la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Bewegungsmelder

Die erste Woche wieder Abendunterricht in diesem Schuljahr. Obendrein die letzte Stunde von 21:00 bis 21:45. Mir macht das nicht viel aus, ich bin ohnehin eine Nachteule; Aber wie war das bloß mit der Alarmanlage ? Geht die um 22:00 oder um 21:55 oder um 22:15 an? oder wann genau ? Entweder haben das über den Sommer alle vergessen oder sie wussten es noch nie. Jedenfalls glaubt jeder Kollege, jede Kollegin an eine andere Zeit. Ich wusste es noch nie, weil ich im vorigen Jahr keine letzte Stunde hatte. Ist noch Zeit schnell mal aufs Klo zu flitzen oder doch lieber nicht ?

Ach Schreck, es ist überpeinlich wenn man beim Verlassen des Gebäudes von den Bewegungsmeldern erfasst wird, die Polizei heraneilt und die in derselben Straße wohnende Kollegin ebenfalls kommen muss um die Sache zu klären und die Anlage wieder einzuschalten. Na heute ist ja noch alles gut gegangen. Morgen werde ich hoffentlich eine informierte Person finden.

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Irgendwann …

…schmeiße ich das grausliche Ding aus dem Fenster, heimlich, ohne dass die Kollegin, die dieses winkende Plastikmonster in das Schul-Ausweichquartier übersiedelt hat, irgendetwas davon bemerkt. Es ist dann einfach plötzlich nicht mehr da und kann nicht mehr winken und nicht mehr rosa nerven. Sicher gibt es dann eine Gnadenfrist bevor wieder jemand so ein geschmackloses Trumm anschleppt.


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Nein, nein …..

Ganz entschieden weigere ich mich, mir selbst Leid zu tun. Obwohl es Grund genug dafür gäbe. Seit Oktober spinnt mein Ischiasnerv so vor sich hin, wurde dann in Minimalschritten immer besser. Bei wirklich gut war er noch gar nicht angekommen, als er heute früh wieder beschloss, wirklich unangenehm aufzufallen, aus dem Nichts heraus, wie immer halt.

Ich leistete mir also ein Taxi in die Schule. Zuhause bleiben war unmöglich, es standen ein paar Prüfungen an, die ich nirgendwohin hätte verschieben können und außerdem war eine Arbeitsrunde mit ein paar Kollegen geplant. Freitag vor Pfingsten war eigentlich für nichts davon der richtige Tag, es hat aber alles gut gepasst und wurde zufriedenstellend abgeschlossen. Das stundenlange Sitzen war natürlich gar nicht gut für mich und so habe ich die Gelegenheit genutzt, die Apotheke gleich neben der Schule kennenzulernen und zu sehen, ob man dort wenn man einen einigermaßen vernünftigen Eindruck macht, auch ohne Rezept verschreibungspflichtige Medikamente bekommt. Offenbar ist das so.

Nun heißt es abwarten bis morgen, wie sich die Sache entwickelt, ob der Weg in Richtung wochenlanges kaum gehen können geht, oder ob schlafen + Medikamente das Ruder herumreißt. Wie auch immer bin ich entschlossen, die Sache so gelassen wie nur irgend möglich anzugehen. Alles andere bringt ja nichts. Außerdem könnte ich ja wieder einmal eine Runde Physiotherapie machen, wenn´s nicht nützt so schadet es auch nicht. Auch der Besuch bei einem Osteopathen wäre kein Fehler. Es gibt ja viele Möglichkeiten


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Der Tribut an die Baustelle

Derzeit schleicht die Kreativität bei mir eine absolute Durststrecke entlang. Ich denke nur in Kategorien von Fliesen, Rohren, Staub, Mauern,  Verfugungsmasse …… Letztes Wochenende war ich beim Malen und – ich glaube das erste Mal in meinem Leben – hatte ich einfach keine Lust, was mich ziemlich schockiert hat.

