la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Montag 5. August 2019 – Im Auge des Orkans

Zuhause einrichten für eine Woche, dann geht´s ins schöne Waldviertel. Womöglich habe ich da viel Zeit zum Schreiben und Zeichnen und Fotografieren und so zu tun, als ob die Welt in bester Ordnung wäre.

Dabei ist die Weltlage derzeit geradezu apokalyptisch. In Sibirien brennen gewaltige Flächen, die Permaböden tauen auf, das gespeicherte CO2 wird freigesetzt und heizt die Atmosphäre noch mehr auf. Überschwemmungen in einigen Gebieten, extreme Dürre und Wassermangel in anderen. Und die politischen Anführer sind macht- und geldgierig und obendrein blind.

Das politische Klima in Österreich ist auch ungemütlich, aber wir jammern auf einem ziemlich hohen Niveau. Ich gehöre auch zu den zahlreichen Menschen, die finden, dass die Übergangsregierung ihre Sache ziemlich gut macht, vor allem im Vergleich zu vorherigen und bestimmt wieder kommenden Zuständen.


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Mittwoch 17.7.19 – Putzchroniken bei Vollmond

Vor ein paar Wochen ist unser jahrzehntelanges Hausmeisterpaar in Pension gegangen. Sie haben ein Abschiedsfest veranstaltet, wir haben alle – etwas dramatisch – gejammert, dass sie uns doch nicht so allein lassen können und wer wird denn dann……. und wie werden wir denn dann etc. Alles ganz klassisch und wie es sich gehört.

Als Nachfolge wurde eine Firma engagiert, die so einen blöden Irgendwas-4you – Namen hat, Putzen4you oder Sauber4you oder etwas Ähnliches. Heute habe ich unsere neuen Putzmänner das erste Mal gesehen, sehr nett waren sie und sehr fleißig. Einmal in der Woche kämen sie. Aha, also einmal in der Woche hat der Hausmeister bzw seine Frau sicher nicht geputzt. Den Putzwagen mit allen Utensilien haben die Neuen im Aufzug auf und ab fahren lassen. Die Nachbarin mit der ich in Begleitung des Putzwagens hinuntergefahren bin, meinte recht begeistert, dass die Garage noch nie so sauber gewesen wäre. Womöglich hätten wir es immer schon sauberer haben können.

Gestern habe ich endlich einmal eine Mondfinsternis von Anfang bis Ende gesehen. Zwar nur eine sehr partielle aber immerhin. Ich fand es sehr interessant, wie verschwommen das Licht gewirkt hat während ein Teil des Mondes dunkel war. Die genauen Konturen des Vollmondes sah man est wieder als er voll beleuchtet und die Erde weitergezogen war.


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Dienstag 16.7.19

Ein Künstlerbedarfsgeschäft ähnelt dem Schlaraffenland, Meter um Meter stehen da Aquarell-, Acryl-, Öl- und Gouachefarben aufgereiht, ebenso Pinsel aller Stärken und Qualitäten, Stifte aller Art, verschiedene Kreiden, Pigmente, Fixierer, Spachtelmassen, Papier, Leinwände, Rahmen und und und. Zum Glück hatte ich nicht viel Zeit und so habe ich (fast) nur Dinge mitgenommen, die ich für die nahende Malwoche brauche. Also, wenn ich sie bei dieser Gelegenheit doch nicht brauchen sollte, werden sie zu einer anderen Gelegenheit sicherlich sehr nützlich sein. Hat da jemand gehüstelt und auf die Kisten mit Pigmenten und Farben verwiesen, die ich immer hin und her räume, das kann ich ja wohl nur selbst gewesen sein…..

Die abendliche Meditationspraxis hat mir nicht annähernd so gut gefallen wie beim letzten Mal, es hat nicht gelohnt durch die halbe Stadt hin und wieder zurück zu fahren. Ich bin da bei einer tantrischen Praxis gelandet, bei der es wichtig ist, gut zu visualisieren und damit habe ich noch sehr wenig Erfahrung. Obendrein zweifle ich an der tiefreichenden Kompetenz der Leiterin dieser Praxis. Naja, ich muss mich noch ein bissl einlesen und dann gebe ich der Sache noch eine Chance. Jetzt ist aber ohnehin Sommerpause und gleichzeitig mit dem nächsten Termin im Herbst findet die schulische Eröffnungskonferenz statt, es dauert also noch über zwei Monate bis ich mich entschließen muss, ob ich nochmal hingehen soll oder nicht.


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Sonntag, 14. Juli 19 – Allons enfants de la patriiiiiiie

14. Juli, französischer Nationalfeiertag. Ich mag die Marseillaise sehr, wenn sie auch einen wirklich grauslich nationalistischen Text hat, aber das unterscheidet sie ja nicht wirklich von anderen nationalen Hymnen. Ein einziges Mal habe ich den 14. Juli in Frankreich erlebt, in einer Stadt an der Rhone, ich weiß nicht mehr ob in Avignon oder in Arles. Es gab eine Parade und ich war geradezu empört über mich selbst, weil mir die weiß Uniformierten so gut gefielen, das energetische Klima, sogar die Militärmusik, die ja nun wirklich nicht meines ist, aber manchmal reißt einen das Ambiente mit. Das Feuerwerk, das von Schiffen aus geschossen wurde, war fantastisch, nicht einfach irgendwelche Lichter sondern Figuren, die sich  in mehreren Schichten entfalteten, das meiste in bleu-blanc-rouge, natürlich, aber ich erinnere mich auch an weiß-goldene Wasserfälle. Man konnte sich vorkommen wie in Versailles, zu Zeiten von Louis XIV.

In Sachen Geschichte waren wir heute unterwegs und haben uns die Heumühle angesehen, eine Wassermühle, die schon 1326 in einem Grundbuch verzeichnet war und somit der älteste noch vorhandene Profanbau Wiens ist. Man muss sich vorstellen, etwa 170 Jahre vor Kolumbus stand sie schon. Im 16 Jahrhundert ist sie teilweise abgebrannt, wurde wieder aufgebaut und bis 1856 war sie als Mühle in Betrieb dann wurde der Mühlbach aus hygienischen Gründen zugeschüttet. 2008 wurde sie um 850.000 € renoviert. Die Mühle war in ziemlich desolatem Zustand, daher wurden Stahlträger eingezogen, aber im Inneren sieht man noch das über 5oo Jahre alte Holz.

Mir gefallen ja die Bilder von dem halbverfallenen Gemäuer vor der Renovierung viel besser. Was jetzt da steht, sieht wenig eindrucksvoll und ziemlich seelenlos aus. Das Gebäude steht in einem Innenhof umgeben von Wohnhäusern und obendrein noch einer Tiefgarage. Eigentlich eine sehr respektlose Behandlung eines so alten Gebäudes.

Ein japanisches Lokal haben wir danach ausprobiert. Es war nicht umwerfend, aber ganz in Ordnung, hatte allerdings Anklänge an fast-food so gab es zum Beispiel etwas, das „japanische Mayo“ genannt wurde. Schon an der Struktur konnte man sehen, dass die „japanische Mayo“ eindeutig aus einer Tube gedrückt worden war. Vielleicht war es ja eine japanische Tube, aber das bezweifle ich eigentlich sehr. Es ist ein Jammer, dass überall dieser Einheitsbrei von Paniertem mit Mayonnaise und Ketchup und ein paar fantasielose grüne Blätter angeboten wird.