la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Ach, das Topfprojekt

Auf meiner Terrasse haben sich schon sehr viele Pflanzen selbst eingenistet, sogar mehrere Bäume, sogar zwischen den Fliesen, aber in diesem Topf wächst – zumindest vorläufig – nur Unkraut. Vielleicht übersehe ich aber etwas und es ist ein vielversprechendes Jungpflänzchen dabei: eine zukünftige blaue Blume der Romantik, die bei mir keinen sehr guten Stand hätte oder ein Jung-Yggdrasil, der die Welt erneuern wird. Kokospalmen und Kakteen kann man wohl eher ausschließen.

 Natur auf dem Balkon und  Treibsand standen am Anfang dieses Projekts, Eulenschwinge flog dazu und  Ule ließ ihren Garten mitarbeiten.


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Gerüche …

… haben großen Einfluss auf´s Wohlbefinden, zumindest auf meines und deswegen freue ich mich sehr darüber, dass mein Orangenbaum gerade eine unglaubliche Fülle von Blüten entwickelt hat, die wunderbar duften. Wie in einer Jasminlaube riecht es in meinem Wohnzimmer und das finde ich sehr entspannend.


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Und noch ein Fall

Eine weitere Covid-19-Infektion in einer anderen Klasse. Langsam werde ich unruhig. Insgesamt wird ja die Pandemie als ziemlich erledigt betrachtet, jeder Tag bringt mehr Normalität, aber wenn es in der eigenen, unmittelbaren Umgebung mehrere Ansteckungsfälle gibt, relativiert das die Normalität doch sehr. Ja, ich bin besorgt und unruhig, was natürlich nichts besser macht. Angst ist insgesamt ungesund und würgt die Kreativität, weiß man ja. Zwischen Theorie und Praxis klafft ein breiter Spalt, in dem das Leben stattfindet. Weiß man auch.

 


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Einschlag auf der Zielgeraden

Es hat nicht mich persönlich getroffen, sondern eine Schülerin meiner Schule, die seit gestern mit Covid-19 im Krankenhaus liegt. Schon ein Schock! So etwas trifft doch immer nur Leute, die man nicht kennt. Eine Flut von Bürokratie rollt über uns, gefühlte zweitausend Formulare zum Ausfüllen, ein Dutzend Schüler*innen und ebenso viele Lehrer*innen für zwei Wochen in Quarantäne. Wie alles im Leben hat es auch eine positive Seite: wir werden alle durchgetestet.

Mir ist schon ziemlich unheimlich, dass mir das Virus nun so nahe kommt. Zwar ist es ohnehin seit Monaten ganz in der Nähe und ich habe einfach nur Glück gehabt, aber in Verdrängung bin ich Weltspitze und das geht gerade nicht so gut. Die Lehrerzimmer sind so perfekt durchlüftet wie noch nie, was auch nicht unproblematisch ist, weil die Schule ja im Sommer zurückzieht in das renovierte frühere Schulgebäude und derzeit Gebirge von Büchern und Papier herumliegen, bereit zum Einpacken. Vor der Tür steht der erste LKW der Spedition. Die Kollegin, die die Operationen heute dirigiert, hat gerade ein mail geschickt, wir mögen doch bitte in die Umzugskartons nicht mehr hineinpacken als wir selbst tragen könnten. Die Herren von der Spedition müssten 3 Kisten auf einmal transportieren. Die sind also dreimal so stark wie jeder von uns ? Ob es die gesamte männliche Kollegenschaft schaffen wird, diese Schätzung unwidersprochen zu lassen.

Alles Galgenhumor ! Tatsächlich fürchte ich mich ziemlich und werde gleich die 375 Formulare für die Anmeldung zum Test ausfüllen, komplett und richtig …


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Samstag 14.Juni 2020

Der erste Schwimm des Jahres bei meinem Bruder im Garten. Öffentliche Bäder sind mir noch etwas unheimlich, aber nachdem eine kürzlich getroffene Freundin eine Saisonkarte für das Schönbrunner Bad erstanden hat, ist es im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann ich mich überreden lasse dort hinzugehen. Der Pool der Verwandtschaft hat ein sehr angenehmes Desinfektionssystem: es wird Salz hineingeschüttet, durch irgendein Elektrolyse-Verfahren entsteht im Endeffekt Chlor. Das Wasser ist aber viel angenehmer für die Haut und riecht auch überhaupt nicht nach Chlor.

