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Freitag 23. Juli 2021 – Was das denn sein soll ?

Ja, das sieht so nach nichts aus, gibt als Foto gar nichts her, ist aber für mich ein hocherfreulicher Anblick nämlich unser funkelnagelneuer Boden in PB. Es ist alles bestens erledigt, Wände und Böden, zu einem akzeptablen Preis. Der Raumausstatter ist wirklich ein seltenes Exemplar. Er hat den Kostenvoranschlag unterschritten, weil ein Detail weniger Arbeit gemacht hat als geplant. Noch nie im Leben ist es mir passiert, dass irgendjemand einen Kostenvoranschlag unterschritten hat. Oh ja doch, da fällt mir ein, einmal ist mir das schon passiert, das war aber ganz eindeutig aus taktischen Gründen und eine völlig andere Geschichte.

Nun muss geputzt werden. Gründlich. Die Maler haben als Zusatzleistung die metallenen Türstöcke abgeschliffen und neu gestrichen und dabei so viel Staub gemacht wie in einer Kohlenmine, weißen Metallstaub, der ist um nichts besser als Kohlenstaub.

Heute waren wir in einem Möbelhaus und haben Betten gesucht, auch gefunden, solche, die uns sehr gut gefallen, aber es gibt ja keine Lager mehr, alles wird nur on demand produziert und so werden die Lieferfristen zum großen Ärgernis: acht Wochen. Wir haben vereinbart, dass wenigstens die Matratzen zuerst geliefert werden, die brauchen „nur“ vier Wochen. Naja, was soll´s wir werden eben flexibel sein und hin und wieder am Boden schlafen bis die Betten geliefert werden. Dann ist es Herbst.

Die Weichen sind jedenfalls gestellt und weitere Möbelstücke haben Zeit. Wohnzimmer Küche und Essbereich sind eingerichtet und vorläufig haben wir ja praktisch noch keine Besitztümer, die verstaut werden sollten. Massen an Dingen werden noch früh genug auftauchen.

Graben in grün mit Enten und Handschlagsqualität

Ich bin wieder öffentlich nach PB gefahren mit ähnlich guten Erfahrungen wie beim letzten Mal. Ein Zug hatte genau zwei Minuten Verspätung, nachdem aber das Umsteigen nur aus fünf Schritten zur anderen Seite des Bahnsteigs bestand, war das kein Problem.

Einen wunderschönen Boden habe ich bestellt, der – TOI TOI TOI – Mitte Juli gelegt werden soll. Mein liebster Bodenbelag ist Stein oder Fliesen, der F mag lieber Holz. Ich habe ein Kompromissmaterial gewählt, wunderschön in der Optik, Jahrzehnte haltbar. Wenn nichts Gröberes passiert, überlebt mich der Boden. Ob das nun eine angenehme Vorstellung ist oder nicht, habe ich noch nicht entschieden.

Ganz überrascht bin ich vom Vertrauen und der Handschlagsqualität, die hier herrschen. Ich habe beim Raumausstatter die Farbe zum Ausmalen der Wohnung gekauft, die Farbe ist an den Wänden, ich habe noch keinen Cent bezahlt. „Die Rechnung machen wir am Ende“ sagt er. Für die Böden und ein paar Kleinigkeiten hat er einen Kostenvoranschlag geschickt. Wieviel Anzahlung er möchte? Gar keine, die Rechnung kommt am Ende. Eine für mich sehr ungewohnte Situation. Dafür habe ich ihm einen Schlüssel überreicht damit der Boden gelegt werden kann, wann immer es ihm in die Planung passt. Vertrauen gegen Vertrauen. Die Tatsache, dass es in der Wohnung gar nichts zu stehlen gibt, hat aber schon eine Rolle gespielt bei der Entscheidung. Ich muss mich ja erst gewöhnen.

