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Samstag 25.September 2021

Gerade ist mir mehr nach dem Aufnehmen neuer Eindrücke als nach deren Verarbeitung. Kreativität braucht schließlich Rohmaterial zum Formen.

In diesem Sinne fahren wir jetzt gleich zu einem Drachensteig-Fest.

Nur keine Bewegung zuviel !

Als ich hinkam, saß das obere Faultier schon an seinem Platz und rührte sich nicht. Das untere schwang sich im Zeitlupentempo auf die mittlere Plattform.

Es ist mir gerade erst aufgefallen, dass ich gerade drei sehr wenig aktive Tiere fotografiert habe: Panda, Koala und Faultier. Soll mir das etwas sagen? Eigentlich bin ich nicht besonders inaktiv. Obwohl, die Frage ist natürlich verglichen womit bzw. mit wem.

Pandas im Regen?

Phantastisch muss es sein, wenn man die eine Hälfte seines Lebens mit einer von zwei Lieblingsbeschäftigungen zubringen kann: Bambus knuspern und die andere Hälfte mit der anderen Lieblingsbeschäftigung: ausruhen.

In Wien allerdings haben die Großen Pandas noch eine weitere wichtige Beschäftigung: die Paarung.

Durch einen Vertrag mit der Volksrepublik China kam im Jahr 2000 ein Pärchen von Riesenpandabären in den Wiener Tiergarten, wo im August 2007 der erste Nachwuchs zur Welt kam. Fu Long („Glücklicher Drache“) war das erste auf natürlichem Weg gezeugte Panda-Junge Europas. Wie es im Vertrag festgelegt ist, übersiedelte Fu Long, nachdem er zwei Jahre alt geworden und damit auch von seiner Mutter entwöhnt war, im November 2009 in die Panda-Station in Bifengxia.

Mittlerweile gab es schon viermal Nachwuchs bei den Pandas, die sich in Wien offenbar sehr wohl fühlen. 2016 gab es sogar eine Zwillingsgeburt. Die Zwillinge wurden von ihrer Mutter ohne menschliche Hilfe aufgezogen und „Fu Feng“ (Glückliche Phönix), sowie „Fu Ban“ (Glücklicher Gefährte) genannt. Im Dezember 2018 übersiedelten die beiden nach China. Auch sie leben heute im Nanjing Wild Animal Park.

Nicht schwer zu erraten: der F und ich haben heute eine Runde durch den Tiergarten gedreht, teilweise bei Regen. Die Pandas haben sich aber draußen nicht blicken lassen, sie waren drinnen intensiv mit Bambus beschäftigt

Besteck.Kunst

Bei näherer Betrachtung sieht man, dass die einzelnen Teile nicht beliebig herumliegen sondern sehr wohl komponiert sind. Es ist auch eine große Vielfalt an verschiedenen Materialien und Designs.

Zusatz: dank Benita hat sich auch der Name des Künstlers gefunden: Daniel Spoerri. Jahrgang 1930, Erfinder der Eat-Art.

Donnerstag 16.September – Ateliergeflüster

Langsam komme ich ins Malen wieder hinein. Bei weit offenen Toren und an die dreißig Grad habe ich heute einen richtig südlichen Maltag abgehalten. Morgen kommt der D aus Irland zurück. Er wird nicht gleich ins Atelier gestürzt kommen, aber nächste Woche sicher. Die A war auch ein erstes Mal da, samt Baby und Babysitter und nun hat sich die Babysitterin noch einen Hund zugelegt. Es wird eng werden in der Bude.

Dieses Bild ist natürlich noch nicht fertig, es hat erst gefühlte 35 Schichten und ist noch nicht ganz dort, wo es hin soll. Wobei ich gar nicht weiß, wo es eigentlich hin soll.

Es ist eines der alten Bilder, die ich übermale, was in diesem Fall sehr schwierig ist, weil ich keine Ahnung mehr habe, welche Farben ich da eigentlich verwendet habe. Ich denke das Grün war eine Schwarz-Gelb-Mischung, es gibt aber auch noch eine Menge anderer Möglichkeiten. Nun hat es jedenfalls einiges an Schwarz bekommen. Die dunklen Bilder werden mir immer lieber.

Montag 13.September 2021- magyarul und Qui Gong

Das Herbstbildungsprogramm ist geplant. Ungarisch werde ich beginnen zu lernen – eine herausfordernde Sprache.

Ich habe ja, wie sich das für eine Wienerin meiner Generation gehört einen Großelternteil aus einem Land der alten Monarchie. In meinem Fall ist das eine ungarische Großmutter. Leider wollte ich als Kind um keinen Preis ungarisch lernen. Nach heutigem Wissensstand hätte die Großmutter nur hin und wieder mit mir ungarisch sprechen müssen und ich könnte heute eine Sprache mehr und hätte Zugang zu einer weiteren Kultur. Spät aber doch werde ich das nachholen. Tatsache ist, dass ich hin und wieder ein ungarisches Wort verstehe. Nicht viel, aber vielleicht ist ja mehr hängen geblieben als mir bewusst ist, vielleicht muss ich nur ein bissl graben und mich berieseln lassen und vielleicht stellt sich dann heraus, dass ich doch ein paar ungarische Sprachstrukturen im Kopf habe.

