la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


Ein Kommentar

Foto der Woche, vier – fließender schwarzer Turm

Die vergangene Woche war dadurch gekennzeichnet, dass der Sommer eindeutig vorbei ist und dass wir nach sehr langer Zeit wieder einmal bei Fs Wohnung vorbeischauten. Dabei nutzten wir die Gelegenheit um eine Runde an der alten Donau zu drehen und ich konnte mein Lieblingshochhaus in der Wiener Donau-City vom französischen Architekten Dominique Perrault besuchen und fotografieren. 10.000 Schritte waren auch drin, am Wasser entlang.

„Transdanubien“ – der 22. Wiener Bezirk ist eine interessante Mischung aus moderner Architektur und naturbelassenem alten Donauarm.


7 Kommentare

Samstag 26.September 2020 – Er war´s !

Der F war´s der 400 € gespendet hat! Obendrein noch quasi auf meinen Namen, weil er die Daten des Erlagscheins der Caritas benützt hat, der an mich adressiert war. Erzählt hat er mir nichts davon, nur irgendwann nebenbei erwähnt, dass er für Beyrouth spenden wollte. Ich bin beeindruckt, sehr beeindruckt. Noch nie habe ich eine annähernd so hohe Summe gespendet.

Bodhichitta nennt sich die buddhistische Praxis, bei der man anderen Menschen gute Gedanken schickt, unter anderem solchen mit denen man kein besonders gutes Verhältnis hat. Leuten, die man mag oder solchen denen man neutral gegenübersteht freundliche Gedanken zu schicken, ist ja keine Kunst. Es ist einfach und hinterlässt ein gutes Gefühl. Bei Menschen, die man eigentlich nicht leiden kann, ist das eine andere Sache eine ziemlich schwierige sogar, aber das Gefühl danach ist mindestens genauso gut.

Ich glaube ja nicht daran, dass die freundlichen Gedanken tatsächlich bei anderen ankommen, aber ich bemerke, dass es etwas mit mir macht, wenn es mir gelingt, an jemanden den/die ich so gar nicht leiden kann mit Freundlichkeit zu denken. Eine gute Übung, die man immer und überall praktizieren kann.


13 Kommentare

Donnerstag 24. September 2020 – Niveau und Spenden

Ich habe überlegt, ob ich meine sporadischen Tagebucheinträge auf ein etwas höheres Level befördern sollte, inhaltlich und sprachlich. Aber dann müsste ich sie mehrmals durchlesen und ein bissl daran feilen und könnte nicht mehr so spontan in die Tasten hauen. Nein, ich beschränke das Gefeile auf sonstige Texte.

Die Caritas dankt mir schriftlich, dass ich 400 € für den Südsudan gespendet habe. Ein kleiner Haken ist dabei: ich habe keine 400 € gespendet sondern 50 und nicht für den Südsudan sondern für ein Wiener Obdachlosenprojekt. Ich gestehe, ich habe mein Bankkonto durchforstet um zu sehen, ob die Bank womöglich von sich aus von meinem Geld gespendet hat. Nein, hat sie nicht. Es ist nur ein Irrtum. Es tut mir leid, dass der edle Spender/die edle Spenderin nun wahrscheinlich keinen Dankesbrief mit näheren Infos über das Südsudan-Projekt der Caritas bekommt, habe jetzt aber keine Lust, die Sache aufzurollen. Macht mich das zu einem schlechten Menschen?

Ach ja, und heute regnet es. So ein Glück, dass ich gestern den kaputten Gartenschlauch ersetzt habe.


