la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Freitag 17.1.2020 – das ewig Weibliche …

Es findet sich doch für alles und jedes ein passendes Zitat aus „Faust“. Manche sind schon so richtig abgelutscht. Trotzdem für „das ewig Weibliche zieht uns hinan“ finde ich immer wieder Beispiele. Es gibt ja Leute, die prinzipiell „das ewig Weibliche zieht uns hinab“ zitieren. Mein Bruder zum Beispiel. Ich gestehe ja zu, dass die Definition des „ewig Weiblichen“ voller Fallstricke und Bodenminen steckt. Trotzdem. Mein neuester Anlass: ein Studierender an der Abendschule, der sich bislang eigentlich durch gar nichts ausgezeichnet hat, höchstens durch seine unauffällige Art, hat eine neue Freundin, die ihn so richtig zum Glänzen bringt. Es ist eine Freude, wie da plötzlich Intelligenz deutlich sichtbar wird, wie Kenntnisse und Fähigkeiten auftauchen, und wie er Freude daran hat diese auch herzuzeigen.

„Siehst du“ sage ich – aber nicht im Ernst – zum F. „da sieht man wieder, was wir für euch tun“ . „Pffff“ sagt der F „aus blankem Eigennutz. Schließlich sind es ja die Frauen, die Wert legen auf Glänzen und Strahlen. Wir Männer sind bescheiden, zurückhaltend und per definitionem völlig uneitel.“ Nun ja …

Ich glaube, ich bin am Beginn einer Gern-Koch-Phase. Das merke ich daran, dass ich beim Betrachten des Inhalts der wöchentlichen Gemüsekiste überlege, was ich mit diesem und jenem Grünzeug anfangen werde und dass ich dazu dann Rezepte studiere. Das liegt auch daran, dass ich fast alle Prüfungen für dieses Semester zusammengestellt, abgehalten, korrigiert und benotet habe und somit mein Arbeitsrhythmus deutlich gemütlicher wird. Einen Durchgang mündliche Prüfungen braucht es noch. Die mache ich aber aus dem Stegreif.

 


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Weltweiter Fortschritt

Es wäre völlig falsch zu behaupten, dass es nicht überall auf der Welt, in allen Kulturen, zivilisatorische Fortschritte gibt. In Saudi-Arabien zum Beispiel ist es seit neuestem Frauen sogar gestattet durch die gleichen Eingänge wie Männer ein Restaurant zu betreten. Wenn das kein Meilenstein ist ! Durch die gleichen Eingänge!!

 


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Alltag #11 – unsichtbarer Alltag

Heute spüre ich die Fäden und Netze, die mich mit meinen Vorfahren verbinden und die Schultern auf denen ich stehe und gut stehe. Als verborgenen Alltag bezeichne ich diese immer gegenwärtige, aber nicht immer bewusste Situation. Die Fäden laufen in viele Richtungen durch die Jahrhunderte, überkreuzen und verdichten sich manchmal, an anderen Stellen bleiben es einzelne Fäden, doch sind sie alle wichtig. Manche scheinen nicht gut zusammenzupassen, doch sind sie in mir verbunden.

Diese Kette wurde zusammengestellt aus Ketten meiner beiden Großmütter, die einander überhaupt nicht leiden konnten. Ich finde es schön, eine Erinnerung an beide gemeinsam um den Hals zu tragen.

Ein Beitrag zu Ullis Alltagsprojekt. Dieser Beitrag passt übrigens gut zu ihrem vorletzten Beitrag zum Thema „Netze“

 

 


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Mißbrauch – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Die drei vorgegebenen Wörter in einen Text von maximal 300 Wörtern verpackt.

 

Wer nicht sexuell ausgehungert war, würde das Spektakel im besten Fall kurios finden, eher wohl abstoßend oder auch lächerlich.

Das Seil, über das sie balancierte  war nur gerade 10 cm über dem Boden gespannt. Das Publikum hätte es gar nicht gemocht, wenn sie nicht immer wieder heruntergefallen wäre, denn das Balancieren diente nur dem Zweck ihren Körper in Bewegung zu bringen und ihre Kleidung zu verschieben. Auch die Zuschauer waren vermummt, unkenntlich. Die Stimmlage ihres Johlens und Grölens wies sie aber als Männer aus. Irgendwo brannte immer ein Feuer, das die Szene beleuchtete. Irgendwo gab es immer einen improvisierten Unterschlupf für danach, wenn jemand ihren sich windenden und immer wieder fallenden Körper nicht nur sehen wollte.

