Übersetzer gefragt

Wenn wir schon bei Kommunikation mit Tieren sind und es hier doch viele Fachleute gibt, so frage ich euch:

Was genau will er mir sagen, mit diesem minimalen Schwanzspitzenheben ?

Portraits 3/3

Ich habe gehört, dass Hunde Gesichtsmuskel haben, die ihnen eine Mimik erlauben, die Menschen als sympathisch empfinden. Tausende Jahre Zuchtwahl. Wölfe haben solche Gesichtsmuskeln nicht und Echsen selbstverständlich auch nicht.

Neubeginn und Freiheit

Einen Neubeginn kann es nur für äußere Umstände geben. Uns selbst nehmen wir überallhin mit. Wir stehen am vermeintlichen Neustart mit allen unseren Erfahrungen, Erfolgen und Verletzungen und nehmen auch alle unsere Vorurteile und Gewissheiten mit.

Sowohl der Neubeginn als auch die freie Entscheidung sind schöne Märchen, die nichts mit den realen Gegebenheiten zu tun haben. Die in unseren Gehirnen eingegrabenen Verhaltensmuster, die sich durch Lernen und Erfahrung gebildet haben, können wohl umprogrammiert werden, aber nur in sehr langwierigen, mühsamen Prozessen. Spontanes Umorientieren, plötzliches Ausbrechen aus dem bestehenden System, braucht sehr stark aufrüttelnde, schockierende Erlebnisse und sogar dann funktioniert es nicht immer.

Was wir als wertvolles Gut „Freiheit“ auf einen hohen Sockel stellen, ist eigentlich in nur sehr geringem Ausmaß möglich. Obwohl dieser Zustand ja auch positive Seiten hat. Viele Arten der Programmierung führen gut durchs Leben. Je flexibler und ausbaufähiger sie sind, umso besser. Sehr, sehr schwierig wird irgendeine Veränderung bei tief eingegrabener Ideologie und gar Fanatismus.

Auch bei vielen großen DenkerInnen kann man die Programmierungen ihrer frühen Kindheit nachverfolgen. Auch wenn sie sich dessen bewusst sind, heißt das noch nicht, dass sie leicht daraus ausbrechen könnten, wenn sie das wollten.

Portrait 1/3

Habe ich jemals die blödsinnige Ansicht vertreten, dass drei Wochen Lockdown doch nicht so tragisch sind? Schon nach 2 Wochen ist es mehr als genug!

Samstag 5. Dezember 2021 – Tomaten und Äpfel

Wenn im Einkaufswagen die Tomaten und der Käse die Überhand gewinnen, wenn sich Berge von Joghurt und anderen Milchprodukten stapeln und die Äpfel überborden, dann ist völlig klar, dass der F beim Einkaufen die Kontrolle übernommen hat. Ich fand es immer schon lustig aus dem Inhalt der Einkaufswagen, die sich vor den Kassen anstellen Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten der Leute zu ziehen. Sicher sind das ganz oft völlig falsche Einschätzungen. wenn jemand zum Beispiel in einem bestimmten Geschäft ausschließlich Limonaden und Chips kauft, heißt das ja nicht, dass er/sie nicht irgendwo anders haufenweise Gemüse mitnimmt. Aber oft sind die Vorurteile nicht so falsch, viele Leute leben so wie der Inhalt ihrer Einkaufswagen vermuten lässt.

Einen vom F befüllten Einkaufswagen würde ich jedenfalls unter vielen anderen erkennen. Wäre ein nettes Quizzspiel: erkennen Sie welcher von diesen Einkaufswagen von ihrem Partner/Ihrer Partnerin gefüllt wurde.

Spiegelungen sind schon wirklich fantastisch vor allem auf Fotos, die rein überhaupt nichts mit dem darüber stehenden Text zu tun haben. Blick in ein Aquarium ohne jegliche Bearbeitung

Bank im Zauberwald – Impulswerkstatt

HeidiMaria, Bernhard, Ulli und ich haben schon Fotos von Bänken beigesteuert. Heute möchte ich noch eines hinzufügen. Es herrschen auf diesem Foto äußerst ungewöhnliche Lichtverhältnisse und meine damalige Kamera hat auch schon etwas gesponnen. Das Ergebnis gefällt mir aber sehr gut

