Schlagwort: Alltag –

Bohrer, Hämmer und Hobbies

Seit gut einer Woche – und noch ist kein Ende abzusehen – renovieren meine Unternachbarn. Es ist sehr laut. Das Hämmern wäre nicht so schlimm, aber die jaulenden Bohrgeräusche in der Betonwand sind sehr durchdringend. Heute und morgen ist die Küche dran, was man einem Zettel entnehmen kann, mit dem sie um Verständnis bitten. Ich habe eh Verständnis dafür, dass man seine Wohnung renovieren möchte, trotzdem nervt es nach einer Woche schön langsam.

Ich habe ja viele und recht zeitaufwändige Hobbies. Ich begeistere mich für alle, betreibe sie völlig freiwillig und mit viel Freude, aber es zeigt sich Stress am Horizont. Während der lockdowns war es nicht nur einfach möglich sondern auch psychologisch sehr hilfreich zweimal in der Woche viele Stunden im Atelier zu verbringen. Sonst fand ja das Leben hauptsächlich online statt und vieles war überhaupt nicht möglich.

Jetzt sieht die Sache anders aus. Es ist mir stressfrei kaum mehr möglich, alles was ich tun möchte zweimal die Woche zu betreiben. Die Schwierigkeit liegt darin, mich weder zu stressen noch zu frustrieren noch alles auf einmal tun zu wollen und dann im Endeffekt womöglich gar nichts zu machen. Ich möchte auch unbedingt vermeiden, dass bei mir das Gefühl auftaucht, dass ich ständig hinter meinen eigenen Ansprüchen nachhinke, denn es sind im Grunde ja Ansprüche auch wenn es sich um lauter freiwillige, angenehme Beschäftigungen handelt.

Vielleicht sollte ich auf „Blockbetrieb“ umschalten, also zB. in einer Woche eine Sache intensiv betreiben und die anderen nur unter ferner liefen. Die nächste Woche die Prioritäten wieder verändern. Andererseits habe ich aber wenig Lust, mein Leben zu strukturieren wie im Gefängnis.

Ich denke, es wird sich von selbst ergeben und zurecht schütteln. Es ist für mich ja noch sehr ungewohnt, dass ich absolut tun und lassen kann, was und wann ich möchte.

Freitag 10.9.2021 – technische Kompetenz als Glückssache

Als begeisterte Schrittezählerin fand ich es sehr unangenehm, dass mein „Smartband“ genanntes Gerät, das ich nur als Uhr und zum Schrittezählen verwende, vom Handy entkoppelt war. Sehr lästig, vor allem weil ich in den letzten Tagen sehr viel gegangen bin.

Ich gehe also in das Geschäft, wo ich das Gerät gekauft habe und ein sehr freundlicher, junger Mann, der sich selbst als der Technik-Freak der Verkäufer-Mannschaft bezeichnet, probiert eine Weile daran herum, deinstalliert die app auf dem Handy, versucht sie wieder zu installieren, Ergebnis: es geht gar nix mehr, das Band-Display zeigt nur noch „Info“ und die Fabrikationsnummer. Na toll. Das liegt natürlich keineswegs an seinem Mangel an Kompetenz. Er ist aber so unglaublich freundlich. Immerhin teilt er mir mit, dass das Gerät noch Garantie hat und die Adresse des Flagship Stores von Huawei. „Flagship Store“ wenn ich das schon höre! Natürlich liegt das Flaggschiff im Stadtzentrum, Kärntnerstraße, naja.

Also pilgere ich ins Stadtzentrum, was ja im Prinzip nichts Unangenehmes ist, eher im Gegenteil, ich bin ohnehin schon lange nicht mehr durch die Kärtner Straße flaniert. Ahja, HUAWEI sieht man schon von weitem, offenbar gehört das ganze Gebäude dazu. Das Flaggschiff hat mit einem x-beliebigen Handy-und-Zubehörgeschäft gar nichts gemein. Sehr viel Luftraum, wenige Angestellte, hübsch gestylt. Ein Empfangsmann begleitet mich im Aufzug in den ersten Stock. Dieser Riesenraum ist noch edler gestaltet. Weißer Marmor – der Stein ist so kalt, dass es womöglich wirklich Marmor ist – glänzendes Metall, riesige Glasfronten, eine Sitzgarnitur zu der mich der junge Mann begleiten will. Ich lehne das ab, weil ich ja nicht elegant herum sitzen will sondern mein Gerät repariert werden soll. Im Hintergrund hört man immer wieder Gepiepse und Getute. Kommt mir vor wie eine Bühneninszenierung, die eine futuristische Atmosphäre erzeugen soll.

