la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Transparente Wasserläufer im Gegenlicht

Wir haben uns doch noch entschlossen einen kleinen Vorosterurlaub auf dem Land zu machen und haben es ganz und gar nicht bereut. Osterverkehr klingt für mich nach ziemlichem Verkehrschaos, aber wir sind antizyklisch gefahren, von Mittwoch bis Samstag und es gab nicht einen gefährlichen Moment. Einen Unfall allerdings  haben wir gesehen, beim Vorbeifahren, zum Glück hat es nicht sehr schlimm ausgesehen; ansonsten war der Verkehr völlig problemlos.

Im Waldviertel, dem nördlichsten Teil Österreichs kann man wunderbar entschleunigen. Sanfte Hügel, Felder in verschiedenen Braun- und Grünschattierungen, dazwischen sonnengelber Raps. Zahllose kleine Teiche und Bäche. Kühl ist es im „mystischen Waldviertel“, kühl und feucht und entspannend. Das Hotel war aber gut geheizt und die waldviertler Mohngerichte waren erstklassig; Karpfen (aus dem Teich hinter dem Hotel) in Mohnpanier, Mohnzelten, Mohnparfait …… köstlich.

Wir sind in einem ungewöhnlichen Hotel am Ende der Welt abgestiegen. Früher eine Mühle, heute ein Hotel direkt am Bach mit einem privaten kleinen Wasserkraftwerk und Zäunen mit Sonnenpaneelen. Für die Esoteriker eine Pyramide im Garten, riesige Gartenflächen mit 170 verschiedenen Obstbäumen, darunter sehr alte Sorten. Im Restaurant gab es neben erstklassiger Küche, uralte Möbel, riesige Lüster und eine sehr eigenwillige Sammlung von Bildern an der Wand: von kitschigen Acryl-Blümchen bis zu Ikonen. Das ganze wirkte ein bisschen wie Robinson Crusoes Insel in dritter Generation, exzentrisch, aber sehr komfortabel.

Wir haben auch vieles gesehen; von Burgen und Schlössern über Wackelsteine bis zur Moorforschungsanlage; schlechte Kunst, nachdenkliche Installationen und Mohn, Mohn, Mohn …

Jedenfalls sind meine Nerven gestählt für die Ergebnisse des baldigen Erdogan-Referendums.


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Bilder, Donau und Marillen

Genau an diesem Wochenende begann die Marillenblüte in der Wachau. Da bekommt man einen Eindruck, wie es bei der Kirschblüte in Japan sein muss. Blütentrauben, Menschentrauben, Blütenschnee, Handyherden

Meine Fotogruppe machte eine Ausstellung in Weißenkirchen in der Wachau und die Vernissage war Freitag abend. Weißenkirchen liegt nur eine Autostunde von Wien entfernt, trotzdem finde ich einen Freitagabendtermin nach einer Arbeitswoche ziemlich anstrengend. Am selben Abend zurückzufahren wäre dann in den Bereich der Übermüdung gefallen und so blieben wir über Nacht. F. kam mit und wir quartierten uns ganz nahe der Donau ein. Weißenkirchen ist ein Dorf und so waren wir gleichzeitig auch ganz in der Nähe des Museums 🙂

Ein eigenartiges Gefühl zuzusehen und zuzuhören wie unbekannte Menschen die eigenen Bilder ansehen und kommentieren.

Nächtlicher Spaziergang durch den mittelalterlichen Ort hinunter an die Donau. Es war so warm, dass man noch in der Nacht ohne Jacke gehen und sogar sitzen konnte. Eine Stimmung wie am sommerlichen Mittelmeer, große Sterne, im Dunkel leuchtende Blüten.

Weißenkirchen ist ein kleiner, wunderschöner Ort mit einer mittelalterlichen, sehr gut erhaltenen Bausubstanz, umgeben von Weinbergen. Es scheint, dass praktisch in jedem Haus Wein verkauft wird.

Samstag waren wir bei einer ortsansäßigen Künstlerin eingeladen, die uns ihr Atelier in einem alten Gewölbe unter ihrem Wohnhaus zeigte und in ihrem verwilderten Garten, der direkt in Nachbars Weinberg übergeht, ein open house mit bester Bewirtung veranstaltete. Es war ein netter Nachmittag mit mir teilweise bekannten, teilweise unbekannten Menschen, die unterhaltsam und interessant waren. Die Künstlerin erzeugt überlebensgroße Metallskulpturen, die offenbar nicht rasend erfolgreich sind, weil sie einfach zu groß und damit zu teuer für den Durchschnittsbürger sind.

