la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Womöglich bin ich doch ein unerkanntes Genie ?

Es ist 00:35. Ich möchte bevor ich schlafen gehe die gerade erzeugten ersten Tulpenfotos des Jahres auf dem Computer anschauen, stecke die Fotokarte in den Computer und …..  der Bildschirm wird schwarz, Totalabsturz. Großartig, der F. schläft schon, außerdem ist in seiner Firma wieder einmal die Hölle ausgebrochen, da wäre es irgendwie nicht so nett, ihm mit weiteren Computerthemen zu kommen. Ganz blöd bin ich schließlich auch nicht, wenn auch in Computerfragen, äh … hüstel.

Merhrmaliges Hochfahren mit demselben Ergebnis: alles geht, aber sobald ich den Explorer anklicke, stürzt das System ab und ich kann das Graffelwerk nicht einmal herunterfahren sondern muss es abwürgen. Es wird doch hoffentlich nicht die Fotokarte sein, mit allen Fotos drauf inklusive Oktober, die ich noch nicht auf die Festplatte überspielt geschweige denn gesichert habe ! Tatsächlich, wenn ich die Fotokarte herausnehme, funktioniert der Explorer wie geschmiert. Hmmm, aber vielleicht ……. Ich probiere eine funkelnagelneue Fotokarte, der Explorer stürzt ab. Ich kombiniere messerscharf: dann muss wohl das Laufwerk für die Fotokarte das Problem sein. Hoffentlich täusche ich mich nicht und es ist ganz was Anderes. Wenn man von den Dingen wenig bis gar nichts versteht, zieht man ja oft völlig falsche Schlüsse.

Ich eile also heute zwischen Vormittags- und Abendunterricht ins einschlägige Fachgeschäft und kaufe einen Kartenleser, den ich in ein USB-Laufwerk stecken kann und mache einen Abstecher nachhause um zu sehen, ob die Diagnose richtig war und die Behandlung anschlägt. Jawollll, sowohl als auch, durch die Umgehung des Laufwerks mit dem Kartenleser geht wieder alles. Es bleibt nur zu bedenken, dass ein Gerät, bei dem ein Teil ausfällt, eindeutig auf dem absteigenden Ast ist und in absehbarer Zeit ganz den Geist aufgeben wird. Es ist aber auch ein wirklich guter PC, der trotz intensivster Nutzung, seit Jahren völlig problemlos läuft.


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Freitag 17.1.2020 – das ewig Weibliche …

Es findet sich doch für alles und jedes ein passendes Zitat aus „Faust“. Manche sind schon so richtig abgelutscht. Trotzdem für „das ewig Weibliche zieht uns hinan“ finde ich immer wieder Beispiele. Es gibt ja Leute, die prinzipiell „das ewig Weibliche zieht uns hinab“ zitieren. Mein Bruder zum Beispiel. Ich gestehe ja zu, dass die Definition des „ewig Weiblichen“ voller Fallstricke und Bodenminen steckt. Trotzdem. Mein neuester Anlass: ein Studierender an der Abendschule, der sich bislang eigentlich durch gar nichts ausgezeichnet hat, höchstens durch seine unauffällige Art, hat eine neue Freundin, die ihn so richtig zum Glänzen bringt. Es ist eine Freude, wie da plötzlich Intelligenz deutlich sichtbar wird, wie Kenntnisse und Fähigkeiten auftauchen, und wie er Freude daran hat diese auch herzuzeigen.

„Siehst du“ sage ich – aber nicht im Ernst – zum F. „da sieht man wieder, was wir für euch tun“ . „Pffff“ sagt der F „aus blankem Eigennutz. Schließlich sind es ja die Frauen, die Wert legen auf Glänzen und Strahlen. Wir Männer sind bescheiden, zurückhaltend und per definitionem völlig uneitel.“ Nun ja …

Ich glaube, ich bin am Beginn einer Gern-Koch-Phase. Das merke ich daran, dass ich beim Betrachten des Inhalts der wöchentlichen Gemüsekiste überlege, was ich mit diesem und jenem Grünzeug anfangen werde und dass ich dazu dann Rezepte studiere. Das liegt auch daran, dass ich fast alle Prüfungen für dieses Semester zusammengestellt, abgehalten, korrigiert und benotet habe und somit mein Arbeitsrhythmus deutlich gemütlicher wird. Einen Durchgang mündliche Prüfungen braucht es noch. Die mache ich aber aus dem Stegreif.

 


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Mittwoch 15.1. 2020

Kälte verfolgt mich in letzter Zeit. Draußen ist es kalt, die eiskalte Wohnung von K beschäftigt mich immer noch und am 8.1, dem ersten Schultag nach zwei Wochen Ferien stellte sich heraus, dass irgendwann in diesen zwei Wochen die Heizung eingegangen war. Es hatte im ganzen Haus zwischen 7 und 11 Grad. Daraufhin wurden Schüler und Lehrer nachhause geschickt und die Heizungsmonteure rückten an. Am nächsten Tag Vormittag hatte es im Lehrerzimmer immerhin schon 17 Grad, ähnlich in den Klassen. In den Gängen allerdings, wo es nur sehr vereinzelte Heizkörper gibt, ist es immer noch deutlich kälter. Auch der Rest der Woche war noch ziemlich kühl und wir vergnügten uns damit, die Schüler*innen immer wieder mal die Stiegen rauf und runter zu hetzen, um ihr Einfrieren zu vermeiden. Das war für alle Beteiligten ganz lustig und sicher höchst gesund. Es bot sich mir auch die Gelegenheit mein allerneuestes Strickprodukt  auszuführen. Es ist so warm, dass ich es unter normalen Umständen wahrscheinlich nie brauchen kann, aber in dieser Woche war es genau richtig und der nächste Besuch beim K findet sicher auch noch im Winter statt.

