la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Wir ?

Gruppendynamik gehört zu den Themen, die ich wirklich faszinierend finde. Als Lehrerin habe ich ja die Möglichkeit solche Prozesse  täglich live zu verfolgen. Die sozialen Strukturen, die in einer  Schulgruppe entstehen, sind sich oft ähnlich, aber es gibt doch immer wieder Überraschungen; angenehme und unangenehme. Manchmal genügt eine Person in der Gruppe um die Motivation aller entscheidend zu beeinflussen. Aus Lehrersicht ist es ideal, wenn die tonangebende(n) Person(en) interessiert und motiviert ist/sind. Es ist die reine Freude mit so einer Gruppe zu arbeiten, da tut sich was, lernmäßig und sozial. Die Version, in der nur allseits gähnende Langeweile und Egomanie herrscht, gibt es natürlich auch. Es fasziniert mich immer wieder, wie so eine Klasse oder Gruppe, die rein zufällig alphabetisch nach den Anfangsbuchstaben der Familiennamen der Schüler*innen  zusammengestellt wurde, in kürzester Zeit eine eigene charakteristische Dynamik entwickelt.

Genauso zufällig erfolgte die Zusammensetzung der Gruppe in der ich meine Rehab absolviere. Eine viel buntere Mischung als eine Schulklasse und so oft haben wir einander auch nicht gesehen, weil es Einzel- und Gruppentherapien gibt, dennoch hat sich eine Gruppe gebildet. Eine Gruppe von in jeder Hinsicht sehr verschiedenen Menschen, die ganz verschiedene Probleme und Ziele haben. Trotzdem sagt immer wieder jemand „wir“, trotzdem haben wir schon eine Menge voneinander erfahren, trotzdem hat sich eine gewisse Solidarität entwickelt, eine gewisse Kameradschaft wenn wir gemeinsam trainieren oder Unterwassergymnastik betreiben.

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La donna è mobile oder LAT

Wenn F. Sonntags Abend nachhause fährt, weil er oder ich eine besonders stressige Woche haben werden oder aus sonst irgendeinem Grund, herrscht danach bei mir eine seltsame Atmosphäre. Weder positiv noch negativ, irgendwo dazwischen in der Schwebe. Es bringt mir immer wieder einen neuen Blick auf meine Umgebung, auf meine Lebenssituation. Es gibt Dinge, die ich lieber mache, wenn er nicht da ist und andere, bei denen er mir fehlt. Insgesamt gleicht sich das aus. Manchmal bin ich gerne allein zuhause, manchmal nicht. Manchmal schätze ich die Ruhe, nur unterbrochen von „Lärm“, den ich selbst mache und manchmal ist es mir zu ruhig. Und manchmal habe ich genau das, was ich gerade nicht möchte. Kommt auch vor, aber nicht zu oft.

Da es ja für alles eine englische Abkürzung gibt, habe ich kürzlich erfahren, dass ich eine LAT-Beziehung führe. LAT für „living apart together“. Das trifft die Sache durchaus, manchmal mehr, manchmal weniger apart und manchmal mehr, manchmal weniger together. Unabhängigkeit gepaart mit Verbindlichkeit und alles muss von beiden Seiten in balance gehalten werden. Das verhindert Monotonie, allzu eingefahrene Gewohnheiten und entspricht uns beiden sehr gut. Es ist sehr belebend, den Partner nicht als fixen Teil der Einrichtung und Umgebung zu betrachten. So eine Situation hatte ich auch schon und fand sie völlig lähmend und erstickend.

 


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Radio

Weglobbyisiert würden viele wichtige Anliegen der weltweiten Menschlichkeitskampagnen sagte der Präsident der österreichischen Caritas bei einem Radiointerview. Ein originelles Wort zu einer tristen Tatsache.

Das Rauchverbot in Lokalen, das ohnehin nicht einmal noch in Kraft getreten ist – Österreich liegt da weltweit ganz hinten – will der Herr Strache nicht haben. Nein, das wäre ein Angriff auf die Freiheit. Wahrscheinlich meinte er damit die Freiheit des Lungenkrebs. Andererseits ist er aber für ein allgemeines Kopftuchverbot. Bei manchen Politikern weiß man gar nicht mehr , über welche ihrer Vorschläge man sich am meisten aufregen soll.

 


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Schlosshotel Mondsee

Das „Schloss“ ist eigentlich ein ehemaliges Kloster mit einem sehr schön gestalteten Innenhof und einer angeschlossenen Kirche, die  vor etlichen Jahren zur Basilika Minor erhoben wurde. Ziemlich unwürdig fand ich, dass man die Kirche nur durch einen Souvenirshop betreten kann. Da gibt es doch so eine bekannte Stelle in der Bibel, in der berichtet wird, wie Jesus Händler aus dem Tempel vertrieb. Da würde er wohl mit Souvenirshops auch kurzen Prozess machen.