An diesem 2.April konnte man Strandleben an der Donau beobachten. Als ich ein Kind war, herrschte im April Winter, nicht selten schneite es noch, 2017 tollten teilweise nackte Kinder im Wasser herum …

 Wir haben mehr als ausreichend Sonne für die nächste Woche getankt


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Ein unglücklicher Olivenbaum weniger

Jö, Olivenbäume ! Das Gartencenter hatte sehr viel zu bieten. Eine Legion von jungen Olivenbäumen in verschiedenen Größen, staubiges Grün, Olivengrün eben, zukünftig knorrige Stämme. F. meinte lakonisch, dass so ein Bäumchen im Container wohl nicht 2000 Jahre alt werden würde und wenn doch, würden wir es ja kaum erleben (War das etwa ein Seitenhieb auf meine Gesundheitsoffensive ?) Jedenfalls gelang es mir, mich zu beherrschen und die Olivenbäume zu lassen, wo sie waren.

Bei anderen Pflanzen war ich weniger zurückhaltend. Der Blümchenkaufrausch hat mich trotzdem nur teilweise überwältigt, was man daran sah, dass alles ganz bequem im Kofferraum und auf dem Rücksitz Platz hatte. Ich musste gar nichts auf den Knien balancieren und sogar mein Rucksack fand noch bequem Platz. F. hat sogar ganz von sich aus gemeint, dass ein paar Säcke Erde kein Fehler wären. Also ein Erfolg auf der ganzen Linie.

Die Sonne ist anscheinend der natürliche Feind jedes Ununterbrochen-auf-sein-handy-Starrers. Es ist sehr lustig zu beobachten, wie die Leute in den wildesten Verrenkungen versuchen einen Streifen Schatten zu finden in dem sie auf den Displays irgendwas erkennen können. Ich hätte ein paar wunderbare Fotos machen können ….


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Sunnys Frühlingserwachen

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„Frühlingserwachen“ lautet das Wochenthema bei Sunny .

Das erinnert mich daran, dass die Verkäuferin in dem Blumengeschäft, in dem ich mehrmals Tulpen gekauft habe, jedes mal „ach die Frühlingsboten“ gesäuselt hat. Zum Glück gibt es in der Nähe noch ein anderes Blumengeschäft und im Notfall verkaufen auch alle Supermärkte „Frühlingsboten“. „Hast du gerne Leichen in Vasen stehen ?“ fragt mein Kollege H. immer. Ja, doch, wenn sie so schön sind.img_7450

Dieses Foto ist vom Vorjahr.

Auf meiner Terrasse ist das Frühlingserwachen noch sehr dezent. Nach diesem langen, kalten Winter ist wohl auch einiges erfroren. Der Gingko hat sicher überlebt, da sieht man auch schon ganz minimalen Grünansatz an den Zweigen. Die Araucaria sieht auch gut aus, obwohl man laut dem Botaniker, bei dem ich sie gekauft habe, erst 6 Monate später bemerkt, wenn sie eingegangen ist. Grauenhaft sieht der Bambus aus, vertrocknete Blätter; allerdings hat er voriges Jahr um die Zeit auch so ähnlich ausgesehen, aber nicht ganz so schlimm kommt mir vor. Vom Feigenbaum kann man noch nichts sagen, der ist immer der letzte beim Austreiben. Apfel-, Birnen- und Pfirsichbaum wirken lebendig, die sind ja auch im richtigen Klima. Zu meinem Erstaunen habe ich gesehen, dass die Hortensien schon austreiben. Die kann man ja kaum mehrere Jahre im Container halten, aber siehe da ….. Von vielen anderen kann man noch nichts sagen, aber wenn ich das so lese, tut sich ja doch schon eine Menge. Ah ja, Palmkatzerln gibt es auch schon einige.

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Das Haus schräg gegenüber hat eine Gemeinschaftsdachterrasse und ein paar von den dort wohnenden Leuten stellen immer wieder Pflanzen auf. Offenbar überleben die aber nicht gut, obwohl sie über den Winter immer eingepackt werden. Jetzt sieht man auch nichts mehr von ihnen und das liegt nicht an der Unschärfe des Bildes. Durch den starken Wind der letzten Tage sind wahrscheinlich die Bedeckungen weg geflogen und was darunter blieb, war des Aufhebens nicht wert ……