la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Leere Augen

Gestern war ich zu Besuch in einem Pensionistenheim. Das Heim als solches ist schön: kleine Wohnungen mit Balkon, ein großer Garten, viele Gemeinschaftsräume, viele möglichen Aktivitäten, gute Betreuung, ABER …… Die Gänge sind breit, es stehen dort kleine Sitzgruppen, es sitzen auch Menschen dort, aber viele blicken völlig unfokussiert, starren in die Luft. Es könnte sein, dass sie einander einfach schon sehr lange kennen und sich keine neuen Unterhaltungsthemen anbieten.Glaube ich aber nicht, schließlich haben alte Menschen ein ganzes Leben zu erzählen und tun das meistens auch gerne.

In der großen Eingangshalle gibt es eine Bibliothek, dort sehe ich niemanden und mehrere Computerplätze, an einem sitzt eine fröhlich wirkende alte Dame und studiert Fischrezepte, die anderen sind unbenutzt. Auch im Café sind alle Tische besetzt, aber auch hier gibt es viele Menschen, die zwar die physische Nähe anderer suchen, aber nicht kommunizieren wollen oder können.

In dem Heim lebt auch ein Kater, ein hübscher, schwarzer, freundlicher Kater. Seltsamerweise ist er nicht dick. Bei der üblichen Haltung von Katzen gegenüber Nahrung, hätte ich erwartet, dass er sich gerne von allen immer wieder einen kleinen Imbiss abholt und entsprechend unschlank wäre. Die stromlinienförmige Figur des Katers halte ich daher auch für ein Indiz für wenig Kommunikation in diesem Haus.

Ich habe auch die betreute Gruppe gesehen. Das System funktioniert ähnlich wie in einem Kindergarten, nur ist das Klima ein anderes. Lebensfreude ist mir nicht begegnet, obwohl die dort anwesenden alten Damen Beschäftigungsangebote hatten und die Räumlichkeiten sehr gemütlich und anregend ausgestattet sind. Meine allerhöchste Hochachtung gilt jedenfalls den dort arbeitenden Menschen. Alle waren sie freundlich, fröhlich und bemüht.

Deprimierend. Das Thema Alter, Krankheit, mögliche Demenz, mangelnde Eingebundenheit ins Leben. Klug ist es wohl, sich rechtzeitig selbst um gute Lösungen umzusehen; falls es die gibt und falls man selbst physisch und psychisch in der Lage ist, sie zu nutzen.

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Wien im Dezember

„Ich freu mich wenn dieser Monat endlich vorbei ist“ grummelt der arabisch aussehende Taxler während er geschickt durch die Staus manövriert. Ich kann ihm da nur zustimmen. Das Wort „Schleichwege“ kann er nicht gut aussprechen, aber die Technik beherrscht er. Ganz ohne Navi kurvt er zielsicher durch die engen Innenstadtstraßen ohne mit einem der zahllosen Weihnachtsmärkte samt Besucherströmen zu kollidieren. Und schließlich setzt er mich punktgenau und unerwarteterweise rechtzeitig bei der gewünschten Adresse ab. Ein Held des Dezemberverkehrs in Wien.

Im Chinarestaurant werden im verschneiten Gastgarten zwischen den Schnüren an denen im Sommer Lampions hängen und neben dem hölzernen Buddha Weihnachtsbäume zum Verkauf angeboten.

Der Busfahrer trägt an der rechten Hand an fünf Fingern ungefähr 15 Ringe, die alle als Schlagringe durchgehen könnten.Die Tätowierungen, die aus dem Uniformkragen herauskriechen sehen auch recht martialisch aus. Bei jeder Station drückt er mindestens einmal auf die Taste, die die gezwitscherte Ansage abspielt : „liebe Fahrgäste, Sie behindern die Weiterfahrt. Bitte halten Sie den Türbereich frei“ . Man muss eh froh sein, dass er die Sache nicht selbst in die Hand nimmt und die missliebigen Türversteller eigenhändig von der Tür wegzerrt oder hinauswirft. Zwar sehe ich gar niemanden im Bereich der Lichtschranke stehen und der Bus hält auch nicht länger als normal. Vielleicht gefällt dem Fahrer die Ansage so gut ….

Im Supermarkt versucht ein chinesisch aussehender Angestellter einer afrikanisch aussehenden  Kundin irgendein Rezept zu erklären. Es kommen da offenbar eine Menge verschiedener Obstsorten hinein. Er kann zwar nicht besonders gut deutsch ist aber gestisch und mimisch perfekt. Leider habe ich keine Zeit mich dem Kochunterricht anzuschließen.

Was wäre Wien ohne die positiven Seiten der multikulturellen Gesellschaft ! Ja, und natürlich, auf die negativen Seiten könnten wir gut verzichten ….

 


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Netz zum Einhängen

Meine 6 Wochen berufsbegleitende Rehab sind vorbei. Doch, sie haben einiges gebracht. Natürlich habe ich keine neue Hüfte, aber es fühlt sich doch alles wesentlich besser an als vorher und die Operation kann dadurch etwas aufgeschoben werden. Nicht jahrelang, wie der äußerst optimistische Physiotherapeut meinte, aber doch eine Weile. Ich werde notgedrungen aus blanker Begeisterung weiterturnen und Unterwassergymnastik betreiben und mich ansonsten eine Weile ruhig verhalten. Schließlich war ich dumm genug, nicht in Krankenstand zu gehen und dadurch war der Entspannungseffekt zwischen den Therapien nicht vorhanden.

