la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Ascend – Weekly Photo Challenge

Ascend

per aspera ad astra

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Kitsch, Kunst und Pflanzen

Am Samstag waren wir bei einem sehr lieben Freund, von dem ich eine Menge weiß, außer wovon er eigentlich lebt. Von cranio-sacral Behandlungen ? Die habe ich ausprobiert und muss trotz absolut un-esoterischer Lebenseinstellung sagen, dass er das großartig macht und so eine Behandlung eine reine Wohltat ist. Natürlich bezahle ich dafür und ich weiß von etlichen anderen befreundeten Menschen, dass sie das auch tun. Vielleicht lebt er auch von seinen aus diversen übriggebliebenen Gegenständen hergestellten Figuren ? Ich finde immer wieder welche davon wunderschön, andere witzig; aber diese Figuren bietet er nur in der Adventzeit an und manchmal zu Ostern.

Das ist ein Kerzenständer aus dem Mundstück einer alten Schisha. Der Lichtträger steht auf einem Stück Marmor, der untere Teil besteht aus einer alten Puddingform Der Schirm dieser Figur ist ein lackierter Lotus. Die Figur steht auf einem Teil eines alten Schlosses Den mag ich besonders gerne. Er ist mit einem kaputten Armband bekleidet und steht auf dem Deckel eines Gemüseglases

Wovon er auch immer leben möge, so ist er äußerst großzügig. Nicht nur Coach-surfer finden bei ihm Unterkunft, eine Zeit lang hat er auch einen ihm vorher ganz unbekannten Obdachlosen untergebracht. Ein ungemein lieber Mensch. Besucht man ihn, wird man immer mit Marmeladen und Chutneys der kuriosesten Geschmacksrichtungen aus seiner eigenen Produktion beschenkt.

Irgendwann hat er eine Ausbildung als Gärtner gemacht und wohnt wie in einem Gewächshaus. Seine Wohnung liegt in einem Altbau, im dritten Stock. Schon von weitem erkennt man seine Fenster, an den davorhängenden winterharten Pflanzen. Erklimmt man den dritten Stock Altbau über Stufen, die so abgetreten sind wie die Stufen in einem alten Schloss, sieht man gleich welche Tür zu seiner Wohnung führt: dort wohnt ein riesiger Farn, den er vor Jahren am Fuße des Annapurna ausgegraben hat und der auf dem finsteren Gang eines Wiener Miethauses üppigst wuchert und gedeiht. Hier zeigt er einer gemeinsamen Freundin Bilder einer seiner Reisen in die Mongolei.


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Keine Zeit für eine Überschrift ….

Ich kenne überhaupt niemanden, egal in welchem Beruf, der oder die im Dezember nicht vor Stress rotiert. Aggressionen kochen in mir hoch, wenn von der „stillen Zeit“ gesäuselt wird. Alle müssen bis vor Weihnachten irgendetwas fertig haben, irgendetwas abschließen  oder besonders viele Kunden oder Patienten betreuen. Das Hamsterrad dreht sich doppelt so schnell ……..


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Buch Date im Dezember

Zunächst einmal ein lautes „Hoch lebe das Zeilenende“. Seine Empfehlungen haben mir großes Lesevergnügen bereitet.

Zuerst wusste ich gar nichts. Lars Ruppel ? Nie gehört. „Holger, die Waldfee“, aha. Vielleicht ein eremitischer Transsexueller? Dann las ich „12 Gedichte über Redensarten“ und konnte die Redensarten nicht finden. Ich bin Österreicherin. Noch nie ist mir Holger, die Waldfee untergekommen ebenso wenig wie Schmidts Katze. Obwohl, meine Nachbarin heißt Schmidt und hat eine Katze, die kann ja aber nicht gemeint sein … oder doch ?

Ich zog also den Think-tank meiner versammelten Kollegenschaft zu Rate. Holger, die Waldfee ? Äh …..  Niemand ! Außer die allwissende Gerlinde, die hat nämlich eine Freundin aus dem deutschen Norden, die im Freundeskreis „Holla, die Waldfee“ genannt wird, weil sie diesen Ausdruck der Überraschung ständig verwendet . Aha !!! die erste Redensart wurde identifiziert.  Schmidts Katze, Herrn Gesangsverein und Heide Witzka allerdings kannte leider gar niemand.

Trotzdem bin ich von den Texten absolut begeistert. Zum Beispiel „Schmidts Katze“. Es geht darum, dass die Miezekatzen den Aufstand proben und die Weltherrschaft übernehmen wollen.

