la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Rust 2 – Sonne und Schilf, Eile und malen

Es ist ja nun auch schon wieder eine Woche her, dass ich einen Tag Nebelschilf und einen Tag Sonnenschilf erlebt habe. So ein See kann verschiedenste Stimmungen vermitteln und hat damit auch viele Möglichkeiten mit seinen Bewunderern zu kommunizieren.

Wasserspiegelungen spielen wie immer eine große Rolle, aber auch der Wind. Schilf im Wind ist eine unerschöpfliche Quelle von Eindrücken, von Bewegtheit, Schärfe und Verschwommenheit. Es ist eine so ungemein lebendige Pflanze. img_0547img_0582img_0552Seltsames gab es in Rust auch zu sehen. Was könnte man nicht für Horrorgeschichten rund um dieses Foto schreiben ….. Gekreuzigte Ente, Voodoo …… img_0600Nachdem ich vorhatte so pünktlich wie irgend möglich zu meiner Malgruppe in Wien zu stoßen, verabschiedete ich mich nach dem Mittagessen von diesem wenig interessanten Seminar und stapfte durch den Ort in Richtung Busstation. Vorbei an verschiedenen Arten von derzeit verlassenen Storcheneigenheimen. In der Straße durch die ich ging, gab es fast auf jedem Dach eines. Das Burgenland ist bekannt für seine großen Storchpopulationen mitten in den Orten.img_0613


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Rust 1 – Wo ist der See ?

Ich war zu einem Seminar in Rust zitiert. Nun ist Rust ein sehr idyllischer Ort am Neusiedlersee mit einem sehr schönen Seminarhotel und daher freute ich mich auch auf den Ort, nicht auf das Seminar. In meinem Alter hält man selbst Fortbildungen oder hält sich von ihnen fern. Ausnahmen gibt es allerdings immer und die haben im Normalfall mit dem Ort zu tun , an dem solche Veranstaltungen abgehalten werden.

Ich stand – gefühlt – mitten in der Nacht auf und gondelte mit einem Bus durch das schöne Burgenland. Straßendörfer, Storchennester auf den Hausdächern, unzählige Heurige und Weinkeller, ungarisches Radio. An vielen Stellen Schneereste. Offenbar war es hier um die entscheidenden Zentigrade kälter als in Wien, wo es nicht geschneit hat. Es herrschte dichter Nebel, was einerseits sehr idyllische Ausblicke bot, für die Verkehrssicherheit aber doch nicht so optimal war.

Der Fahrer diskutierte mit einem mitfahrenden Kollegen, wie man Frauen behandeln müsse damit sie „brav blieben“. Ich wusste nicht recht, ob ich darüber lachen oder weinen sollte und entschloß mich dazu, aus dem Fenster zu schauen. Wir kamen pünktlich an und die Wellen der Langeweile schlugen über mir zusammen. Konnte ich zu dem Referenten sagen: „lieber A, was du da so stolz als deine neueste Erfindung vorstellst – und obendrein in ausufernder Langatmigkeit – haben wir schon vor 20 Jahren gemacht.“ Lohnt sich das ? Nein, eindeutig nicht. Ich verlängere lieber die Pause und schaue mich ein bisschen um.

Das Essen war bodenständig und ziemlich gut: Gansl mit Rotkraut und Serviettenknödel; so bin ich unerwartet noch zu einem Martinigansl gekommen. Der Nachmittag ist auch vergangen, schleppend aber doch. Inzwischen waren die Zimmer fertig. Sehr amüsant, hier wurde während der Hochblüte der Glaswandbadezimmermode renoviert. Die Wand zwischen Zimmer und Bad wurde ausgeschnitten und mit einer Glaswand versehen mit dem Ergebnis, dass man, wenn man duscht durch das Zimmer durchsehen kann, über den Balkon und direkt auf den See. Das Bett steht vielleicht einen Meter neben der Badewanne mit einer Glaswand zwischen beiden. Nachdem diese Mode aber offenbar hauptsächlich den Architekten gefallen hat, wurde eine Jalousie eingebaut, die man elektrisch über einen Schalter im Bad rauf- und runterfahren kann.img_0513Das Abendessen vergeht mit angenehmem Geplauder über die neuesten Neuigkeiten und wiederum sehr gutem Essen, dann ist mein Bedarf an Geselligkeit für diesen Tag gedeckt und ich mache mich auf zu einem Abendspaziergang zum See. Es war allerdings so neblig, dass der See nicht zu sehen war. Es gab ein paar Wege, die ich verdächtigt habe eventuell ans Ufer zu führen, aber ich habe mich nicht getraut, ihnen zu folgen, weil ich nicht gesehen hätte, wenn sie direkt ins Wasser geführt hätten.

