la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Und nochmals Kohelet

Ein wunderschöner Text, an dem man sich auch als Agnostikerin erfreuen kann. Wahrscheinlich habe ich mehr von der Bibel gelesen als so manche Gläubige. Allerdings zeichnen sich meine Lieblingsstellen dadurch aus, dass Gott darin nicht vorkommt, es sind Stellen, die ich einfach sprachlich schön finde oder die sich durch Weisheit auszeichnen.

1 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:

2 geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;

3 töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;

4 weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;

5 Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;

6 suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;

7 zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;

8 lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.


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Ach, ein Huhn – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei  Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden.

„Pfründe“  ist ja nun ein Wort, das zu einem ernsthaften Text inspiriert. Ich habe es diesmal anders gemacht, zwischen Mitternacht und ein Uhr habe ich einen höchst albernen Text geschrieben, der mir viel Freude gemacht hat

„Pfründe-Sünde-begründe“ skandierte der Abt und kicherte. Dann drapierte er schwungvoll seine Stola um den Hals, hob seinen Messkelch wie um anzustoßen und rief „mondän, exträm, bequäm“ und brach in schallendes Gelächter aus. Den letzten jungen Mönch des Klosters, der den Auftrag hatte, dem Abt überallhin zu folgen schauderte es.

Im Kapitelsaal hatten sich die verbleibenden gesunden Mönche zur Schriftenlesung und zum Gebet versammelt. Die inbrünstigen Stimmen verwoben sich ineinander und stiegen auf zu den Bögen des gotischen Saals, umschmeichelten den Schlussstein und verklangen fächerförmig. Und plötzlich erhob sich eine der schönsten Singstimmen des Chors und rief: „Pfründe-künde-verbünde“. Laut rief er und durchdringend und mit einer Stimme, die sich in unerhörte Höhen hinaufschraubte. „Mondän und souverän“ piepste die altersmüde Stimme des Konversenmeisters und der Prior versuchte sich an ein paar Tanzschritten, man hätte meinen können, dass es sich um einen Samba handelte. „Sonnenbaden“sang er  vergnügt „Sonnenbaden, Luftmatratze, Guuumikrokodil“.

Inzwischen war der Abt dem letzten jungen Mönch entkommen und nahm seinen Platz im Kapitelsaal ein. Misstrauisch beäugten ihn die anderen Mönche. „Ich werde es nicht länger zulassen“ sagte der Abt sehr bestimmt und kicherte nur ganz leise. „Kommen sie, meine Bruder“ schallte es von den Wänden „kommen Sie und seien Sie glücklich“ Er breitete die Arme aus, fast alle fassten sich an den Händen und begannen einen Rundtanz, dessen Schrittfolge jedem plötzlich völlig klar war. „Pfründe, Pfründe, Pfründe, ach ein Huhn, mondäne Blumenbeete, Kräutlein rupf“ sangen sie in perfekter Harmonie und tanzten sich bei den Händen haltend, in Schlangenlinien aus dem Kloster.

Der letzte junge Mönch und einige wenige andere starrten ihnen nach. Ein intensiver Schwefelgeruch wehte über das Kloster, den Garten und die Kirche. Es blieb aber für alle Zeiten unklar woher der Geruch kam, von den Tanzenden oder von den anderen.

291 Wörter


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Auch interessant ….

Ich habe wieder einmal einen nachdenkenswerten blog entdeckt. Es geht um Palästina, Israel, Nahostpolitik von einem schon sehr harten, wenn nicht gar manchmal einseitigen Standpunkt aus, so finde ich. Der Autor beschreibt seine Position selbst folgendermaßen:

Weniger wohlmeinende Leser dieses Blogs, die sich nicht die Mühe machen, sich inhaltlich mit meinen Argumenten auseinander zu setzen, werfen mir gelegentlich der Einfachheit halber eine einseitige Sichtweise, zuweilen auch eine “rassistische” Gesinnung vor.

