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Freitag 20.Mai 2022 – Leider Lieblingsthema

Schon begonnen hat die Zeit zu der ich jeden Weg danach aussuche, ob er im Schatten oder in der Sonne liegt. Daraus ergeben sich manchmal auch neue Wege, die ich gar nicht kenne, obwohl ich regelmäßig dicht daran vorbeikomme. Für den Weg ins Atelier bieten sich auch Möglichkeiten von brennend heiß bis einigermaßen beschattet. Die Glastüren des Ateliers selbst werden von einem sehr großen Baum beschattet, der ab dem frühen Nachmittag die Sonne in Schach hält. Glücklicherweise, denn so bleibt das Innere einigermaßen kühl. Leider bin ich in Sommerzeiten extrem auf die Hitze fokussiert, die zum sehr wichtigen bis bestimmenden Faktor bei allem und jedem wird.

Heute bin ich zum Miksang-Fotografieren mit anschließender gemeinsamer Bildbetrachtung verabredet, bis zu 33 Grad sind vorhergesagt. Es ist noch nicht ganz so schlimm, weil die Stadt noch nicht aufgeheizt ist, aber mir reicht es völlig. Jedenfalls werde ich mich sehr bemühen den Nachmittag und Abend trotzdem zu genießen. Wenn man sich allerdings bemühen muss um zu genießen ….

Ich war in letzter Zeit selten im Atelier, weil einfach nicht alles gleichzeitig geht, wenn ich das auch gerne hätte, aber gestern ging es wieder einmal. Der D. hat sich erkundigt, ob es mich eh noch gibt und ob ich nicht im Sommer nach Irland kommen möchte. Daraus ist für mich ein Plan entstanden, im Herbst nach Irland zu fahren. Falls sich nicht die erwartete herbstliche Coronawelle wieder gewaltig aufbaut. Man wird sehen.

Der D hat inzwischen zwei neue Portraits angelegt und überlegt, ob er nicht in Irland bei einer Landschaftsmalerin Unterricht nehmen soll. Mein Tore-Bild, das schon lange unfertig herumsteht, verändert und entwickelt sich wieder. Fertig? Aber doch noch lange nicht …

Seit gefühlt ewigen Zeiten

habe ich keine live-Musik mehr gehört und fast vergessen, wie groß der Unterschied ist, echte Menschen statt irgendwelche Trägermedien zu erleben. Es ist wie bei den Bildern. Natürlich kann man sich Bilder auf Fotos ansehen, aber es ist doch überhaupt kein Vergleich mit einer persönlichen Begegnung.

Sie waren beide sehr gut, der Gitarrist gar hervorragend. Eine unerwartete und höchst erfreuliche Zugabe zu einer Ausstellung, die von einem Ärzte-Kunstverein alljährlich abgehalten wird. Einer der Musiker ist Untermieter eines der Mitglieder des Vereins und so kamen wir zu dem Konzert. Von den Bildern und Skulpturen hat mir kaum etwas gefallen. Ich war aber zufrieden, weil ich immer wusste, warum mir etwas nicht gefiel. Und das war nicht immer so.

Auch wenn er mir nicht gefällt, respektiere ich doch jeden eigenen Stil, aber muss Van Gogh oder Dali als Inspiration herhalten, wenn man so gar nicht an sie herankommt ?

Innerstädtischer Kanal

Wenn ich vom Ungarischkurs nachhause schlendere, nehme ich eine der drei möglichen Brücken über den Donaukanal. Da herrscht zumeist Blaue-Stunden-Stimmung. Bei warmem Wetter trifft sich die Jugend am Donaukanal.

Auf der Brücke sieht es so aus

Sonntag 1. Mai 2022 – gelungener Kulturmix

Der Wiener Donauturm und der Pavillon im Garten eines ganz hervorragenden Chinarestaurants im Donaupark. Schon der Park ist sehr schön, die Kombination von Hochhäusern und alten Bäumen, von vielen naturbelassenen Flächen mit Rosen und verschiedenen Brunnen. Das Essen in diesem Restaurant ist schlichtweg köstlich. Es hat einen Innenhof mit Pavillon, einen Teich und einen gepflegten Garten. Oft versammeln sich dort die Angestellten der Chinesischen Botschaft und auch viele andere Chinesen. Obwohl es ein sehr angenehmes Ambiente ist, kommen sie aber wahrscheinlich wegen der Küche. Auch wir gehen wegen der Küche hin.

