la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Karfreitag im Original-Harlem

Viel Interessantes haben wir in Holland gesehen, erlebt und fotografiert. Einiges wird hier vorkommen, anderes nicht.

Weder der F noch ich sind religiös, aber wir waren beide doch sehr überrascht über die Situation, die wir am Karfreitag in Harlem antrafen. Wir wollten uns den zentralen Platz ansehen mit einigen sehr sehenswerten Gebäuden und der größten Kirche. Wir dachten in einem protestantischen Land würde am Karfreitag eine irgendwie getragene wenn nicht gar religiöse Stimmung herrschen. Aber weit gefehlt, direkt vor und neben der Kirche gab es einen sehr lauten, sehr gut besuchten Jahrmarkt mit allem Drum und Dran. Ausgerechnet die Hell-Raiders ließen die Leute durch die Luft fliegen

Einen Verteidiger hatte die Kirche, der steinerne Mann war offenbar gegen die Plastikfrau sehr erfolgreich 🙂

 

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Freitag 12.4.19 – Teppichgewäsch äh….. -gewasch

Am anderen Ende der Stadt, im immer noch nicht fertig ausgeräumten Haus, war ich mit dem Abholservice vom Teppichwäscher und -restaurierer verabredet. Ein Fachmann ist ein Fachmann, er sieht sofort, dass der große Teppich kein Nain ist sondern ein Isfahan, dass die  kleinen angeblichen Seidenteppiche aus Wolle sind, chinesische Teppiche mit tibetischen Mustern. Die changierenden Farben, die die Seide vortäuschen, werden durch irgendeine Bearbeitung der Wolle erreicht. Handgeknüpft sind sie alle.

Ein kulturgeschichtliches Detail am Rande: die Firma Adil Besim, ein renommiertes Wiener Teppichgeschäft dessen Namen an orientalischen Teppichhandel erinnnert, gehört tatsächlich einer Familie, die Böhm hieß. Im Jahr 1946 fand Adolf Böhm, dass sein Name wohl gerade nicht zu den allerbeliebtesten gehörte und gründete seine Firma unter dem Namen Adil Besim.

In Null komma nix waren die Teppiche von der Wand geholt, vermessen und eingerollt und ich erfuhr noch manches für mich erstaunliche Detail über die Pflege von Teppichen. Etwa, dass es ihnen viel besser bekommt, wenn man täglich darüber geht als wenn sie an der Wand hängen. Umso besser, ich mag ohnehin keine Wandteppiche sondern solche über die man gehen und auf denen man sitzen kann.

Ein (fast) leeres Haus hat etwas sehr bedrückendes. Von allen Seiten fallen die Erinnerungen, die guten und die schlechten. Der vor Kompetenz strotzende Teppichmann hielt die Erinnerungsbilder in den Wänden fest, aber kaum war er weg, setzten sie sich in Bewegung und ich flüchtete ziemlich schnell. Unterwegs dachte ich mir, dass der für den Nachmittag vereinbarte Friseurtermin mir das genau richtige Maß an Erdung bringen würde. In emotional angespannten Situationen finde ich Banalitäten manchmal entspannend und manchmal machen sie mich aggressiv. Dieser Friseurbesuch war sehr entspannend, weil die Friseurin mit ihren Gedanken ganz woanders war und ich keine Fragen über Urlaube, Weihnachtsgeschenke oder Osterplanung beantworten musste.

Tiefe und Banalität liegen immer eng beieinander, man muss sich nicht bemühen sie auseinander zu halten.

 


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Zusätzliche Kollateral-Rentabilität

Als ich zu bloggen begann, war mir gar nicht klar, dass mich abgesehen vom Lesen über das Leben anderer Menschen und deren Meinungen auch noch anderer Gewinn erwartete.

Tatsächlich habe ich unerwarteterweise schon eine ganz beachtliche Menge von Lektüre-Anregungen bekommen. Es gab da so ein nettes Projekt von Flumsi und Zeilenende bei dem sich die Teilnehmenden gegenseitig Bücher empfahlen. Da waren ein paar Fundstücke für mich dabei. Yvonne hat die Literaturweltreise angeregt, die ich seit langem betreibe und bei ihr habe ich auch noch das eine und andere interessante Buch gefunden. Meine Reiselektüre für Ostern habe ich bei der Wildgans (Julian Barnes) und bei Flumsi (Louise Erdrich) gefunden.


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Samstag 6.4.19 – Pflanzungsbeginn

Der leider eingegangene Birnbaum wurde heute durch einen neuen, kleinen Apfelbaum ersetzt. Nun sind es zwei Apfelbäume und ein Pfirsichbaum. Einen weiteren Baum haben wir erworben: Hakuro Nishiki – Salix integra oder Flamingobaum. Ein sehr interessantes Gewächs, das schon recht groß ist und nur schwer im Auto unterzubringen war. Er stand ganz hinten im großen Kofferraum und kitzelte mich vorne an der Nase. Ein geselliges Bäumchen, und wenn er nur annähernd so attraktiv wird wie auf Fotos, wird er auch noch eine wahre Augenweide sein. Bambus haben wir auch gekauft, der große, schwarze Bambus, der ein paar Jahre lang vor meinem Schlafzimmer gerauscht hat, hat leider den Winter 2017/18 nicht überlebt.