Schließlich lande ich bei der Reparaturmannschaft. Auch die sind äußerst freundlich, tippen auf dem Band, meinem Handy und ihren schnuckligen Huawei-Laptops herum, aber leider ohne irgendeinen Erfolg. Sie beschließen, die nächste Kompetenzebene zu befragen. Die ist wieder einen Stock höher, eine interessante räumliche Hierarchie. Nach einer Weile kommen sie zurück und teilen mir mit, dass das Problem nicht bei dem Band liegt, sondern beim Handy, sie hätten das ausprobiert. Netter Versuch, denke ich mir, das Band hat noch Garantie, das Handy nicht, da wäre es natürlich im Sinne des Hauses wenn das Handy defekt wäre. Ich lehne diese Theorie ab, behaupte, dass die blue-tooth-Verbindung von anderen Geräten mit dem Handy problemlos funktioniert.

Er könnte ja das Handy ganz zurücksetzen, meint der Techniker aus dem zweiten Stock. Ja, wenn er mir alle Daten und Kontakte vorher sichert und dann wieder raufspielt, wäre mir das recht. Damit ist der junge Mann sichtlich nicht glücklich. Und, lege ich noch nach, ist es ja allgemein üblich, dass bei der Reparatur eines Geräts während der Garantiefrist die Kundin ein Ersatzgerät zur Verfügung gestellt bekommt. Das wird doch bei einer so großen Firma wie Huawei nicht anders sein. „Äh“ sagt er. „So,so“ sage ich. Pattstellung.

Schließlich macht er einen letzten Anlauf und tut genau das, was der Angestellte im anderen Geschäft erfolglos versucht hat: er deinstalliert die app am Handy und installiert sie wieder neu. Und siehe da, diesmal hats funktionniert. Warum er das nicht gleich probiert hat, versteht er wahrscheinlich selbst nicht. Auf meine Frage, ob ich das jetzt selbst auch hinbekommen hätte, antwortet er „ja“ mit charmantem Lächeln. Also, das charmante Lächeln stelle ich mir nur vor, das ist ja hinter der Maske verborgen.

Zuhause erzähle ich die Geschichte dem F. Der lacht und sagt, dass es in der Informatik ja bedauerlicherweise nicht so ungewöhnlich sei, dass wenn man mehrmals genau dasselbe macht, die Sache einmal funktioniert und ein anderes Mal nicht.

Es waren nun zwar ein paar leere Kilometer, aber nun werden meine Schritte wieder gezählt und die Uhr geht nicht mehr drei Minuten vor und gekostet hat es auch nichts. Eigentlich Erfolg auf der ganzen Linie.

Mitnichten war früher alles besser

Wann immer dieses „früher“ genau gewesen sein soll, dieser Zeitpunkt zu dem angeblich alles viel besser war. Während des dreißigjährigen Kriegs, des hundertjährigen Kriegs, des ersten oder zweiten Weltkriegs, während einer von vielen Epidemien: Pest, Cholera, die spanische Grippe, zu Zeiten der Kreuzzüge oder der Inquisition vielleicht als es 16-Stunden Arbeitstage gab, Sklaverei, die Ächtung unehelicher Kinder, oder vor der Entdeckung von Antibiotika und Impfungen ? Die Auswahl ist umfangreich. Ich möchte jedenfalls in keiner dieser Zeiten leben

Auch der Anblick dieses Kessels aus dem 17. Jahrhundert versetzt mich nicht in Verzückung. Abgesehen davon, dass es ein nettes Foto ist, bin ich doch sehr froh, dass meine Küche in wesentlichen Punkten anders aussieht.

Über die Mechanismen der Verdrängung

Ganz einfach konnte ich diesen Mechanismus an mir selbst beobachten. Ich fahre zu einem Ort und einer Situation, die für mich emotional sehr schwierig ist. Vernünftig und sinnvoll wäre es, mich unterwegs einzustimmen, mir zu überlegen, wie ich worauf reagieren werde.

