam das ebenfalls immer gleiche Gegenargument, manche waren schon außerhalb ihres Körpers und haben sich selbst in der anderen Welt gesehen. Die sind zurückgekommen und haben uns berichtet, von einem Tor im Licht und einem großen Fisch mit sieben Flossen, der sie dort erwartet hat.

Papperlapapp, blubberte der Vor- und Oberfisch, der sich hauptsächlich selbst zuhören wollte. Diese wichtige Frage kann nur durch philosophisch untermauerte Überlegungen gelöst werden. Wir müssen alle bekannten Tatsachen immer wieder durchgehen, dort, wo es an Tatsachen fehlt, einfach glauben bis wir zu der erleuchtenden Erkenntnis gelangen.

Irgendjemand unter den Fischen seufzte.

Der Besitzer des Karpfenteichs stand am Ufer und musste feststellen, dass wieder einmal das regelmäßig auftretende mysteriöse Phänomen im Gange war: die Fische waren alle verschwunden und tauchten auch für eine Weile nicht auf. Danach allerdings stürzten sie sich normalerweise auf sämtliche Köder und man hatte den Eindruck, dass sie unbedingt sofort gefangen werden wollten. Der enttäuschte Blick der Fische, kurz bevor sie erstickten, war dem Teichbesitzer aber noch nie aufgefallen.


Impulswerkstatt September-Oktober 2022 – Zwischenstand

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, alle, die schon mitgemacht haben und alle, die noch mitmachen möchten!

Es läuft die neue Runde der Impulswerkstatt September-Oktober 2022.

Wer nicht weiß worum es hier geht, kann klicken:
Hier die Beschreibung des Projekts KLICK

KLICK Hier könnt ihr nachlesen, wie dieses Projekt entstanden ist  

Bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher.

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DIE TEILNAHME AN DER IMPULSWERKSTATT

ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Töpferstücke, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen, Sachtexte usw usf. als Resonanz, als Reaktion auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden.
Meine Idealvorstellung ist so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen. Natürlich können alle beliebig viele Beiträge beisteuern.

Liebes Impulswerkstattteam,

In der Impulswerkstatt ist es derzeit nicht gerade leer aber auch nicht besonders betriebsam. Vielleicht braucht es neue Schreibtische und Staffeleien, größere Fenster, vielleicht ein paar Sonnenkollektoren oder „einfach“ eine andere Weltlage. Letzteres sieht nicht danach aus, als würde es demnächst besser werden, also muss man sich halt bestmöglich damit arrangieren. Ich könnte auch ein paar Einladungstafeln an verschiedenen Orten aufhängen, aber dazu habe ich eigentlich keine Lust. Vielleicht braucht es auch nur eine Pause. Ich werde darüber nachdenken.

Jetzt wünsche ich einmal viel Freude beim kreativen Ausdruck!

Chronologische Liste:

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Rahmen 1:

Der Wind …..

Rahmen 2:

……. die Musik hörte man von weitem.

Keine Revoluzzer ODER Männer haben es auch nicht leicht.- Impulswerkstatt

Haben Sie heute schon etwas gefangen, frage ich den Fischer. Nicht weil ich das gerne wissen möchte, sondern weil ich mich hier an diesen schönsten Platz in der Bucht neben ihn gestellt habe und dadurch gewissermaßen in sein Territorium eingebrochen bin. Die Frage ist ein Friedensangebot und muss nicht unbedingt beantwortet werden.

Er sagt auch lange nichts, wahrscheinlich überlegt er, ob ich einer Antwort würdig bin. Ich beachte ihn auch nicht weiter und sauge die Weite ein. Heute hat das Meer grünliche, transparente Töne und man meint fast, es singen zu hören. Doch dann dreht er sich zu mir: mich interessieren nur lebende Fische sagt er. Die Gerätschaften und Aufbewahrungsboxen, die um ihn herum stehen, scheinen ihm zu widersprechen. Obwohl ich verblüfft bin, schweige ich, weil ich den starken Eindruck habe, dass noch etwas nachkommen wird.

Sie sind nicht von hier, eine rhetorische Frage oder auch nur eine Feststellung. Es ist so: Männer jagen oder fischen. Auch meinen Kommentar dazu verschlucke ich. Jagen will ich nicht, auch nicht fischen. Sehen Sie, wie elegant die Fische hier schwimmen, wie die Sonne durchs Wasser scheint und wie sie glänzen.

