Schlagwort: ABC-Etüden

Völlig harmlos – Extraetüden

Wie immer bei Christiane
Diesmal 5 oder 6 vorgegebene Wörter in einem 500 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen aus den zwei Durchgängen im Mai von der Puzzleblume und mir

Vorbemerkung: „Amok laufen“

Aus dem Malaiischen stammt das Wort amok oder amuk, das im Deutschen zumeist in der Wendung Amok laufen „in blinder Wut umherrennen und wahllos töten“ gebraucht wird. (…)Heutige Amokläufer sind dagegen zumeist allein handelnde junge Männer, die nach einer Phase des Grübelns ihre Aggressionen gegen andere wenden und sich im Anschluss nicht selten selbst töten.

Niemandem ist irgendetwas aufgefallen, es war alles ganz normal, man konnte doch nicht ahnen …. und so weiter und so fort, denkt der Kommissar, der mit diesem Fall betraut ist. Ich brauch´ gar niemanden zu fragen, ich weiß eh schon, was alle sagen werden.

„Sechzehnjähriger erschießt Mitschüler und Lehrer“ Mit fünf hat er schießen gelernt. Der Vater besitzt ein Dutzend Gewehre, die im Haus herumliegen, weil was soll denn da schon passieren.

Das Zimmer des jugendlichen Mörders wird von einem riesigen Bildschirm dominiert. Das Hintergrundbild ist ein Wetterbericht von vor fünf Jahren. Unerklärliche Kuriositäten gibt es in solchen Fällen immer. Im Zimmer ist es geradezu gespenstisch ordentlich. Gespenstisch auch die Ecke mit Postern von Monstern und blutüberströmten Brutalohelden, die für viele Gamer wahrscheinlich zur Familie gehören. Auch eine Zeichnung von Rudi selbst hängt da mit einem Reptilienkopf, der gerade einen Menschen verschlingt. „Der wahre Rudi“ steht auf dem Blatt. An einer Wand hängt noch ein Jagdgewehr und am Türstock klebt die Meß-Giraffe, die die körperliche Entwicklung des Buben dokumentiert.

Überlebt haben zwei Mitschüler, die am Tag des Amoklaufs nicht in der Schule waren. Ob ihnen etwas aufgefallen sei in den letzten Tagen. Sie schütteln stumm die Köpfe. Schließlich kommt, dass der Rudi doch schon lange komisch war. Er ist wie mondsüchtig herumgeschlichen und hat laut mit sich geredet und Geräusche gemacht wie bei einem Kampf und dann hat er manchmal von Leuten aus Computerspielen geredet, als wären sie echt und er hätte gerade mit ihnen gekämpft. Ja eben, überhaupt nicht auffallend, wer hätte sich da irgendwie beunruhigen sollen, dachte der Kommissar.

Im Sprechzimmer der Schule sitzt Rudis Deutschlehrerin dem Kommissar gegenüber. Sie durchwühlt einen Stoß Papiere auf dem Tisch, findet, was sie sucht und hält ihm ein Doppelblatt hin. Einer von Rudis Aufsätzen sagt sie. Während der Kommissar liest, spielt sie nervös mit einem irisierenden Anhänger. Der Kommissar verkneift sich die Frage, ob dies ein Instrument zum Hypnotisieren von Schülern sei.

Rudi hatte so eine Art Alter Ego, irgendein blutrünstiges Fantasiewesen aus seinen Spielen. An manchen Tagen, glaube ich, nahm er diese Identität ein. Dann sprach er kaum, zeichnete verstreute Leichenteile. In den letzten Monaten schrieb und sprach er von seinen Fantasiefiguren, als wären sie real. Sie haben ja den Aufsatz gelesen. Ich weiß nicht, ob ihm klar war, wie befremdlich das auf andere wirkt, sogar auf seine Klassenkameraden, die sicher selbst auch öfter spielen. Irgendwann hat sich wohl die Grenze zwischen Spiel und Leben verwischt, es war ihm nicht mehr klar, dass jemand, den er erschießt, nicht wieder mit neuen Leben aufsteht wie in seinen Spielen. Warum ich nichts getan habe, werden Sie fragen. Aber was? Die Eltern weigerten sich irgendetwas zu unternehmen, die Schulpsychologin ist einmal im Monat für einen Halbtag im Haus.

Der Kommissar seufzt und denkt, dass es andere auch nicht leicht haben.

Klein-Labersdorf – ABC Etüde

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von der Puzzleblume





Martin war ein Stubenhocker, immer schon gewesen, ein ganz besonders gelungenes Exemplar dieser Gattung. Die Gesellschaft seiner Laptops genügte ihm vollkommen. Die Familiengeschichte wusste zu berichten, dass er als Baby jämmerlich zu weinen begann, wenn ihn jemand in den Garten brachte. Solche Berichte sind im Normalfall ordentlich übertrieben, aber in Martins Fall könnte es tatsächlich so gewesen sein.

