la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


33 Kommentare

Montag 11.2.19 –

„Ich hab gelesen bei Ihnen gibt es Zimmer mit und Zimmer ohne Balkon. Habe ich eine Chance auf ein Zimmer mit ?“ frage ich die Rezeptionistin im Reha-Zentrum, das ich bald bewohnen werde. „Leider nein“ sagt sie „es ist alles schon eingeteilt“. Im Klartext heißt das wohl, dass ich früher hätte anrufen müssen. Na gut, was soll´s im Februar werde ich ohnehin kaum am Balkon sitzen wollen, ganz abgesehen davon, dass man bei einer Reha sehr beschäftigt ist und möglichst viel Bewegung machen soll. Vielleicht becirce ich die Rezeptionistin doch noch und ziehe nach einer
Woche um, falls es mir das wert ist. Vielleicht gefällt mir das Zimmer aber oder es gibt genügend öffentliche Bereiche im Freien. Alles vorher zu wissen, macht angenehme Überraschungen unmöglich.

So gerne ich verreise, so ungern packe ich Koffer. In diesem Fall ist das besonders absurd, weil ich in eine Stadt fahre, wo es im Notfall garantiert alles zu kaufen gibt, was ich eventuell vergessen könnte, inklusive diverse Ladekabel und _stationen. Wenn man Neurosen mit logischen Argumenten beikommen könnte, wäre das zu schön um wahr zu sein. Es ist ja auch nicht wahr.

„Augustin“ heißt eine Wiener Obdachlosenzeitung mit dem scherzhaften Untertitel „erste österreichische Boulevardzeitung“. Eine sehr interessante Zeitung, in der man Dinge erfährt, die in anderen Medien nicht vorkommen. Es gibt da auch einen Veranstaltungskalender, der in die Rubriken „gratis“ , „bis 7 euro“ und „ab 7 euro“ eingeteilt ist. Die Zeitung kostet 2.50 davon sind 1,25 für die Verkäufer*innen. Sie erscheint alle zwei Wochen und ist immerhin bei Nummer 475 angelangt.

Werbeanzeigen


9 Kommentare

Gespiegelter Jugendstil

Detail einer der alten Schnellbahnstationen von Otto Wagner. Sie wurden renoviert und teilweise auch adaptiert. Heute fahren auf der alten Stadtbahnstrecke zwei Linien der Wiener U-Bahn.


17 Kommentare

Freitag 8.2.19

Es ist ja wahrhaftig eine banale, allgemein bekannte Tatsache, dass „nahe“ und „weit weg“ je nach Verkehrsmittel und körperlicher Kondition sehr relative Begriffe sind. Aber das Erleben, dass eine Strecke, die zu fuß mit einem kaputten Hüftgelenk trotz Anstrengung kaum zu bewältigen war, plötzlich nicht mehr der Rede wert ist, dieses Erleben ist schon eine große Sache. Wie man ja überhaupt nur wirklich begreifen kann, was man selbst erlebt hat.

U-Bahnfahrten ohne Handynutzung können auch zum Erlebnis werden. Vor allem auf U-Bahnlinien, die nicht unterirdisch geführt sind. Wenn man den Blick abwendet von den heftig wischenden aufs Display starrenden Mitreisenden, tauchen Dinge auf wie orange Baukräne vor dem Hintergrund des blitzblauen Himmels, eine Orgie der Gegenfarben. Oder Teile der alten, sehr gut renovierten Stadtbahnstationen von Otto Wagner vor dem blauen Himmel.

Zwei Buben, der eine vielleicht acht der andere so um die zwölf Jahre herum, sitzen mir schräg gegenüber. Sie haben beide die gleiche Modefrisur und üben eifrig wie man mit gespreizten Fingern den ins Gesicht hängenden Teil der Frisur am coolsten nach hinten oder zur Seite legen kann. Ihre Selbstbilder sehen ihnen dabei zufrieden zu.

Unfassbares aus der Welt der Pflanzen: bei einer Studie mit Nachtkerzen konnte nachgewiesen werden, dass die Pflanzen in irgendeiner Weise hören können. Spielt man ihnen das Summen von Bienen vor, so reichern sie innerhalb von 3 Minuten ihren Nektar mit um 20% mehr Zucker an. Ein unendlich wiederholbares Experiment. Interessant fand ich auch den Kommentar einer der Wissenschafterinnen, die meinte womöglich wären die Geräusche der Menschenwelt sehr störend für die Pflanzenwelt. Das erinnert mich an einen Film, den ich irgendwann gesehen habe, vom Genre Genetikhorror, da hatten die Pflanzen beschlossen die Menschheit loszuwerden und gaben Giftstoffe in die Luft ab sobald ein Mensch vorbeikam. Man muss da immer sehr aufpassen eine ganz exakte Grenze zwischen wissenschaftlich Nachweisbarem und Fabuliertem zu ziehen, denn in der Grauzone zwischen beidem bereichern sich die Scharlatane.


17 Kommentare

Donnerstag 7.2.19 –

So, die Krücken sind im Keller! Allerdings sind in dem kleinen Kellerabteil noch so viele andere Sachen, dass ich sehr schnell wieder die Tür zumache. Einer Kellerausmistung fühle ich mich derzeit nicht gewachsen. Zwar habe ich als Reaktion auf das schreckliche Ausmisten des Hauses meiner Eltern in meiner Wohnung auch viel weggeworfen, Tonnen von Papier und Sonstigem, aber das reicht jetzt für eine Weile. Dabei weiß ich ja mittlerweile, wie gut das mit der Sperrmüllabfuhr  funktioniert. Nur liegen in meinem Keller praktisch ausschließlich Dinge, die ich weder brauche noch wegwerfen möchte. Der nächste Motivationsschwung wird schon kommen.

Ich bin gerade so schön in Aufbruchstimmung, habe begonnen eine kleine Osterreise zu planen und fühle mich rundherum aktiv und kompetent und effizient und was nicht noch alles. Ja, ja, ich weiß schon, es bleibt nicht so, es bleibt nie lange so, irgendetwas schwieriges, trauriges, unlösbares kommt schon wieder, aber man muss die Zwischenhochs einfach genießen. In diesem Sinne werde ich mich jetzt gleich mit der Produktion eines Karottenpuddings befassen.

Ich kaufe Flugtickets bzw die Zettel, die man nur mehr bekommt im Reisebüro. Hoffnungslos altmodisch sagt der F. aber ich finde, dass das Reisebüro eine Menge Vorteile bietet. Zum Beispiel ermöglicht es dem F. noch ein paar Tage darüber nachzudenken, ob er auch sicher mitkommen kann oder will. Auf den diversen Flugcheck-Plattformen wird nichts reserviert, schon gar nicht ein paar Tage lang. Außerdem kenne ich alle Leute, die in diesem Reisebüro arbeiten seit gefühlt hundert Jahren, freue mich immer wieder sie zu sehen und bekomme auch immer eine Menge Informationen und Tipps. Unterkünfte sind ein anderes Kapitel, da schätze ich Buchung über diverse Plattformen sehr, vor allem wegen der Möglichkeiten des Stornos bis fast zum letzten Moment.