Ihnen sei gesagt:

Ich bin kein Rassist. Ich bin nur ein Palästinakritiker. Kritik an Palästina, finde ich, darf in Deutschland kein Tabu sein. Man wird doch die palästinensische Politik noch kritisieren dürfen, oder sind wir schon wieder soweit? Gerade weil mir das Schicksal Palästinas so am Herzen liegt, muss ich diese wichtige und notwendige Kritik üben, um meine palästinensischen Freunde von ihrem Irrweg abzubringen, der beide Völker nur ins Unglück stürzt. Gerade als Deutscher kann ich zu ihrem Judenhass nicht länger schweigen.

Im Sinne der Suche nach möglichst vielfältigen Standpunkten zu politischen Themen, im besonderen zur scheinbar unlösbaren Tragödie Israel-Palästina, finde ich DIESEN blog sehr  lesenswert


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Vorbei und es wird geräumt!!

Endlich ist die 32-tägige Hitzewelle vorbei. Die längste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Meine Lebensgeister erwachen wieder. Hoffentlich regnet es auch genug um Flüsse und Seen wieder aufzufüllen. Die Donau führt nur die Hälfte der durchschnittlichen Wassermassen, was Auswirkungen auf die Energieproduktion hat.  Auch die Produktion von Windenergie – so erfahre ich gerade – ist in diesem Sommer gering und die Atomkraftwerke benötigen Kühlwasser. Ein Nebenschauplatz des Wassermangels: in Wien stehen mehrere große Kreuzfahrtschiffe für deren Weiterfahren der Wasserstand zu tief ist. So vieles hängt am Wasser. Mehr als ausreichende Mengen Wasser waren in Österreich immer eine Selbstverständlichkeit, kaum jemals gab es irgendwelche Beschränkungen ….

Das Räumen des Hauses meiner Eltern ist nicht nur anstrengend und psychisch belastend, es hat mich auch sehr zum Nachdenken gebracht. Einerseits die Einstellung, dass man nichts verschwenden und wegwerfen soll, andererseits die Belastung, die man seinen Erben damit zumutet, die angesammelten Besitztümer eines ganzen Lebens zu sichten und zu sortieren und in großen Mengen zu entsorgen. Wer jemals so ein Haus ausgeräumt hat, weiß was ich meine. Wieviele Halstücher und Manschettenknöpfe ich zum Beispiel kürzlich gemeinsam mit meiner Nichte durchgesehen habe, von sonstigen Kleidungsstücken ganz zu schweigen. In diesem Sinne habe ich begonnen meine eigenen „Sammlungen“ zu sichten und große Mengen an Unnötigem zu entsorgen. Das Leeren von Räumen hat eine sehr befreiende Wirkung, aber der Weg dorthin ist nicht so einfach.


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Höhenameisen

In luftigen Höhen wohnen die Ameisen, auf einem Baum, der im sechsten Stock steht. Ziemlich hoch ist das. Ihr Basislager haben sie wahrscheinlich im Baumcontainer aufgeschlagen und eingewandert sind sie in Säcken mit Blumenerde.

Geschichten könnten man schreiben über die Ameisen in ihrem unbarmherzig effizienten Staatsgebilde mit eindeutigen Prioritäten und genauest festgelegtem Lebenszweck jeder einzelnen. Da gibt es keine Zweifel, keine Verstimmungen, kein Grübeln über den Sinn des Lebens. Nahrung – Eier – Königin …….. mehr brauchts nicht.