An einem Frühsommertag stürmte Martins Bruder Konrad ins Haus der gemeinsamen Eltern und rief „Ich habe Martin im Park gesehen! Er saß auf einer Bank, in der Sonne, neben dem Ententeich !“ Fassungslos starrten ihn alle an. Es wurde beschlossen, die Sache nicht zu erwähnen um nicht womöglich eine positive Entwicklung zu unterbrechen. In den nächsten Tagen und Wochen konnte Martins Veränderung aber nicht mehr übersehen werden. Nicht nur verbrachte er jeden freien Moment irgendwo draußen, er kaufte sich auch Sportgeräte wie ein Rad und ein Skateboard. Obendrein wurde Martin immer fröhlicher und freundlicher.

Nach langem Überlegen wagte Konrad sich vor und fragte Martin nach der tiefgreifenden Veränderung in seinem Leben.
“ Die regionale Wetterkarte. Ist dir da nichts aufgefallen?“
„Äh ….. nein“ sagte Konrad „ich sehe den Wetterbericht auch nicht so oft ….“
„Komm, ich zeige es dir“ Martin fuhr seinen Laptop hoch (allein schon die Tatsache, dass der Laptop ausgeschaltet war! ) und suchte den regionalen Wetterbericht vom Vortag“ Da, da“ zeigte er seinem Bruder „siehst du wie die Karte rund um Klein-Labersdorf irisiert? “ Konrad sah nichts dergleichen, fragte aber, was dieser Effekt zu bedeuten hätte. „Na, das ist doch klar“ sagte Martin „Dorthin muss man fahren. Ich habe es jetzt schon über zwanzigmal ausprobiert. Es macht richtig glücklich sich dann dort aufzuhalten.“

Konrad war überzeugt, dass sein Bruder übergeschnappt war. Nachdem dies aber so positive Wirkungen auf sein Verhalten und sein Befinden hatte, nickte er begeistert und versicherte, dass er demnächst einmal mitkommen würde.

300 Wörter

Partnerwahl bei den Giraffen – ABC-Etüde

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von mir

Uff, Giraffenetüde Nummer 6, wie geplant geschafft

In Zeitlupe hob er sein langes muskulöses Bein und stellte dann seinen perfekt geformten Huf, der jeden Gegner zerschmettern konnte zur Schau. Den langen Hals hielt er recht starr damit auch gut zu sehen war, wie stark er war. Und diese virilen Flecken! Jeder Zentimeter an ihm strahlte die Botschaft aus „noch nie gab es einen so starken und so eindrucksvollen Giraffenbullen wie mich. Eine so imposante Erscheinung, die Verheißung so schöner Kinder!“ Zu dieser Herde gehörten besonders viele weibliche Junggiraffen, bereit zur Paarung. Falls sie nicht mondsüchtig oder sonst irgendwie blöd waren, mussten sie vor Ehrfucht vor seiner phantastischen Erscheinung sofort in die Knie gehen. Alle.

Vor Begeisterung über sich selbst und wegen des hochgereckten Kopfs übersah er ein großes Loch und kugelte in sehr unvorteilhafter Haltung hinein. Die Mädels kicherten. „Sowas kann ja nun jedem passieren“ dachte er, sprang aus dem Loch und schlenderte zum Fluss um dort publikumswirksam zu trinken. Giraffenbeine sind lang und sperrig und es ist nicht so einfach, sich unter diesen Bedingungen elegant und gleichzeitig kraftvoll zum Wasser hinunterzubeugen. Er hatte dabei viel Übung und beherrschte das Trinken normalerweise sehr eindrucksvoll. Aber es war wohl nicht sein Glückstag: er rutschte im Schlamm aus und fiel auf die Nase. Die Schwanzquaste wehte verloren im Wind. Die virilen Flecken wurden nass, ebenso der Rest des schönsten Giraffenbullens aller Zeiten. Die Mädels kicherten.

Seit Tagen hatten sie viel zu kichern, den schon der vierte allereindrucksvollste Bulle wollte sich der Herde anschließen. Ihre Mütter, Tanten und sonstigen weiblichen Herdenmitglieder blickten nachsichtig auf die vielen Löcher im Boden, die Steine im Weg, die umstürzenden Bäume und die glitschigen Ufer. Hatten nicht sie selbst auch nach alltagstauglichen Bullen gesucht, die nicht vor lauter Eitelkeit in jedes Loch fielen und über jeden Stein stolperten. Bei diesem Auswahlkriterium waren immerhin die klugen Töchter herausgekommen.

302 Wörter

Die Großgewachsene – ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von mir

Das ist der Giraffentext Nummer 5. Sechs habe ich mir vorgenommen. Zwar habe ich noch keine Idee für Nummer 6, aber es sind noch 2 Tage Zeit, da wird mir schon etwas einfallen. Dann werfe ich mich auf die Impulswerkstatt

Er selbst war klein gewachsen. Mit Zuhilfenahme der Zehenspitzen schaffte er es knapp auf etwa einssechzig. Es mangelte ihm jedoch nicht an Selbstbewusstsein und seine Begeisterung galt großen Frauen, wirklich groß gewachsenen, unter einer Größe von mindestens einsneunzig waren sie ihm keinen Blick wert.

