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Sie heißen alle Brun(n)hilde,

und es gibt in Wien viele von ihnen. Man kann aus ihnen trinken und sie versprühen feuchten Nebel, was bei Hitze eine wahre Wohltat ist. Wenn ich unterwegs an so einer Brunnhilde vorbeikomme, lasse ich mich immer eine Weile berieseln.

Über den Dächern von Wien

Kolleginnentreffen, Frühstück im elften Stock, der Blick über die Stadt, alte und neue Geschichten, Hitzeträgheit. Es ist eine angenehme Überraschung wie viele Dachgärten mit üppigem Grün und origineller Gestaltung es in diesem dicht verbauten Gebiet gibt.

Das Gebäude in dessen elftem Stock wir sitzen, ist ein völlig renovierter, alter Flakturm. Früher stand hier: „in Stücke gerissen in der Stille der Nacht“. Ein Satz, den ich immer sehr eindrucksvoll fand, und schwer zu ertragen. Jetzt ist hier ein Panoramarestaurant.

Von einer, die auszog, einen Laptop zu jagen

Heiß war´s und laut und staubig. Der auf dem Foto zu bewundernde Gemeindebau hitzeflirrend in der gegenüberliegenden Glasfront gespiegelt. Dicht verbautes Stadtgebiet und ich mittendrin auf der Suche nach einem ganz bestimmten Geschäft, das umgezogen ist, aus meiner nahen Wohnumgebung ganz woanders hin. Ich habe das Geschäft sehr geschätzt, weil dort richtige Bastler am Werk waren. Fast jedes Teil ihrer Laptops hatten sie auf Lager und konnten es auch einbauen. Man musste nichts einschicken und keine Gebrauchsanweisungen studieren. Ein kompetenter Handgriff und das Graffl funktionierte wieder. Wobei es gar kein Graffl war sondern sehr gute Qualität. Die ohnehin seltenen, kleinen Probleme, die ich hatte, lagen eigentlich an mir und nicht an dem Laptop, der wahrscheinlich immer sehr erleichtert war, wenn er von einer sachkundigen Person wieder eingerichtet wurde. Es war keine Garage, aber vom Ambiente her hätte es eine sein können.

Dann sind sie umgezogen, ich hatte jahrelang keinerlei Probleme mit meinem Laptop und nun kann ich sie nicht mehr finden. Vielleicht gibt es sie auch gar nicht mehr. Würde mich aber wundern. Die Kombination von Qualitätsgeräten und bestem Service und Beratung ist doch ein sehr gutes Geschäftsmodell. Jedenfalls bin ich in einer ziemlich unangenehmen Gegend bei großer Hitze herum geirrt, immer wieder auf falsche Fährten geschickt worden und nach Kreisen immer wieder vor dem Gebäude mit der in der Homepage angegebenen Adresse gelandet, an der das Geschäft aber niemand kannte.

Dann wurde es mir zu blöd und ich ging in ein anderes Geschäft meines Vertrauens und siehe da, sie boten genau das an, was ich gesucht hatte. Nachdem ich dort Stammkundin bin, spielen sie mir alles rauf, was ich brauche und stehen auch für eventuell nötige Erklärungen zur Verfügung. Zwar werden sie die Kompetenz der Bastler nicht erreichen, aber immerhin.

Nie wird mich jemand von Online-Käufen überzeugen können, wenn ich alternativ in einem Geschäft zum Kauf auch Beratung und Betreuung von Menschen bekomme.

Dienstag 27. Juli 2021

Heute ist wieder so ein Warten-aufs-Unwetter-Tag. Es zieht sich alles zu, wird fast dunkel, immer schwüler. Dann blauer Himmel und alles wieder von vorne. Es nervt – zumindest mich – ganz gewaltig. Der F nimmt an einer online-Fortbildung statt, die bei Hitze auch ordentlich anstrengend ist. So ein zähflüssiger Tag, an dem es schwierig ist, die Freuden des Hier und Jetzt zu sehen oder gar zu genießen.

Seit ich das erste Mal einen solchen gesehen habe, benütze ich Terminkalender, die im Juli beginnen, angepasst an den Jahresrhythmus des österreichischen Bildungsbetriebs. Ich habe es immer auch so empfunden: das Jahr endet im Juni, Juli und August sind losgelöste Zwischenzeiten, in denen andere Gesetzmäßigkeiten herrschen und das Jahr beginnt dann wieder im September. Vorgestellt hätte ich mir, dass diese subjektive Zeiteinteilung auch so bleiben wird. Zu meiner eigenen Verblüffung habe ich mir aber überlegt in diesem Jänner auf die allgemeine Zeiteinteilung umzusteigen. Nachdem ich mir aber schon im Frühling einen wunderschönen, lindgrünen Terminkalender gekauft hatte, findet dieser Umstieg in diesem Kalenderjahr noch nicht statt. Aber allein die Vorstellung …

Wiener Nächte

Blitz, Donner, Gewitter, Starkregen, der wie Hagel klingt, die Nächte sind in Wien derzeit sehr laut und abwechslungsreich. Leider schafft meine Kamera keine Blitze, weil sie zu unberechenbar sind

Hände

Ausdrucksstark sind bei Xenia Hausner auch die Hände. Interessant ihre Technik: über das Enkarnat (die Hautfarbe) in dem auch Rot- und Blautöne vorkommen, legt sie noch weiteres Rot und Blau. Ihre Hände wirken aber ungemein lebendig.

