la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


22 Kommentare

Die fünfgeteilte Forsythie – ABC-Etüden

Den heutigen Vorschlag von Jutta Reichelt, ebenso inspirierend wie bisher alle ihre Anregungen, wollte ich gleich ausprobieren. Es geht darum kleine Texte in irgendeiner Art miteinander zu verbinden. Ich habe den Vorschlag mit einer ABC-Etüde verbunden. Es ist also quasi alles mit allem verbunden. Mein verbindendes Element war die Forsythie, die ich ursprünglich als zu verwendendes Wort kreativitätsvernichtend gefunden habe. Aber, die Zeiten ändern sich, gewissermaßen …

AC-Etüden bei Christiane  

Diesmal mit 5 Begriffen, die in 500 Wörtern untergebracht werden

Der Hund grub mit vollem Elan neben der Forsythie, dann ließ er sich mit einem Plumps auf dem ausgehobenen Hügel nieder und blickte herausfordernd um sich. Ha, sollte die blöde gestreifte Katze mit ihrer lächerlichen Schwanzkringlerei nur kommen, er war bereit und gerüstet, absolut Herr der Situation. Heute konnte sie ihre Krallen woanders schärfen als in seinem Gesicht. Heimtückische Wesen diese Felinen.  Zuerst zuckten sie freundlich mit dem Schwanz, was jeder Hund als Begrüßung interpretierte. Kam man aber näher um sie etwas zu beschnüffeln, fuhren sie in aberwitziger Geschwindigkeit die Krallen aus und schlugen auf den wehrlosen Hund ein.

Am späten Nachmittag rückte ein Filmteam rund um die Forsythie an. Die Darsteller, ein junges Paar brachten sich auf einer schmiedeeisernen Gartenbank in Position. Sie trug ein Kleid mit Krinoline und ein Spitzenhäubchen, er enganliegende Pantalons und ein Sakko in himbeerrot und einer sehr großen Schleife um den Hals. „Nächstes Mal muss ich dann als Marienkäfer auftreten“ murmelte der Schauspieler grimmig. Das Team wartete auf den Sonnenuntergang und der Regisseur nutzte die Gelegenheit den beiden ihren Text nochmals vorzusagen. Du sagst „ach, Herr Adalbert, es ist heute so warm hier“ und du sagst „Ach Fräulein Hildegund, an meiner Seite sollen sie niemals erfrieren“

Hinter der Forsythie begann das Nachbargrundstück. Mitten auf der verwahrlosten Wiese war ein Hügel aufgeschüttet worden. Darunter befand sich der vollständig ausgestattete Bunker von Herrn Helmer. Eine Zeit lang ging es sehr laut und geschäftig zu, die Wagen vieler unterschiedlicher Firmen standen vor dem Haus. Dann wurde es ruhig. Der Bunker war perfekt ausgestattet. Es fehlte weder an Lebensmitteln noch an Filteranlagen für Luft und Wasser. Die Betten waren bezogen, die Antennen ausgefahren, das Kurbelradio und die Wiederaufbereitungsanlagen betriebsbereit. Viele Tage verbrachte Herr Helmer in seinem Bunker, den er immer wohnlicher ausgestaltete. Nur manchmal fehlte ein wenig Farbe. Heute hatte er sich einen Forythienzweig abgeschnitten. 

Der junge Mann kam gerade an der Forsythie vorbei als ihm einfiel, dass er vergessen hatte für den morgigen Geburtstag seiner netten, immer hilfsbereiten Nachbarin einen Strauß zu besorgen. Er blieb abrupt stehen und dachte nach. Konnte er … Wäre es sehr unverschämt … Sollte er tatsächlich… Der Garten der Nachbarin war riesig, sie hatte ganz bestimmt keinen Überblick über alle ihre Pflanzen. Ein Forsythienzweig, ein besonders schön verzweigter, zwei Birnenblütenzweige, vielleicht fand er auch noch Palmkätzchen. Im Teil des Gartens, vor dem er stand, hielt sich nie jemand auf. Mit einem Sprung war er über der Mauer. (98)