Da gab es die Außenministerin P, einsvierundneunzig groß berichteten die Zeitungen. „Ach mein Girafferl“ murmelte er zärtlich, wenn er sie im Fernsehen bei Staatsbesuchen sah. Mitten zwischen den Ölscheichs überragte ihr Kopf alle anderen Anwesenden. Wenn sie den besuchten Staatschefs die Hand schüttelte, blickte sie wohlwollend auf sie herab. Über seinem Bett hing ein „Familienfoto“ eines EU-Außenministertreffens, auf dem die Ministerin, in die letzte Reihe verbannt, aus einer imposanten Höhe über ihre Kollegen hinweg sah.

Manchmal mehrmals täglich durchforstete er das Internet und suchte Artikel und vor allem Fotos von seiner Traumfrau. Auch am Kiosk suchte er nach Zeitschriften mit Berichten und Geschichten über Ministerin P. Als wäre er mondsüchtig zog es ihn unwiderstehlich zu ihr. Eine Zeit lang ging das gut, es war eine harmlose, angenehme Schwärmerei, aber eines Tages verrante er sich und kam dann immer mehr vom Weg ab.

Wenn er überhaupt aus dem Haus ging, so fand er sich immer immer in die Nähe der Wohnung von Frau P. wieder. Meist blieb er in seiner Freizeit aber zuhause und erlebte Begegnungen mit seiner Angebeteten, in denen er sie als Held traf, rettete, liebte, beschützte. Eine lange, intensive Liebesgeschichte spielte sich in seinem Kopf ab und gewann immer mehr an Realität. In einem parallelen Gedankenstrang drängte es ihn, seine Phantasien in die Realität zu bringen.

Es wurde noch nicht einmal in den Medien berichtet, dass ein sehr kleiner Mann mit einer großen Tasche voller Stricke, Handfesseln und einem großen Jutesack in den Garten von Ministerin P eingedrungen und sofort gefunden und festgenommen wurde.

Auch in der Savanne – ABC-Etüde

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von mir

„Das ist doch nur ein Märchen, reine Erfindung“ sagte der junge Wildhüter zu seinem alten Kollegen. Der lächelte „wenn du nicht willst musst du ja nicht mitkommen“ antwortete er „es hat aber gestern eine Zwillingsgeburt bei den Giraffen gegeben und es ist Vollmond. Heute tun sie es ganz bestimmt und ich weiß, wo ich den Ort suchen muss. Aber du musst ja nicht mitkommen“

Einige Zeit vor Sonnenuntergang brachen sie auf, gingen wegen des besonderen Anlasses zu Fuß durch die Savanne. Von weitem sahen sie immer wieder Giraffenköpfe, die in den oberen Baumwipfeln Zweige abrissen. „Hier“ sagte der alte Wildhüter und sie setzten sich und warteten.

Plötzlich begann das Gras zu summen, der Ton schwoll an, die Bäume schwenkten ihre Äste und schlugen sie leicht gegeneinander, über allem der volle Mond. Sprachlos sah der junge Wildhüter, wie eine Herde Giraffen sich in Quadrillenformation aufstellte und graziös zu tanzen begann. Sie konnten einander nicht die Hände reichen, aber ihre biegsamen langen Hälse erfüllten denselben Zweck und verliehen dem Tanz einen besonderen Charme. Die Tänzerinnen führten die Schrittfolgen so präzise aus, als wären sie mondsüchtig auf einem Dachgiebel unterwegs.

Blüten und Blumen sind in einer trockenen Savanne kaum zu finden , aber die Giraffen hatten Baobab-Zweige abgerupft und schwenkten sie im Rhythmus der vielstimmigen Savannenmusik, die auch für die menschlichen Beobachter deutlich zu hören war. Alle Pflanzen beteiligten sich daran, und erzeugten die wunderlichsten Töne. Die nächtliche, vom Mond erleuchtete Savanne schien einen Blick auf eine völlig andere Welt zu eröffnen, die nur bei besonderen Gelegenheiten offen stand.

Das Giraffenkind Maisha fühlte Musik und Rhythmus in ihren Beinen und in ihrem Hals. Sie summte mit dem Gras, wiegte sich mit den Bäumen. Die Verbindung zum Mond, der sie die Schritte und Figuren der Quadrille lehrte, war ihr selbstverständlich. Das nächste Mal würde sie mitmachen.

301 Wörter




Maisha auf dem Mars – ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von mir

So neugierig war sie, wie es auf diesem rötlich leuchtenden Planeten wohl aussehen würde. So begeistert war sie gewesen, als sie einen Weg gefunden hatte. Nun setzte sie ganz vorsichtig einen Huf und einen zweiten auf den roten Boden. Er fühlte sich hart an, unnachgiebig. Maisha wurde von dieser kompromisslosen, undurchdringlichen Gefühlslage überflutet.

