la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Der Tribut an die Baustelle

Derzeit schleicht die Kreativität bei mir eine absolute Durststrecke entlang. Ich denke nur in Kategorien von Fliesen, Rohren, Staub, Mauern,  Verfugungsmasse …… Letztes Wochenende war ich beim Malen und – ich glaube das erste Mal in meinem Leben – hatte ich einfach keine Lust, was mich ziemlich schockiert hat.

Mein Hirn hat offenbar alle Bereiche, die nichts mit konkret anfassbarem (Bau)material zu tun haben, einfach gesperrt. Die Kamera liegt staubsicher verpackt herum und ich habe nicht das geringste Bedürfnis irgendetwas zu fotografieren. Hätte auch gar keinen Sinn, weil der Fotoblick  einfach gesperrt ist. Ich habe auch keine Lust irgendetwas zu schreiben, obwohl normalerweise meine Wortquellen heftig sprudeln ohne dass ich mich dafür besonders anstrengen müsste. Aber nein, auch diese Quellen sind vorübergehend trockengelegt.

Ich interpretiere diesen Zustand als eine Art Überlebensinstinkt. Es ist ziemlich anstrengend voll zu arbeiten und zuhause eine nun schon 3 Wochen andauernde Baustelle zu haben, in der immer irgendjemand arbeitet. Es ist anstrengend und inspiriert offenbar zu völlig anderen Dingen als mein übliches Leben. Hat ja auch seine Vorzüge. Trotzdem freue ich mich auf die Rückeroberung der Kreativität. Die Frage ist, ob diese schon während der Beseitigung des Baustellenchaos wieder zurückkommt oder erst anschließend.

Das Foto gab es hier schon mal, aber es passt so gut: die eingefrorenen Farbsprenkel, die unbeweglichen Muster, das umgeleitete Licht ….

 


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Wir waren nicht einer Meinung, aber ich habe Recht !

„Du“ sagte ich gerade zu mir „eigentlich sollten wir einkaufen gehen. Ziemlich dringend sogar“

„Wieso ?“ sagte ich „Das haben wir doch am Mittwoch erledigt“

„Ja ist dir überhaupt bewusst, dass die Schoki-Lade gähnend leer ist ???“

„Allerdings, und das soll sie auch bleiben. Wir leben jetzt eine Weile gesund“

„Ja, haST DU sie noch aLLE ???“ kreischte ich in meine Richtung „reicht dir das blöde regionale Gemüse nicht ?? Das ewige Kraut, die tausend Karotten und Zwiebel im Überschuss. Sind wir womöglich religiös geworden und fasten jetzt ?? “ flötete ich listig.

„Ach, verschon mich mit so primitiven Manipulationsversuchen, wir essen jetzt eine Weile keine Süßigkeiten und basta !“ sagte ich entschlossen, obwohl mich die leere Schoki-Lade auch in leise Panik versetzte.

„Muss das ausgerechnet jetzt sein, wo es so viele verschiedene köstliche Nougat-Schoki-Eier gibt ?? Kompromissvorschlag: wir beginnen nach Ostern ….. “

„NEIN“

„Na gut, aber Bewegung ist doch auch gesund, wir könnten doch das Altglas zum Container bringen … “

„Na klar, zum Container gegenüber dem Supermarkt !! NEIN, wir gehen gar nirgends hin. Wir bewundern das blühende Pfirsichbäumchen vor dem Fenster zum Arbeitszimmer und dann schneiden wir die Reste der Pfefferminze vom Vorjahr zusammen, weil die kommt schon neu heraus “

„Oh Gott, wir sind auch noch auf dem Öko-Garten-Trip. Wär ich doch beim Winterschlaf geblieben …“

„Jetzt stell dich nicht so an, da ist die Gartenschere und hopp, hopp ….. “

Wie man sieht, habe ich den verbalen Abtausch gewonnen und die Schoki-Lade ist leer geblieben. Ist gibt doch keinen größeren Triumph als den über sich selbst ……

 


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Charakterstudien anhand von Salatdressing

Kürzlich war ich bei meiner Freundin I. Sie ist eine immer freundschaftlich beratende Architektin. Für Menschen, die gerade ihr Bad renovieren eine Quelle der Weisheit. Aber sie ist auch eine begeisterte Köchin. Salatdressing à la I. klingt so: und dann habe ich ein bissl Gelbwurz dazugetan, die passt immer, Nüsse sind ja auch so gesund. Eine Prise Ingwer, warum nicht ? Übrigens hab ich auch so ein interessantes Öl gefunden ….. und zum Abrunden noch einen Schuss Wein. Ich hoffe, es schmeckt. Und es schmeckt tatsächlich.