Mein Hirn hat offenbar alle Bereiche, die nichts mit konkret anfassbarem (Bau)material zu tun haben, einfach gesperrt. Die Kamera liegt staubsicher verpackt herum und ich habe nicht das geringste Bedürfnis irgendetwas zu fotografieren. Hätte auch gar keinen Sinn, weil der Fotoblick  einfach gesperrt ist. Ich habe auch keine Lust irgendetwas zu schreiben, obwohl normalerweise meine Wortquellen heftig sprudeln ohne dass ich mich dafür besonders anstrengen müsste. Aber nein, auch diese Quellen sind vorübergehend trockengelegt.

Ich interpretiere diesen Zustand als eine Art Überlebensinstinkt. Es ist ziemlich anstrengend voll zu arbeiten und zuhause eine nun schon 3 Wochen andauernde Baustelle zu haben, in der immer irgendjemand arbeitet. Es ist anstrengend und inspiriert offenbar zu völlig anderen Dingen als mein übliches Leben. Hat ja auch seine Vorzüge. Trotzdem freue ich mich auf die Rückeroberung der Kreativität. Die Frage ist, ob diese schon während der Beseitigung des Baustellenchaos wieder zurückkommt oder erst anschließend.

Das Foto gab es hier schon mal, aber es passt so gut: die eingefrorenen Farbsprenkel, die unbeweglichen Muster, das umgeleitete Licht ….

 


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Wir waren nicht einer Meinung, aber ich habe Recht !

„Du“ sagte ich gerade zu mir „eigentlich sollten wir einkaufen gehen. Ziemlich dringend sogar“

„Wieso ?“ sagte ich „Das haben wir doch am Mittwoch erledigt“

„Ja ist dir überhaupt bewusst, dass die Schoki-Lade gähnend leer ist ???“

„Allerdings, und das soll sie auch bleiben. Wir leben jetzt eine Weile gesund“

„Ja, haST DU sie noch aLLE ???“ kreischte ich in meine Richtung „reicht dir das blöde regionale Gemüse nicht ?? Das ewige Kraut, die tausend Karotten und Zwiebel im Überschuss. Sind wir womöglich religiös geworden und fasten jetzt ?? “ flötete ich listig.

„Ach, verschon mich mit so primitiven Manipulationsversuchen, wir essen jetzt eine Weile keine Süßigkeiten und basta !“ sagte ich entschlossen, obwohl mich die leere Schoki-Lade auch in leise Panik versetzte.

„Muss das ausgerechnet jetzt sein, wo es so viele verschiedene köstliche Nougat-Schoki-Eier gibt ?? Kompromissvorschlag: wir beginnen nach Ostern ….. “

„NEIN“

„Na gut, aber Bewegung ist doch auch gesund, wir könnten doch das Altglas zum Container bringen … “

„Na klar, zum Container gegenüber dem Supermarkt !! NEIN, wir gehen gar nirgends hin. Wir bewundern das blühende Pfirsichbäumchen vor dem Fenster zum Arbeitszimmer und dann schneiden wir die Reste der Pfefferminze vom Vorjahr zusammen, weil die kommt schon neu heraus “

„Oh Gott, wir sind auch noch auf dem Öko-Garten-Trip. Wär ich doch beim Winterschlaf geblieben …“

„Jetzt stell dich nicht so an, da ist die Gartenschere und hopp, hopp ….. “

Wie man sieht, habe ich den verbalen Abtausch gewonnen und die Schoki-Lade ist leer geblieben. Ist gibt doch keinen größeren Triumph als den über sich selbst ……

 


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Charakterstudien anhand von Salatdressing

Kürzlich war ich bei meiner Freundin I. Sie ist eine immer freundschaftlich beratende Architektin. Für Menschen, die gerade ihr Bad renovieren eine Quelle der Weisheit. Aber sie ist auch eine begeisterte Köchin. Salatdressing à la I. klingt so: und dann habe ich ein bissl Gelbwurz dazugetan, die passt immer, Nüsse sind ja auch so gesund. Eine Prise Ingwer, warum nicht ? Übrigens hab ich auch so ein interessantes Öl gefunden ….. und zum Abrunden noch einen Schuss Wein. Ich hoffe, es schmeckt. Und es schmeckt tatsächlich.

