Schlagwort: Alltag –

Montag 17.Jänner 2022

Die dritte Infusion bekam ich heute. Mittlerweile bin ich an beiden Armen lila-gelb-blau. Der jüngste Zugang zur Gruppenpraxis wird sicher ein guter Arzt werden, mir kommt vor, dass er viele Qualitäten hat, aber derzeit ist er im Stechen noch nicht so routiniert. Vielleicht sind ja auch meine Venen nicht so kooperativ. Diskret, geradezu liebevoll könnte man es nennen wie die anderen Ärztinnen ihrem Jüngsten auf die Finger schauen. Infiltrieren fällt nicht in seinen Bereich. Entweder will er das nicht oder er darf es noch nicht. Wenn ich mir die Färbungen auf meinen Armen ansehe, bin ich froh, dass die Infiltrierung in der Lendenwirbelsäule nicht von ihm gemacht wird. Während die Infusion heruntertropfte, dachte ich, wie das wohl sein muss, wenn aus der Infusionsflasche Gift fließt, das einen Teil der eigenen Zellen eliminieren soll.

Ich gehe schon wieder eine Spur besser und bin somit wieder etwas optimistischer. Meine Lieblingsärztin meinte, ich solle so bald wie möglich mit Physiotherapie anfangen und nie wieder damit aufhören. Nun, gute Vorsätze habe ich ja, da fehlt nur noch eine gute Therapeutin…

Licht an der Wand

Einfach nur Licht an der Wand. Das „Licht am Ende des Tunnels“ ist als Spruch in Österreich gerade nicht sehr beliebt. An sonnigen Tagen gibt es auch an Innenwänden Lichtspiele, wabernde Lichtskulpturen. Das nordlichtartige Grün hier ist nicht ganz naturecht.

Es zieht mich nach draußen und ins Atelier. Es geht mir schon besser, ich kann durchaus wieder ein paar Schritte gehen, endlich nach zwei Wochen und ich habe gerade beschlossen, am Dienstag allein ins Atelier zu gehen. Ich mag nicht den F jedesmal von der Arbeit wegholen und ihn bitten mich zu chauffieren. Es ist nicht so weit, ich habe schon die Strecke im Geist aufgerufen, wie viele Niedersetzmöglichkeiten es gibt, Parkbänke, Sitzbänke bei Busstationen, kleine Mauern usw. Es wird schon gehen. Und falls nicht, kann ich mir ja jederzeit unterwegs ein Taxi rufen.

1. Jänner 2022 – eng

Ganz kurze Strecken kann ich schon wieder gehen, aber für einen Spaziergang reicht es eindeutig noch nicht. So wie das Wetter ist, wäre das eh so eine Art Frühlingsspaziergang, der gar nicht in meine Winterstarre passen würde.

An und für sich sehe ich Feuerwerk sehr gerne, aber vor ein paar Tagen hat sich das Thema „Feinstaub“ in meinem Kopf irgendwie festgesetzt und seither sehe ich den Feinstaub hinter den schönen, leichten Lichtern und Strukturen am Himmel. Es waren heuer ohnehin sehr viel weniger als im Vorjahr und im Vorjahr waren es schon sehr viel weniger als im Normalfall. Die Leute am Dach gegenüber haben gestern heftig geschossen, aber keine schönen Feuerwerkskörper sondern nur bunte Kugeln, die optisch gar nichts hergaben, dafür hat man sie heftig gerochen und meine Feinstaubaufmerksamkeit wurde dadurch sehr unterstützt.

Nachdem ich wegen der geringen Mobilität so frustriert bin, kann man mir aber wahrscheinlich in den nächsten Tagen nichts recht machen und ich nehme mich selbst mit Geduld und nicht ganz ernst. Nachdem ich ohnehin herumsitze, werde ich meine Literaturweltreise auf den neuesten Stand bringen und ein bissl umstylen schließlich kenne ich mich mittlerweile mit Gutenberg ganz gut aus. Die Impulswerkstatt braucht nur neue Fotos ansonsten ist sie für meine Begriffe bestens organisiert. Falls jemand aber Vorschläge und/oder Einwände hat, nur herbei damit !