Eigentlich wollte ich isländisch lernen, aber der F hat mich von Ungarisch überzeugt und er hat ja recht. Einerseits habe ich zu ungarisch eine emotionale Beziehung und andererseits sind die Übungsgefilde ganz in der Nähe und problemlos zu erreichen. Ohne ein paar native speaker, denen man zuhören kann, ist das Sprachen lernen mühsam.

Außerdem gönne ich mir einen Qui-Gong-Kurs. Nachdem ich mehrere Bücher gelesen und eine Menge Videos gesehen habe, hat sich nichts an meiner Meinung geändert, dass ich die Grundlagen von Qui Gong lieber gemeinsam mit anderen lernen möchte und von einer körperlich anwesenden Person.

Beide Kurse sind als Präsenz-Kurse geplant und ich hoffe sehr, dass es auch so bleibt

Freitag 10.9.2021 – technische Kompetenz als Glückssache

Als begeisterte Schrittezählerin fand ich es sehr unangenehm, dass mein „Smartband“ genanntes Gerät, das ich nur als Uhr und zum Schrittezählen verwende, vom Handy entkoppelt war. Sehr lästig, vor allem weil ich in den letzten Tagen sehr viel gegangen bin.

Ich gehe also in das Geschäft, wo ich das Gerät gekauft habe und ein sehr freundlicher, junger Mann, der sich selbst als der Technik-Freak der Verkäufer-Mannschaft bezeichnet, probiert eine Weile daran herum, deinstalliert die app auf dem Handy, versucht sie wieder zu installieren, Ergebnis: es geht gar nix mehr, das Band-Display zeigt nur noch „Info“ und die Fabrikationsnummer. Na toll. Das liegt natürlich keineswegs an seinem Mangel an Kompetenz. Er ist aber so unglaublich freundlich. Immerhin teilt er mir mit, dass das Gerät noch Garantie hat und die Adresse des Flagship Stores von Huawei. „Flagship Store“ wenn ich das schon höre! Natürlich liegt das Flaggschiff im Stadtzentrum, Kärntnerstraße, naja.

Also pilgere ich ins Stadtzentrum, was ja im Prinzip nichts Unangenehmes ist, eher im Gegenteil, ich bin ohnehin schon lange nicht mehr durch die Kärtner Straße flaniert. Ahja, HUAWEI sieht man schon von weitem, offenbar gehört das ganze Gebäude dazu. Das Flaggschiff hat mit einem x-beliebigen Handy-und-Zubehörgeschäft gar nichts gemein. Sehr viel Luftraum, wenige Angestellte, hübsch gestylt. Ein Empfangsmann begleitet mich im Aufzug in den ersten Stock. Dieser Riesenraum ist noch edler gestaltet. Weißer Marmor – der Stein ist so kalt, dass es womöglich wirklich Marmor ist – glänzendes Metall, riesige Glasfronten, eine Sitzgarnitur zu der mich der junge Mann begleiten will. Ich lehne das ab, weil ich ja nicht elegant herum sitzen will sondern mein Gerät repariert werden soll. Im Hintergrund hört man immer wieder Gepiepse und Getute. Kommt mir vor wie eine Bühneninszenierung, die eine futuristische Atmosphäre erzeugen soll.

Schließlich lande ich bei der Reparaturmannschaft. Auch die sind äußerst freundlich, tippen auf dem Band, meinem Handy und ihren schnuckligen Huawei-Laptops herum, aber leider ohne irgendeinen Erfolg. Sie beschließen, die nächste Kompetenzebene zu befragen. Die ist wieder einen Stock höher, eine interessante räumliche Hierarchie. Nach einer Weile kommen sie zurück und teilen mir mit, dass das Problem nicht bei dem Band liegt, sondern beim Handy, sie hätten das ausprobiert. Netter Versuch, denke ich mir, das Band hat noch Garantie, das Handy nicht, da wäre es natürlich im Sinne des Hauses wenn das Handy defekt wäre. Ich lehne diese Theorie ab, behaupte, dass die blue-tooth-Verbindung von anderen Geräten mit dem Handy problemlos funktioniert.

Er könnte ja das Handy ganz zurücksetzen, meint der Techniker aus dem zweiten Stock. Ja, wenn er mir alle Daten und Kontakte vorher sichert und dann wieder raufspielt, wäre mir das recht. Damit ist der junge Mann sichtlich nicht glücklich. Und, lege ich noch nach, ist es ja allgemein üblich, dass bei der Reparatur eines Geräts während der Garantiefrist die Kundin ein Ersatzgerät zur Verfügung gestellt bekommt. Das wird doch bei einer so großen Firma wie Huawei nicht anders sein. „Äh“ sagt er. „So,so“ sage ich. Pattstellung.