Eine Biene flog über die Forsythie. Ein angewiderter Blick aus Facettenaugen traf den blühenden Strauch. Gelb – eine furchtbare Farbe. Manche Bienen hatten ja überhaupt keinen Kunstverstand und von Farben verstanden sie auch nichts. Schlimm genug wenn man mit einem wuselnden Volk voller Banausinnen leben musste, besonders im Frühling. Sie liebte die warmen Töne, rot, rosa, manche blaue Blüten mochte sie auch. Aber gelb ! Selbstverständlich suchte sie die Blüten, die sie besuchte nach rein künstlerischen Kriterien aus, nach ihren Proportionen, dem Schwung der Blütenblätter, den farblichen Harmonien. Das Leben war schön.  

497 Wörter


31 Kommentare

„Bleisund“ – ABC-Etüden

AC-Etüden bei Christiane  

Diesmal mit 5 Begriffen, die in 500 Wörtern untergebracht werden

Ganz glücklich bin ich mit dem Text nicht. Die Idee gefällt mir, aber er hätte noch ein paar hunderte Wörter mehr gebraucht und ist so zu  gerafft.

Ich bin Historikerin, Fachgebiet „Geschichte der Barbaren“, also zwanzigstes, einundzwanzigstes Jahrhundert wie wir die Epoche heimlich nennen. Sie werden sagen, dass das keine besonders interessante Zeit ist, aber ich halte Ihnen entgegen, dass das nur die offizielle Haltung des Regimes ist.  Darf ich Sie an den Mythos „Europäische Union“ erinnern, der zwar von der Weltregierung in Beijing für lächerlich erklärt wird, über den aber doch immer wieder Hinweise auftauchenIch bin unterwegs zum Institut für Geschichte, zu Fuß. Es ist nicht verboten historisch zu forschen, aber die Anzahl der Minuspunkte auf dem Bürgerkonto ist allein aufgrund dieser Berufswahl immer sehr hoch. Fliegen oder die Benützung irgendeines anderen Verkehrsmittels ist mir praktisch nie möglich. Nach zwei Stunden Weg nähere ich mich jetzt der Universität. Der Sonnenuntergang hinter dem Gebäude der Historiker ist an Symbolik kaum zu überbieten.

„Bleisund“ begrüßt mich mein Kollege Gün-Ter, der sich gerade auf den Heimweg macht, mit der Flugbahn natürlich und in einem Schutzanzug der neuesten Generation. So heiß kann es nicht sein, dass es da drinnen nicht genau die individuelle Wohlfühltemperatur hat, nicht zu warm nicht zu kalt.

„Bleise“ antworte ich höflich. Gün-Ter ist der politische Hauptspitzel an unserem Institut. Er gibt vor, über die  Trumpbol Sonaro-Renaissance zu forschen, mit der angeblich der Klimabetrug der Europäischen Union ein Ende fand. Nachdem man aber offiziell die Europäische Union in den Bereich der Mythen verbannt hat, kompliziert das seinen Stand am Institut etwas. Natürlich frieren alle Gesichter ein, wenn Gün-Ter die neuesten Forschungsergebnisse erfahren möchte und es gelingt uns ganz gut ihn auszuschalten. Vielleicht fährt die Regierung aber auch eine Doppelstrategie und wir stehen alle mit einem Bein in einem Straflager.Vorläufig forschen wir aber noch und ich bin mit Kollegen von der linguistischen Abteilung verabredet. Sie haben mir auf komplizierten Wegen von einem Durchbruch erzählt, den sie in der Forschung über die Sprache des einundzwanzigsten Jahrhunderts erzielt haben wollen. Eine Entdeckung, die die illegale These stützt, dass es bevor der Held Trumpbol aus der Familie der Sonaro die chinesische kommunistische Partei angefleht hat, die Weltherrschaft zu übernehmen nicht nur ein Staatengebilde mit dem Namen Europäische Union sondern auch ein anderes mit dem Namen Vereinigte Staaten von Amerika gegeben haben soll. Die offizielle Geschichtsschreibung bezeichnet alle Gebiete außerhalb des chinesischen Kernlandes als ursprünglich wirtschaftlich und kulturell barbarisch. Wir vermuten aber, dass sie dies keineswegs waren, sondern dass ihre Staatsformen mit dem Chinesischen Kommunismus nicht vereinbar waren. Darüber warum sie so vollständig zusammengebrochen sind, gibt es eine offizielle Version und einen Mythos. Die Kollegen behaupten nun starke Hinweise zur Stützung dieses Mythos  gefunden zu haben.Gebannt höre ich der Kollegin zu, die darüber referiert, wie sie den zufälligen Fund eines uralten Archivs vor der Uni-Verwaltung und vor Gün-Ter geheimhalten und was für ungeheuerliche Fakten sie dort entdecken konnten. Über Bürgerrechte und Meinungsfreiheit, über regionale Regierungen und nicht staatlich gelenkte Kultur. Und über eine Pandemie, die alles vernichtete.

