la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Schutzwald – Waldschutz

Der F und ich haben etwas unterschiedliche Vorstellungen, wie so ein richtig schöner Schneespaziergang sein sollte. Er hätte gerne Aussicht und blauen Himmel, ich finde mitten im Wald am schönsten. Diesmal waren wir uns aber einig, dass es wunderschön war. Das besondere an der Lage war, dass zuerst der Raureif da war und dann erst ein ganz leichter Pulverschnee gefallen ist. Dadurch sind phantastische Strukturen auf Zweigen und Stämmen entstanden, Spitzen aus Schnee …


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Freitag 17.1.2020 – das ewig Weibliche …

Es findet sich doch für alles und jedes ein passendes Zitat aus „Faust“. Manche sind schon so richtig abgelutscht. Trotzdem für „das ewig Weibliche zieht uns hinan“ finde ich immer wieder Beispiele. Es gibt ja Leute, die prinzipiell „das ewig Weibliche zieht uns hinab“ zitieren. Mein Bruder zum Beispiel. Ich gestehe ja zu, dass die Definition des „ewig Weiblichen“ voller Fallstricke und Bodenminen steckt. Trotzdem. Mein neuester Anlass: ein Studierender an der Abendschule, der sich bislang eigentlich durch gar nichts ausgezeichnet hat, höchstens durch seine unauffällige Art, hat eine neue Freundin, die ihn so richtig zum Glänzen bringt. Es ist eine Freude, wie da plötzlich Intelligenz deutlich sichtbar wird, wie Kenntnisse und Fähigkeiten auftauchen, und wie er Freude daran hat diese auch herzuzeigen.

„Siehst du“ sage ich – aber nicht im Ernst – zum F. „da sieht man wieder, was wir für euch tun“ . „Pffff“ sagt der F „aus blankem Eigennutz. Schließlich sind es ja die Frauen, die Wert legen auf Glänzen und Strahlen. Wir Männer sind bescheiden, zurückhaltend und per definitionem völlig uneitel.“ Nun ja …

Ich glaube, ich bin am Beginn einer Gern-Koch-Phase. Das merke ich daran, dass ich beim Betrachten des Inhalts der wöchentlichen Gemüsekiste überlege, was ich mit diesem und jenem Grünzeug anfangen werde und dass ich dazu dann Rezepte studiere. Das liegt auch daran, dass ich fast alle Prüfungen für dieses Semester zusammengestellt, abgehalten, korrigiert und benotet habe und somit mein Arbeitsrhythmus deutlich gemütlicher wird. Einen Durchgang mündliche Prüfungen braucht es noch. Die mache ich aber aus dem Stegreif.

 


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Mittwoch 15.1. 2020

Kälte verfolgt mich in letzter Zeit. Draußen ist es kalt, die eiskalte Wohnung von K beschäftigt mich immer noch und am 8.1, dem ersten Schultag nach zwei Wochen Ferien stellte sich heraus, dass irgendwann in diesen zwei Wochen die Heizung eingegangen war. Es hatte im ganzen Haus zwischen 7 und 11 Grad. Daraufhin wurden Schüler und Lehrer nachhause geschickt und die Heizungsmonteure rückten an. Am nächsten Tag Vormittag hatte es im Lehrerzimmer immerhin schon 17 Grad, ähnlich in den Klassen. In den Gängen allerdings, wo es nur sehr vereinzelte Heizkörper gibt, ist es immer noch deutlich kälter. Auch der Rest der Woche war noch ziemlich kühl und wir vergnügten uns damit, die Schüler*innen immer wieder mal die Stiegen rauf und runter zu hetzen, um ihr Einfrieren zu vermeiden. Das war für alle Beteiligten ganz lustig und sicher höchst gesund. Es bot sich mir auch die Gelegenheit mein allerneuestes Strickprodukt  auszuführen. Es ist so warm, dass ich es unter normalen Umständen wahrscheinlich nie brauchen kann, aber in dieser Woche war es genau richtig und der nächste Besuch beim K findet sicher auch noch im Winter statt.

Die Wetterlage „gefrierendes Nieseln“ mag ich nicht besonders. Der Hochnebel scheint meterdick zu sein, darunter ist es eisig und die Feuchtigkeit, die aus dem Nebel kommt, gefriert auf den Gehsteigen. Höchst ungemütlich und glitschig, wenn man spätabends unterwegs ist.

Die positive Seite: mir ist die Geschichte „Kälte“ eingefallen. Vielleicht schreibe ich sie heute Nacht.

Als Sprachfan kann man sich immer wieder darüber freuen, interessante Wörter und Wendungen kennenzulernen. Seit gestern genieße ich einen Ausdruck aus der Juristensprache, der mir äußerst gut gefällt: „aufschiebende Bedingung“. Es ist mir sogar schon gelungen, den Ausdruck in einem Gespräch unterzubringen, ohne dass er besonders aufgefallen wäre.