Die Stimmung ist schaurig. Niemand ist zu sehen, aber aus dem Nebel sind Stimmen zu hören. Das beunruhigende daran ist, dass die Richtung aus der die Stimmen kommen nicht eindeutig zu bestimmen ist.

img_0510Hätte ich nur einen Blick auf die Homepage geworfen, hätte ich gewusst, dass das Hotel ein Schwimmbad hat und Badegewand mitgenommen Schade, aber selber schuld. img_0519Sogar bei Tag sieht Schilf im Nebel etwas beunruhigend aus.

Es ist so still, wie es in der Stadt nie ist und ich schlafe bei gekipptem Fenster, kalte, saubere Luft ohne Feinstaub.


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Künstler im Südburgenland

Ich bin in diesem Sommer ziemlich intensiv unterwegs, aber mein lieber F hat nur eine einzige mickrige Woche Urlaub, weil er erst im Mai mit seinem derzeitigen Job begonnen hat. Wir haben also gemeinsam eine Woche Urlaub im Südburgenland und der Südsteiermark gemacht. Beides sind Grenzregionen zu Ungarn und Slowenien.

Das Burgenland war eine sehr arme, bäuerliche Region, direkt am Eisernen Vorhang. Dank vielem Geld von der EU (das Österreich sicher großteils selbst eingezahlt hat, aber trotzdem …. ) hat es hier starke, strukturelle Veränderungen gegeben. Der Thermenboom, hat aus vielen Bauern Pensions- und Hotelbesitzer gemacht. Wir haben nur sehr wenige „aktive“ Bauernhöfe gesehen.

Hier findet man auch das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab. Es ist ein Teil eines besonders hübschen Dorfs, bestehend aus einem Komplex alter originaler Bauernhöfe mit Nebengebäuden. Alles wurde nach und nach sorgfältig renoviert. Wir hatten das Glück eine Dame dort anzutreffen, die gerade einen Papierschöpfkurs abhielt und auch Fremdenführerin war. Eine dieser Allrounderinnen, die zur allgemeinen Bewunderung auch in nicht mehr ganz jungen Jahren von einer langen Reihe von künstlerischen und sonstigen Aktivitäten recht gut leben kann.

Sie erzählte uns die Geschichte der einzelnen Gebäude und des Dorfes insgesamt. Eine lange Reihe von Künstlern, von denen mir die Schriftsteller am bekanntesten waren (Handke, H.C Artmann) hat hier schon gearbeitet. Es finden auch jede Menge Workshops statt. Zwischenprodukte des Papierschöpfworkshops kann man im Hintergrund des ersten Fotos an der Wäscheleine hängend sehen.

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Interessantes Detail: es gibt wenige Firmen, die professionell Strohdächer herstellen können. Für eine Dachsanierung oder ein neues Dach gibt es eine Vorlaufzeit von mindestens 3 Jahren. Von dem eigentlich ausgestorbenen Gewerbe der Strohdacherzeugung lebt es sich also recht gut. Das Dach im Hintergrund wurde vor kürzem „gekämmt“. Durch diese Wartung des Strohs wird die Wasserableitung wieder verbessert.

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Es wird hier nicht nur gearbeitet sondern auch heftig gefeiert. Bei unserem Spaziergang durch die zentrale Wiese haben wir einen Sektkorken gesehen, der recht neu gewirkt hat 🙂 Das Burgenland ist eine Region der Künstler und Weintrinker, wahrscheinlich auch zahlreicher Alkoliker und vieler Störche und anderer Vögel ….


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Im Doppelpack – das Mondgrasprojekt 11

Der Neusiedlersee ist ein Steppensee mit einem dichten Schilfgürtel, daneben liegt der Nationalpark Seewinkel, ein Vogelparadies in dem auch verschiedene Wildtierarten gezüchtet und gehalten werden. Eine ganz eigene Landschaft, die allein schon von ihren Farben her an große Steppen erinnert. Wenn die Sonne darauf scheint (was sie an diesem Tag leider nicht gemacht hat) leuchtet das Schilf in einem speziellen Gold. Farblich besonders ästhetisch sind auch die Salzlacken und die sie umgebende Erde.

Mein Doppelpack ist also: See + Schilf

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