la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Schritt für Schritt muss man sich annähern. Große Ziele muss man in kleine Schritte unterteilen und sich für jeden gelungenen Schritt selbst auf die Schulter klopfen wegen des Erfolgs und der zurückgelegten Entfernung . Jeder kleine Schritt ist ein Beweis für die Erreichbarkeit des Ziels, jede Zwischenetappe eine Bestätigung der Reiseroute. Drei kleine Schritte vor und keinen zurück. Zweimal gehüpft, dazwischen den Fuß nachgezogen und ein paar Tempi geschwommen. Die unvermeidlichen Stolpersteine mit rotglühenden Augen aus dem Weg geräumt, überklettert, zerschmettert, in den Abgrund geworfen.

Wieder ein Tag näher.

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Mangelndes malerisches Selbstbewusstsein

„Also mir gefällt dieses Bild sehr gut“ hat sie gesagt. Da könnte ich mich darüber freuen, es könnte mir auch egal sein, ob dieser Malkollegin das Bild nun gefällt oder nicht. Aber nein, weder noch, sondern ich denke darüber nach, warum sie das „mir“ so betont hat. Hat sie damit gemeint, dass ihr dieses Bild zwar gefällt aber sonst niemandem, oder, dass ihr ohnehin alles gefällt, sogar dieses Bild?

Nun habe ich ja im Laufe meines Lebens gelernt, meine Leistungen in diversen Bereichen einzuschätzen. Ich weiß, was ich gut kann und was nicht. Wenn mich jemand positiv bestätigt, freut mich das, wenn jemand meine Fehler kommentiert, nehme ich es ziemlich emotionslos zur Kenntnis, wenn es konstruktive, berechtigte Kritik ist, denke ich darüber nach.

Aber beim Malen ist alles ganz anders. Da bin ich unsicher. Ich wollte immer schon malen, bin aber sehr spät dazu gekommen und habe einfach noch kein klares Urteilsvermögen über die eigenen Fähigkeiten und Unfähigkeiten entwickelt. Es ist ja auch ein schwieriger Bereich; was ist Kunst, was zeichnet ein interessantes, ein gutes, ein technisch perfektes, ein aussagekräftiges etc etc Bild aus? Wer ist in der Lage, das überhaupt zu beurteilen? Gibt es denn da überhaupt allgemein anerkannte Kriterien? Gut, ich habe schon einiges gelernt, ich erkenne ein dilettantisches Bild, nicht zuletzt deswegen, weil meine eigenen auch lange in diese Kategorie fielen. Ich kann oft erklären, was mir an einem Bild gefällt und was nicht. Nur – weil es mir gefällt, oder jemand anderem oder sogar vielen anderen – ist es deswegen „gut“?

Ich merke, dass mir meine eigenen Bilder immer öfter gefallen, es kommt kaum mehr vor, dass ich ein angefangenes Bild als hoffnungslos verwerfe. Es gibt sogar einige, die ich zur freien Besichtigung zuhause aufstelle oder aufhänge. Die dürfen dann nicht nur Menschen meines Vertrauens sehen, sondern auch andere Leute, die sich in meiner Wohnung aufhalten. Aber im Grunde sagt das natürlich nichts über die Qualität der Bilder aus.

Meine immer wieder als wenig hilfreich empfundene Malmeisterin habe ich nun doch nicht durch jemand anderen ersetzt, sondern ich habe die Anzahl der Malmeisterinnen um eine weitere Person aufgestockt. Sehr entspannend an dieser Situation finde ich, dass die beiden sich über die Beurteilungskriterien für ein Bild sowohl in der Theorie als auch in der Praxis öfters nicht einig sind. Daraus lerne ich seltsamerweise eine Menge ….


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Radio

Weglobbyisiert würden viele wichtige Anliegen der weltweiten Menschlichkeitskampagnen sagte der Präsident der österreichischen Caritas bei einem Radiointerview. Ein originelles Wort zu einer tristen Tatsache.

