la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Donnerstag 2. April 2020

Unsere Direktorin hat sich zur Kommunikation mit den Schüler*innen die Plattform Microsoft-Teams in den Kopf gesetzt. Nun denn, es schadet ja nicht immer wieder was Neues zu lernen. Das Ding ist auch nicht weiter kompliziert und eigentlich – ich muss es ja zugeben – wirklich sehr vielseitig. Moodle habe ich immer gehasst und gefunden, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zu den Vorzügen steht. Bei dieser Plattform ist das auf den ersten Blick anders. Erste Blicke können natürlich auch täuschen …

Heute hätte ich das Tragen einer Schutzmaske ausprobiert, wenn denn der Supermarkt noch welche gehabt hätte. So ein Pech aber auch ! Schon gestern war das Kontingent des kleinen Supermarkts, in dem wir derzeit einkaufen, aufgebraucht und die Angestellten wissen nicht, wann sie wieder welche bekommen. Ab nächster Woche soll das Tragen von Mundschutz beim Einkaufen verpflichtend sein. Wenn man aber keinen hat, soll auch irgendein Tuch oder Schal durchgehen.

Meine wunderschönen Birnenbäumchenblüten haben die Frostnächte bis jetzt gut überstanden. Hätte ich gar nicht zu hoffen gewagt nachdem ich die Bilder gesehen habe, wie die Obstbauern ihre blühenden Bäume besprühen und wie das Wasser einfriert und die tollsten Eiszapfen entstehen. Heute soll es noch eine kalte Nacht geben und dann – diesbezüglich – bergauf gehen.

Die Corona-Kurven gehen glücklicherweise bergab. Regierung und Opposition beginnen wieder aufeinander loszugehen. Offenbar ist das gröbste überstanden. Dass nun plötzlich alle Menschen schmeichelweich werden sollen, halte ich für äußerst unwahrscheinlich, aber in diesem Fall ließe ich mich gerne überraschen.

Ich habe ernsthaft ins Auge gefasst Fenster und Türen zu putzen. Bis zur Verwirklichung des Projekts wird es aber wohl noch eine Weile dauern, falls es überhaupt dazu kommt …


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Dienstag 31.März 2020

Frustrierend ist es an den vielen Plakaten vorbeizugehen, auf denen Ausstellungen und Veranstaltungen angekündigt werden, die alle geschlossen oder abgesagt sind. Und wie viele Menschen aus dem Kunst- und Kulturbetrieb finanziell vor dem Nichts stehen. Es gibt staatliche Unterstützungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, Überbrückungskredite. Aber die Kunstschaffenden sind nur eine von vielen Gruppen, die derzeit ums wirtschaftliche Überleben kämpfen. Eigentlich ein ziemliches Armutszeugnis für unser Wirtschaftssystem, dass es nach nur zwei Wochen so stark einbricht. Resilienter statt effizienter müsste das System werden, hat irgendein Kommentator gemeint. Klingt einleuchtend.

Prinzipiell halte ich die Maßnahmen für zielführend und vernünftig, aber in manchen Bereichen sind sie nicht ganz durchdacht. Der große Supermarkt verkauft Gartengeräte und Pflanzen und macht insgesamt enorme Umsätze und die Gärtnerei daneben, die 70% ihres Jahresumsatzes um diese Jahreszeit macht, darf nicht aufsperren, muss ihre gesamten Pflanzenbestände kompostieren und steht vor dem Ruin.

Das ist der Parkplatz für Touristenbusse neben dem Schloss Schönbrunn. Gespenstische, gähnende Leere. Normalerweise ist es hier bummvoll, Reiseleiter lotsen ihre Gruppen in Richtung Schloss. Sehr viele Asiaten sind immer dabei, mit Sonnenschirmen und sehr oft mit Gesichtsmasken ausgestattet. Die Sonnenschirme würden derzeit keine Verwendung finden, aber die Masken würden wahrscheinlich neidische Blicke anziehen. Schönbrunn ist natürlich geschlossen, der Park, das Schloss, das Wäldchen, die Gloriette und der Tiergarten. Die Einbrüche im Tourismus werden uns noch sehr zu schaffen machen, vor allem in Tirol, wo die katastrophalen, auf blanke Gier zurückzuführenden Verhaltensweisen der Landespolitik dazu geführt haben, dass  eine große Anzahl von Skitouristen aus aller Herren Länder infiziert wurde und selbst wiederum in ihren Heimatländern Hunderte angesteckt haben.

Die Parks sind in Wien geöffnet, die Spiel- und Sportplätze und sogar einzelne Sportgeräte aber gesperrt.

