la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Himmlische Altersprobleme – ABC-Etüden

 

Ich bin in der Krise. Obwohl ich ja weiß, dass alles nur Einbildung ist, Phantasien,  wissenschaftlich falsifiziert. Dennoch, dennoch, dennoch komme ich nicht weg von dem Gedanken, dass alle anderen jünger sind als ich: die vom Mars und die vom Jupiter und die vom Pluto ohnehin mit ihren flotten Namen: Kerberos, Styx, Hydra und gar Nix. Wer Nix heißt, kann unmöglich so altersschwach daherkommen wie ich. Das ist ein Name zum tanzen und hüpfen und tauchen und rasant auf – und untergehen.

Ich dagegen muss mich schon wieder ausruhen. Na, der Baum fängt mich auf und hält mich, das ist nett von ihm. Zusätzlich hat er mir zur Unterhaltung ein paar Menschen auf eine Bank gesetzt. Hm, worüber reden die gerade. Aha, jemand hat seinen Geburtstag gefeiert, ein ganz junger Mensch, gerade erst 99 Jahre und jemand anderer ist gestorben mit 95. Ich wusste gar nicht, dass die Säuglingssterblichkeit bei den Menschen so hoch ist. Tragisch eigentlich.

Ich habe doch erst vor kurzem ein paar Menschen zugehört. Die sahen aber ganz anders aus und  hatten auch eine recht andere Sprache. Die Grundlagen verstehe ich ja, aber was sind „Stehlampen“, „Duschtassen“, „Lesezeichen“, „Teilchenbeschleuniger“ ? Hach, das baut mich jetzt auf, mit meinen paar Milliarden Jahren bin ich eben noch zu jung um alles zu verstehen worüber sich Erwachsene unterhalten. Ich könnte aber natürlich auch senil sein. Ich hatte ganz vergessen, wie verwirrend die Menschen doch sind. Gräßlich! Ich muss das mit denen vom Pluto besprechen.

ABC-Etüden bei Christiane

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Die Art des Textes kann frei gewählt werden. 

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Ach, Max – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

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– Hallo Max, hast du gesehen, ich habe die Winterreifen schon drauf.

– Ja, allerdings, wer, wer frage ich dich hat dir die montiert? Du hast das noch nie selbst gemacht. Du kannst das gar nicht

– Na wer schon, die Leute in der Werkstatt, wo ich die Reifen gelagert hab.

– Ach ja, „die Leute in der Werkstatt“, wahrscheinlich das Bürscherl mit der tätowierten Glatze mit dem du immer flirtest. Ein ganz besonders geschmackloser Ausrutscher von dir.

– Geht das schon wieder los !

– Es hat ja noch nie aufgehört ! Ständig und überall stolpere ich über deine Liebhaber!

– Phantomstolpern !

– Aha !!! Gibst du jetzt also endlich zu, dass du beim Faschingsball mit diesem lächerlichen Leintuchträger  plötzlich  verschwunden bist ??

– Ich war am Klo, wo er war, hast du doch sicher herausgefunden.

– Oh nein, ich spioniere dir nicht nach, wofür hältst du mich ?! Außerdem ist ohnehin alles klar, wozu sollte man da noch spionieren. Der Briefträger, der Mann in der Tierhandlung, deine Kollegen, der Sonnenschirmvermieter im Bad, der Nachbar über uns und alle, von denen ich noch nichts bemerkt habe. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern !!

– Mein lieber Max, bei allem Verständnis, jetzt wird es mir in sehr naher Zukunft zu blöd werden!!! Jeden einzelne Mann, den du irgendwo siehst, erklärst du sofort zu meinem Liebhaber. Wie du drauf kommst, kann ein einigermaßen gesundes Hirn nicht nachvollziehen. Sogar das Atmen würdest du mir gerne verbieten, weil ja die Luft schon durch die Lungen von  einem Mann gegangen ist. Das ist so krankhaft, dass es nicht mehr als lästige Marotte durchgeht …

– Willst du damit andeuten, dass ich irgendwie übertrieben eifersüchtig bin??

– !!!

– ???

– …….

– …….


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Aus eins mach viele – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

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Sie sah ihn schon von weitem kommen, er trat auf exakt die gleichen Pflastersteine wie jeden Tag, im bankgrauen Nadelstreif, dem schuldigweißen Hemd und der vor Selbstzweifeln schluchzenden gestreiften Krawatte. Sie wartete bis er sie sehen konnte. Jetzt war der richtige Moment. Zeremoniell hob sie die große, schwarze Salatschüssel hoch und ließ sie dann ganz langsam und bewusst los. Genug. Es.reicht! Das schwarze Ding stand für die letzten fünfzehn Jahre. Die Schüssel fiel vor ihren Augen, in Zeitlupe, auf den Steinboden und zerbrach langsam und endgültig in Dutzende von verschieden geformten Scherben. Von jeder einzelnen Scherbe, die am Boden ankam, verdampfte das Schwarz in einem kleinen Wölkchen, das hochschoss und verschwand. Zurück blieben spitze Scherben, runde Scherben, raue und seidige Scherben, die plötzlich in den verschiedensten Farbschattierungen und Oberflächenstrukturen leuchteten.

