la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Street Art im Gefängnishof

Jahrhundertelange Tradition erfordert, dass sich Schüler und Schülerinnen in ihrer Schule wie Gefangene vorkommen. Auch wenn dem nicht wirklich so ist, so gehört es doch zum guten Ton.

Der Schulhof unseres Ausweichquartiers, das wir nun schon das zweite Jahr benützen – und ein Ende ist noch nicht abzusehen – ähnelt allerdings wirklich einem Gefängnishof. Er ist auf allen vier Seiten von einem vierstöckigen Gebäude umgeben, hat eine grauenhafte Akustik und eine fast ebenso verheerende Optik. Die äußere Fassade des Gebäudes wurde renoviert, alles verputzt, die Fenster gestrichen, aber nicht erneuert, dennoch sieht es von außen ganz gut aus, aber der Innenhof, ein Graus ! Ein Begrünungsprojekt, Sitzgelegenheiten und Tische, hat alles nicht viel gebracht. Nun gab es vorige Woche ein Projekt, das 2 junge Graffiti-Profis mit einer Klasse von 17, 18-jährigen zusammenbrachte um den Hof künstlerisch zu gestalten.

Zwar finde ich nicht, dass der Hof insgesamt besonders gewonnen hätte, aber einzelne Graffitis finde ich sehr gelungen.

Zunächst wurde die „Gefängnissituation“ der Schülerinnen und Schüler dargestellt:

Unter der Stiege – berichteten die Jung-Künstler – sähe man die Kreativen, die sich immer verstecken müssten, damit sie vom System nicht eine auf den Deckel bekämen.

Der Slogan von dem dargestellten Taferl stammt aus einem Songtext von „Violator“, einer brasilianischen Thrash-Metal-Band. Den Slogan find ich sehr gut, den Bandnamen weniger, aber die Darstellung ist äußerst gemäßigt ausgefallen.

Zum Vergleich ein Violator-Original:

Der hier dargestellte Mann, so erklärte man mir, ist auf sämtlichen Plattformen der Social-Media, hat noch nie ein einziges like bekommen und hat keinen einzigen follower. Wie tragisch das ist, kann ich wenigstens entfernt nachvollziehen. Genial daran finde ich, dass ihm die Jugendlichen keine Füsse gemalt haben, er hat nämlich den Kontakt zur Realität verloren.

Und schließlich noch ein graffiti, das ganz ohne Hilfe der Profis entstanden ist.

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Heilige holding ?

Die österreichische Vinzenz-Gruppe ist eine aus sieben Krankenhäusern und zwei Pflegeheimen bestehende Holding, die vom Orden der Barmherzigen Schwestern 1995  gegründet wurde. Offenbar ein sehr tüchtiger Orden, denn die Gruppe ist kaufmännisch wie medizinisch sehr gut aufgestellt. Image illustrative de l'article Vincent de PaulQuelle: Wikipedia

Der heilige Vincent de Paul  geboren in Pouy am 24.April 1581 und verstorben in Paris am 27. September 1660 ist der Namensgeber dieser Holding ebenso wie vieler christlicher Organisationen. Die Historiker bezweifeln zwar den Wahrheitsgehalt der Legende, dass er zwei Jahre lang als christlicher Sklave in Nordafrika gelebt haben soll und dann mit seinem von ihm zum Christentum bekehrten ehemaligen Herrn und dessen drei Frauen nach Rom gereist sei.

Tatsache ist aber, dass er 1619 Beichtvater des für die französischen Galeeren zuständigen Generals, Philippe-Emmanuel de Gondi wurde . 1625 gründete er die Kongregation der Lazaristen ( In Deutschland Vinzentiner genannt). Vinzent de Paul verstand es offenbar ausgezeichnet die Damen der französischen Gesellschaft zum Spenden für die Armen und Bedürftigen zu motivieren und war Gründer mehrerer wohltätiger Organisationen.

So wurde auch diese österreichische Holding nach Vinzent de Paul benannt. Wie ich auf das Thema komme ? Nun, das Spital, in dem meine Rehab stattfindet, gehört auch zur Vinzenz-Gruppe und ich bin äußerst beeindruckt von der freundlichen Atmosphäre, die dort herrscht. Zuerst dachte ich, es müsste ein ganz fantastisch effizientes Qualitätsmanagement sein, das solche Ergebnisse erzielt, aber wenn man genau hinsieht, so stellt man fest, dass nicht eine professionelle Freundlichkeit herrscht, sondern eine sehr überzeugende Herzlichkeit.

