la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Unklar, undefiniert, verschwommen

Ich mag sie diese Bilder, in die man alles und nichts hineininterpretieren kann. Ein zufälliger Ausschnitt aus der Wirklichkeit, doch nicht wirklich zufällig, weil durch meine Augen gefiltert. Durch die Augen anderer kann wieder eine völlig verschiedene Bedeutung entstehen. Bilder können Menschen verbinden oder entzweien.


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Nummer 5 der Buchchallenge – Iraner

Buch Nr. 5

EIN BUCH, DAS ICH SCHON IMMER MAL LESEN WOLLTE

Diese Liste könnte ich hier nicht unterbringen, da gibt es so viele …..  Daher wähle ich eines, das ich eigentlich gar nicht unbedingt lesen möchte, andererseits aber doch …

Nicht, dass das ein Buch ist, das ich wegen seines Inhalts unbedingt lesen möchte, obwohl ich Niavarani, einen Wiener Kabarettisten mit iranischen Wurzeln sehr schätze. Ich habe aber keine Ahnung, wie er sich liest. Nein, es geht da mehr um Organisatorisches.

Der F und ich lesen nicht immer, aber sehr oft die gleichen Bücher. Das hat viele Vorteile, zum Beispiel Gesprächsstoff zu den diversesten Themen, das Kaufen und Herumschleppen von nicht ganz so vielen Büchern, als wenn wir beide nur Verschiedenes lesen würden. Der F hat dieses Buch gelesen und „eigentlich ganz nett“ gefunden. Das ist nun nicht gerade eine euphorische Beschreibung, aber immerhin. Aus irgendwelchen Gründen ist es mir noch nicht gelungen auch nur einen Blick in dieses Buch zu werfen. Es liegt mir aber ständig im Weg herum. Es taucht ständig irgendwo auf. Kurz, es verfolgt mich.

Sogar das Cover irritiert mich: die Moscheen und der Granatapfel erinnern mich daran, dass (Fern)reisen derzeit unmöglich sind. Isfahan habe ich noch nicht gesehen und es sieht auch gar nicht danach aus, als würde ich es jemals sehen. Außerdem frage ich mich, was sich der Designer bei diesem Cover gedacht hat. Die Aussage ist ja eindeutig, aber es ist viel zu überladen.

Und bevor ich dieses Buch, das ich ja gar nicht gelesen habe, in Grund und Boden verreiße, höre ich lieber auf.


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Mittwoch 1. Juli – Sie steigen wieder

Die Covid-Infektionszahlen  steigen wieder in Österreich; nachdem schon Urlaubs- und Sommerstimmung geherrscht hat, die allgemeine Aufmerksamkeit sich anderen Themen zugewandt hatte. An solchen Themen herrscht ja kein Mangel, keine Rede von Sommerloch ist im Sommer 2020. Leider wird die Stadt auch nicht halbleer bleiben. Sehr viele Geschäfte, Kleinbetriebe, Lokale werden heuer überhaupt keinen Urlaub machen, weil sie mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen.

Für mich fällt die Ansteckungsgefahr in der Schule nunmehr weg, die Ferien haben begonnen. Dadurch fahre ich auch weniger mit Öffis bzw zu Zeiten, in denen nicht viele Leute unterwegs sind. Trotzdem liegt die schwarze Wolke über allem, als hätte man eine Folie über die ganze Welt gezogen, die zusehends undurchsichtiger wird. Letztlich bin ich sehr froh, dass ich für Juli keine Reisen irgendwelcher Art geplant habe und sonstige Aktivitäten auch alle kurzfristig stornierbar sind. Meine Kollegen sind sehr besorgt über die schulischen Perspektiven im September. Manche arbeiten schon jetzt daran, ihren gesamten Unterricht so umzustellen, dass er auch jederzeit online stattfinden kann. In diesem Fall wären sicher alle froh, wenn der Aufwand umsonst gewesen wäre. Leider sieht es gar nicht danach aus. Der F ist auch nicht mehr im home-office. Zwar fährt er mit dem Rad ins Büro, aber dort isst er oft in der Kantine. Es macht aber nun gar keinen Sinn ständig darüber nachzudenken, wie und wo man sich anstecken könnte.