Gestern Abend war ich bei meinen Freunden A. und D. Da wird Salatdressing  ganz anders hergestellt. Die Zutaten sind edel und bekannt, in Spezialgeschäften erworben oder selbst von irgendwoher importiert, werden in einem vorher genau festgelegten Verhältnis gemixt. Schmeckt auch sehr gut, aber halt immer gleich.

Und so wie sie Salate machen, sind diese Menschen auch sonst. Der Salatdressing-Test liefert eine solide Basis für Charakterstudien.


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Zwangsbeglückung und Aggression

Ein wunderbares Beispiel dafür, wie die Aktionen von Zwangsbeglückern und Menschen mit Helfersyndrom zu heftigen Aggressionen führen können, fand kürzlich in unserer Lehrerküche statt.

Wir haben zwischen den Unterrichtsstunden nur 5 Minuten Pause und das reicht in einem weitläufigen Gebäude gerade um von einem Klassenzimmer ins nächste zu kommen. Wer aufs Klo gehen möchte und in derselben Pause vielleicht auch noch das Bedürfnis hätte, etwas zu essen oder zu trinken, muss sich da für eines von beiden entscheiden. Dennoch gibt es Kolleginnen und Kollegen, die in Pausen Kaffee trinken. Das macht ohnehin eine gewisse Dehnung der Pause erforderlich, fürs Abwaschen oder auch nur in den Geschirrspüler Stellen der Häferl (=Tassen) bleibt definitiv keine Zeit. Daraus folgt, dass es in der Küche immer Berge von schmutzigen Häferln, Löffel und Tellern gibt. Sieht nicht besonders gut aus, aber es hat ohnehin niemand Zeit das Chaos zu betrachten.

Soweit also eigentlich alles im grünen Bereich, gäbe es da nicht die Kollegin B., die wandelnde Zwangsbeglückerin.  Sie rettet uns alle, sie kommt sogar an ihrem freien Tag um ungebetenerweise das Geschirr zu waschen, den Kühlschrank zu putzen und was sonst immer noch anfällt. Dabei murmelt sie laut vor sich hin, in welchem Zustand die Welt im allgemeinen und unsere Küche im Besonderen ohne sie wäre und wie man nur so schlampig, schmutzig, unordentlich sein kann, und wo wir alle ohne sie wären, im Dreck erstickt, unter schmutzigen Kaffeehäferln begraben usw usf. Die ohnehin viel zu kurzen Pausen wurden immer unentspannter und das moralintriefende Gemurmel immer lauter.

Bis kürzlich dem Kollegen L. der Kragen platzte. Er sprang auf, eilte in Richtung Spülbecken und Kollegin B. Wir waren alle erwartungsvoll erstarrt. Ob er womöglich … ? Nein, das wollten wir denn doch nicht ! Obwohl, wenn damit die unerträgliche Situation beendet würde ….. Kollege L wurde aber nicht handgreiflich (ein Jurist, man stelle sich vor !) Er pflanzte sich vor B auf und schrie sie an „Wehe, du greifst noch ein einziges Mal mein verdrecktes Kaffeehäferl an, das ich in beispielsloser Schlamperei nicht selbst abwasche !!! “ Alle anderen Anwesenden schienen im Geiste mitzuschreien. Es war wunderbar befreiend !

Natürlich ist Kollegin B zutiefst beleidigt und gekränkt und vom Undank der Welt noch überzeugter als zuvor. Es war sicher nicht das erste Mal, dass ihr Ähnliches passiert ist. Aber ist sie nicht selbst schuld ? Müssen sich hundert Leute von einer Person tyrannisieren lassen damit diese ihr Selbstbild als Retterin der Menschheit befüttern kann ?


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Badrenovierung #3

Das Projekt zieht sich etwas, weil das Fundament, die verlässlichen, soliden, kreativen, kompetenten und sympathischen Handwerker noch nicht gefunden waren.

