la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Der könnte eine Weiterbearbeitung vertragen …

Und noch ein Druck, dieser ohne weitere Bearbeitung mit Detail damit man die Strukturen sieht, die beim Drucken entstehen

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MONOTYPIE

Mit Glasplatten auf Papier haben wir gedruckt. Es war großartig, ich habe nur so geschwelgt in Farben und Strukturen. Dementsprechend habe ich auch ausgesehen. Am besten wäre ich wohl gleichzeitig mit meinem Gewand in die Waschmaschine gestiegen, aber das habe ich dann doch zu drastisch gefunden.

Eigentlich war ich ja Freitag ganz schlechter Laune und habe so innerlich vor mich hin gegrummelt, weil die Mitmalenden sich in einem scheinbar endlosen small-talk immer im Kreis drehten. Ich hasse small-talk ohnehin und ganz besonders wenn ich dringend etwas anderes machen möchte. In diesem Fall wollte ich mit dem Drucken beginnen, musste mir aber mit geheucheltem Interesse noch die ausführliche Beschreibung des Menüs irgendeiner Sommerparty anhören. Zu einer anderen Gelegenheit hätte mich das Menü und vieles andere vielleicht interessiert. Ich fand mich selbst unsympathisch und raffte mich dazu auf, mich nach Details des Huhns mit Zitronensauce zu erkundigen. Irgendwann hatten alle alles gesagt und wir konnten endlich anfangen.

 


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Häferl, Teller, Schüsseln, Becher, Platten, Dosen, Gartenzwerge und sonst alles mögliche

….  wartet auf die Kundschaft, die sich kreativ betätigen aber nicht beim Töpfern die Hände schmutzig machen möchte. Ein Schmutzfink wie ich kommt trotzdem mit allesfärbigen Händen wieder heraus. „MadebyU“ heißt das Geschäftsmodell, es wird als Franchise-System betrieben und ich habe noch nicht erlebt, dass das Lokal nicht gut besucht gewesen wäre. Quer durch die Altersgruppen werden hier weiße Keramikstücke aller Art bemalt. Entweder einfach bemalt oder im Blubbersystem, mit der Pünktchentechnik und sonstigen phantasievollen Bearbeitungsmethoden verziert.

Also Schürze an und auf ins Vergnügen. Meine Nichte und ich haben etliche Stunden gewerkelt und waren mit unseren Produkten sehr zufrieden. Nun bleiben die Stücke zunächst einmal zum Brennen dort und es ist immer ein Überraschungseffekt wie sich die Farben dabei verändern.

Hungrig waren wir dann und wollten unserer gemeinsamen Schnitzelleidenschaft frönen. Ganz in der Nähe liegt der Naschmarkt und gegenüber ein echtes altes Kaffeehaus, das wirklich gute Schnitzel zu bieten hat, auf die man auch nicht stundenlang warten muss. Abends soll hier ein angesagter Schwulen-Treff sein, wir waren aber am späteren Nachmittag dort und abgesehen von uns beiden war da auch noch eine andere Frau. Ein schönes, altes Café mit Zeitungen und Wasserglas, wo man stundenlang sitzen und dem Markttreiben zusehen kann.


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Mangelndes malerisches Selbstbewusstsein

„Also mir gefällt dieses Bild sehr gut“ hat sie gesagt. Da könnte ich mich darüber freuen, es könnte mir auch egal sein, ob dieser Malkollegin das Bild nun gefällt oder nicht. Aber nein, weder noch, sondern ich denke darüber nach, warum sie das „mir“ so betont hat. Hat sie damit gemeint, dass ihr dieses Bild zwar gefällt aber sonst niemandem, oder, dass ihr ohnehin alles gefällt, sogar dieses Bild?

