la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Neues von der Fotofront 2

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Erlkönigwetter

Wieder zuhause. Die Rückfahrt hat uns durch neblige Wälder, vorbei an ansteigenden Bächen geführt. Eine unwirkliche Szenerie im Juli. Es war Erlkönig-Wetter:

(…) Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. (…)

Die Nebelstreifen lagen zwischen den dunklen Nadelbäumen, sahen manchmal wie Rauchsäulen aus, vielleicht von einem aus alten Zeiten übrig gebliebenen Köhler; sie zogen durch die Täler und verdeckten die Berge teilweise.Und schließlich inspirierten sie mich dazu die verschiedenen Deutungen des „Erlkönigs“ nachzulesen. Gruselige Sache, novembergeeignet

Auf der Strecke bis Wien wechselten sich Regen, Nebel und sogar Sonnenschein ab.

Die Stimmung am Vortag war ganz anders, viel erdiger, starker Regen, aber kein Nebel, der Geruch von feuchter Erde und feuchtem Wald. Das Getreide stand noch aufrecht, nicht vom Regen niedergedrückt und das Licht änderte sich immer wieder von drohend duster über melancholisch zu feucht-heiter.

Das Heitere möchte ich gerne herübernehmen in den Juli und August, da wird es wenig Anlass zu Heiterkeit gehen. Das Pflegen der Heiterkeit ohne Anlass ist eine hohe Kunst, in der ich mich gerne übe und mit gar nicht so schlechten Ergebnissen.

Zu den ABC-Etüden fällt mir rein gar nichts an. Vielleicht liegt das daran, dass ich sonnenbaden nicht leiden kann und mir das Thema „Bio-Diesel“ ganz fremd ist. Der Plot, der sich anbietet: „theoretisch Umwelt schützen, aber selbst ganz anders agieren“ ist schon ausgeschöpft und sonst hat sich noch nichts angeboten. Wenn es nicht fließt, dann macht es mir auch keine Freude. Vielleicht morgen, oder auch nicht.

 


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Platsch !

Das Country-Fest im Kurort ist ins Wasser gefallen. Es hat so stark geregnet, dass der Waldboden des Geländes wo die Veranstaltung stattfinden sollte, ganz durchweicht war und die potentiellen Zuschauer erst gar nicht gekommen sind, bis auf einige Unverwüstliche, die teilweise in Wohnwagen angereist sind und auf den ebenfalls durchweichten Holzbänken im Festgelände saßen. Die Veranstalter hatten aber offenbar schon aufgegeben, den in den kleinen Holzhäuschen, die als Kasse verwendet wurden, war niemand mehr, bei dem man Eintritt hätte bezahlen können. Wir haben  nach dem Regen noch vorbeigeschaut, aber die Stimmung war eher gedrückt und von einer Live-Band war auch weit und breit nichts zu sehen.

Schön war es dagegen im Regen zu schwimmen, mit den Augen auf genau der Höhe auf der die Regentropfen auf die Wasserfläche auftreffen. Die einzelnen Tropfen waren teilweise so schwer, dass sie kleine Fontänen erzeugten.


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Für Regenfans und solche, die es werden könnten

Der Boden sieht gepunktet aus und verströmt den Geruch der ersten Regentropfen, die in den Staub fallen. Es ist ein Geruch zwischen staubig und feucht, zwischen erdig und luftig und er löst sich bald wieder auf, denn es beginnt sehr viel stärker zu regnen und bald kann  man die nasse Erde riechen und das Gras.

Die Menschen hechten in geduckter Position zum nächsten Dach. Nur wenige sind mit einem Schirm ausgerüstet. Die Dächer der Kinderwagen werden vorgezogen und die Einkäufe möglichst regengeschützt um die Kinder herum drapiert.

Auf das Glasdach vor dem Eingang zur U-Bahn trommelt jetzt der Regen und spritzt allen, die darunter stehen ins Gesicht und auf die Füsse. Nackte Zehen in offenen Schuhen, Sandalen und Flip-Flops werden ziemlich nass. Die Leute, die aus dem Stationsgebäude hinaus gehen wollten, überlegen es sich anders und verproviantieren sich zunächst für eine längere Wartezeit. Die beiden Ströck-Angestellten verkaufen hektisch Weckerln und Wasserflaschen, Nussschnecken, Mohnzelten, Topfengolatschn und sonstiges Hochkaloriges. Nach dem schwülen Tag und dem Warten aufs Gewitter ist die allgemeine Stimmung fast ausgelassen.

Aus Richtung des Möbelhauses, das knapp vor dem Konkurs steht, kommen Menschen mit riesigen Plastiksäcken und dem im-Ausverkauf-viel-ergattert-Gesichtsausdruck. Nass sind sie allerdings geworden, weil der Regen stark und plötzlich gekommen ist und zwischen Möbelhaus und U-Bahnstation eine  Brücke überquert werden muss. Ich komme vom Trazerberg.


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Turbo-Baustellen führen gelegentlich zu Regenschirmen

Am verlängerten Wochenende wurden in Wien die Straßenbahnschienen rund um den Ring erneuert und auch an einigen U-Bahn-Strecken gearbeitet. Dadurch wurde für uns der Weg in die Innenstadt zu einem Slalom zwischen drei verschiedenen U-Bahn-Linien und 2 Bussen. Ich war mir ganz sicher, dass die Arbeiten unmöglich am Dienstag fertig sein konnten und überlegte mir mehrere Alternativstrecken zu meinem Malkurs, der am anderen Ende der Stadt stattfindet und den ich nie ausfallen lassen würde, Verkehrslage hin oder her. Aber siehe da, oh Wunder, die Streckenplanungen waren völlig unnötig, es war tatsächlich alles fertig und in Betrieb.

Mißtrauisch gegenüber Termineinhaltung von Bauarbeiten jeder Art, machte ich mich eine halbe Stunde früher auf den Weg und hatte dadurch die Gelegenheit endlich einmal das Geschäft mit dem seit langem ins Auge gefassten Regenbogenschirm geöffnet vorzufinden. Ich kam also nicht nur überpünktlich ins Atelier sondern bin nun auch endlich stolze Besitzerin eines Riesenschirms aus sechzehn Teilen in verschiedenen Farben. Dem Teil bin ich ziemlich lange nachgejagt! So hatte ich nun auch die Gelegenheit ein Schirmgeschäft kennenzulernen. Dass es so was überhaupt noch gibt! Das Sortiment ist riesig, verkauft wurde dort von einer alten Dame, die ich auf gute achtzig schätzte und deren Fachvokabular zum Thema Schirme mich ziemlich beeindruckte. Noch nie habe ich darüber nachgedacht, welche Qualitätsunterschiede es beim Gestänge und der Bespannung eines Schirms so gibt. Teuer war der bunte „Partnerschirm“ auch, aber immerhin werden ich und meine Handtaschen- oder Rucksackpartner bei Regenspaziergängen völlig trocken bleiben. Der Herr Partner macht mir zuliebe gelegentlich maximal zehnminütige Regenspaziergänge und dafür hat er mehrere eigene Schirme. Für das Problem mit einer niederschlagsbegeisterten Frau liiert zu sein, ist er eh gut gerüstet. Für meine sonstigen Schrulligkeiten im großen und ganzen auch. Bussi an F.