Der erste Installateur, den ich beschäftigen wollte, hat mich schwer geärgert indem er zunächst einmal 6 Wochen für einen Kostenvoranschlag gebraucht hat und da musste ich zweimal urgieren. Dann hat er drei Vorschläge gemacht, wie  in meinem Schlauchbad sowohl eine Wanne als auch eine Dusche ästhetisch unterzubringen wären. Einer war grauenhafter als der andere. Meinen Wunsch nach einer großzügigen Duschzone ohne Duschwanne hat er ignoriert und irgendwelche fertigen Duschkabinen vorgeschlagen, die er so platzieren wollte, dass es jedem Menschen mit minimalem ästhetischem Empfinden einen Schlag vor den Kopf versetzt hätte. Den besprochenen Wanddurchbruch zwecks Wasserleitung auf der hinteren Terrasse hat er in seinem Kostenvoranschlag einfach ignoriert. Und zu allem Überfluss hat er mir mitgeteilt, dass unbedingt jeden Tag um 7:00 zu arbeiten begonnen werden muss, weil das eben so ist und immer schon so war und so weiter.

Ah ja, aber wer bezahlt? Und nicht wenig. Und wer hat frühmorgens keine Dusche zur Verfügung ? Eben! Also habe ich diese Version verworfen, bei der ich drei Wochen lang um 6:00 hätte aufstehen müssen, weil das so ist und immer schon so war und amen. Bei dieser geistigen Flexibilität kann man sich vorstellen, wie er seine Arbeit gestaltet. Inzwischen habe ich ein Team aus Installateur, Fliesenleger, Maler und Elektriker gefunden, die sich untereinander koordinieren und geschworen haben, dass sie niemals vor 8:00 vor der Türe stehen und hin und wieder vielleicht um 8:30. Das hat meine Motivation zum Weiterplanen sehr befeuert. Es sind lauter kleine Firmen, die aus 4, 5 Mitarbeitern bestehen und notgedrungen extrem flexibel und miteinander gut vernetzt sind

Mittlerweile habe ich selbst eine sehr zufriedenstellende Idee gehabt, wie sowohl eine Wanne als auch eine komfortabel große Duschzone   mit Regendusche und Abstellflächen unterzubringen ist und es bleibt noch viel Platz für ein großes Waschbecken, einen Handtuchwärmerheizkörper und etliche Möbel ohne dass man Klaustrophobie bekommt. Alles ist ausgesucht, inklusive Fliesen und Wasserhähne, es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten.

Sehr überrascht hat mich der Installateur. Zunächst hat er alle meine Vorurteile befeuert: schwere Goldkette um den Hals auf der nackten, behaarten Brust mit weit offenem Hemd. „Zuhälterlook“ murmelte mein intoleranter Anteil, „Prolo pur“, aber er hat sich als äußerst netter, fröhlicher, sympathischer, kompetenter Mensch erwiesen und wir haben uns bei der Besichtigung der künftigen Baustelle in meinem Bad bestens unterhalten.

Es läuft also alles bestens, ein paar Kleinigkeiten müssen noch ausgesucht werden und dann bestellt der Großhändler alles, was es zu bestellen gibt und die Arbeiten beginnen erst, wenn alles geliefert ist.


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Genuss aus aller Welt

punkt-punkt-punkt2-2-300x300Thema: Essen

Das ist ein Thema zu dem mir seitenweise Kommentare einfallen, aber leider kein Foto, das irgendwie dazupassen könnte. Ich esse gerne und halte mich meistens nicht damit auf, das Essen zu fotografieren.

Aber ich gehe sehr gerne auf Märkte wegen der Vielfalt der Farben, der Gerüche, der Waren und der Menschen. Marktfotos habe ich jede Menge. Oliven, Fische, Gewürze. Märkte gehören für mich auch zu den Vorzügen der Städte. Nie habe ich irgendwo auf dem Land eine ähnliche Vielfalt und Internationalität der angebotenen Waren gesehen wie in der Stadt.

Auf Märkten kann man ja nicht nur Lebensmittel einkaufen, man kann dort auch oft sehr gut essen. Die Küche der ganzen Welt gibt es zu verkosten. In und um die großen Wiener Märkte gibt es jede Menge Lokale, Tag und Nacht kulinarischen Betrieb. Zur warmen Jahreszeit ist es sehr angenehm draußen zu sitzen und dies und das Exotische oder Einheimische zu essen. Manchmal hat auch jemand eine Gitarre oder sonst ein tragbares Musikinstrument mit und manchmal sieht man die Sterne; nicht so groß und klar wie außerhalb der Stadt, aber immerhin.