Nun habe ich ja im Laufe meines Lebens gelernt, meine Leistungen in diversen Bereichen einzuschätzen. Ich weiß, was ich gut kann und was nicht. Wenn mich jemand positiv bestätigt, freut mich das, wenn jemand meine Fehler kommentiert, nehme ich es ziemlich emotionslos zur Kenntnis, wenn es konstruktive, berechtigte Kritik ist, denke ich darüber nach.

Aber beim Malen ist alles ganz anders. Da bin ich unsicher. Ich wollte immer schon malen, bin aber sehr spät dazu gekommen und habe einfach noch kein klares Urteilsvermögen über die eigenen Fähigkeiten und Unfähigkeiten entwickelt. Es ist ja auch ein schwieriger Bereich; was ist Kunst, was zeichnet ein interessantes, ein gutes, ein technisch perfektes, ein aussagekräftiges etc etc Bild aus? Wer ist in der Lage, das überhaupt zu beurteilen? Gibt es denn da überhaupt allgemein anerkannte Kriterien? Gut, ich habe schon einiges gelernt, ich erkenne ein dilettantisches Bild, nicht zuletzt deswegen, weil meine eigenen auch lange in diese Kategorie fielen. Ich kann oft erklären, was mir an einem Bild gefällt und was nicht. Nur – weil es mir gefällt, oder jemand anderem oder sogar vielen anderen – ist es deswegen „gut“?

Ich merke, dass mir meine eigenen Bilder immer öfter gefallen, es kommt kaum mehr vor, dass ich ein angefangenes Bild als hoffnungslos verwerfe. Es gibt sogar einige, die ich zur freien Besichtigung zuhause aufstelle oder aufhänge. Die dürfen dann nicht nur Menschen meines Vertrauens sehen, sondern auch andere Leute, die sich in meiner Wohnung aufhalten. Aber im Grunde sagt das natürlich nichts über die Qualität der Bilder aus.

Meine immer wieder als wenig hilfreich empfundene Malmeisterin habe ich nun doch nicht durch jemand anderen ersetzt, sondern ich habe die Anzahl der Malmeisterinnen um eine weitere Person aufgestockt. Sehr entspannend an dieser Situation finde ich, dass die beiden sich über die Beurteilungskriterien für ein Bild sowohl in der Theorie als auch in der Praxis öfters nicht einig sind. Daraus lerne ich seltsamerweise eine Menge ….


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Turbo-Baustellen führen gelegentlich zu Regenschirmen

Am verlängerten Wochenende wurden in Wien die Straßenbahnschienen rund um den Ring erneuert und auch an einigen U-Bahn-Strecken gearbeitet. Dadurch wurde für uns der Weg in die Innenstadt zu einem Slalom zwischen drei verschiedenen U-Bahn-Linien und 2 Bussen. Ich war mir ganz sicher, dass die Arbeiten unmöglich am Dienstag fertig sein konnten und überlegte mir mehrere Alternativstrecken zu meinem Malkurs, der am anderen Ende der Stadt stattfindet und den ich nie ausfallen lassen würde, Verkehrslage hin oder her. Aber siehe da, oh Wunder, die Streckenplanungen waren völlig unnötig, es war tatsächlich alles fertig und in Betrieb.

Mißtrauisch gegenüber Termineinhaltung von Bauarbeiten jeder Art, machte ich mich eine halbe Stunde früher auf den Weg und hatte dadurch die Gelegenheit endlich einmal das Geschäft mit dem seit langem ins Auge gefassten Regenbogenschirm geöffnet vorzufinden. Ich kam also nicht nur überpünktlich ins Atelier sondern bin nun auch endlich stolze Besitzerin eines Riesenschirms aus sechzehn Teilen in verschiedenen Farben. Dem Teil bin ich ziemlich lange nachgejagt! So hatte ich nun auch die Gelegenheit ein Schirmgeschäft kennenzulernen. Dass es so was überhaupt noch gibt! Das Sortiment ist riesig, verkauft wurde dort von einer alten Dame, die ich auf gute achtzig schätzte und deren Fachvokabular zum Thema Schirme mich ziemlich beeindruckte. Noch nie habe ich darüber nachgedacht, welche Qualitätsunterschiede es beim Gestänge und der Bespannung eines Schirms so gibt. Teuer war der bunte „Partnerschirm“ auch, aber immerhin werden ich und meine Handtaschen- oder Rucksackpartner bei Regenspaziergängen völlig trocken bleiben. Der Herr Partner macht mir zuliebe gelegentlich maximal zehnminütige Regenspaziergänge und dafür hat er mehrere eigene Schirme. Für das Problem mit einer niederschlagsbegeisterten Frau liiert zu sein, ist er eh gut gerüstet. Für meine sonstigen Schrulligkeiten im großen und ganzen auch. Bussi an F.


