la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


11 Kommentare

Ohne Worte aber mit Regentropfen

Nun, eigentlich ist es Kondenswasser, aber das ist ja nicht so wichtig

Werbeanzeigen


23 Kommentare

Tod – ABC-Etüden

Ein plötzlicher Ruck, die Seile spannen sich, der Sarg steht an seinem Platz. Reden, Gesänge, Blumen, harte, schwarze Schatten. Gepresstes Atmen hinter Sonnenbrillen. Das Aufprallen der Erde auf dem Holz, endgültig. Fassungslosigkeit, Panik, immer präsente Angst um das eigene Leben. Die Rituale bleiben leer und stützen und halten nicht mehr.

Irren durch den Friedhof, zwischen den Steinen mit den bekannten Namen mit den unerbittlichen Daten und den verblassten Bildern, zwischen den machtlosen Inschriften und Lichtern. Groß und prächtig die Mausoleen, armselig die verwitterten Holzkreuze und namenlosen Steine auf den Soldatengräbern.

Hochaufragende Mauern menschlicher Hybris zerfallen vor unseren Augen.

Doch dann: der zärtliche, weiche Nieselregen durchdringt die Erde, durchdringt das Holz und vereint, was zusammengehört.

 

Die ABC-Etüden bei Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Diesmal sind das „weich“ – „Nieselregen“ – „irren“

Die Art des Textes kann frei gewählt werden. 


14 Kommentare

Damals im Wald – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane 

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

Nasskalt war es draußen, knapp am Gefrierpunkt. Jeder Zweig hielt mindestens einen Tropfen, der langsam zur Erde fiel oder gefror und sich mit dem Holz verband. Manche Tropfen erstarrten auf dem Weg zur Erde, auf toten Blättern, auf leeren Stängeln, das Wasser fiel auf verschiedene Art vom Himmel zur Erde.

Wir waren dazwischen und hatten es warm, Haut an Haut, Mensch an Mensch unter Schafwolle und Planen. Der gefrierende Regen fiel auf das Zelt in unregelmäßigen Kadenzen. Unser Zelt war improvisiert, wir konnten in den Regen hinaussehen, warten bis er zu Schnee wurde oder zu Eisregen. Das war die einzige Frage, die wir uns stellten, würde es Regen bleiben oder Schnee werden oder würde einfach nur der Boden vereisen, der Raureif sich über die Äste der Winterbäume legen. Es war aber nicht wichtig, denn unsere Körper fühlten sich warm an unter unseren Händen, wir umschlangen und verschlangen einander und die Wärme kam aus unserer eigenen Energie. Wir hatten keine Vergangenheit und vielleicht auch keine Zukunft, aber was für Momente! Wir versicherten einander, dass wir diesen Momenten nicht nachtrauern würden, sie nur genießen, dass wir niemals, niemals in den öden Alltag abgleiten würden, niemals in Gewohnheiten erstarren wollten.

Der Schnee deckte langsam alles zu. Er war sanfter als der Regen, aber auch entschlossener. Er lächelte wohl über das Pärchen, das sich nicht unterschied von vielen anderen, die er schon gesehen hatte, in vielen Wintern vor allem an diesem Tag der Sonnenwende. Er blies kurz hinein in das Zelt um die beiden daran zu erinnern, dass auch ihre jugendliche Energie nicht mehr lange reichen würde, dass es wirklich kalt wurde.

Wir spürten das eisige Schneetreiben auf der nackten Haut und dass es Zeit war zu gehen, zurück ins gewohnte Leben, weg von den Winterbäumen und der wilden Liebe.

Lange habe ich mich erinnert.

301 Wörter

 

 

 


10 Kommentare

Donnerstag 6.12.18 – Nieselregen, mein Lieblingswetter

Dass es regnet, sieht man nur wenn man auf die Straßenbeleuchtung schaut oder auf die Autoscheinwerfer. Die Öffis stauen sich irgendwo und es ist wenig Weiterkommen. Mich stört das nicht sehr. Ich habe einen Sitzplatz in dem gläsernen Haltestellenhäuschen ergattert und vertilge ein erstklassiges Schoko-Croissant. Sobald ich nachhause komme, muss ich beginnen die letzten Prüfungsarbeiten zu lesen damit ich sie morgen, an meinem freien Tag, den Kollegen überreichen kann. Es ist völlig unrealistisch zu denken, dass sich das heute ausgeht, nicht einmal mit Nachtschicht und somit werde ich wahrscheinlich erst morgen Nachmittag fertig. Das ist auch der beste Zeitpunkt um in der Schule vorbeizukommen, um die Zeit sind am wenigsten Leute da und ich muss mich nicht noch von fünfzig weiteren verabschieden. Es ist ja alles nett gemeint, die guten Wünsche und die Fragen, aber ich habe einfach keine Lust mehr alles x-mal zu erzählen.

Die Füße rings um mich herum beginnen zu scharen, es kommt endlich wieder eine Straßenbahn und die meisten stürzen sich gleich auf die erste, die natürlich bummvoll ist. Ich nehme erst die zweite Bahn und finde wieder einen Sitzplatz. Sitzplätze sind mir dieser Tage wichtig, wenn ich länger stehe, protestiert das Hüftgelenk vehement und zieht das ganze Bein samt Muskeln, Sehnen und Nerven mit in den Protest hinein. Das muss ja nicht sein.

Also zurück an die Arbeit, an den Küchentisch. Ich habe zwar einen Riesenschreibtisch arbeite aber meistens am Küchentisch, das ist eben so.


3 Kommentare

Wässriges Licht

Schön ist das wenn die Lichterkette und die Regentropfen sich am Fenster begegnen. Auch wenn ich zu später Stunde daneben sitze und Prüfung nach Prüfung nach Prüfung zusammenstelle. Ab morgen kommt dann das Korrigieren der tausend Prüfungen. Ich liege aber gut in der Zeit und mit etwas Glück schaffe ich alles bis Freitag. Dann werde ich mich 2 Monate lang mit dem Kennenlernen und der Aktivierung des neuen Hüftgelenks beschäftigen und das Unterrichten anderen überlassen.

Ein seltsames Foto, aber für mich hat es was ….