la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Sonntag 11.8.19

Heute hat er Geburtstag, der Verflossene. Ich wünsche ihm das Allerbeste, möge er sein Leben genießen, aber unbedingt weit weg von mir. Und sollte er es vielleicht doch nicht so genießen, werde ich auch keine Tränen darüber vergießen.

Ich bin im schönen Waldviertel angekommen und freue mich auf zwei Wochen Totalentspannung, zuerst allein, dann mit dem F. Die schöne Landschaft ist noch dieselbe, die Hügel, die Wälder, die Wiesen, die Getreidefelder. Der Mais hat glänzende Blätter und sieht sehr gesund aus, nur der Mohn ist leider schon verblüht. Es ist auch hier auf über 900 Metern deutlich kühler als in Wien. In der Sonne ist es heiß, aber im Schatten kühl, wie ich es gerne mag.

Jeder neunte Mensch ist von Hunger bedroht oder hungert. Diese Information habe ich – untermauert von erschütternden Bildern – nach einem mehr als reichlichem und wohlschmeckenden Abendessen erhalten.


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Montag 5. August 2019 – Im Auge des Orkans

Zuhause einrichten für eine Woche, dann geht´s ins schöne Waldviertel. Womöglich habe ich da viel Zeit zum Schreiben und Zeichnen und Fotografieren und so zu tun, als ob die Welt in bester Ordnung wäre.

Dabei ist die Weltlage derzeit geradezu apokalyptisch. In Sibirien brennen gewaltige Flächen, die Permaböden tauen auf, das gespeicherte CO2 wird freigesetzt und heizt die Atmosphäre noch mehr auf. Überschwemmungen in einigen Gebieten, extreme Dürre und Wassermangel in anderen. Und die politischen Anführer sind macht- und geldgierig und obendrein blind.

Das politische Klima in Österreich ist auch ungemütlich, aber wir jammern auf einem ziemlich hohen Niveau. Ich gehöre auch zu den zahlreichen Menschen, die finden, dass die Übergangsregierung ihre Sache ziemlich gut macht, vor allem im Vergleich zu vorherigen und bestimmt wieder kommenden Zuständen.


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Mittwoch 17.7.19 – Putzchroniken bei Vollmond

Vor ein paar Wochen ist unser jahrzehntelanges Hausmeisterpaar in Pension gegangen. Sie haben ein Abschiedsfest veranstaltet, wir haben alle – etwas dramatisch – gejammert, dass sie uns doch nicht so allein lassen können und wer wird denn dann……. und wie werden wir denn dann etc. Alles ganz klassisch und wie es sich gehört.

Als Nachfolge wurde eine Firma engagiert, die so einen blöden Irgendwas-4you – Namen hat, Putzen4you oder Sauber4you oder etwas Ähnliches. Heute habe ich unsere neuen Putzmänner das erste Mal gesehen, sehr nett waren sie und sehr fleißig. Einmal in der Woche kämen sie. Aha, also einmal in der Woche hat der Hausmeister bzw seine Frau sicher nicht geputzt. Den Putzwagen mit allen Utensilien haben die Neuen im Aufzug auf und ab fahren lassen. Die Nachbarin mit der ich in Begleitung des Putzwagens hinuntergefahren bin, meinte recht begeistert, dass die Garage noch nie so sauber gewesen wäre. Womöglich hätten wir es immer schon sauberer haben können.

Gestern habe ich endlich einmal eine Mondfinsternis von Anfang bis Ende gesehen. Zwar nur eine sehr partielle aber immerhin. Ich fand es sehr interessant, wie verschwommen das Licht gewirkt hat während ein Teil des Mondes dunkel war. Die genauen Konturen des Vollmondes sah man est wieder als er voll beleuchtet und die Erde weitergezogen war.


