la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Ein unglücklicher Olivenbaum weniger

Jö, Olivenbäume ! Das Gartencenter hatte sehr viel zu bieten. Eine Legion von jungen Olivenbäumen in verschiedenen Größen, staubiges Grün, Olivengrün eben, zukünftig knorrige Stämme. F. meinte lakonisch, dass so ein Bäumchen im Container wohl nicht 2000 Jahre alt werden würde und wenn doch, würden wir es ja kaum erleben (War das etwa ein Seitenhieb auf meine Gesundheitsoffensive ?) Jedenfalls gelang es mir, mich zu beherrschen und die Olivenbäume zu lassen, wo sie waren.

Bei anderen Pflanzen war ich weniger zurückhaltend. Der Blümchenkaufrausch hat mich trotzdem nur teilweise überwältigt, was man daran sah, dass alles ganz bequem im Kofferraum und auf dem Rücksitz Platz hatte. Ich musste gar nichts auf den Knien balancieren und sogar mein Rucksack fand noch bequem Platz. F. hat sogar ganz von sich aus gemeint, dass ein paar Säcke Erde kein Fehler wären. Also ein Erfolg auf der ganzen Linie.

Die Sonne ist anscheinend der natürliche Feind jedes Ununterbrochen-auf-sein-handy-Starrers. Es ist sehr lustig zu beobachten, wie die Leute in den wildesten Verrenkungen versuchen einen Streifen Schatten zu finden in dem sie auf den Displays irgendwas erkennen können. Ich hätte ein paar wunderbare Fotos machen können ….


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8. Station der Literaturweltreise – Curaçao

Taxi Curaçao 

Das Buch spielt in einer in unseren Breiten wenig bekannten Gegend: auf den niederländischen Antillen. Die Insel Curaçao gehört zu den Inseln unter dem Wind. Allein schon die Bezeichnung! „Inseln unter dem Wind“, da höre ich die Segel im Wind  und rieche das Meer … Zufällig habe ich auch auf einem blog einen Bericht mit sehr vielen Bildern von  Curaçao gesehen: Bericht über Curacao

Um romantische Bilder und Vorstellungen von Europäerinnen geht es in diesem Buch aber ganz und gar nicht.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1961 in den Slums der Insel. Der junge Max wird von seinem Vater in die Schule gebracht. Der Vater, Roy Tromp (ja, es ist ein „o“ kein „u“) ist ein verantwortungsloser Schmalspurcasanova, der aber selbst eine so schwierige Kindheit und ein so hartes Alter erlebt, dass er einem fast sympathisch wird.

Roy Tromp ist im Besitz eines Dodge Matador (siehe Umschlag) und arbeitet als Taxifahrer. Dieses Auto spielt eine zentrale Rolle in der Familie, ist gleichzeitig das einzige Kapital und die einzige Einkunftsquelle, aber auch Grund und Vorwand für Unglück und enttäuschte Träume.

Max kommt also in die Schule. Dort lernt ihn der Ich-Erzähler kennen, ein aus Curaçao stammender Pater, der an einer Schule unterrichtet und auch sozial sehr engagiert ist. Er verfolgt das Leben von Max, seiner Mutter und auch seines Vaters. Max heiratet und bekommt einen Sohn, auch diese kleine Familie betreut der Pater und erfährt so von ihrem Leben.

Die Geschichte erzählt von Armut und enttäuschten Hoffnungen, aber auch von Liebe, Loyalität und Mitgefühl. Sie erzählt von vielen Jahren des Auf und Abs im Leben von Max und seiner Familie. Sie erzählt vom Leben in einer holländischen Kolonie, von Überlebenskunst und buntem Leben auf den Antillen  und schließlich vom wirtschaftlichen Niedergang der Insel. Im Laufe der Geschichte verdichtet sich der Eindruck dass die Geschehnisse sich in Richtung Katastrophe bewegen.