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Glühendes in Sevilla

Ich war knapp über zwanzig und höchst verliebt und lebensfroh, aber es hatte über vierzig Grad im August in Sevilla. Wenn man beim Fahren ein Autofenster öffnete, verbrannte die Luft fast die Haut, der Asphalt auf den Straßen war so weich, dass er Wellen schlug, die weißen Hausmauern strahlten Hitze ab wie die Kessel von Teufels Großmutter in der Hölle. Die ganze Stadt war ein Glutofen. Sogar in der riesigen Kathedrale und in den Orangengärten war es unerträglich heiß. Heftig verliebt war ich, sehr heftig, aber auch ganz nah an meinen Grenzen, meine Tropeneignung liegt tief unter Null. Ich träumte von Eisschollen, die mich abholen kämen und gemeinsam mit einem freundlichen Pinguin über den Guadalquivir in den kühlen Atlantik befördern würden. Diese und auch andere Träume haben sich allerdings nicht verwirklicht.

Studentenzeiten waren das und keine Rede von Hotels mit mehreren Sternen, kühlen Pools und Klimaanlagen. Damals lernte ich mit großer Selbstverständlichkeit in Luxushotels zu gehen und mich dort in der gekühlten Halle niederzulassen als würde mir das eindeutig zustehen. Hätte ich mich nicht wenigstens einmal täglich abkühlen können, wäre ich wahrscheinlich gleich am ersten Tag kollabiert.

Wir wohnten in einem „Pension“ genannten Gebäude gegenüber dem Bahnhof, auf das die Sonne von früh bis spät hinbrannte. Ein schmales Stiegenhaus mit einem in der Hitze vor sich hin modernden, blauen Teppich. Die Zimmer waren eng und kochend. Irgendwo im Haus gab es ein Bad zur allgemeinen Benutzung. Der einzige Vorteil, über den unser Zimmer verfügte, war eine Dusche, die einerseits eine Spur von Abkühlung bot, andererseits aber die Luftfeuchtigkeit steigen ließ.

In der Nacht wurden die glühenden Wände immer aggressiver und drohten über uns zusammenzustürzen. Bei geschlossenen Fenstern im Finstern tauchte ein sehr seltsamer optischer Effekt auf, an den ich mich bis heute erinnern kann: In dem Lichtstreifen über dem Fenster, knapp unter der Decke sah man winzige Abbilder der vorbeifahrenden Autos. Diese waren sehr zahlreich und sehr laut und im Grunde bestand nur die Wahlmöglichkeit vor Hitze nicht schlafen zu können oder bei geöffnetem Fenster vor etwas weniger Hitze und vor Lärm nicht schlafen zu können. Ich war für die Lärmvariante, mein Freund für die noch mehr Hitze Variante, dieses ständige Hin und Her von Fenster auf und Fenster zu machte die Nächte auch nicht erholsamer. Zum Glück hält man es in dem Alter ja eine Weile ohne erholsamen Schlaf aus. Damals wusste ich ja auch noch nicht, dass „Fenster auf-Fenster zu“ zu einem Leitmotiv meines Lebens werden würde.

Wir hatten die beiden Metallbetten mit den durchgelegenen Matratzen und mit Vorsicht zu behandelnden Sprungfedern nebeneinander geschoben, daraus entstand aber keine größere Fläche, sondern nur zwei Flächen mit einem metallischen spalt dazwischen, was nicht so schlimm war, weil unser Liebesleben ohnehin nur unter der Dusche stattfand. In diesem Sommer gab es genügend Wasser, was in Andalusien keineswegs selbstverständlich ist.

Die derzeitigen Tropennächte in Wien haben mich an diesen August damals erinnert, an die Hitze und vieles andere und daran, dass jeder Mensch auf der Summe seiner Erlebnisse aufbauen kann und muss, sich aber darüber erheben kann …..

 


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Für Regenfans und solche, die es werden könnten

Der Boden sieht gepunktet aus und verströmt den Geruch der ersten Regentropfen, die in den Staub fallen. Es ist ein Geruch zwischen staubig und feucht, zwischen erdig und luftig und er löst sich bald wieder auf, denn es beginnt sehr viel stärker zu regnen und bald kann  man die nasse Erde riechen und das Gras.

Die Menschen hechten in geduckter Position zum nächsten Dach. Nur wenige sind mit einem Schirm ausgerüstet. Die Dächer der Kinderwagen werden vorgezogen und die Einkäufe möglichst regengeschützt um die Kinder herum drapiert.