Und gegrüßt haben sie damals mit „Bleib gesund“, wir sagen heute noch „Bleisund“ und sie sagten „Bleiben Sie zuhause“, daraus ist „Bleise“ geworden.  

 


11 Kommentare

Berg – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei  Christiane

Diesmal kommen die Wörter von Corlys Lesewelt

Die 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

 

Es ist eine wahre Begebenheit von vor sicher schon über zehn Jahren. „Sonnenuntergang“ hat mich daran erinnert. 

„Sie waren erfahrene Tourengeher“ erzählte Petra. Ein Paar und eine gemeinsame Freundin brachen zu dritt auf um Sylvester im Freien, in den Bergen zu feiern. Das Wetter war freundlich, sie waren gut ausgerüstet, sie kannten sich in der Gegend aus. Aber es lag hoher Schnee, der viele topographische Merkmale veränderte. Es kam zu einem Unfall, die drei stürzten in eine unter dem Schnee verborgene Senke. Der Mann verletzte sich schwer, die beiden Frauen blieben unverletzt. Sie beschlossen das Zelt aufzustellen, in dem es wärmer wäre als im Freien und die Freundin des Paares wollte eine Stelle suchen an der es Handyempfang geben würde. Es gelang ihr aus der Senke hinauszuklettern und ein Stück zu gehen, dann wurde es dunkel, sie fiel schwer gegen einen Felsen und brach sich das Becken. Es vergingen die Nacht, der Neujahrstag und noch eine Nacht bevor die Bergrettung zu suchen begann. Die drei waren niemandem abgegangen, weil es ja geplant war, dass sie die Nacht im Freien verbringen würden. Nachts konnten die Hubschrauber der Bergrettung nicht fliegen und so dauerte es an die 48 Stunden bis alle gefunden wurden. 

„Sie hatten noch einen Sonnenaufgang miteinander, aber er hat nach dem Unfall nur ein paar Stunden überlebt“ erzählte Petra. Die Freundin war schwer unterkühlt, überlebte aber. Die beiden Kinder des Paars warteten im Krankenhaus, das vom Rettungshubschrauber angeflogen wurde.  

 


13 Kommentare

Traurige Karrierechancen – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei  Christiane

Diesmal kommen die Wörter von Corlys Lesewelt

Die 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

Was soll man als Studentin einer Filmakademie, die über keine privaten Geldmittel verfügt, kein Stipendium bezieht und sich nicht durch diverse Betten hochdienen will schon anderes machen als sich bei einer drittklassigen Filmproduktion zu verdingen. Theoretisch als Regieassistentin, in der Praxis war es offenbar so gedacht, dass der ebenfalls drittklassige Regisseur mir ein Konzept vorlegte, das ich dann 1:1 in einen Film umsetzen sollte. Ich konnte es mir nicht leisten wählerisch zu sein.

