la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Donnerstag 2. April 2020

Unsere Direktorin hat sich zur Kommunikation mit den Schüler*innen die Plattform Microsoft-Teams in den Kopf gesetzt. Nun denn, es schadet ja nicht immer wieder was Neues zu lernen. Das Ding ist auch nicht weiter kompliziert und eigentlich – ich muss es ja zugeben – wirklich sehr vielseitig. Moodle habe ich immer gehasst und gefunden, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zu den Vorzügen steht. Bei dieser Plattform ist das auf den ersten Blick anders. Erste Blicke können natürlich auch täuschen …

Heute hätte ich das Tragen einer Schutzmaske ausprobiert, wenn denn der Supermarkt noch welche gehabt hätte. So ein Pech aber auch ! Schon gestern war das Kontingent des kleinen Supermarkts, in dem wir derzeit einkaufen, aufgebraucht und die Angestellten wissen nicht, wann sie wieder welche bekommen. Ab nächster Woche soll das Tragen von Mundschutz beim Einkaufen verpflichtend sein. Wenn man aber keinen hat, soll auch irgendein Tuch oder Schal durchgehen.

Meine wunderschönen Birnenbäumchenblüten haben die Frostnächte bis jetzt gut überstanden. Hätte ich gar nicht zu hoffen gewagt nachdem ich die Bilder gesehen habe, wie die Obstbauern ihre blühenden Bäume besprühen und wie das Wasser einfriert und die tollsten Eiszapfen entstehen. Heute soll es noch eine kalte Nacht geben und dann – diesbezüglich – bergauf gehen.

Die Corona-Kurven gehen glücklicherweise bergab. Regierung und Opposition beginnen wieder aufeinander loszugehen. Offenbar ist das gröbste überstanden. Dass nun plötzlich alle Menschen schmeichelweich werden sollen, halte ich für äußerst unwahrscheinlich, aber in diesem Fall ließe ich mich gerne überraschen.

Ich habe ernsthaft ins Auge gefasst Fenster und Türen zu putzen. Bis zur Verwirklichung des Projekts wird es aber wohl noch eine Weile dauern, falls es überhaupt dazu kommt …


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Die fünfgeteilte Forsythie – ABC-Etüden

Den heutigen Vorschlag von Jutta Reichelt, ebenso inspirierend wie bisher alle ihre Anregungen, wollte ich gleich ausprobieren. Es geht darum kleine Texte in irgendeiner Art miteinander zu verbinden. Ich habe den Vorschlag mit einer ABC-Etüde verbunden. Es ist also quasi alles mit allem verbunden. Mein verbindendes Element war die Forsythie, die ich ursprünglich als zu verwendendes Wort kreativitätsvernichtend gefunden habe. Aber, die Zeiten ändern sich, gewissermaßen …

AC-Etüden bei Christiane  

Diesmal mit 5 Begriffen, die in 500 Wörtern untergebracht werden

Der Hund grub mit vollem Elan neben der Forsythie, dann ließ er sich mit einem Plumps auf dem ausgehobenen Hügel nieder und blickte herausfordernd um sich. Ha, sollte die blöde gestreifte Katze mit ihrer lächerlichen Schwanzkringlerei nur kommen, er war bereit und gerüstet, absolut Herr der Situation. Heute konnte sie ihre Krallen woanders schärfen als in seinem Gesicht. Heimtückische Wesen diese Felinen.  Zuerst zuckten sie freundlich mit dem Schwanz, was jeder Hund als Begrüßung interpretierte. Kam man aber näher um sie etwas zu beschnüffeln, fuhren sie in aberwitziger Geschwindigkeit die Krallen aus und schlugen auf den wehrlosen Hund ein.

