la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Doch lieber Plastikmüll ? – ABC-Etüden

ABC-Etüden = 3 vorgegebene Wörter in zehn Sätze verpacken

2018_08_2_zwei lz | 365tageasatzaday

„Verein der Freunde der Pimpinelle“ stand auf dem Schild und ein großer grüner Pfeil wies in die Richtung des Strandwegs. Unterwegs zum Segelclub konnte man optional entweder Plastikmüll einsammeln oder Schildkröteneier beschützen. Am Strand angekommen brachten zusätzliche Bemühungen, die dort in der Sonne schmorenden Menschen von der Nützlichkeit von Sonnenschutz zu überzeugen zwar stürmischen Applaus aber keine Punkte.“Buchen eines Segelkurses“ oder „Lektüre zum Thema Sauberhalten des Strands verteilen“. Natürlich letzteres, sehr vorhersehbar ! Punkteabzug ?!  Seltsam. Gut, dann eben den Weg zurück in den Ort um dort an einer Versammlung zum Thema „bedingungsloses Recycling“ teilzunehmen. Zu beiden Seiten des Weges gluckste es irgendwie bedrohlich und wenn man unter den Abzweigepfeilen „zur Versammlung“ wählte anstatt „Ozonloch erweitern“ oder „Sprühen wir um die Wette Treibgas“ fiel man in einen tiefen, säuregefüllten Graben in dem mutierte Krokodile auf den nächsten Leckerbissen warteten. Wer hat mir gleich dieses pädagogisch wertvolle Öko-Computerspiel empfohlen ?

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ABC-Etüden – Ordentliches Marketing

Draußen graupelte es, aber in der ordentlichen Stube war es heimelig warm und trocken. Auf dem ererbten, blank polierten Tisch stand das liebe Krüglein voll schlüsselblumengelber Blüten äh… Blütchen, Blümchen, na egal. Ein zartes Frühlingsahnen lag in der Luft als Kreszentia hereinwirbelte. Sie brachte das erste Grün aus ihrem liebevoll gepflegten Gärtlein um daraus einen heilsamen Trank zu brauen für den Wolf, nein, nein ….. für die arme Frau, die in dem bescheidenen Häuschen lebte. Das fröhliche Gezwitscher der Vöglein im fein sauberen Käfigchen vor den treusorgend gebügelten Gardinen waren ihr Lohn genug. (5) Schnitt …..

Jetzt noch das product placement: Möbelpolitur und sonstige Putzmittel, Vorhangstärke, Bücher über Kräuterhexen, Keramikkurse, Streu für Vogelkäfige, Hinweis auf Blut-und-Boden-Literatur, das „bescheidene Häuschen“ könnte noch ein „halbverfallenes, bescheidenes Häuschen“ werden, dann wäre die Heimwerkerschiene auch noch drin. Ob das Graupeln nicht etwa ein Zusatzphänomen der chemtrails ist, ja super, Verschwörungstheorien, das erlaubt Hinweise auf Alarmanlagen und Bunker.  Eventuell könnte man noch ein blaues Band wehen lassen, an der Kreszentia oder dem Vogelkäfig ? Nein, das wär dann vielleicht doch zu viel.

Eine ABC-Etüde: 3 vorgegebene Wörter, höchstens 10 Sätze. Christiane lädt ein 


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ABC-Etüden – Das Klöppel-Virus

Hier gehts zu Christiane

Viele Namen hatte es bekommen, Schmidt-Monsanto-Virus, Merkel-Trump II17, schließlich hatte sich die Bezeichnung Klöppel-Virus durchgesetzt wegen der ruckartigen Fingerbewegungen, die die Betroffenen zwanghaft ausführten und die an die Bewegungen beim Klöppeln erinnerten.

2020 war das Virus aufgetreten und befiel mit atemberaubender Geschwindigkeit einen Kontinent nach dem anderen. Zuerst trat es in Gebieten auf, in denen größere Bäche oder Flüsse lange Strecken durch Agrarland flossen, als dieser Zusammenhang endlich erkannt wurde, war es längst zu spät. Flüsse wurden umgeleitet, Flussbette durchwühlt, doch das Virus, das seinen Ursprung in durch Schädlingsbekämpfungsmitteln mutierten Getreidesorten hatte, wurde durch die Luft übertragen und bald war praktisch die gesamte Menschheit verseucht.

Durch langwierige, intensive Therapien und Behandlungen gelang es manchmal  die ruckartigen Zuckungen auf eine Hand zu beschränken. Ein geringer Prozentsatz von Menschen versuchte die Zivilisation zu bewahren.

2120: prächtig wogten die Getreidefelder und das Superunkraut. Die Insektenpopulationen  mit ihrer enormen Vitalität hatten sich erholt Bienen, Schmetterlinge, Ameisen, Käfer summten, brummten und krabbelten durch die Natur. Menschen störten die Idylle nicht mehr.


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ABC Etüden – grenzenlos

Die ABC-Etüden werden von Christiane organisiert und von Ludwig illustriert. 

