la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Tropf – Fließ – Platsch – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Die Wörter stammen diesmal vom Team dergl

Die drei vorgegebenen Wörter in einen Text von maximal 300 Wörtern verpackt.

Diesmal hat es sofort gefunkt. Die Wörter haben sich ganz von selbst zusammengefunden

Frühlingsgrün tüpfelt, trippelt quer über das Blatt, eng gefolgt von Mandarinorange in wohlriechenden Tröpfchen hüpfend. Wesentlich getragener schwimmt Petrol heran, schwappt auch über die Ränder, unterspült einige Mandarinorangetropfen um in einem Strudel am rechten, unteren Blattrand zu enden. Aus dem Inneren des Strudels steigt schrilles Zitronengelb und sprüht in einer Kaskade über das Petrol wodurch an manchen Stellen ein etwas kränkelndes Grün aufblitzt.

Kirschrot lässt sich eine Weile bitten, beteiligt sich dann aber auch am Tanz der Farben, in wilden Wellenbewegungen erzeugt es lila im Petrol und ein neues Orange in der Zitronengelbkaskade. Strahlendes, lebendiges Rot. Preußischblau, der dunkelste, distanzierteste aller Blautöne marschiert diszipliniert aus der rechten , oberen Ecke heran, harte, kurze Striche, dann ein Kehrtmachen und es festigt sich ein preußischblaues Rechteck, das die weiteste, tiefste Stelle markiert.

Nun hat die große Schar der Grüns lange genug gewartet. Smaragdgrün, Moosgrün und Olivgrün fassen sich an den Händen und hüpfen in das preußischblaue Rechteck, Laubgrün, Tannengrün und Grasgrün nehmen Anlauf, fliegen über das Rot und landen dahinter wobei sie interessante Spuren ins Papier färben. Farngrün, Schilfgrün und Patinagrün müssen nun noch warten, denn die Erdtöne machen sich lautstark bemerkbar. Zwischen Ocker und gebranntem Sienna hat sich auch ein Korallenrot eingeschlichen, das die beiden etwas träge gleitenden Brauntöne  vor sich herschiebt, die beiden umfließt und dadurch etwa in der Mitte des Bildes eine sehr ungewöhnliche Farbe auslaufen lässt.

Alle Farben strahlen noch ziemlich feucht, funkeln einander an, unterschiedlichste Farbtöne flirten miteinander und überlegen eine mehr oder weniger romantische Vereinigung. Die Atmosphäre prickelt, es liegt Abenteuer in der Luft. Doch plötzlich, ein süßliches, giftiges Pink ergießt sich aggressiv über alle anderen Farben und torpediert die Idylle. Grell und klebrig wirkt alles und langsam fließen die Farben zurück in den magischen Malkasten. Morgen ein neuer Versuch …


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Freitag 17.5.19 – Positive Seiten der schönbrunner Bürokratie

Im Vorjahr habe ich sie versäumt, dieses Jahr bin ich gleich am ersten Tag hingeeilt zu den Wiener Zitrustagen in der Orangerie in Schönbrunn. Sogar an einer Führung habe ich teilgenommen, die auch recht interessant war: Geschichte der Zitrussammlung in Schönbrunn. Dabei konnte man über die positiven Aspekte von Bürokratie erfahren: über die genaueren Bedingungen der Zucht und gärtnerischen Betreuung der Zitrusbäume, die im 18. Jahrhundert durch Theodora Gonzaga nach Schönbrunn kamen, erfährt man unter anderem durch die Holzanforderungen der Gärtner. Die Gewächshäuser für exotische Pflanzen wurden im Winter durch Holzfeuer temperiert. Ein ausgeklügeltes System mit Rauch-Leitungen, die unter Steinplatten verlegt sind und das noch heute funktioniert und benützt wird. Auch das Holz für das Feuer kommt noch heute aus dem Schönbrunner Wäldchen über dem Schloss.

Eigentlich empörend, was man zu Kaiserzeiten allein dafür ausgegeben hat, frische Datteln oder Orangen auf den Tisch der Majestäten zu bekommen. Die andere Seite ist, dass eben Pflanzen aus südlicheren Gefilden den Weg nach Mittel- und Nordeuropa gefunden haben. Eine große Bandbreite an verschiedenen Orangen- und Zitronenbäumen gibt es hier zu sehen und zu kaufen. Natürlich blühen und duften alle und tragen auch reife Früchte, sehr verlockend. Ich bin sehr stolz auf  mich, dass ich keinen davon  mitgenommen habe. In meinem Wohnzimmer steht bereits ein Orangenbaum und der ist eigentlich schon etwas zu groß. Aber allein schon der Geruch der Blüten ist so eine Freude.

Es gibt auch etliche Stände von Gärtnereien, die Zitrusbäume und viele andere Pflanzen verkaufen. Ich mag solche Stände sehr, weil im Normalfall einer oder mehrere Gärtner*innen für Fragen zur Verfügung stehen, nicht nur zu den angebotenen Pflanzen sondern auch zu gärtnerischen Themen im allgemeinen. Die Versuchungen waren groß und vielfältig, abgesehen von den diversen Zitrusbäumchen, gab es auch winterharte Bananenstauden, Feigenbäume verschiedener Sorten, jede Menge mir unbekannter Kräuter und auch Blühendes.


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Grün, braun mit Spinnenbehausung

Das war einmal eine Araucaria, spitz hellgrün und lebendig. Leider hat sie den Winter oder was immer nicht überlebt. Das ist zwei Jahre her und sie hat eine Nachfolgerin gefunden, eine ebenso spitze, hellgrüne und lebendige. Noch – ich halte die Nachfolgerin derzeit auch für gefährdet nicht wegen der Kälte sondern wegen des Stauwassers. Stauwasser vertragen Araucarien nicht, aber man merkt erst Monate später, dass sie daran gestorben sind.