la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Experimentelle Malerei

Zu meinem Malseminar im Juli im kühlen, alten Kloster umgeben von extremen Außentemperaturen, die sich langsam aber sicher in die steinernen Gebäude hineinarbeiteten, habe ich ein paar Fotos gemacht.

Es ging hier wohlgemerkt nicht um das Abbilden irgendwelcher Gegenstände, Personen oder Landschaften, es ging um Experimentelles, um Materialkunde, um das Erzeugen von Strukturen, vielleicht auch um die Erkenntnis, dass ein Bild auch nach der x-ten Schicht nicht fertig sein muss und dass zufällig entstandene Strukturen durchaus die eigene, aktuelle Gemütsverfassung spiegeln können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

unterste Schicht: Gouachefarben auf Leinwand dann Spachtelmasse, dann wieder Gouache.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karton mit Acrylbinder auf Leinwand geklebt, eine Schicht Gouachefarben, nochmals Acrylbinder, mehrere Schichten Farben lasiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leinwand mit einem bunten Acrylbild mit weißer Acrylfarbe neu grundiert, teilweise Spachtelmasse, Gouachefarben, Spachtelmasse, Gouachefarben, dazwischen in glühender Sonne getrocknet.

Ich bin immer noch sehr zufrieden mir allem, was ich ausproieren konnte und gelernt habe. Es ist um vieles mehr als man hier sehen kann.

 


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Donnerstag 25.7.19 – Dazwischen

Wunderbar habe ich heute geschlafen, zuhause in meinem kühlen Zimmer. Kühl war das Zimmer in dem Gasthof, in dem wir logiert haben ganz und gar nicht. Es war ein gutes Zimmer mit viel Platz und einem geräumigen Bad, in der Nähe des alten Klosters, wo wir gemalt haben, aber es war heiß. Ich habe mit sperrangelweit offenem Fenster nackt geschlafen und trotzdem wurde es erst ab ungefähr 4 Uhr früh kühler. Nachdem das Zimmer im ersten Stock war und darunter das Wirtshaus und eine Hauptstraße des Orts lagen, konnte man auch jedes Geräusch hören. Aber 5 Tage malen, haben die unangenehme Hitze und den schlechten Schlaf mehr als aufgewogen.

Das Foto ist bewusst verschwommen. Es ist schließlich ungehörig erkennbare Fotos von Leuten bei Ausübung ihres Hobbys zu machen. Unser Malsaal war die Kapelle des alten Klosters St. Anna in der Wüste. „Wüste“ wegen eines Übersetzungsfehlers aus dem Griechischen, gemeint war wohl „Einöde“, denn die Gegend hat so gar nichts wüstenartiges an sich. Das Kloster liegt mitten im Wald, neben dem ebenfalls  dichtbewaldeten Leithagebirge. Es wurde von den Unbeschuhten Karmelitinnen bewohnt, die in ganzer Länge ihres Namens „Unbeschuhte Schwestern des Ordens der Allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel“ heißen und der weibliche Zweig der Karmeliter waren oder vielleicht immer noch sind. Falls Orden denn noch Nachwuchs haben.

Mehrere dieser wuscheligen Rinder, inklusive zwei Kälber, die besonders süß waren, standen auf der benachbarten Weide. Leider gibt es nun einmal dort, wo es Rinder gibt auch Bremsen und das sind sehr unerfreuliche Viecher, die um uns kreisten, gemeinsam mit einer Unmenge an Fliegen, denen aber die Farben nicht besonders gut bekommen sind. Ich hatte Glück und bin den Bremsen entkommen, aber eine meiner Malfreundinnen wurde gestochen. Allerdings ist sie eine vorsichtige Ärztin und immer mit allen möglichen Salben und Mittelchen ausgerüstet. Auf der anderen Seite der Klostermauer hatte ein Bauer seinen Stall. Nachmittags, machte er dort die Fenster auf und ein bestialischer Gestank zog zu uns herüber. Aber auch das war eine Kleinigkeit verglichen mit der Kühle und dem angenehmen Ambiente zwischen den alten Mauern.