Aber nein, ich denke darüber nach, wie der Dachausbau, an dem ich gerade vorbeigefahren bin, wohl innen aussieht, ich frage mich, wie viel Grad es wohl hat, ich überlege mir, an welchem Tag dieser Woche ich ins Atelier gehen werde und ob mir dieses Café dort drüben schon jemals aufgefallen ist. Ich sinniere über die Bedeutung der Fibonacci-Zahlen in der Biologie und ob die weißrussische Sportlerin gut daran tut, ausgerechnet in Polen um politisches Asyl anzusuchen.

Dann klopfe ich mir selbst auf die Finger und versuche ganz gezielt und fokusiert an die Situation zu denken, die mich erwartet, die einzelnen Punkte der Frage durchzugehen und zu bedenken. Mit dem Ergebnis, dass ich darüber nachdenke, wie die Mechanismen der Verdrängung funktionieren, was um nichts anders ist als über irgendetwas x-beliebiges nachzudenken

Ich falle also ganz unvorbereitet in die Situation hinein. Vielleicht ist das auch besser so. Verdrängung ist schließlich ein Schutzmechanismus des Geistes.

Noch zwei Schildkröten, das Urbild der Entspannung:

Sie heißen alle Brun(n)hilde,

und es gibt in Wien viele von ihnen. Man kann aus ihnen trinken und sie versprühen feuchten Nebel, was bei Hitze eine wahre Wohltat ist. Wenn ich unterwegs an so einer Brunnhilde vorbeikomme, lasse ich mich immer eine Weile berieseln.

Montag 5.Juli 2020

Wenn ich – nach über einem Jahr – wieder einmal G´wandl einkaufen gehen möchte ohne einen Hitzeschlag zu erleiden, so musste das heute oder morgen sein, denn ab Mittwoch sollen die Temperaturen wieder über dreißig klettern und ab Donnerstag bis zu siebenunddreißig. So habe ich mich auf den Weg gemacht.

Einkaufszentren sind für mich so eine Art Vorhölle, aber eines meiner liebsten Kleidergeschäfte liegt nun einmal in einem Einkaufszentrum, noch dazu in einem, das ich freiwillig nicht betreten würde. Obwohl das eigentlich auf alle Einkaufszentren zutrifft. Ich wundere mich immer wieder, wie viele Leute gerne ihre Freizeit an solchen Orten verbringen. Sie gehen ins Kino, essen etwas, Einkäufe stehen da gar nicht im Mittelpunkt. Ein soziologisch interessantes Phänomen.

Der Marsch durch die Vorhölle hat sich aber durchaus gelohnt. Es gibt heuer wieder eine größere Auswahl an Leinenhosen, nachdem das Material sich für eng anliegende Hosen nicht eignet und in diesem Sommer wieder weitere Hosen dran sind. Ich mag Leinen bei allen Temperaturen. Es ist angenehm zu tragen und ein klassisches europäisches Material, das nicht unter ausbeuterischen Bedingungen hergestellt wird. Wenn von Bio-Leinen die Rede ist, so kann man davon ausgehen, dass die Pflanzen tatsächlich ohne Schadstoffe angebaut wurden. Bei der Bio-Baumwolle habe ich so meine Zweifel. Baumwolle wird im Normalfall sehr stark gespritzt und an Bio-Standards in den meisten Ländern, in denen Baumwolle angebaut wird, zweifle ich sehr.

Ein Gewebe namens Cupro wollte mir die Verkäuferin andrehen, Kupferseide. Nie gehört. Klingt auch sehr unsympathisch. Viskose mag ich, Seide ohnehin, auch Baumwolle. Jedenfalls bin ich für diesen Sommer reichlich eingekleidet. Für PB und das Waldviertel schon eher overdressed …

Donnerstag 17. Juni 2021- Sie ist da, die erste

Heute früh habe ich mit dem Wasserschlauch elegante Drehungen und Wendungen geprobt um sowohl die Pflanzen als auch mich zu begießen. Denn sie ist da, die erste Hitzewelle. Ich habe beschlossen heuer zur Abwechslung nicht über die Hitze zu jammern. Erstens tun das ohnehin schon praktisch alle anderen und zweitens bringt es ja nichts. Aber ich werde die Hitzewellen mitzählen. Ich glaube im Vorjahr waren es sechs oder sieben, wenn nicht noch mehr.