Vorläufig ist von Entspannung allerdings noch keine Rede. Es hat sich natürlich jede Menge Arbeit angehäuft, die ich gerne vor den Weihnachtsferien erledigt haben möchte. Vorläufig habe ich mir einen Überblick verschafft, ein Netz zum Einhängen der diversen Detailarbeiten. Es wird sich schon alles ausgehen, schließlich bin ich eine routinierte unter-Stress-im-letzten-Moment Arbeitende. Heute habe ich einen 12-Stunden-Tag absolviert, morgen noch einer und die Sache wird schon viel lichter aussehen. F. arbeitet auch wie ein Irrer, wir sehen uns – wenn überhaupt – ein paar Stunden abends. Es werden auch wieder andere Zeiten kommen….

Allerfreundlichste Gedanken an meine Haushaltshilfe, die alles gebügelt und die ganze Wohnung geputzt hat.


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Fertig !

So hat es gestern noch ausgesehen. Jetzt ist endlich alles fertig ! Trotz extremer Hitze waren die Maler sehr schnell fertig und haben möbelmäßig den vorherigen Zustand wieder hergestellt. Das Einräumen und Ausmisten kann weitergehen.

Bezahlt habe ich noch nichts. Der Firmenchef hat die beiden Arbeiter geschickt und ansonsten noch nichts von sich hören lassen. Sollte es sich etwa um ein Geschenk handeln oder um durch Hitze bedingten totalen Gedächtnisverlust ? Jedenfalls finde ich es erfreulich, dass es möglich ist, nur auf Vertrauensbasis zu arbeiten.


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Müde Fliegen und junge Männer

Vielen, vielen müden Fliegen bin ich heute unterwegs begegnet. Die Stadt kocht. Offenbar bringt kaum jemand auch nur  die Energie auf grantig zu sein, was natürlich sehr positiv ist. Ansonsten fällt mir beim besten Willen kein positiver Kommentar zu diesem Wetter ein.

SSSScccrrraaatsch, sssssccrrraaaaaaatsch, das waren die Klebebänder zum Abkleben von Fenstern und Türen und sonstigen nicht zu bemalenden Flächen. Bummm, bummm, wisch, wisch, wisch, bum, wisch, jetzt wird gestrichen, inklusive akrobatische Leistungen auf den Leitern. Die beiden jungen Maler sind kompetent, fleißig und ziemlich sehenswert. Ich wollte ja so wenig wie möglich wegräumen und halt irgendwie rundherum streichen, aber die zwei haben in null Komma nix die Möbel übereinander getürmt, alles zugeklebt. Sogar die Pflanzen sind hinter Plastik verschwunden und schauen richtig geschockt aus. Spätestens morgen Mittag wollen sie fertig sein. Egal ob Morgen Mittag oder morgen Abend jedenfalls wird dann längere Zeit lang nichts mehr renoviert und schon auf gar keinen Fall die Böden ! Trotzdem schaffe ich es immer wieder bei Hitzewellen Handwerker im Haus zu haben.


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Fast alles neu

Diesen Sommer habe ich mir die Renoviererei in Vollversion angetan. Im Mai waren Bad und Klo dran, bei denen ich mit dem Ergebnis extrem zufrieden bin. F hat sogar ein wirklich praktisches Regal eingebaut. Äußerst nett von ihm, weil er kaum etwas so sehr hasst wie Heimwerken. Nun wird noch die Küche und das Gästezimmer gestrichen. Morgen 8h sind die Maler angesagt. Das heißt im Klartext, dass wir heute statt irgendwo im Wasser zu plantschen in der Küche herumräumen. Leider haben wir Hitzewelle Nummer 3 dieses Sommers …

 


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Immer noch

geht es bei mir handwerklich zu. F. hat ein Regal gebaut, was ein wirklich schwieriges Unterfangen war, weil die Wände nicht nur schief sondern auch unterschiedlich dick sind und jedes Loch eine Herausforderung für den Bastler und den Schlagbohrer. F  mangelt es ja an jeglicher Begeisterung für handwerkliche Tätigkeiten, umso mehr schätze ich, dass er sich diese Arbeit angetan hat. Es war unmöglich ein fertiges Regal für die Maße dieser Nische zu finden. Und für ein reines Stauregal einen Tischler zu beauftragen .. Nun steht in einer ziemlich großen Nische ein großes Regal und bietet viel Platz. Außerdem hat das Bad endlich einen entsprechend großen Spiegelschrank bekommen und es hängen diverse neue Lampen herum. Jetzt wird es eindeutig Zeit zum gründlichen Putzen und einräumen. Die Küche und ein Zimmer werden noch ausgemalt, aber erst Ende Juli und ohne größere Räumarbeiten.

Ziemlich abenteuerlich, meine neuen Lampen 🙂