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Dienstag 16.7.19

Ein Künstlerbedarfsgeschäft ähnelt dem Schlaraffenland, Meter um Meter stehen da Aquarell-, Acryl-, Öl- und Gouachefarben aufgereiht, ebenso Pinsel aller Stärken und Qualitäten, Stifte aller Art, verschiedene Kreiden, Pigmente, Fixierer, Spachtelmassen, Papier, Leinwände, Rahmen und und und. Zum Glück hatte ich nicht viel Zeit und so habe ich (fast) nur Dinge mitgenommen, die ich für die nahende Malwoche brauche. Also, wenn ich sie bei dieser Gelegenheit doch nicht brauchen sollte, werden sie zu einer anderen Gelegenheit sicherlich sehr nützlich sein. Hat da jemand gehüstelt und auf die Kisten mit Pigmenten und Farben verwiesen, die ich immer hin und her räume, das kann ich ja wohl nur selbst gewesen sein…..

Die abendliche Meditationspraxis hat mir nicht annähernd so gut gefallen wie beim letzten Mal, es hat nicht gelohnt durch die halbe Stadt hin und wieder zurück zu fahren. Ich bin da bei einer tantrischen Praxis gelandet, bei der es wichtig ist, gut zu visualisieren und damit habe ich noch sehr wenig Erfahrung. Obendrein zweifle ich an der tiefreichenden Kompetenz der Leiterin dieser Praxis. Naja, ich muss mich noch ein bissl einlesen und dann gebe ich der Sache noch eine Chance. Jetzt ist aber ohnehin Sommerpause und gleichzeitig mit dem nächsten Termin im Herbst findet die schulische Eröffnungskonferenz statt, es dauert also noch über zwei Monate bis ich mich entschließen muss, ob ich nochmal hingehen soll oder nicht.


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Donnerstag 11.7.19

Schwer zu durchschauen ist, warum man sich an manches erinnert und an anderes nicht. Ich dachte immer, dass Erinnerung an lange Zurückliegendes damit zu tun hat, wie viele Emotionen im Spiel waren. Ich wundere mich aber immer wieder über Gegenbeispiele. So erinnere ich mich zum Beispiel an etwas völlig Banales, das vor gefühlten zweihundert Jahren stattgefunden hat. Ich war sehr jung und verbrachte einen wilden Abend in irgendeiner Disco, wo und wann das war, weiß ich nicht mehr. Woran ich mich erinnern kann, ist ein Satz, der heute in jeder Hinsicht seltsam erscheint. „Fräulein, Ihre Bluse ist offen“ sagte irgendjemand. Ich glaube, es war eine an einer Garderobe arbeitende Person. Ich weiß auch noch, dass es sich nicht um einen strategischen Knopf sondern um den untersten Knopf an einer goldgelben, sehr langen Bluse gehandelt hat. „Fräulein“ klingt ja heute auch irgendwie bizarr. Aber warum ich mir diesen banalen Satz samt einer ungefähren Vorstellung der Örtlichkeit, der Farbe der Bluse und der Position des offenen Knopfs gemerkt habe, ist mir nicht erklärbar. Das Grübeln über solche Dinge ist wohl ein deutliches Merkmal des Alters.

Das Kieser-Training läuft gut, ich trainiere ganz diszipliniert zweimal die Woche, habe das auch schon getan als es noch so extrem heiß war. Ich steigere die Gewichte und fühle mich nachher immer ganz großartig. Es ist ein warmes Gefühl in allen Muskeln und eine Leichtigkeit im ganzen Körper.

Ganz nach meinem Geschmack ist das Wetter derzeit, um die 25 Grad, manchmal Regen, kühle Nächte. Hoffentlich bleibt es noch eine Weile so zum Abkühlen der Stadt und Wiederherstellen der allgemeinen Energien. Man denkt endlich in ganz Europa darüber nach, wie Städte bei Extremtemperaturen gekühlt werden können. Die Modelle, in denen viel Wasser benützt wird, sind nicht immer und überall machbar, schließlich geht die Hitze auch mit Trockenheit einher. Es stellt sich auch die Frage wie viel Energie bei der Herstellung von Sonnenkollektoren und anderen Erzeugern nachhaltiger Energieformen benötigt wird bzw wie hoch der CO2-Ausstoß dabei ist.

Die Klima-Zustände sind ohnehin äußerst besorgniserregend: die Permafrostböden tauen auf, in Sibirien, in Alaska und wenn sie das in großem Ausmaß tun, sind wir ohnehin geliefert: die in den Permafrostböden gespeicherten Mengen von CO2 sind enorm …..