Samstag beginnt der Maler in PB zu arbeiten. Der Arme hat große Hitze erwischt. Andererseits trocknet natürlich alles viel schneller. Er muss die bunten Streifen übermalen, die die Vorbesitzer überall an den Wänden hatten und wenn die Übermalung schnell trocknet, kann er auch schnell den nächsten Anstrich machen. Sonntag mag er nicht arbeiten, aber er plant einen extrem langen Samstag. Nun, das ist seine Sache. Ich habe es nicht eilig, weil die Tischlerfrage ohnehin erst im Planungsstadium ist.

Vorgestern saß ich abends mit einer Freundin in einem sehr stimmungsvollen Gastgarten. Hinterhof von einem Biedermeierhaus mit Wandelgang im ersten Stock, mit Efeu überwuchert. Das Essen war koreanisch und ziemlich köstlich. Ja, und unser Hauptthema waren Tischler. Bei der S ist ein Ikea-Kasten zusammengebrochen und sie hat sich für Qualität entschieden und ist auf die Suche nach Tischlern gegangen. Der erste hatte Long-Covid und kann derzeit maximal zwei Stunden pro Tag arbeiten, was alle seine laufenden Aufträge immens verzögert von neuen ganz zu schweigen. Beim zweiten ist seine Frau schwer erkrankt, nicht an covid sondern an irgendetwas anderem. Beim dritten ist sie fündig geworden. Gute Arbeit und auch noch schnell, im Juli will er fertig sein.
Ich werde darüber nachdenken, ob er auch was für mich wäre. Eigentlich wollte ich einen lokalen Tischler in PB beschäftigen, aber nachdem sich der Raumausstatter, der den Boden machen wird, sehr vorsichtig ausgedrückt hat und sich zu keiner Empfehlung durchringen konnte, sind mir Zweifel an diesem Tischler gekommen.

Mittwoch 16. Juni – Blablablu

Vor allem im Sommer ist es ein großer Luxus in einem Land zu leben, das über so viel Wasser noch dazu in bester Qualität verfügt, dass Sprüh- und Trinktürme auf den Straßen aufgestellt werden können. Wenn die Temperaturen immer höher über dreißig steigen, ist es fantastisch, mit kühlem Wasser besprüht zu werden.
Bisher kannte ich nur Sprühtürme, die von der Stadt aufgestellt wurden, aber heute habe ich gesehen, dass der Eissalon ums Eck auch solche Düsen installiert hat. Allerdings beschert – wer immer sich das System dort ausgedacht hat – eher den Passanten Abkühlung als den Leuten, die in einer Art Plastikkäfig vor dem Eissalon sitzen.

Es ist eine Tatsache, dass das ganze Haus praktisch immer intensiv nach Curry riecht. Mich stört das gar nicht, im Gegenteil, ich mag den Geruch gerne, fürchte aber, dass dies nicht auf alle Nachbarn zutrifft.

Der neue Putzmann, der einmal in der Woche Gänge, Stiegenhaus und Gemeinschaftsräume putzt, ist ein freundlicher Mensch und hat meinen vor der Wohnungstür platzierten Müllsack von sich aus in den Container befördert. Die Frage ist, ob etwas anderes, was ich dort deponiert hätte auch im Müll gelandet wäre.

An tiefsinnigeren Betrachtungen mangelt es hier ein bissl, aber ab bestimmten Temperaturen finde ich jeden Tiefsinn sehr schwer zu erreichen.

Montag 8.März 2021

Heute Abend traf ich meine indische Nachbarin aus dem ersten Stock in der Waschküche und schwärmte ihr vor, wie großartig der Geruch aus ihrer Küche durch das ganze Stiegenhaus zieht. Ich mag den Geruch von den vielen Gewürzen wirklich sehr gerne, manchmal riecht die halbe Straße nach indischem Essen. Und zehn Minuten später überreichte sie mir eine wunderbar duftende Box mit dem Hinweis, dass es ein bisschen scharf wäre. Wenn eine Inderin von „ein bisschen scharf“ spricht, gehe ich davon aus, dass mir Flammen aus dem Mund schlagen werden. Genauso war es auch. Das indische Gericht landete im Kühlschrank. Der Plan ist, es morgen mit mindestens einem Becher Joghurt zu entschärfen, oder vielleicht doch lieber gleich zwei Becher … Und dann muss ich mir überlegen, womit ich mich revanchiere, Blümchen, Malstifte für die Kinder, irgend sowas.