Ein Ort gleich neben PB. In die Stadtmauern, die zum Teil noch stehen, sind Häuser integriert. Vielmehr umgekehrt: in den Häusern sind – laut Info-Tafel – Teile der Stadtmauer erhalten. Der Verteidigungsgraben wurde in Gärten umgewandelt, einer hübscher als der andere. Allerdings ist so ein Garten, in den alle Vorbeikommenden von oben hineinsehen können schon etwas gewöhnungsbedürftig.

Dienstag 27. April 2121 – Obstplantagen und Silikon

Drei Obstbäumchen stehen auf meiner Terrasse im sechsten Stock: ein Pfirsichbaum, ein Birnbaum und ein Apfelbaum. Im Vorjahr haben alle drei wunderschön geblüht, die Ernte aber bestand aus Null Pfirsichen, Null Birnen und zwei Äpfeln. Nicht gerade üppig. Die potentiellen Birnen und Pfirsiche sind entweder noch als Blüten erfroren, vom Sturm abgerissen oder in einem späteren Stadium von Ameisen gefressen worden. Die beiden Äpfel haben wir entsprechend feierlich verspeist.
Derzeit sieht es bei den Obstbäumen sehr gut aus. Es müssten etliche Pfirsiche und Birnen wachsen, sofern es nicht nochmal friert. Leider habe ich auch schon drei Ameisen gesehen. Wahrscheinlich war das die Vorhut, die den Standort für die Blattlauszuchtanstalten ausgekundschaftet hat. Verflixte Viecher!
Das Apfelbäumchen ist langsamer und beginnt gerade erst zu blühen, es sieht nach vielen Blüten aus, man kann aber noch nicht wirklich viel sagen.
Die beiden Weinstöcke, die wir im Vorjahr gepflanzt haben und die im Herbst so aussahen als würden sie keinen Winter überleben, treiben auch fleißig Blätter. Ob sie außer Blättern sonst noch etwas produzieren werden, ist noch nicht feststellbar. Viele winzige Blättchen glitzern auf dem Gingko, der ohnehin nicht umzubringen ist. Und der burgenländische Feigenbaum, der aus den von Freund K gespendeten Zweigen stammt, wird heuer sicher so groß wie ich und hat Knospen, die jeden Tag aufspringen können. Auch die Waldreben, die voriges Jahr eine wahre Pracht waren, tragen schon Blüten. Dafür dass alles nur in Töpfen und Kübeln wächst, ist es erstaunlich schön und resistent.

Der D war übers Wochenende im Atelier wieder fleißig, hat sämtliche Verpackungsreste von der gräßlichen Sitzgruppe weggeräumt und den Kühlschrank aufgestellt. Drinnen stehen die zwei Flaschen Prosecco, mit denen ich mich fürs Ausmalen bedankt habe und eine Flasche Schlagobers wahrscheinlich für den Kaffee. Auf dem Kühlschrank thront die riesige Kaffeemaschine und größere Vorräte Kaffeebohnen sind über den Raum verstreut. Immerhin gibt es auch den hübschen Wasserkocher für NichtKaffeetrinkerinnen wie mich.

Dieses Stillleben hat mir gefallen: essen, trinken und Silikon in trauter Eintracht und für Ds Verhältnisse in geradezu chaotischem Zustand.

Sonntag 25.April 2021- Probleme am Horizont

Ich bin sehr besorgt. Kommenden Freitag möchte ich den Kaufvertrag für die Wachau-Wohnung unterschreiben, aber es gibt Probleme. Die Verkäufer haben offenbar die Erklärungen des Notars nicht verstanden, haben jetzt plötzlich erkannt, dass sie vom Kaufpreis für die Wohnung ihre offenen Kredite, die im Grundbuch stehen, auszahlen müssen und sind irgendwo zwischen verwirrt und verärgert.
Genau so entsteht die Empörung gegen „die da oben“. Man glaubt alles zu durchblicken, hat aber keine Ahnung und kommt auch nicht auf die Idee jemanden zu fragen. Und dann steht man da, hat sich völlig verkalkuliert, kennt sich überhaupt nicht mehr aus und nachdem jemand daran schuld sein muss, kommt hier halt nur der Notar in Frage, der eh auf den Punkt mehrmals hingewiesen hat. Die Verkäufer haben aber anscheinend nichts von dem verstanden, was ihnen der Notar erklärt hat, aber zu allem freundlich genickt.
Ich komme zum Glück als Schuldige an dem Debakel nicht in Frage, aber wenn sie sich womöglich entschließen, doch nicht verkaufen zu wollen, würde mir das extrem leid tun. Geduld ist angesagt …

Freitag 16. April 2021 – er ist da !