Samstag: strahlender Sonnenschein mit recht hohen Temperaturen, Sonntag: Gewitter, Abkühlung, ein paar Stunden Regen. So könnte es von mir aus den ganzen Sommer lang weitergehen. Keine Trockenheit, keine Aufheizung der Stadt, Lebensqualität im Alltag.

Ab morgen muss man in Supermärkten keine Masken mehr tragen, nur noch in Öffis und Gesundheitseinrichtungen. Einerseits werden die Masken mit steigenden Temperaturen immer unangenehmer, andererseits bringen sie aber vielleicht doch einen gewissen Schutz. Ich kann mich nicht entschließen, wofür oder wogegen ich in diesem Zusammenhang bin.

Im Kieser-Studio gab es schon heute keine Maskenpflicht mehr, viele Leute trugen aber beim Trainieren Masken. Auf freiwilliger Basis können ja alle machen, was sie wollen. Ob es aber klug ist, die ausgeatmete Luft wieder einzuatmen, noch dazu bei sportlicher Betätigung, wenn man eigentlich mehr Sauerstoff braucht als sonst.


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Demos, Skulpturen und Sklavenhändler

Immer schon stand diese Statue da, auf einem Sockel, hoch über uns. In einer Pose, die zum Ausdruck brachte, wie unendlich gut, wie unendlich barmherzig und wohltätig dieser Mensch doch gewesen war. Es war geradezu eine Schande, dass manchmal Hunde gegen den Sockel pinkelten. Dadurch wurde eine weitere der Funktionen eines solchen Sockels klar: Hunde in den unteren Bereichen vom Sakrileg der Bepinkelung abzuhalten. Dass die Hauptfunktion eines Sockels darin besteht, den Dargestellten, entsprechend seiner übermenschlichen Verdienste über alle anderen zu erheben, leuchtet ja allen ein.

Wer da dargestellt wird? Keine Ahnung, irgendein wichtiger Bürger. Viel Geld soll er in die Förderung von Spitälern und Schulen gesteckt haben. Ein Wohltäter und vorbildlicher Christ, eine Stütze der Gesellschaft. Sein Geld stammte aus dem Sklavenhändler? Naja, das war damals üblich und er hat ja dann später so viel gespendet und so vielen geholfen.

Was muss das für ein wunderbares Gefühl gewesen sein, diese Statue ins Hafenbecken zu kippen, diese Bigotterie umzustürzen, der berechtigten Empörung Luft zu machen.

https://www.theguardian.com/global/video/2020/jun/11/bristol-slave-trader-statue-toppled-by-blm-protesters-retrieved-from-harbour-video


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Donnerstag 11. Juni 2020 – Meine zweite Infizierte

Ich habe den Eindruck, dass auf der ganzen Welt sehr viele Menschen und Organisationen darauf warten, dass Präsident Trump von der Bühne verschwindet um vielfältige und sinnvolle internationale Projekte weiterführen oder neu beginnen zu können, von der WHO bis zum internationalen Gerichtshof. Einer und seine Anhänger stehen bei so vielem im Weg.

Gestern habe ich einen langen Tratsch mit einer seit längerem nicht gesehenen Freundin geführt und sie hat sich als die zweite mir persönlich bekannte Person entpuppt, die Covid-19 hatte. Ganz zu Beginn, Anfang Februar als die Ärzte noch gar nichts von der neuen Krankheit wussten. Es wäre irgendwas Virales hätte der erste Arzt gesagt und sie solle sich ins Bett legen und Ruh geben. Der zweite Arzt, den sie konsultierte, gab den gleichen Rat ohne Theorien aufzustellen über den Ursprung des tief sitzenden Hustens. Diese Freundin, Sabine, ist Apothekerin und hat eine Chefin, deren Hobby diverse Arten von Testungen zu diesem und jenem sind. Deswegen hat es Sabine zu zwei positiven Covid-19-Antikörpertests gebracht, zu ihrer großen Überraschung. Zwar weiß man ja noch nicht. wie lange die Immunisierung nach überstandener Krankheit anhält, trotzdem war es für sie eine große Erleichterung von ihrer aktuellen Immunität zu erfahren, denn sie hat die ganze Zeit über in der Apotheke gearbeitet und auch – als sozial denkender Mensch- der sie ist, Medikamente an Kranke nachhause gebracht. Da ist es natürlich äußerst beruhigend zu wissen, dass man sich selbst nicht anstecken kann, zumindest nicht mit Covid-19.