Donnerstag 21. April 2022 – Nerven und Häuser

Morgen beginne ich mit den schweren Motivationsaktionen für meinen Nerv: vier Tage dochdosiertes Cortison, außerdem habe ich mir ein Gerät zur Elektrostimulation besorgt. Hoffentlich belebt ihn das. Die Physio versichert mir, dass es Fortschritte gibt, die Sache aber unendlich lange dauern kann/wird. Jedenfalls fühle ich mich von mehreren Seiten unterstützt und bin einigermaßen optimistisch.

Selektive Wahrnehmung: ist man zB schwanger, sieht man an allen Ecken Schwangere, hat man ein Problem mit dem Peroneus-Nerv, sieht man auf der Straße hinkende, wackelnde Menschen, die einen Fuss nachziehen, in der Hüfte einknicken, von rechts nach links schwanken und so weiter und so fort. Zum Ausgleich werde ich mir am Sonntag den Wien-Marathon ansehen, lauter durchtrainierte, athletische Menschen.

Auch Häuser können gehörig ins Schwanken geraten, verdreht, verzerrt, zerrüttet



Gescheitert oder verschoben?

So genau kann ich das noch nicht sagen. Hier sieht man eines der Objekte, aus denen im vergangenen Sommer ein Projekt werden sollte, ein Zeichen- oder Malprojekt. Die Objekte liegen nun aber schon seit Monaten im Atelier herum. Nachdem der D, mein Atelierskollege gerade für ein Monat in Irland ist, wäre es ein sehr geeigneter Zeitpunkt um ein Projekt zu beginnen oder wieder aufleben zu lassen. Aber wann tue ich Dinge schon zum geeigneten Zeitpunkt?

Andererseits können auch zu ungeeigneten Zeitpunkten interessante Dinge entstehen. Zum Beispiel wenn der D wieder einmal gefühlte siebzehn Modelle eingeladen hat. Sein neuestes Projekt, aus dem aber wahrscheinlich eh nichts werden wird, ist es, ein Podest zu bauen, auf dem seine Modelle sitzen sollen.

Sonntag 10. April 2022 – Kühe, Eier und Schellen

Immer schon habe ich mich gefragt, wieso die hübschen Frühlingsblumen Kuhschellen oder Küchenschellen heißen. Wieso „Kuh“ und „Küche“ austauschbar sind. Nun hat der F innerhalb eines Gärtner-Anfalls recherchiert, dass es sich nicht um „Küchenschellen“ sondern um Küh-chen-Schellen handelt. Ergibt Sinn. Auf diese Idee wäre ich aber nie gekommen, denn Kühchen gibt es in Österreich nicht, nur Kuhlis.

Zum derzeit allgegenwärtigen Thema „Eier“ habe ich Interessantes gehört. An der Farbe der Dotter erkennt man, wovon das Huhn sich ernährt hat. Sind die Dotter sehr hell, kann man davon ausgehen, dass das Tier kaum jemals aus dem Stall gekommen ist, sind die Dotter sonnengelb, so ist das auf die Carotinoide in den Pflanzen, die die Hühner gefressen haben, zurückzuführen. Es besteht eine gute Chance, dass die Hühner, die die sattgelben Eidottern produzieren, Auslauf hatten und Gras und sonstige Pflanzen gefressen haben. Sind die Eier aber strahlend orange, dann handelt es sich um Farbstoffe.

Sonnig-grünes Haar

Die Dinge, die mich gerade beschäftigen, möchte ich hier nicht breit treten. Sie sind auch nicht von der Art über die sich jemand freuen könnte.

Wenn die Perückensammlung eines Wassermanns überflutet wird und in den Bach gelangt, sieht das so aus. Diese Blau- und Grüntöne sieht man auch gelegentlich auf den Köpfen von Jugendlichen, sie haben aber normalerweise nicht die gleiche Leuchtintensität wie das wallende Wassermannhaar.

Die Farben sind übrigens naturecht, sonnengrün, sonnenblau und sonnenbraun, ohne irgendeine Bearbeitung. Bei genauem Hinsehen, entdeckt man auch den Wassermann, der im Vergleich zu seiner Haarpracht winzig ist.

Wer sein Auto nicht wäscht…

… läuft Gefahr, dass ich gerade vorbeikomme, mit Kamera ausgerüstet und knipswütig und dann solche Bilder entstehen., die dann womöglich auch noch eingefärbt werden. Hübsche Strukturen sind das, wenn auch aus Schlamm entstanden