Es hat recht lange gedauert, aber gestern ist der Kaufvertragsentwurf für die Wohnung an der Donau gekommen. In geschliffenem Juristendeutsch, sprich für Nicht-Juristen über lange Strecken unverständlich. Ich weiß ja, was da stehen soll, aber wenn ich mir durchlese, was da steht, so verstehe ich das genaue Gegenteil. Was bin ich froh, dass meine Schwägerin Juristin ist und mir gerade versichert hat, dass für das Lesen von Grundbuchauszügen eine gewisse Einschulung erforderlich ist. Immerhin nicht ein ganzes Jus-Studium, schon ein kleiner Lichtblick.
Ich muss es ja auch nicht im Detail verstehen. Wenn sie mir versichert, dass in dem Vertrag in seltsamen Schnörkeln das steht, was drinnen stehen soll, so bin ich zufrieden. Vertrauen ist etwas Schönes. Der Notar wird natürlich auch alles nochmals mit uns durchgehen, aber es ist mir schon wichtig, vorher zu wissen, ob ich diesen Vertrag problemlos unterschreiben kann.
Meine juristische Schwägerin hat gerade sehr gelacht, weil ich sie gefragt habe, ob „Fahrnisse“ etwas ähnliches wie „Fahrzeuge“ bedeutet oder vielleicht „schicksalshafte Wendungen“ oder sonstwas. Das Wort ist mir bewusst noch nie untergekommen.

Juristensprache hat aber durchaus auch poetische Qualitäten. Zum Beispiel:

(…) in den tatsächlichen Besitz und Genuss der Käuferseite, mit Übergang von Gefahr und Zufall, Last und Vorteil, erfolgt (…)

oder

„grundbücherlich einverleibt wird“

Die nächste Herausforderung besteht darin, überhaupt zu dem Notar vorzudringen. Ich verfolge die Lockdown-Bestimmungen nicht so genau, weil ohnehin niemand weiß, was gerade gilt. Zu irgendeinem Zeitpunkt war es aber verboten von Wien nach Niederösterreich zu fahren. Allerdings war es immer erlaubt, von einem Bundesland ins andere zu fahren um dort wandern zu gehen. An Absurdität schwer zu übertreffen, aber Österreich ist ein Land der Wanderer. Schlimmstenfalls müssen wir also behaupten, dass wir zum Wandern unterwegs sind

Mittwoch 10. März 2021

Wir waren unterwegs auf der Autobahn von Wien Richtung Westen zu einem Termin mit dem Notar zwecks Wohnungskauf. Plötzlich begann es zu schneien, in richtig dicken Flocken und links und rechts Winterwald … Wahrscheinlich das letzte Treffen mit dem Winter für dieses Jahr. Es blieb aber nichts liegen und auf der Rückfahrt kam – fast – die Sonne heraus.

Notartermin. Es ist schon allerhand, wie viel man in diesem Berufsstand verdient ohne nennenswerte Anstrengungen. Dafür ist es auch ein grenzenlos fader Beruf, zumindest aus meiner Sicht.