In der Sakristei der Kapelle gibt es eine kleine Küche und einen Wasseranschluss. Den durften wir aber zum Pinsel auswaschen nicht benutzen und so wanderten wir immer wieder mit Wasserkübeln durch den glühend heißen Hof zu einem Wasserhahn im Freien. Daneben stand auch das Klohäuschen. Alles etwas provisorisch, unser Kurs hieß aber auch „experimentelle Malerei“und machte seinem Namen in jeder Hinsicht alle Ehre. Sobald ich es geschafft haben werde meine Bilder zu fotografieren, werde ich dazu etwas schreibe und herzeigen. Das kann aber noch eine Weile dauern, denn Sonntag Früh mache ich mich auf den Weg nach Hamburg und habe bis dahin noch vieles zu erledigen.


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Montag 22.7.19

So viel habe ich in drei Tagen gelernt über Farben, Pigmente und Binder über die Möglichkeiten Strukturen zu erzeugen. Materialkunde eben.

Das Kloster hat dicke Steinmauern, drinnen ist es kühl, aber zum Wasserholen und Pinsel waschen müssen wir das Kloster umrunden, in ziemlich glühender Hitze. Auch das Klohäuschen ist weit weg.

Das Kloster soll ein ganz besonderer Kraftort sein. Wie auch immer, jedenfalls hat es eine sehr angenehme Atmosphäre.

Inzwischen habe ich vier Bilder angelegt und die werden wahrscheinlich bis Mittwoch Abend nicht fertig. Schicht über Schicht über Schicht …


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Samstag 20.7.2019678

Malerisch im wahrsten Sinn des Wortes ist das alte Kloster in dem wir malen. Kühl ist es in der ehemaligen Kapelle außerdem. Es ist eine recht große Gruppe, die sich da versammelt hat, 12 Leute iinklusive meine Freundinnen, die um die Mittagszeit gekommen sind. Die beiden sind mit einer weiteren Kursteinehmerin befreundet.,  die im Nachbarort wohnt und so kam ich heute in den Genuss eines abkühlenden Bads in einem sehr hübschen Biotop und eines lustigen Abends. Drei Bilder habe ich angelegt, morgen geht es weiter.


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Freitag 19.7. 19 – Pechtag

Nicht wenig ist schief gegangen, gar nicht wenig. Nach ordentlich stressigem Einpacken haben wir uns auf den Weg gemacht. Die Hinfahrt war dann eher problemlos bis auf eine großflächig zu umrundende Baustelle. In meinem Gasthof angekommen, schleppten wir alles hinauf, aber was fehlte, eh nur die drei großen Leinwände, die ich mir zu diesem Zweck gekauft hatte. Zum Glück weiß Google wo man was möglichst in der Nähe bekommt und so fuhren wir in  einen Industriepark in Bruck an der Leitha wo es jede Menge Leinwände zu kaufen gab. Dass unterwegs einige Autos vor uns ein heftiger Auffahrunfall stattfand, habe ich noch ausgelassen und dass wir am See saßen und das Trinkwasser und das Obst im Auto vergessen hatten. Am See haben wir auch eine besonders steinige und schlammige Bucht erwischt. Aber was soll. Der F ist gut wieder zuhause angekommen und ich freue mich auf den malkurs. Die Formatierung von diesem Text ist wahrscheinlich mindestens seltsam. Tut mir leid.


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Donnerstag 18.7. 19 – Schuhe um doch nicht allzu weit zu gehen

Schuhe, die man auf eine Reise mitnehmen möchte, muss man eingehen. Egal, ob es eine Bergwanderung werden soll, ein Strandaufenthalt oder eine Besichtigungstour, auf jeden Fall müssen die Schuhe erprobt sein. Drückende Schuhe sind eine schwere Belastung für die gute Laune, vor allem wenn man den ganzen Tag lang keine Gelegenheit hat, andere anzuziehen. Meine Idealvorstellung sind Schuhe auf denen man geht wie auf Wolken. So etwas gibt es ja durchaus und in den letzten Jahren durchaus auch in einer Optik bei der man sich nicht zwischen „bequem aber richtig scheußlich“ und „zwar nicht so bequem, aber einigermaßen ästhetisch aussehend“ entscheiden muss. Trotzdem muss man auch die bequemsten Schuhe eingehen und hoffen, dass es keine bösen Überraschungen gibt.

