la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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An Museen herrscht ja kein Mangel

Mehr oder weniger geschmackvolle und interessante Objekte soll es hier zu sehen geben

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Bäume in luftiger Höhe auf historischen Gebäuden

Sieht aus, wie das platonische Ideal eines Dachgartens. Im Stadtzentrum, auf einem schönen Altbau. Die Bäume, die man von unten sieht sehen für Dachgartenpflanzen gewaltig aus. Entweder stehen da oben riesige Container oder auf dem ganzen Dach wurde Erde aufgeschüttet. So was kostet ein Vermögen, weil es ja Isolierung und Drainage braucht. Vielleicht gibt es dahinter auch einen Pool und Rasen und alles mit Blick auf die Karlskirche, eine der schönsten Kirchen Wiens in drallem Barock errichtet.


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Goldene Karyatiden

Bei mir findet das totale Kulturwochenende statt. Heute waren wir bei einem Konzert im goldenen Saal des Musikvereins. Die Qualität der Fotos ist mangels günstiger Perspektive nicht so gut, aber immerhin vermitteln sie einen Eindruck. Ohne den Blumenschmuck, den man beim Neujahrskonzert in diesem Saal immer sieht, ist er noch immer schön, aber es fehlt das Gegengewicht zu dem vielen Gold.


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Triste Verhältnisse 1920 in Wien

Alex Beer

„Die rote Frau“

Limes: 2018

Das ist schon mein zweiter Wien 1920-Krimi von Alex Beer. Hier der erste.   In beiden sind die harten Lebensbedingungen in Wien, kurz nach dem 1.Weltkrieg sehr eindringlich und wohl realistisch geschildert. Auch der Protagonist August Emmerich – „August“ weil er in diesem Monat gefunden und ins Waisenhaus gebracht wurde – hat eine Kriegsverletzung, einen Granatsplitter im Knie, der ihm starke Schmerzen und eine beträchtliche Gehbehinderung einbringt.

Auch dieser Roman hat eine gut konstruierte Handlung. Die Spannung wird durch ein paar unerwartete Wendungen aufrecht erhalten,  die Charaktere sind gekonnt herausgearbeitet. Die Handlung führt durch verschiedene soziale Milieus, die ich sehr überzeugend geschildert finde: vom Rotlicht bis zum verarmten Adel. Auch das Lokalkolorit ist einwandfrei – man muss sich als Ortskundige nicht fragen, wie um alles in der Welt man von A nach B in 10 Minuten kommen soll, wenn doch da die ganze Stadt dazwischen liegt. Kein Wunder, die Autorin lebt – laut Klappentext – selbst in Wien.

Das einzige Problem, das ich mit diesem und auch dem anderen Text habe, ist stellenweise die Sprache. Es ist mir schon klar, dass es schwierig ist, in einem der zahllosen Dialekte des Deutschen zu schreiben und den Text trotzdem auch für Menschen, die diesen Dialekt nicht kennen lesbar zu machen. Die Lösung finde ich geschickt: diverse Einheimische sprechen Wiener Dialekt, der Ermittler spricht Hochdeutsch. Soweit so gut, aber an vielen Stellen werden Wörter verwendet, die es im Wien des Jahres 1920 garantiert gar nicht und auch im Wien des Jahres 2018 nicht wirklich gibt. Im österreichischen Deutsch wird nicht „gelaufen“ sondern gegangen; es erzeugt ein sehr seltsames Bild, wenn der gehbehinderte Ermittler durch die Gegend „läuft“, was für Wiener ein Synonym für „rennt“ ist. Es gibt keine „Jungs“ und es wird nicht „geklaut“. „Mit ´ner Puff´n bedroht“ als Mischung von zwei verschiedenen Umgangssprachen klingt ebenso seltsam wie „Da bin ich doch restlos überfordert mit“. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Es mag kleinlich klingen, aber mich hat jeder dieser sprachlichen Missgriffe aus dem Lesefluss herausgeschleudert.

Insgesamt ein guter Krimi. Mein Kritikpunkt ist ja auch für nicht österreichisch Sprechende völlig irrelevant.


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Baustellen aller Art

Die Wirtschaft boomt. Es wird gebaut, saniert, renoviert. So auch in meiner unmittelbaren Wohnumgebung. Wenn ich morgens die Jalousie hochkurble und im Evaskostüm verschlafen in die Welt blicke, sehe ich da normalerweise Dächer und dahinter die Stadt und noch ein Stück dahinter Wiens Hausberge. Derzeit aber wuseln immer wieder Bauarbeiter auf dem Dach gegenüber herum. Das nervt mich ganz gewaltig, weil einer der von mir hochgeschätzten Vorzüge meiner Wohnung darin besteht, dass auf Höhe meiner Terrasse rundherum Dächer sind und ich aus allen Fenstern und Türen wenn ich geradeaus schaue den Himmel sehe und wenn ich einen voyeuristischen Tag habe, kann ich mich übers Geländer beugen und sehe in die Wohnungen in den obersten Stockwerken der Häuser gegenüber. Derzeit herrscht auf dem einen Dach aber Hochbetrieb, weil ins Dach Balkone eingebaut werden. Zum Glück in die andere Richtung. Sobald die Arbeiten beendet sein werden, wird wieder Ruhe über den Dächern herrschen. Bis dahin aber Hochbetrieb, an manchen Tagen wird ein Kran benötigt, der plötzlich hinter dem Gegenüberhaus in die Luft sticht, an anderen Tagen werden vor dem Haus stehende Container mit hochauf staubendem Schutt aufgefüllt.