Sonny, der Sohn von Max und Lucia, ein vielversprechendes Kind gerät als Jugendlicher in viele Schwierigkeiten. Und Max fliegt in die Niederlande. Dies erfahren wir im ersten Satz des Buches. Warum er das tut und was daraus wird, erfahren wir aber erst am Ende.

„Klar, eingängig, rau, manchmal fast kantig, Stefan Brijs zeigt, wie viel und zugleich wie wenig das Leben wert ist.“ HP/DE Tijd

Mit vielem Dank an den Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars


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Sunnys Kult

Kult

Das ist eine von Archäologen nachgebaute Kultstätte aus der Jungsteinzeit. Natürlich weiß niemand wie genau so eine Stätte ausgesehen hat, aber ich finde, dass sie auf jeden Fall ziemlich eindrucksvoll geworden ist. Ich bin überhaupt ein großer Fan der experimentellen Archäologie.Das Nachempfinden uralter Kulturtechniken wie Töpfern, Weben, landwirtschaftlicher Techniken, Viehzucht, Häuserbau ist faszinierend. Man kann einen Blick in die Anfänge der Menschheit werfen. Der Blick sieht nicht genau in die Steinzeit zurück, das wäre nur mit einer Zeitmaschine möglich, aber er vermittelt doch einen gewissen wissenschaftlich fundierten Eindruck.

In Asparn an der Zaya, nördlich von Wien gibt es einen archäologischen Park, den wir immer wieder besuchen. Ein Dutzend Gebäude  wurde dort gebaut, mit den Techniken, die man aus urgeschichtlichen Funden kennt. Es sind keine Originalgebäude, natürlich nicht, aber sie orientieren sich am neuesten Stand sowohl der theoretischen Forschung als auch der experimentellen Archäologie.


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Wir waren nicht einer Meinung, aber ich habe Recht !

„Du“ sagte ich gerade zu mir „eigentlich sollten wir einkaufen gehen. Ziemlich dringend sogar“

„Wieso ?“ sagte ich „Das haben wir doch am Mittwoch erledigt“

„Ja ist dir überhaupt bewusst, dass die Schoki-Lade gähnend leer ist ???“

„Allerdings, und das soll sie auch bleiben. Wir leben jetzt eine Weile gesund“

„Ja, haST DU sie noch aLLE ???“ kreischte ich in meine Richtung „reicht dir das blöde regionale Gemüse nicht ?? Das ewige Kraut, die tausend Karotten und Zwiebel im Überschuss. Sind wir womöglich religiös geworden und fasten jetzt ?? “ flötete ich listig.

„Ach, verschon mich mit so primitiven Manipulationsversuchen, wir essen jetzt eine Weile keine Süßigkeiten und basta !“ sagte ich entschlossen, obwohl mich die leere Schoki-Lade auch in leise Panik versetzte.

„Muss das ausgerechnet jetzt sein, wo es so viele verschiedene köstliche Nougat-Schoki-Eier gibt ?? Kompromissvorschlag: wir beginnen nach Ostern ….. “

„NEIN“

„Na gut, aber Bewegung ist doch auch gesund, wir könnten doch das Altglas zum Container bringen … “

„Na klar, zum Container gegenüber dem Supermarkt !! NEIN, wir gehen gar nirgends hin. Wir bewundern das blühende Pfirsichbäumchen vor dem Fenster zum Arbeitszimmer und dann schneiden wir die Reste der Pfefferminze vom Vorjahr zusammen, weil die kommt schon neu heraus “

„Oh Gott, wir sind auch noch auf dem Öko-Garten-Trip. Wär ich doch beim Winterschlaf geblieben …“

„Jetzt stell dich nicht so an, da ist die Gartenschere und hopp, hopp ….. “

Wie man sieht, habe ich den verbalen Abtausch gewonnen und die Schoki-Lade ist leer geblieben. Ist gibt doch keinen größeren Triumph als den über sich selbst ……