Immer wieder Albertina, die klassische

Ich freue mich immer wieder darüber, dass man seit Jahren in praktisch jeder Ausstellung fotografieren darf. Ohne Blitz, klar, trotzdem war das lange nicht so. Wie vielen Museumswärtern bin ich nachgeschlichen um im richtigen Moment hinter ihrem Rücken Fotos zu machen. Rucksäcke , und seien sie noch so klein, darf man nicht mitnehmen in die Austellungsräume. Es kann zwar sicher niemand eines der Riesenbilder von Xenia Hausner unbemerkt in eine Handtasche stopfen, aber gut, das sind halt die Spielregeln. Eine positive Nicht-Veränderung dagegen ist, dass die Ausstellungs-Kataloge nicht teurer geworden sind.

Ich bin immer noch bei Xenia Hausner. Obwohl das manche behaupten, ist es einfach nicht dasselbe, ob man sich ein Bild auf einem Foto, in einem Katalog, im Internet ansieht oder ob man ihm gegenüber steht. Vielleicht gehe ich nochmals in die Ausstellung.

60. Station der Kunst- und Literaturweltreise – Österreich 2 – Xenia Hausner

Es handelt sich um eine – zu Unrecht – noch nicht sehr bekannte Künstlerin. Xenia Hausner wurde 1951 geboren, hat sehr erfolgreich als Bühnenbildnerin gearbeitet und widmet sich erst seit 1992 ausschließlich der Malerei. Die Ausstellung hat mich wegen der Intensität ihrer Bilder sehr beeindruckt

Ich lasse die Künstlerin zu Wort kommen und bin absolut mit ihr einverstanden: Bilder sollten für sich sprechen und die Betrachter*innen nicht mit langen Erklärungen gegängelt und zu einer Sichtweise gedrängt werden:

Interessant als biografisches Detail finde ich noch, dass die Malerin eine Tochter von Rudolf Hausner ist, einem Mitglied der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Ihre beiden Schwestern sind ebenfalls künstlerisch tätig: die Filmregisseurin Jessica Hausner und die Kostümbildnerin Tanja Hausner.

Ein paar ihrer Bilder gibt es hier zu sehen, einige in den nächsten Tagen. Viele habe ich in natura fotografiert, aber ich habe auch einen Katalog erstanden. Nachdem mir die Bilder nicht nur sehr gut gefallen, sondern mich persönlich berühren, werden auf dem Blog wohl noch etliche zu sehen sein.

Dieses Bild stammt aus der Serie „Exiles“

Die Figuren der meisten Bilder konzentrieren sich auf die Betrachtenden ( KLICK ) und treten mit ihnen in Verbindung. Dieses nicht.

Xenia Hausner bietet Möglichkeiten für für eigene Interpretationen und Geschichten an. Dieses Bild zB hat zahlreiche mögliche Lesearten. Es ist ein Angebot, keine Verpflichtung.

Expressiv !

Ein guter Tag war es, weil es ein paar Tropfen geregnet hat und weil ich mich endlich aufgerafft habe, mir die Xenia-Hausner-Ausstellung anzusehen. Zum Glück habe ich mich von den vielen Leuten vor dem Museum nicht abschrecken lassen. Die Besucher*innen haben sich ganz gut auf sechs verschiedene Ausstellungen verteilt. Es waren zwar nicht gerade wenige Menschen, in der Ausstellung, die ich sehen wollte, aber auch nicht so viele, dass sich die Massen durch die Räume geschoben hätten und die Bilder nicht zu sehen gewesen wären.

Was mir da entgangen wäre! Bilder, die irgendetwas in mir ganz stark ansprechen, die mich richtig glücklich gemacht haben und wieder einmal ganz sicher in der Überzeugung, dass Ausdruck wichtiger ist als Form. Dabei ist es nicht so, dass die Form bei Xenia Hausners Bildern vernachlässigt würde, sie sind nur extrem ausdrucksstark. Es gibt Bilder, die mir wie Puzzlesteine vorkommen. Es klickt und sie fügen sich zu anderen Steinen hinzu und die Welt wird ein Stück klarer und verständlicher.

Beziehungen

Drei Lockdowns und dazwischen 100% Homeoffice haben wir gut miteinander überstanden. Natürlich nicht ganz ohne Reibereien und gegenseitiges Nerven, das wäre ja geradezu abnorm. Aber insgesamt haben wir es gut hingekriegt, der F und ich.