Alles besprochen, alles geregelt, der Notar setzt den Kaufvertrag auf für ein astronomisches Honorar. Dabei besteht so ein Kaufvertrag ohne besonderes Schnick-Schnack  wahrscheinlich aus lauter Textmodulen. Aber es hat ja keinen Sinn sich darüber zu ärgern. Wenigstens haben wir uns den Makler erspart, der auch noch einen gesalzenen Prozentsatz bekommen hätte. Nun heißt es warten bis zum nächsten Termin zur Vertragsunterzeichnung. Ich bin sehr froh, dass die Sache in die Wege geleitet ist, wer weiß, was sich coronamäßig noch tut und ob die Vertragsunterzeichnung nun ein paar Tage oder Wochen später stattfindet, ist ja ganz egal. Die Kaufsumme wird dann auf dem Treuhandkonto liegen bis der Grundbucheintrag erfolgt ist, aber die Wohnungsübergabe wird unabhängig davon erfolgen.

Die Wohnung, die wir eh nicht bekommen …

… bekommen wir doch ! Juhuuuuu!

Eine ebenso unerwartete wie großartige Neuigkeit. Und noch in dieser Woche der erste Termin beim Notar, der dann den Kaufvertrag aufsetzt und alles andere macht. Ich komme mir sehr schnell entschlossen vor, was ich eigentlich nur in besonderen Situationen bin. Wir konnten auch nach langen Betrachtungen und Überlegungen keinen Haken an der Sache finden. Jetzt bin ich ja schon wieder herunten von Wolke 17, obwohl es da oben sehr nett war.

Elefantengras wächst auch in der Gemeinde. Der F meinte, dass die Spritherstellung aus Elefantengras zwar ökologisch wertvoll dafür aber ethisch etwas bedenklich sei. Nun ja, das absolut Perfekte gibt es eben nicht

Montag 8.März 2021

Heute Abend traf ich meine indische Nachbarin aus dem ersten Stock in der Waschküche und schwärmte ihr vor, wie großartig der Geruch aus ihrer Küche durch das ganze Stiegenhaus zieht. Ich mag den Geruch von den vielen Gewürzen wirklich sehr gerne, manchmal riecht die halbe Straße nach indischem Essen. Und zehn Minuten später überreichte sie mir eine wunderbar duftende Box mit dem Hinweis, dass es ein bisschen scharf wäre. Wenn eine Inderin von „ein bisschen scharf“ spricht, gehe ich davon aus, dass mir Flammen aus dem Mund schlagen werden. Genauso war es auch. Das indische Gericht landete im Kühlschrank. Der Plan ist, es morgen mit mindestens einem Becher Joghurt zu entschärfen, oder vielleicht doch lieber gleich zwei Becher … Und dann muss ich mir überlegen, womit ich mich revanchiere, Blümchen, Malstifte für die Kinder, irgend sowas.

Morgen werden wir dann voraussichtlich erfahren, dass jemand anderer die Wohnung bekommt. Der Verkäufer ist ein ganz ungewöhnlicher Mensch, der auf das Angebot etwas mehr zu zahlen und damit auf seiner Liste vorgereiht zu werden nicht einmal mit der Wimper gezuckt hat. Außerdem wäre  fast die gesamte Möblierung im Preis inbegriffen. Erstaunlich, aber wir bekommen sie ja eh nicht…

 

Vielleicht, vielleicht, vielleicht …

…bekommen wir die Wohnung. Eher nicht, oder vielleicht doch. Es war dem Besitzer nicht zu entlocken, nach welchen Kriterien er sich zwischen den Interessenten entscheiden wird.

Wenn nichts draus wird, was eher wahrscheinlich ist, werden wir weitersuchen. Irgendwann …

Auf jeden Fall haben wir einen Ausflug bei strahlendem Wetter gemacht, alles andere wird sich finden.