Morgen werden wir dann voraussichtlich erfahren, dass jemand anderer die Wohnung bekommt. Der Verkäufer ist ein ganz ungewöhnlicher Mensch, der auf das Angebot etwas mehr zu zahlen und damit auf seiner Liste vorgereiht zu werden nicht einmal mit der Wimper gezuckt hat. Außerdem wäre  fast die gesamte Möblierung im Preis inbegriffen. Erstaunlich, aber wir bekommen sie ja eh nicht…

 

Menschenfreund

Womöglich behauptet der ehemalige Besitzer dieses Thronsessels er hätte den Schrott aus altruistischen Gründen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

Freitag 19. Februar 2021 – Augenblicke

„Ich schau aus wie die Hexe Soundso“ sage ich zum F und wühle vor dem Spiegel in meiner Nichtfrisur.

„Du schaust aus wie eine Corona-Königin“ antwortet er. Bevor ich das unter ganz herausragend charmante Komplimente verbuche, sehe ich seinen sehr breiten Grinser. Nett ist es aber auf jeden Fall, schließlich hätte er auch sagen können, dass er in seiner Beurteilung zwischen der Hexe Kniesebein und Mme Mim schwankt. Verbuche ich es halt unter „Prinzipiell Liebevolles, aber …“

Einen möglichst ähnlichen Sinn für Humor zu haben, finde ich in einer Beziehung sehr wichtig. Man erspart sich vieles an Missverständnissen und Kränkungen.

Hin und wieder darf man doch ……

Man soll sich ja über seine Mitmenschen nicht lustig machen, aber wenn jemand monatelang täglich in hysterisch anmutendem Eifer mehrere Verschwörungslinks postet, die anscheinend bald wieder gelöscht werden, weil sie sogar nicht zimperlichen Plattformen wie you tube zu blöd und/oder zu hetzerisch sind, in regelmäßigen Abständen den Weltuntergang prophezeit und auch sonst intensiv über Bedrohungen und Verfolgungen schwadroniert,  dann schreibt “ da könnte man doch glatt paranoid werden“, dann darf ich schon wenigstens schmunzeln, oder ? Eine rhetorische Frage, ich möchte keine Diskussion zum Thema führen

Es häufen sich die Hinweise darauf, dass ich ganz bestimmt nicht auf Twitter aktiv sein möchte. Wie bei allen Kommunikationsmitteln und Medien kommt es darauf an, wie man sie nützt, natürlich. Ich meine hier das „tägliche Geschäft“ wo die Leute darüber berichten, in welchem Gang sie gerade durch den Supermarkt gehen oder Ähnliches. Der alte Spruch, aufs Fernsehen gemünzt, trifft auf die „neuen Medien“ noch viel mehr zu “ Vom Fernsehen (hier durch Internet zu ersetzen) werden die Klugen klüger und die Dummen dümmer“

„Mutationsgebiet“ halte ich ganz unabhängig von virologischen und politischen Fragen für eine sehr misslungene Wortschöpfung. Ähnlich arg wie „freitesten“.

Ich habe heute einen kritisch-spitzen Tag, was sich hoffentlich bald wieder ändern wird …

Mittwoch 10. Februar 2021

3700 % soll die Inflation in Venezuela betragen. Das muss man sich in der Praxis vorstellen, Preise ändern sich mehrmals täglich beträchtlich. Bei Anfällen von Selbstmitleid, wie furchtbar doch alles derzeit ist, muss man sich solche Lebenssituationen vor Augen führen. Diese und viele andere. Sehr imponiert hat mir in diesem Zusammenhang, dass Kolumbien sämtlichen Flüchtlingen aus Venezuela Unterstützungen und Zugang zum Arbeitsmarkt, der Gesundheitsversorgung und der Bildung gewährt. Das ist ungeheuer großzügig und ich hoffe, nicht demnächst zu erfahren, dass irgendwelche finsteren Motive dahinter stecken.

Der Gastronomie in Wien geht es schlecht, weil die Lokale geschlossen sind, aber beim Herumstromern sehen ich immer, dass auch die kleinsten Cafés, Imbissstuben, Restaurants über die Gasse verkaufen und bei vielen stehen die Kunden Schlange. Es haben wohl alle genug vom immer nur selbst produzierten Essen und vom ständigen Kochen.Trotzdem werden viele Betriebe eingehen oder zumindest nicht alle Angestellten halten können. Man kann nur hoffen, dass es nicht so schlimm wird, wie es aussieht.