la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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magyar konyha

Paprikahendl muss es heute sein nach dem Motto der ungarischen Küchengötter „noch ein Löfferl Rahm“. Paprika und Rahm, lese ich, gehören zu den Grundelementen ungarischer Küche, die im übrigen nicht wirklich von der österreich-ungarischen bzw osteuropäischen Küche zu trennen wäre. Das wundert mich nicht, denn Paprikahuhn, Gulasch und Esterhazy-Torte gehören in Wien zu den Klassikern. Ungarn war immer -auch während der kommunistischen Zeit –  ein Lieblingsland der Österreicher. Auch heute noch fahren Karawanen von Wienern nach Ungarn zum Friseur, zum Optiker, zum Zahnarzt, zum Einkaufen oder einfach nur zum Essen und Feiern. Ich glaube nicht, dass die Preise wirklich noch um soviel niedriger sind, aber Gewohnheiten gibt man ja ungern auf. Ich finde diese Beutezüge eher beschämend, aber da gehen die Meinungen halt auseinander. Die Begeisterung unserer derzeitigen Regierung für ungarische und polnische Politik bleibt mir auch unverständlich. Aber es ging ja ums Kochen.

Rahm haben wir gestern ausgiebig gekauft. Paprikahendl mit Hörnchen? Nein, lieber doch mit Reis. Da besteht natürlich die Gefahr, dass dann vielleicht spontan eher ein Curry-huhn daraus wird. Wäre auch nicht schlimm. Jedenfalls habe ich Zeit zum Kochen und heute sogar Lust dazu. Langsam kommt ein wenig Energie zurück. Sobald es wieder mehr wird, hätte ich dann auch noch Zeit mich mit anderen Dingen zu beschäftigen als mit Kochen, aber soweit ist es noch nicht. Geduld, Geduld….

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16 !

So schön geregnet hat es gestern, nach vielen warmen bis heißen Tagen und da konnte ich unmöglich darauf verzichten einen Spaziergang zu machen mit meinem riesigen, neuen 16-farbigen Schirm, den ich so lange gesucht habe.

Ich schlenderte also trockenen Rucksacks durch das Schönbrunner Wäldchen durch den knoblauchigen Duft des Bärlauchs und die blühenden Büsche bis zur Gloriette. Dort setzte ich mich unter die Sonnenschirme des Cafés und genoss den Regen rundherum in aller Ruhe, weil an solchen Tagen die Touristen nur bis zum Schlosseingang gelotst werden.

Als ich am Rückweg einen Zwischenstopp bei einer Busstation mache, hüpft eine Arbeitskollegin aus dem Bus. Wir small-talken ein bissl. Wahrscheinlich hat sie sich gedacht, warum rennt die in der Gegend herum, wenn sie doch im Krankenstand ist. Sie weiß ja nicht, dass ich mich nach 10 Minuten hinsetzen muss, weil mir schwindlig wird und meine Energie allgemein noch nicht weit reicht. Ich erzähle es ihr auch nicht. Immerhin weiß sie aber ganz sicher, dass das Unterrichten von Jugendlichen in gesundheitlich angeschlagenem Zustand nicht prickelnd ist.


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Sauerkraut, Alzheimer und der letzte Mittagsschlaf

Heute musste ich wieder einmal an sie denken als ich im wunderschön blühenden Garten eines Altersheims versuchte mit mehreren dementen alten Damen Konversation zu machen.

Man hat sie gefunden die Helga nach ihrer Zwangspensionierung wegen untragbarem Alkoholismus, auf ihrem Bett liegend, voll angezogen, sogar mit einer Halskette und einer Zeitung auf dem Bauch, die ihr aus den Händen geglitten war. Ihre Mutter war überzeugt, dass sie bei ihrem Mittagsschlaf, den sie jeden Tag hielt, immer angezogen und immer Zeitung lesend, an einer nicht näher definierbaren Krankheit gestorben sei. Die Autopsie ergab eine industrielle Menge an Schlafmitteln ….