 


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Auch sie fällt aus

Die alljährliche Zitrusfrüchteschau in der Schönbrunner Orangerie ist heuer auch ein Corona-Opfer. So viele kleine Dinge sind es, die heuer nicht stattfinden. Kleine Veranstaltungen an denen doch der Verdienst von vielen Menschen hängt. An so einer Ausstellung sind eine Menge Gärtner beteiligt, die abgesehen von Zitrus-Bäumchen auch andere Pflanzen und diverses gärtnerisches Zubehör verkaufen. Es gibt immer eine Saftbar und ein Café, Führungen durch die Orangerie. Wenn man das zusammenzählt kommen eine ganze Menge Menschen zusammen, die gar nicht so wenig Geld heuer nicht verdienen.


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Samstag 14.Juni 2020

Der erste Schwimm des Jahres bei meinem Bruder im Garten. Öffentliche Bäder sind mir noch etwas unheimlich, aber nachdem eine kürzlich getroffene Freundin eine Saisonkarte für das Schönbrunner Bad erstanden hat, ist es im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann ich mich überreden lasse dort hinzugehen. Der Pool der Verwandtschaft hat ein sehr angenehmes Desinfektionssystem: es wird Salz hineingeschüttet, durch irgendein Elektrolyse-Verfahren entsteht im Endeffekt Chlor. Das Wasser ist aber viel angenehmer für die Haut und riecht auch überhaupt nicht nach Chlor.

Samstag: strahlender Sonnenschein mit recht hohen Temperaturen, Sonntag: Gewitter, Abkühlung, ein paar Stunden Regen. So könnte es von mir aus den ganzen Sommer lang weitergehen. Keine Trockenheit, keine Aufheizung der Stadt, Lebensqualität im Alltag.

Ab morgen muss man in Supermärkten keine Masken mehr tragen, nur noch in Öffis und Gesundheitseinrichtungen. Einerseits werden die Masken mit steigenden Temperaturen immer unangenehmer, andererseits bringen sie aber vielleicht doch einen gewissen Schutz. Ich kann mich nicht entschließen, wofür oder wogegen ich in diesem Zusammenhang bin.

Im Kieser-Studio gab es schon heute keine Maskenpflicht mehr, viele Leute trugen aber beim Trainieren Masken. Auf freiwilliger Basis können ja alle machen, was sie wollen. Ob es aber klug ist, die ausgeatmete Luft wieder einzuatmen, noch dazu bei sportlicher Betätigung, wenn man eigentlich mehr Sauerstoff braucht als sonst.


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Donnerstag 11. Juni 2020 – Meine zweite Infizierte

Ich habe den Eindruck, dass auf der ganzen Welt sehr viele Menschen und Organisationen darauf warten, dass Präsident Trump von der Bühne verschwindet um vielfältige und sinnvolle internationale Projekte weiterführen oder neu beginnen zu können, von der WHO bis zum internationalen Gerichtshof. Einer und seine Anhänger stehen bei so vielem im Weg.

Gestern habe ich einen langen Tratsch mit einer seit längerem nicht gesehenen Freundin geführt und sie hat sich als die zweite mir persönlich bekannte Person entpuppt, die Covid-19 hatte. Ganz zu Beginn, Anfang Februar als die Ärzte noch gar nichts von der neuen Krankheit wussten. Es wäre irgendwas Virales hätte der erste Arzt gesagt und sie solle sich ins Bett legen und Ruh geben. Der zweite Arzt, den sie konsultierte, gab den gleichen Rat ohne Theorien aufzustellen über den Ursprung des tief sitzenden Hustens. Diese Freundin, Sabine, ist Apothekerin und hat eine Chefin, deren Hobby diverse Arten von Testungen zu diesem und jenem sind. Deswegen hat es Sabine zu zwei positiven Covid-19-Antikörpertests gebracht, zu ihrer großen Überraschung. Zwar weiß man ja noch nicht. wie lange die Immunisierung nach überstandener Krankheit anhält, trotzdem war es für sie eine große Erleichterung von ihrer aktuellen Immunität zu erfahren, denn sie hat die ganze Zeit über in der Apotheke gearbeitet und auch – als sozial denkender Mensch- der sie ist, Medikamente an Kranke nachhause gebracht. Da ist es natürlich äußerst beruhigend zu wissen, dass man sich selbst nicht anstecken kann, zumindest nicht mit Covid-19.