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Freimaurergrabstein ? Eher doch nicht. Sonntag 12.1.2020

Wir sind gestern über einen Friedhof spaziert. Eigentlich zufällig. Der F wollte Züge bewundern. Na ja. Entlang der Bahnstrecke liegt aber ein sehr langer, ruhiger Friedhof, den ich viel interessanter fand. Erstaunlicherweise war ich dort noch nie, obwohl ich sehr gerne über Friedhöfe spaziere.

Diesen Grabstein zum Beispiel hätte ich aufgrund der Symbole im zentralen Kreis auf den ersten Blick für einen Freimaurergrabstein gehalten. Was aber bedeutet die Krone ? Und warum sind im Hintergrund Grabsteine und -denkmäler abgebildet ? Wahrscheinlich ist das Relief  für einen Steinmetz gemacht worden, die Werkzeuge des Berufs sind ja die gleichen, wie die von den Freimaurern als Symbole verwendeten nur sind der Zirkel und das Winkelmaß in einem anderen Verhältnis zueinander abgebildet. Vielleicht schaue ich nochmal vorbei und erkundige mich bei der Verwaltung, ob es dort irgendwelche Informationen über die alten Grabdenkmäler gibt.


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Samstag 11.1.2020

Adieu Baum! Wir haben mit dir eine gute Wahl getroffen, du warst sehr schön gewachsen und genau richtig groß und breit. Wir haben dich leider erst  als Toten kennengelernt und mussten dir dann auch beim Vertrocknen zusehen.

Es gibt sehr viele Christbaumsammelstellen der Stadt Wien und noch eine Menge anderer Plätze, wo Berge von Christbäumen liegen, weil Leute zu faul waren, ein Stück weiter zu gehen. Gut, ich habe leicht reden, ich habe nur zugesehen, wie der F sich netterweise auf eine männliche Kernkompetenz, das Schleppen,  besonnen  und den Baum allein getragen hat. Ich hatte ihm aber vorher die breiteren Äste gestutzt und die abgefallenen Nadeln im Aufzug und auf den Gängen beseitigt.

Lametta habe ich nirgends gesehen, bei keiner der zahlreichen Sammelstellen, an denen ich in den letzten Tagen vorbeigekommen bin. Es ist wohl aus der Mode geraten. Umso besser, so können die Bäume problemlos gehäckselt und weiterverarbeitet werden oder verbrannt. Kürzlich habe ich auch im Tiergarten Schönbrunn gesehen, dass die Elefanten Nadelbäume fressen, vielleicht werden sie auch aus den Christbaummengen beliefert.

 


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Was einem so alles unterkommt …

Ich bemühe mich immer zwischen Künstler und Werk zu unterscheiden, wenn mir das Werk gefällt. Im Fall des menschlich äußerst angreifbaren Otto Mühl kann ich an dem Werk nichts finden. Dieses Bild ist mir zufällig untergekommen. Es gefällt mir gar nicht, aber immer noch besser als anderes, was ich sonst von ihm gesehen habe.

Otto Muehl  16. Juni 1925 geboren als Otto Mühl in Grodnau (Mariasdorf), Burgenland; † 26.  Mai 2013 in Moncarapacho, Olhão, Portugal war ein österreichischer Aktionskünstler und ein Vertreter des Wiener Aktionismus.

Ab 1970 machte er durch die Gründung einer reichianisch inspirierten Kommune, der Aktionsanalytischen Organisation (AAO), von sich reden, in der Zweierbeziehungen und Kleinfamilien abgeschafft wurden. Sie hatte bis zu 600 Mitglieder. Durch Muehls autoritäres Auftreten verließen danach immer mehr Kommunarden die Gruppe. 1991 wurde Otto Muehl in Österreich wegen Kindesmissbrauchs und Verstoßes gegen das Suchtgiftgesetz zu sieben Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung lebte er in der Algarve in Portugal.

 


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Zwischenbilanz

Seit Tagen schreibe ich an einer Geschichte, in der dieses Bild eine wichtige Rolle spielt. Es zieht sich dahin, weil ich mich nicht längere Zeit damit beschäftigen kann und den flow jedesmal wieder neu suchen muss.

Interessant finde ich, dass Geschichten, je näher sie dem Leben kommen, umso schwieriger zu schreiben sind. Eine Fantasy-Geschichte ist extrem einfach zu schreiben, ein Krimi fast noch einfacher, aber eine Geschichte aus dem Leben, weder kitschig noch an den Haaren herbeigezogen, in der keine Leichenteile herumliegen und deren Figuren glaubhaft sind, deren Sprache das richtige Register zum Thema findet und durchhält ….. Puh, das ist um einiges schwieriger. Bei der Geschichte, in der das Bild vorkommt, habe ich es mir noch leicht gemacht. An der nächsten werde ich dann feilen …