Ihre Bewegungen waren automatisiert, an viele Abende konnte sie sich nicht einmal erinnern, ihre Gedanken ganz woanders. In der Zukunft, bei dem wunderbaren Leben, das sie mit Benedikt führen würde. Benedikt, der für sie alles so umsichtig organisierte, der sie so gut verstand, sie selbst samt ihren Träumen für eine ganz andere Zukunft. Sie wusste nicht genau, wie viel Geld sie schon verdient hatten. „Bald reicht es“ sagte Benedikt oft. „Bald gehen wir hier weg“.

Der Zuhälter, der sich derzeit Benedikt nannte, stand sehr zufrieden am Rande des Geschehens. Viele waren heute gekommen, der Bau der Hütte würde nicht vergebens gewesen sein. Sehr viel Geld war durch diese Frau schon geflossen und langsam wurde es zu gefährlich. Bald würde er wieder Ort, Frau und Identität wechseln.

Die Vorführung hatte lange genug gedauert, der Zuhälter sprang hinter die Frau und schob ihre Gesichtsverhüllung weg. „Seht die Katzenaugen“ rief er und das plötzliche Licht ließ die Pupillen ihrer grünen Augen ganz klein werden. Ein Luftholen der Zuschauer, fast sah man sie geifern. Benedikt verbeugte sich. Sie sah ihn verliebt an. Der Abend war noch nicht zu ende.

Genau 300 Wörter


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42. Station der literarischen Weltreise – Kanada

Die Reise geht weiter. Diesmal besuche ich Margaret Atwood in Toronto.

Margaret Atwood

„Die Unmöglichkeit der Nähe“

Den deutschen Titel des Buchs kann ich sehr gut nachvollziehen. „Die Unmöglichkeit der Nähe“ beschreibt eindringlich die Beziehungen der drei Protagonisten zueinander und zu anderen . Der englische Originaltitel „Life before Man“ ist schwieriger, weil in so viele verschiedene Richtungen interpretierbar.

Es geht mir mit diesem Buch wie mit dem „goldenen Tagebuch“ von Doris Lessing. Ich sehe und anerkenne die literarische Qualität, aber beide Bücher deprimieren mich. Vielleicht hat das mehr mit mir als mit den Autorinnen zu tun. Wie auch immer. Ich schreibe hier ja keine Rezension sondern nur ganz kurze, persönliche Eindrücke. Ich habe sehr lange an dem Buch gelesen, weil es eben zufällig in eine Zeit gefallen ist, in der ich gerade abends für ein paar Seiten Zeit hatte. Wahrscheinlich bekommt diese Art von fragmentarischer Lektüre keinem Buch, weil man in keinen Lesefluß hineinkommen kann.

Die äußere Handlung des Buchs ist höchst einfach: drei Menschen, zwei Frauen und ein Mann sind in eine komplizierte Dreiecksbeziehung verflochten, an der auch noch andere rezente und ehemalige Liebhaber*innen beteiligt sind. Es wird vom Standpunkt der drei Hauptpersonen aus erzählt, aber nicht in Ich-Form. Die Kindheit aller drei Hauptpersonen wird aufgerollt und zeigt ganz verschiedene Welten, die zunächst nur aus der Kinder-Perspektive gesehen werden, dann gewinnen aber die Mütter, Tanten und Großmütter auch realistische Züge durch den Erwachsenen-Blick der Hauptpersonen. Dieser Aspekt des Buches hat mir sehr gut gefallen.

