la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Awakening – Weekly Photo Challenge

Awakening lake

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Keine Hasen am See

Intensiv melancholische Stimmung, heute am Neusiedleersee. Wunderschöne hohe Himmel, die weite Steppenlandschaft des Seewinkels, aber kühl und windig.Viel Nähe und Entspannung. F. hat in letzter Zeit so viel gearbeitet, dass ich schon das burn-out am Horizont sehe, aber es ist ein gutes Zeichen, dass er sich noch so gut entspannen und loslassen kann. Unseren geplanten, gemeinsamen Frühlingsurlaub mussten wir stornieren. Wildenten und -gänse fliegen in streng geometrischen Formationen und die Ornithologen laufen mit überdimensionierten Objektiven herum.Insgesamt sind aber nur wenige Menschen unterwegs, zu Fuß, auf dem Rad, auf Pferden.

Kalter Wind, auf den ersten Blick keine Spur von Grün, aber der Frühling bricht doch durch, auch wenn man es kaum mehr glauben würde. Wahrscheinlich wird jetzt alles sehr schnell aufbrechen und ausschlagen und innerhalb von ein paar Tagen wird es hier ganz anders aussehen.

Auch alte Bretter haben Frühlingsgefühle und können die unwahrscheinlichsten Farben annehmen.


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Eigentlich

Eigentlich wollten wir baden gehen am Meer der Wiener, am Neusiedlersee. Es war seit Tagen ausgemacht. Eine Freundin sollte uns abholen, damit wir nur mit einem Auto fahren. Wir fuhren auch mit einem Auto, aber im strömenden Regen. Es war eigentlich großartig, die extreme Hitzewelle gebrochen, kühle Luft, Wasser für die Landwirtschaft, aber eigentlich wollten wir eben baden gehen.

Nun denn, wir haben die Badesachen im Auto gelassen und sind nach Eisenstadt gefahren, in die nette kleine Hauptstadt des Burgenlandes und haben beschlossen das dortige Barockschloß zu besichtigen. Es war recht interessant, wir erfuhren zum Beispiel die schockierende Tatsache, dass noch heute 1/5 des Burgenlandes der Familie Esterhazy gehört. Wieviel ihnen in Ungarn und anderen Nachbarländern noch gehört, möchte ich gar nicht wissen. Esterhazyrostbraten fällt mir ein und Esterhazytorte ….

Ein höchst unbarockes Kunstwerk ist mir auch ins Auge gesprungen.


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Rust 2 – Sonne und Schilf, Eile und malen

Es ist ja nun auch schon wieder eine Woche her, dass ich einen Tag Nebelschilf und einen Tag Sonnenschilf erlebt habe. So ein See kann verschiedenste Stimmungen vermitteln und hat damit auch viele Möglichkeiten mit seinen Bewunderern zu kommunizieren.

Wasserspiegelungen spielen wie immer eine große Rolle, aber auch der Wind. Schilf im Wind ist eine unerschöpfliche Quelle von Eindrücken, von Bewegtheit, Schärfe und Verschwommenheit. Es ist eine so ungemein lebendige Pflanze. img_0547img_0582img_0552Seltsames gab es in Rust auch zu sehen. Was könnte man nicht für Horrorgeschichten rund um dieses Foto schreiben ….. Gekreuzigte Ente, Voodoo …… img_0600Nachdem ich vorhatte so pünktlich wie irgend möglich zu meiner Malgruppe in Wien zu stoßen, verabschiedete ich mich nach dem Mittagessen von diesem wenig interessanten Seminar und stapfte durch den Ort in Richtung Busstation. Vorbei an verschiedenen Arten von derzeit verlassenen Storcheneigenheimen. In der Straße durch die ich ging, gab es fast auf jedem Dach eines. Das Burgenland ist bekannt für seine großen Storchpopulationen mitten in den Orten.img_0613


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Rust 1 – Wo ist der See ?