13 Kommentare

Menschen am Wien-Fluß 4/5

Jetzt wird es bald vorbei sein mit der sommerlichen Stimmung, aber am Mittwoch herrschte am Wien-Fluß noch Strand-Ambiente, allerdings mit verschiedenartigeren Aktivitäten als in der Sonne herumliegen. Derzeit ist der Fluß an vielen Stellen so seicht, dass man – wie diese beiden – ganz problemlos durchgehen kann. „Die Furt“ wäre der Titel einer Geschichte, die ich zu diesem Foto schreiben könnte. Es könnte eine Alltagsgeschichte sein, eine Liebesgeschichte, eine Horrorgeschichte, eine Science-Fiction Geschichte, ein Gedicht, eine Fahrradwerbung, eine Sportgeschichte und fast unendlich viel anderes.

Dazu demnächst mehr.

 


Hinterlasse einen Kommentar

Donnerstag 17.September 2020

Vom kürzesten Weg zum Meditationszentrum bin ich auf den schöneren umgestiegen. Es ist aufmuntender durch die schöne Innenstadt zu fahren als über einen Bahnhof mit der unangenehmsten U-Bahnlinie der Stadt. Leider kommt Covid19 näher, zwei Mitglieder des Meditationszentrums hat es erwischt. Eine der beiden hat sich an ihrer Schule bei der Abschiedsfeier für in Pension gehende Kollegen angesteckt, die andere bei ihrem Mann, mit dem sie nur noch im selben Haus wohnt. Stoff für zwei Geschichten.

Abschiedsfeiern, bei denen sich jemand hätte anstecken können, gab es in meiner Schule ja nicht. Ich verfolge die Geschehnisse dort immer noch und bin immer froher, dass ich nicht vor Ort sein muss. Die Bedingungen für den Unterricht sind sehr bescheiden. Das neue Gebäude hat nicht nur Vorzüge und es gibt auch andere Arten von Problemen: einen Brand in der funkelnagelneuen Garderobe, der von der Polizei untersucht wird. Alles in allem recht herausfordernd.

Laut Meinung der deutschen Regierung ist Wien ja verseuchtes Gebiet. Als Bürgerin, die nicht direkt vom Tourismus lebt, kann man sich durchaus darüber freuen, dass weniger Touristen unterwegs sein werden, für den ohnehin angeschlagenen Tourismus und die österreichische Wirtschaft im allgemeinen ist das eine ziemliche Katastrophe. Wobei die Infektionszahlen in Wien tatsächlich – verglichen mit der vorherigen Situation – stark steigen. Nachdem wir aber noch immer kein Zweitdomizil gefunden haben, bietet sich mir auch keine Ausweichmöglichkeit an. Nett wäre natürlich ein Häuschen hoch in den Ästen in den von Donald Trump beschriebenen österreichischen Waldstädten. Seltsamerweise ist da auch nichts frei.

Gerade hatte ich die Kamera gezückt um ein paar Stadtaufnahmen zu machen, als meine Freundin I. auftauchte. Die I ist einer der Gründe warum ich immer wieder dieses Meditationszentrum besuche und dort an diversen Veranstaltungen teilnehme. Ich packte die Kamera wieder ein und es blieb bei einem Foto, nämlich diesem:


15 Kommentare

Dienstag 15. September 2020 – Weichenstellungen und Umwegrentabilitäten

Blick von der Caféterrasse auf der ich heute das erste Mal eine Gruppe meiner pensionierten Kolleginnen getroffen habe. Im Hintergrund ein als Mahnmal an die schlechte alte Zeit stehen gelassener Flakturm. Im selben Park befinden sich auch die Augarten-Porzellanmanufaktur und das Schlösschen der Wiener Sängerknaben.

Aber ich war nicht zum Sight-seeing dort sondern zum Wiederanknüpfen von Beziehungen. Mit Erfolg. Es war ein sehr nettes Treffen und ich wurde gleich in den Kreis aufgenommen. Obendrein hat sich herausgestellt, dass die aktiven Pensionistinnen auch eine Gruppe „Theater-Kabarett“ haben, in die ich ebenfalls aufgenommen wurde. Nachdem ich viele Jahre lang immer auch in der Abendschule unterrichtet habe, war es organisatorisch praktisch unmöglich ein Theater-Abo zu nehmen, was ich gerne getan hätte. Aber so eine Gruppe ist ja viel besser als ein Abo, man sucht sich aus, was man sehen möchte und es wird sich immer eine angenehme Begleitung finden. Derzeit ist es ja leider etwas schwierig ins Theater zu gehen. Erst gestern wurde ein größerer Cluster von Corona-Infizierten rund um eine Opern-Aufführung gefunden …

