la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Wir haben die Weihnachtsmarkt-Saison eröffnet….

Einen sehr stimmungsvollen Weihnachtsmarkt gibt es in Schloss Hof, in der Nähe von Carnuntum, in der Nähe von Wien. Es handelt sich um ein Barockschloß von Prinz Eugen, das recht interessant zu besichtigen ist, weil es in der Produktion von Lebensmitteln und im Bereich des Handwerks beinahe autark war. Es ist eine sehr große Anlage mit Gärten und vielen Nebengebäuden. An den Adventwochenenden findet dort ein sehr stimmungsvoller Adventmarkt statt. Natürlich mit Verkaufständen und Gastronomie, aber auch mit vielen Tieren vor allem mit Begegnungszonen für Tiere und Kinder.

Ich habe in Weihnachtskugeln geschwelgt, in Kerzen und sonstigen Beleuchtungsobjekten und beleuchteten Objekten.

img_0664

img_0661 img_0667Es war ein entspannter Nachmittag in Erwartung des morgen drohenden Desasters


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Rollen …..

Nachdem meine regionale Gemüsekiste um diese Jahreszeit etwas eintönig ist, denke ich ständig darüber nach, was man mit dieser Kraut- und-Rüben-Lieferung so alles anfangen kann. Frühlingsrollen habe ich mir kürzlich in den Kopf gesetzt. Die sind einfach und man kann die Füllungen sicher in alle Richtungen variieren.

Grundmaterial für die Füllungen ist haufenweise vorhanden, aber der Teig …. Zum Selbstteigmachen habe ich weder Zeit noch Lust. Wo bekommt man also Frühlingsrollenteig ? Asiashop !  Davon gibts mehrere in meiner Wohngegend und auch auf meinem Weg zur Arbeit, aber die schauen immer so ein bissl grindig aus. Auf meinen täglichen Wegen komme ich allerdings auch an einem indischen Supermarkt vorbei, der von eingesalzenem Kabeljau bis zu afrikanischen Zöpfchenverlängerungen so ziemlich alles anbietet, was man hierzulande als exotisch bezeichnen würde. Gut, jetzt bin ich aber schon die ganze Woche lang dort vorbeigegangen und habe jedesmal vergessen.

Also gehe ich doch mal in den ganz normalen Supermarkt ums Eck um zu sehen, was es dort zum Thema Frühlingsrollen gibt. Und siehe da bei „Tante Fanny“ gibt es „Strudelteigblätter, Filo- oder Yufkateig“ und die Beschreibung auf der Packung teilt mir mit, dass diese Teigblätter Verwendung „bei der Zubereitung internationaler Spezialitäten finden“. Na, wenn Frühlingsrollen keine internationalen Spezialitäten sind !

Gut, also gibt es irgendwann am Wochenende Frühlingsrollen. Der F. wird zum Krautschnippeln eingeteilt. Gemeinsames Kochen mag ich eh sehr gern.


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Was Kalender betrifft bin ich für 2017 schon hervorragend aufgestellt

Ich besitze zwei Foto-Kalender mit einfühlsamen Fotos von Herrn Ärmel. Einen Pflanzen-Kalender mit wunderschönen, verblüffenden Makros. Herr Ärmel ist eindeutig ein Blumenversteher! Und einen Wasser-Kalender, bei dem mir die Farben und die verschiedenen Strukturen des Wassers besonders gut gefallen.

Außerdem habe ich mir auf Anregung von Ulrike Sokul einen Arche-Literaturkalender gekauft. Auch dieser sieht sehr vielversprechend aus: Zitate von verschiedensten Seiten zum Thema Nähe und Ferne.

