la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Aus Bildern geboren 1

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte? Oft und für viele Menschen ist das so. Was aber ist mit denjenigen, die Bilder in Worte umsetzen möchten? Ein Blick auf Gemälde, Fotos, Alltagsszenen erzählt oft schon lange Geschichten und sicherlich nicht jedem Betrachter dieselben.

Ich habe beschlossen, ein Bild-Erzähl-Projekt zu beginnen. Hauptsächlich für mich selbst, weitere Teilnehmer sind aber gerne willkommen. Wer mitmachen möchte, möge seinen/ihren Text auf dem eigenen Blog veröffentlichen und zu meinem Posting verlinken damit Interessierte mitlesen können. Die Bilder werden nicht regelmäßig erscheinen, vielleicht oft, vielleicht selten, das kann ich noch nicht sagen. Nur keinen Stress, es soll ja Freude machen.

Welche Texte? Alles ist erlaubt, vom 3-Worte Gedicht bis zum 30 bändigen Roman mit allen Zwischenstufen. Die Texte sind so lange, wie sie eben sind und es können Gedichte, Geschichten, Märchen, Leserbriefe, Essays oder was auch immer sein; Autobiografisches, Miterlebtes, Fiktives …. Einzige Bedingung: der Zusammenhang zwischen Text und Bild muss nachvollziehbar sein.

Hier ist Nummer 1:

Foto von Pixabay

Am letzten Ende des Bahnsteigs, wo sie stand, gab es keine Überdachung. Der Regen fiel stetig. In der Nacht würde Schnee daraus werden, die Züge vielleicht Verspätung haben. Der Zug, dem sie nachsah war pünktlichst abgefahren. Drinnen war es warm und trocken, zielgerichtet, ergebnisorientiert. Sie lehnte an einem Laternenpfahl, der trotz Nässe, Verlassenheit und betäubender Leere ihren Rücken sicher aufrecht hielt. Ihre Kapuze verlor langsam die Form, Regenschirm hatte sie keinen, denn sie hatte beide Hände fürs Umarmen und Festhaltenwollen gebraucht, fürs Festkrallen und Glattstreichen und vielleicht doch selbst Einsteigen. Beim Zurückgehen ins Bahnhofsgebäude musste sie an dem Würstlstand vorbei, wo sie vorhin gemeinsam gestanden waren und irgendetwas gegessen hatten, unter einem schmalen Wellblechdach zusammengedrängt mit anderen Reisenden. Die durchnässte Kapuze begann sich an ihr Gesicht anzulegen. Es wurde langsam dunkel und bald würde auch ein anderer Zug einfahren mit anderen Passagieren aus anderen Leben. Sie stand noch am Bahnsteig, weil sich in ihrem Kopf die Überlegung verhakt hatte, wie sie an diesem Würstlstand nur vorbeigehen konnte, wie nur sollte sie dort vorbeigehen und dann zurück ins Trockene, Geordnete, Helle mit Zukunftsperspektive.

Jahre später wusste sie, wie gut es war, dass der Zug mit allen Passagieren in die andere Richtung gefahren und sie nicht eingestiegen war. Die Schienenstränge hätten sich weder in der Unendlichkeit noch davor getroffen, die Lampen den Nebel nur unzureichend erhellt. Es war gut wie es war, nur die Erinnerung an das Zurückgehen über den Bahnsteig war vollkommen verblasst.

21.5.18

 

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True Crime?!

Offenbar schon wieder einmal ein neues „genre“ von dem ich noch nichts gehört hatte. Ich dachte in dem Buch ginge es um Betrachtungen zum Thema Schuld, aber es ist ganz anders,

Hanna und Nora Ziegert

„Die Schuldigen“

Penguin 2017

Eine Reihe von wahren Fällen einer forensischen Psychiaterin werden in diesem Buch vorgestellt. Interessante Fälle, zweifellos, ziemlich erschütternde Fälle. Alle nach dem Kriterium ausgesucht, dass die Mutter der Straftäter eindeutig als Quelle allen Übels identifiziert wird. Was die Tätigkeit der forensischen Psychiatrischen Begutachterin betrifft, so hat mich verblüfft, dass so weit in die Tiefe der Psyche eines Menschen hineinreichende Zusammenhänge in einigen wenigen oder gar nur einem Gespräch zu klären sind. Bei allem Respekt für Kompetenz und Erfahrung der Psychiaterin.

Das Buch ist sensationalistisch aufgezogen: auf dem cover prangt die Frage: „Ist das Böse weiblich?“  Und weiter wird ausgeführt: „Denn in jedem Täter steckt ein Mensch mit einer Vergangenheit. Begleitet von der Person, die er zuerst geliebt hat: seiner Mutter. “ So etwas mag ich nicht, das finde ich einseitig und undifferenziert, aber es hätte mich nicht weiter gewundert, schließlich wollen Verlage ihre Bücher verkaufen. Was mich aber sehr wohl gewundert hat, ist die Distanzierung der Autorin dazu. Wobei sie sich nicht nur von der Verkaufsstrategie des Verlags distanziert, sondern auch gleich zu einem Rundumschlag ausholt auf potentielle Leser und viele andere.

“ (…) …. wird Ihnen möglicherweise auffallen, dass das Innere unseres Buches andere Begrifflichkeiten verwendet als sein Äußeres. „Schuld“ und „Unschuld“, „gut“ und „böse“ – das sind Maßstäbe, die Juristen, Journalisten und eine von Verbrechen faszinierte Öffentlichkeit an Straftäter anlegen. Mir als Psychiaterin sind diese Kategorien fremd…. “

Kurios, sehr kurios. Ich stelle mir dazu interessante Verwicklungen in der Beziehung zwischen Autorinnen und Verlag vor.

Wie auch immer sich das verhalten möge, habe ich die Fälle als solche und auch die psychiatrische Interpretation interessant und lesenswert gefunden.

 


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ABC-Etüden – Auf zu neuen Welten

Die ABC-Etüden bei Christiane

3 Wörter in 10 Sätzen zu einem Text machen.

ÄH ….. Die Berechnung meiner Sätze ist diesmal sehr fragwürdig, aber die heile Maikäferwelt hat mir so gut gefallen. Man muss mir also zugute halten, dass ich locker noch 10 mal so viel hätte schreiben können

Und ein Kompliment an Ludwigs Kreativität. Die Grafiken sind immer wieder neu und verschieden

Zwischen den Blüten und Bäumen, Schmetterlingen und Sträuchern brummte der kleine Maikäfer um die Ecken, übte sich im Sturzflug und Abfangen im letzten Moment und freute sich seines Lebens bis ihm auffiel, dass zwar sehr viele verschiedene Geschöpfe herum flogen aber kein einziges, das so aussah wie er, er war der einzige seiner Art. Das beunruhigte den kleinen Maikäfer sehr und er machte sich auf, eine Spinne zu suchen, denn er hatte gehört, dass die Spinne sehr viele verschiedene Geschöpfe bei sich empfing. Schon von weiten rief die Spinne: bleib ja weg, du bist viel zu groß, schrie die Spinne panisch, zum Glück ist schon lange keiner mehr von deiner Sorte vorbeigekommen.  Wo sind sie denn alle, fragte der kleine Maikäfer ganz unglücklich, du kennst doch so viele Tiere und kannst mir sicher helfen. Was weiß denn ich, sagte die Spinne und zuckte mit dreien ihrer Beine, aber damit du meinem schönen, neuen Netz nicht zu nahe kommst, gebe ich dir einen Tipp, die große alte Kröte interessiert sich für Rätsel und Ähnliches, du erkennst sie daran, dass sie einen grünen Punkt im Gesicht hat, weil sie einmal vor lauter Neugierde auf das Kreuzworträtsel von einem Menschen gefallen ist, mir könnte so was ja nicht passieren.  Danke, liebe Spinne, brummte der kleine Maikäfer und machte sich auf die Suche nach der Kröte mit dem grünen Punkt, über Wiesen, Wälder und Felder bis zu einem kleinen, runden Teich, dort fand er sie.  Oh, du schaust aber g´schmackig aus, sagte die Kröte, aber es gibt ja kaum mehr welche von deiner Art und da will ich großzügig bei den Kartoffelkäfern bleiben, die kommen immer in ganzen Scharen vorbei auf dem Weg zum Bauern da hinten. Ach, liebe Kröte, sagte der kleine Maikäfer, der schon sehr müde war vom weiten Fliegen und sehr traurig, weil er so allein war, ach, wo sind sie denn nur alle, die anderen Maikäfer? Zufällig weiß ich das, sagte die Kröte leise, es ist aber schwierig dort hinzukommen, du musst auf den Vollmond warten und dann siehst du, falls es keine Wolken gibt natürlich, das Meer der Maikäfer, das ist gleich neben dem Biodiversitätskrater und den erkennst du daran, dass er wie eine Riesenfliege aussieht, finde ich halt, und dann musst du dich einfach fest abstoßen und immer weiter fliegen. Kurz gesagt, er schaffte es das Maikäferparadies auf dem Mond zu erreichen wo alle seine Brüder und Schwestern und Eltern und Onkel und Tanten und auch die künftige Schwiegermutter schwerkraftbefreit durch das Universum düsten und sich dazu beglückwünschten der Erde den Rücken gekehrt zu haben.


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Es nagt

Es nagt an mir, dass ich keine Pläne für den Sommer machen kann. Zwei Drittel der OP-Wunde sind gut verheilt, aber das restliche Drittel macht Probleme. Wundheilungsstörung. Wir probieren alles durch, verschiedene Arten von Pflastern, gerade habe ich den zweiten Versuch „an der Luft lassen“ gestartet. Bei chirurgischen Wunden gäbe es da sehr gute Erfolge meinte die Ärztin. Offenbar unterscheiden sich Wunden je nachdem wie sie entstanden sind. Wenn einem also jemand ein Messer in den Bauch sticht ist das eine andere Art Wunde als wenn ein Chirurg Skalpelle schwingt. Leuchtet ein. Jedenfalls aber wäre es nicht sehr vernünftig mit nässenden oder auch mit gerade verheilten Wunden auf Reisen zu gehen. Gerade das ist es aber, was ich gerne machen bzw planen möchte.

Ich fühle mich richtig eingesperrt, weggesperrt, isoliert, beschränkt, begrenzt … Der viel strapazierte Gedanke, dass ich auf sehr hohem Niveau jammere, dass es 80% der Menschheit schlechter geht als mir usw usf nützen gar nichts. Ich funktioniere im negativ-emotionalen Modus und empfinde das als äußerst unangenehm. Die Kombination von viel Zeit mit wenig Energie und eingeschränktem Aktionsradius ist sehr unbekömmlich. Ich gehe mir selbst auf die Nerven, aber wenigstens suche ich nicht nach einem Sündenbock, das rechne ich mir jetzt als Pluspunkt an.

Es wird schon zum Vergnügen zum Wirten im nächsten Häuserblock zu gehen, oder einkaufen oder eine kleine Runde. Es hat sogar schon was von großer weiter Welt, wenn die Kirchenglocken durch offene Fenster und Türen läuten. Nicht nur sonst überall auch auf meiner Terrasse blüht es, es gibt sogar Hummeln, die kuschlig herumbrummen, es scheint die Sonne, ist aber nicht allzu warm. Geduld, Geduld


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magyar konyha

Paprikahendl muss es heute sein nach dem Motto der ungarischen Küchengötter „noch ein Löfferl Rahm“. Paprika und Rahm, lese ich, gehören zu den Grundelementen ungarischer Küche, die im übrigen nicht wirklich von der österreich-ungarischen bzw osteuropäischen Küche zu trennen wäre. Das wundert mich nicht, denn Paprikahuhn, Gulasch und Esterhazy-Torte gehören in Wien zu den Klassikern. Ungarn war immer -auch während der kommunistischen Zeit –  ein Lieblingsland der Österreicher. Auch heute noch fahren Karawanen von Wienern nach Ungarn zum Friseur, zum Optiker, zum Zahnarzt, zum Einkaufen oder einfach nur zum Essen und Feiern. Ich glaube nicht, dass die Preise wirklich noch um soviel niedriger sind, aber Gewohnheiten gibt man ja ungern auf. Ich finde diese Beutezüge eher beschämend, aber da gehen die Meinungen halt auseinander. Die Begeisterung unserer derzeitigen Regierung für ungarische und polnische Politik bleibt mir auch unverständlich. Aber es ging ja ums Kochen.

Rahm haben wir gestern ausgiebig gekauft. Paprikahendl mit Hörnchen? Nein, lieber doch mit Reis. Da besteht natürlich die Gefahr, dass dann vielleicht spontan eher ein Curry-huhn daraus wird. Wäre auch nicht schlimm. Jedenfalls habe ich Zeit zum Kochen und heute sogar Lust dazu. Langsam kommt ein wenig Energie zurück. Sobald es wieder mehr wird, hätte ich dann auch noch Zeit mich mit anderen Dingen zu beschäftigen als mit Kochen, aber soweit ist es noch nicht. Geduld, Geduld….