Mittwoch 25.11.2020 – Augen in die Welt

Eiskalt war es in meiner Wohnung, bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt. Nein, zum Glück ist nicht die Heizung ausgefallen, ich hatte nur „Besuch“ von einem Fenstermonteur, der die Verglasung an einer meiner Terrassentüren auswechselte. Wenn in die Vakuum-Verglasung Luft eintritt, verringert sich die Isolierwirkung beträchtlich und außerdem laufen die Scheiben an. Nachdem der Mann keine Maske trug und sehr gesprächig war, setzte ich auf Frischluft und riss alle Türen und Fenster auf. Er war sehr gründlich, wechselte nicht nur die eine Scheibe aus, sondern kontrollierte auch alle anderen Türen und Fenster, schmierte sie, stellte sie neu ein. Auf meine Frage, wie denn sein Geschäft ginge in diesen Zeiten, erzählte er, dass eigentlich recht gut, die Auftragslage sei weitgehend gleich geblieben und er würde ja selbstverständlich seine Stammkunden nicht im Stich lassen, falls es irgendwelche Probleme gäbe. Im Klartext heißt das wohl, dass ein Teil seines Geschäfts auf Pfusch beruht. Das ist nun nicht besonders außergewöhnlich. Die Genossenschaft zu der meine Wohnung gehört, beschäftigt meistens kleine Firmen, die natürlich billiger sind als große, und flexibler.

Kleine Aufwärmphase, dann kam meine allerhöchst geschätzte Putzfrau, von der ich auch nicht verlange, dass sie mit Maske arbeitet. Auch in diesem Fall wird Frischluft eingesetzt und wir müssen uns ja auch nicht im gleichen Raum aufhalten. erfreulicherweise haben wir aber beide einen Hang zu offenen Fenstern bei allen möglichen Temperaturen. Im Bereich des Alltagslebens finde ich es nicht besonders schwierig, vernünftige Maßnahmen gegen Ansteckung zu ergreifen. Mein Risikofaktor ist der F, der zwar prinzipiell im homeoffice arbeitet, aber einen Tag in der Woche geht er ins Büro. Bislang hat sich einer seiner Kollegen mit Covid 19 infiziert, aber den hat er zum Glück schon eine Weile nicht gesehen. Hoffen wir das Beste.

Montag 27.April 20

Heute am ersten Tag der 7. Woche Bewegungsbeschränkungen ist auch mein erster Tag Normalisierung. Meine Wohnung strahlt vor Sauberkeit, man kann geradezu von einem Staubmangel sprechen. Alles gesaugt, gewischt, gebügelt, aber ich war es nicht und der F auch nicht. Jaaaaaa, die Perle Nr. 2 war da. Sie ist in Kurzarbeit und hat daher viel Zeit für Nebenjobs. Glücklicherweise stehe ich auf ihrer Liste der möglichen Nebenjobs ganz oben.

Die Carnivoren-Erde ist eingetroffen, zwar nicht am Freitag wie angekündigt, aber immerhin heute. Die Verpackung war halb aufgerissen, ich dachte schon jemand hätte den Inhalt des Pakets herausgeholt und für eigene Zwecke verwendet. War aber nicht so.

Es sammeln sich schon etliche Schul-Termine an. Eine abschließende Prüfung da, eine Zulassungsprüfung dort. Alles nur Schein, denn de facto werden alle überall durchkommen. Wenn sich der Minister hinstellt und milde lächelnd verkündet, man möge großzügig sein… Ob das im Endeffekt wirklich großzügig ist, für keine Kenntnisse positive Noten zu vergeben, wird sich erst herausstellen. Ob dieses Leitmotiv ein gutes für ein Schulsystem sein kann ?

Das soll natürlich kein Symbolbild für lückenhafte Kenntnisse sein.

 

Das richtige Maß eines Christbaums

Eine Tanne muss es sein, eine die genug Licht bekommen hat und so richtig dunkelgrün ist, so frisch gefällt wie möglich und aus der näheren Umgebung. Viele der in Wien verkauften Bäume stammen aus dem Waldviertel. Das passt. Dicht sollen die Zweige sein, dann können die Kugeln geheimnisvoll herausleuchten aus dem Grün.