„Eventuell könnten wir ein paar Sonnenuntergänge einsparen? Wir drehen auf den britischen Inseln und da regnet es öfter auch dann, wenn die Sonne gerade untergeht.“ Nein, nein, sagte der drittklassige Regisseur, wir halten uns an Bewährtes: an einem Strand ist es warm, es ist immer ein weißer Sandstrand, Felsen sind felsig und täglich gibt es einen spektakulären Sonnenuntergang. Den Fans ist es doch völlig wurscht, ob das Klima realistisch ist. Und dass du mir nicht die Szenen vergisst mit dem Liebespaar vor der untergehenden Sonne, den Kokospalmen und den Zehen im warmen Sand. 

„Die Zehen müssen ins Bild ?“

„Nein, man weiß natürlich, dass der Sand warm ist. Zum Zeitpunkt der Liebeskrise gibt es dann Wind, damit die Heldin Gelegenheit hat, ihre Haare verzweifelt flattern zu lassen und der Held sie – gegen den Sturm ankämpfend – vor irgendwas retten kann. Wir könnten sie zur Abwechslung in einer halbüberspülten Bucht vergessen, weil sie nicht auf die Flut geachtet hat.

„Vielleicht könnte der Held dann einfliegen “ meinte ich sarkastisch. „Gar nicht schlecht, Drachenfliegen….  hmmm“ murmelte der drittklassige Regisseur „Aber das ist zu teuer, dafür würden wir einen Stuntman brauchen und mindestens eine Drohne für den Abschlusskuss in der Luft. Schon irgendwie ganz verlockend. Ich seh´ schon, du hast Zukunft in der Branche „

Ich versuchte die Möglichkeit einer Zukunft in der Branche zu verdrängen und konzentrierte mich auf die Überlegung, wo ich preisgünstige Kokospalmen auftreiben könnte.


13 Kommentare

Obsessiver Pilgerweg zu Coronazeiten – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei  Christiane

Diesmal kommen die Wörter von Corlys Lesewelt

Die 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

Immer mehr mag ich wieder die ganz kurzen Texte

 

Also zunächst eins, zwei, drei, vier genau fünf Schritte bis zu der Linie der Gehsteigkante, wo sie sich mit dem verzweigten Riss im Beton überkreuzt, mit dem Riss, der durch den Unfall entstanden ist. Dann Sprung auf dem linken Bein durch die drei Lachen vom gestrigen Regen. Fest hinein, so dass das Wasser über meine Beine spritzt, wie damals das Blut. Dann ein Stück über die Wiese. Dahinter fuhr der Ambulanzwagen einen Umweg um dem stauenden Verkehr auszuweichen. An jenem Tag war es warm und trocken, heute ist es feucht, aber die Wiese ist dieselbe, nur leer, weil niemand aus dem Haus geht, wegen dem Virus. Man hört ein einziges Flugzeug über die Wiese fliegen, sonst ist es ganz ruhig. Fünfzehn Schritte über die Durchzugsstraße, die mir auch allein gehört. Der öffentliche Raum der ganzen Stadt gehört mir. Mit einer Person wollte ich ihn sehr gerne teilen.

Gleich vor mir ein strahlender Sonnenuntergang über der Klinik, in der er gestorben ist, an einem Tag, an dem die Straßen nicht leer waren. 

 


23 Kommentare

Brainstorming für Schabernack – ABC-Etüden

Weil ich es ja ganz schlecht finde nur eine einzige Etüde in zwei Wochen zu schreiben, präsentiere ich hier die zweite.

Die ABC-Etüden

Wie immer bei  Christiane

Diesmal kommen die Wörter von Berlinautor

Die 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

Als Buße für alle meine bösen Bemerkungen über den Karneval in deutschen Landen, habe ich beschlossen eine Büttenrede zu schreiben; gereimt natürlich, wenn schon, denn schon. Nur, was reimt sich bloß auf Schabernack?

