Montag 27. Juni 2022- Margaret Attwoods USA

Mir kommt vor, dass die Gesellschaft der USA sich immer mehr in Richtung der Horrorvision von Margaret Atwoods „The Handmaid´s Tale“ (die Geschichte der Magd). bewegt. Völliges Verbot von Abtreibungen, was dazu führt, dass jene Frauen, die es sich leisten können in Kanada abtreiben, die anderen in finsteren Hinterzimmern. Die erzkonservativen Höchstrichter, die durch Trumps Ernennungen in der Mehrheit sind, sollen sogar über ein Verbot der Empfängnisverhütung nachdenken. Das ist kaum exekutierbar, dennoch erstaunt es doch sehr, dass es möglich ist, derartig rückschrittliche Gesetze zu erlassen und gleichzeitig von der Freiheit der Einzelnen zu reden. Die Freiheit soll man dann wohl hauptsächlich daran merken, dass noch mehr Waffen gekauft werden können.

Es beginnt immer mit der Beschneidung der Rechte der Frauen und dann ist die jeweilige Gesellschaft schon auf dem Weg in Realität gewordene Dystopien.

Themenwechsel, weil ich mich ja nicht zu politischen Themen äußern will und das schon wieder nicht schaffe.
Wie gerne hätte ich annähernd die Energie eines kleinen Kinds, das gehen lernt. Ein Schritt – plumps, umgefallen – wieder aufstehen, vier Schritte, plumps , – wieder aufstehen usw usf solange bis das Gehen funktioniert. Und diese absolute Konzentration und Zielgerichtetheit … Ich dagegen hänge wie eine müde Fliege herum.

Manchmal ist die Donau doch blau

27 Gedanken zu “Montag 27. Juni 2022- Margaret Attwoods USA

  1. ich hätte manchmal nicht nur allzu gerne die Energien eines kleinen Kindes, sondern auch dessen schier unbegrenzte Lernfähigkeit. Dann hätte ich mich gestern Nachmittag nicht so ungemein deppert angestellt, obwohl ich seit gut einem Jahr täglich ein wenig Italienisch lerne, als der Mann einer Nachbarin in dieser wunderschönen Sprache mit mir etwas Konversation machen wollte…
    Was sich in den USA mittlerweile abspielt, entsetzt mich so sehr, dass ich es kaum in Worte fassen konnte. Das war mal das Land meiner Träume! Als junge Frau wäre ich zu gerne dorthin ausgewandert! Mittlerweile bin ich froh darüber, es nicht getan zu haben…

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  2. Die USA auf dem Weg zurück, ja, wohin? Von vordemokratischen Zeiten kann man dort ja gar nicht reden, sogar die Ureinwohner waren fortschrittlicher bzw. klüger. Sehr interessant zur amerikanischen vorkolonialen Geschichte fand ich das Buch von David Graeber/David Wengrow, Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit.
    Es ist alles so traurig, dass ich mich am liebsten von allen politischen Informationen verabschieden möchte. Nicht so einfach nach einem langen, politisch interessierten Leben.
    Jedenfalls erhoffe ich Abkühlung für dich 🙂🍦🍺

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  3. Wenn man in den USA wohnt, kann man vielleicht gedanklich Ordnung ins Chaos bringen. Es gab ja Bekannte von mir, die wählten trump. Was sie bewog das ist einem Europäer wohl schwer vermittelbar.

    Chaos scheint generell das Motto zu sein in der ganzen Welt. Ich verstehe daher nicht die Motive der Politiker für ihren Beruf.Was können sie überhaupt bewirken?
    Mir kommen sie vor wie ein Kind, das das Meer auszulöffeln gedenkt.

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    1. So sehr ich deinen Gedanken auch verstehen kann, was wäre denn die Alternative? Völlige Anarchie?
      Mir kommt ganz spontan ein Spruch der Marine in den Kopf, den mein Mann mal brachte: „Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt’s einen, der den Scheißdreck regelt“.
      Ich übersetze das mal mit „irgendwer muss es ja tun.“ Manche können es besser, andere eben nicht. Leider.

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    2. „All that is necessary for the triumph of evil, is that good men so nothing.“ Edmund Burke (brit. Schriftsteller, Philosoph und Politiker 1790) ….. darum gehen Leute in die Politik. Manchmal scheint es darum zu gehen, das Schlimmste gerade noch irgendwie zu verhindern versuchen.

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      1. Ein blöder Vergleich von mir jetzt:
        Ob jemand 80 m tief fällt oder nur 50, das macht keinen Unterschied.
        Aber vielleicht müsste mal ein guter Politiker klar und authentisch erklären, wieso er das TROTZ ALLEM macht. Würde mich interessieren.

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        1. Die Alternative zu politischem Handeln gibt’s halt leider nicht. Wären wir gesundheitlich nicht so eingeschränkt, könnten wir uns vorstellen, dass wir in der Politik gelandet wären. Wir haben uns schon engagiert, hatten nur nicht genug Kraft dafür. Aus Idealismus, weil wir nicht anders können als positiv zu denken und deshalb auch daran glauben Dinge bewegen zu können. Mag naiv sein, ist uns aber lieber als aufzugeben.

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