Die Wetterlage „gefrierendes Nieseln“ mag ich nicht besonders. Der Hochnebel scheint meterdick zu sein, darunter ist es eisig und die Feuchtigkeit, die aus dem Nebel kommt, gefriert auf den Gehsteigen. Höchst ungemütlich und glitschig, wenn man spätabends unterwegs ist.

Die positive Seite: mir ist die Geschichte „Kälte“ eingefallen. Vielleicht schreibe ich sie heute Nacht.

Als Sprachfan kann man sich immer wieder darüber freuen, interessante Wörter und Wendungen kennenzulernen. Seit gestern genieße ich einen Ausdruck aus der Juristensprache, der mir äußerst gut gefällt: „aufschiebende Bedingung“. Es ist mir sogar schon gelungen, den Ausdruck in einem Gespräch unterzubringen, ohne dass er besonders aufgefallen wäre.


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Freimaurergrabstein ? Eher doch nicht. Sonntag 12.1.2020

Wir sind gestern über einen Friedhof spaziert. Eigentlich zufällig. Der F wollte Züge bewundern. Na ja. Entlang der Bahnstrecke liegt aber ein sehr langer, ruhiger Friedhof, den ich viel interessanter fand. Erstaunlicherweise war ich dort noch nie, obwohl ich sehr gerne über Friedhöfe spaziere.

Diesen Grabstein zum Beispiel hätte ich aufgrund der Symbole im zentralen Kreis auf den ersten Blick für einen Freimaurergrabstein gehalten. Was aber bedeutet die Krone ? Und warum sind im Hintergrund Grabsteine und -denkmäler abgebildet ? Wahrscheinlich ist das Relief  für einen Steinmetz gemacht worden, die Werkzeuge des Berufs sind ja die gleichen, wie die von den Freimaurern als Symbole verwendeten nur sind der Zirkel und das Winkelmaß in einem anderen Verhältnis zueinander abgebildet. Vielleicht schaue ich nochmal vorbei und erkundige mich bei der Verwaltung, ob es dort irgendwelche Informationen über die alten Grabdenkmäler gibt.


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Samstag 11.1.2020

Adieu Baum! Wir haben mit dir eine gute Wahl getroffen, du warst sehr schön gewachsen und genau richtig groß und breit. Wir haben dich leider erst  als Toten kennengelernt und mussten dir dann auch beim Vertrocknen zusehen.

Es gibt sehr viele Christbaumsammelstellen der Stadt Wien und noch eine Menge anderer Plätze, wo Berge von Christbäumen liegen, weil Leute zu faul waren, ein Stück weiter zu gehen. Gut, ich habe leicht reden, ich habe nur zugesehen, wie der F sich netterweise auf eine männliche Kernkompetenz, das Schleppen,  besonnen  und den Baum allein getragen hat. Ich hatte ihm aber vorher die breiteren Äste gestutzt und die abgefallenen Nadeln im Aufzug und auf den Gängen beseitigt.

Lametta habe ich nirgends gesehen, bei keiner der zahlreichen Sammelstellen, an denen ich in den letzten Tagen vorbeigekommen bin. Es ist wohl aus der Mode geraten. Umso besser, so können die Bäume problemlos gehäckselt und weiterverarbeitet werden oder verbrannt. Kürzlich habe ich auch im Tiergarten Schönbrunn gesehen, dass die Elefanten Nadelbäume fressen, vielleicht werden sie auch aus den Christbaummengen beliefert.

 


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Montag. 6.1.2020

Die Schneeeindrücke von vor ein paar Tagen auf der Rax müssen für eine Weile reichen. Die nächsten drei Wochen sind intensive Prüfungszeit, Notenstress für alle Beteiligten …

Zum Ferienabschluss habe ich heute Abend Freund K. besucht. Ich fürchte es geht ihm nicht so gut, weil es in seiner Wohnung sehr kalt war. Es war überhaupt nicht geheizt oder nur viel zu wenig und wir vier Besucher saßen schon in der Straßenbekleidung da und sind relativ bald wieder aufgebrochen. Ich zeichne mich öfter durch mangelnde Diplomatie aus, deswegen warte ich in heikleren Fällen, ob andere das Thema ansprechen oder nicht. Nachdem zwar allen sichtlich kalt war aber weder der K. noch sonst jemand dazu etwas gesagt hat, habe ich auch den Mund gehalten. Es beschäftigt mich aber. Der K. hat aufgekocht und wir haben alle viel gegessen, aber es war eben eiskalt und es weiß auch  niemand so genau wovon der K. eigentlich lebt. Immer wieder das gute alte Parzival-Dilemma: soll man fragen oder nicht. Es kann ja auch sein, dass er es gerne so kühl hat …