Die Frage der Größe stellt sich. Die Höhe der Wohnung begrenzt den Baum nach oben. Soll er aber überhaupt so groß sein? Ich bin für das menschliche Maß. Für eine Familie mit mehreren Kindern soll der Baum wohl so hoch sein wie alle Kinder übereinander gestapelt. Von meinem Baum erwarte ich, dass er so hoch ist, dass es mir gerade gelingt die Spitze daraufzusetzen ohne auf irgendetwas draufsteigen zu müssen. Für Menschen, die sich ihrem Baum sitzend annähern, kann er problemlos auf dem Boden stehen und dafür sehr breit sein. Für jeden Menschen, für jede Gruppe von Menschen der richtige Baum. Für die lieber Baumlosen, zu denen ich viele Jahre gezählt habe, eben keinen Baum.

Wenn man christlich-religiös ist, passt vielleicht eine Krippe besser als ein Baum. Vor allem ein Nadelbaum, der in Wüstengebieten nicht unbedingt zu den häufigsten Pflanzen gehört. Trotzdem sieht man viele Krippen unter Tannenbäumen. Im Grunde ist der Weihnachtsbaum eine Verbindung von sehr altem und sehr neuem Brauchtum

Der Brauch Zweige zur Sonnenwende ins Haus zu holen ist uralt. Schließlich waren sowohl bei den diversen Germanenstämmen als auch bei den Kelten Bäume sehr wichtig. Geschmückte Weihnachtsbäume soll es ab dem 15.Jahrhundert geben, ausgehend von Nordeuropa. Gerade habe ich gelesen, dass man in Riga das 500 Jahre Jubiläum des geschmückten Weihnachtsbaums feiert. Diese Arten von Jubiläen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen. Der Wettstreit um den ersten geschmückten Weihnachtsbaum gehört aber zu den harmlosen Nationalismen.

Jedenfalls haben der F und ich heuer einen Weihnachtsbaum und schmücken ihn mit Kugeln, die in den letzten Jahren vor den Fenstern hingen oder an großen Zimmerpflanzen. Unhektisches Baumschmücken zieht sich über Tage. Heute ein Kugerl oder zwei , morgen ein Gewürzgesteck. Nichts Essbares. Der Baum soll ja gleichbleibend schön sein und nicht nach ein paar Tagen wie ein Emmentaler aussehen.

Montag 2.12.19 – Dächer und warmes Essen

Eiskalt ist es geworden. Die Dachspengler, die meine Terrasse aufgerissen haben, müssen ordentlich gefroren haben. Es geht wie schon öfter um die Abdichtung, die Nachbarn darunter haben einen Wasserfleck in der Decke und die undichte Stelle muss gefunden werden.  Geplant war, dass sie heute fertig werden, aber als ich am späten Nachmittag nachhause kam, war ein großes Stück aufgerissen, nicht einmal irgendwie zugedeckt, die Spengler verlassen sich offenbar auf den Wetterbericht. Von den Arbeitern war weit und breit nichts zu sehen, sie hatten nur ein paar Flaschen Limonaden zurückgelassen. Eindeutig besser als leere Bierflaschen. Kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass der Konsum von Alkohol auf Baustellen stark zurückgegangen ist. Eine eindeutig positive Entwicklung, vor allem bei nicht ungefährlichen Berufen wie Dachspengler.

Wegen Verkühlung und allgemeinem Zeitmangel war ich fast drei Wochen nicht beim Kieser-Training, bin aber heute gut wieder reingekommen und habe meine verspannte Schulter wieder „entspannt“. Die Wirkung ist eigentlich erstaunlich, weil bei Kieser nur Kraftmaschinen stehen, trotzdem funktioniert die Sache mit der Schulter immer. Umso besser.

Der F und ich ernähren uns eigentlich zuhause nicht besonders gesund. Zu Mittag esse ich meistens in irgendeinem Lokal und der F befüllt die Mikrowelle in seiner Firma. Aber an den meisten Abenden hat niemand Lust zu kochen. Vielleicht spielt sich das wieder ein, schließlich ist die wöchentliche Bio-Kiste nicht gerade herausragend preisgünstig und wenn das Gemüse immer nur verschenkt wird, freut das meistens die Nachbarn, bringt aber für uns selbst gar nix. Tja, von selbst wird es sich kaum einspielen, es braucht wohl etwas Energie, die irgendwo anders abgezogen werden muss, was derzeit etwas schwierig ist. Manchmal genügt aber auch ein kleiner Anstoß ….