Auf das Glasdach vor dem Eingang zur U-Bahn trommelt jetzt der Regen und spritzt allen, die darunter stehen ins Gesicht und auf die Füsse. Nackte Zehen in offenen Schuhen, Sandalen und Flip-Flops werden ziemlich nass. Die Leute, die aus dem Stationsgebäude hinaus gehen wollten, überlegen es sich anders und verproviantieren sich zunächst für eine längere Wartezeit. Die beiden Ströck-Angestellten verkaufen hektisch Weckerln und Wasserflaschen, Nussschnecken, Mohnzelten, Topfengolatschn und sonstiges Hochkaloriges. Nach dem schwülen Tag und dem Warten aufs Gewitter ist die allgemeine Stimmung fast ausgelassen.

Aus Richtung des Möbelhauses, das knapp vor dem Konkurs steht, kommen Menschen mit riesigen Plastiksäcken und dem im-Ausverkauf-viel-ergattert-Gesichtsausdruck. Nass sind sie allerdings geworden, weil der Regen stark und plötzlich gekommen ist und zwischen Möbelhaus und U-Bahnstation eine  Brücke überquert werden muss. Ich komme vom Trazerberg.


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Wasser aus allen Rohren und Wolken

„Du solltest schnell noch gießen gehen bevor es anfängt zu regnen“ oder „Beeil dich mit dem Gießen fertig zu werden bevor es noch stärker regnet“ usw das sind bei uns gängige Schmähs. Der F liebt sie, weil er nicht verstehen will, dass Containerpflanzen mehr Wasser brauchen als solche, die entspannt in einem Garten wachsen. Stimmt schon, ich gieße viel und oft. Einerseits weil die Pflanzen es brauchen und andererseits, weil ich es sehr entspannend finde. Allein schon der Duft, wenn man Kräuter nach einem heißen, sonnigen Tag bewässert …..

Das einzige, was mich gelegentlich doch leicht an meiner Vorgangsweise zweifeln lässt, ist, dass der C, der Vorgänger vom F, immer ähnliche Sprüche geschwungen hat, obwohl die beiden Herren sich nie begegnet sind. Wären sie sich jemals begegnet hätten sie sich höchstwahrscheinlich auch nicht über das Gießen von Pflanzen ausgetauscht. Der C jedenfalls hatte überhaupt keine Ahnung von Pflanzen und deren Wasserbedarf, während der F da doch wesentlich beschlagener ist. Wirklich seltsam, dass die beiden in diesem Punkt einig sind. Ich kann ja nicht diejenige sein, die unrecht hat, oder ? Pfffffff ………


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Telefonsex mit Alexa

Gestern hörte ich eine insgesamt sehr interessante Sendung über die Entwicklung diverser technischer Hilfsmittel, die „körpererweiternd“ genannt wurden,  angefangen von Klassikern wie Brillen bis zu Haushaltsrobotern. Dann schwenkte man zum Thema Sex ein. Es wurde darüber gesprochen, dass so primitive Dinge wie aufblasbare Sex-Puppen eindeutig der Vergangenheit angehörten und die Technik da schon ganz anderes zu bieten hätte. In diesem Zusammenhang fiel die Bemerkung „Telefonsex mit Alexa“.

Nun ist „Alexa“ für mich ein rotes Tuch, ein Unding. Die Vorstellung mich beim Öffnen und Schließen von Türen und Fenstern von einer künstlichen Intelligenz abhängig zu machen, lässt in meinem Kopf wilde Horrorfilme ablaufen. Man stelle sich vor, das Ding rastet irgendwie aus und beschließt mir die Wohnungstür nicht mehr zu öffnen oder findet, dass der Sauerstoffgehalt zu hoch ist und lässt mich ersticken. Da könnte ich weit ausholen beim Erfinden von Horrorszenarien. Und sind sie so weit hergeholt? Nachdem natürliche Intelligenzen auf jede nur mögliche Art ausflippen und versagen können, in unberechenbarer Art und Weise zu völlig willkürlichen Zeitpunkten, warum sollte das bei künstlichen Intelligenzen anders sein? Auch ein verhältnismäßig schlichter PC bzw. die darauf laufende Software schafft es schließlich immer wieder auch kompetente Informatiker vor schier unlösbare Probleme zu stellen, unerklärliche, unlösbare Situationen zu schaffen.