Ein beunruhigender Rotton wie Feuer und Zerstörung zog mit blutigen Nebeln durch ihren Kopf. Sie sah mondsüchtige Soldaten in Reih und Glied marschieren, brüllende Generäle, tosend holpernde Panzer. Dazwischen verschwommene Reitergestalten. Kurz dachte sie, wie gut, dass Giraffen nicht geritten werden.

Das Gebrüll, das nicht nur von den marschierenden, galoppierenden Wesen zu kommen schien, sondern aus jeder Pore dieses kriegerischen Planeten schwoll noch an, zog über die rote Ebene in Richtung eines Gebirges und nun sah sie, dass auch von dort eine Armee anrückte.

Die beiden Heere stießen aufeinander, vermischten sich und die einzelnen Kämpfenden waren bald nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Ein starker Sog der nicht vorhandenen Atmosphäre zog Maisha mitten hinein in das Gemetzel, in das Töten und Verstümmeln und die Begeisterung der Zerstörung. Der Vorteil des Überblicks über die Umgebung, den ihr langer Hals ihr bot, wurde zum Alptraum denn sie konnte jedes Detail erkennen, jeden Sterbenden, jedes abgehackte Glied und den gierigen, gnadenlosen Ausdruck auf den Gesichtern der Generäle.

Maisha drehte sich um sich selbst und wankte unter dem Eindruck des von allen Seiten auf sie einstürmenden Horrors. Vor Angst noch mehr hineingezogen zu werden, glaubte sie – begraben unter dem Kriegsgetöse- an dem aufgewirbelten roten Sand zu ersticken.

Völlig verschreckt riss Maisha ihre Augen auf. So gerne wollte ich den Mars sehen, sagte sie zu ihrer Mutter, aber warum hast du mir nicht gesagt, wie es dort ist? Hättest du es denn geglaubt? antwortete Mutter Giraffe weise und stupste ihre Abenteurer-Tochter liebevoll an.

300 Wörter

Die unbekömmliche Wahrheit – ABC Etüde

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von Ludwig Zeidler

An diesem Nachmittag vor dem großen Galadinner im Schloß fragte sich die ausgebeutete königliche Küchenhilfe was wohl der Hofnarr und die Köchin so lange miteinander zu flüstern hätten. Sie flüsterten nicht nur, sie kicherten auch.  "Und niemand wird auch nur einen Verdacht haben" hörte sie, als sie, scheinbar völlig auf ihre Arbeit konzentriert, den beiden Flüsternden näher kam. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen. Die Servierplatten bogen sich unter den akribisch geometrisch ausgerichteten Speisen und das zentrale Element, der Königskuchen, war in diesem Jahr besonders gelungen, dekoriert nach dem Motto "Träumen im Schloss". 

Der König schnitt das Prachtstück eigenhändig an und verspeiste mit sichtlichem Genuss ganz alleine ein großes Kuchenstück. Dann erhob er sich um seine traditionelle Rede zu halten. Man applaudierte.

"Verbindliche Worte, an das Volk gerichtet, soll ich sprechen, haben meine Minister gesagt. Wozu das? Es ist doch offensichtlich, wie egal mir das Volk ist. Solange sie arbeiten und kuschen. Und die Minister! Wenn die wüssten, wie viele von ihnen auf meiner Abschussliste stehen und demnächst  hingerichtet werden. Nicht umsonst habe ich sie unter den Dümmsten ausgewählt"

Alle erstarrten. Der König verstand nicht warum, aber als Anhänger einfacher Lösungen bot er seinen Ministern vom Königskuchen an, was eine völlig unerwartete Gunst war.

Der älteste Minister hatte sein Kuchenstück als erster verspeist. Er murmelte in Saallautstärke "Unter den Dümmsten? Ah ja. Wie dieser hirnamputierte Narzisst, dieser widerwärtige Tyrann, der das ganze Land heruntergewirtschaftet und ins Unglück gestürzt hat das wohl beurteilen könnte! Die Pläne für den Umsturz sind fertig, noch in dieser Nacht ... " Der einzige Minister, der keinen Kuchen gegessen hatte, stürzte sich auf seinen Kollegen um ihn zum Schweigen zu bringen.
 xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Nachdem das Chaos, das bei diesem denkwürdigen Galadinner entstanden war langsam abflaute, fand die immer noch ausgebeutete königliche Küchenhilfe einen schmierigen Zettel auf dem stand "unwiderstehliches Wahrheitsserum für Regierende"

301 Wörter

Irgendwann – ABC-Etüde

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von Katha (kritzelt)

Der Frühlingsmorgen vibriert. Es vibrieren das Licht, die sanften Pastellfarben der Triebe und Blüten, der Gesang der Vögel.

