la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


10 Kommentare

Etüdensommerpausenintermezzo #2

 

Christiane hat immer gute Ideen, so auch diese mit dem Hervorkramen einer oder mehrerer Lieblings-ABC-Etüden. Ich habe in meinen Etüdentexten gewühlt und festgestellt, dass ich mich an viele selbst kaum erinnern kann und so werde ich hier mehrere Lieblingsetüden wieder ans Licht bringen.

Hier ist Nr.2.

Yersinia P

Rote Seide, blauer und gelber Samt, Drehungen und Verbeugungen. Die Männer in grün-weißem Leinen, violettem Leder, Balzsprünge, Choreografie der Lust. Fledermaus-Ärmel, Schleppen, Schleier, Schärpen, Schleifen. Kreiselnde, wirbelnde Bewegungen. Plötzlich verriet das Orange die warmen Farben und verband sich mit dem Blau, sofort fanden sich auch rot und grün in ekstatischem Funkeln und Gelb umschlang die Schwestern Lila-Rot und Lila-Blau. Vereinigung von Farben und Säften,Trommel- und Schalmeienklänge durch die schwülen, goldenen Säle

Blinkende Weinkelche auf Damast, schwitzende Körper, lustvolles Stöhnen, geschliffenes Glas, geschmiedetes Gold. Der Duft von Jasmin, der Schrei der Ekstase.

Einmal noch.

1349. Die Pest stand vor Wien.


12 Kommentare

Sonntag, 14. Juli 19 – Allons enfants de la patriiiiiiie

14. Juli, französischer Nationalfeiertag. Ich mag die Marseillaise sehr, wenn sie auch einen wirklich grauslich nationalistischen Text hat, aber das unterscheidet sie ja nicht wirklich von anderen nationalen Hymnen. Ein einziges Mal habe ich den 14. Juli in Frankreich erlebt, in einer Stadt an der Rhone, ich weiß nicht mehr ob in Avignon oder in Arles. Es gab eine Parade und ich war geradezu empört über mich selbst, weil mir die weiß Uniformierten so gut gefielen, das energetische Klima, sogar die Militärmusik, die ja nun wirklich nicht meines ist, aber manchmal reißt einen das Ambiente mit. Das Feuerwerk, das von Schiffen aus geschossen wurde, war fantastisch, nicht einfach irgendwelche Lichter sondern Figuren, die sich  in mehreren Schichten entfalteten, das meiste in bleu-blanc-rouge, natürlich, aber ich erinnere mich auch an weiß-goldene Wasserfälle. Man konnte sich vorkommen wie in Versailles, zu Zeiten von Louis XIV.

In Sachen Geschichte waren wir heute unterwegs und haben uns die Heumühle angesehen, eine Wassermühle, die schon 1326 in einem Grundbuch verzeichnet war und somit der älteste noch vorhandene Profanbau Wiens ist. Man muss sich vorstellen, etwa 170 Jahre vor Kolumbus stand sie schon. Im 16 Jahrhundert ist sie teilweise abgebrannt, wurde wieder aufgebaut und bis 1856 war sie als Mühle in Betrieb dann wurde der Mühlbach aus hygienischen Gründen zugeschüttet. 2008 wurde sie um 850.000 € renoviert. Die Mühle war in ziemlich desolatem Zustand, daher wurden Stahlträger eingezogen, aber im Inneren sieht man noch das über 5oo Jahre alte Holz.

Mir gefallen ja die Bilder von dem halbverfallenen Gemäuer vor der Renovierung viel besser. Was jetzt da steht, sieht wenig eindrucksvoll und ziemlich seelenlos aus. Das Gebäude steht in einem Innenhof umgeben von Wohnhäusern und obendrein noch einer Tiefgarage. Eigentlich eine sehr respektlose Behandlung eines so alten Gebäudes.

Ein japanisches Lokal haben wir danach ausprobiert. Es war nicht umwerfend, aber ganz in Ordnung, hatte allerdings Anklänge an fast-food so gab es zum Beispiel etwas, das „japanische Mayo“ genannt wurde. Schon an der Struktur konnte man sehen, dass die „japanische Mayo“ eindeutig aus einer Tube gedrückt worden war. Vielleicht war es ja eine japanische Tube, aber das bezweifle ich eigentlich sehr. Es ist ein Jammer, dass überall dieser Einheitsbrei von Paniertem mit Mayonnaise und Ketchup und ein paar fantasielose grüne Blätter angeboten wird.


