la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Kopftuch und Tschetschenen – verbindende und trennende Elemente bunt gemischt

Was mich – zum Thema Kopftuch – immer wieder überrascht, ist, dass die Mädel aus türkischen Familien mit Kopftuch und die Mädel aus türkischen Familien ohne Kopftuch keinerlei Probleme miteinander haben. Kopftuch oder nicht ist da anscheinend überhaupt kein Thema. Ich kenne jede Menge beste Freundinnen, die eine mit, die andere ohne Kopftuch, die sich in sonstigen Fragen des Lebens bestens verstehen. Zum Beispiel bezüglich der halbmeterlangen überdichten falschen Wimpern. Ich vermute, es werden da irgendwelche Geheimtipps ausgetauscht, wie man mit solchen Schmuckstücken das Nachvornekippen vermeidet.

Die Tschetschenen haben den Ahmed schon wieder verprügelt, erzählt mir die Lisa. Warum das ? Na, weil er Afghane ist. Ach so, na dann natürlich. Die Lisa kann – nach eigenen Angaben – in dreizehn Sprachen „ich habe einen großen Penis“ sagen. Bei welcher Gelegenheit sie diese Eröffnung machen möchte, frage ich sie.Man weiß ja nie, sagt sie mit mildem Lächeln wegen meiner Naivität, vielleicht glaubt es ja jemand. Ganz verstehe ich immer noch nicht, wie genau die Situation aussieht, zu der Lisas Lieblingssatz passen könnte, aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Die Lisa ist überhaupt ein Fall für sich. Sie kommt immer später und geht früher, weil sie den Auftritt für ihr Ego braucht, gut, was soll ich mich im Kontext einer Abendschule für Hoffnungslose über solche Kinkerlitzchen aufregen. Während der Stunden pendelt die Lisa von ihrem Sitzplatz nach hinten zum Fenster, wo ihr handy in Daueraufladung hängt. Sie muss dazwischen immer wieder mit irgendjemandem schreiben oder irgendwas checken oder weiß der Teufel was tun. Ich kann unmöglich erklären wieso, aber irgendwie mag ich das Mädel. Kürzlich hatte sie sich in die erste Reihe gesetzt. Das kesse Rockerl bis zum Gürtel aufgestülpt, Handy in Betrieb. Wenn Sie da direkt vor meiner Nase sitzen wollen, sage ich, müssen Sie die Füsse vom Sessel nehmen, das Handy wegräumen und mitschreiben, alles andere macht mich nervös und das kann ja nicht in ihrem Interesse sein. Na gut, sagt sie, ich setz mich nach hinten, weil Sie sind ja eine der nettesten Lehrerinnen, deswegen komme ich zu Ihnen in den Unterricht. Zu den meisten anderen komme ich gar nicht. Sie sind mir auch sehr sympathisch sage ich und erstaunlicherweise ist das nicht einmal gelogen.

Der Ahmed inzwischen, der, der des öfteren von den Tschetschenen verprügelt wird, sitzt neben einem Tschetschenen, der von sich öfter behauptet ein Russe zu sein. Die beiden verfeindeten Parteien verstehen sich gerade prächtig und bemalen das Buch, das ihnen der Mario geborgt hat. Ich habe eine dringende Frage an Sie alle, sage ich, habe ich mich eh nicht in der Tür geirrt und bin hier im Kindergarten gelandet. Alle lachen und die vorhandenen fünf Bücher für fünfzehn Leute werden neu verteilt. Sind ja gratis, die Bücher, wozu soll man die auch noch mitbringen und benutzen.

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Donaukanal

Die Wiener Innenstadt liegt nicht an der Donau sondern am Donaukanal, wobei sich die Bezeichnung „Kanal“ nicht  auf die Wasserqualität bezieht. Das Wasser hat keine Trinkwasserqualität, ist aber auch nicht so verschmutzt, dass man nicht darin schwimmen könnte. Das ist nicht verboten aber auch nicht besonders erwünscht, weil die Strömung recht stark ist. Das ist nicht das Wien der Prachtbauten sondern der gemütliche Teil.

Später im Jahr wird hier Sand aufgeschüttet und Liegestühle werden aufgestellt. Es gibt eine Kunstzone mit Malern und Bildhauern und natürlich auch Lokale. Stadtauswärts wird es entlang des Donaukanals immer grüner, aus Stein wird Wiese, im Wasser wachsen Bäume. Ich habe lange in der Nähe des Donaukanals gewohnt, in Gehentfernung zur Innenstadt und komme auch heute aus meinem Vorstadtdomizil gerne vorbei.


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Ausbeute

unseres heutigen Fotospaziergangs durch die Wiener Innenstadt. Lange hatten wir uns nicht mehr zu diesem Zweck getroffen und es gab abgesehen vom Fotografieren viel zu beplaudern.

