la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Samstag 30.11.19

So wenig ich Rudolf Steiners Ideologie schätze, so sehr gefallen mir die Schulen, die in seinem Namen geführt werden, wohl aber nicht nach allen seinen Ideen. Und ganz besonders mag ich den Advent-Bazar der Waldorfschulen. Viel Stimmung, viel Musik, sehr gutes Essen aus hochwertigen Zutaten, originelles Kusthandwerk weitgehend völlig plastikfrei und ganz frische Adventkränze. Selbstbewusste und sehr freundliche Schüler*innen, eine Menge Workshops für Kinder, viele Schüler*inneneltern, die mitarbeiten. Eine äußerst gelungene Veranstaltung, der ich wünsche, dass sie auch so viel wie irgend möglich eingenommen hat um die Finanzierung ihrer vielfältigen Projekte zu unterstützen.

Beim Fotografieren war ich sehr kettenorientiert und habe mit der Dame, die diese Schalketten und Wollketten gemacht hat ein sehr anregendes „fachliches“ Gespräch geführt. Nein, ich habe keine gekauft, ich habe beschlossen, mir die Freude zu machen, selbst welche zu fabrizieren.


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Farben ……. sehr empfehlenswert

Eines der faszinierendsten Sachbücher, die mir seit langem untergekommen sind.

Die Autorin hat große Teile der Welt bereist, auf der Suche nach dem Ursprung und der Herstellung von Farben. Sie hat dabei auch lange Zeitreisen gemacht, etwa ins Neolithikum zu den ersten Farben der Menschheit, dem Ocker. Dazu gibt es auch einen umfangreichen kulturhistorischen Exkurs zur Verwendung verschiedener Ockerfarben in verschiedenen Zeiten und Kulturen.

Das Buch ist in Kapitel zu verschiedenen Farben aufgeteilt. „Weiß“ zum Beispiel war für mich äußerst faszinierend. Aus welchen Stoffen man die Farbe gewinnt, welche Maler welche Varianten verwendet haben, wie sich die verschieden hergestellten Farben im Lauf der Zeit verändern, wie Fälscher und Restauratoren vorgehen.

Auch die Gewinnung roter Farbstoffe aus Cochenilleschildläusen hat eine bewegte Geschichte, die rund um die Welt führt und illustriert wie lebhaft zu allen Zeiten Handel betrieben wurde und wie schlaue Menschen sich an den ungewöhnlichsten Produkten bereichert haben. Blüte und Niedergang des Indigo-Strauches als Grundlage für die gleichnamige Farbe zeigt unter anderem ein Stück Kolonialgeschichte. Auch aktuellere politische Entwicklungen hatten Einfluss auf die Entdeckungsreisen der Autorin. Etwa der Besuch der afghanischen Lapislazuli-Bergwerke in denen die Steine für das schönste Ultramarinblau gewonnen werden. Die Autorin war dort in höchst gefährlichen talibanregierten Regionen unterwegs.

Interessant fand ich auch Informationen darüber, welche Firmen ihre Farben aus welchen Stoffen erzeugen (lassen) und ein kleiner Einblick in die Qualität der verschiedenen Produkte und die Überzeugungen ihrer Kunden. Mein Malfreund D. ist zum Beispiel felsenfest überzeugt, dass es keine leuchtenderen Aquarellfarben gäbe als die von Winsor & Newton. Natürlich hatten große Künstler auch ihre Vorlieben, die teilweise auf der Schönheit und teilweise auf der Haltbarkeit der Farben beruhten. Turner zum Beispiel ging es nur um die momentane Schönheit, die Haltbarkeit seiner Farben war ihm nicht wichtig, was für die Nachwelt bedauerlich ist.

Ein Buch, das mich über die offensichtliche Begeisterung der Autorin für ihr Thema auch begeistert hat und an dem ich sehr lange gelesen habe. Einerseits aus Zeitmangel andererseits aber auch, weil ich mir die einzelnen Informationen gewissermaßen auf der Zunge zergehen ließ. Was wegen der zahlreichen giftigen Farben eine etwas unglückliche Metapher ist.