22 Kommentare

41. Station der Leseweltreise – Polen

Wieder einmal eine Strecke der Leseweltreise

Nachdem David Ben Gurion als David Grün in Polen, das damals zum russischen Reich gehörte, geboren wurde,  und aufgewachsen ist, „verrechne“ ich ihn hier unter Polen.

Diese von Tom Segev verfasste Biographie David Ben Gurions lässt sich trotz großer Detailgenauigkeit flüssig lesen. Das ist bei einer wissenschaftlich angelegten Biographie keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Es sind etwa 700 Seiten Text und  weitere  etwa 100 Seiten Anmerkungen.

Eine Biographie lässt sich nicht zusammenfassen, es sei denn man erzählte das ganze Leben der beschriebenen Person und das würde doch weit über einen Leseeindruck hinausgehen. Ich beschränke mich also darauf einige Aspekte hervorzustreichen, die mich beeindruckt haben.

Ganz besonders interessant fand ich die Geschichte der Beziehungen zwischen den im heutigen Israel ansässigen Palästinensern und den großteils eingewanderten Juden, vom Anfang der jüdischen Besiedlung unter britischer Regierung bis zur heutigen Situation, die mehr oder weniger klugen und mehr oder weniger gerechten Ansätze zu einem friedlichen Zusammenleben, die politisch hochkomplizierte Zusammenarbeit zwischen britischer Kolonialmacht, eingewanderten Juden und Palästinensern, die ebenfalls sehr schwierigen Prioritätssetzungen der zionistischen Bewegung, der Blick aus anderer Perspektive auf den zweiten Weltkrieg.

Sehr gut gefiel mir auch, dass Ben Gurion nicht auf ein Podest erhoben und mit heroischen Zügen ausgestattet wurde, sondern dass auch seine weniger bewundernswerten Eigenschaften und Handlungen im politischen und privaten Bereich beleuchtet werden. Auch so bleibt noch die Beschreibung eines Menschen, den man aus verschiedenen Gründen bewundern kann, eines Großen des 20. Jahrhunderts.

 


7 Kommentare

Schwungvolles Siegel

Statt einmal auf SENDEN zu klicken, musste man Wachs erhitzen, das Siegel hineindrücken, das Siegel an dem Schreiben in absoluter Schönschrift befestigen, einen Boten beauftragen, der dann Tage, Wochen, Monate unterwegs war und dann kam die Information – eventuell – an . Die Erfindung der Postkutschen war da schon ein wesentlicher Schritt voran.


18 Kommentare

X – wie die xte Rüstung

Das X im Fotoalphabet war schwierig bzw ist mir eigentlich nichts eingefallen und ich greife zu Trick 17. Nachdem ich diese Woche auch nicht viel Zeit haben werde, bleibt es wohl auch dabei.

Hier sieht man also die x-te Rüstung, die ich fotografiert habe. Der F interessiert sich für mittelalterliche Geschichte, was mich schon in viele diesbezügliche Ausstellungen geführt hat und zu vielen Fotos von Rüstungen und diversen ritterlichen Gebrauchsgegenständen.


9 Kommentare

Zwei schlechte Fotos mit leisem Selfieansatz von wunderschönen Büchern

Wir waren in der heurigen niederösterreichischen Landesausstellung, in der auch die Geschichte von Wiener Neustadt dokumentiert wurde. Das sind die zwei schlechtesten Fotos, die ich dort gemacht habe. Muss man auch mal herzeigen. Die Spiegelungen der Vitrinen und der Fenster im Hintergrund waren sehr schwierig, aber warum dem historischen Buch das oberste Stück fehlt dafür aber meine wandelnden Tupfen zu sehen sind, ist wirklich nicht ganz einsichtig. Im unteren Foto ist auch die halbe Welt mit drauf inklusive des Schattens der Fotografin. Ich könnte vielleicht die „umgebungsintegrierende Fotografie“ ausrufen ……