Die Fotos sind vom Meisel-Markt. Einem eher schäbigen Markt in einer Halle. Aus meiner Sicht hat er nur den Vorzug, dass meine Zahnärztin in der Nähe ordiniert, deswegen gehe ich öfter mal durch

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Das 7 FaktenDings von Flumsi

Den „Liebster Award“ verweigere ich ja. Dieses Ding gefällt mir besser. Danke, liebe Sabine-Flumsi :-) Sieben Fakten über sich selbst soll man da aufzählen. Gut mache ich. 15 andere Leute soll man nominieren, Gut, mache ich nicht. Wenn sich aber jemand inspiriert fühlt, möge er/sie sich doch bitte anschließen

Hier folgt also eine auszugsweise Liste meiner Schrulligkeiten. Damit lässt sich schon eine mittellange Liste füllen.

Es nervt mich heftig, wenn Menschen Sätze mit „ehrlich gesagt“ oder „wenn ich ehrlich bin“ einleiten. Muss man denn daraus schließen, dass alles andere, was sie sagen gelogen ist ? Mein lieber F sagt das auch gelegentlich. Wenn er wüsste, welche Selbstbeherrschung es mich kostet, diese Sätze unkommentiert zur Kenntnis zu nehmen. Das geht wahrscheinlich nur, weil er ein äußerst ehrlicher Mensch ist, sonst könnte ich mich da nicht beherrschen

Zu Zeiten in denen ich viele Prüfungen zu korrigieren habe, was ich sehr ungern tue, bekommen meine Pflanzen immer sehr viel Wasser. Nach dem Motto: Wer gießt, kann nicht gleichzeitig Prüfungsarbeiten lesen. Die einen freuts, die anderen beginnen zu versumpfen. Pflanze bei mir zu sein erfordert hohe Flexibilität. Es wundert mich immer wieder, dass eigentlich alle gut gedeihen

Ich bin eine Sprachliebhaberin. Ich kann mich heftig darüber aufregen, wenn Politiker zwischen Dativ und Akkusativ herumschwanken. Was mich diesbezüglich sonst noch alles stört, verschweige ich lieber. So ein 7-Fakten-Ding soll ja nicht dazu dienen, jemanden völlig unsympathisch zu präsentieren. Ich erwähne auch nur ganz am Rande, dass mir immer ganz grell ins Auge springt, wenn jemand „seit“ und „seid“ nicht auseinanderhalten kann und ….. und ….. und ….

Ich habe auch einige ganz anachronistische Gewohnheiten. Ich höre Radio mittels eines Radios. Auch wenn der PC gleich daneben steht, stelle ich das Radio neben den PC obwohl ich ja genausogut den PC selbst benützen könnte.

Ich liebe Fahrsteige, also diese Rollbänder oder Laufbänder, die es zB auf Flughäfen gibt. Wartezeiten auf Flughäfen verbringe ich mit Begeisterung damit, auf diesen Dingern hin und her zu gehen. Wenn man schnell geht, erreicht man damit beachtliche Geschwindigkeiten. Natürlich hasse ich alle Leute, die mir da im Weg herumstehen, weil sie sich einfach nur transportieren lassen. Damit mein kindisches Verhalten nicht weiter auffällt, schaue ich immer sehr streng drein während ich im Geschwindigkeitsrausch über die Laufbänder eile

Ich liebe Kieser Training. Ich gehöre an sich zu der unsportlichen Fraktion, aber die Trainingsmaschinen bei Kieser liebe ich heiß. Wenn irgend möglich gehe ich da zweimal die Woche hin und genieße es richtig. Und das obwohl mich zuhause auch das Herumstehen eines sauteuren Ergometers nicht dazu bringen kann, es zu benutzen. Immerhin benutze ich es auch nicht als Ablage, was meiner Selbstachtung dient, meine Fitness aber auch nicht vorantreibt.

Und schließlich gestehe ich noch meine Begeisterung für Wetterberichte. Auf meinem smartphone habe ich drei verschiedene Wetter-apps installiert. Lange Listen von Orten habe ich da eingerichtet. Auf den ersten Blick sehe ich zum Beispiel wie das Wetter in Nuuk (Grönland) ist. Weil, und so kommen wir zu einer weiteren Infantilität: ich schaue gerne dem Regen oder dem Schnee auf dem Display zu und in Nuuk schneit es praktisch immer. Ich finde es auch nur leicht störend, wenn es laut der Wetterapp in meinem Wohnbezirk schneit, obwohl der Blick aus dem Fenster strahlenden Sonnenschein anzeigt. Kleinigkeiten ! Wetterbericht sind großartig, egal ob sie stimmen oder nicht !

Genug der Geständnisse und äh ….. ich habe durchaus auch ein paar seriöse Eigenschaften und Gewohnheiten, wenn das auch nach Lektüre dieses Textes nicht wahrscheinlich erscheint.