Gestern war es ein guter, heute ist es ein schlechter

Gestern haben wir ein Jahr Atelier gefeiert. Der D hatte sich wieder ein Modell bestellt, ein junge Frau aus dem Jemen. Eine frühere Schülerin, die er nur mit Kopftuch kannte. Doch siehe da, kaum war sie bei der Tür drinnen, wo allerdings der D gegen drei Frauen eindeutig in der Minderheit war, aber trotzdem, warf sie ihr Kopftuch von sich und zeigte uns wunderschöne, schwarze Locken. Sie meinte, dass sie auf keinen Fall ein Portrait mit Kopftuch wollte. Der D hatte sich schon damit beschäftigt, welche Hintergrundfarben zu schwarzem Gewand in Frage kamen…

Die anschließende Unterhaltung mit Guglhupf und Tee drehte sich um alles Mögliche. Sie spricht hervorragend Deutsch und Englisch und so erfahren wir eine Menge über die jeminitische Gesellschaft. Die derzeitige Situation hat sie nur am Rand gestreift und erzählt, dass sie ihre Eltern besuchen möchte, die sie seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hat. Der Flughafen Sanaa ist gesperrt, sie muss in eine andere Stadt fliegen und von dort aus noch zwölf Stunden mit dem Auto fahren. Ein Cousin holt sie ab. Allein als Frau dürfte sie das nicht. Das für mich wirklich erstaunliche war, dass sie es als selbstverständlich zu betrachten schien, dass ihr Mann fünf Wochen lang die beiden noch recht kleinen Kinder übernimmt. Er arbeitet an seiner Botschaft, vielleicht gibt es da Unterstützung.

Heute Morgen war die Lage nicht lustig. Alles, was sich in meinem Magen und Darm befand, wollte mich dringend verlassen, egal auf welchem Weg. Sowas habe ich erst einmal erlebt, innerhalb weniger Minuten war ich so schwach, dass ich keine drei Schritte gehen konnte und schon gar nicht geradeaus. Zum Glück war der F noch da, sonst wäre nur auf allen Vieren in Frage gekommen.

Stundenlang habe ich mich nicht getraut etwas zu essen oder zu trinken aus Angst, dass die irritierten Schleimhäute in dramatischer Art und Weise alles wieder von sich geben würden. Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist, es erinnert mich nur sehr an meine Zustände nach Besuch des indonesischen Lokals in Holland. Aber auch dort, war das verdorbene Fleisch eine Theorie, wenn auch eine sehr plausible.

Als ich wieder eindeutig unter den Lebenden weilte, witzelte der F, dass es sich da sicher um die jemenitische Magen-Darm-Grippe handelt, die besonders in Ateliers flugs über die Luft übertragen wird. Er war aber so hilfreich, dass ich ihm die blöden Scherze verzieh.

Mir geht´s schon wieder ganz passabel, was man daran erkennen kann, dass ich ein Blog-Posting schreibe. Energie habe ich immer noch nicht viel. Ich war richtig fassunglos über diesen blitzschnellen, totalen Energieabfall und das Getorkel, weil der Kreislauf auch nur noch so irgendwie funktionierte

Neue Bekanntschaften

In sehr unterschiedlicher Stimmung lernte ich alle diese Schneeleute in der vorigen Woche kennen. In unterschiedlichen Lebensräumen sind sie zuhause und je nach Temperatur wird unsere Bekanntschaft kürzer oder länger andauern. Man wird sehen.

Mittwoch 1.Dezember 2021 – Genau ein Jahr

Unglaublich trist waren die letzten Tage. Finster, sehr kalt, stürmisch, grausliche Nachrichten aus aller Welt. Aber heute gibt es etwas zu feiern: vor einem Jahr haben die A, der D und ich unser Atelier übernommen.

Was die örtlichen Gegebenheiten betrifft, so handelt es sich immer noch um eine Garage und zwei Kellerabteile, die zusammengelegt und mit einer Glasfront versehen wurden. Es laufen nach wie vor jede Menge Leitungen über die Decke, darunter leider auch gelbe. Die Gastherme für unsere Heizung und die Heizung und das Warmwasser im ersten Stock hängt auch noch da, aber immerhin hat es der Vermieter endlich geschafft, einen Kohlenmonoxydmesser anzubringen. Das räumliche ist also nach wie vor sehr bescheiden.

Aber der ideelle Wert! Für mich ist das Atelier nach wie vor ein Ort der Freude und der Inspiration, auch gleichzeitig ein Ort der Kommunikation und der Möglichkeit des Rückzugs. Also der ideelle Gewinn liegt um vieles höher als die Ausgaben. Beim D ist es wohl ähnlich. Er meinte, dass das Atelier ihn während der Lockdowns gerettet hätte. Die A hat noch nichts von sich hören lassen, ob sie nun aussteigt oder nicht wissen wir noch nicht.