Die mit dem Titel des Buchs „die Unmöglichkeit der Nähe“ sehr treffend beschriebenen Liebesbeziehungen fand ich durchwegs labyrinthartig, durchaus realistisch und daher ziemlich deprimierend. Glücklich ist niemand, auch nicht so richtig dramatisch unglücklich, eher alles lauwarm. Mit Ausnahme der Trauer der einen Hauptfigur über den Selbstmord ihres Liebhabers. Damit beginnt der Roman: man steht sofort mitten in den schwierigen Verhältnissen: der Liebhaber von Elizabeth hat Selbstmord begangen, ihr Ehemann Nate versucht, sie in dieser Situation zu unterstützen. Er nützt seinerseits auch die Gelegenheit sich von seinem rezenten, erkalteten Verhältnis mit Martha zu befreien. Und so geht der Reigen weiter, alle sind irgendwie unglücklich, niemand kann jemand anderen erreichen, alle Arten von Beziehungen erzeugen mehr Frust als Glück, werden aber dennoch weitergeführt, irgendwie ….


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Ich hab ein Packerl aus Indien bekommen

Von Irène, mit hübschen Dingen. Den ursprünglichen Inhalt der Transportschachtel hätte ich auch gemocht.

Irène hat ein Projekt mit indischen Frauen aufgezogen, leider schaffe ich es gerade nicht auf die homepage zu kommen, daher der link zu dem Blogbeitrag. Wenn das Hin- und Herschicken nicht so ein ökologischer Wahnsinn wäre, würde ich oft und gerne bei solchen kleinen Projekten dies und das kaufen. Es hat sich ja gezeigt, dass die Förderung von Klein- und Kleinstprojekten, vor allem von Frauen in Schwellenländern einen sehr positiven Einfluss auf das Leben dieser Menschen hat.


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40. Station der Leseweltreise – Marokko

Leila Slimane

„Sex und Lügen“

Btb

Die Reise

„Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt“ lautet der Untertitel des Buchs. Die Autorin erfüllt diese Ansage nicht durchgehend. Es werden wohl einige Gespräche mit marokkanischen Frauen widergegeben, aber hauptsächlich geht es um eine Analyse der marokkanischen Gesellschaft durch die Autorin.

Leila Slimani ist in Marokko geboren, als die mittlere dreier Töchter des Ökonomen Othman Slimani. Sie besuchte die Schule in Rabat. 1999 ging sie nach Paris und studierte Medien und Politik.

Es ist eine durchaus interessante Beschreibung und Analyse der marokkanischen Gesellschaft, die allerdings nur Slimanis persönliche Meinung und Erfahrung wiedergibt. Wobei man auch berücksichtigen muss, dass sie seit annähernd zwanzig Jahren in Frankreich lebt.

Zusammengefasst wird die marokkanische Gesellschaft als eine beschrieben, in der die wichtigste Regel lautet „Macht, was ihr wollt solange niemand davon erfährt“ (p.18) Die Jungfräulichkeit der Frauen vor der Ehe wird verherrlicht und das Familiengesetz schreibt vor, dass vor der Ehe ein Keuschheitszertifikat zu erbringen ist, es werden jedoch zahlreiche Möglichkeiten zur „Wiederherstellung der körperlichen Jungfräulichkeit“ angeboten.

„Als Frau erwachsen zu werden, ist ein mit Demütigungen gepflasterter Weg. Vor der Polizei und dem Gesetz ebenso wie in der Öffentlichkeit ist es von Nachteil eine Frau zu sein. Wie der türkische Autor Zülfü Livaneli in seinem Roman „Glückseligkeit schreibt, ruht im gesamten Mittelmeerraum der Ehrbegriff im Schoß der Frauen. Eine Bürde, an der die Hälfte der Bevölkerung schwer trägt. Derart idealisiert und mystifiziert, ist die Jungfräulichkeit ganz offensichtlich ein Zwangsinstrument um die Frauen ans Haus zu binden und sie unausgesetzt zu überwachen. Statt einer Privatangelegenheit ist sie Gegenstand kollektiver Besorgnis. Darüber hinaus stellt sie eine lukrative Einnahmequelle für all jene dar, die jeden Tag Dutzende Hymen rekonstruieren, oder für die Anbieter falscher Jungfernhäutchen, die beim Geschlechtsverkehr bluten sollen. Die sexuelle Misere ist, wie wir sehen werden, ein Markt wie jeder andere.“ p.28

Bemerkenswert finde ich noch, dass Leila Slamani explizit darauf hinweist, dass die Situation wie sie ist nicht dem Islam zugeschrieben werden kann.

