la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Von 20 zu 21 gemalt

Früher hieß das Museum „Zwanz´ger Haus“ und war streckenweise durchaus avantgardistisch. Im Jahr 2000 wurde es umbenannt:

Kürzlich haben wir dort eine Ausstellung besucht. Ein interessanter Maler von dem ich noch nie gehört hatte: Daniel Richter, ein Deutscher, der in Wien eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste hat. Einer, der eher spät in seinem Leben zu malen begann, auch einer,der mit seinen Bildern am Puls der Zeit ist. Und einer, der sehr viel und gern über Kunst redet und philosophiert. Das kann man mögen oder auch nicht, seine Bilder sind jedenfalls zum Großteil sehr eindringlich.

Er selbst meint, dass es eine Schwäche seiner Bilder sei, sehr theatralisch zu sein. Ob das nun „fishing for compliments “ ist oder eine nüchterne Feststellung, Tatsache ist, dass die enorme Größe seiner Bilder und die verwendete Technik diesen Aspekt des Theatralischen sehr unterstützen.

Vieles hat mir gut gefallen. Leider war wieder einmal das Fotografieren verboten. Meistens schaffe ich es trotzdem ein paar passable Bilder zu schießen, aber einer der Wächter hatte mich – ganz zu Recht- im Verdacht gleich die Kamera zücken zu wollen und ließ mich nicht aus den Augen. Gut, ich habe also einen Katalog gekauft.

Dieser Katalog ist eine echte Zumutung , das mieseste, was ich auf dem Sektor seit vielen Jahren gesehen habe. Die meisten Bilder sind über zwei Seiten gedruckt, über den Falz drüber und dadurch völlig verschandelt. Ganz wenige wurden auf eine Seite gedruckt mit einem weißen Rahmen herum. Andere wurden zwar auf eine Seite gedruckt, aber die Abbildungen reichen bis an den Rand der Blätter und ein beträchtlicher Teil des Bildes liegt dadurch im Falz. Das sieht dann aus wie folgt. Ob einem das Bild nun gefällt oder nicht, es ist hier auf jeden Fall so abgebildet, dass die zentrale Figur unkenntlich und das ganze Bild ruiniert ist.

Wie der Künstler das akzeptieren konnte, ist mir unbegreiflich ! Diese Machwerke wurden aber um den gleichen Preis verkauft wie erstklassige Kunstkataloge aus erstklassigen Museen rund um die Welt. Wirklich empörend !

Das Bild, das auch  auf der Titelseite des Katalogs abgebildet ist, hat mir sehr gut gefallen. Ein riesiges, auch durch die schwarzen Flächen sehr eindrucksvolles Bild. Es ist so aufgehängt, dass man von unten darauf sieht. Da es das Aushängeschild der Ausstellung war, wurde es im Katalog etwas besser behandelt.


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Optische Täuschungen

Blick auf die Donau. Etwas weiter rechts würde man Bratislava sehen, in einer Entfernung von ca 70 Kilometern von Wien. Wien und Bratislava sind die in geringster Entfernung voneinander liegenden Hauptstädte Europas

Darum geht es mir jetzt aber nicht. Es geht auch nicht um das Foto, das nicht besonders interessant ist. Spannend finde ich nur die optische Täuschung:

Das Stück Strand auf der rechten Seite sieht aus wie eine Steilklippe. Man kann das Bild dann umspringen lassen und sieht, dass es tatsächlich ein flaches Stück Strand ist. Meine Überlegung war, mit welchem Trick man diese scheinbare Steilklippe auf einem gemalten Bild vermeiden könnte ?


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Griechische Dialoge

Die Zeichnung ist von Gerda Kazakou. Ich habe sie mir frech herübergeholt um den Protagonisten beim Dialog ins Auge schauen zu können

Rechte Figur:  Vorsicht ! Gleichgewicht ! Wieso stehst du überhaupt auf einem Bein ?

Linke Figur: Qui Gong, der Kranich macht seine Hausübungen nicht

Was? Welcher Kranich ? Wolltest du nicht einen Hamster ?

