la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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41. Station der Leseweltreise – Polen

Wieder einmal eine Strecke der Leseweltreise

Nachdem David Ben Gurion als David Grün in Polen, das damals zum russischen Reich gehörte, geboren wurde,  und aufgewachsen ist, „verrechne“ ich ihn hier unter Polen.

Diese von Tom Segev verfasste Biographie David Ben Gurions lässt sich trotz großer Detailgenauigkeit flüssig lesen. Das ist bei einer wissenschaftlich angelegten Biographie keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Es sind etwa 700 Seiten Text und  weitere  etwa 100 Seiten Anmerkungen.

Eine Biographie lässt sich nicht zusammenfassen, es sei denn man erzählte das ganze Leben der beschriebenen Person und das würde doch weit über einen Leseeindruck hinausgehen. Ich beschränke mich also darauf einige Aspekte hervorzustreichen, die mich beeindruckt haben.

Ganz besonders interessant fand ich die Geschichte der Beziehungen zwischen den im heutigen Israel ansässigen Palästinensern und den großteils eingewanderten Juden, vom Anfang der jüdischen Besiedlung unter britischer Regierung bis zur heutigen Situation, die mehr oder weniger klugen und mehr oder weniger gerechten Ansätze zu einem friedlichen Zusammenleben, die politisch hochkomplizierte Zusammenarbeit zwischen britischer Kolonialmacht, eingewanderten Juden und Palästinensern, die ebenfalls sehr schwierigen Prioritätssetzungen der zionistischen Bewegung, der Blick aus anderer Perspektive auf den zweiten Weltkrieg.

Sehr gut gefiel mir auch, dass Ben Gurion nicht auf ein Podest erhoben und mit heroischen Zügen ausgestattet wurde, sondern dass auch seine weniger bewundernswerten Eigenschaften und Handlungen im politischen und privaten Bereich beleuchtet werden. Auch so bleibt noch die Beschreibung eines Menschen, den man aus verschiedenen Gründen bewundern kann, eines Großen des 20. Jahrhunderts.

 


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Schwungvolles Siegel

Statt einmal auf SENDEN zu klicken, musste man Wachs erhitzen, das Siegel hineindrücken, das Siegel an dem Schreiben in absoluter Schönschrift befestigen, einen Boten beauftragen, der dann Tage, Wochen, Monate unterwegs war und dann kam die Information – eventuell – an . Die Erfindung der Postkutschen war da schon ein wesentlicher Schritt voran.


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X – wie die xte Rüstung

Das X im Fotoalphabet war schwierig bzw ist mir eigentlich nichts eingefallen und ich greife zu Trick 17. Nachdem ich diese Woche auch nicht viel Zeit haben werde, bleibt es wohl auch dabei.

Hier sieht man also die x-te Rüstung, die ich fotografiert habe. Der F interessiert sich für mittelalterliche Geschichte, was mich schon in viele diesbezügliche Ausstellungen geführt hat und zu vielen Fotos von Rüstungen und diversen ritterlichen Gebrauchsgegenständen.


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Zwei schlechte Fotos mit leisem Selfieansatz von wunderschönen Büchern

Wir waren in der heurigen niederösterreichischen Landesausstellung, in der auch die Geschichte von Wiener Neustadt dokumentiert wurde. Das sind die zwei schlechtesten Fotos, die ich dort gemacht habe. Muss man auch mal herzeigen. Die Spiegelungen der Vitrinen und der Fenster im Hintergrund waren sehr schwierig, aber warum dem historischen Buch das oberste Stück fehlt dafür aber meine wandelnden Tupfen zu sehen sind, ist wirklich nicht ganz einsichtig. Im unteren Foto ist auch die halbe Welt mit drauf inklusive des Schattens der Fotografin. Ich könnte vielleicht die „umgebungsintegrierende Fotografie“ ausrufen ……


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ABC-Etüden – zurück zu den Wurzeln

Die ABC-Etüden bei Christiane

Die drei Wörter in einem Text von 300 Wörtern unterzubringen

„Ich bin an der ganzen Sache völlig unschuldig“ rief er pathetisch aus und schlug sich an die Brust. „In dieser staubtrockenen Provinz voll von religiösen Fanatikern …….. “

„… und obendrein mit dir als Präfekten kann Tiberius sich wahrhaftig beglückwünschen, sagte Claudia mit der schneidenden Stimme, die sie immer nur hervorholte wenn sie mit ihrem Mann allein war.