Schließlich macht er einen letzten Anlauf und tut genau das, was der Angestellte im anderen Geschäft erfolglos versucht hat: er deinstalliert die app am Handy und installiert sie wieder neu. Und siehe da, diesmal hats funktionniert. Warum er das nicht gleich probiert hat, versteht er wahrscheinlich selbst nicht. Auf meine Frage, ob ich das jetzt selbst auch hinbekommen hätte, antwortet er „ja“ mit charmantem Lächeln. Also, das charmante Lächeln stelle ich mir nur vor, das ist ja hinter der Maske verborgen.

Zuhause erzähle ich die Geschichte dem F. Der lacht und sagt, dass es in der Informatik ja bedauerlicherweise nicht so ungewöhnlich sei, dass wenn man mehrmals genau dasselbe macht, die Sache einmal funktioniert und ein anderes Mal nicht.

Es waren nun zwar ein paar leere Kilometer, aber nun werden meine Schritte wieder gezählt und die Uhr geht nicht mehr drei Minuten vor und gekostet hat es auch nichts. Eigentlich Erfolg auf der ganzen Linie.

Wie dekorativ alte Wände doch sein können

Zwischen den als Kunstwerken deklarierten Kunstwerken, gab es in dem alten Haus auch andere nicht nur interessante sondern auch durchaus ästhetische Einblicke in die Wände. Ob sie absichtlich gemacht wurden, ob bestehende Schäden nur vergrößert oder wegen der Sicherheit abgeschlagen wurden, kann ich nicht sagen. Aber jedenfalls habe ich in jedem Raum auch auf die Wandlöcher geachtet.

Interessant auch mit welchen Materialien zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut wurde

Dienstag 7. September – Stress und Kunst

Stressig war´s am Vormittag. Die Einreichfrist für Fs Projektförderungsantrag endete um 12:00. Ich hatte ja eigentlich damit gerechnet, dass wir um 11:58 fertig werden würden, aber letztlich war um 11:30 alles fertig und konnte hochgeladen werden. Gar nicht so schlecht!

Der Rest des Tages konnte also entspannt angegangen werden. Benita hatte mich zum Preview der Kunstmesse Parallel Vienna eingeladen. Eine feine Sache, die ich eigentlich auch schon im Vorjahr sehen wollte.

Die neunte Ausgabe der PARALLEL VIENNA findet in diesem Jahr vom 7. bis 12. September 2021 in der ehemaligen Semmelweisklinik statt und damit erstmals nicht gleichzeitig mit der viennacontemporary. Was gleich bleibt ist das bewährte Konzept aus GALLERY STATEMENTS, PROJECT STATEMENTS und ARTIST STATEMENTS.

Einiges, was ich gesehen habe, hat mir gefallen, anderes weniger. Wir sind nach der bewährten Methode ohne lange Erklärungen „mag ich“ oder „mag ich nicht“ vorgegangen und dabei in manche Ausstellungsräume hinein an anderen gleich vorbei.

Was ich recht schockierend fand, ist, dass das Wasser aus den vielen Wasserleitungen in einem der Gebäude der ehemaligen Semmelweißklinik kein Trinkwasser ist. Es gibt in Wien keine Nutzwasserleitungen und daher müssen die Leitungen innerhalb dieses Gebäudes irgendwie verunreinigt sein. Das Gebäude wurde aber bis 2019 als Krankenhaus benützt.

Montag 30.8.21

Pläne und Planungen für den Herbst sind heute dran. Ich schleiche noch immer um die Idee eines weiteren Studiums herum. Das Gegenargument ist, dass ich mir nicht selbst die Möglichkeit verbauen möchte, einmal da einmal dort hineinzuschnuppern. Es gibt so vieles, was man lernen und üben kann.
Also möchte ich einmal an drei Kursen zu drei verschiedenen Themen an drei verschiedenen Einrichtungen teilnehmen . Sie beginnen alle Ende September oder Anfang Oktober, wie die Uni.
Die große Unbekannte ist, ob alles in Präsenz stattfinden kann. Meine Begeisterung für Online-Kurse ist ohnehin gering und bei den Kursen, die ich mir ausgesucht habe, würde das wenig Sinn machen. Also ist die Strategie wohl: anmelden und das Beste hoffen und sollte auf online umgeschaltet werden, überlege ich mir dann, ob ich auch so teilnehmen möchte.

Ans Meer möchte ich auch, aber aus denselben Gründen hängt noch alles in der Luft. Wahrscheinlich braucht es eh nur einen spontanen Entschluss …