Im vorigen Sommer war die Terrasse ziemlich vernachlässigt, weil ich kaum etwas machen konnte, das kaputte Hüftgelenk jaulte nach kurzer Zeit gärtnerischer Betätigung schon ziemlich laut und rächte sich mit anschließender Steifheit. Jetzt geht alles wieder prächtig, das Bücken, das Heben, das Sitzen.

Die Obstbäumchen sind fast abgeblüht, der Flieder hat schon Blüten angesetzt, der neue Feigenbaum hat Knospen, die sehr verheißungsvoll aussehen, der Ginkgo ist schon ganz grün. Das Gärtnerinnenherz lacht. Geschleppt hat allerdings der F. (Bussi) und mehrere kaputte Stümpfe ausgerissen. Viele blühende Kleinpflanzen haben wir auch mitgebracht. Der Gartenmarkt war so voll, dass man den Eindruck hatte, ganz Wien wäre heute auf Pflanzenjagd gegangen, weil es der einzig richtige Tag für den Beginn der Blütensaison ist. Vielleicht ist es das auch, es hat sich jedenfalls sehr gut angefühlt. Im Gastgarten war es dann allerdings zu kalt und wir sind drinnen geblieben. Allzuviel Frühling ist noch nicht und es soll die ganze Woche über sehr unbeständig und teilweise regnerisch sein. Regen nach dem Pflanzen passt ideal, daher ist dieses Wochenende vielleicht wirklich der ideale Ausgangspunkt.

Am nächsten Wochenende ist Raritätenbörse im Belvedere. Ich hoffe auf Schachtelhalme!!


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Alltag #6 – Die Dose

Alltag #6 bei Ulli 

Die Konservendose ist eine von mir ziemlich ungeliebte Mitbewohnerin, aber der F. liebt sie. Wir haben also gewissermaßen ein Dreiecksverhältnis miteinander. Er isst zum Beispiel mit Begeisterung Erbsen aus der Dose. Ich mag Erbsen auch sehr gerne, aber die schleimige Konsistenz von diesen Dosenschönen finde ich geradezu widerwärtig. Dreiecksverhältnisse funktionieren aber nur dann, wenn alle Beteiligten sich einigermaßen mögen. Mit anderen Worten: der F, die Dosen und ich haben ein etwas problematisches Dreiecksverhältnis.

Ich habe ja schon einiges versucht, aber erfolglos. Nicht einmal der Hinweis auf ökologische Bedenklichkeit bei der mit gewaltigem Energieverbrauch durchgeführten Produktion hat genützt. In Island zum Beispiel wird sehr viel Aluminium hergestellt, weil dort nun einmal die Energie geradezu unbegrenzt fließt, wenn dabei auch sehr viel unberührte Landschaft zerstört wird. Auch das konnte den umweltbewegten F nicht von seinen Dosen weglocken. Auch die Studien, die einen Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer sehen, waren ihm schlicht und einfach wurscht.

Mir bleibt also aus derzeitiger Sicht, nichts anderes übrig als mich mit den Dosen abzufinden, wenn sie auch herumstehen, leer und geschlossen, beim Öffnen immer wieder kleine Unfälle verursachen und aus meiner Sicht wenig Appetitliches enthalten. Obendrein muss man sie sammeln und zum Recyclen bringen und die papierenen Etiketten ablösen. Eventuell könnte man damit in Kindheitserinnerungen schwelgen und Türme bauen. Wenn aber andererseits so viele davon da wären um daraus Türme bauen zu können, bekäme ich wahrscheinlich eine Dosenkrise.

Zusammenleben hat eben seine Tücken und fairerweise überlege ich, welche von meinen herumliegenden Besitztümern den F nerven könnten. Was Bücherstöße betrifft, haben wir uns gegenseitig nichts vorzuwerfen, von denen haben wir beide welche. Ansonsten?  Wen können schon mehrere Strickzeuge, Berge von zu korrigierenden Prüfungsarbeiten, allgegenwärtige Schmuckschachteln und einzusetzende Pflanzen stören ? Eben.

 


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Rettet die dealer !

Unterstützungserklärungen gibt es ja wirklich für jeden Berufsstand. Wie man sieht, auch für die dealer. Eine Erklärung aus dem 16. Wiener Gemeindebezirk, zweisprachig auch noch. Die deutsche Version ist schon etwas zerfleddert, aber unten auf der französischen sieht man wer den Text verbreitet.