„Ich hätte mir die Ehre einer Ehe mit einer Kaiserstochter auch anders vorgestellt“ murmelte Pontius ziemlich laut.

Zu diesem Zeitpunkt begannen die Bediensteten sich aus der Schusslinie zurückzuziehen. Sie hatten dabei eine gewisse Routine entwickelt: der Koch verschwand in Richtung Markt, der Gärtner, ein visionärer Mensch, träumte von Tulpenzwiebeln und Claudias persönliche Sklavinnen hatten dringend am anderen Ende des Hauses zu tun. Nur der Lieblingsarchitekt des Hausherrn war unersetzbar und konnte es sich  daher erlauben vom Nebenraum aus die Streitereien mit anzuhören. Manchmal fand er sie durchaus kurzweilig, manchmal hörte er nur mit um seinen sonstigen Auftraggebern zu berichten, welche Themen im Hause des Präfekten gerade aktuell waren.

„Einen verurteilten Mörder freizulassen, quasi als Vorbild für die Jugend und dafür einen unbedeutenden, friedlichen Wanderprediger hinzurichten und dadurch zum Helden zu machen. Zwei derartige politische Glanzleistungen gleichzeitig hat noch keiner zuwege gebracht.“ Er hasste diese glasklare Stimme und nachdem ihm keine irgendwie passende Erwiderung zum ersten Vorwurf einfiel, konzentrierte er sich auf den zweiten und versuchte seine übliche Strategie des Leugnens und Vernebelns anzuwenden „Du hast die Zusammenhänge einfach nicht begriffen“ Er bemühte sich, wenn auch erfolglos, eine gehörige Dosis männlicher, geistiger Überlegenheit in seine Stimme zu legen. „Das Problem ist gelöst, der Prediger ist tot und wie lästig seine Anhänger auch noch eine Weile sein mögen, es wird wohl keiner auf die Idee kommen zu behaupten, dass ihr Anführer von den Toten auferstanden ist.“

Doch hier wie in anderen Fragen irrte Pontius Pilatus.


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Umfärbung – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden bei Christiane

Es soll ein Text entstehen mit einer Länge von  maximal 300 Wörtern, in dem die 3 vorgegebenen Wörter vorkommen.

Die Art des Textes kann frei gewählt werden. 

Schäbige Tische, Holzbänke und Thonet- Sessel, plüschige Vorhänge, der mit „Herr Ober“ zu betitelnde Kellner in einem auch etwas abgewetzten schwarzen Anzug, die Stimmung aber voller Funken des Geistes. Zwar fehlten heute die Maler; weder Klimt noch Kokoschka und schon gar nicht Schiele waren erschienen. Aber Sigmund Freud und Theodor Herzl politisierten in einer Ecke, die von einer prächtigen Pflanze abgeschirmt wurde. Friedrich Torberg unterhielt sich mit einer älteren Dame, die ich auf den ersten Blick für die Tante Jolesch hielt, was ja wohl nicht sein konnte. Beide bissen gelegentlich in die vor ihnen stehenden Torten, wobei die Tante Jolesch, die ja nicht die Tante Jolesch sein konnte, dreinsah als wäre das Tortenstück verdorben. Vielleicht dachte sie an ihr berühmtes Schinkenfleckerl – Rezept. Auch Arthur Schnitzler befand sich in Damengesellschaft, in zahlreicher Damengesellschaft. Sie saßen alle um ihn herum und erweckten den Eindruck irgendetwas Wichtiges von ihm zu wollen, das er aber nicht bereit war zu geben.

Dann wurde mir aber endgültig klar, dass es sich hier nicht um reales Leben handeln konnte, denn Karl Kraus und Helmuth Qualtinger standen in einer verrauchten Ecke und rezitierten abwechselnd Passagen aus „die letzten Tage der Menschheit“.

Szenenwechsel.

Nun war das Café von einer großen Gruppe von Burschenschaftern bevölkert, die Ger– mania, mit Narben im Gesicht, mittelalterlicher Kleidung  und bunten Kappen mit Bändern auf den Köpfen. Sie brauchten keine Liederbücher, sie beherrschten alle ihre Lieder textsicher, auch das über die siebte Million.

Die Stimmung hatte sich völlig verändert, jede Spur von Humor und Lebensfreude, von Klugheit und Talent hatte sich in den Nebel der Geschichte zurückgezogen. Es wurde gesoffen, gegrölt, gekämpft und es wurden die Zeiten der totalen Machtübernahme in Europa heraufbeschworen.

Leider kein Szenenwechsel, sie sind noch immer da, zahlreich und geschäftig.