„Dort sitzen die Miezen, von Mondlicht beschienen,

im täglichen Plenum der Katzen der Stadt,

wo seit ihrem Wahlsieg im letzten September

den Vorsitz die Katze der Schmidts innehat“

Die Lage der Menschheit wird immer schlimmer:

Doch irgendwann wurde der Widerstand stärker:

Die Hunde versuchten als Erste ihr Glück.

Vom nächtlichen Sturm auf den Spielplatz im Stadtpark,

da kehrte nur einer von ihnen zurück;

Im Maul eine Nachricht, mit Whiskas geschrieben,

höchstselbst von der Katze der Schmidts formuliert

„Der Mensch soll sein klägliches Leben behalten,

sofern er den folgenden Deal akzeptiert.“

Als letzte Hoffnung der Menschheit, wird die größte aller möglichen Unterhändlerinnen in den Ring geschickt:

„Drum schickten die mächtigsten Menschen der Menschen

den mächtigsten Menschen als Repräsentant

zum letzten Duell in der Mitte des Stadtparks

beim Kinderspielplatz auf dem Sandkistensand.

Um Mitternacht stand auf vier Pfoten Schmidts Katze

vor Angela Merkel in Kampfposition

Auf Angies „Wir sollten hier differenzieren“

da schnurrte Schmidts Katze und lächelte nur.“

Und so geht es dahin von Klamauk bis besinnlich. Ich habe streckenweise Tränen gelacht und dabei nebenbei erfahren, dass der „liebe Herr Gesangsverein“ ein Verwandter von „Ach die lieber Schwan ist“ und dass Heide Witzka von einem Karnevalslied abstammt….

Vielen, vielen Dank an das Zeilenende. Das ist ein Text auf den ich von selbst nie gekommen wäre und der mir doch ausnehmend gut gefallen hat.

Nach dem großen Erfolg der ersten Empfehlung bin ich in die Buchhandlung geeilt um mir das zweite empfohlene Buch zu besorgen.

Auch dieses Buch, liebes Zeilenende, gefällt mir sehr, zwar bin ich noch nicht über die ersten 30 Seiten hinausgekommen, aber die haben mich schon sehr amüsiert …….

Beim nächsten Buch-Date bin ich unbedingt wieder dabei. Alle Rezensionen zu diesem Buchdate gibt es hier 


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Wien im Dezember

„Ich freu mich wenn dieser Monat endlich vorbei ist“ grummelt der arabisch aussehende Taxler während er geschickt durch die Staus manövriert. Ich kann ihm da nur zustimmen. Das Wort „Schleichwege“ kann er nicht gut aussprechen, aber die Technik beherrscht er. Ganz ohne Navi kurvt er zielsicher durch die engen Innenstadtstraßen ohne mit einem der zahllosen Weihnachtsmärkte samt Besucherströmen zu kollidieren. Und schließlich setzt er mich punktgenau und unerwarteterweise rechtzeitig bei der gewünschten Adresse ab. Ein Held des Dezemberverkehrs in Wien.

Im Chinarestaurant werden im verschneiten Gastgarten zwischen den Schnüren an denen im Sommer Lampions hängen und neben dem hölzernen Buddha Weihnachtsbäume zum Verkauf angeboten.

Der Busfahrer trägt an der rechten Hand an fünf Fingern ungefähr 15 Ringe, die alle als Schlagringe durchgehen könnten.Die Tätowierungen, die aus dem Uniformkragen herauskriechen sehen auch recht martialisch aus. Bei jeder Station drückt er mindestens einmal auf die Taste, die die gezwitscherte Ansage abspielt : „liebe Fahrgäste, Sie behindern die Weiterfahrt. Bitte halten Sie den Türbereich frei“ . Man muss eh froh sein, dass er die Sache nicht selbst in die Hand nimmt und die missliebigen Türversteller eigenhändig von der Tür wegzerrt oder hinauswirft. Zwar sehe ich gar niemanden im Bereich der Lichtschranke stehen und der Bus hält auch nicht länger als normal. Vielleicht gefällt dem Fahrer die Ansage so gut ….

Im Supermarkt versucht ein chinesisch aussehender Angestellter einer afrikanisch aussehenden  Kundin irgendein Rezept zu erklären. Es kommen da offenbar eine Menge verschiedener Obstsorten hinein. Er kann zwar nicht besonders gut deutsch ist aber gestisch und mimisch perfekt. Leider habe ich keine Zeit mich dem Kochunterricht anzuschließen.

Was wäre Wien ohne die positiven Seiten der multikulturellen Gesellschaft ! Ja, und natürlich, auf die negativen Seiten könnten wir gut verzichten ….