Dienstag 28.Dezember 21

Ich habe derzeit sehr viel Zeit zum Lesen, auch zum endlich Auslesen begonnener Bücher. Zum Beispiel lese ich das Tagebuch der Gräfin Marie Festetics, einer Hofdame der Kaiserin Elisabeth. Ich hätte mir einige interessante Details aus dem kaiserlichen Privatleben erwartet. Marie Festetics ist aber höchst diskret und spricht nur gelegentlich über böse Gerüchte, die am Hof umgehen, die ihrer Meinung nach, aber alle nur die pure Bosheit der Höflinge wiederspiegeln. Mag sein. Wenn es dort so zugegangen ist, wie von dieser Hofdame geschildert, dann würde man den Wiener Hof von Franz Joseph und Elisabeth heute eindeutig ein toxisches Milieu nennen.

Meine hoch geschätzte Haushaltshilfe hat sich im Jänner für einen Deutschkurs angemeldet. Vorbereitend ergründet sie gerade den Unterschied zwischen „h“ und „ch“. Dass Leute mit slawischer Muttersprache gerne „ch“ sagen statt „h“, also zum Beispiel „Chaus“ statt „Haus“ ist nichts Neues, aber ich wusste nicht, dass es nicht so sehr an der Schwierigkeit der Aussprache liegt, sondern daran, dass sie die beiden Laute nicht unterscheiden können. Das ist so wie bei den Japanern und Chinesen, die sowohl „l“ und „r“ aussprechen können, aber große Schwierigkeiten haben, den Unterschied zu hören.
Sie hat sich für einen B1-Kurs angemeldet. Die A2-Prüfung hat sie schon gemacht, aber zwischen A2 und B1 liegen Welten. Außerdem habe ich den Verdacht, dass bei diesen Kursen die A2-Zertifikate sehr leicht zu erwerben sind, bei den B1 und B2 Prüfungen aber härtere Maßstäbe angelegt werden.
Ich hatte viele Kolleg-Schülerinnen hauptsächlich aus Georgien und der Mongolei, die sich ihren Lebensunterhalt in Wien als Au-pair-Mädchen verdient haben und daneben Ausbildungen machten. Dafür brauchten sie Deutsch-Prüfungen auf B2-Niveau, die sie in Form eines Zettels vorweisen konnten obwohl ihre Sprachkenntnisse weit darunter lagen. Neugierig habe ich einmal eine dieser jungen Frauen mit der ich ein gewisses Vertrauensverhältnis hatte, darüber ausgefragt, warum denn die Sprachkenntnisse ihrer Kolleginnen trotz Prüfungsbestätigungen gar so miserabel wären und sie hat mir bestätigt, dass man bei der Organisation, die die Au-pair-Stellen vermittelt auch die Sprachprüfungs-Zertifikate kaufen konnte. Überrascht hat mich diese Information nicht.

Sonntag 26.Dezember 2021

Familientreffen abgesagt, morgiger Freund-Besuch abgesagt, das morgige Begräbnis eines Miksang-Freundes findet auch ohne mich statt. Ein scheußliches Gefühl ist das, wenn schon das Nebenzimmer weit weg erscheint, weil jeder Schritt ein Problem ist und der Eindruck entsteht, dass das Leben draußen vorbei zieht. Der F erinnert mich daran, dass ich doch die mehrfache Erfahrung hätte, dass das alles wieder vorbei geht, aber weiß ich, ob es diesmal auch so sein wird.

Irgendwie ist Weihnachten nicht meins. Vor drei Jahren hatte ich meine Hüft-OP und bin am 23. Dezember aus dem Spital entlassen worden. Gut, das war insofern anders als die Lage zwar nicht angenehm war, es aber prinzipiell bergauf ging. Vor zwei Jahren hatte der F einen Nierenstein, ging nicht und nicht zum Arzt, weil ja Weihnachten war und als es gar nicht mehr anders ging, war es schon so spät, dass er um 1h Früh notoperiert werden musste. Voriges Jahr war Corona, dieses Jahr ist Corona und Ischias. Nein, ich jammere nicht, ich zähle nur auf …

Von der Existenz der Coloradoriesentannenlaus habe ich erfahren. Sie lebt auf Tannen, auch wenn diese sich beruflich als Christbäume orientieren und saugt die Nadeln aus. Sobald es nichts mehr zu saugen gibt, weil die Bäume vertrocknen, fallen sie herunter und es wird empfohlen sie einfach wegzukehren. Irgendwie gefährlich sind die reizenden Tierchen nicht, trotzdem hoffe ich, dass sie unseren Baum nicht bevölkern.