Das Rauchverbot in Lokalen, das ohnehin nicht einmal noch in Kraft getreten ist – Österreich liegt da weltweit ganz hinten – will der Herr Strache nicht haben. Nein, das wäre ein Angriff auf die Freiheit. Wahrscheinlich meinte er damit die Freiheit des Lungenkrebs. Andererseits ist er aber für ein allgemeines Kopftuchverbot. Bei manchen Politikern weiß man gar nicht mehr , über welche ihrer Vorschläge man sich am meisten aufregen soll.

 


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Die fabelhafte Welt der Hochsensiblen und Hochbegabten

Ein Buch, das ganz anders ist, als ich mir erwartet hatte und das mir dennoch sehr gut gefallen hat.

Erwartet hatte ich mir ein populärwissenschaftliches Werk mit allgemeinen Betrachtungen zum Thema, abgerundet mit Berichten über diverse Studien und gepolstert mit diversen Statistiken.

Das aber, so schreibt die Autorin gleich auf den ersten Seiten , ist es keineswegs.

Denn dieses Buch ist explizit kein wissenschaftliches (…)Dieses Buch hat eine andere Herangehensweise – nämlich die über Bilder. Bilder und Geschichten sprechen uns in ganz anderer Weise an und geben uns die Möglichkeit, auf einer tieferen Ebene Dinge zu entdecken, (wieder ) zu erkennen und zu verstehen. p14

Es beginnt mit der Geschichte des häßlichen kleinen Entleins, das eigentlich ein Schwan ist, führt über Himmel und Hölle der Hundenase und die Prinzessin auf der Erbse bis zu Pippi Langstrumpf.

Es werden typische Verhaltensweise von Hochsensiblen und Hochbegabten besprochen. Die Kapitelüberschriften machen neugierig. „Niemand ist eine Insel – ich schon“, „Der Pinguin ist so perfekt wie die Giraffe“

Mich hat zum Beispiel das Thema Reizüberflutung und Hochsensibilität ziemlich interessiert. Ich fand es informativ, abgerundet, mit vielen Beispielen versehen. Es gibt zu allen Teilbereichen Erklärungen und Beispiele. Die Autorin schreibt einen angenehmen, leicht zu lesenden Stil. Hin und wieder kam meine Erwartungshaltung hoch, dass ich von einem solchen Buch erwarte, dass es von qualifizierten Psychologen geschrieben ist, aber diese Erwartungshaltung verflog dann immer wieder, weil sich das Buch eben so flüssig liest und weil mir die Schilderung von sehr vielen Stellungnahmen von Betroffenen sehr einleuchtend und streckenweise bekannt vorkam.

Einfach ein Beispiel:

Dazu kommt, dass sie von Kind an häufig verlernt haben, ihrer Intuition zu trauen. Damals stempelte man ihre Wahrnehmung als Einbildung und Spinnerei, als eine zu ausgeprägte Fantasie. So bestand häufig der einzige Ausweg darin, ihr sicheres Körpergefühl „abzustellen“, da die Erwachsenen so eine ganz andere Wahrnehmung hatten. Den Eltern , den Erwachsenen zu vertrauen ist  für das Kind überlebensnotwendig. Gib Tante Luise die Hand, Tante Luise lächelt doch so lieb. Sie haben als Kind ganz klar gespürt, dass Tante Luises Lächeln falsch war, dass sie gar keine Kinder mag. Sie haben es gespürt, sie wussten es einfach. Aber weil die Eltern immer Recht haben, verlernt das Kind seiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und ersetzt sie durch die Einschätzung der Eltern. (…) Was ich fühle ist falsch. Ich bin falsch so wie ich bin. p. 53

Das einzige, was mir an dem Buch wirklich nicht gefallen hat, ist eine der mehreren verwendeten Schriften. Dass überhaupt mehrere Schriften verwendet werden, finde ich weder gut noch schlecht, aber eine der verwendeten Schriften ist so blass, dass ich sie nur schwer entziffern konnte.