Wir waren jahrelang Arbeitskolleginnen in derselben Schule. Immer wieder erzählte sie vom Geschäft ihrer Eltern beim Karmelitermarkt. Ich wohnte damals in der Gegend und fragte nach, welches Geschäft das denn sei, der Fleischhauer, das Geschirrgeschäft, das Reisebüro, die Apotheke? Nein, nein, das kennst du sicher nicht. Irgendwann einmal erzählte sie mir dann doch, dass es kein Geschäft wäre sondern ein Salzgurken- und Sauerkraut-Marktstandl. Helga war ein intelligentes, fleißiges Kind und kam aufs Gymnasium; Matura, Studium, Lehramt. Es war eine Zeit, in der das Studium gratis war, Stipendien großzügig verteilt wurden, die soziale Durchlässigkeit tatsächlich gegeben war. Aber Helgas Selbstbild wurde von den Gurken- und Sauerkrautfässern dominiert. Schon damals griff sie zu Alkohol, hatte ihr Trinkverhalten aber noch gut unter Kontrolle.

Als sie noch ein Kind war, begannen sich bei ihrem Vater die ersten Symptome von Alzheimer zu zeigen. Einmal saß sie neben ihm im Auto und er wusste plötzlich nicht mehr wo er war. Ein paar Jahre später war ihre Mutter die einzige Person, die er noch erkannte. Wenn sie ihn nur einen Augenblick aus den Augen ließ, begann er nach ihr zu schreien. Die Mutter war völlig am Ende, wollte trotzdem noch weitermachen, Helga musste sie dazu überreden den Vater in ein Heim zu bringen. Es gab keine Alternative. Dort besuchte sie ihn jede Woche, am gleichen Wochentag. Schon am Tag davor fürchtete sie sich vor der Begegnung mit ihrem Vater im letzten Stadium der Demenz. Sie trank am Tag davor, am Tag des Besuchs, am Tag danach, es kam der Moment an dem sie jeden Tag mit Alkohol begann und beendete. Inzwischen war der Vater verstorben

Frühmorgens um 7:30 sahen wir sie durch die Schulgänge torkeln mit einem CD-Player in der Hand, der als Gleichgewichtsfaktor nicht taugte und ständig gegen die Wände schlug. Unser damaliger Direktor war sehr feige und hoffte, dass sich das Problem irgendwie von selbst erledigen oder jemand ihm das schwierige Gespräch abnehmen würde, aber schließlich blieb ihm nichts anderes mehr übrig, es ging einfach nicht mehr und er stellte Helga vor die Alternative: Entziehungskur oder Entlassung.

Die erste Entziehungskur, kurze Erholung, Rückfall, die zweite Entziehungskur abgebrochen, Frühpensionierung wegen Krankheit und dann der Mittagsschlaf mit der Halskette, der Zeitung und der tödlichen Dosis Schlafmittel. Der Mutter zuliebe, die religiös war, fiel das Wort Selbstmord nicht.


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Entklammern und entfesseln

So eine geklammerte Wunde schaut ziemlich schaurig aus. Die Klammern sind im wesentlichen dieselben, die auch zum Zusammenheften von Papier verwendet werden, also vermute ich, dass sie wohl auch genauso hineingetackert werden. So genau möchte ich das jetzt gar nicht wissen. Glücklicherweise habe ich das nicht in bewusstem Zustand miterlebt.

Quelle: Spiegel.de

Gestern wurden die Klammern herausgeholt. Das sollte laut Auskunft von schon geklammert gewesenen Personen überhaupt nicht weh tun, auch der Arzt war erstaunt, dass es bei mir nicht so ganz einfach und schmerzlos ging. „Normalerweise“ meinte er „spürt man das kaum. Aber was ist schon normal..“ Zweifellos eine kluge Einstellung. Über meine Hände und Arme, die rund um die diversen Venenzugangskanülen in allen Regenbogenfarben geleuchtet haben und jetzt bei zwei riesigen Flächen in einem  kränklichen gelb-grün angelangt sind, bemerkte er, dass solche massakerähnlichen Zustände darauf zurückzuführen wären, dass die meisten Stiche von den Schwestern gemacht würden und die Ärzte gar keine Routine mehr dabei hätten.

