la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Reben ohne Wald

Jetzt müssen die Blüten der Waldrebe bald aufgehen. Sie rankt sich um den vor drei Jahren leider erfrorenen Feigenbaum und blüht seit ihrem Einzug ganz wunderschön und sehr früh, meist noch vor den Kuhschellen. Der verblichene Feigenbaum hat einen Nachfolger gefunden, ein Geschenk von einem Freund, der einfach ein paar Zweige von einem burgenländischen Feigenbaum im Garten seiner Eltern abgeschnitten hat. Ich weiß gar nicht mehr, ob er ihn in Erde oder vorher zum Wurzel bilden ins Wasser gesteckt hat. Jedenfalls hat er sich prächtig entwickelt und den Winter ohne Einpacken souverän überstanden. Die Waldrebe schmückt die sterblichen Überreste des Feigenbaums Nr. 1. Und das macht sie sehr professionell.


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Dienstag 7. April 2020 – Äpfel und Birnen

Maskenpflicht im Supermarkt seit gestern. Leise Panik steigt in mir auf, wenn ich daran denke, so ein Ding zu benützen und dann nicht genug Luft zu bekommen. Ich habe aber ohnehin noch keine Maske. Natürlich hätte ich mir eine besorgen können, aber ich betreibe Vogel-Strauß-Politik. Leider steht jemand am Eingang des Supermarkts und kontrolliert die Masken und die Benützung der Einkaufswagen. Zu diesem Zweck habe ich ein Tuch mit und binde es mir um Mund und Nase. Dabei komme ich mir vor wie eine besonders unbegabte Bankräuberin. Und heiß ist es unter dem Tuch und besonders viel Luft bekomme ich auch nicht, also ist diese Variante auch nicht besser als die blöde Maske. Ursprünglich hieß es, die Masken würden gratis verteilt werden, vor den Supermärkten. Bei der REWE-Gruppe  werden sie verkauft, um unverschämte 3€ pro Packung zu drei Stück. Die Supermärkte verdienen immer prächtig, in den letzten Wochen noch ein Stück prächtiger, aber die Kosten für die Masken können sie nicht tragen und wollten ein paar Millionen Unterstützung von der Regierung genehmigt bekommen. Nachdem sie sie nicht bekommen werden , stieg die Gier noch etwas und sie machen nun Gewinne mit den Masken, die im einkauf nur ein paar Cent kosten. Ich denke mir, dass Ärger schlecht fürs Immunsystem ist und nehme zwei Packungen, der F wird ja doch noch irgendwann aus seinem Homeoffice herauskommen. Dann bleibt nur noch eine  Packung zum Verkauf übrig. Was machen die Leute, die später kommen?

Die Angestellten sind alle mit Masken ausgestattet. Am Boden sieht man überall Markierungen für die Abstände, die eingehalten werden sollen.Die Verkäuferin an der Wursttheke hat ihre Maske so aufgesetzt, dass an beiden Seiten Luft hineinkommt, ein Regalschlichter hat die Maske nur über dem Mund und nicht über der Nase und die Kassierin begrüßt ihre Kollegin, die noch ohne Maske hereinkommt mit großer Umarmung. Österreichische Zustände halt. Galgenhumor ist aber dem Ärger vorzuziehen, wegen des Immunsystems und überhaupt.

Mein Apfelbäumchen ist noch weit zurück hinter seinem Kollegen von der Birnenfraktion. Ich werde mich – ohne Maske – in die bukolische Idylle mitten in der Stadt zurückziehen. Wie heißt es doch bei Candide „il faut cultiver notre jardin“. Genau das habe ich vor.


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Das Topfprojekt – Tag 1

Diese interessante Idee habe ich bei Almuth  HIER gefunden.

Und hier ist mein Topf, der an den Start gehen soll. Er ist mit alter Erde gefüllt, vielleicht bekommt er im Laufe des Tages noch etwas frische Erde drübergestreut um die Chancen zu verbessern, dass sich irgendetwas von selbst ansetzt.

Zwar haben sich bei mir viele Pflanzen selbst eingeladen, interessanterweise vor allem Bäume: Birken, Weiden, Silberpappeln, aber für diesen Topf bin ich nicht allzu optimistisch weil bis jetzt noch gar nichts zu sehen ist, obwohl die Pflanzen praktisch alle irgendwelche Lebenszeichen von sich geben. Vorläufig habe ich ihn zum (noch) Minibambus dazugestellt. Eigentlich mehr um einen lebendigen Hintergrund zum Fotografieren zu haben. Nun wir werden sehen. Es ist Geduld angesagt …


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Es wird alles immer besser

Wichtig ist es ja, sich um eine positive Einstellung zum Leben im Allgemeinen und zu einschränkenden Situationen im Besonderen zu bemühen. Die eindeutige Verbesserung der Lebensqualität für diese Woche liegt darin, dass es den Gasthäusern, Restaurants, Imbissstuben etc seit gestern erlaubt ist, ihre Erzeugnisse zu verkaufen solange die Kunden nicht die Gasträume betreten, also im Straßenverkauf. Ich rufe also beim Restaurant im nächsten Häuserblock an, bestelle was auch immer von der Speisekarte und gehe zur vereinbarten Uhrzeit die paar Hundert Meter um die Dinge abzuholen. Ein wahrer Genuss, ich habe nach mehr als drei Wochen so was von genug von meiner eigenen Küche! Sie haben auch alles sehr geschickt arrangiert: im Eingang stehen zwei Stehtische hintereinander so dass der geforderte Abstand vorgegeben ist und niemand hinein oder heraus kann. Das Geld überreicht man natürlich schon abgezählt, dadurch sind auch die Trinkgelder gesichert.

Gestern habe ich die vordere Terrasse geputzt und planzbereit gemacht. Es sieht so aus als dürften Geschäfte nach Ostern langsam wieder aufsperren und dann werden wir einen Gartenmarkt besuchen und dort den Umsatz etwas steigern. Heute ist die hintere Terrasse an der Reihe. Beim derzeitig strahlend schönen Wetter kann man auch schon draußen Wäsche aufhängen. Man muss sich halt an die kleinen Freuden des Alltags halten.

Besuch im Anflug