Nun hat natürlich die Laus nichts mit meinem Nerv zu tun, höchstwahrscheinlich sitzt auch keine davon auf unserer Tanne, zwischen den Kugeln, aber die Existenz dieses Viehs passt hervorragend zu meiner Laune.

Montag 20. Dezember 21 – Der Finger, der zum Mond zeigt

Ein schönes Projekt bei der Graugans „Mutmaßungen über meine Mutter“. Mehrere der Texte haben mir sehr gefallen und ich habe auch etliches gelernt. Zum Beispiel, dass im Polnischen „Beruf“ und „Enttäuschung“ dasselbe Wort ist. Darüber lässt es sich trefflich philosophieren! Es ist auch immer wieder spannend, in eine für mich neue Blogblase hinein zu sehen.

Die Krähen haben jahreszeitgemäß die Oberherrschaft über kahle Zweige, graue Himmel und zum Frieren oder Kuscheln aufrufende Parkbänke übernommen. Wären diese schwarzen Vögel nicht, könnte man vermuten, dass es bald Frühling wird.

„Der Finger, der zum Mond zeigt, ist nicht der Mond“ und ebenso wenig ist eine Spiegelung dasselbe wie das Objekt, das gespiegelt wird. Dennoch liebe ich Spiegelungen und Betrachtungen darüber, was überhaupt Realität ist.

Sonntag 12. Dezember – Wir haben es getan !

Was? Nun einen Christbaum gekauft. Am ersten Tag, an dem dies möglich war. Wir dachten sogar, wir wären unter den ersten, aber der Verkäufer, der seine Tannen anbot, erzählte uns, dass er den allerersten Baum an das chinesische Lokal gleich hinter ihm verkauft habe. Tatsächlich leuchtete und blinkte der große Baum schon in allen Farben. Meine Vorstellung von einem stimmungsvoll dekoriertem Baum sieht zwar anders aus, aber über Geschmack lässt sich nicht streiten und schon gar nicht wenn es um Christbäume geht.

Heute öffnet das Kieser-Studio wieder. Ich muss nicht gleich am ersten Tag hingehen, aber doch spätestens Dienstag. Nicht dass es schon wieder geschlossen wird bevor ich dort war. Auch die Museen sind ab heute wieder geöffnet. Modigliani, ich komme! Etliche andere Ausstellungen habe ich auch noch auf der Liste, aber es muss nicht alles auf einmal sein. Bei Veranstaltungen jeder Art bin ich noch sehr zurückhaltend, ich habe einfach keine Lust mit Maske im Theater zu sitzen.

Mittwoch 8. Dezember 2021

Einen Feiertagsspaziergang haben wir gemacht rund um Baden. Zwar war es sehr kalt, aber viele Leute unterwegs. Viele wollen sich auslüften von der negativen Dynamik, die derzeit herrscht. Auch ein Kroko ist mir über den Weg gelaufen. Ich musste auch zweimal hinsehen, aber da ist es.

Ansonsten war es kein Tag des Detailsblicks. Man spürte schon oder ich bildete mir ein, dass man den Schnee, der kommen soll schon spürte. Fünfundzwanzig Zentimeter sind für Wien vorhergesagt. Nachdem sich darin seit Tagen alle Wetterberichte einig sind, wird es schon so werden.

Am Montag soll der dreiwöchige Lockdown beendet werden. Aber nicht etwa überall gleich, auch nicht unter Maßgabe der Covid-Infektionszahlen. Österreich ist ein kleines Land, hat aber neun Bundesländer und die neun Landeshauptleute kochen alle ihr eigenes Süppchen. Heute gab es eine Sitzung aller Landeshauptleute und der neuen Regierung. Als gelernte Österreicherin habe ich ohnehin nicht damit gerechnet, dass dabei ein Plan für ein einheitliches Vorgehen aller Länder herauskommen könnte. Aber so unübersichtlich und uneinheitlich und teilweise nicht nachvollziehbar wie das Ergebnis ist, kann man es auch für österreichische Verhältnisse durchaus als Highlight bezeichnen. Es ist, wie es ist und wir werden es schon schaffen, uns zu merken, wo was gerade geöffnet ist.