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Fast schon aufgegeben

Tatsächlich hatte ich es fast schon aufgegeben, einen Malkurs zu finden, der meinen Vorstellungen entspricht. Überall sind sowohl  Technik als auch Motive vorgegeben. Also: Landschaftsaquarelle oder Blümchen in Acryl, – Kreide- Akte , „wir zeichnen mit dem Bleistift unsere Wellensittiche“ und so weiter und so fort.

Endlich bin ich aber fündig geworden.Und das in meinem allerliebsten Atelier, in dem ich das erste Mal vor einer Staffelei gestanden bin und das obendrein ganz in der Nähe der Wohnung meiner Kindheit liegt. „Der Weg in die Abstraktion“ heißt der Kurs. Jede/r soll ein eigenes Projekt verfolgen, freie Wahl der Techniken und Materialien. Jaaaaaaa, genauso möchte ich das haben.

Dass ich nach sieben Stunden Unterricht ohne Pause nach einem kleinen Abstecher nachhause abends dort hinfahre macht gar nichts. Müde sein kann ich ja nachher. Bin ich aber nicht, weil das Malen immer energetisierend auf mich wirkt. Egal wie müde ich vorher war, nach drei Stunden bin ich hellwach und im visuellen Achtsamkeitsmodus.

Die anderen Leute, die da teilnehmen, sind mir auch sympathisch. Ich liebe es, in einer Gruppe zu malen. Wenn alle hingebungsvoll bei der Sache sind, entsteht eine ganz dichte Atmosphäre. „Hingebungsvoll“ ist ein Begriff mit dem ich sehr sparsam umgehe, aber in diesem Fall ist er absolut gerechtfertigt.


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Fazit der irischen Malwoche 2017

Es ist mir noch deutlicher geworden was ich schon lange weis: meine derzeitige Mallehrerin ist mir keine Unterstützung auf meinem Weg. Wer brave gefällige Landschaftsaquarelle malen lernen möchte, ist bei ihr richtig. Sie hat einen sehr guten Blick für Farben und Formen und kann technische Tipps fürs aquarellieren geben. Leider interessiert mich diese Richtung überhaupt nicht, genauso wenig wie Stillleben. Mir gefallen auch die meisten ihrer Bilder nicht. Allein schon mit dem Ansatz des Abmalens kann ich nichts anfangen und auch nicht mit der tristen Lieblichkeit ohne irgendeine Aussage.                                                                                   Diesmal ist mir ganz klar geworden, dass es keine böswilligkeit von ihrer Seite ist, sondern ein völliger Mangel an Verständnis. Sie plant ihre Bilder in der Komposition, in der Farbgebung. Mir ist diese Herangehensweise zuwider. Planen und durchorganisieren muss ich viele Bereiche meines Lebens aber doch nicht das Malen! Das ist meine Spielwiese, meine Endorphinquelle. Die lasse ich doch nicht zum preußischen Feldzug verkommen!                                                                                  Und nachdem das gegenseitige Unverständnis nun einmal eindeutig formuliert wurde, kann sich vielleicht etwas verändern oder wir trennen uns eben. Das würde mir aber wegen der Gruppe leidtun schließlich habe ich sie gegründet.