„Denn die muslimische Religion kann vor allem als eine Ethik der Befreiung, der Hinwendung zum anderen, als persönliches Wertesystem verstanden werden, und nicht nur als manichäische Sittenlehre“ p. 17

Insgesamt recht interessant, aber nicht wissenschaftlich fundiert.


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Montag 28.1.19

Im Pensionistenheim pflegen die Einwohner eine beinharte Hackordnung. Wer dement ist, steht in der Hierarchie ganz unten. Diese Gruppe ist allerdings sehr groß und daher gibt es noch weitere Unterteilungen. Wer sich noch in die Selbstdarstellung retten kann, nur ein bissl vergesslich zu sein, steht noch besser da als jemand, der ständig nachfragen muss, welchen Monat wir gerade haben. Es wird wohl so sein, dass die nicht-dementen Menschen den dementen ausweichen, aus der uneingestandenen Angst heraus, dass dieser Zustand doch irgendwie ansteckend sein könnte. Und die langsam dement werdenden sehen in den anderen ihre sehr nahe Zukunft, die sie verzweifelt verdrängen möchten. Wenige Menschen sehe ich dort, die einfach nur alt,  mit sich und ihrem Leben aber im großen und ganzen im reinen sind.

Heute früh hat es wild geschneit, den restlichen Tag ist alles wieder weggetaut. Die Gehsteige sind ganz gut begehbar, aber um die Straße zu überqueren, brauchte man eigentlich ein Boot, oder Goretex-Schuhe. Nicht der letzte modische Schrei, aber funktional, sehr funktional. Mit Verwandten meiner derzeit im Gebrauch befindlichen bin ich auch schon trockenen Fusses am Rand des Atlantik im Wasser gegangen.

Ebenso wie ein Besuch beim Friseur, erfreut ein Besuch bei der Fusspflegerin. Ein Berufsstand, der wohl auch nicht sehr viele männliche Mitglieder hat, falls überhaupt irgendeines. Gestern habe ich eine Statistik gesehen, die darstellt, dass die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen bis zum ersten Kind äußerst gering sind, dann aber aus dem Ruder laufen. Wird schon so sein, Tatsache ist aber auch, dass zum Beispiel KFZ-Mechaniker nun einmal mehr verdienen als zum Beispiel Fußpflegerinnen. Schon klar, eine Fußpflegerin hätte ja auch KFZ-Mechanikerin werden können …..


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Schwarz-weiß-beige

Ich schaue nur auf die Füße der Vorbeigehenden: Sneakers in Gold und Silberfärbungen, Sneakers in weiß und schwarz mit frierenden Knöcheln darüber. Leggins in schwarz oder im Raubtierdesign, meistens schwarz, wie eine zweite Haut. Wer braucht eine zweite Haut in Kunstfasern? Stiefeletten in schwarz, rot, braun, selten blau, meistens schwarz. Uiiiii, ein Lederschuh, sehr einsam in seiner Art. Ein Paar silberne Sneakers, schwarze Leggins, dazwischen Gänsehaut, eine Jugendliche? Nein, eine Frau in den Fünfzigern. Auch die Jacken sehen alle gleich aus. Auf unseren 6 Haken im Lehrerzimmer für 30 Leute hängen sie alle übereinander, die gleichartigen, gleichfärbigen Jacken. Wenn ich meine suche, probiere ich immer erst zwei, drei andere. Alle laufen wir in schwarz/weiß/dunkelblau/beige herum. Warum eigentlich? Gerade im Winter, könnte etwas Farbe doch nicht schaden. Wie skandinavische Holzhäuser, die sich  in allen Regenbogenfarben gegen die Dunkelheit und den Schnee behaupten oder Kleidung aus den bunten, afrikanischen Wax-Stoffen (ja, ja ich weiß, die werden zu großen Teilen in Holland hergestellt). Da behaupten sich die Farben mehr gegen allgemeine Misere. Unsere Farben behaupten sich gegen gar nichts sondern beteiligen sich an der Schaffung novemberlicher Atmosphäre


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Verwirrung

Es ist über ein Jahr her, dass ich den letzen buddhistischen Vortrag gehört habe und der hatte mir nicht gefallen, aber gestern abend war es wieder so weit. Ich habe mir Lama Tsültrim Allione angehört, eine Frau mit einem sehr imponierenden Lebenslauf, die sich gegen das streng patriarchalische System des tibetischen Buddhismus durchgesetzt und eine eigene Gemeinschaft gegründet hat.