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Gift und Geld – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane . Die Wörter kommen diesmal von fraggle

„Gewächshaus – jodhaltig – fälschen“

Diese 3 Begriffe in einem höchstens 300 Wörter langen Text einbauen

Manchmal stand sie in dem umgebauten Gewächshaus, dem Atelier ihres verstorbenen Vaters. Einige seiner Spätwerke standen hier noch an den Wänden und auf Staffeleien. Spät in seinem Leben hatte er diese riesigen, fröhlichen Bilder mit den minutiösen Details gemalt. In diesen Bildern lebten die Erinnerungen an das offene Haus, in dem sie mit fünf Geschwistern aufgewachsen war. Ihr Vater hielt sich zwar sehr viel in seinem Atelier auf, doch war er für seine Familie immer greifbar. Oft war das Atelier versperrt, doch sie musste nur anklopfen und er ließ sie hinein zu den verhängten Bildern zwischen denen er selbst auch oft eine Atemmaske trug.

Nur einmal erhaschte sie einen Blick auf eines der Bilder, ein auf dunklem Hintergrund leuchtendes Portrait.

„Warum sind die Bilder immer verhängt ?“  fragte sie einmal.

„Wegen der giftigen Farben“ sagte ihr Vater.

„Jodhaltig und so ?“

„Wie kommst du denn auf Jod ? Nein, nein, die alten Farben hat man aus ganz anderen Giften gemischt “

„Aber warum ……….“

„Schau ein Reh“ sagte er. Die vielen Wildtiere des Parks schienen immer in die Nähe des Ateliers zu kommen, wenn Fragen nicht beantwortet werden sollten. Manchmal sah sie die Tiere, manchmal nicht.

Von ihren Lehrern bekam sie das romantische Bild des armen Malers vermittelt, der sich trotz großem Fleiß und einmaliger Begabung kaum über Wasser halten konnte.  „Dein Vater ist da eine seltene Ausnahme. Ihr seid so viele und wohnt in einem Schloss mit Park mit mindestens so viel Luxus wie ein Großindustrieller“. Es klang immer etwas giftig, aber es war nun einmal tatsächlich so.

Nach dem Tod des Vaters erklärte die Mutter endlich einiges. „Dein Vater war ein Genie. Er konnte alles malen, von Leonardo bis Monet. Gefälscht ? …….. nein, so kann man das nicht sehen. Seine Bilder waren einfach mindestens so gut wie die Originale und manchmal teurer.“

298 Wörter


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Experimentelle Malerei

Zu meinem Malseminar im Juli im kühlen, alten Kloster umgeben von extremen Außentemperaturen, die sich langsam aber sicher in die steinernen Gebäude hineinarbeiteten, habe ich ein paar Fotos gemacht.

Es ging hier wohlgemerkt nicht um das Abbilden irgendwelcher Gegenstände, Personen oder Landschaften, es ging um Experimentelles, um Materialkunde, um das Erzeugen von Strukturen, vielleicht auch um die Erkenntnis, dass ein Bild auch nach der x-ten Schicht nicht fertig sein muss und dass zufällig entstandene Strukturen durchaus die eigene, aktuelle Gemütsverfassung spiegeln können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

unterste Schicht: Gouachefarben auf Leinwand dann Spachtelmasse, dann wieder Gouache.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karton mit Acrylbinder auf Leinwand geklebt, eine Schicht Gouachefarben, nochmals Acrylbinder, mehrere Schichten Farben lasiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leinwand mit einem bunten Acrylbild mit weißer Acrylfarbe neu grundiert, teilweise Spachtelmasse, Gouachefarben, Spachtelmasse, Gouachefarben, dazwischen in glühender Sonne getrocknet.

Ich bin immer noch sehr zufrieden mir allem, was ich ausproieren konnte und gelernt habe. Es ist um vieles mehr als man hier sehen kann.

 


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Donnerstag 25.7.19 – Dazwischen

Wunderbar habe ich heute geschlafen, zuhause in meinem kühlen Zimmer. Kühl war das Zimmer in dem Gasthof, in dem wir logiert haben ganz und gar nicht. Es war ein gutes Zimmer mit viel Platz und einem geräumigen Bad, in der Nähe des alten Klosters, wo wir gemalt haben, aber es war heiß. Ich habe mit sperrangelweit offenem Fenster nackt geschlafen und trotzdem wurde es erst ab ungefähr 4 Uhr früh kühler. Nachdem das Zimmer im ersten Stock war und darunter das Wirtshaus und eine Hauptstraße des Orts lagen, konnte man auch jedes Geräusch hören. Aber 5 Tage malen, haben die unangenehme Hitze und den schlechten Schlaf mehr als aufgewogen.