Insgesamt ein sehr angenehmes, interessantes Leseerlebnis, bei dem ich eine Menge gelernt habe.

Meinen herzlichen Dank an den Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars.

 


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Kein Kommentar – Mitmachblog

Eine Zeit lang habe ich es interessant gefunden zu beobachten und zu studieren, wie es gelingen kann, seine Meinung und seinen Standpunkt ganz deutlich zu machen ohne dabei jemanden zu beleidigen oder zu verschrecken. Meine Freundin B beherrscht das großartig. Sie war auch 2o Jahre lang  Sozialarbeiterin und hat in wirklich schwierigen Projekten gearbeitet zB in der „Justizanstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher“ , eine Anstalt, die man auch mit vielen anderen Namen bezeichnet. Als ich sie einmal darauf ansprach, wie sehr ich dieses Talent an ihr bewundere, lachte sie und meinte, ich hätte ja gar nie erlebt, wie sie jemandem wirklich schwierige Inhalte ganz freundlich vermitteln könnte.

Eine weitere Person, die ich diesbezüglich sehr bewundere, ist unsere ehemalige Außenministerin,Ursula Plassnik. Zunächst, ich muss es gestehen, gefiel mir diese Dame optisch. Sie ist 1.91 groß und überragte damit die meisten ihrer Kollegen im diplomatischen Dienst. Es hat mir zum Beispiel einfach gefallen, eine Gruppe von arabischen Scheich-Politikern zu sehen unter denen der Kopf der Frau Plassnik eindeutig herausragte. Oder zu Zeiten des Bundeskanzlers Schüssel, der von vielen so auch von mir richtiggehend verachtet wurde. Frau Plassnik war (leider) seine Kabinettchefin und es war ein wirklich interessanter Anblick, wie diese hochgewachsene Dame hinter dem auch körperlich kleinen Kanzler über den Ballhausplatz schritt.

Das sind natürlich Äußerlichkeiten. Wirklich bewunderswert finde ich ihre Kunst der Debatte und Gesprächsführung. Es gelingt ihr auf überzeugende Weise alles was sie sagen möchte zu sagen, auch wenn ihre Meinung in keinem Punkt mit der ihrer Gesprächspartner übereinstimmt ohne auch nur im mindestens unfreundlich oder gar aggressiv zu wirken. Sie ist ganz kultivierte Sachlichkeit. Und das imponiert mir ganz außerordentlich. Im übrigen imponiert es mir immer, wenn jemand seinen Beruf wirklich gut ausübt, egal um welchen Beruf es sich handeln möge.

Zu etwas keinerlei Kommentar abzugeben ohne „kein Kommentar“ zu sagen, fällt auch in die hohe Kunst der Diplomatie. Den Gesprächspartnern den Eindruck zu vermitteln, man hätte sich über das Thema ausgiebig ausgetauscht obwohl das keineswegs der Fall ist, ebenfalls.


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Daggi 21- Amerikanisches Idyll

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Philip Roth

„Amerikanisches Idyll“

Carl Hanser Verlag 1998

Aufgabe 22: Ein Buch mit einem der vier Elemente (Feuer) auf dem Cover

 

Ich habe mehrere Bücher von Philip Roth hintereinander gelesen. Dieses ist ein besonderes, weil es im Jahr seines Erscheinens den Pulitzerpreis gewonnen hat. Ich habe es mit entsprechenden Erwartungen aufgeschlagen, dann aber eine Weile gebraucht, bis ich begann den Text zu schätzen.

Der Text beginnt als Ich-Erzählung eines Schriftstellers, der über seine alten Schulkollegen im allgemeinen und über einen im besonderen sinniert. Dieser eine, Seymour Levov genannt der Schwede, ein begnadeter Baseballspieler war sein Kindheits- und Jugendidol. Seymour Levov tritt mit ihm in Verbindung, weil er ihm etwas Wichtiges mitteilen möchte. Die beiden treffen sich, aber Seymour erzählt nur eher Banales von seinen Kinder aus zweiter Ehe, der Erzähler fragt auch nicht nach, was es Wichtiges wäre, über das er mit ihm sprechen wollte.