Mittwoch 17.7.19 – Putzchroniken bei Vollmond

Vor ein paar Wochen ist unser jahrzehntelanges Hausmeisterpaar in Pension gegangen. Sie haben ein Abschiedsfest veranstaltet, wir haben alle – etwas dramatisch – gejammert, dass sie uns doch nicht so allein lassen können und wer wird denn dann……. und wie werden wir denn dann etc. Alles ganz klassisch und wie es sich gehört.

Als Nachfolge wurde eine Firma engagiert, die so einen blöden Irgendwas-4you – Namen hat, Putzen4you oder Sauber4you oder etwas Ähnliches. Heute habe ich unsere neuen Putzmänner das erste Mal gesehen, sehr nett waren sie und sehr fleißig. Einmal in der Woche kämen sie. Aha, also einmal in der Woche hat der Hausmeister bzw seine Frau sicher nicht geputzt. Den Putzwagen mit allen Utensilien haben die Neuen im Aufzug auf und ab fahren lassen. Die Nachbarin mit der ich in Begleitung des Putzwagens hinuntergefahren bin, meinte recht begeistert, dass die Garage noch nie so sauber gewesen wäre. Womöglich hätten wir es immer schon sauberer haben können.

Gestern habe ich endlich einmal eine Mondfinsternis von Anfang bis Ende gesehen. Zwar nur eine sehr partielle aber immerhin. Ich fand es sehr interessant, wie verschwommen das Licht gewirkt hat während ein Teil des Mondes dunkel war. Die genauen Konturen des Vollmondes sah man est wieder als er voll beleuchtet und die Erde weitergezogen war.

Wir standen beim Ikea-Schalter …….

„Was ? 200 € für die Montage von 2 Kästen ?“ sagte der F. „Lächerlich, das machen wir selbst!“

„Äh, wir ?“ sagte ich.

Nach den fünf ersten Stunden höchst schweißtreibender Tätigkeit: „Also eigentlich wären die 200 doch gar nicht so teuer gewesen“

Nach zwei Tagen Arbeit und unendlich vielen Kleinigkeiten, die wahrscheinlich jeder Handwerker im kleinen Finger hat, wir uns aber mühsam erarbeiteten mussten: „Also 200 sind für die Schufterei durchaus angemessen“

Und nach drei Tagen Arbeit, 20 Litern Schweiß, x-maligen Neuanfängen, dem Adjustieren von Türen im Blindflug und und …. „eigentlich preiswert die 200, ich glaube ich hätte sogar das Doppelte bezahlt, wenn ich vorher gewusst hätte, was ich mir da erspart hätte“Zu spät !

Tja, das Wochenende war mäßig erholsam, aber wir haben doch sehr an Stauraum gewonnen und Vielfältiges gelernt über den Möbelbau und über einander. Meine Kenntnisse im Südoberösterreichischen Idiom konnte ich auch ausweiten: ich weiß jetzt, dass „daune“ nach vorne heißt und nicht nach hinten, was ja nicht unwesentlich ist, wenn ein Teil eines schwereren Trumms in eine vorgegebene Öffnung gehoben werden soll.  Zwei von den Türen sind allerdings immer noch nicht gerade, eine Wissenschaft das Adjustieren von Türschanieren, aber das wird noch. Und was für wunderbare neue Werkzeuge wir jetzt besitzen, vom handlichen Akkuschrauber über einen Leichthammer bis zu diversen neuen Bohrern für die Bohrmaschine.

Sehr zufrieden bin ich mit meinem Hüftgelenk, das problemlos alles mitgemacht hat, das Bücken, das Heben, das Strecken, das Drehen und das am Boden Herumkriechen. Ich habe gar nicht daran gedacht ….