Ständig habe ich das Gefühl, dass jetzt der Herbst kommt. Die Schule hat nach Monaten gerade wieder begonnen und das ist ein subjektiv so starkes Indiz für Herbst, dass gegenteilige Indizien wie steigende Temperaturen sich erst langsam durchsetzen müssen.


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Ich komme nicht so ganz drauf, ob sie mir gefällt oder nicht. Als rein abstraktes Gebilde würde sie mir gefallen, aber es ist eine Frauenskulptur ohne Gesicht und mit zerstörtem Körper. Es ist für mich auch nicht klar ersichtlich, ob die Zerstörung zur Originalskulptur gehört oder ob es der Zahn der Zeit ist, der hier aktiv geworden ist.


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Idyllisch ?

Für die Zuhörer*innen unbedingt. Aber die Harfinistin saß den ganzen Tag dort und wurde auch schon an anderen Stellen in Wien gesehen, immer in Parks, auf der Straße. Vielleicht gehört sie zu einem Orchester, das gerade nicht auftreten kann. Sie verkauft CDs und transportiert ihre Harfe in einem Kinderwagen.


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Strammer Jüngling unter Rosen

Immer schauen sie mir nur auf den Hintern als hätte ich vorne nichts zu bieten! Kriechen sogar über und unter die Absperrung um mich von hinten zu fotografieren. Ist etwa mein wichtigstes männliches Teil unterentwickelt, zu klein, schief oder gar abgefallen? Ich bin manchmal etwas verunsichert. Als Bronzestatue tut man sich wirklich schwer damit, an sich selbst hinunterzusehen. Klar ist, dass mein Hintern im alten Glanz strahlt und der Gluteus Maximus die samtweiche Haut in perfekter Position hält. Seit ein paar Jahrzehnten begrapschen mich die Weiber sogar, aber immer nur hinten. Wahrscheinlich braucht es noch ein paar Jahrzehnte gesellschaftlicher Entwicklung bis sie auch mein allerbestes Stück begrapschen. Glück habe ich ja gehabt mit diesem würdigen Standort, den ich im Volksgarten bekommen habe obwohl mein Schöpfer politisch doch sehr angeknackst ist. Die Inschrift auf meinem Sockel hätten sie allerdings entfernen können, sie ist etwas penetrant im Stil meiner Entstehungszeit gehalten. Dass ich schön und jung bin, sieht man ja ohnehin schon von weitem.

Unter uns, ich freue mich schon auf die kommende Zeiten, in denen sich die Grapscherinnen auch an die Vorderfront wagen werden. 

Skulptur von Josef Müllner, 1921.

„Der Kraft und Schönheit unserer Jugend“ steht auf dem Sockel.


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Samstag 6.Juni 2020 – Ein rundherum gelungener Tag

Maler*innentreffen im Wiener Volksgarten zwischen Rosen, Rosen und Rosen und nur ganz wenigen Touristen, die sie fotografieren. Zwischen Brunnen, Skulpturen und gut gelaunten Menschen. Viel Sonne und grüner Schatten rund um das Denkmal der Kaiserin Elisabeth, ein Becken mit Seerosen, eine Harfinistin. Zwischen und über den Bäumen Türme und Kuppeln der Innenstadt.

Menschen, die in den Wiesen, rund um die Rosen und den Theseustempel sitzen, liegen, picknicken, malen, Chi Gong betreiben. Kinder, die mit verschiedensten  Rollern, Rädern, Traktoren, Laufrädern auf den Wegen unterwegs sind. All das erzeugt ein völlig anderes Klima als wenn Touristengruppen durch den Park hecheln, ein paar Rosen auf ihren Selfies unterbringen und vor der wirklich gelungenen Skulptur der Kaiserin Elisabeth in allen möglichen Sprachen ihre Reiseleiter fragen, ob das Sissi ist.

Mein Vorschlag, wie wir der Gruppe neuen Schwung verleihen könnten, wurde von allen Anwesenden gut aufgenommen und weiter gesponnen. Ich glaube, es wird was Neues und im Idealfall wäre es genau das, was ich schon seit langem haben wollte.