Schon, aber du wolltest ja gleich ein Laufrad dazu kaufen. Jetzt lerne ich Qui Gong.

Gib mir Geduld !! Warum musst du dazu in diesen diffusen, farblosen Wolken einbeinig herumstehen ? Warum gehst du nicht wie andere Leute auf die Volkshochschule ?

Na ja, die musst du mir erst hinmalen

Dafür ist die Gerda zuständig

Beide: GERDA !!

 


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Georgia on my mind …….

Lang stand sie schon auf der Liste, die Ausstellung von Georgia O´Keefee. Sonntag haben wir es endlich geschafft. Ich mag das Bank Austria Kunstforum ziemlich gerne, weil die Ausstellungsräume überschaubar sind und ich nicht mit einer nicht zu verarbeitenden Flut von Eindrücken überschwemmt werde. Außerdem gibt es einen großen Museumsshop mit einer riesigen Auswahl an Kunstbüchern zu nicht allzu überzogenen Preisen. Es gelingt mir nie eine Ausstellung ohne Katalog zu verlassen. Außer die Kataloge sind ausverkauft, wie  bei der letzten Ausstellung in der ich war. Darüber  ärgere ich mich dann meistens ziemlich, weil in so einem Katalog meistens nicht nur Biografisches über die Künstler zu finden ist sondern auch Artikel über die neueste Rezeption und oft auch Hinweise darauf wo welche Werke zu finden sind

Kurz zusammengefasst – für mehr reicht es heute nicht – gefallen mir ihre reduzierten, abstrakten Frühwerke sehr gut. Fotos von Bildern sind immer nur eine müde Annäherung, nicht zu vergleichen mit dem Original, obendrein spiegelt hier das Glas ein bisschen; aber es vermittelt einen Eindruck …

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Georgia O´Keefee (1887 -1986) war und ist in den USA sehr populär, in Kanada und Europa weniger bekannt. Sie war eine Pionierin moderner Kunst in Amerika und hatte das Glück vom Anfang ihres Schaffens an geschätzt zu werden.

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Diese beiden Bilder (das obere und das untere) gefallen mir besonders gut. Die Reduktion in Farben und Formen erzeugt eine starke Ausstrahlung.

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Mit den meisten ihrer späteren Werken kann ich dann nicht viel anfangen, deswegen habe ich sie auch nicht fotografiert. Ich finde sie zu plakativ, mag auch den esoterischen Zugang nicht und die Farbgestaltung pink-rosa-pink ist auch nicht meines. Aber Kunst ist natürlich immer Geschmackssache.


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Bei mir bist du scheen …..

Mein erster Programmpunkt für den Sommer war ein dreitägiger Zeichenkurs in einem Atelier, das für mich eine ganz besondere Bedeutung hat. Dort bin ich das erste mal vor einer Staffelei gestanden mit einem ernstzunehmenden Pinsel in der Hand. Ich habe die drei Tage sehr genossen, obwohl der Kurs selbst nicht besonders war. Aber ich bin so gerne in dieser Werkstätte.

Objektiv betrachtet ist es ein sehr großes aber ziemlich schäbiges Atelier. Wann haben Künstler auch schon viel Geld übrig für Einrichtung und Innendekoration ? Immerhin lebt dieses Atelier seit Jahrzehnten von Kunstkursen, Kunstreisen, Ausstellungen, Lesungen, philosophischen und literarischen Debatten …

Es herrscht hier auch der Geist des „Alles-kann-man-noch-für-irgendetwas brauchen“

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Das räumlich sehr großzügige Atelier entstand durch die Zusammenlegung einer Wohnung mit einem Gassenlokal

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Daher gibt es hier auch einen Hinterhof zur vielfältigen Nutzung. Eine unendlich wacklige, selbstgebaute Stiege führt hinunter.

IMG_8162Nicht besonders schön das Ganze? Mag sein, aber es handelt sich um Leidenschaft, um Begeisterung, um Liebe, was machen da solche Oberflächlichkeiten wie die räumliche Umgebung, die Einrichtung aus ! Das Klima ist auf jeden Fall ein weites, offenes, kreativitätsförderndes ….