In Marisas Zimmer mit geschlossenen Fenstern und Jalousien, ist die Luft tot, die Welt leer. Alljährlich die Zeit des noch größeren Abgrunds. Marisa lebt vom Schreiben in einem Tratsch- und Klatschblatt und kann es sich nicht leisten, keinen Erzählstoff zu haben. Es ist eine eigene Technik winzige, unbedeutende, oft erfundene Dinge zu Skandalen und Tragödien aufzublasen, die den Leserinnen des Blatts ein Ersatzleben bieten, mit großen Emotionen, Tränen, Wut und Empörung. Marisa verachtet ihre Leserinnen, hat es aber nie geschafft, eine Anstellung in einem anderen Blatt zu finden. Nicht mangels Talent, nicht mangels Einsatz sondern wegen in regelmäßigen Abständen einziehender Depression, die sie lähmt, geistig und körperlich.

In diesem Frühling, in dem sie sich ohnehin kaum an die Tastatur zwingen kann, ekeln sie ihre Prinzessinnen- und Stargeschichten besonders an. Aufgrund blanker Routine, die kaum Aufmerksamkeit erfordert, klopft sie die von ihr selbst als blödsinnig empfundenen Texte herunter. Eingesperrt in einen Käfig aus engen, schwarzen Stäben, in dem sie sich von Kitsch und weit verbreiteter emotionaler Bedürftigkeit ernährt.

Wäre nicht die Auslöschung eines solch unerträglichen und unnützen Lebens die einzige Lösung? Irgendwann wird sie sich dazu durchringen können…

Das schöne Wetter weckt nicht bei jedem Menschen Frühlingsgefühle. Manche fühlen sich im Frühling sogar deutlich schlechter: Jährlich steigt zu dieser Zeit die Zahl akuter Depressionen. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien zeigte sogar, dass die Suizidrate im März gegenüber Februar um 20 Prozent steigt – erst im Sommer sinkt sie wieder. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass depressive Menschen im Frühling noch stärker mit ihrer Krankheit und dem Bild lauter fröhlich erscheinender Menschen um sich herum konfrontiert werden. Sie sind unglücklich, traurig und zurückgezogen, während um sie herum das Leben zu blühen beginnt.
Quelle: https://www.oberbergkliniken.de/artikel/fruehjahrsdepression

300 Wörter

Der Glückliche – ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von Alice

Gustav hatte sein ganzes Leben lang sein Hobby gepflegt, auch zu Zeiten in denen er sehr viel arbeitete, fand er dafür immer ein bisschen Zeit. Nun war er in Pension und in der glücklichen Lage sich seinem Steckenpferd voll und ganz widmen zu können. Verändert hatte sich nichts an seinem Hobby, er betrieb es unter frühlingsblühenden Bäumen, bei glühender Hitze und mit rauhen Händen in eisigen Winterstürmen, immer auf die gleiche Art und Weise.

Was sich doch geändert hatte, war seine Bekleidung. Als ganz junger Mann trug er gerne Frack und Zylinder wenn er zu seinem Hobby auszog. Heute trug er verschiedene Arten von Hüten, die er bei einem Mann seines Alters kaufte, der ein Hutgeschäft betrieb. Dass Hüte in der Herrenmode kaum noch vorkamen, ignorierten beide konsequent. Gustav trug auch nur noch ganz selten einen Frack, schließlich gab es ebenso elegante aber wesentlich bequemere Anzüge.

Er war viel herumgekommen und hatte sein Hobby in vielen verschiedenen Ländern ausgeübt, in verschiedenen Städten und Landschaften, er war durch praktisch alle sozialen Schichten gewandert, hatte das Umfeld zahlreicher Berufe kennengelernt und kannte sich auch an Orten aus, wo Menschen ihre Freizeit verbringen.

Abgesehen von der Bekleidung und mehreren qualitativ hervorragenden Regenschirmen von Brigg/ London gab er für sein Hobby nichts aus. Er brauchte keinerlei Geräte oder Werkzeuge zur Ausübung seiner Tätigkeit. Er ging nur unter die Menschen, zog seinen jeweiligen Hut und lächelte freundlich. Nicht hämisch, nicht wie ein Clown und auch nicht wie ein Verführer, einfach freundlich. Hunderttausenden Menschen hatte er schon auf diese Art zugelächelt und nicht alle aber fast alle hatten zurückgelächelt und einen angenehmen Moment erlebt.

Wenn er sein Hobby mit anderen verglich, vom Paragleiten über Yachtpartys bis zum Bau von Vogelhäusern, war er außerordentlich zufrieden. Seine zahlreichen Freunde nannten ihn „Gustav, der Glückliche“.

ABC-Etüde – der Geheimkünstler

Da hat sich doch glatt ein Geheimkünstler aus einer längst vergangenen Runde eingeschlichen.

Wie immer bei Christiane
3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen
Die Wörter stammen diesmal von Gerda Kazakou

Mit einem ganz besonderen Lächeln sah sie ihm von ihrem Fenster aus nach, wie er über den Hof zur Straße ging. Ein kleiner Mann, sandfarben, unauffällig fast bis zur Unsichtbarkeit, gekleidet wie die wandelnde Spießigkeit, langsam, bedächtig. Bis vor kurzem hatte sie ihn für einen ruhigen, freundlichen, unendlich langweiligen Menschen gehalten und es hatte eines unglaublichen Zufalls bedurft um sie eines Besseren zu belehren.

