Schlagwort: Frühling –

Dienstag 11.Mai 2021

Es gibt kreative Tage und andere. Ich habe heute einen anderen. Es fing schon damit an, dass ich keine Lust hatte, ins Atelier zu gehen, was ja kaum jemals vorkommt. Zu den Texten, die mir so vorschweben, fiel mir rein gar nichts ein und obendrein ist es viel zu heiß.
Also ein idealer Tag um wieder einmal dem Lavendel auf meiner Terrasse zu Leibe zu rücken. Ich weiß nicht warum, aber er wächst und wächst praktisch überall und ist sehr schwer auszureißen, weil er tief und fest wurzelt. Aber heute war ich diesbezüglich schon sehr erfolgreich und habe statt des Lavendels etliche Pflänzchen gesetzt. Zum Beispiel drei Mais-Pflanzen und eine sehr hübsche Pflanze mit lila Blüten, die man mir auf dem Markt als „Vanille-Blume“ verkauft hat. Allerdings stammt die Bezeichnung von der Verkäuferin, die, als ich sie fragte ob „diese Blumen dort“ stark riechen über den halben Markt rief „Chefin, stinken die a ?“. Also keine Pflanzenliebhaberin.
Mehrere Feuerblumen in verschiedenen rot-orange Schattierungen habe ich auch eingesetzt. Die sind bildschön und überleben alles. Glockenblumen und verschiedene Blümchen, von denen ich auch nicht weiß, wie sie heißen. Die Blumenverkäuferin hat mir Fingerhutpflanzen für demnächst versprochen. Die vom Vorjahr, die eine wahre Pracht war, lebt und hat drei kleine Blütenstände ausgefahren, aber sie wird es schon aushalten, wenn ich ein zweites Exemplar einsetze. Vielleicht wird sie sogar angespornt.
Pflanzen sind doch immer eine Quelle der Freude. Naja, der Lavendel nicht unbedingt immer …

Fischwanderhilfe

Wir gingen über das Kraftwerk, das den hübschen Namen der Umgebung „Freudenau“ führt zur anderen Seite der Donau. Es wurde 1992 eröffnet und ist daher für ein Kraftwerk noch verhältnismäßig neu.

An diesem Tag wehte ein Sturm und beim Überqueren der „Brücke“ hatte ich das dringende Bedürfnis nach irgendeiner Kopfbedeckung, sogar ein Radhelm wäre mir willkommen gewesen. Der F als studierter Wasserbauingenieur zeigte aber einige Motivation um mir an Ort und Stelle zu erklären, wie das Ding funktioniert. wir wurden nicht wirklich umgeblasen, aber beinahe.

Es ist ein Laufkraftwerk mit 6 Turbinen und es leuchtet ein, dass es nötig ist, etwas zu unternehmen um zu vermeiden, dass die Fische in die Turbinen gezogen werden.
Meine Motivation bei Sturm über das Kraftwerk zu gehen, war, zu sehen wie diese sogenannte „Fischwanderhilfe“ aussieht. Fischtreppen bei kleinen Kraftwerken habe ich schon gesehen, aber das ist hier kein Vergleich.
Die „Umleitung“ für Fische und sonstige Wasserbewohner ist eindrucksvoll weitläufig.

Die renaturierten Strecken der „Umleitung“ sehen geradezu idyllisch aus. Fische habe ich zwar keine gesehen, aber das hing vielleicht mit der Tageszeit zusammen. Ganz in der Nähe des Kraftwerks, in der Lobau, liegt Wiens FKK-Bereich. Die FKK-Leute haben angeblich mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen und so finden sich dort in der Mehrheit ältere Leute im Adams- oder Evakostüm.

Wahrheiten?

Wenn es so etwas wie universelle Wahrheiten geben sollte, so müsste es auch möglich sein, auf verschiedenen Wegen dorthin zu gelangen. Wenn es eine gute Zukunft für die Menschheit auf diesem Planeten geben soll, müssen viele verschiedene Richtungen einen Grundkonsens finden. Leider sieht es danach derzeit nicht aus. Möglicherweise fehlt mir aber auch nur die Sicht von einem höher gelegenen Standpunkt aus.

Vielleicht gibt es aber diese universellen Wahrheiten gar nicht, oder auf einer Ebene, die uns Menschen nicht zugänglich ist und wir hauen einander wegen Banalitäten die Schädel ein.

Manchmal versuche ich Fs Faszination für Baumaschinen, Brücken, Dämme, Züge nachzuvollziehen. Es gelingt mir eh nicht

„Ahhh, ein Zug“
„Ja und?“
“ —-„
„Ah ja, toll, ein Zug“

Freitag 7.Mai 2021

In letzter Zeit sehe ich auf Blogs, die ich regelmäßig besuche immer häufiger Serien von Bildern. Wobei die Bilder entweder thematisch, von der Technik oder von der Farbe her zusammenhängen. Ich sehe mir diese Serien sehr gerne an und denke über die Zusammenhänge nach. Es beschäftigt mich auch die Frage, was der Unterschied zwischen einer Serie von mehreren Bildern und einem Diptychon oder Triptychon ist.