Telefonsex mit diesem Ding stelle ich mir äußerst abartig und dekadent vor. Es wird aber schon Leute geben, die von dieser Möglichkeit angetörnt werden. Wie – frage ich mich – machen die das? Verfügt das Ding über das passende Vokabular? Gibt es da Programme für verschiedene Situationen des Lebens? Kann man individuelle Einstellungen vornehmen? Irgendwie faszinierend. Solange Türen und Fenster von mir geöffnet werden können, nun ja, wer weiß …..


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Schritt für Schritt muss man sich annähern. Große Ziele muss man in kleine Schritte unterteilen und sich für jeden gelungenen Schritt selbst auf die Schulter klopfen wegen des Erfolgs und der zurückgelegten Entfernung . Jeder kleine Schritt ist ein Beweis für die Erreichbarkeit des Ziels, jede Zwischenetappe eine Bestätigung der Reiseroute. Drei kleine Schritte vor und keinen zurück. Zweimal gehüpft, dazwischen den Fuß nachgezogen und ein paar Tempi geschwommen. Die unvermeidlichen Stolpersteine mit rotglühenden Augen aus dem Weg geräumt, überklettert, zerschmettert, in den Abgrund geworfen.

Wieder ein Tag näher.


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Mangelndes malerisches Selbstbewusstsein

„Also mir gefällt dieses Bild sehr gut“ hat sie gesagt. Da könnte ich mich darüber freuen, es könnte mir auch egal sein, ob dieser Malkollegin das Bild nun gefällt oder nicht. Aber nein, weder noch, sondern ich denke darüber nach, warum sie das „mir“ so betont hat. Hat sie damit gemeint, dass ihr dieses Bild zwar gefällt aber sonst niemandem, oder, dass ihr ohnehin alles gefällt, sogar dieses Bild?

Nun habe ich ja im Laufe meines Lebens gelernt, meine Leistungen in diversen Bereichen einzuschätzen. Ich weiß, was ich gut kann und was nicht. Wenn mich jemand positiv bestätigt, freut mich das, wenn jemand meine Fehler kommentiert, nehme ich es ziemlich emotionslos zur Kenntnis, wenn es konstruktive, berechtigte Kritik ist, denke ich darüber nach.

Aber beim Malen ist alles ganz anders. Da bin ich unsicher. Ich wollte immer schon malen, bin aber sehr spät dazu gekommen und habe einfach noch kein klares Urteilsvermögen über die eigenen Fähigkeiten und Unfähigkeiten entwickelt. Es ist ja auch ein schwieriger Bereich; was ist Kunst, was zeichnet ein interessantes, ein gutes, ein technisch perfektes, ein aussagekräftiges etc etc Bild aus? Wer ist in der Lage, das überhaupt zu beurteilen? Gibt es denn da überhaupt allgemein anerkannte Kriterien? Gut, ich habe schon einiges gelernt, ich erkenne ein dilettantisches Bild, nicht zuletzt deswegen, weil meine eigenen auch lange in diese Kategorie fielen. Ich kann oft erklären, was mir an einem Bild gefällt und was nicht. Nur – weil es mir gefällt, oder jemand anderem oder sogar vielen anderen – ist es deswegen „gut“?