Einen Geheimkünstler nannte sie ihn nun, denn niemand konnte vermuten, welche Talente sich hinter diesem unscheinbaren, extrem biederen Äußeren verbarg, was für ein nicht nur feuriger sondern auch äußerst kundiger Liebhaber dieser Mann war.

Die Vorstufen der Lust machten sich in ihrem Körper wieder kribbelnd bemerkbar während sie ihm nachsah. Seine Hände waren immer wieder kurz über ihrem Körper geschwebt. Gerade lange genug damit die Erwartung der Berührung kaum noch zu ertragen war. Allein dies hatte sie schon sehr genossen, doch es hatte sich nur als kleiner Einstieg in ein großes Erlebnis erwiesen. Er wusste genau wie und wann er mit welcher Berührung welche Wirkung erzielte. Und dann das fulminante Finale in mehreren Akten.

Sie fühlte die Spuren, die er auf ihrem Körper hinterlassen hatte; Spuren, die am Hals begannen und sich bis zum Venushügel hinunterzogen, in sanften Serpentinen mit vielen Umwegen, langsameren und schnelleren, weicheren und härteren. Am Fuß des Venushügels veränderte sich dann die Gangart.

Sie fühlte immer noch die extreme Empfindlichkeit ihrer Brustwarzen, aber auch die völlige Entspannung sämtlicher an den Orgasmen beteiligter Muskeln. Es blieb die körperliche Erinnerung daran und die freudige Überzeugung und der dringliche Wunsch, die Spannung möge sich bald wieder aufbauen.

Sie stand am Fenster und kreiste ein wenig mit den Hüften um den Nachklang der Ströme der Lust auf ihrer Haut und tiefer noch nachvibrieren zu lassen.

Extraetüde – Von Verwirrungen und Verirrungen

Bei Christiane
5 Begriffe in einen Text von maximal 500 Wörtern einbauen
Ich habe „Hoffnungsschimmer“ weggelassen, einen solchen kann man in diese Geschichte nicht einbauen

Er war gut ausgerüstet für seine kurze Reise durch die Antarktis. Alles was er benötigte, lag auf dem Hundeschlitten. So viele organisatorische Hindernisse hatte er schon überwunden um hier in der linken unteren Ecke der Welt zu stehen. Nun wollte er bevor er losmarschierte noch einmal innehalten und sich die Größe und Bedeutung dieser Reise noch einmal vor Augen führen.

Unendlich weit schien sich die weiße Landschaft zu dehnen. Er ließ sich davon nicht beirren, so einer war er nicht, er wusste, was er wusste und war der Massenpsychose jener, die die Erde für rund hielten nicht verfallen. Der Horizont war nichts weiter als eine Erfindung. Ohne Karten zu reisen wäre zwar unverzeihlich dumm gewesen, das Benützen der gefälschten Karten aber ebenso. Daher waren es selbstgezeichnete Karten der Society, die er verwenden würde. Sie waren aufgrund von Wahrheit und Logik entstanden. Eine davon hatte er im Rucksack, eine andere war in seinen Anorak eingenäht. Der Wind im Randbereich könnte heftig sein und er brauchte die Karte für den Rückweg.

Im Geschäft, in dem er sich verproviantiert hatte, wollten sie ihm unbedingt einreden, dass er viel mehr Vorräte brauche. Sie gingen von anderen Voraussetzungen aus, diese Verrückten, konnten nicht verstehen, dass er den ultimativen Beweis erbringen würde, dass die Verlachten und Verspotteten recht hatten. Recht haben war für ihn sehr wichtig, doch die beiden Verkäufer sahen alles anders. Wenn er nicht genügend Proviant mitnehmen wollte, dann eben nicht. Vielleicht wollte er beweisen, dass man sich von Schnee ernähren konnte oder von Licht oder sonstwas. Sie hatten schon viel gesehen und würden niemanden von seinen Plänen abhalten.

Er stapfte los, das Eis knisterte unter seinen Schritten, unverdrossen voran. Er schätzte, dass er sein Ziel in drei bis vier Tagen erreichen würde. Auf den Lügenkarten war alles verzerrt und sah viel größer aus als es war. Er aber wusste Bescheid.

Drei Tage war er unterwegs, erschöpft aber zuversichtlich. Es wurde immer schwieriger die Hunde im Zaum zu halten, aber seine Überzeugung in höchstens einem weiteren Tag ans Ziel zu kommen, war ungebrochen. Er kam näher, eindeutig. Er merkte es auch daran, dass ein heftiger Schneesturm aufkam, wie man ihn in der Randzone vermutete. Der Sturm nahm ihm die Sicht und er wusste wohl, dass er sein Zelt aufschlagen und abwarten sollte, aber er war schon so nahe und ging sehr vorsichtig weiter. Der Sturm brüllte, der Schnee verbrannte sein Gesicht. Als er jedoch stolperte und fiel waren seine letzten Gedanken triumphal.