Ach ja, die Herstellung von für mich zufriedenstellenden Verhältnissen in Bezug auf Nähe und Ferne gehört unbedingt zu den Leitmotiven meines Lebens …

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Daggi – 29 – Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

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Thomas Meyer

„Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“

Diogenes 2012

Aufgabe 32: Der Debütroman eines Autors

Schon lange habe ich kein so originelles Buch mehr gelesen, sowohl was den Inhalt als auch was die Sprache betrifft. Der Text ist in einem gemäßigten  jiddisch geschrieben, das – sofern man des jiddischen nicht mächtig ist – trotz des Glossars eine Herausforderung darstellt, aber andererseits zur atmosphärischen Dichte beiträgt.

Die Handlung ist schnell erzählt. Mordechai Wolkenbruch, genannt Motti,  ist ein vielversprechender junger Mann, der einerseits in der Versicherungsgesellschaft seines Vaters in Zürich mitarbeitet, andererseits BWL studiert. Seine mame, eine höchst dominante Person ist eifrig damit beschäftigt ihn verheiraten zu wollen. Sie organisiert eine passende Heiratskandidatin nach der anderen.

„Als ich vor einiger zajt von einer solchen Reise heimkehrte, erwartete mich meine mame am Esstisch, vor sich die zerknüllten Packungen von zwaj Tafeln Schokolade.

„Nu, Motti ?“ fragte sie, ihre ojgen wie chanike-Kerzen

„Ich wajs nischt, mame“ wich ich aus, um doch irgendwann mol etwas zu sagen.

„Wus wajstu nischt?“ blähte sie ihre Brust.

Ich fuhr mir mit der hant in den bort, denkend: Jetzt kannst der eigenen Mutter ja schlecht sagen, das mejdl gefelt mir nicht, die sieht aus wie du.“

Also sagte ich:“ Da war nischt kejn funk zwischen uns, mame“

„Kejn funk !“ rief die mame. „Was brauchst du a funk ! Du brauchst a froj“

(…)

„Während wir unseren Weg aus der schtot heraus suchten, probierte ich, meine Empörung darüber zu bekunden, derart skrupellos in einen Hinterhalt chauffiert worden zu sein, wurde aber von meiner mame übertönt, die mich den störrischsten jid schalt, der ihr je untergekommen;

(…)

„Ich möchte glücklich sein, nicht wählerisch “ sagte ich nach einer Pause.

„Haha! glücklich!“ Meine Mutter war ehrlich amüsiert „Weißt du, von wem du abstammst ?“

Oj, dachte ich mir, jetzt kommt wieder die Leier von der armen polnischen Urgroßmutter, die seks teg die woch als Wäscherin arbeiten musste und deren höchstes glik darin bestand, ihre finf kinderlech satt ins bet zu bekommen.

Ich sagte besser nichts mehr.

„Weißt du, von wem du abstammst?“ Jetzt klang meine mame nicht mehr so amüsiert.

„Von Mimi Eisengeist aus Polen“ antwortete ich brav

„Glik, mein Lieber“ dozierte meine mame „ist etwas für die Märchenbücher. Und zwar für gojische Märchenbücher“

Die Sache nimmt ihren Lauf. Die Leser erfahren sehr vergnügliche Details über die Zürcher jüdische community und Motti wird immer störrischer. Er interessiert sich für eine nicht-jüdische Studienkollegin. Er wird zur Besinnung zu seinem Onkel nach Israel geschickt. Dieser Aufenthalt verläuft aber auch keineswegs so, wie seine Mutter sich das gewünscht hätte.

Das Buch ist einerseits sehr vergnüglich, andererseits beschreibt es wie einem jungen Menschen keine andere Wahl bleibt, als  mit seiner Familie zu brechen, wenn er seinen eigenen Weg gehen möchte. Der Autor vermeidet die Banalität eines „happy ends“ und läßt Mottis zukünftigen Weg völlig frei.

„Ich begab mich in den elften schtok. Das zimmer war klein, aber elegant. Ich hatte Ausblick auf die Limmat. Sie floss schtil nach irgendwo.“

Ein sehr schwieriges Thema leicht lesbar geschrieben und ein Einblick in eine sehr strikt reglementierte Welt.