Das Hotel selbst ist aber ein sehr angenehmer Aufenthaltsort, einfühlsam renoviert sehen alle Zimmer und Suiten anders aus. Stein, Holz, dezente Farben bei Möbeln, Vorhängen und Teppichen. Keine Spur von protzigem oder kitschigem Ambiente. Fast alle Räume haben eine eingezogene Zwischendecke, so dass man im ersten Stock schläft. Wir hatten eine sehr große Suite um den Preis einer viel kleineren, die uns zu dunkel war. Obwohl das Haus sehr gut besetzt war, war die Rezeption überaus kulant.Das einzige, was mir nicht gefallen hat, waren die in den (sehr breiten) Gängen hängenden Geweihe und Krickel; die sind aber im Salzkammergut nicht wegdenkbar. In der Kaiservilla in Bad Ischl zum Beispiel , der Sommerresidenz von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth ist ja jeder freie Zentimeter an den Wänden mit Jagdtrophäen dekoriert. Nicht nur die Habsburger, der gesamte europäische Adel hatte offenbar keinen anderen Zeitvertreib als die Jagd.

Nachdem es sich um ein ursprünglich gotisches Gebäude handelt, bietet sich den Hotelgästen der ästhetische Luxus sich ständig unter Gewölbebögen aufzuhalten: in den Speisesälen, im Schwimmbad und in der Sauna, in den Fitnessräumen: es gibt sogar einen recht gut  erhaltenen Kreuzgang, in den von den Mönchen schon vor Jahrhunderten eine Zwischendecke eingezogen wurde, weil die Kälte und Feuchtigkeit den Benützern zu schaffen machte. Es gibt jetzt also einem Kreuzgang und einen darunterliegenden Teil, der Meditationsgang genannt wird.

Der weitere nicht zu unterschätzende Vorteil dieses Domizils ist, dass es zwar mitten im Salzkammergut liegt, aber doch etwas abseits des Wolfgangssees, um den herum der Tourismus doch sehr intensiv ist. St. Wolfgang liegt aber nur eine knappe halbe Autostunde entfernt. Mein lieber F. der ein Obsttiger ist, hat es obendrein sehr geschätzt, dass an der Rezeption immer lokale Äpfel zur freien Entnahme zur Verfügung standen. Insgesamt hat es uns beiden so gut gefallen, dass es wohl nicht der letzte Aufenthalt dort gewesen sein wird.

 


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Gondel ersetzt Hüftgelenk

Eine großartige Erfindung, so eine Seilbahn. Damit kann man auch als unfitter oder bergsteigunwilliger Mensch die Freuden der Aussicht genießen. Es gibt ja auch noch unvorbildliche Zeitgenossen wie mich, die auch in fittem Zustand dem Bergsteigen nichts abgewinnen können. Aber das nur am Rande. Diese „Bergtour“ mit der Gondel auf das Zwölferhorn durch den Vormittagsnebel in die Sonne hat sehr schöne Ausblicke geboten, es war auch der Genießen-des-letzten-Sonnentages-Effekt; für die nächsten Tage war Regen und Sturm angesagt und die Wettervorhersage war perfekt. Wir haben allerdings auch den Regen und sogar den Sturm genossen, zumindest optisch. Und so ein Kurzurlaub ist wunderbar geeignet zum Durchatmen und Batterien auftanken.

 


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Perspektivenwechsel rät die Psychologie

Und zu Recht. Wenn ein Stressfaktor so übermächtig wird, dass alles nur noch eng und hoffnungslos erscheint und der Tunnelblick einen immer kleiner werdenden Ausschnitt des Lebens zeigt, ja, dann ist es Zeit, den Blick auf die stressende Situation zu verändern, die Perspektive zu wechseln.

Oder vielmehr es wäre Zeit dafür. Manchmal ist aber die Lage so leidvoll und kaum zu ertragen, dass sich eine andere Betrachtungsweise nicht finden lässt. Zumindest eine Betrachtungsweise, die den eigenen ethischen Ansprüchen genügt oder auch den ethischen Ansprüchen anderer oder den gesellschaftlichen Normen oder weiß der Teufel, wer und was sonst noch Ansprüche stellt.


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„Tür zu“ – Mitmachblog

Halt die Tür zu, fester, stemm dich dagegen. Es kommt ja die ganze verseuchte Luft herein und da hinten weht irgendwas Oranges, gegen den Wind auch noch, komisch. Halt sie fester zu, jetzt fließt auch noch Wasser durch die Ritzen, Salzwasser. Fester, fester, ein Sturm…  was der alles herumwirbelt, Strandgut der Geschichte und Carles Puigdemont mit der romantisch gedachten Seeräuberbinde des rebellischen Urgroßvaters und ein buddhistischer Mönche mit einem blutigen Schwert …

Uff, kleine Pause, können wir etwas nachlassen beim Zustemmen ? Der Schallschutz funktioniert ohnehin nicht, die Aufrufe zum Heiligen Krieg kommen aus allen Richtungen und das Geplärr der Parolen und nachgeplapperten Scheinweisheiten. Der da hinten im gestreiften Anzug schreit auch mit im Chor

Das Scharnier da oben ist völlig rostig, das muss wenigstens geölt werden. Ah, da kommt ja der Kurz mit einer Kanne Öl, super, das wird die Veränderung bringen ! Aber was macht der denn ? Geht vorbei samt der Ölkanne, ganz zielstrebig, was tut der ?? Er gießt das Öl ins Feuer ?? Und da springen ein paar Männer im Trachtengewand darüber, hysterisch und schenkelklopfend lachend. Die werden schon wissen worüber sie sich so freuen…

Dann muss die Tür halt samt dem rostigen Scharnier und der halbkaputten Schnalle noch eine Weile halten. Stemm dich dagegen, aufgeben gilt nicht !