Berücksichtigen muss man aber wohl auch, wie glücklich unsere Mitbewohner die zahlreichen Spinnen sind und was für eindrucksvolle Netze sie immer wieder herstellen, da können unsere Bilder nicht mithalten.

Impulswerkstatt November, Dezember 2021 – Zwischenbilanz

Ganz herzlichen Dank, liebe Mitimpulsbearbeiter*innen, für dieses Feuerwerk an Kreativität, das im November entstanden ist. Die Mischung von Texten, Gemälden, Musik, Fotos … ist – wie man hier sehen kann – ein wirklich gutes Rezept. Die gegenseitige Inspiration hat auch hervorragend funktioniert!

Hier eine Zwischenbilanz der Beiträge für den zweimonatigen November-Dezember Durchgang der Impulswerkstatt. Es sind so viele Beiträge zusammen gekommen, dass sich ein Zwischenstand anbietet, damit schon einmal gestöbert werden kann.

Wer erfahren möchte, wobei es sich bei der Impulswerkstatt handelt, kann hier KLICK machen

Der Durchgang läuft noch bis Ende Dezember mit denselben Fotos , die neuen Impulsfotos gibt es am 3. Jänner. Ich möchte den ABC-Etüden, die am 2. Jänner beginnen, nicht in die Quere kommen.

Ich bin schon richtig gespannt, ob auch im Dezember in der Impulswerkstatt gearbeitet werden wird, ob nach den schon sehr vielen Beiträgen im November auch im Dezember noch Inspiration und Energie für Neues vorhanden ist. Für mich selbst kann ich das schon sagen, es wuseln da ein paar Ideen im Hinterkopf herum.

Nochmals ein Dankeschön an die „Stammbelegschaft“ der Werkstatt und schon im voraus ein „herzlich Willkommen“ an alle eventuellen Neueinsteiger. Die Arbeitsbedingungen und das Klima in der „Impulswerkstatt sind sehr gut 🙂

Und hier kommt die Zusammenfassung der bisherigen Beiträge:

Chronologische Liste:

1. Natis graue Mauern 3.11.
2. Myriades Palmen 3.11
3. HeidiMarias In der Ruhe liegt die Kraft 3.11
4. Heidi Marias mobile Erinnerungswerkstatt 3.11
5. Heidi Marias Schätze im Eis 3.11
6. Heidi Marias Sein und Schein 3.11
7. HeidiMarias Eisfee 3.11
8. Randoms Zuversicht 4.11
9. Myriades Bank unter Bananen 4.11
10. Gerdas Überblendungen 4.11
11. Gerdas Fortsetzung der Überblendungen 4.11
12. HeidiMarias Jakobsweg 5.11
13. Heidi Marias Eiswesen 5.11
14. Bernhards Bank #127 6.11
15 Gerdas vieräugiger Clown 7.11
16 Marions „Wer bin ich“
17 Gerdas Klosterbankcollage 7.11.
18 Gerdas zweiter Akt des Klosterbesuchs 7.11
19 Lenes Sonnenbank 8.11
20 Gerdas dritter Teil der Klosterbank-Trilogie 8.11
21 Randoms kontemplativer Scarlatti 10.11
22 Sabines Mauer 11.11
23 Myriades Kartäusermönche 11.11
24 Sabines Fotorunde 12.11
25 Petras wechselnde Clowngesichter 12.11
26 Natis Mauer und Bank 13.11
27 Petras vielfältige Gesichter 16.11
28 Bernhards Bank vor dem Sturm 16.11
29 Bernhards schwirrende Zahlen 17.11
30 Gerdas Meer 19.11
31 Judiths verwaiste Bank 19.11
32 Petras Baltimores 20.11
33 Monikas Ausstellung 21.11
34 Lenes Weg 22.11
35 Myriades Verwirrung 23.11
36 Gerdas Doppelgesichter 23.11
37 Ullis Frauenbilder 23.11
38 Randoms vielgesichtiger Freddie 24.11
39 Randoms Eismusik 26.11
40 Latos, Jürgens und Buchalovs Beitrag 26.11
41 Gerdas Eismuseum 26.11
42 Bernhards Pfützenkunst 27.11
43 Gerdas Meerpferdchen 27.11
44 Ullis Bänke unter Bäumen 30.11

Bild 1:

Bild 2:

Bild 3:

Bild 4:

Mehrere oder alle Bilder:

Resonanzen: