la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Sonntag 20.September 2020

Das Leben plätschert dahin. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es so mag oder nicht. Es fließt in einem sehr angenehmen, hübschen, abwechslungsreichen Flussbett. Auch der Hochwasserschutz ist bestmöglich. Es gibt aber mehrere Dinge, die ich tun würde, wenn nicht überall das widerwärtige Virus gegenwärtig wäre. Wenn ich also normal leben könnte, würde mir das Plätschern wahrscheinlich noch besser gefallen.

Ein in Österreich lebender Mann aus Weißrussland sagte bei einem Interview über die Situation in seinem Land: „die Wahrheit stimmt nicht“. Ein denkwürdiger Satz, auch wenn man berücksichtigt, dass er sich vielleicht auf Deutsch nicht ganz so ausdrücken kann, wie er gerne möchte.

Nachdem der F und ich beide Jahreskarten für den Schönbrunner Tiergarten haben, fanden wir es gestern an der Zeit wieder einmal vorbeizuschauen und die Amortisierung des Preises voranzutreiben. Bei dieser Gelegenheit haben wir erfahren, dass die Jahreskarten um 65 Tage verlängert werden, wegen des Lockdowns und dass sie wesentlich teurer geworden sind.

Etwas grimmig schaut der Pelikan drein. Tatsächlich war es auch schon wieder ziemlich voll im Tiergarten. Ich konnte bei dieser Gelegenheit gut beobachten, dass der F, der immer gegen überzogene Corona-Hysterie wettert, durchaus verinnerlicht hat, Abstand zu Menschengruppen zu halten.

Im Schlosspark wurden die letzten Teile der Aufbauten für das alljährlich stattfindende Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker abgebaut. Bei dieser Gelegenheit wird immer das Schloss, der Neptunbrunnen, diverse Skulpturen und auch die Blumenrabatten mit für diese Gelegenheit montierten starken Scheinwerfern beleuchtet. In den letzten Jahren haben wir uns das Konzert öfter im Park selbst angehört. Heuer war der Park aber gesperrt, nur etwa 1000 Sitzplätze in einem abgesperrten Areal wurden vergeben. Dafür wurde das Konzert am vergangenen Freitag aber im Fernsehen übertragen. Etwas Wien-lastig war das Programm schon „Wiener Blut“ und „Wien, Wien nur du allein“ und so weiter aber in Philharmoniker Qualität.


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Die Moorleiche – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Lea von Kommunikatz

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

abc.etüden 2020 39+40 | 365tageasatzaday

Eine Mumie kann ein trauriger Anblick sein, eine Moorleiche nicht weniger, aber für eine Archäologin ist das ganz anders. Am archäologischen Institut der Universität Dublin betrachtete Brigid ihre Moorleiche mit zärtlichem Interesse. Die Freude daran, dass ihr Projekt genehmigt und somit finanziert wurde, die Begeisterung über den Glücksfund dieser Moorleiche und ihrer Grabbeigaben, alle diese positiven Gefühle flossen in ihren Blick ein. Caitlyn, Süße, sagte sie zu der Moorleiche wir beide werden es weit bringen.

Ein Team von Chemikern hatte die konservierten Reste des Inhalts der Keramikschale aus dem Moorgrab analysiert. Aus Pilzen stammten die Hauptbestandteile der Masse. Aus Pilzen und einer Menge Kräuter und Gräser. Im Grunde wäre ein Koch sehr hilfreich, dachte Brigid öfter, denn die Chemiker konnten die einzelnen Substanzen bestimmen aber nicht feststellen welche Pilze für dieses uralte Gericht verwendet worden waren. „Ein Rezept aus gälischer Urzeit“, „Was aßen die Druiden“, „Junge Archäologin wird zum Star“ In ihrem Kopf jubelten die Schlagzeilen.

Ungeduldig wartete Brigid im Innenhof der Universität. Endlich sah sie Ian kommen, dem sie schon von weitem ansah, wie unbehaglich er sich fühlte. Er hielt ihr einen Zettel zur Unterschrift hin. „Auf eigene Verantwortung …. etc“. Überschwänglich dankte sie ihm und griff vorsichtig nach der grünen Plastikdose. „Und es ist wirklich genau das, was in der Schale war?“ „Nach menschlichem Ermessen und dem Stand der Forschung. Bist du wirklich sicher ….. “ Sie hörte ihm gar nicht mehr zu. Wie eine kostbare Trophäe trug sie die Dose in ihr Labor.

Ganz kurz kamen ihr Zweifel, aber sie drängte sie weg und leerte das Gefäß in einem Zug. Dann legte sie sich auf die Liege, die gleich neben der Moorleiche stand.

Sie hatte wohl einige Stunden geschlafen. Die ultramarinblaue Sonne stieg in einem grünen Himmel immer höher. Brigid machte ein paar Schritte, streckte den Arm aus und ging durch die Wand des Labors.

305 Wörter


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Foto der Woche 3 – Schrecken

Zu behaupten, das wären meine Lieblingstiere, wäre eine ziemlich dreiste Lüge. Aber ich gehe wirklich gerne in das „Haus der Schrecken“ im Tiergarten Schönbrunn und sehe mir diese interessanten Viecher an.

Das Projekt betreibt Aequitas und Veritas


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Donnerstag 17.September 2020

Vom kürzesten Weg zum Meditationszentrum bin ich auf den schöneren umgestiegen. Es ist aufmuntender durch die schöne Innenstadt zu fahren als über einen Bahnhof mit der unangenehmsten U-Bahnlinie der Stadt. Leider kommt Covid19 näher, zwei Mitglieder des Meditationszentrums hat es erwischt. Eine der beiden hat sich an ihrer Schule bei der Abschiedsfeier für in Pension gehende Kollegen angesteckt, die andere bei ihrem Mann, mit dem sie nur noch im selben Haus wohnt. Stoff für zwei Geschichten.

Abschiedsfeiern, bei denen sich jemand hätte anstecken können, gab es in meiner Schule ja nicht. Ich verfolge die Geschehnisse dort immer noch und bin immer froher, dass ich nicht vor Ort sein muss. Die Bedingungen für den Unterricht sind sehr bescheiden. Das neue Gebäude hat nicht nur Vorzüge und es gibt auch andere Arten von Problemen: einen Brand in der funkelnagelneuen Garderobe, der von der Polizei untersucht wird. Alles in allem recht herausfordernd.

Laut Meinung der deutschen Regierung ist Wien ja verseuchtes Gebiet. Als Bürgerin, die nicht direkt vom Tourismus lebt, kann man sich durchaus darüber freuen, dass weniger Touristen unterwegs sein werden, für den ohnehin angeschlagenen Tourismus und die österreichische Wirtschaft im allgemeinen ist das eine ziemliche Katastrophe. Wobei die Infektionszahlen in Wien tatsächlich – verglichen mit der vorherigen Situation – stark steigen. Nachdem wir aber noch immer kein Zweitdomizil gefunden haben, bietet sich mir auch keine Ausweichmöglichkeit an. Nett wäre natürlich ein Häuschen hoch in den Ästen in den von Donald Trump beschriebenen österreichischen Waldstädten. Seltsamerweise ist da auch nichts frei.

Gerade hatte ich die Kamera gezückt um ein paar Stadtaufnahmen zu machen, als meine Freundin I. auftauchte. Die I ist einer der Gründe warum ich immer wieder dieses Meditationszentrum besuche und dort an diversen Veranstaltungen teilnehme. Ich packte die Kamera wieder ein und es blieb bei einem Foto, nämlich diesem:


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Was ist Realität ?

Viele Wasserspiegelungen und Lichteffekte habe ich schon fotografiert mit und ohne Absicht, aber noch nie eine so deutlich gefärbte geometrische Struktur, die mir erst nachher aufgefallen ist. Sieht aus wie eine Bienenwabe.

Zum Vergleich, das Foto davor. Dünne Farbschleier durch die Gischt des Wasserfalls, aber keine Spur von einem großen, gelben Gebilde.


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ABC-Etüden – Gewissermaßen ein Sachtext

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Diesmal stammen die Wörter von Ludwig Zeidler

Die untenstehenden 3 Begriffe sollen in einem höchstens 300 Wörter langen Text vorkommen

Es kommt nicht oft vor, dass mir zu der etüdischen Wörtertrilogie gar nichts einfällt. Diesmal ist es aber soweit. Engel als Überbringer guter oder schlechter Nachrichten, ein Engel, der die erstgeborenen Söhne der biblischen Ägypter abschlachtet, Engel, die das Paradies bewachen, daraus lässt sich doch unbedingt etwas machen. Aber „engelhaft“ !

Ich drehe das Wort mit spitzen Fingern in alle Richtungen, stecke es ins Wasser, lasse es vom Wind trocknen, zerpflücke es in einzelne Buchstaben. Bringt auch nichts, Anagramme sind ja nicht erlaubt. Obendrein wäre „gehalften“ oder „heftlange“ auch nicht das wahre.

Letzter Versuch: ich stecke „engelhaft“ in verschiedene Farbtöpfe. Grün und Blau haften nicht, Rot verwandelt sich in Blutstropfen und Gelb rieselt in Form falscher Vergoldung ab. Dann eben nicht !

Nicht eine einzige noch so mickrige Idee kommt angekrochen. Sie haben sich sicher alle versteckt. In griechischen Amphoren vergraben. Die weniger Kunstsinnigen lungern in alten Turnschuhen herum. Na gut, bleibt nur alle wo ihr seid! Genießt die kühle unterirdische Atmosphäre in den noch nicht ausgegrabenen Amphoren oder die Duftnote der alten Turnschuhe. Ich brauche euch gar nicht, es gibt ja noch andere Wörter.

„engelhaft“ pfffffffff …….


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Dienstag 15. September 2020 – Weichenstellungen und Umwegrentabilitäten

Blick von der Caféterrasse auf der ich heute das erste Mal eine Gruppe meiner pensionierten Kolleginnen getroffen habe. Im Hintergrund ein als Mahnmal an die schlechte alte Zeit stehen gelassener Flakturm. Im selben Park befinden sich auch die Augarten-Porzellanmanufaktur und das Schlösschen der Wiener Sängerknaben.

Aber ich war nicht zum Sight-seeing dort sondern zum Wiederanknüpfen von Beziehungen. Mit Erfolg. Es war ein sehr nettes Treffen und ich wurde gleich in den Kreis aufgenommen. Obendrein hat sich herausgestellt, dass die aktiven Pensionistinnen auch eine Gruppe „Theater-Kabarett“ haben, in die ich ebenfalls aufgenommen wurde. Nachdem ich viele Jahre lang immer auch in der Abendschule unterrichtet habe, war es organisatorisch praktisch unmöglich ein Theater-Abo zu nehmen, was ich gerne getan hätte. Aber so eine Gruppe ist ja viel besser als ein Abo, man sucht sich aus, was man sehen möchte und es wird sich immer eine angenehme Begleitung finden. Derzeit ist es ja leider etwas schwierig ins Theater zu gehen. Erst gestern wurde ein größerer Cluster von Corona-Infizierten rund um eine Opern-Aufführung gefunden …

Aber das geht auch wieder vorbei, hoffentlich … Jedenfalls bin ich ziemlich beschwingt durch die halbe Stadt spaziert und kam dabei auch an meinem Lieblingswollgeschäft vorbei. Ich freute mich schon darüber, dass es überlebt hat und noch mehr freute ich mich als ich im Schaufenster einen Hinweis sah „wir nehmen Mützen und Schals für das St. Anna Kinderspital entgegen.“ Ich bin ja eine begeisterte Strickerin, weiß aber schon nicht mehr, was ich mit meinen Produkten anfangen soll. Es stapeln sich Berge von Pullovern, die ich aber gar nicht brauchen kann, weil sie mir viel zu warm sind, von Schals will ich gar nicht reden. Gestrickte Spenden an ein Kinderspital kommen mir da gerade recht. Und wenn das Spital gerade nichts braucht, sagte die Verkäuferin, unterstützen wir auch eine Initiative für obdachlose Frauen. Perfekt. Ich kann meiner Strickleidenschaft frönen und die Produkte sinnvoll verschenken. Es gibt dort auch ein offenbar sehr nettes Stricktreffen einmal in der Woche, aber das wird wohl momentan auch nicht stattfinden, weil es auf den Fotos auf der home-page sehr eng aussieht.

Also rundum ein sehr erfreulicher Tag. Auf meine alten Tage werde ich noch gesellig und sozial werden. Naja übertreiben muss ich es auch nicht.

 


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Der Dienstag dichtet, acht

Katha hat das Projekt ins Leben gerufen, bei ihr gibt es auch eine Teilnehmerliste

Ich definiere für mich „Gedicht“ als verdichtete Prosa und beginne – sehr vorsichtig – mich daran zu versuchen.

Diesmal mit Bild

Never change a running system

Fäden ziehen durch die Jahrmillionen, seit der glückhaften Vereinigung von Algen und Pilzen

Leuchtende Farben, weiche Polster, alle Arten von Strukturen gingen daraus hervor

Es fließt, haftet und kristallisiert. Schälchen, Punkte, aderndurchzogene Quasten, geflügelte Tiergestalten, uralte Gottheiten, Windräder und Drainagesysteme, alles könnt ihr abbilden

Phantasie ohne Neuronen

Irgendwann tauchten wir Menschen auf, durften euch eine Zeit lang bewundern und überließen euch unsere Welt wieder.

Flechten wird es geben bis ans Ende der Zeiten