Hier gemeinsam mit Pema Chödrön (rechts) zu sehen, auch eine sehr beeindruckende Frau in diesem Umfeld.

Die Veranstaltung fand in der Sigmund-Freud-Privatuniversität statt, von der ich nicht einmal gehört hatte, auf dem Campus der Wirtschaftsuniversität. Viele meiner buddhistischen Freunde waren auch zu diesem Vortrag gekommen und ich habe die liebevolle, wertschätzende Atmosphäre, die in dieser Gruppe herrscht sehr genossen. Der Vortrag hat mir Bekanntes aus einem anderen Blickwinkel gezeigt.

Immer wenn ich in Berührung komme mit buddhistischer Weisheit fühle ich mich davon sehr angezogen und habe daher gestern nacht noch in der buddhistischen Abteilung meiner Bücher gekramt und bin dabei auf einen kleinen Text gestoßen, den ich sehr mag, der im Grunde die gesamte Philosophie des Buddhismus zusammenfasst und dem, so finde ich, nichts hinzuzufügen ist. Vor allem der letzte Satz beschreibt ganz trefflich, was die Welt im großen und jeder einzelne von uns dringend brauchen würde.

Möge mein Geist eins mit dem Dharma sein

Möge der Dharma zum Weg werden

Möge der Weg Verwirrung klären

Möge Verwirrung als Weisheit erwachen

 


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Ein Fall von „naja“

Es war ein spontaner Kauf und tatsächlich haben mir ungefähr die ersten zwei Drittel des Buchs ganz gut gefallen. Eine originelle Idee, etwas überzogen, aber es handelt sich eben um eine Dystopie. Anfangs recht spannend und vielversprechend, wenn auch die Charaktere sehr seicht sind und nicht besonders gut dargestellt, aber eben ganz spannend.

Dann kommt der Moment, ab dem man den Eindruck hat, dass die Autorin nur irgendwie schnell mit dem Buch fertig werden will. Die Glaubwürdigkeit der Handlung bricht völlig zusammen, man kennt sich nicht mehr aus, wer nun zu welchem Lager gehört, die Personen werden nur noch mit sehr dürren Worten durch die Handlung geführt, alles wird gerafft und irgendwie runtergeschrieben, das Ende kommt zu schnell, zu konfus und ist weder glaubwürdig noch angenehm zu lesen.

Insgesamt hat mir die Idee mit dem Armband, das Frauen und sogar schon weiblichen Kindern nur erlaubt wenige Worte pro Tag zu sprechen gut gefallen, aber die Autorin war ihrem Plot nicht gewachsen. Kein Vergleich mit Margaret Atwoods „Geschichte einer Dienerin“


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Nein, leider nix für mich

Ich habe mich durch annähernd 100 Seiten durchgequält, aber leider ist nicht der allerkleinste Funke übergesprungen.

Die Troubadourin Beatriz wird von der Zauberin Melusine für 800 Jahre eingeschläfert und erwacht schließlich in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Soweit ist das eine Fantasy-Handlung von der ich annahm, dass sie semi-seicht unterhaltsam dahinplätschern würde. Tatsächlich wird hier aber Fantasy und Politik bzw Klassenkampf und Feminismus vermischt und damit kann ich leider wenig anfangen.

Die Handlung beginnt in Frankreich während der 68er Bewegung und verlegt sich dann in die DDR. Liebesgedichte der Trobadora wechseln sich mit Passagen aus kommunistischer Basic-Lektüre und dann wieder Fantasy-Elementen ab und die Mischung ergibt für mich kein schlüssiges Leseerlebnis. Auch die Hauptfigur erscheint mir nur schemenhaft skizziert und ich kann in dem Text die Leichtigkeit nicht erkennen, von der in manchen Kritiken aus den 70er Jahren die Rede ist.

Tja, es muss einem ja nicht alles gefallen. Vielleicht es das Buch für irgendjemand anderen ein Erlebnis, gut geschrieben ist es ja ….