la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Dienstag 31.März 2020

Frustrierend ist es an den vielen Plakaten vorbeizugehen, auf denen Ausstellungen und Veranstaltungen angekündigt werden, die alle geschlossen oder abgesagt sind. Und wie viele Menschen aus dem Kunst- und Kulturbetrieb finanziell vor dem Nichts stehen. Es gibt staatliche Unterstützungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, Überbrückungskredite. Aber die Kunstschaffenden sind nur eine von vielen Gruppen, die derzeit ums wirtschaftliche Überleben kämpfen. Eigentlich ein ziemliches Armutszeugnis für unser Wirtschaftssystem, dass es nach nur zwei Wochen so stark einbricht. Resilienter statt effizienter müsste das System werden, hat irgendein Kommentator gemeint. Klingt einleuchtend.

Prinzipiell halte ich die Maßnahmen für zielführend und vernünftig, aber in manchen Bereichen sind sie nicht ganz durchdacht. Der große Supermarkt verkauft Gartengeräte und Pflanzen und macht insgesamt enorme Umsätze und die Gärtnerei daneben, die 70% ihres Jahresumsatzes um diese Jahreszeit macht, darf nicht aufsperren, muss ihre gesamten Pflanzenbestände kompostieren und steht vor dem Ruin.

Das ist der Parkplatz für Touristenbusse neben dem Schloss Schönbrunn. Gespenstische, gähnende Leere. Normalerweise ist es hier bummvoll, Reiseleiter lotsen ihre Gruppen in Richtung Schloss. Sehr viele Asiaten sind immer dabei, mit Sonnenschirmen und sehr oft mit Gesichtsmasken ausgestattet. Die Sonnenschirme würden derzeit keine Verwendung finden, aber die Masken würden wahrscheinlich neidische Blicke anziehen. Schönbrunn ist natürlich geschlossen, der Park, das Schloss, das Wäldchen, die Gloriette und der Tiergarten. Die Einbrüche im Tourismus werden uns noch sehr zu schaffen machen, vor allem in Tirol, wo die katastrophalen, auf blanke Gier zurückzuführenden Verhaltensweisen der Landespolitik dazu geführt haben, dass  eine große Anzahl von Skitouristen aus aller Herren Länder infiziert wurde und selbst wiederum in ihren Heimatländern Hunderte angesteckt haben.

Die Parks sind in Wien geöffnet, die Spiel- und Sportplätze und sogar einzelne Sportgeräte aber gesperrt.

 


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Montag 30. März 2020

So !! Ich habe alle Übungsaufträge fertig gestellt und verschickt. Damit sind die SchülerInnen in meinem Fach bis nach Ostern beschäftigt. Das fühlt sich sehr gut an. Natürlich muss ich nach wie vor korrigieren und Feedback geben, aber das läuft nebenbei und erfordert nicht allzuviel Energie und schon gar keine Kreativität, die wäre dabei eher hinderlich und darf sich nun frei austoben.

Ich spiele gerade eine Runde candy-crash und summe dabei die Marseillaise. Sehr bedenklich, wenn ich mir das so überlege, klarer Fall von Corona-Syndrom.

Voraussichtlich ab Mittwoch spenden also alle Supermärkte am Eingang allen Kunden je einen Mund- und Nasenschutz, den dann alle beim Einkaufen tragen sollen. So weit so gut. Über kurz oder lang, nach Maßgabe der Anzahl der verfügbaren Masken wird man sie wohl eine Zeit lang überall tragen müssen. Ich werde es hassen, was mir nicht viel nützen wird, also werde ich mich bemühen es zu lieben. Unrealisierbare Pläne gehören auch zum Corona-Syndrom. Der Wiener Bürgermeister bekommt morgen vom chinesischen Botschafter ein paar zigtausende Masken geschenkt. Wir sind in der dritten Woche Shut-down. Morgen soll es regnen, wenn nicht gar schneien und hageln. Das wird die Gelegenheit für einen langen, genüsslichen, einsamen Spaziergang.


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Bambus erobert die Welt

Petra Pawlofsky

hat sich einen interessanten Gesichtspunkt zum Thema Umweltschutz überlegt und daraus ein Blogprojekt gemacht mit dem Titel

Natur und Erde schützen- ein Gewinn

Das ist mein zweiter Beitrag dazu

 

„Bambus erobert die Welt“ nannten meine Kreativ-Kollegen dieses Bild (Linoldruck, Ölkreide, Pastellkreide) und somit passt es ganz gut zu Pettras Projekt.

