la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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ABC-Etüden – Auf zu neuen Welten

Die ABC-Etüden bei Christiane

3 Wörter in 10 Sätzen zu einem Text machen.

ÄH ….. Die Berechnung meiner Sätze ist diesmal sehr fragwürdig, aber die heile Maikäferwelt hat mir so gut gefallen. Man muss mir also zugute halten, dass ich locker noch 10 mal so viel hätte schreiben können

Und ein Kompliment an Ludwigs Kreativität. Die Grafiken sind immer wieder neu und verschieden

Zwischen den Blüten und Bäumen, Schmetterlingen und Sträuchern brummte der kleine Maikäfer um die Ecken, übte sich im Sturzflug und Abfangen im letzten Moment und freute sich seines Lebens bis ihm auffiel, dass zwar sehr viele verschiedene Geschöpfe herum flogen aber kein einziges, das so aussah wie er, er war der einzige seiner Art. Das beunruhigte den kleinen Maikäfer sehr und er machte sich auf, eine Spinne zu suchen, denn er hatte gehört, dass die Spinne sehr viele verschiedene Geschöpfe bei sich empfing. Schon von weiten rief die Spinne: bleib ja weg, du bist viel zu groß, schrie die Spinne panisch, zum Glück ist schon lange keiner mehr von deiner Sorte vorbeigekommen.  Wo sind sie denn alle, fragte der kleine Maikäfer ganz unglücklich, du kennst doch so viele Tiere und kannst mir sicher helfen. Was weiß denn ich, sagte die Spinne und zuckte mit dreien ihrer Beine, aber damit du meinem schönen, neuen Netz nicht zu nahe kommst, gebe ich dir einen Tipp, die große alte Kröte interessiert sich für Rätsel und Ähnliches, du erkennst sie daran, dass sie einen grünen Punkt im Gesicht hat, weil sie einmal vor lauter Neugierde auf das Kreuzworträtsel von einem Menschen gefallen ist, mir könnte so was ja nicht passieren.  Danke, liebe Spinne, brummte der kleine Maikäfer und machte sich auf die Suche nach der Kröte mit dem grünen Punkt, über Wiesen, Wälder und Felder bis zu einem kleinen, runden Teich, dort fand er sie.  Oh, du schaust aber g´schmackig aus, sagte die Kröte, aber es gibt ja kaum mehr welche von deiner Art und da will ich großzügig bei den Kartoffelkäfern bleiben, die kommen immer in ganzen Scharen vorbei auf dem Weg zum Bauern da hinten. Ach, liebe Kröte, sagte der kleine Maikäfer, der schon sehr müde war vom weiten Fliegen und sehr traurig, weil er so allein war, ach, wo sind sie denn nur alle, die anderen Maikäfer? Zufällig weiß ich das, sagte die Kröte leise, es ist aber schwierig dort hinzukommen, du musst auf den Vollmond warten und dann siehst du, falls es keine Wolken gibt natürlich, das Meer der Maikäfer, das ist gleich neben dem Biodiversitätskrater und den erkennst du daran, dass er wie eine Riesenfliege aussieht, finde ich halt, und dann musst du dich einfach fest abstoßen und immer weiter fliegen. Kurz gesagt, er schaffte es das Maikäferparadies auf dem Mond zu erreichen wo alle seine Brüder und Schwestern und Eltern und Onkel und Tanten und auch die künftige Schwiegermutter schwerkraftbefreit durch das Universum düsten und sich dazu beglückwünschten der Erde den Rücken gekehrt zu haben.

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ABC-Etüden – die perfekte Ballnacht

Die ABC-Etüden bei Christiane.

3 vorgegebene Wörter in 10 Sätze verpackt

Nach 5 Jahren Wien war es nun soweit: Zuckerbäckerball oder Wäschermädlball lautete das Ultimatum, diesmal gab es kein Entkommen. Das muss sein, hatte Erika gesagt. Seit Tagen hatte Hugo beklemmende Albträume, die immer in einer Szene mit Damenwahl gipfelten, wie er von einer Frau auf die Tanzfläche geschleppt wurde und sein beschämendes Nichttänzertum herauskam. Alles Walzer und Krönchen und Knickse und Cotillons geisterten durch seine Gedanken.