Am späten Nachmittag rückte ein Filmteam rund um die Forsythie an. Die Darsteller, ein junges Paar brachten sich auf einer schmiedeeisernen Gartenbank in Position. Sie trug ein Kleid mit Krinoline und ein Spitzenhäubchen, er enganliegende Pantalons und ein Sakko in himbeerrot und einer sehr großen Schleife um den Hals. „Nächstes Mal muss ich dann als Marienkäfer auftreten“ murmelte der Schauspieler grimmig. Das Team wartete auf den Sonnenuntergang und der Regisseur nutzte die Gelegenheit den beiden ihren Text nochmals vorzusagen. Du sagst „ach, Herr Adalbert, es ist heute so warm hier“ und du sagst „Ach Fräulein Hildegund, an meiner Seite sollen sie niemals erfrieren“

Hinter der Forsythie begann das Nachbargrundstück. Mitten auf der verwahrlosten Wiese war ein Hügel aufgeschüttet worden. Darunter befand sich der vollständig ausgestattete Bunker von Herrn Helmer. Eine Zeit lang ging es sehr laut und geschäftig zu, die Wagen vieler unterschiedlicher Firmen standen vor dem Haus. Dann wurde es ruhig. Der Bunker war perfekt ausgestattet. Es fehlte weder an Lebensmitteln noch an Filteranlagen für Luft und Wasser. Die Betten waren bezogen, die Antennen ausgefahren, das Kurbelradio und die Wiederaufbereitungsanlagen betriebsbereit. Viele Tage verbrachte Herr Helmer in seinem Bunker, den er immer wohnlicher ausgestaltete. Nur manchmal fehlte ein wenig Farbe. Heute hatte er sich einen Forythienzweig abgeschnitten. 

Der junge Mann kam gerade an der Forsythie vorbei als ihm einfiel, dass er vergessen hatte für den morgigen Geburtstag seiner netten, immer hilfsbereiten Nachbarin einen Strauß zu besorgen. Er blieb abrupt stehen und dachte nach. Konnte er … Wäre es sehr unverschämt … Sollte er tatsächlich… Der Garten der Nachbarin war riesig, sie hatte ganz bestimmt keinen Überblick über alle ihre Pflanzen. Ein Forsythienzweig, ein besonders schön verzweigter, zwei Birnenblütenzweige, vielleicht fand er auch noch Palmkätzchen. Im Teil des Gartens, vor dem er stand, hielt sich nie jemand auf. Mit einem Sprung war er über der Mauer. (98)

Eine Biene flog über die Forsythie. Ein angewiderter Blick aus Facettenaugen traf den blühenden Strauch. Gelb – eine furchtbare Farbe. Manche Bienen hatten ja überhaupt keinen Kunstverstand und von Farben verstanden sie auch nichts. Schlimm genug wenn man mit einem wuselnden Volk voller Banausinnen leben musste, besonders im Frühling. Sie liebte die warmen Töne, rot, rosa, manche blaue Blüten mochte sie auch. Aber gelb ! Selbstverständlich suchte sie die Blüten, die sie besuchte nach rein künstlerischen Kriterien aus, nach ihren Proportionen, dem Schwung der Blütenblätter, den farblichen Harmonien. Das Leben war schön.  

497 Wörter


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100 Jahre 100 Kunstwerke

Ein Bildband mit einem ungewöhnlichen Konzept.

Vorgestellt werden Gemälde, Skulpturen und Objekte, Installationen, Performances, Fotografien, Filme und Videos aus vier Kontinenten, die mit Formen, Medien, Materialien, moderner Technik und Traditionen experimentieren. Sichtbar wird, wie Idee und Stile in den letzten 100 Jahren verdrängt, zurückerobert und in Gang gesetzt wurden. Einleitung p. 7

Nach welchen Kriterien die Autorin das jeweilige Werk, das für ein bestimmtes Jahr steht, ausgewählt hat, weiß ich natürlich nicht. Sie schreibt dazu:

Alle in diesem Buch vorgestellten Werke waren aus unterschiedlichen Gründen für die Entwicklung in der Kunst entscheidend – und bei etlichen von ihnen wurde dies erst lange nach ihrer Entstehung deutlich p.8.

Dies ist kein Bildband, den man systematisch durchliest. Er bietet vielmehr Stoff für lange Zeit. Zur Abbildung jedes Werks gibt es einen Kommentar zu diesem Werk, der auch Weiterführendes über Künstler*innen, Strömung, Verbindungen bietet. Es gibt keine Unterteilungen in verschiedene Stilrichtungen, Schulen, Gruppierungen, es gibt ein Werk pro Jahr zu sehen, von 1919 bis 2018 .