Das Foto ist bewusst verschwommen. Es ist schließlich ungehörig erkennbare Fotos von Leuten bei Ausübung ihres Hobbys zu machen. Unser Malsaal war die Kapelle des alten Klosters St. Anna in der Wüste. „Wüste“ wegen eines Übersetzungsfehlers aus dem Griechischen, gemeint war wohl „Einöde“, denn die Gegend hat so gar nichts wüstenartiges an sich. Das Kloster liegt mitten im Wald, neben dem ebenfalls  dichtbewaldeten Leithagebirge. Es wurde von den Unbeschuhten Karmelitinnen bewohnt, die in ganzer Länge ihres Namens „Unbeschuhte Schwestern des Ordens der Allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel“ heißen und der weibliche Zweig der Karmeliter waren oder vielleicht immer noch sind. Falls Orden denn noch Nachwuchs haben.

Mehrere dieser wuscheligen Rinder, inklusive zwei Kälber, die besonders süß waren, standen auf der benachbarten Weide. Leider gibt es nun einmal dort, wo es Rinder gibt auch Bremsen und das sind sehr unerfreuliche Viecher, die um uns kreisten, gemeinsam mit einer Unmenge an Fliegen, denen aber die Farben nicht besonders gut bekommen sind. Ich hatte Glück und bin den Bremsen entkommen, aber eine meiner Malfreundinnen wurde gestochen. Allerdings ist sie eine vorsichtige Ärztin und immer mit allen möglichen Salben und Mittelchen ausgerüstet. Auf der anderen Seite der Klostermauer hatte ein Bauer seinen Stall. Nachmittags, machte er dort die Fenster auf und ein bestialischer Gestank zog zu uns herüber. Aber auch das war eine Kleinigkeit verglichen mit der Kühle und dem angenehmen Ambiente zwischen den alten Mauern.

In der Sakristei der Kapelle gibt es eine kleine Küche und einen Wasseranschluss. Den durften wir aber zum Pinsel auswaschen nicht benutzen und so wanderten wir immer wieder mit Wasserkübeln durch den glühend heißen Hof zu einem Wasserhahn im Freien. Daneben stand auch das Klohäuschen. Alles etwas provisorisch, unser Kurs hieß aber auch „experimentelle Malerei“und machte seinem Namen in jeder Hinsicht alle Ehre. Sobald ich es geschafft haben werde meine Bilder zu fotografieren, werde ich dazu etwas schreibe und herzeigen. Das kann aber noch eine Weile dauern, denn Sonntag Früh mache ich mich auf den Weg nach Hamburg und habe bis dahin noch vieles zu erledigen.


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Montag 22.7.19

So viel habe ich in drei Tagen gelernt über Farben, Pigmente und Binder über die Möglichkeiten Strukturen zu erzeugen. Materialkunde eben.

Das Kloster hat dicke Steinmauern, drinnen ist es kühl, aber zum Wasserholen und Pinsel waschen müssen wir das Kloster umrunden, in ziemlich glühender Hitze. Auch das Klohäuschen ist weit weg.

Das Kloster soll ein ganz besonderer Kraftort sein. Wie auch immer, jedenfalls hat es eine sehr angenehme Atmosphäre.

Inzwischen habe ich vier Bilder angelegt und die werden wahrscheinlich bis Mittwoch Abend nicht fertig. Schicht über Schicht über Schicht …


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Samstag 20.7.2019678

Malerisch im wahrsten Sinn des Wortes ist das alte Kloster in dem wir malen. Kühl ist es in der ehemaligen Kapelle außerdem. Es ist eine recht große Gruppe, die sich da versammelt hat, 12 Leute iinklusive meine Freundinnen, die um die Mittagszeit gekommen sind. Die beiden sind mit einer weiteren Kursteinehmerin befreundet.,  die im Nachbarort wohnt und so kam ich heute in den Genuss eines abkühlenden Bads in einem sehr hübschen Biotop und eines lustigen Abends. Drei Bilder habe ich angelegt, morgen geht es weiter.