Der Tag X: sein Outfit war perfekt, für Unterhaltungen war es ohnehin zu laut, einen formvollendeten Handkuss traute er sich nicht zu, deswegen arbeitete er mit Kusshänden. Das kam originell, naja zumindest bei einigen und allen konnte man es ja bekanntlich nicht recht machen. Polka? Oh Gott, was war denn das schon wieder, und Damenspenden und Ordensanstecker, jeden Moment musste der Kaiser Franz Josef samt Sissi irgendwo auftauchen und den ratlosen Hugo erwartungsvoll ansehen. Er hielt bis 2h früh durch, dann war er mit den Nerven am Ende. Seltsam fand er, dass Erika irgendwie erleichtert wirkte als sie gemeinsam den Ausgang anpeilten.


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ABC-Etüden – eine wahre Geschichte aus dem Leben gegriffen

Die ABC-Etüden bei Christiane: 3 vorgegebene Wörter verpackt in 10 Sätze

Allem, was irgendwie unangenehm, arbeitsintensiv, sinnlos war, was unserem Kollegium prinzipiell und praktisch gegen den Strich ging, wurde die Neuigkeit der Neuigkeiten gegenübergestellt: „Die Misslauni geht in Pension“. Die modulare Oberstufe wird demnächst doch eingeführt, furchtbar, aber immerhin geht die Misslauni in Pension. Der neue Schulbau verzögert sich schon wieder, ärgerlich, allerdings ist in ein paar Monaten die Misslauni nicht mehr da usw.

Der Spitzname war eine geniale Schöpfung eines Kollegen: ihr Familienname klang tatsächlich ganz ähnlich und misslaunig ebenso wie misslaunisch war die böse Seele, der Drachen in unserem Sekretariat allemal. Als Wanderpokal, den unser Direktor aus für alle unverständlichen Gründen nicht ablehnte, war sie zu uns gekommen und veränderte das bis dahin freundliche, kooperative Klima im Sekretariat vollkommen. Natürlich ging sie nicht nur einfach eben in Pension, nein, sie ging in extreme Frühpension, krankheitshalber. Angeblich befanden sich alle ihre Gelenke von Schulter über Wirbelsäule zu Knie, die sie Artikulationen zu nennen pflegte um der Sache  wissenschaftliche Bedeutung zu verleihen in ganz schlechtem Zustand. Es war ihr auch jahrelang gelungen immer zu den größten schulischen Stresszeiten auf Kur zu fahren und ihre zahllosen Krankenstände so zu koppeln, dass dabei extrem lange Phasen der Erholung herauskamen, worüber ihre beiden Mitstreiterinnen im Sekretariat, die mindestens das halbe Jahr lang auch ihre Arbeit übernehmen mussten, nicht sehr glücklich waren (8)

Aber nun ist sie gegangen und ihren Platz hat eine sehr fleißige, kompetente und obendrein freundliche Sekretärin übernommen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass es uns nun an einem angemessen schwerwiegenden Gegengewicht für alle Ärgernisse des Schulalltags fehlt: Die Prüfungsgebühren sind schon wieder gesenkt worden, unfassbar, aber …… äh, nun …… ja, was ?

 


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ABC-Etüden – schwindelerregender Aufstieg

Die ABC-Etüden Bei Christiane, unbezahlte Angestellte  Besitzerin einer Katze.

Aus 3 Wörtern soll eine Geschichte aus 10 Sätzen entstehen

Als erstes würde sie einen Computerkurs machen. Welchen? Hmmmm ……. na, zum Beispiel „html für Anfänger ohne Vorkenntnisse – Teil 1“.Cool. Dann einen Job als …… mindestens Abteilungsleiterin bei einem Konzern, vielleicht zum Einstieg Nestlé oder Monsanto-Bayer. In kürzester Zeit würde sie dann zur Chefin aufsteigen und anschließend eine eigene Firma gründen, die Google und Microsoft das Fürchten lehren würde. Ein bisschen untertreiben wäre zu Beginn angebracht, damit nicht alle gleich merkten, wer demnächst die Weltherrschaft übernehmen würde. Ah ja und abgesehen von dem Kurs musste sie noch die Katze dingfest machen, sonst  beanspruchte sie den größten Teil der Tastatur für ihren Mittagsschlaf.