Ich war zu einem Seminar in Rust zitiert. Nun ist Rust ein sehr idyllischer Ort am Neusiedlersee mit einem sehr schönen Seminarhotel und daher freute ich mich auch auf den Ort, nicht auf das Seminar. In meinem Alter hält man selbst Fortbildungen oder hält sich von ihnen fern. Ausnahmen gibt es allerdings immer und die haben im Normalfall mit dem Ort zu tun , an dem solche Veranstaltungen abgehalten werden.

Ich stand – gefühlt – mitten in der Nacht auf und gondelte mit einem Bus durch das schöne Burgenland. Straßendörfer, Storchennester auf den Hausdächern, unzählige Heurige und Weinkeller, ungarisches Radio. An vielen Stellen Schneereste. Offenbar war es hier um die entscheidenden Zentigrade kälter als in Wien, wo es nicht geschneit hat. Es herrschte dichter Nebel, was einerseits sehr idyllische Ausblicke bot, für die Verkehrssicherheit aber doch nicht so optimal war.

Der Fahrer diskutierte mit einem mitfahrenden Kollegen, wie man Frauen behandeln müsse damit sie „brav blieben“. Ich wusste nicht recht, ob ich darüber lachen oder weinen sollte und entschloß mich dazu, aus dem Fenster zu schauen. Wir kamen pünktlich an und die Wellen der Langeweile schlugen über mir zusammen. Konnte ich zu dem Referenten sagen: „lieber A, was du da so stolz als deine neueste Erfindung vorstellst – und obendrein in ausufernder Langatmigkeit – haben wir schon vor 20 Jahren gemacht.“ Lohnt sich das ? Nein, eindeutig nicht. Ich verlängere lieber die Pause und schaue mich ein bisschen um.

Das Essen war bodenständig und ziemlich gut: Gansl mit Rotkraut und Serviettenknödel; so bin ich unerwartet noch zu einem Martinigansl gekommen. Der Nachmittag ist auch vergangen, schleppend aber doch. Inzwischen waren die Zimmer fertig. Sehr amüsant, hier wurde während der Hochblüte der Glaswandbadezimmermode renoviert. Die Wand zwischen Zimmer und Bad wurde ausgeschnitten und mit einer Glaswand versehen mit dem Ergebnis, dass man, wenn man duscht durch das Zimmer durchsehen kann, über den Balkon und direkt auf den See. Das Bett steht vielleicht einen Meter neben der Badewanne mit einer Glaswand zwischen beiden. Nachdem diese Mode aber offenbar hauptsächlich den Architekten gefallen hat, wurde eine Jalousie eingebaut, die man elektrisch über einen Schalter im Bad rauf- und runterfahren kann.img_0513Das Abendessen vergeht mit angenehmem Geplauder über die neuesten Neuigkeiten und wiederum sehr gutem Essen, dann ist mein Bedarf an Geselligkeit für diesen Tag gedeckt und ich mache mich auf zu einem Abendspaziergang zum See. Es war allerdings so neblig, dass der See nicht zu sehen war. Es gab ein paar Wege, die ich verdächtigt habe eventuell ans Ufer zu führen, aber ich habe mich nicht getraut, ihnen zu folgen, weil ich nicht gesehen hätte, wenn sie direkt ins Wasser geführt hätten.

Die Stimmung ist schaurig. Niemand ist zu sehen, aber aus dem Nebel sind Stimmen zu hören. Das beunruhigende daran ist, dass die Richtung aus der die Stimmen kommen nicht eindeutig zu bestimmen ist.

img_0510Hätte ich nur einen Blick auf die Homepage geworfen, hätte ich gewusst, dass das Hotel ein Schwimmbad hat und Badegewand mitgenommen Schade, aber selber schuld. img_0519Sogar bei Tag sieht Schilf im Nebel etwas beunruhigend aus.

Es ist so still, wie es in der Stadt nie ist und ich schlafe bei gekipptem Fenster, kalte, saubere Luft ohne Feinstaub.