Eigenes kannte ich, anderes gar nicht, von manchen Künstler*innen und Richtungen habe ich noch nie gehört. In manchen Fällen bedaure ich das in anderen weniger. Vieles hat mir gefallen oder hat mich interessiert, mit anderem konnte ich gar nichts anfangen. Ich habe für mich die Vorgangsweise gewählt, dieses Buch immer wieder an einer beliebigen Stelle aufzuschlagen und mich dann mit dem abgebildeten und kommentierten Werk auseinanderzusetzen, manchmal länger, manchmal kürzer, je nachdem.

 


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Dienstag 31.März 2020

Frustrierend ist es an den vielen Plakaten vorbeizugehen, auf denen Ausstellungen und Veranstaltungen angekündigt werden, die alle geschlossen oder abgesagt sind. Und wie viele Menschen aus dem Kunst- und Kulturbetrieb finanziell vor dem Nichts stehen. Es gibt staatliche Unterstützungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, Überbrückungskredite. Aber die Kunstschaffenden sind nur eine von vielen Gruppen, die derzeit ums wirtschaftliche Überleben kämpfen. Eigentlich ein ziemliches Armutszeugnis für unser Wirtschaftssystem, dass es nach nur zwei Wochen so stark einbricht. Resilienter statt effizienter müsste das System werden, hat irgendein Kommentator gemeint. Klingt einleuchtend.

Prinzipiell halte ich die Maßnahmen für zielführend und vernünftig, aber in manchen Bereichen sind sie nicht ganz durchdacht. Der große Supermarkt verkauft Gartengeräte und Pflanzen und macht insgesamt enorme Umsätze und die Gärtnerei daneben, die 70% ihres Jahresumsatzes um diese Jahreszeit macht, darf nicht aufsperren, muss ihre gesamten Pflanzenbestände kompostieren und steht vor dem Ruin.

Das ist der Parkplatz für Touristenbusse neben dem Schloss Schönbrunn. Gespenstische, gähnende Leere. Normalerweise ist es hier bummvoll, Reiseleiter lotsen ihre Gruppen in Richtung Schloss. Sehr viele Asiaten sind immer dabei, mit Sonnenschirmen und sehr oft mit Gesichtsmasken ausgestattet. Die Sonnenschirme würden derzeit keine Verwendung finden, aber die Masken würden wahrscheinlich neidische Blicke anziehen. Schönbrunn ist natürlich geschlossen, der Park, das Schloss, das Wäldchen, die Gloriette und der Tiergarten. Die Einbrüche im Tourismus werden uns noch sehr zu schaffen machen, vor allem in Tirol, wo die katastrophalen, auf blanke Gier zurückzuführenden Verhaltensweisen der Landespolitik dazu geführt haben, dass  eine große Anzahl von Skitouristen aus aller Herren Länder infiziert wurde und selbst wiederum in ihren Heimatländern Hunderte angesteckt haben.

Die Parks sind in Wien geöffnet, die Spiel- und Sportplätze und sogar einzelne Sportgeräte aber gesperrt.

 


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Montag 30. März 2020

So !! Ich habe alle Übungsaufträge fertig gestellt und verschickt. Damit sind die SchülerInnen in meinem Fach bis nach Ostern beschäftigt. Das fühlt sich sehr gut an. Natürlich muss ich nach wie vor korrigieren und Feedback geben, aber das läuft nebenbei und erfordert nicht allzuviel Energie und schon gar keine Kreativität, die wäre dabei eher hinderlich und darf sich nun frei austoben.

Ich spiele gerade eine Runde candy-crash und summe dabei die Marseillaise. Sehr bedenklich, wenn ich mir das so überlege, klarer Fall von Corona-Syndrom.

Voraussichtlich ab Mittwoch spenden also alle Supermärkte am Eingang allen Kunden je einen Mund- und Nasenschutz, den dann alle beim Einkaufen tragen sollen. So weit so gut. Über kurz oder lang, nach Maßgabe der Anzahl der verfügbaren Masken wird man sie wohl eine Zeit lang überall tragen müssen. Ich werde es hassen, was mir nicht viel nützen wird, also werde ich mich bemühen es zu lieben. Unrealisierbare Pläne gehören auch zum Corona-Syndrom. Der Wiener Bürgermeister bekommt morgen vom chinesischen Botschafter ein paar zigtausende Masken geschenkt. Wir sind in der dritten Woche Shut-down. Morgen soll es regnen, wenn nicht gar schneien und hageln. Das wird die Gelegenheit für einen langen, genüsslichen, einsamen Spaziergang.