„Anti-feline Diktatur“ dachte die Katze, „Milchmädchenrechnung“ sagte die Mutter. „Geniale Karriereplanung“ rief sie triumphierend und gab dem dringenden Bedürfnis nach in ihren 17 whats-app-Gruppen die neuesten Katzenfotos zu posten und in ihrem blog darüber zu sinnieren, ob sie mit 17 Schlafzimmern in der Villa in Beverly Hills auskommen würde oder doch nicht.

 


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ABC Etüde – Ärmelkanal ich komme

Christianes ABC-Etüden.

3 vorgegebene Wörter in 10 Sätze verpackt

„Die vereinigte Missbilligungsfront bestehend aus Mann und Schwiegermutter stand ihr gegenüber und ohne zu wanken, ließen sie ihre Empörung über die Lippen fließen und verdrehten die Augen in seltenem Gleichklang.

– Das kannst du doch nicht machen!

– Wieso denn nicht, das Projekt dauert nur drei Monate und es ist eine große Chance in Cambridge arbeiten zu können

-Du bist schwanger!

-Ja und, ich habe nicht vor den Ärmelkanal zu durchschwimmen oder für den Olympia-Marathon zu trainieren.

-Im Ausland!

-Meines Wissens ist England ein durchaus zivilisiertes Land. In vier Monaten komme ich zurück und gehe dann in Karenz.

Sie nahm ein Notenblatt vom Tisch „Glücklich die Frau am Heeerde“.

-Das könnt ihr ja inzwischen singen.“

 


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Stärke und Verblassen

Die ABC-Etüden bei Christiane.

Jede Woche 3 vorgegebene Wörter, die zu einem Text aus maximal 10 Sätzen gemacht werden sollen.

Manche Wörter sind so abgedroschen und ausgelutscht, dass sie dem von ihnen Beschriebenen nicht mehr gerecht werden. Wie kann das erschöpfte, geschändete Wort „Frühlingserwachen“ noch die Kraft und Schönheit der Natur beschreiben? In jedem Frühling täglich millionenfach verwendet, steht es kurz vor dem Kollaps.

Es gibt auch überstrapazierte Gedichte, die schon reflexartig von fast jedem zitiert werden. So schön und bildgewaltig sie sein mögen, kommen sie doch völlig erschöpft aus der Mangel des Unendlichoftzitierens heraus. Mörikes blaues Band liegt schlapp im Kunstschnee, umgeben von Rilkes von weit fallenden Blättern. Worte brauchen Raum, Zeremoniell, Wertschätzung und immer wieder neue Aufgaben, sonst verkümmern sie zu dummdreisten Geplapperutensilien. Ein Hoch auf die lebendigen Sprachen mit aktiven, beweglichen, kraftvollen  Wörtern, die sich immer wieder neu präsentieren dürfen, in neuem Zusammenhang; die so reich sind, dass für jede Bedeutung zahlreiche Synonyme zur Verfügung stehen, dass jeder Satz neben sich eine Fülle von anderen möglichen Sätzen hat, die dasselbe ausdrücken können.


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ABC-Etüden – Die Verwandtschaft

Die ABC-Etüden: Aus 3 vorgegebenen Wörtern eine 10 Sätze-Geschichte

Bei Christiane

Der Sedertisch ist fertig gedeckt, wunderschön finde ich, mit traditionellen und moderneren Elementen. Der Ablauf  des Abends ist beinahe zu 100% vorhersehbar. Ob wir es nicht auch gerne so mögen? Bloß keine Überraschungen, meistens sind sie unangenehm. Tante Dwora wird  über den Sittenverfall  und die Gefahren neuzeitlicher Abänderungen alter Gebräuche mäandern, ganz egal, was auf dem Tisch steht. Meine Cousine Nora wird dabei hinter dem Rücken der Tante, mit der sie eigentlich sehr gut auskommt die Augen verdrehen. Cousin Benni ist immer noch in seiner halborthodoxen Phase und trägt – glaube ich – immer noch Beikeles. Da weiß man auch schon, wer was kommentieren wird. Onkel Josuah, der kürzlich seinen 95er gefeiert hat, wird ohne jeden Zweifel über die metallischen Stimmen der SS-Leute berichten, die seine Familie damals abgeholt haben. Trotzdem sehe ich sie immer wieder gerne, meine Mischpoche.