Das alles sehe ich und wir stehen eine Weile nebeneinander und freuen uns über Fische, Sonne und Ozean. Aber …. , setze ich zu einer Bemerkung an. Die Ausrüstung gehört meinem Neffen, netter Kerl. Er borgt sie mir, wenn ich einen Fischertag einlegen möchte, wegen der Nachbarn, Sie verstehen, Sie sind ja nicht von hier. Ich verstehe in etwa und vergleiche mit den Einschränkungen, die ich als Frau so habe, auch eher theoretisch und wegen der Nachbarn.

Und Ihr Neffe selbst, frage ich. Jetzt lächelt der Fischer. Auch einer, der kein rechter Mann ist. Er fährt hin und wieder ein paar hundert Kilometer und kauft dort ein frisch erlegtes Wildschwein. Verrückt, sage ich, verrückt antwortet der Pseudofischer.

Ein anderer Fischer kommt vorbei, die beiden begrüßen einander. Sie wollen heute nicht anbeißen, sagt der andere. Beide nicken bedeutungsvoll und der andere geht seiner Wege. Sobald er weit genug weg ist, lachen wir beide, komplizenhaft.



Brücke durch Welten – Impulswerkstatt

Ein nicht-fiktiver Text

Die Brücke ist eine, die die Innenstadt und den zweiten Wiener Gemeindebezirk verbindet und trennt. Heute verbindet sie, die beiden Ufer, das Oben und Unten, Alt und Jung. Man rennt oder schlendert von einer Seite zur anderen, Stufen führen hinunter zum Donaukanal, einem innerstädtischen Jugendtreff, zu den Mauern voller Graffiti, den Lokalen, im Sommer zum aufgeschütteten Sand mit den Liegestühlen darauf. Freizeit wie am Strand, oder fast. Auf der Stadtseite eine Station, in der sich die Nord-Süd und die Ost-West Linien der U-Bahn treffen, eingebettet in Vergnügen, Konsum und Kultur. Von der Brücke gerade ein paar Minuten zu fuß ins Stadtzentrum, in die Altstadt, „in die Stadt“ sagt man in Wien.

Auf der innerstädtischen Seite liegt auch der Morzimplatz, wo sich im ehemaligen Hotel „Metropol“ die Leitstelle der Gestapo mit ihren Folterkellern befand. Der zweite Wiener Gemeindebezirk, die Leopoldstadt, wurde auch Mazzes-Insel genannt, weil der Großteil der jüdischen Gemeinde dort lebte, damals aus 200.000 heute aus etwa 12.000 Menschen bestehend.

Zu Nazizeiten trennte die Brücke mehr als sie verband. Sie trennte zwei Welten. Der Führer der einen Welt hatte beschlossen, die andere radikal auszurotten. In der Leopoldstadt wurden die zur Deportation vorgesehenen Menschen in Häusern zusammengepfercht, von wo aus sie abgeholt und im Normalfall in den Tod getrieben wurden. Als ich einmal eine Reise nach Israel machte und Yad Vashem besichtigte, sagte unser Begleiter, dass er ja in das Museum nicht mitkommen müsse, wir würden die Orte auf den Fotos ohnehin alle kennen und alles Geschriebene wäre auf deutsch. Das lag deutlich unter der Gürtellinie.

So ist Wien. Unter dem bunten, fröhlichen Gesicht, hinter den prachtvollen Bauten und den zahllosen kulturellen Veranstaltungen liegen Abgründe, die notdürftig zugeschüttet wurden, was dazu führt, dass noch heute immer wieder jemand darüber stolpert oder einsinkt. Viele Abgründe wurden gründlich ausgeräumt und trittsicher gemacht, andere warten noch darauf.

Über diese Brücke gehe ich zu meinem Ungarischkurs. Im Sommer bietet sie eine Aussichtswarte für prachtvolle Sonnenuntergänge, braust der Wind über den Donaukanal wehen Schals und Mützen und manche von ihnen entschließen sich dazu, dem Wind zu folgen. Schirme kann man auf der Brücke auch nur selten benützen, meist werden sie vom Wind umgedreht und der Regen prasselt in Kragen und modelliert Hosenbeine.

Wie eine Initiierung ist es. Um auf die andere Seite zu gelangen, setzt man sich den Naturgewalten aus.