Portrait 1/3

Habe ich jemals die blödsinnige Ansicht vertreten, dass drei Wochen Lockdown doch nicht so tragisch sind? Schon nach 2 Wochen ist es mehr als genug!

Samstag 5. Dezember 2021 – Tomaten und Äpfel

Wenn im Einkaufswagen die Tomaten und der Käse die Überhand gewinnen, wenn sich Berge von Joghurt und anderen Milchprodukten stapeln und die Äpfel überborden, dann ist völlig klar, dass der F beim Einkaufen die Kontrolle übernommen hat. Ich fand es immer schon lustig aus dem Inhalt der Einkaufswagen, die sich vor den Kassen anstellen Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten der Leute zu ziehen. Sicher sind das ganz oft völlig falsche Einschätzungen. wenn jemand zum Beispiel in einem bestimmten Geschäft ausschließlich Limonaden und Chips kauft, heißt das ja nicht, dass er/sie nicht irgendwo anders haufenweise Gemüse mitnimmt. Aber oft sind die Vorurteile nicht so falsch, viele Leute leben so wie der Inhalt ihrer Einkaufswagen vermuten lässt.

Einen vom F befüllten Einkaufswagen würde ich jedenfalls unter vielen anderen erkennen. Wäre ein nettes Quizzspiel: erkennen Sie welcher von diesen Einkaufswagen von ihrem Partner/Ihrer Partnerin gefüllt wurde.

Spiegelungen sind schon wirklich fantastisch vor allem auf Fotos, die rein überhaupt nichts mit dem darüber stehenden Text zu tun haben. Blick in ein Aquarium ohne jegliche Bearbeitung

Samstag 27.November 2021 – Kränze und Bücher

Gestern war es nicht, da bin ich mir sicher, aber doch knapp vor vorgestern, dass ich mich mit dem Thema Adventkränze beschäftigt habe. Ein Jahr kann jedenfalls unmöglich vergangen sein!

Man kann diese wohlriechenden Kränze ja das ganze Jahr lang genießen. Manche von den Bestandteilen riechen umso besser je trockener sie sind. Meine Freude an Adventkränzen hat auch keinerlei religiösen Hintergrund, bestenfalls einen jahreszeitlich bedingten. Eigentlich aber geht es mir nur um angenehme Gerüche, um verschiedene Zweige, den Geruch der gerade gelöschten Kerzen und der Zimtstangen.

Heute werde ich auf dem Markt Ausschau halten nach zwei Adventkränzen, einem mit Kerzen und Sonstigem und einem ohne irgendwas, nur zum Riechen.

Und endlich habe ich beim Österreichischen Bundesverlag ein Ungarischbuch gefunden, mit dem ich wahrscheinlich lernen kann. Ich habe es satt, mit großem Zeitaufwand alles aus verschiedenen Quellen zusammenzusuchen und dann im Kurs auch nur völlig sinnentleerte Einsetzübungen zu machen. Eine schlechte Lehrerin und ein schlechtes Buch sind zuviel.

Sonntag 14.November 2021- Wie ich meinen Partner mühelos motivierte

Seit ein paar Wochen haben wir ein Netflix-Abo. Darüber ob sich das lohnt oder nicht kann ich noch nichts sagen. Tatsache ist, dass unser heimischer Router von dem alles mögliche bestrahlt wird, einfach zu weit weg vom Fernseher ist und die Verbindung zwar gelegentlich funktioniert, aber nur nach größerem Aufwand und lang nicht immer und auch immer wieder abbricht. Wir haben uns daher eine sogenannte Zwischenstation gekauft, die die Übertragung verstärken bzw weiterleiten soll.

Ich wollte mich damit gar nicht beschäftigen und fand, dass das eine passende Aufgabe für den F wäre. Beim ersten Versuch vor zwei, drei Wochen gab es irgendein Problem mit den Passwörtern und der F hatte sowas von keine Lust, sich mit dem Thema zu beschäftigen zumal es sich im Rahmen der Suche nach Alternativen herausgestellt hatte, dass mein Handy eine Brückenfunktion hat, also ganz problemlos und völlig gratis Router und Fernseher verbindet. Das Handy vom F hat so eine Funktion nicht. Das hat mich sehr amüsiert, weil der F immer furchtbar über mein chinesisches Handy aus der Huawei-Sippe schimpft, niemals würde er sich ein chinesisches Handy zulegen, aber ganz bestimmt niemals im Leben usw

Soweit so gut aus meiner Sicht. Aus Fs Sicht weniger, weil ich nächste Woche nicht zuhause bin und natürlich meinen kleinen Chinesen mitnehme. Kein Wort habe ich zum Thema Router gesagt. Aber siehe da, heute Vormittag hat der F das Ding angeschlossen und es funktioniert klaglos. Man kann es sogar aus der Steckdose nehmen und wieder hinein stecken ohne sich wieder irgendwie neu einwählen zu müssen. Es geht halt nix über intrinsische Motivation.