„Jutesack“  – wird jemandem über den Kopf gestülpt. So primitiv muss es dann doch nicht werden

„Pasternak“  – Doktor Schiwago im Fasching, absurd

„weißer Frack“ – naja, eher steif so ein Frack, egal in welcher Farbe. Passt auch nicht

„Nagellack“ – Sketsch im Nagelstudio  „Du Tarzan, ich Gelnagel“ Schauder.

„breiter Stack“ – heißt das irgendwas? Wörter zu verwenden, von denen alle annehmen, dass sie die einzigen sind, die sie nicht kennen, ist auch nicht sehr elegant.

Am besten gefällt mir „Büttenquack“, aber ob das ein für diesen Zweck geeigneter Begriff ist ? 

„Erhebt euch, Pack“ – dagegen wäre ideal für eine politische Hetzrede.

Vielleicht könnte ich ja als besonders grausame Strafe eine Wahlrede für H.C Strache schreiben ?  „Schabernack,  Ibiza-Wrack und Spesenzack“.


30 Kommentare

In den Straßen einer Stadt – ABC- Etüden

Ich wollte gar keine Etüde schreiben, habe nur auf der Tastatur herumgeklimpert und dann bemerkt, dass sich die 3 Etüdenwörter völlig problemlos in meinem Text unterbringen ließen, und da sind sie jetzt.

Die ABC-Etüden

Wie immer bei  Christiane

Diesmal kommen die Wörter von Berlinautor

Die 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

Auf keinen Fall möchte ich Busfahrerin in einer historischen Stadt wie Wien sein. Die Gassen sind eng, wären auch eng, wenn nicht auf beiden Seiten geparkt würde. Und die zahlreichen Baustellen, und die Müllabfuhr und Kanalarbeiter und Möbelpacker und die Leute, die Ampeln und Elektroleitungen reparieren und diejenigen, die nur schnell stehen bleiben um irgendwas zu erledigen und dann ewig nicht mehr zu ihrem mitten in der Landschaft parkenden Auto zurückkommen und die Überallparker und die Rollator-Fahrer und Gehstock-Schwinger, die auf abenteuerlichste Weise plötzlich mitten auf der Fahrbahn stehen und den Eindruck machen, sie könnten keinen einzigen Schritt mehr vor oder zurück machen. Nerven wie Drahtseile braucht man da und ein Reaktionsvermögen wie ein zwanzigjähriger Tennisprofi. Und dann noch die Mitmenschen, die die unglaublichsten, sperrigen Dinge im Bus transportieren. Breite Einkaufswagen mit darauf gebundenen Katzentransportkörben, industrielle Mengen von Fladenbrot und Tomatenkonserven in zahllose transparente Plastiksackerl gestopft ( ja ich weiß, die Dinger heißen in Deutschland „Tüten“, was aber ihrer besonderen Beschaffenheit nicht gerecht wird), Sporttaschen, in denen – der Größe nach zu schließen – die gesamte Ausrüstung einer Hockey-Mannschaft verstaut wurde. Manche saisonalen Erscheinungen sind auch nicht ohne. Zum Beispiel die heiligen drei Könige samt Begleitung in vollem Ornat mit vergoldeten Bischofsstäben und sonstiger Ausrüstung sind auch ohne Kamele doch recht sperrig und nur noch übertroffen von manchen Faschingskostümen, die als Schabernack gedacht sind, aber eigentlich eher in die Kategorie „öffentliches Ärgernis“ fallen. Und dann noch das Gedudel und Gedödel von Dutzenden Smartphones, deren Benutzer nichts von Kopfhörern halten und die brüllend lauten Gespräche über intimste Details in Dutzenden Sprachen und Dialekten.

Wenn dann plötzlich der Bus stehen bleibt und der Fahrer sich von seinem Sitz erhebt, breitet sich Stille aus und alle hoffen, dass sein Nervenkostüm noch eine Weile hält.

Wieso? Nein, ich wohne gerne in der Stadt.