Nun habe ich also eine entklammerte Wunde, die im oberen Bereich sehr gut verheilt und keine weiteren Probleme macht, im unteren Bereich gibt es aber eine Stelle, die noch ziemlich stark nässt. Ich habe kurz überlegt einen Kurzbesuch in der Spitalsambulanz zu machen, habe es mir aber anders überlegt. Was würde dort außer desinfizieren schon gemacht werden und das schaffe ich selbst auch. Ich warte also noch ein bisschen, die Ambulanz ist schließlich immer geöffnet und auf die Station auf der ich gelegen bin, kann ich mich ja auch jederzeit einschleichen, sollte das notwendig werden.

Der Herr Partner witzelt immer über meine überquellend ausgestattete Hausapotheke. Desinfektionsmittel, Mullkompressen in verschiedenen Größen, selbstverständlich habe ich sowas. Er ist beeindruckt. Das ist mir nicht unangenehm 🙂

Ansonsten geht alles schon ganz gut. Auto fahren ist noch eher unangenehm wegen der Erschütterung, ich bin auch noch wacklig auf den Beinen und gehe immer wieder einmal in die Horizontale, aber 10 Tage nach so einer Operation, 10 Tage nach einer Nacht mit Überwachung von Puls und Atmung, mit Katheter und Infusionen ist das ziemlich gut und ich gehe zufrieden auf dem Weg zur Normalisierung.


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M – Agonie oder Tod oder Erneuerung im Hintergrund ?

Schade, dass er offenbar eingegangen ist der Mitmachblog. Die Idee, dass eine willkürlich zusammengewürfelte Gruppe von Leuten über dieselben Themen schreibt, hat mir gut gefallen. Zwar konnte ich mit sehr vielen Themen so wie sie waren wenig anfangen, aber ich habe sie eben ein bisschen verbogen und gestutzt oder aufgepäppelt und das hat mir Freude gemacht. Schließlich kann einen alles inspirieren, was einem  so über den Weg läuft oder hatscht. Die Anzahl der Beteiligten am Mitmachblog war insgesamt groß, aber sie kamen und gingen und nur selten schrieben sehr viele etwas zu einem Thema.

Die Überlegung der Bloggründer – falls es die jemals gegeben hat –  mit diesem Konzept irgendwelche Einnahmen zu lukrieren ist ganz offensichtlich nicht aufgegangen. Aus diesem oder anderen Gründen, wer weiß das schon, sind die beiden dann ausgestiegen und es gab die neue Administratorin, m.mama. Sie ist gewissermaßen allein geblieben und hat relativ viel Zeit und Energie eingebracht um die Sache am Laufen zu halten. Da war es vorhersehbar, dass sie dann auch irgendwann entweder keine Lust oder keine Zeit mehr hatte.

Vielleicht kommt es noch einmal zu einer Auferstehung. Mich würde es freuen. Genauso gut könnte ich natürlich zu einer abgewandelten Adler-Methode greifen und beliebige Objekte, Wörter, Sätze als Ausgangspunkt nehmen. Die Inspiration ist oft schwierig, wenn man nicht zu viel über das eigene Leben schreiben möchte. Da gäbe es ja viel zu erzählen in letzter Zeit aber ich möchte die Durchsichtigkeit meiner Person nicht noch erhöhen.


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Kopftuch und Tschetschenen – verbindende und trennende Elemente bunt gemischt

Was mich – zum Thema Kopftuch – immer wieder überrascht, ist, dass die Mädel aus türkischen Familien mit Kopftuch und die Mädel aus türkischen Familien ohne Kopftuch keinerlei Probleme miteinander haben. Kopftuch oder nicht ist da anscheinend überhaupt kein Thema. Ich kenne jede Menge beste Freundinnen, die eine mit, die andere ohne Kopftuch, die sich in sonstigen Fragen des Lebens bestens verstehen. Zum Beispiel bezüglich der halbmeterlangen überdichten falschen Wimpern. Ich vermute, es werden da irgendwelche Geheimtipps ausgetauscht, wie man mit solchen Schmuckstücken das Nachvornekippen vermeidet.

