la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Herbstliche Geometrie

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, manchmal ist es aber auch umgekehrt, man sieht vor lauter Herbstblättern das eine nicht.

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Ein paar von Schieles Händen

Inspiriert von Veronika und weil ich doch selbst so fasziniert bin von Händen und weil ich doch kürzlich in einer Schiele-Ausstellung Details mit Händen fotografiert habe und überhaupt …..

ALLES SCHIELE …..


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Es gibt schöne Straßenfeste und solche, bei denen man den Eindruck hat, das Motto lautet „Mehr Ramsch für alle“. Gestern bin ich durch eine Veranstaltung der zweiten Kategorie geschlendert. Taschen um 10€, Schuhe um 20€. Dazu fällt mir Bangladesh, Pakistan, Brasilien ein, sklavenartige Arbeitsbedingungen für Kinder und Erwachsene, mit allen Giften der Welt behandelte Materialien. Die Preise sind absurd und sogar davon haben noch die Zwischenhändler 95% eingesteckt.

Die überwiegende Mehrheit der Standler waren interessanterweise Inder, die das gleiche Glumpert anboten wie das Standler aller Herkunftsländer tun, vermehrt durch indische Tücher, Kuschelelefanten in grellen Farben, deren ursprüngliches Modell vielleicht der Elefantengott Ganesha war. An allen Ständen gibt es abgesehen von den Taschen, Gürteln und T-Shirts dubiosen Ursprungs, Mini-Dirndln und Lederhosen und – kurioserweise – ganze Batterien von Hosenträgern mit den verschiedensten Motiven. Ich fotografiere so eine Kinderdirndlstange, der Standbetreiber kommt um mit mir zu plaudern, er vermutet, dass ich von den Kleidchen schwer begeistert bin, warum würde ich sie sonst auch fotografieren. Ich zeige ihm das Foto, er lacht und geht auf einen Plausch zu einem Obstsaftstand, der von  einer streng dreinblickenden Asiatin betrieben wird, die einen kleinen Buben herumkommandiert. So stelle ich mir eine Tiger-Mutter vor.

Dann sehe ich eine ältere Frau an einem sehr unprofessionell wirkenden kleinen Stand. Obendrein trägt sie ein nicht-muslimisches Kopftuch, was bei mir immer die Assoziation „Chemotherapie“ anstößt. Sie verkauft Schmuck und ich bin ein Schmuck-Freak und denke mir, dass schon irgendetwas dabei sein wird, was ich ihr abkaufen kann. Bei näherer Betrachtung der Ketten und Ohrringe kann ich mich dann doch nicht entschließen, ich bin ja derzeit immer noch mit dem Ausmisten beschäftigt und möchte auf keinen Fall Ramsch ansammeln, der nur Staub anzieht.

 

 


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Von meiner Busstation aus, die Welt

Wenn ich vom Abendunterricht nachhause fahre, warte ich immer eine Weile an einer Busstation. Manchmal kommt mir vor, dass ich von dort aus einen wesentlichen, aussagekräftigen Teil des Viertels beobachten kann.

Noch sitzen ein paar Unermüdliche vor dem Kebap-Lokal gegenüber. Es ist noch nicht kalt, aber doch ziemlich frisch. In manchen Lokalen gibt es in den Schanigärten Decken oder gar Heizgeräte, solche Kinkerlitzchen leistet man sich hier nicht. Entweder die Kundschaft will draußen sitzen oder eben nicht, dann besteht die Möglichkeit drinnen zu stehen, mehr Platz ist da nicht. Schallendes Gelächter tönt herüber, es klingt so lustig wie bei einem Leichenschmaus. Alle bemühen sich, den Anschein der fröhlichen Sommernachtsrunde noch ein wenig aufrecht zu erhalten. Die müden, gelben Blätter am Baum vor dem Lokal sprechen eine andere Sprache. Es ist nun mal Oktober.

Hinter mir hat ein Friseur neu eröffnet. Vier sehr junge Männer sieht man in der Auslage, die praktisch das gesamte Geschäftslokal zeigt. Sie sind ganz in schwarz gekleidet, haben das Gesicht dominierende schwarze Bärte und alle ihre Besitztümer, die auf dem Boden herumliegen sind ebenfalls schwarz; Jacken und Taschen. Auf den ersten Blick könnte ich den einen nicht vom anderen unterscheiden, sie sind klein und zierlich und muskulös, aber, es ist eindeutig, zwei von ihnen sind Friseure und bearbeiten die Köpfe der beiden anderen. Sie verwenden dabei eine Art Instrument, von der mein Partner F kürzlich auch eines erworben hat und dazu benützt seinen Bart vor dem Rübezahl-Stil zu retten.

Die Tequila-Bar gleich neben dem Friseur ist entweder eingegangen oder wegen Langzeiturlaub geschlossen. Näheres wissen wohl nur die Stammkunden, deren Erscheinen rund um die Busstation ich nicht wirklich vermisse.

Der Sportplatz schräg gegenüber der Tequila-Bar ist – soweit ich das sehen kann – leer und die bunten Blätter tanzen dort völlig ungestört. Im September spielten dort noch Kinder in der frühen Dunkelheit. Jetzt ist es um die gleiche Zeit eindeutig schon Nacht.

Bei der Busstation wartet ein Paar mit zwei Kindern. Der Mann trägt das kleinere, das schon einen sehr verschlafenen Eindruck macht. Der größere kichert mit seiner Mutter um die Wette. Er hat dem Vater ein 25%-Rabatt-Pickerl in knallgelb hinten auf die schwarze Lederjacke geklebt. Mutter und Sohn sind strahlender Laune und kichern sich in Richtung Bus.

Der Bus fährt ab.


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Kunstnachmittag

Wir haben gestern Schiele geschaut. Das Wiener Leopoldmuseum hat – so heißt es – die größte Anzahl von seinen Bildern und Zeichnungen weltweit und bietet wieder einmal eine Ausstellung. Ganz modern ist es offenbar, Werke der hauptsächlich ausgestellten Künstler/innen mit den Werken anderer Künstler in Beziehung zu setzen. Sehr stimmig fand ich da den Saal in dem Bilder zu Klimts Beziehung zu seiner Mutter gemeinsam mit Werken von Luise Bourgeois ausgestellt waren. Andere „Paarungen“ haben mir nicht so unbedingt eingeleuchtet. Allerdings muss ich auch sagen, dass mein Hauptinteresse Schiele gegolten hat und ich die in Korrespondenz gesetzten Werke nur flüchtig angesehen habe.

Dieses Bild liebe ich besonders, es hat so eine ungeheure Strahlkraft. Das kann man natürlich auf einem Foto nicht so nachvollziehen.

Im Museumsquartier herrschte spätsommerliche Stimmung. Das Leopoldmuseum selbst sieht man auf dem Foto nicht, es liegt weiter links hinten. Das festungsartige Gebäude ist das MUMOK (Museum moderner Kunst), das seinen Schwerpunkt auf Werke des 20 und 21. Jahrhunderts setzt.

 


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Der Orkan hat uns weitgehend verschont

Aber die Himmelsansichten davor waren fantastisch. Verschiedenste Arten von Wolken, alle möglichen Strukturen in Weiß. Leider habe ich die Kamera erst sehr spät geholt als die eindrucksvollen Himmelsbilder schon vorbei waren. Dieses gefällt mir zwar auch gut, aber spektakulär kann man es nicht nennen.