Im Grunde sind meine drei Bilder mit planlos aufgetragener Strukturpaste auch so etwas wie eine Serie, obwohl das nicht sichtbar ist, wenn man nichts über ihre Entstehung weiß. KLICK 1 KLICK 2 KLICK 3

In Wüsten können die Temperaturen zwischen Tag und Nacht um fünfzig Grad schwanken. Ganz so extrem ist es in Wien nicht, aber man braucht derzeit schon einen soliden Kreislauf um gut durch die Schwankungen zu kommen

Sonntag 2.Mai 2021

Aus den Lockdowns beibehalten haben wir die Spaziergänge auf Friedhöfen. Viel Grün, wenig Leute, interessante Grabsteine, über die man Geschichten spinnen kann. Einer dieser Friedhöfe bietet theoretisch auch eine tierische Attraktion: Wildhamster, die dort frei leben und sich angeblich heftig vermehren. Theoretisch, weil wir bei zahlreichen Spaziergängen nie auch nur einen einzigen gesehen haben. Bis gestern.

Nach dem Besuch beim Friedhofsgärtner, der ebenso wie im Vorjahr im Lockdown nicht nur überhaupt offen hatte sondern auch an Sonntagen, luden wir die Blumen ins Auto und beschlossen noch eine Friedhofsrunde zu drehen, wo wir doch schon dort waren. Und nachdem wir nicht auf den Hauptwegen sondern zwischen den Gräbern spazierten, wurden wir mit einer Feldhamster-Sichtung belohnt. Ein sehr putziges Viecherl kam aus einem Loch unter einer Grabplatte und sah uns an. Irgendwo zwischen Hamster und Meerschweinchen sah es aus. Ich fand es größer als ich es mir vorgestellt hatte, der F fand es kleiner. Gut, es war so groß wie es eben ist und verschwand in einem ziemlich kreisrunden Loch.

Eine Infotafel am Eingang hatte uns darüber informiert, dass die Hamster unterirdische Sommer- und Winterbauten errichten, mit Kammern, die verschiedene Funktionen haben und mit mehreren Eingängen in Form von Fallröhren mit kreisrundem Eingangsloch. Nun sahen wir sie auch, die zahlreichen Löcher im Boden ….

Foto habe ich leider keines zu bieten, aber für wen es interessiert, gibt es ja im Internet nicht nur Katzenfotos

Friedliche Nachbarn ?

Es gibt viele Arten von Vorurteilen. Dass die Bäume blühen und im Vorgarten eine Regenbogenfahne steht, heißt ja nicht, dass hier nette, friedliche Menschen leben, aber vielleicht doch.

Donnerstag 29.April 2021

Der kürzlich verstorbene Hugo Portisch war ein herausragender österreichischer Journalist. Was ihn für mich noch bemerkenswerter macht, ist das Interesse und die Begeisterung, die er in seiner Berichterstattung bei egal welchem Thema ausstrahlte. Kürzlich habe ich ein Zitat von ihm gehört „ich habe mich jeden Tag so gefreut am Leben zu sein“. Das halte ich für eine ebenso bewundernswerte wie nachahmungswürdige Lebenseinstellung, was man macht mit Begeisterung oder gar nicht zu machen.

Der F wettert wieder einmal über den verheerenden Zustand der österreichischen Verwaltungs-IT. Ob er recht hat oder übertreibt, kann ich nicht wirklich beurteilen. Es gibt schon einige Beispiele für schlecht Funktionierendes aber auch für das Gegenteil. Der sogenannte „grüne Impfpass“ zum Beispiel ist derzeit ein beliebtes Thema bei der Ankündigungs-Politik unseres Kanzlers. Schon vor Wochen behauptete er, dass dieser Impfpass in Österreich schon im April umgesetzt werden würde, schneller als überall anders. Das höhnische Lachen vom F bei dieser Ankündigung habe ich noch im Ohr. Inzwischen ist der Gesundheitsminister zurückgetreten mit einer recht langen Rede, in der er sich bei vielen bedankt, den Kanzler aber nicht einmal erwähnt hat.
Den Impfpass gibt es derzeit also nur in der Theorie, aber die Impfungen selbst laufen sehr gut. Ich persönlich hätte jetzt gerne einfache Möglichkeiten für Anti-Körper-Tests um zu sehen wie wirksam die Impfung(en) sind. Restlos klar ist die Sache dann auch noch nicht, weil das Immungedächtnis der T-Zellen auch eine große Rolle spielt, aber es ist doch eine Referenz, die ich gerne hätte. Ich werde nicht die einzige sein, die sich für solche Tests interessiert, die Chancen, dass man sie bald bei jedem Labor machen kann, stehen ganz gut.

Sonntag 25.April 2021- Probleme am Horizont

Ich bin sehr besorgt. Kommenden Freitag möchte ich den Kaufvertrag für die Wachau-Wohnung unterschreiben, aber es gibt Probleme. Die Verkäufer haben offenbar die Erklärungen des Notars nicht verstanden, haben jetzt plötzlich erkannt, dass sie vom Kaufpreis für die Wohnung ihre offenen Kredite, die im Grundbuch stehen, auszahlen müssen und sind irgendwo zwischen verwirrt und verärgert.
Genau so entsteht die Empörung gegen „die da oben“. Man glaubt alles zu durchblicken, hat aber keine Ahnung und kommt auch nicht auf die Idee jemanden zu fragen. Und dann steht man da, hat sich völlig verkalkuliert, kennt sich überhaupt nicht mehr aus und nachdem jemand daran schuld sein muss, kommt hier halt nur der Notar in Frage, der eh auf den Punkt mehrmals hingewiesen hat. Die Verkäufer haben aber anscheinend nichts von dem verstanden, was ihnen der Notar erklärt hat, aber zu allem freundlich genickt.
Ich komme zum Glück als Schuldige an dem Debakel nicht in Frage, aber wenn sie sich womöglich entschließen, doch nicht verkaufen zu wollen, würde mir das extrem leid tun. Geduld ist angesagt …