Eine Weile danach erfährt der Erzähler von Seymours Bruder, dass dieser vor kurzem an Krebs gestorben sei und dass sein Leben keineswegs die Idylle war, die man von außen sehen konnte.

Den Übergang von dieser Rahmenhandlung zur zentralen Geschichte habe ich nicht so gelungen gefunden, die Geschichte selbst hat mich aber gefesselt.

Wir befinden uns im Milieu jüdischer Einwanderer in Amerika. Seymour Levov ist der Enkel eines Einwanderers, der sich mit unglaublicher Tüchtigkeit und enormem Einsatz aus dem Nichts herausgearbeitet hat. Sein Vater hat nahtlos übernommen und bringt es mit einer Handschuhfabrik zu Wohlstand. Seymour selbst heiratet eine nicht-jüdische Schönheitskönigin und bringt es zu Reichtum und  einem völlig angepassten konservativen amerikanischen Lebensgefühl und Lebensstil. Aber er hat eine Tochter, die die vierte Generation konservativen Amerikanertums vertreten sollte, dies aber keineswegs tut. Sie engagiert sich in der Anti-Vietnambewegung und wird durch Bombenlegen zur mehrfachen Mörderin. Sie gibt ihrem Leben dann wieder eine andere Wendung indem sie sich zum Jainismus bekehrt. Einer indischen Religion deren zentrales Konzept es ist, keinem Lebewesen irgendwie zu schaden.Die Anhänger dieser Lehre sind natürlich Vegetarier, sollten im Grunde gar nichts essen, weil ja auch Pflanzen Lebewesen sind, sie waschen sich nicht und tragen einen Mundschutz um Kleinstlebewesen nicht zu schaden.

Das zentrale Thema ist die Vater-Tochter in dieser Situation. Es hat mich fasziniert, wie die beiden einander teilweise genau dasselbe vorwerfen. Zum Beispiel meint Seymour, dass seine Tochter nicht selbst denkt, sondern sich von Ideologien und den Gedanken anderer lenken läßt. Dasselbe meint die Tochter von ihrem Vater und sie haben wohl beide Recht, sind beide in Ideologien gefangen, die sie als solche nicht erkennen.

Abgesehen von den Hauptpersonen, gibt es noch mehrere andere interessante Charaktere wie Seymours Eltern und sein Bruder, ein Bilderbogen amerikanisierter Schicksale. Es geht auch um Integration, um persönliche oder eben fremdbestimmte Werte, um bröckelnde Fassaden von Idyllen, um den Preis der Aufrechterhaltung fragwürdiger, idyllischer Scheinwelten, aber auch um Anständigkeit und Loyalität, um Liebe und Zusammenleben. Ein Buch, das die Komplexität der Welt darstellt und sich nicht auf einfache Scheinlösungen zurückzieht.

Einen Nebensatz von den letzen Seiten des Buchs habe ich gespeichert “ …..dass das Idyll niemals weit vom Trümmerfeld ist “

 


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Paradox – das Mondgrasprojekt 20

Paradox finde ich eines der gröbsten Schimpfwörter, mit denen Männer Frauen beschimpfen. Denn was genau soll „Hure“ aussagen ? Dass die so beschimpfte Frau Sex mit Männern hatte, manchmal für Geld manchmal auch nicht. Meistens hat sie nur mit einem anderen Mann getan, was der sie beschimpfende Mann gerne selbst mit ihr getan hätte.

Noch ein Stück paradoxer finde ich, wenn eine Frau eine andere „Hure“ schimpft.

Ein wirklich weites Feld im Bereich menschlicher Beziehungen…..

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