Das wellige Blau des Meeres in dem er ihr immer den Tauchkurs vermiest hatte, das bewegte Orange der Faschingsumzüge, zu denen die Kinder nie gehen durften, das sanfte rot-beige der Katze, die ihm niemals ins Haus kommen würde, das wehende Grün des Gartens, den er niemals betrat, die samtigen roten Theatersitze, die sie ewig nicht mehr gesehen hatte und das diamantene Leuchten lebendiger Liebe.

Er kam heran, blieb sprachlos stehen. Die Scherbe mit den scharfen Kanten und dem eintönigen einheitsgrauen Muster sprang seine Hosenbeine hoch. Sie stand für sein ewiges Gejammer, seine Feigheit und bedingunslose Konformität, dafür was für ein gleichgültiger Partner und Vater er war. Die Zeiten der schwarzen Salatschüssel waren endgültig vorbei, ihre zersprungenen Teile, bunt und vielfältig ließen sich zu Verschiedenem zusammensetzen und auch wieder auseinander nehmen. Bunt, lustig, traurig und intensiv sollte das Leben werden in dem sie nun wieder selbst die Verantwortung und das Ruder übernehmen würde.

Große, graue Wölkchen im Nadelstreifdesign  stiegen in die Höhe, er verdampfte.


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Die perfekte nachbarliche Harmonie – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

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René gehörte zu jenen Hobbygärtnern von denen weniger fleißige Menschen abschätzig behaupten, sie würden den Rasen mit der Nagelschere bearbeiten. Früher hatte er einen perfekten Rasen, Bäume und Blumen und einen kleinen Teich. Kurz nachdem die neuen Nachbarn eingezogen waren und er ihr großes Vereinsschild am Gartentor gesehen hatte, begann er damit Gemüsebeete anzulegen. Direkt an der Grenze zum Nachbargarten wuchsen nun Salat, Kohl, Radieschen und Karotten und wurden selbstverständlich genauso perfekt gepflegt wie alles andere. Am späten Nachmittag wenn die Nachbarn und immer einige Mitglieder ihres Vereins im Garten waren, goss und erntete er das Gemüse.

Für das Verhältnis mit seinen Nachbarn musste man Verantwortung übernehmen, lautete Renés Lebensphilosophie. Er war durchaus auch bereit sich für Frieden und Harmonie etwas zu verbiegen und anzupassen. Wenn das alle täten, pflegte er zu sagen, wäre die Welt ein besserer Ort.

Heute hatte er die Nachbarn samt Verein zum Abendessen im Garten eingeladen. Kunstvoll drapierte er seidige Tischtücher in Pastellfarben über mehrere Gartentische und arrangierte darauf ein Dutzend überquellender Salatschüsseln mit dem Gemüse aus eigener Produktion.

Nun musste er sich aber beeilen. Die Lederschuhe und -jacken mussten verschwinden, die Teppiche aus Tierfellen auch. Zumindest die Strecke aus dem Garten zur Gästetoilette musste einwandfrei sein. Alle anderen Räume wurden abgesperrt. Nun eilte René noch in seine Küche, die seit Monaten einem Hochsicherheitstrakt glich: der Dunstabzug ausgeschaltet, die Fenster hinter geschlossenen Jalousien. Gelüftet wurde nur manchmal in der Nacht.

Eine Stunde vor dem Eintreffen seiner Gäste saß René bei fest verschlossenen Fenstern und Türen in seiner Küche. Auf seinem schönsten und größten Teller lag ein saftiges Stück Schweinsbraten, das er langsam und verzückt genoss. Dann versenkte er den Teller im Geschirrspüler, versprühte Tannenduft in Küche und Flur und versperrte das Sicherheitsschloss an der Küchentür. Er war bereit, den veganen Verein der Freunde der Karotte zu empfangen.


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Schüssel I und Schüssel II – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

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Der österreichische Bundeskanzler Schüssel, war bei den Linken nicht nur wegen seiner eigenen Person unbeliebt sondern auch wegen der Tatsache, dass er die FPÖ in die Regierung geholt hatte. Diese Unbeliebtheit trieb manchmal auch sehr extreme Blüten wie im Haus von Bekannten, wo das Wort „Schüssel“ und damit auch „Salatschüssel“ tabu geworden war.

Ein Salatbuffet gab es an einem Abend. Seidiges Tischtuch, schöne Keramik, sehr viele Schüsseln, die nicht genannt werden durften. Na ja, so halb im Ernst.