Aber das geht auch wieder vorbei, hoffentlich … Jedenfalls bin ich ziemlich beschwingt durch die halbe Stadt spaziert und kam dabei auch an meinem Lieblingswollgeschäft vorbei. Ich freute mich schon darüber, dass es überlebt hat und noch mehr freute ich mich als ich im Schaufenster einen Hinweis sah „wir nehmen Mützen und Schals für das St. Anna Kinderspital entgegen.“ Ich bin ja eine begeisterte Strickerin, weiß aber schon nicht mehr, was ich mit meinen Produkten anfangen soll. Es stapeln sich Berge von Pullovern, die ich aber gar nicht brauchen kann, weil sie mir viel zu warm sind, von Schals will ich gar nicht reden. Gestrickte Spenden an ein Kinderspital kommen mir da gerade recht. Und wenn das Spital gerade nichts braucht, sagte die Verkäuferin, unterstützen wir auch eine Initiative für obdachlose Frauen. Perfekt. Ich kann meiner Strickleidenschaft frönen und die Produkte sinnvoll verschenken. Es gibt dort auch ein offenbar sehr nettes Stricktreffen einmal in der Woche, aber das wird wohl momentan auch nicht stattfinden, weil es auf den Fotos auf der home-page sehr eng aussieht.

Also rundum ein sehr erfreulicher Tag. Auf meine alten Tage werde ich noch gesellig und sozial werden. Naja übertreiben muss ich es auch nicht.

 


22 Kommentare

Stadtspaziergänge – Über Pflastersteine neben der Wien

Wien liegt nicht nur an der Donau sondern auch an der Wien, die im 18. Jahrhundert ein recht breiter Fluss mit mehreren Nebenarmen war. 1898 begann die Regulierung des Flusses und heute besteht er an den meisten Stellen aus etwas Wasser, das an vielen Stellen durch eine ziemliche Steinwüste fließt. Aber bei Hochwasser erkennt man sie nicht wieder die Wien, da wird sie wieder zum lebendigen Fluss und die Menschen stehen auch bei strömendem Regen staunend auf den Brücken und sehen ihr zu. Die Verwandlung vom sanft plätschernden Bach in einen Fluss kann sehr schnell gehen und es gibt daher auch entlang der Uferwege ein Warnsystem.

Im Rahmen meines Projekts „täglich 10.000 Schritte“ bin ich vom unattraktivsten Bereich aus weggegangen, Richtung stadtauswärts. Naja, Steine und ein sehr schmales Flüsschen. Immerhin kann man unter normalen Umständen im Flussbett gehen.

Es wird dann langsam etwas grüner und etwas flussartiger 

Ich wusste schon, dass es dort nicht besonders schön ist, wollte aber die ganze Strecke kennenlernen. Knapp bevor ich zum Beginn des renaturierten Flussufers gekommen bin, hatte ich genug. Habe mir aber vorgenommen beim nächsten Mal mit der U-Bahn bis zur Stadtgrenze zu fahren und dann von dort aus weiterzugehen. Dann gibt es hübschere Bilder


23 Kommentare

Samstag 5.9.20 – ständige Ferien

Montag beginnt die Schule ohne mich. Losgelassen habe ich definitiv noch nicht. Ich verfolge die hausinternen e-mails, habe die Stundenpläne der alten und neuen Kollegen studiert, es war mir wichtig, dass die Zugänge alle noch offen sind. Ich denke, in ein paar Monaten wird mir das alles weitgehend egal sein, zumindest aber werde ich innerlich um einiges weiter weg sein.