Die Tschetschenen haben den Ahmed schon wieder verprügelt, erzählt mir die Lisa. Warum das ? Na, weil er Afghane ist. Ach so, na dann natürlich. Die Lisa kann – nach eigenen Angaben – in dreizehn Sprachen „ich habe einen großen Penis“ sagen. Bei welcher Gelegenheit sie diese Eröffnung machen möchte, frage ich sie.Man weiß ja nie, sagt sie mit mildem Lächeln wegen meiner Naivität, vielleicht glaubt es ja jemand. Ganz verstehe ich immer noch nicht, wie genau die Situation aussieht, zu der Lisas Lieblingssatz passen könnte, aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Die Lisa ist überhaupt ein Fall für sich. Sie kommt immer später und geht früher, weil sie den Auftritt für ihr Ego braucht, gut, was soll ich mich im Kontext einer Abendschule für Hoffnungslose über solche Kinkerlitzchen aufregen. Während der Stunden pendelt die Lisa von ihrem Sitzplatz nach hinten zum Fenster, wo ihr handy in Daueraufladung hängt. Sie muss dazwischen immer wieder mit irgendjemandem schreiben oder irgendwas checken oder weiß der Teufel was tun. Ich kann unmöglich erklären wieso, aber irgendwie mag ich das Mädel. Kürzlich hatte sie sich in die erste Reihe gesetzt. Das kesse Rockerl bis zum Gürtel aufgestülpt, Handy in Betrieb. Wenn Sie da direkt vor meiner Nase sitzen wollen, sage ich, müssen Sie die Füsse vom Sessel nehmen, das Handy wegräumen und mitschreiben, alles andere macht mich nervös und das kann ja nicht in ihrem Interesse sein. Na gut, sagt sie, ich setz mich nach hinten, weil Sie sind ja eine der nettesten Lehrerinnen, deswegen komme ich zu Ihnen in den Unterricht. Zu den meisten anderen komme ich gar nicht. Sie sind mir auch sehr sympathisch sage ich und erstaunlicherweise ist das nicht einmal gelogen.

Der Ahmed inzwischen, der, der des öfteren von den Tschetschenen verprügelt wird, sitzt neben einem Tschetschenen, der von sich öfter behauptet ein Russe zu sein. Die beiden verfeindeten Parteien verstehen sich gerade prächtig und bemalen das Buch, das ihnen der Mario geborgt hat. Ich habe eine dringende Frage an Sie alle, sage ich, habe ich mich eh nicht in der Tür geirrt und bin hier im Kindergarten gelandet. Alle lachen und die vorhandenen fünf Bücher für fünfzehn Leute werden neu verteilt. Sind ja gratis, die Bücher, wozu soll man die auch noch mitbringen und benutzen.


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M – Fenster auf – Fenster zu

Ein Leitmotiv meines Lebens „Fenster auf – Fenster zu“. Wenige Menschen kenne ich, die ein ähnliches Temperaturempfinden haben wie ich. Finde ich die Temperatur angenehm ist allen anderen kalt, finden alle anderen die Temperatur angenehm, ist mir heiß. Auch unter meinen Lebenspartner hat sich noch keiner gefunden, der die Temperaturen, bei denen ich gerne lebe angenehm findet. Ach, ich lebe klimatisch in einem permanenten Kompromiss-Zustand!

Die Fenster sind offen, ein angenehmes Lüftchen weht herein, oder es regnet und ich genieße den Geruch des Regens, Blumen duften, es riecht nach Abend, herrlich! Der Partner zieht demonstrativ einen zweiten Pullover an. Oder aber: die Fenster sind geschlossen, ich überlege gerade, welcher nicht hinwegzuwischende Vorwand sich eignen würde um möglichst alle Fenster aufzureißen. Der Partner sagt: heute ist es saukalt, was für ein Glück, dass ausnahmsweise ein paar Fenster zu sind. Ja nun ….

Einmal hatte ich eine Gruppe besonders erfrorener aber witziger Schüler. Mitten im Winter fand ich sie alle mit Jacken, Kapuzen, Mützen und Handschuhen in der aus meiner Sicht völlig überheizten Klasse sitzend. Auf meine Frage, was das werden sollte, antworteten sie, dass es draußen minus 10 Grad hätte und ich doch sicher gleich alle Fenster aufreißen würde. Ach ja, als menschlicher Pinguin hat man es nicht leicht.

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