– Gibst du mir bitte diesen äh…  Salatbehälter dort.

– Sollen wir das große blaue Salatdings nehmen oder lieber die zwei kleineren

– Habt ihr euch wirklich eine Sateliten äh … antenne zugelegt?

– Wir waren kürzlich im Shop der Gmundner Keramikfabrik. Es gibt ein paar neue Designs auf Tellern, Häferl und Sch ….. äh sonstigen Produkten.

– So ein schönes Riesenhäferl ohne Henkel und mit Salat drin.

-Der Bambussprossensalat passt farblich so gut zu seiner ……. Umgebung.

Alle Anwesenden liefen zu Höchstform auf. Die sprachlichen Mäander waren auch ganz lustig für einen Abend von den „konkaven Salatserviervorrichtungen“ bis zu den „Keramikteilen, die eindeutig zu groß zum Trinken sind“, haben wir uns einiges einfallen lassen. Aber jahrelang! Es gab schließlich ein Kabinett Schüssel I und ein Kabinett Schüssel II. Ob auch bei den zahlreichen Gerichtsverhandlungen, die die vielfältigen Betrugsaffairen dieser Zeit aufarbeiten das Wort „Schüssel“ tabu ist ? Falls ja, dann aus völlig anderen Gründen als beim Salatbuffet.

Ich habe diese Familie aus den Augen verloren, frage mich aber öfter, ob sie das System des sprachlichen Negierens der Realität auch für Kanzler Kurz übernommen haben. Stelle ich mir auch recht mühsam vor. „Ich mache einen …… nicht langen Spaziergang“, „kannst du kurz …..äh ….. einen Moment die Schüssel halten.

 


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Abfallglück – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane 

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Das vielseitige Wort „Abfallsglück“ hat mich total gepackt. Es fallen mir jede Menge Verwendungsmöglichkeiten an. Einen Dank an Ludwig für die Inspiration 

„Völlig unschuldig ist er, an diesem blöden Gerücht ist überhaupt nichts dran“ sagte sie entschlossen.

„Wie immer halt“ sagte die Freundin, ernsthaft bemüht nicht sarkastisch zu klingen.

„Eh. Er ist immer der Sündenbock für alles. Nicht nur dass er tausend Freundinnen haben soll, was ja im übrigen auch niemand was angeht, nein, jetzt ist er auch noch für die Unterschlagungen in der Firma verantwortlich. Und unlängst, stell dir vor, kommt nicht eine Mutter aus dem Kindergarten zu mir und erzählt mir – so widerwärtig hinter vorgehaltener Hand, dass er die Kleine, wie hat sie gesagt – grob an der Hand gerissen hat – und nicht einmal – hat sie gesagt, jedesmal wenn sie ihn sieht. Blödes Tratschweib!“

„Wenn er aber vielleicht wirklich grob zu der Kleinen ist? …….“

„Was, du auch? So ein Blödsinn, warum sollte er den grob zu seiner Tochter sein, wenn er sie doch vom Kindergarten abholt.“

Und dann brach sie in Tränen aus. Die mühsame Beherrschung, die sie dann wieder irgendwie schaffte, ging der Freundin noch näher als die Tränen. Von allem Anfang an hatte sie dieser Beziehung ein sehr baldiges Verfallsdatum gegeben. Dann kam das Baby und sie hatte hautnah miterlebt, wie ihre Freundin sich diesen Mann schön geredet hatte, nach allen Regeln der Kunst. Nichts konnte ihre Überzeugung ins Wanken bringen, dass er immer nur das beste beabsichtigte und die ganze Welt ihn verkannte und verfolgte.

Sie hatte sich wieder gefasst und rieb energisch an ihrer Teekanne herum.

„Ich weiß, du willst es nicht hören“ sagte die Freundin. „Aber wir waren am Wochenende am Weihnachtsmarkt und …..“

„Ach, ja, ja und da habt ihr ihn sicher mit einem ganzen Harem gesehen und stockbesoffen“

So in etwa war es gewesen, aber die Freundin hatte resigniert. Wenn jemand so fest an seinem Abfallglück hing, war da nichts zu machen. Nur die Kleine …..

 


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Besinnliche Worte zum baldigen Ende – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane 

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Nachdem die Wörter von Ludwig stammen, der ganz andere Wortgebilde im Sinn hatte, als die, die wir jetzt so schreiben, dachte ich mir, ich fasse mich kurz.

Näher rückt das endgültige Verfallsdatum unseres Abfallglücks, unseres Plastiklebens aus dritter Hand.

Unschuldig ist niemand und überleben wird auch keiner.

Die Ameisen werden uns nachfolgen, oder die Kraken,

solange bis sie das Konsumglück entdecken.

Dann kommen die nächsten dran

Falls der Planet das noch hergibt.