Es ist erst Anfang April, aber es wuseln  schon so viele Touristen herum, dass man sich durch die Menge durchschieben muss wie ein Schiff durchs Meer, jeder fotografiert jeden, manchmal gibt es da auch höchst seltsame Objekte ……


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Turbo-Baustellen führen gelegentlich zu Regenschirmen

Am verlängerten Wochenende wurden in Wien die Straßenbahnschienen rund um den Ring erneuert und auch an einigen U-Bahn-Strecken gearbeitet. Dadurch wurde für uns der Weg in die Innenstadt zu einem Slalom zwischen drei verschiedenen U-Bahn-Linien und 2 Bussen. Ich war mir ganz sicher, dass die Arbeiten unmöglich am Dienstag fertig sein konnten und überlegte mir mehrere Alternativstrecken zu meinem Malkurs, der am anderen Ende der Stadt stattfindet und den ich nie ausfallen lassen würde, Verkehrslage hin oder her. Aber siehe da, oh Wunder, die Streckenplanungen waren völlig unnötig, es war tatsächlich alles fertig und in Betrieb.

Mißtrauisch gegenüber Termineinhaltung von Bauarbeiten jeder Art, machte ich mich eine halbe Stunde früher auf den Weg und hatte dadurch die Gelegenheit endlich einmal das Geschäft mit dem seit langem ins Auge gefassten Regenbogenschirm geöffnet vorzufinden. Ich kam also nicht nur überpünktlich ins Atelier sondern bin nun auch endlich stolze Besitzerin eines Riesenschirms aus sechzehn Teilen in verschiedenen Farben. Dem Teil bin ich ziemlich lange nachgejagt! So hatte ich nun auch die Gelegenheit ein Schirmgeschäft kennenzulernen. Dass es so was überhaupt noch gibt! Das Sortiment ist riesig, verkauft wurde dort von einer alten Dame, die ich auf gute achtzig schätzte und deren Fachvokabular zum Thema Schirme mich ziemlich beeindruckte. Noch nie habe ich darüber nachgedacht, welche Qualitätsunterschiede es beim Gestänge und der Bespannung eines Schirms so gibt. Teuer war der bunte „Partnerschirm“ auch, aber immerhin werden ich und meine Handtaschen- oder Rucksackpartner bei Regenspaziergängen völlig trocken bleiben. Der Herr Partner macht mir zuliebe gelegentlich maximal zehnminütige Regenspaziergänge und dafür hat er mehrere eigene Schirme. Für das Problem mit einer niederschlagsbegeisterten Frau liiert zu sein, ist er eh gut gerüstet. Für meine sonstigen Schrulligkeiten im großen und ganzen auch. Bussi an F.


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Alles spiegelt und ein Dämon

Endlich haben wir es geschafft das Weltmuseum, die Neuausgabe des Völkerkundemuseums in der Hofburg zu besuchen. Es war ebenso interessant wie anstrengend. Beim Museumsschritt jault mein Hüftgelenk nach einer Weile. Länger geradeaus gehen ist viel angenehmer. Hier sieht man mich jedenfalls mit einer Dämonenmaske in Spiegelungen von Fenstern und Vitrinen …


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Ich sehe es kommen – Mitmachblog

Ich sehe es wirklich schon kommen: auch nach einer Woche Thematisierung im Mitmachblog bleibt die Henne-Ei-Frage unbeantwortet. Ebenso wie die Problematik der Quadratur des Kreises und die Zurechnungsfähigkeit des Menschen im allgemeinen. Vor allem die letztgenannte Frage bleibt ganz besonders ungelöst.

Wie präsent die Henne-Ei-Frage aber allerorts ist, kann man zu Ostern besonders gut beobachten. Beim Ostermarkt vor der imperialen Kulisse von Schloss Schönbrunn zum Beispiel hat man einen kryptisch-symbolischen Zugang zum Thema gewählt. Dort wurde ein hennenartiges Wesen als Reittier präsentiert, ein überdimensionales Ei sieht man im Hintergrund. Es bleibt den Besuchern überlassen, diese tiefsinnige Metapher zum Thema zu deuten. Der sich damit beschäftigende Think-tank wurde als „Osterhasenwerkstatt“ getarnt. Sehr schlau, finde ich.

Den Kindern ist die tiefsinnige Metapher, die zu den Wurzeln menschlichen Erkennens führen könnte ziemlich wurscht. Sie bekommen vom Reiter des Tieres einen Stempel in einen Erlebnispass für den es dann wahrscheinlich irgendein Geschenk gibt. Eine Henne, ein Ei? Im Interesse der Eltern wäre wohl eher das Ei passend.

Der scheinbar hühnerreitende junge Mann hat da einen Job in den oberen Etagen gewählt, der ihn aber dennoch – fürchte ich – auf der Karriereleiter nicht wesentlich weiter bringen wird. Vielleicht macht es ihm aber Spaß. Ich vermute, dass für so eine reitende Position ohnehin nur sonnige Charaktere ausgewählt werden.