Bambus ist eine extrem schnell wachsende Pflanze, der man die Welteroberung zutrauen kann. Ein Hindernis dafür wäre eine plötzliche explosionsartige Vermehrung der Pandabären, die aber sehr unwahrscheinlich ist, weil diese beliebten Tiere es gerade eben durch ständiges Fressen schaffen genügend Kalorien zu bekommen.

Die Ausgangsbeschränkung fördert meine Bildung. Soeben habe ich gelesen, dass der Große Panda, Ailuropoda melanoleuca, verblüffenderweise zu der Ordnung der Raubtiere oder Carnivora zählt. Seltsam wie ein eindeutiger Pflanzenfresser dort gelandet ist. Der Panda ist allerdings erst seit kurzer Zeit reiner Vegetarier – wohlgemerkt „kurz“ vom evolutionsgeschichtlichen Standpunkt aus. Seine Innenausstattung ist zum Omnivoren angelegt, deswegen muss er mehr oder weniger Tag und Nacht Bambus fresssen um sich am Leben zu erhalten, 10 bis 40 Kg Bambus täglich.

Das durch ständiges Fressen gerade Überlebenkönnen führt dazu, dass sich Pandas nicht eben durch überschäumende Vitalität auszeichnen. Die Wiener Luft dürfte aber auf den Großen Panda besonders aphrodisierend wirken, denn der Schönbrunner Zoo ist der einzige in Europa,  in dem eine Panda-Vermehrung auf natürlichem Weg gelang. 2007 wurde Fu Long (Glücksdrache) geboren und es folgten 4 weitere Bärchen, davon 2016 ein Zwillingspaar.

Nun mache ich die Schleife zu Petras Projekt: der Schutz der Bambuswälder führt dazu, dass sich die Population der Pandas vermehrt. Die Pandas wiederum machen weltweit den Menschen Freude.


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Zu Wasser und zu Lande

Nein, man muss keine besonderen, sportlichen oder sonstigen Leistungen erbracht haben um da hinaufschreiten zu dürfen. Es ist ein ungewöhnlicher Blickwinkel auf die Anlegestelle des Linienbootes Wien-Bratislava. Ich bin da erst einmal mitgefahren. Eine schöne Strecke auf der Donau auf einem Katamaran, sehr entspannend. Bratislava ist so nah, dass man gemütlich hinfahren, die Stadt besichtigen und wieder zurückfahren kann. Prinzipiell. Derzeit geht das wohl nicht, weil die Slowakei die Grenzen geschlossen hat.


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Es sollte kein Spaziergang des Gedenkens werden

Wenn man aber durch die Leopoldstadt, den zweiten Wiener Gemeindebezirk geht, in welcher Absicht auch immer, stößt man überall auf Gedanktafeln an den Wänden, auf Steine des Gedenkens, auf Denkmäler und Inschriften. Nach dem Ersten Weltkrieg lebten 180.000 Juden in Wien, ein Drittel davon in der Leopoldstadt, was fast die Hälfte der Bezirksbevölkerung ausmachte. Heute sind es wieder  um die 10.000, darunter auch streng Orthodoxe, die im Stadtbild sichtbar sind, was vor zwanzig Jahren noch nicht so war.

Es gibt jüdische Geschäfte und Lokale mit kosheren Lebensmitteln, jüdische Fleischereien und natürlich Geschäfte und Firmen, die von Juden betrieben werden. Es gibt überall in Wien jüdisches Leben, aber orthodoxe Familien haben ich noch in keinem anderen Bezirk gesehen.

Durch die Gasse „Im Werd“, läuft eine Schrift am Boden. Ein jüdischer Bub erzählt, wie seine Schule niedergebrannt, Lehrer und Schüler verprügelt oder gar ermordet wurden.

Am Ende der Gasse findet man dieses Gedenkmal. Eine recht bedrückende Atmosphäre, die ich in dieser Form dort noch nicht erlebt habe. Es lag wohl auch daran, dass der Markt menschenleer war und die Stände für´s Wochenende weggeräumt.