Der Wind – Impulswerkstatt

Diesmal kann ich selbst auch etwas mit meinen Rahmen anfangen. Wieder ein Drabble

Der Wind schmirgelt die sattgrünen Blätter ab, sie werden erst sonnengelb, wie in einem zweiten Frühling, dann aber saftlos braun, beige, grau, schwarz, eigentlich anthrazit. Wo die Säfte fehlen, fehlt auch die Geschmeidigkeit, das Tanzen im Wind, das kokette umeinander Ringeln.
Grün blüht und lebt. Beige und braun versuchen sich im unauffälligen Mittreiben, im Festhalten an den anderen um nicht weggerissen zu werden. Das solidarische Heer der Dunkelgrauen widersteht dem Wind nicht aber einem Orkan, der sie zerfasern würde.
Sie stehen noch gerade, genießen die Herbstsonne. Auch die entfärbten Blätter lassen sich noch im sanften Wind wiegen bis ganz zuletzt.

Drabble Nr. 10

Einladung zur Impulswerkstatt September-Oktober 2022

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, alle, die schon mitgemacht haben und alle, die noch mitmachen möchten!

Heute beginnt die neue Runde der Impulswerkstatt September-Oktober 2022.

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Bitte verlinkt eure Beiträge alle hierher.

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DIE TEILNAHME AN DER IMPULSWERKSTATT

ist für alle offen: Texte jeder Art, Bilder, Fotos, Töpferstücke, Zeichnungen, Betrachtungen, Musik, Installationen, Kochrezepte, Bastelanleitungen, Sachtexte usw usf. als Resonanz, als Reaktion auf die Fotos des Monats sollen hier gesammelt werden.
Meine Idealvorstellung ist so eine Art Puzzle aus verschiedensten Teilen. Natürlich können alle beliebig viele Beiträge beisteuern.

Liebes Impulswerkstattteam,

Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr trotz viel zu heißem, viel zu trockenem Sommer so kreativ wart und in der Impulswerkstatt vorbeigeschaut habt um dort zu dekorieren. Vielen Dank an alle.

Ich habe ja kürzlich meine Begeisterung für drabbles entdeckt und möchte daran erinnern, dass es in der Impulswerkstatt keine Regeln für die Länge von Texten gibt. Sie dürfen so lange oder auch so kurz sein, wie ihr wollt. Somit sind auch Drabbles willkommen.

Die Rahmen sind eindeutig noch nicht ausgereift. Die Sache mit den Fleischmessern war eine richtige Schnapsidee von mir und hat folgerichtig überhaupt nicht funktioniert. Diesmal probieren wir „Halbrahmen“: der eine hat einen vorgegebenen Anfangssatz, der andere einen vorgegebenen Endsatz. Man kann die Rahmen wie bisher mit einem der Fotos kombinieren oder mit Christianes Etüden oder auch ganz anders verwenden… Ich bin gespannt.

Ich habe versucht bei den Fotos ein Gleichgewicht zwischen düster und fröhlich herzustellen und hoffe, dass alle, die teilnehmen wollen von etwas davon inspiriert werden. Es kann ja auch ein düsteres Foto zu Heiterem inspirieren und umgekehrt. Es ist eine der Erkenntnisse aus der Impulswerkstatt, wie verschieden Wahrnehmungen doch sind.

Mit viel Schwung geht´s also in den September-Oktober-Durchgang.

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Rahmen 1:

Der Wind …..

Rahmen 2:

……. die Musik hörte man von weitem.

🙂 VIEL FREUDE 🙂

Impulswerkstatt Juli-August – Zusammenfassung

Liebes Impulswerkstattteam,

Ich gratuliere! Vierzig Grad im Schatten und nur gefühlte einenhalb Tropfen Regen konnten eure Kreativität in diesem Sommer nicht bremsen und es sind wieder viele unterschiedliche Beiträge entstanden und zusammengekommen.

Ich muss mich entschuldigen, Rahmen 2, die Sache mit den Fleischmessern, war wirklich sehr schwierig und wenig inspirierend. Ich ziehe meinen Hut vor denen, die es trotzdem geschafft haben, daraus einen Text zu basteln! Ich werde mich bemühen, mir für den nächsten Durchgang etwas Geeigneteres einfallen zu lassen.

Es wäre schön, wenn ihr auch unter den Beiträgen anderer welche finden würdet, die euch gefallen. Es gelingt mir nicht immer, aber ich versuche, alle Beiträge mindestens zweimal zu lesen oder anzusehen und entdecke dabei immer wieder Dinge, die mir beim ersten Mal entgangen sind.

Die nächste Runde beginnt am zweiten Herbsttag, dem 2.September. Ich arbeite schon an der Einladung und fasse mich daher kurz.

🙂 VIEL FREUDE BEIM LESEN UND ANSEHEN 🙂

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Chronologische Liste:

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Rahmen 1:

Ein letztes Mal ………… das Ende

Rahmen 2:

Wozu brauchst du zwölf Fleischmesser? ……….. Heute bin ich wieder Vegetarier