Gestern Abend war ich bei meinen Freunden A. und D. Da wird Salatdressing  ganz anders hergestellt. Die Zutaten sind edel und bekannt, in Spezialgeschäften erworben oder selbst von irgendwoher importiert, werden in einem vorher genau festgelegten Verhältnis gemixt. Schmeckt auch sehr gut, aber halt immer gleich.

Und so wie sie Salate machen, sind diese Menschen auch sonst. Der Salatdressing-Test liefert eine solide Basis für Charakterstudien.


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Zwangsbeglückung und Aggression

Ein wunderbares Beispiel dafür, wie die Aktionen von Zwangsbeglückern und Menschen mit Helfersyndrom zu heftigen Aggressionen führen können, fand kürzlich in unserer Lehrerküche statt.

Wir haben zwischen den Unterrichtsstunden nur 5 Minuten Pause und das reicht in einem weitläufigen Gebäude gerade um von einem Klassenzimmer ins nächste zu kommen. Wer aufs Klo gehen möchte und in derselben Pause vielleicht auch noch das Bedürfnis hätte, etwas zu essen oder zu trinken, muss sich da für eines von beiden entscheiden. Dennoch gibt es Kolleginnen und Kollegen, die in Pausen Kaffee trinken. Das macht ohnehin eine gewisse Dehnung der Pause erforderlich, fürs Abwaschen oder auch nur in den Geschirrspüler Stellen der Häferl (=Tassen) bleibt definitiv keine Zeit. Daraus folgt, dass es in der Küche immer Berge von schmutzigen Häferln, Löffel und Tellern gibt. Sieht nicht besonders gut aus, aber es hat ohnehin niemand Zeit das Chaos zu betrachten.

Soweit also eigentlich alles im grünen Bereich, gäbe es da nicht die Kollegin B., die wandelnde Zwangsbeglückerin.  Sie rettet uns alle, sie kommt sogar an ihrem freien Tag um ungebetenerweise das Geschirr zu waschen, den Kühlschrank zu putzen und was sonst immer noch anfällt. Dabei murmelt sie laut vor sich hin, in welchem Zustand die Welt im allgemeinen und unsere Küche im Besonderen ohne sie wäre und wie man nur so schlampig, schmutzig, unordentlich sein kann, und wo wir alle ohne sie wären, im Dreck erstickt, unter schmutzigen Kaffeehäferln begraben usw usf. Die ohnehin viel zu kurzen Pausen wurden immer unentspannter und das moralintriefende Gemurmel immer lauter.

Bis kürzlich dem Kollegen L. der Kragen platzte. Er sprang auf, eilte in Richtung Spülbecken und Kollegin B. Wir waren alle erwartungsvoll erstarrt. Ob er womöglich … ? Nein, das wollten wir denn doch nicht ! Obwohl, wenn damit die unerträgliche Situation beendet würde ….. Kollege L wurde aber nicht handgreiflich (ein Jurist, man stelle sich vor !) Er pflanzte sich vor B auf und schrie sie an „Wehe, du greifst noch ein einziges Mal mein verdrecktes Kaffeehäferl an, das ich in beispielsloser Schlamperei nicht selbst abwasche !!! “ Alle anderen Anwesenden schienen im Geiste mitzuschreien. Es war wunderbar befreiend !

Natürlich ist Kollegin B zutiefst beleidigt und gekränkt und vom Undank der Welt noch überzeugter als zuvor. Es war sicher nicht das erste Mal, dass ihr Ähnliches passiert ist. Aber ist sie nicht selbst schuld ? Müssen sich hundert Leute von einer Person tyrannisieren lassen damit diese ihr Selbstbild als Retterin der Menschheit befüttern kann ?