Und ich gehe jetzt Koffer packen für eine Woche Therme. Der Koffer hat gemurrt, weil er schon wieder arbeiten soll. Ich habe ihn dann damit getröstet, dass er mit allergrößter Wahrscheinlichkeit den restlichen Winter gemütlich im Keller verbringen wird können.

Ateliersgeflüster – Freitag 12. November 2021

Sperrt man die Tür unseres Ateliers auf gibt es derzeit zwei mögliche Varianten. Entweder schlägt einem Saunaluft entgegen, allerdings sehr trockene Saunaluft oder aber sehr kühle Luft. Das liegt daran, dass in dem Büro über uns, das früher der obere Teil des Ateliers war, irgendwelche Arbeiten durchgeführt werden. Das Heizsystem von oben und unten ist aber irgendwie miteinander verbunden. Bei uns hängt – ziemlich groß und störend – die Therme aber oben gibt es anscheinend eine Möglichkeit die Heizung zentral an- und abzuschalten und davon macht die Büroinhaberin Gebrauch. Ich gehe nicht davon aus, dass sie es absichtlich macht. Sie wird einfach nicht daran denken, dass sie auch unsere Heizung an- und abschaltet.

Ich habe derzeit ohnehin wenig Zeit zum Malen aber einmal in der Woche schaffe ich meist. Im perfekten Zwiebellook, in zwei bis drei Schichten. Finde ich gar nicht schlecht, denn so kann ich meine vielen selbst gestrickten Pullover ausführen, die für jeden „normal“ geheizten Raum viel zu warm sind.

Unsere dritte im Atelierteam, die A wird uns höchstwahrscheinlich verlassen. Sie hat im vergangenen Dezember ein Baby bekommen und seit wir das Atelier am 1. Dezember 2020 bezogen haben, war sie gerade zweimal dort, einmal nur um die Schlüssel abzuholen. Ihr Zeitbudget wird sich in absehbarer Zeit auch kaum verändern und es ist ohnehin sehr fair von ihr, ein Jahr lang mitzuzahlen ohne irgendetwas davon zu haben. Abgesehen davon, dass ich die A gerne mag und dass die Miete den D und mich dann teurer kommt, bin ich aber mit der Entwicklung nicht unzufrieden, denn eigentlich haben wir zu zweit gerade genügend Platz.

Freitag 6.November 2021

Ich stelle einmal die Theorie auf, dass ein kaputtes Bügeleisen kein Problem ist sondern eine wunderbare Gelegenheit auszuprobieren, welche Kleidungsstücke auch ohne vorheriges Bügeln getragen werden können. Wie fühlt sich das an? Na ganz gut.

Weiters stelle ich die Theorie auf, dass es überhaupt kein Problem ist, wenn es für die Möbellieferung für PB, bestellt am 23.7 noch immer keinen Termin gibt, weil ein einziges kleines Teil noch fehlt, das von wer weiß woher noch geliefert werden muss. Goldene Zeiten waren das, als es noch Lager mit fertigen Produkten gab, die jederzeit geliefert werden konnten. Jetzt könnten zum Beispiel zwei Scharniere, die noch fehlen unterwegs sein aus Sibirien, oder Taiwan oder weiß der Teufel woher.

Ein noch geringeres Problem, eigentlich gar keines, ist, dass wir uns kürzlich einen Netflix-Zugang besorgt haben, der auf dem nagelneuen Fernseher aber nur sporadisch funktioniert, weil der Router am anderen Ende der Wohnung zu weit weg ist und wir daher das Ding derzeit über den hotspot am Handy betreiben.

Und ehrlich, wenn man sonst keine Probleme hat, geht es einem sehr, sehr gut.