Ständig habe ich das Gefühl, dass jetzt der Herbst kommt. Die Schule hat nach Monaten gerade wieder begonnen und das ist ein subjektiv so starkes Indiz für Herbst, dass gegenteilige Indizien wie steigende Temperaturen sich erst langsam durchsetzen müssen.


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Ich komme nicht so ganz drauf, ob sie mir gefällt oder nicht. Als rein abstraktes Gebilde würde sie mir gefallen, aber es ist eine Frauenskulptur ohne Gesicht und mit zerstörtem Körper. Es ist für mich auch nicht klar ersichtlich, ob die Zerstörung zur Originalskulptur gehört oder ob es der Zahn der Zeit ist, der hier aktiv geworden ist.


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Idyllisch ?

Für die Zuhörer*innen unbedingt. Aber die Harfinistin saß den ganzen Tag dort und wurde auch schon an anderen Stellen in Wien gesehen, immer in Parks, auf der Straße. Vielleicht gehört sie zu einem Orchester, das gerade nicht auftreten kann. Sie verkauft CDs und transportiert ihre Harfe in einem Kinderwagen.


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Strammer Jüngling unter Rosen

Immer schauen sie mir nur auf den Hintern als hätte ich vorne nichts zu bieten! Kriechen sogar über und unter die Absperrung um mich von hinten zu fotografieren. Ist etwa mein wichtigstes männliches Teil unterentwickelt, zu klein, schief oder gar abgefallen? Ich bin manchmal etwas verunsichert. Als Bronzestatue tut man sich wirklich schwer damit, an sich selbst hinunterzusehen. Klar ist, dass mein Hintern im alten Glanz strahlt und der Gluteus Maximus die samtweiche Haut in perfekter Position hält. Seit ein paar Jahrzehnten begrapschen mich die Weiber sogar, aber immer nur hinten. Wahrscheinlich braucht es noch ein paar Jahrzehnte gesellschaftlicher Entwicklung bis sie auch mein allerbestes Stück begrapschen. Glück habe ich ja gehabt mit diesem würdigen Standort, den ich im Volksgarten bekommen habe obwohl mein Schöpfer politisch doch sehr angeknackst ist. Die Inschrift auf meinem Sockel hätten sie allerdings entfernen können, sie ist etwas penetrant im Stil meiner Entstehungszeit gehalten. Dass ich schön und jung bin, sieht man ja ohnehin schon von weitem.

Unter uns, ich freue mich schon auf die kommende Zeiten, in denen sich die Grapscherinnen auch an die Vorderfront wagen werden. 

Skulptur von Josef Müllner, 1921.

„Der Kraft und Schönheit unserer Jugend“ steht auf dem Sockel.


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Samstag 6.Juni 2020 – Ein rundherum gelungener Tag

Maler*innentreffen im Wiener Volksgarten zwischen Rosen, Rosen und Rosen und nur ganz wenigen Touristen, die sie fotografieren. Zwischen Brunnen, Skulpturen und gut gelaunten Menschen. Viel Sonne und grüner Schatten rund um das Denkmal der Kaiserin Elisabeth, ein Becken mit Seerosen, eine Harfinistin. Zwischen und über den Bäumen Türme und Kuppeln der Innenstadt.

Menschen, die in den Wiesen, rund um die Rosen und den Theseustempel sitzen, liegen, picknicken, malen, Chi Gong betreiben. Kinder, die mit verschiedensten  Rollern, Rädern, Traktoren, Laufrädern auf den Wegen unterwegs sind. All das erzeugt ein völlig anderes Klima als wenn Touristengruppen durch den Park hecheln, ein paar Rosen auf ihren Selfies unterbringen und vor der wirklich gelungenen Skulptur der Kaiserin Elisabeth in allen möglichen Sprachen ihre Reiseleiter fragen, ob das Sissi ist.

Mein Vorschlag, wie wir der Gruppe neuen Schwung verleihen könnten, wurde von allen Anwesenden gut aufgenommen und weiter gesponnen. Ich glaube, es wird was Neues und im Idealfall wäre es genau das, was ich schon seit langem haben wollte.