An und für sich würde es mich irritieren, wenn in einem Rehabzentrum überall Kreuze hängen, sogar im Schwimmbad, wenn es eine angeschlossene Kapelle gibt ….. aber in diesem Fall, in einem so großartig organisierten und funktionierenden Spital mit einem derart außergewöhnlichem Personal habe ich mich schon nach einer Woche daran gewöhnt und genieße das Ambiente geradezu.

 


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Ablenkungsstrategien

Um am Sonntag vor dem Wahlsonntag nicht daran zu denken, dass es der Sonntag vor dem Wahlsonntag ist und die Hackln fliegen und der Schmutz von allen Parteizentralen tropft, haben wir uns die Verlängerung der U-Bahn nach Oberlaa angesehen. Oberlaa ist die Therme Wiens, am Stadtrand gelegen, aber durch die U-Bahnverlängerung nunmehr leicht und schnell zu erreichen.

Nicht das schönste Foto, das ich jemals gemacht habe, aber man sieht den Eingang zu der großen Therme. Die vielen glänzenden Oberflächen erinnern zwar wieder an den Herrn Silberstein, der hoffentlich Gefängnismauern von innen sieht, aber das muss man wegstecken.

Es gibt auch einen wirklich schönen, riesigen Kurpark mit mehreren Teichen und allem Drum und Dran. Die Konditorei Oberlaa genießt auch einen sehr guten Ruf und hat seit längerer Zeit mehrere Filialen an zentraleren Standorten in der Stadt. Im Kurpark hatte ich das Erlebnis zu beobachten, wie eine Nonne – ohne die mindeste Spur von Verlegenheit oder schlechtem Gewissen – vor aller Augen einen Blumenstock einfach ausgrub und mitnahm. Die skandalösen Zustände in der Politik wirken sich offenbar auf die Moral sämtlicher Bevölkerungsgruppen aus.

Ob die beiden hier heftig flirten oder ebenso heftig streiten, kann man als Spaziergänger nicht feststellen und es fällt wohl auch unter die Geheimnisse der Oberlaaer Öffentlichen Sitzmöbel 🙂


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Pferde vor Menschen …..

Fiakerpferde dürfen/müssen in Wien ab 35 Grad Celcius nicht mehr arbeiten. Für Menschen gibt es solche Beschränkungen nicht. Vorläufig ist noch niemand auf die Idee gekommen, dass ja Menschen vor die Kutschen gespannt werden könnten. Vielleicht kommt das noch. Alles für den Tourismus !


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Müde Fliegen und junge Männer

Vielen, vielen müden Fliegen bin ich heute unterwegs begegnet. Die Stadt kocht. Offenbar bringt kaum jemand auch nur  die Energie auf grantig zu sein, was natürlich sehr positiv ist. Ansonsten fällt mir beim besten Willen kein positiver Kommentar zu diesem Wetter ein.

SSSScccrrraaatsch, sssssccrrraaaaaaatsch, das waren die Klebebänder zum Abkleben von Fenstern und Türen und sonstigen nicht zu bemalenden Flächen. Bummm, bummm, wisch, wisch, wisch, bum, wisch, jetzt wird gestrichen, inklusive akrobatische Leistungen auf den Leitern. Die beiden jungen Maler sind kompetent, fleißig und ziemlich sehenswert. Ich wollte ja so wenig wie möglich wegräumen und halt irgendwie rundherum streichen, aber die zwei haben in null Komma nix die Möbel übereinander getürmt, alles zugeklebt. Sogar die Pflanzen sind hinter Plastik verschwunden und schauen richtig geschockt aus. Spätestens morgen Mittag wollen sie fertig sein. Egal ob Morgen Mittag oder morgen Abend jedenfalls wird dann längere Zeit lang nichts mehr renoviert und schon auf gar keinen Fall die Böden ! Trotzdem schaffe ich es immer wieder bei Hitzewellen Handwerker im Haus zu haben.