Erfroren und nur ein paar hundert Meter von unserer Forschungsstation entfernt. Die Hunde fanden nach dem Schneesturm zur Station, aber für ihn war es zu spät. Er war desorientiert, unvorsichtig und fiel einen Hügel hinunter, den er wohl für den Rand der Welt hielt. Bei seinen Sachen war ein Brief an die „Flat Earth Society“, in dem er bejubelt, dass er die Lügen über die runde Erde nun ein für allemal widerlegen würde. Ein mutiger Mann mit einem Hirn wie Wackelpudding.

The Flat Earth Society mans the guns against oppression of thought and the Globularist lies of a new age. Standing with reason we offer a home to those wayward thinkers that march bravely on with REASON and TRUTH in recognizing the TRUE shape of the Earth – Flat.

ABC- Etüden – Das Pergament

Wie immer bei Christiane

3 vorgegebene Wörter in einem 300 Wörter-Text unterbringen

Die Wörter stammen diesmal von Tanja Stachelbeermond

Die Burgruine stand tief in den Felsen gehauen, von dort aus sah man über das ganze Land. Seit zwei Jahren liefen im Sommer Ausgrabungen. Der Ausgrabungsleiter, ein Professor der Archäologie beschäftigte praktisch alle seine Studenten zumindest einen Großteil des Sommers und sie gruben unverdrossen. Von den Grabungen versprach man sich Erkenntnisse über die Vorratshaltung in Burgen. Die angehenden Archäologen waren mit viel Begeisterung und Einsatz bei der Sache. In diesem Sommer gab es auch eine Gruppe unter den Studenten die glaubte, dass in dieser Burg auch Merlin gelebt hatte. Der Grabungsleiter äußerte sich nur vage zu dieser Theorie, da er sehr zu Recht annahm, dass der Arbeitseifer dieser Studenten durch die romantische Theorie eher beflügelt werden würde. Dennoch hatte er gar kein gutes Gefühl bei der Sache.

Immer noch tiefere, in den Felsen gehauene Gewölbe entdeckten sie. Halb zerfallene hölzerne Vorratsgefäße entdeckten sie, auch Keramik und Glasbehälter mit fast zu Staub gewordenen Lebensmitteln. Für Archäologen, die sich für Vorratshaltung interressierten alles sehr spannend.

Eines Tages aber, die große Entdeckung. Einer der Merlin-Studenten hatte in einer Ecke eine Pergamentrolle gefunden. Als er das verhaltene Grinsen einer der Nicht-Merlin-Studentinnen sah, befürchtete der Grabungsleiter Ärger und folgte nach einer Weile dem Finder des Artefakts zum Container in dem die Archäologen ihre Funde aufbewahrten und erste Analysen wie Entzifferungen und Altersbestimmungen durhführten.

Und tatsächlich kam der Entdecker des Pergaments ihm schon entgegen. Empört schwenkte er das zerknüllte Schriftstück. „Sind Sie wahnsinnig, wie gehen Sie denn mit einem kostbaren Artefakt um“ rief der Professor. „Ach von wegen kostbar, ganz primitiv mit Tee gefärbt und soooo witzig! “ schnaubte der Student, warf das Papier weg und verschwand in Richtung seines Fahrrads.

Der Grabungsleiter hob das Pergament auf. „Merlins Zauberspruch um einen Wackelpudding zum Knirschen zu bringen“ stand darauf und im Hintergrund hörte man lautes Gelächter.

Die Pubertät unbeschadet überleben

Die ABC Etüden wie immer bei Christiane
3 Wörter (siehe Illustration) werden in einen Text von höchstens 300 Wörtern eingebaut.
Die Wörter stammen diesmal vom mythischen Etüdenerfinder Ludwig Zeidler

Eigentlich war es ein Wunder, dass die neugierige Nachbarin erst heute auftauchte um sich nach den unerhörten Vorkommnissen in der Sylvesternacht zu erkundigen. Die Nachbarin konnte es selbst kaum glauben, aber sie war im falschen Moment nicht zuhause gewesen. Üblicherweise entging ihr nichts, wenn es auch eine traurige Tatsache war, dass in dieser öden Gegend kaum jemals irgendetwas los war.

Die Teenagermutter öffnete seufzend die Tür. Es gab nicht den leisesten Schimmer einer Hoffnung, dass die Nachbarin aufgeben würde, bevor sie die Geschehnisse aus erster Hand erfahren hätte. Als sie „erste Hand“ dachte, zuckte die Teenagermutter etwas zusammen.

Ja, die Rettung war wirklich sehr schnell gekommen und dann auch sehr schnell in der Klinik angekommen mit dem schreienden Paul und mitsamt den wichtigen Teilen.
Es wäre ja auch unverzeihlich wenn nicht, meinte die Nachbarin, bei einem so jungen Menschen.
Sie konnten beide Finger wieder annähen, sagte die Teenagermutter verhältnismäßig ruhig, sie wollte die sensationslüsterne Nachbarin nicht zu dramatischen Gefühlsausbrüchen ermutigen, die Chirurgen haben großartig gearbeitet und haben uns auch sehr viel Mut gemacht, dass alles wieder gut zusammenwachsen wird.
Ach wie schrecklich, tremolierte die Nachbarin.
Die Teenagermutter war fast am Rande ihrer Selbstbeherrschung angekommen .
Und wissen sie, was der Paul gesagt hat nachdem er aus der Narkose aufgewacht war?
Ja was denn gar? die Augen der Nachbarin wurden noch ein Stück größer. Heute wurde ihr doch wirklich einiges geboten.