Es geht darum aus 3 Wörtern eine Geschichte aus genau 10 Sätzen zu basteln

Nach dem Unfall hatte er immer an die Brücke denken müssen und an das Dorf auf der anderen Seite des Flusses. „Du kannst da allein nicht mehr hin“ hatte seine Mutter gesagt „aber am Sonntag gehen wir gemeinsam“. Dann hatte ihn aber sein bester Freund begleitet und sie hatten gemeinsam die Schritte gezählt und die Wegmarkierungen ausgewählt.

Wochenlang hatte er geübt, mit dem weißen Stock vor sich her getastet. Zweiundzwanzig, Einundzwanzig, verdammt jetzt war er gestolpert und hatte die Spur verloren. Er verbiss sich die Tränen und tastete sich zurück nachhause. Nochmals von vorne. Viele, viele Male. Neunundneunzig – Achtundneunzig – er zählte immer rückwärts – Fünfunddreißig …. Siebzehn ……  Zwei – Brücke ! Jaaaa, es war gelungen und damit wurden seine Möglichkeiten der Orientierung grenzenlos.

 


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ABC-Etüden – Dubiose Verwaltungsmaßnahmen

Wieder einmal eine 10-Satz-Geschichte. Hier geht es zu Christiane, der Projektverwalterin

Ich gehe jetzt einfach wieder hin und erkundige mich nochmals. Da werden wieder alle hinter meinem Rücken die Augen verdrehen, weiß ich doch, ist ja immer dasselbe ! Und sie werden sagen, mit dieser mühsamen Geduld in der Stimme, dass sie es mir doch schon so oft erklärt haben oder dass das eben so ist. Letztes Mal hat der Huber einmal was anderes gesagt, er hat mich gefragt, wieso das so wichtig ist. Ausgerechnet der Huber, der immer auf dem Behindertenparkplatz steht, direkt vor dem Eingang zum Supermarkt. Die Müller-Hinterprup  ist auch nicht besser, die seufzt immer, wenn sie mich sieht. Gestern hat sie gesagt „Oh Gott, früher war es wenigstens nur einmal im Monat“  Dumme Person, gibt es denn in diesem fragwürdigen Amt eine Bestimmung darüber wie oft man etwas fragen darf  ? Sie könnten ja mal eine Antwort geben, wäre ja nicht so schwer. Warum kommt denn die Müllabfuhr am Dienstag und nicht an einem anderen Tag ?

 


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ABC- Etüden – ANTON ?!

„Anton“ hat sie mich genannt, die Frau Flumsel, „Anton !!“, wo doch nur „Luzifer“ oder „Nosferatu“ oder vielleicht „Belphegor“ meiner vielschichtigen Persönlichkeit gerecht würden ! Gut, die Sache ist entschieden, ist ziehe samt Fressnapf und Schlafdecke zu der Myriade. Gut, die hat auch ihre Mucken. Wenn sie „Quadratscheißer“ hört, runzelt sie die Stirn und findet sich zu kultiviert für solche Vokabel, aber immerhin hat sie eine präfaktische ebenso wie eine postfaktische, eigentlich eine von überhaupt keinen Fakten getrübte Einstellung zu Katzen. Da kann ich mich aufführen wie ich will, mit gelegentlichem Schnurren wickle ich sie dann schon wieder um den Finger und mit einem Blinzeln, egal ob mit dämonisch roten oder elegant grünen Augen bringe ich die sofort dazu, mir Delikatessen jeder Art zu servieren. Da ist gar nix ergebnisoffen ……


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ABC-Etüden – Liebe auf zwänglerisch

„Heute oder nie“ dachte Anna und verwurschtelte die rosa-grüne Decke auf ihrem Bett. Leichte Panik stieg in ihr auf als sie das Ergebnis betrachtete: Unordnung, keine einzige gerade Linie mehr, die Farben nicht mehr in geometrischen Mustern. Sie schloss die Augen um es nicht sehen zu müssen und warf die beiden ebenfalls rosa-grünen Kissen auf den Boden. Nur durch extreme Konzentration und Achtsamkeit schaffte sie es durch das Zimmer zu gehen und die Tür zu öffnen. Draußen stand Maxi. Er begrüßte sie wie immer herzlich aber mit dieser gewissen Zurückhaltung, die die intuitive Anna immer hart traf. Sie schlenderten in ihr Zimmer, Maxi sah die zerknutschte Überdecke und meinte erfreut „Da ist es ja heute richtig gemütlich“ Er warf sich aufs Bett und zog sie mit sich und es kam wie es schon lange hätte kommen sollen. Nachdem sie nun endlich wusste, was es mit dem körperlichen Teil der Liebe auf sich hatte, überlegte Anna ziemlich entspannt, wie sie die auf den Boden geworfenen Kleidungsstücke ordentlich falten könnte um gerade Linien und Symetrien zu erzeugen. Es war ja ganz nett gewesen, nur war es diese Unordnung wert ??