Den Moment der Pensionierung hätte ich nicht besser wählen können: die Schule zieht in ein renoviertes Haus, das mir nicht besonders sympathisch ist. Es gibt keine Schlüssel mehr sondern nur noch Chipkarten auf denen die jeweiligen Berechtigungen für den Eintritt in diverse Räume gespeichert sind. Hat für mich einen Geschmack von Misstrauen. Es dürfen nicht mehr alle Lehrer*innen überall hinein, wie das davor der Fall war.

Für über 150 Lehrer gibt es nur 25 Arbeitsplätze, jede/r bekommt aber ein privates Stehpult. Ein Stehpult!! Klingt für mich wie die Zustände auf dem Arbeitsmarkt im 19. Jahrhundert: Stehpult und Ärmelschoner. Das wird sich sicher irgendwie einspielen, man gewöhnt sich an alles, aber ich bin froh, dass ich mir das erspare.

Obendrein gibt es die Corona-Ampel, die in Wien auf gelb steht, was für die Schulen heißt, dass auf den Gängen Masken getragen werden sollen. Auf eine Beteiligung an diesem Zustand verzichte ich auch gerne.

Was mir wirklich fehlen wird, ist der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen. Es ist schon ein feiner Zustand, wenn man täglich zwanglos viele Menschen trifft ohne dass man erst Treffen vereinbaren muss. Nicht dass ich alle meine Kollegen heiß geliebt hätte, aber ich habe mit sehr vielen gerne geredet und bin mit anderen persönlich befreundet. Die Aufrechterhaltung von Freundschaften, die aus dem beruflichen Umfeld kommen, halte ich aber für recht schwierig, weil ein sehr großer Teil der gemeinsamen Interessen weg fällt. Natürlich trifft man einander noch, aber es nicht mehr dasselbe. Verschiedene Lebensphasen, verschiedener Freundeskreis. Was ja nicht negativ ist aber eine gewisse Flexibilität erfordert.

Flexibilität ist überhaupt gefragt. Eigentlich wollte ich in diesem Herbst viel reisen. Daraus wird nichts werden, weil ich mir das komplizierte rundherum nicht antun will. Ich erinnere mich an einen Ausspruch von Konrad Lorenz „jeden Tag vor dem Frühstück eine Lieblingstheorie einstampfen, das erhält jung“. In meinem Fall geht es nicht um Theorien sondern um Pläne, aber vielleicht hält deren Einstampfung auch jung, zumindest geistig


15 Kommentare

Natur auf dem Dach

Anfang August war ich bei einer Malfreundin. Wir hatten eines unserer Treffen zu ihr verlegt, in den wunderschönen begrünten Innenhof mit anschließendem großen Gemeinschaftsraum, einem Brunnen und vielen Bäumen. Olpos Artikel hat mich daran erinnert, dass es auch gelungene Gemeinschaftswohnprojekte gibt. So sieht das Haus von außen aus. Sehr durchschnittlich für einen Wiener Innenstadtbezirk.

Aber drinnen gibt es nicht nur einen begrünten Hof, der von den Hausbewohnern gemeinsam gegossen und gepflegt wird, in dem es gut vier, fünf Grad kühler ist als auf der Straße, es gibt auch ein begrüntes Dach. Weniger als ein Meter Erde wurde hier aufgeschüttet, aber es ist von einem Garten nicht zu unterscheiden. Abgesehen von Blumen und Sträuchern gibt es hier auch große Obstbäume. Eine richtige Oase mitten in der Stadt. Wenn man mit GoogleEarth über die Stadt wandert, sieht man wie viele kleinere und größere Oasen und Paradiese dieser Art es gibt.

Auffallend fand ich, dass in diesem Haus überdurchschnittlich viele Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater wohnen. Die Frage ist, ob die Hausgemeinschaft deswegen oder trotzdem so gut funktioniert. Ich denke nun schon Wochen darüber nach, mit welcher höflichen Formulierung ich danach fragen könnte.