Damit war ich heute intensiv beschäftigt. Genauso intensiv habe ich Koffer gepackt. Einen Reisekoffer und einen mit Malutensilien. Schätze habe ich da ausgegraben. Mir war gar nicht klar, wie viele Pigmente ich besitze und wie viele große Behälter mit Gouache Farben. Dann habe ich die Beschreibung des Kurses gelesen, „wir bevorzugen Acryl“ steht da, wer ist wohl „wir“? Ich bevorzuge Gouache. Das klingt so wie „wie geht es uns denn heute?“ oder „wir wollen doch nicht ….. “ Schrecklich. Ich jedenfalls gedenke mit Gouache-Farben zu malen und habe mir auch einen Binder dazu gekauft.  Die Expertin im Künstlerbedarfs-Geschäft hat mir versichert, dass man mit Gouache auch mit und über Spachtelmasse malen kann, höchstens besteht die Gefahr, dass es ein bisschen aufspringt. Das stört mich nicht annähernd so wie „wir bevorzugen“, so ein Schmarrn.

Meine beiden Malfreundinnen, mit denen ich mich morgen Abend treffen wollte, haben leider ein Problem mit ihrer Katze, die arme Mieze hat Lungenentzündung und sie müssen morgen noch einmal mit ihr zum Tierarzt. Falls es ihr dann besser geht, schaffen sie vielleicht den Samstag, oder auch nicht. An diesem ohnehin etwas schwierigen Tag hat uns obendrein die Putzfrau im Stich gelassen. Solche Tage muss es auch geben sonst wüsste man die anderen nicht zu schätzen. Der F hat sich frei genommen und – vorbedinglich des Ausbleibens weiterer Hindernisse – machen wir uns morgen einen Badetag und reisen dann in der gebuchten Unterkunft an, wo ich dann über Nacht bleibe. Der Ort an dem der Kurs stattfindet ist ein paar Kilometer von dem Logis entfernt, zu weit um beladen mit sämtlichen Utensilien zu Fuß zu gehen. Die Malfreundinnen sind mit Auto unterwegs und hätten mich mitgenommen. Aber was soll`s, es wird sich schon jemand finden, der mich und meine Tonnen von Farben, Pigmenten, Leinwänden etc mitnimmt.

 


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Dienstag 16.7.19

Ein Künstlerbedarfsgeschäft ähnelt dem Schlaraffenland, Meter um Meter stehen da Aquarell-, Acryl-, Öl- und Gouachefarben aufgereiht, ebenso Pinsel aller Stärken und Qualitäten, Stifte aller Art, verschiedene Kreiden, Pigmente, Fixierer, Spachtelmassen, Papier, Leinwände, Rahmen und und und. Zum Glück hatte ich nicht viel Zeit und so habe ich (fast) nur Dinge mitgenommen, die ich für die nahende Malwoche brauche. Also, wenn ich sie bei dieser Gelegenheit doch nicht brauchen sollte, werden sie zu einer anderen Gelegenheit sicherlich sehr nützlich sein. Hat da jemand gehüstelt und auf die Kisten mit Pigmenten und Farben verwiesen, die ich immer hin und her räume, das kann ich ja wohl nur selbst gewesen sein…..

Die abendliche Meditationspraxis hat mir nicht annähernd so gut gefallen wie beim letzten Mal, es hat nicht gelohnt durch die halbe Stadt hin und wieder zurück zu fahren. Ich bin da bei einer tantrischen Praxis gelandet, bei der es wichtig ist, gut zu visualisieren und damit habe ich noch sehr wenig Erfahrung. Obendrein zweifle ich an der tiefreichenden Kompetenz der Leiterin dieser Praxis. Naja, ich muss mich noch ein bissl einlesen und dann gebe ich der Sache noch eine Chance. Jetzt ist aber ohnehin Sommerpause und gleichzeitig mit dem nächsten Termin im Herbst findet die schulische Eröffnungskonferenz statt, es dauert also noch über zwei Monate bis ich mich entschließen muss, ob ich nochmal hingehen soll oder nicht.