Ich merke, dass mir meine eigenen Bilder immer öfter gefallen, es kommt kaum mehr vor, dass ich ein angefangenes Bild als hoffnungslos verwerfe. Es gibt sogar einige, die ich zur freien Besichtigung zuhause aufstelle oder aufhänge. Die dürfen dann nicht nur Menschen meines Vertrauens sehen, sondern auch andere Leute, die sich in meiner Wohnung aufhalten. Aber im Grunde sagt das natürlich nichts über die Qualität der Bilder aus.

Meine immer wieder als wenig hilfreich empfundene Malmeisterin habe ich nun doch nicht durch jemand anderen ersetzt, sondern ich habe die Anzahl der Malmeisterinnen um eine weitere Person aufgestockt. Sehr entspannend an dieser Situation finde ich, dass die beiden sich über die Beurteilungskriterien für ein Bild sowohl in der Theorie als auch in der Praxis öfters nicht einig sind. Daraus lerne ich seltsamerweise eine Menge ….


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Radio

Weglobbyisiert würden viele wichtige Anliegen der weltweiten Menschlichkeitskampagnen sagte der Präsident der österreichischen Caritas bei einem Radiointerview. Ein originelles Wort zu einer tristen Tatsache.

Das Rauchverbot in Lokalen, das ohnehin nicht einmal noch in Kraft getreten ist – Österreich liegt da weltweit ganz hinten – will der Herr Strache nicht haben. Nein, das wäre ein Angriff auf die Freiheit. Wahrscheinlich meinte er damit die Freiheit des Lungenkrebs. Andererseits ist er aber für ein allgemeines Kopftuchverbot. Bei manchen Politikern weiß man gar nicht mehr , über welche ihrer Vorschläge man sich am meisten aufregen soll.

 


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Die fabelhafte Welt der Hochsensiblen und Hochbegabten

Ein Buch, das ganz anders ist, als ich mir erwartet hatte und das mir dennoch sehr gut gefallen hat.

Erwartet hatte ich mir ein populärwissenschaftliches Werk mit allgemeinen Betrachtungen zum Thema, abgerundet mit Berichten über diverse Studien und gepolstert mit diversen Statistiken.

Das aber, so schreibt die Autorin gleich auf den ersten Seiten , ist es keineswegs.

Denn dieses Buch ist explizit kein wissenschaftliches (…)Dieses Buch hat eine andere Herangehensweise – nämlich die über Bilder. Bilder und Geschichten sprechen uns in ganz anderer Weise an und geben uns die Möglichkeit, auf einer tieferen Ebene Dinge zu entdecken, (wieder ) zu erkennen und zu verstehen. p14

Es beginnt mit der Geschichte des häßlichen kleinen Entleins, das eigentlich ein Schwan ist, führt über Himmel und Hölle der Hundenase und die Prinzessin auf der Erbse bis zu Pippi Langstrumpf.

Es werden typische Verhaltensweise von Hochsensiblen und Hochbegabten besprochen. Die Kapitelüberschriften machen neugierig. „Niemand ist eine Insel – ich schon“, „Der Pinguin ist so perfekt wie die Giraffe“

Mich hat zum Beispiel das Thema Reizüberflutung und Hochsensibilität ziemlich interessiert. Ich fand es informativ, abgerundet, mit vielen Beispielen versehen. Es gibt zu allen Teilbereichen Erklärungen und Beispiele. Die Autorin schreibt einen angenehmen, leicht zu lesenden Stil. Hin und wieder kam meine Erwartungshaltung hoch, dass ich von einem solchen Buch erwarte, dass es von qualifizierten Psychologen geschrieben ist, aber diese Erwartungshaltung verflog dann immer wieder, weil sich das Buch eben so flüssig liest und weil mir die Schilderung von sehr vielen Stellungnahmen von Betroffenen sehr einleuchtend und streckenweise bekannt vorkam.