Im Café sitzen am Nebentisch mehrere Bauarbeiter. Einer von ihnen hat heftigste Zahnschmerzen und überlegt, ob er zum Zahnarzt gehen soll. Die anderen reden ihm gut zu. Einer sagt, da kriegst du eine Spritze, Wurzelbehandlung und alles passt wieder. Das war falsch. Ich muss mir das noch überlegen und nehm´ lieber ein Schmerzmittel murmelt der Betroffene. So ein Schmarrn sagt ein anderer, das wird doch nicht besser sondern nur immer schlechter, soll ich dir gleich einen Termin bei meiner Zahnärztin ausmachen, die ist super. Na ja, aber erst nach vier, ich muss ja arbeiten. Nicht nach vier, gleich, sagt der mit der tollen Zahnärztin. Der mit den Zahnschmerzen greift zu allen nur möglichen Abwehrmitteln und ruft, aber du bist doch mein Chef, du kannst doch nicht wollen, dass ich jetzt einfach weg geh´. Doch, sagt der Chef sonst landest du am Wochenende in der Notfallambulanz und hast einfach einen Zahn weniger. Nein, nein, heute nicht, sagt der mit den Zahnschmerzen, ihr habts mich da richtig überrumpelt, ich kann das nicht so schnell entscheiden. Der Chef macht eine resignierende Handbewegung, dann eben nicht, fesseln und hinschleppen kann ich dich auch nicht.

Auf Baustellen darf um 6 Uhr zu arbeiten begonnen werden, Hitzeferien bekommen nur noch die Fiakerpferde und mit der neuen Arbeitszeitregelung wird es dann auch kleine Baustellen geben, auf denen täglich von 6:00 bis 22:00 gearbeitet wird. Vielleicht wird ja auch die Ruhezeit von 22:00 bis 6:00 …äh ….. modernisiert. Der neoliberale Mensch schläft nicht sondern arbeitet, am besten rund um die Uhr


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Regenbogenparade – love parade – Wien 2018

Die Wiener Regenbogenparade feiert heuer ihr 20-jähriges Jubiläum

Fotos: Wien Info 

Ich wäre gerne hingegangen, habe es aber nicht geschafft. Sehr schade, es ist ein buntes, entspanntes Fest mit einer klaren Aussage für das Ermöglichen gesellschaftlicher Vielfalt.  Allein schon über den autofreien Ring zu spazieren, ist ein seltenes Vergnügen und obendrein ist es heuer nicht so heiß wie sonst. Der Umzug wird „andersrum“ also gegen die Fahrtrichtung über den Ring ziehen. Ganz schrill gestylte Menschen defilieren neben anrührenden Teilnehmer*innen und vielen Zuschauern.

Ob wohl die Regenbogenparade eine Veranstaltung ist zu der die meisten Zuschauer hauptsächlich oder nur wegen des Spektakels kommen oder ob doch auch von den 200.000 erwarteten Teilnehmern viele dabei sind, die aus Solidarität anwesend sind? Wüsste ich gerne. Der ehemalige Bundeskanzler Kern zählt zu den Rednern der Abschlussveranstaltung, der aktuelle Bundeskanzler Kurz wäre wohl eher bei der Gegendemo zu finden, falls er solche Veranstaltungen besuchen würde.

Zu der Gegendemo werden etwa 400 Teilnehmer erwartet. „Marsch für die Familie“ nennen sie sich und bestehen aus weniger fröhlich erscheinenden Menschen, die Plakate und Transparente hochhalten mit Aufschriften wie „Familie = Vater, Mutter, Kinder“ , „Abtreibung ist Mord“, „Der Körper ist von Gott gegeben, benütze ihn mit Würde“, „Für Jesus“ und Ähnliches. Diese Veranstaltung wird vom christlichen Verein „Pro Vita“ organisiert und unter anderen Rednern tritt dort auch der ehemalige PEGIDA- Sprecher Georg Immanuel Nagel auf. Dieser Herr Nagel leitet die „Aktionsgruppe gegen Dekadenz und Werteverfall“, deren geplanter Protest gegen den Eurovisions Song Contest wegen Schlechtwetters abgesagt wurde. Die Kirche wäre wahrlich gut beraten, würde sie sich überlegen mit welchen Leuten sie sich ins Bett legt.

Natürlich gibt es auch Gegendemos gegen die Gegendemo: „Religiöse Fundamentalisten stoppen“ und „‚Marsch für die Familie‘ verhindern!“ letztere wurde von der Polizei verboten, weil die erfahrungsgemäß gewalttätigen Autonomen dazu aufgerufen haben.

Also, heute tut sich einiges auf dem Ring in Wien