 


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Montag 30. März 2020

So !! Ich habe alle Übungsaufträge fertig gestellt und verschickt. Damit sind die SchülerInnen in meinem Fach bis nach Ostern beschäftigt. Das fühlt sich sehr gut an. Natürlich muss ich nach wie vor korrigieren und Feedback geben, aber das läuft nebenbei und erfordert nicht allzuviel Energie und schon gar keine Kreativität, die wäre dabei eher hinderlich und darf sich nun frei austoben.

Ich spiele gerade eine Runde candy-crash und summe dabei die Marseillaise. Sehr bedenklich, wenn ich mir das so überlege, klarer Fall von Corona-Syndrom.

Voraussichtlich ab Mittwoch spenden also alle Supermärkte am Eingang allen Kunden je einen Mund- und Nasenschutz, den dann alle beim Einkaufen tragen sollen. So weit so gut. Über kurz oder lang, nach Maßgabe der Anzahl der verfügbaren Masken wird man sie wohl eine Zeit lang überall tragen müssen. Ich werde es hassen, was mir nicht viel nützen wird, also werde ich mich bemühen es zu lieben. Unrealisierbare Pläne gehören auch zum Corona-Syndrom. Der Wiener Bürgermeister bekommt morgen vom chinesischen Botschafter ein paar zigtausende Masken geschenkt. Wir sind in der dritten Woche Shut-down. Morgen soll es regnen, wenn nicht gar schneien und hageln. Das wird die Gelegenheit für einen langen, genüsslichen, einsamen Spaziergang.


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Sonntag 29. März 2020

Eigentlich ist es viel zu kalt zum Garteln. Eisiger Wind, auf dem Metallsessel friert man sich den allerwertesten ab. Trotzdem mache ich dort weiter, wo ich gestern aufgehört habe. Zupfen, rupfen, schneiden, Töpfe umgruppieren, neue Blätter und Blüten bewundern. Die Küchenschellen machen schon ernst, dafür frieren meine Finger ein. Unter den Überbleibseln aus dem Vorjahr sind wahre Schönheiten anzutreffen


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Freitag 27.3.2020 – 12. Tag der Coronabeschränkungen

Ich sitze täglich stundenlang am Computer. E-mails von den Schüler*innen kommen herein. Viel mehr als ich gedacht hätte, von Leuten von denen ich es nicht erwartet hätte. Die Situation ist wohl auch für die Studierenden  verwirrend und unsicher, sie fürchten wohl nicht zu Unrecht, um den Abschluss des Sommersemesters und sind bemüht den Kontakt zu halten.

In Wiener Brennpunkt-Pflichtschulen hört man, gibt es Kinder, die einfach von der Bildfläche verschwunden sind, ihren Lehrer*innen nicht antworten. Teilweise, weil es an der technischen Ausrüstung fehlt, teilweise weil sie keine Möglichkeiten haben zuhause zu lernen oder die jüngeren Geschwister betreuen müssen. Es ist eine ziemliche Katastrophe, weil da die ohnehin großen Abgründe zwischen geförderten und nicht geförderten Kindern noch mehr aufbrechen werden, ohne dass die Kinder etwas dagegen tun könnten. Die Stadtverwaltung hat nun offenbar das Sozialamt auf das Problem angesetzt. Ob das Ergebnisse bringen wird. Ziemlich sicher scheint jedenfalls, dass die Schulen nach den Osterferien nicht gleich wieder hochgefahren werden.

Langsam schlägt mir die Isolation auf´s Gemüt


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Bergwerk

Zumindest sitzen wir nicht unter der Erde und es ist auch deutlich bequemer und heller. Aber die Arbeit … Ich hasse Putzen und leiste mir seit vielen Jahren immer wieder wechselnde Perlen, die meine Wohnung sauber halten und betreuen. Aber leider lebt Perle Nummer eins auf der anderen Seite der slowakischen Grenze und die Ersatzperle wohnt zwar gleich um die Ecke, arbeitet aber hauptberuflich in einem Krankenhaus und daher möchte ich sie derzeit nicht bei mir haben. Zum Schwingen des Staubsaugers und sonstiger verhasster Arbeiten kommen also nur ich selbst und der F in Frage. Wobei ich Hausarbeit um einiges mehr hasse als er.

Man kann also davon ausgehen, dass es hier derzeit etwas schmutziger ist als sonst, wenn es auch an ein Bergwerk nicht annähend herankommt. Das Bergwerk auf dem Foto ist auch kein echtes sondern das hochinteressante Schaubergwerk im Deutschen Museum in München.


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Mittwoch 25. März 2020

Ich hätte ja vermutet, dass ich, wenn ich mehr oder weniger den ganzen Tag zuhause bin, sehr viel und gerne bloggen würde. Das ist aber keineswegs so. Eigenartig. Vielleicht weil meine Schüler*innen wesentlich fleißiger sind als vermutet und ich doch nicht wenig Zeit mit ihren Arbeiten verbringe. Trotzdem, sehr eigenartig …