Die Teenagermutter musste mehrmals ansetzen. Er hat gesagt, dass er nächstes Jahr nicht wieder so billiges Zeug kaufen wird, sondern gute Böller. Es ist alles so hoffnungslos sagte sie und brach in Tränen aus.
Auch der Nachbarin hatte es die Sprache verschlagen.

300 Wörter



Eine Anti-Etüde, grenzenlos unseriös, aber vielleicht zukunftsweisend für meine weitere Etüdenkarriere

Mit lieben Grüßen an Christiane und das Etüdenteam

Auf köstlichen Kürbissen krakeln kitzlige kleine Kinder

Krakeln und kritzeln kann Kürbisse kennzeichnen und kitzeln

Kriminelle Kürbisse krakeln konstruktiver und kitzeln kompromissloser

Kitzlige Kürbisse können keine Kornblumen krakeln

Kurkuma krakeln auf Kürbissen kann keinen konservativen Koch kitzeln. Kultur kann kochen

Geht´s noch ???

Krakle, krakle, kleiner Kürbis

einen sagenhaften Grundriss

dazu noch einen Schlangenbiss

und fertig ist der Muskelriss

Bist du noch zu retten ??

Kitzlig über alle Maßen

zeigte sich die Oberhexe

Krakeln und noch etwas spaßen

wollten dann die Kürbisfexe

Kürbis köcheln und panieren

führt zu röcheln und flanieren

Hast du noch alle ??

erregt, bewegt, verlegt

kitzeln. krakeln, kämmen

und fertig ist die Ballfrisur

Jetzt reicht´s aber wirklich !!

Na gut !!

Wie man den Kindern das Theater madig macht – ABC-Etüde

Die ABC-Etüden
Wie immer bei Christiane
Drei vorgegebene Wörter sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text untergebracht werden
Die Wörter kommen diesmal von Heide Puzzleblume

Ursprünglich wollte ich einen Text über Biedermeier- Biedermann – und die Brandstifter schreiben. So eine Art Assoziationskette, aber Christiane ist mir zuvorgekommen und so habe ich umdisponiert und habe mich in wohl bekannte Bereiche begeben.

Ihr habt ja jetzt auch die Novotny in Deutsch. Herzliches Beileid!

Ach, die ist doch ganz nett.

Solange du noch nicht weißt, dass sie jeden Satz von jeder Hausübung und jeder Schularbeit durch ein Programm jagt, das sofort entdeckt, was du wo abgeschrieben hast. Da schau dir an, was sie mir einfach durchgestrichen hat. „Der einzige namhafte Dramatiker des Biedermeiers ist Grillparzer ; er setzte vor allem durch die geschlossene Form das Dr. der Klassik fort, nahm aber auch österreichisch-barocke Elemente auf und schuf eine auf feinnervigen Charakteren beruhende Tr. „

Was heißt denn Dr. und Tr ?

Das weiß ich doch nicht, aber die Novotny als Deuschlehrerin könnte das schon wissen. Das Ärgste ist ihr Spezialtheaterabo. Das ist richtig niederträchtig! Bei einem normalen Abo ist wenigstens manchmal irgendwas dabei, was man sich anschauen kann. Beim Novotny-Abo gibt´s nur Biedermeier und Romantik, Grillparzer und Novalis.

Aha, klingt übel. Mit dem Haupthausen haben wir voriges Jahr eine Jelinek gesehen, einen Bernhard und einen Schnitzler. Ah ja und „ein Käfig voller Narren“. Hat mir eigentlich alles ganz gut gefallen.

Seufz.

Die Professoren Novotny und Haupthausen stehen gemeinsam am Kaffeeautomaten.

Ich gehe nächste Woche mit meinen Schülern in die wunderbare Neu-Inszenierung der „Ahnfrau“. Wenn du magst, kannst du als Begleitperson mitkommen.

Ahnfrau? mit den 16jährigen?

Ewige Worte, außerdem muss man nicht ständig neue Stücke lesen, mein lieber Kollege. Mir wäre es sehr recht, wenn du mitkommen würdest, flötete die Novotny. Manchmal sind die Kinder doch nicht sooo begeistert und dann muss man sie ruhig halten.

Oh nein, ich nicht, sagte Haupthausen, ich gehe selbst freiwillig in keine Ahnfrau-Vorstellung. Aber wie wärs mit „Der Untergang des Hauses Usher“ von E.A.Poe im Burgtheater. Das würde den kids gefallen und mir auch. Keine Lust?

Ich gehe doch nicht zum Vergnügen ins Theater sondern um meinen Lehrstoff zu vermitteln!!

Seufz