Einfach ein Beispiel:

Dazu kommt, dass sie von Kind an häufig verlernt haben, ihrer Intuition zu trauen. Damals stempelte man ihre Wahrnehmung als Einbildung und Spinnerei, als eine zu ausgeprägte Fantasie. So bestand häufig der einzige Ausweg darin, ihr sicheres Körpergefühl „abzustellen“, da die Erwachsenen so eine ganz andere Wahrnehmung hatten. Den Eltern , den Erwachsenen zu vertrauen ist  für das Kind überlebensnotwendig. Gib Tante Luise die Hand, Tante Luise lächelt doch so lieb. Sie haben als Kind ganz klar gespürt, dass Tante Luises Lächeln falsch war, dass sie gar keine Kinder mag. Sie haben es gespürt, sie wussten es einfach. Aber weil die Eltern immer Recht haben, verlernt das Kind seiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und ersetzt sie durch die Einschätzung der Eltern. (…) Was ich fühle ist falsch. Ich bin falsch so wie ich bin. p. 53

Das einzige, was mir an dem Buch wirklich nicht gefallen hat, ist eine der mehreren verwendeten Schriften. Dass überhaupt mehrere Schriften verwendet werden, finde ich weder gut noch schlecht, aber eine der verwendeten Schriften ist so blass, dass ich sie nur schwer entziffern konnte.

Insgesamt ein sehr angenehmes, interessantes Leseerlebnis, bei dem ich eine Menge gelernt habe.

Meinen herzlichen Dank an den Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars.

 


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Kein Kommentar – Mitmachblog

Eine Zeit lang habe ich es interessant gefunden zu beobachten und zu studieren, wie es gelingen kann, seine Meinung und seinen Standpunkt ganz deutlich zu machen ohne dabei jemanden zu beleidigen oder zu verschrecken. Meine Freundin B beherrscht das großartig. Sie war auch 2o Jahre lang  Sozialarbeiterin und hat in wirklich schwierigen Projekten gearbeitet zB in der „Justizanstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher“ , eine Anstalt, die man auch mit vielen anderen Namen bezeichnet. Als ich sie einmal darauf ansprach, wie sehr ich dieses Talent an ihr bewundere, lachte sie und meinte, ich hätte ja gar nie erlebt, wie sie jemandem wirklich schwierige Inhalte ganz freundlich vermitteln könnte.

Eine weitere Person, die ich diesbezüglich sehr bewundere, ist unsere ehemalige Außenministerin,Ursula Plassnik. Zunächst, ich muss es gestehen, gefiel mir diese Dame optisch. Sie ist 1.91 groß und überragte damit die meisten ihrer Kollegen im diplomatischen Dienst. Es hat mir zum Beispiel einfach gefallen, eine Gruppe von arabischen Scheich-Politikern zu sehen unter denen der Kopf der Frau Plassnik eindeutig herausragte. Oder zu Zeiten des Bundeskanzlers Schüssel, der von vielen so auch von mir richtiggehend verachtet wurde. Frau Plassnik war (leider) seine Kabinettchefin und es war ein wirklich interessanter Anblick, wie diese hochgewachsene Dame hinter dem auch körperlich kleinen Kanzler über den Ballhausplatz schritt.

Das sind natürlich Äußerlichkeiten. Wirklich bewunderswert finde ich ihre Kunst der Debatte und Gesprächsführung. Es gelingt ihr auf überzeugende Weise alles was sie sagen möchte zu sagen, auch wenn ihre Meinung in keinem Punkt mit der ihrer Gesprächspartner übereinstimmt ohne auch nur im mindestens unfreundlich oder gar aggressiv zu wirken. Sie ist ganz kultivierte Sachlichkeit. Und das imponiert mir ganz außerordentlich. Im übrigen imponiert es mir immer, wenn jemand seinen Beruf wirklich gut ausübt, egal um welchen Beruf es sich handeln möge.

Zu etwas keinerlei Kommentar abzugeben ohne „kein Kommentar“ zu sagen, fällt auch in die hohe Kunst der Diplomatie. Den Gesprächspartnern den Eindruck zu vermitteln, man hätte sich über das Thema ausgiebig ausgetauscht obwohl das keineswegs der Fall ist, ebenfalls.