la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Donnerstag 24. September 2020 – Niveau und Spenden

Ich habe überlegt, ob ich meine sporadischen Tagebucheinträge auf ein etwas höheres Level befördern sollte, inhaltlich und sprachlich. Aber dann müsste ich sie mehrmals durchlesen und ein bissl daran feilen und könnte nicht mehr so spontan in die Tasten hauen. Nein, ich beschränke das Gefeile auf sonstige Texte.

Die Caritas dankt mir schriftlich, dass ich 400 € für den Südsudan gespendet habe. Ein kleiner Haken ist dabei: ich habe keine 400 € gespendet sondern 50 und nicht für den Südsudan sondern für ein Wiener Obdachlosenprojekt. Ich gestehe, ich habe mein Bankkonto durchforstet um zu sehen, ob die Bank womöglich von sich aus von meinem Geld gespendet hat. Nein, hat sie nicht. Es ist nur ein Irrtum. Es tut mir leid, dass der edle Spender/die edle Spenderin nun wahrscheinlich keinen Dankesbrief mit näheren Infos über das Südsudan-Projekt der Caritas bekommt, habe jetzt aber keine Lust, die Sache aufzurollen. Macht mich das zu einem schlechten Menschen?

Ach ja, und heute regnet es. So ein Glück, dass ich gestern den kaputten Gartenschlauch ersetzt habe.


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Sonntag 20.September 2020

Das Leben plätschert dahin. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es so mag oder nicht. Es fließt in einem sehr angenehmen, hübschen, abwechslungsreichen Flussbett. Auch der Hochwasserschutz ist bestmöglich. Es gibt aber mehrere Dinge, die ich tun würde, wenn nicht überall das widerwärtige Virus gegenwärtig wäre. Wenn ich also normal leben könnte, würde mir das Plätschern wahrscheinlich noch besser gefallen.

Ein in Österreich lebender Mann aus Weißrussland sagte bei einem Interview über die Situation in seinem Land: „die Wahrheit stimmt nicht“. Ein denkwürdiger Satz, auch wenn man berücksichtigt, dass er sich vielleicht auf Deutsch nicht ganz so ausdrücken kann, wie er gerne möchte.

Nachdem der F und ich beide Jahreskarten für den Schönbrunner Tiergarten haben, fanden wir es gestern an der Zeit wieder einmal vorbeizuschauen und die Amortisierung des Preises voranzutreiben. Bei dieser Gelegenheit haben wir erfahren, dass die Jahreskarten um 65 Tage verlängert werden, wegen des Lockdowns und dass sie wesentlich teurer geworden sind.

Etwas grimmig schaut der Pelikan drein. Tatsächlich war es auch schon wieder ziemlich voll im Tiergarten. Ich konnte bei dieser Gelegenheit gut beobachten, dass der F, der immer gegen überzogene Corona-Hysterie wettert, durchaus verinnerlicht hat, Abstand zu Menschengruppen zu halten.

Im Schlosspark wurden die letzten Teile der Aufbauten für das alljährlich stattfindende Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker abgebaut. Bei dieser Gelegenheit wird immer das Schloss, der Neptunbrunnen, diverse Skulpturen und auch die Blumenrabatten mit für diese Gelegenheit montierten starken Scheinwerfern beleuchtet. In den letzten Jahren haben wir uns das Konzert öfter im Park selbst angehört. Heuer war der Park aber gesperrt, nur etwa 1000 Sitzplätze in einem abgesperrten Areal wurden vergeben. Dafür wurde das Konzert am vergangenen Freitag aber im Fernsehen übertragen. Etwas Wien-lastig war das Programm schon „Wiener Blut“ und „Wien, Wien nur du allein“ und so weiter aber in Philharmoniker Qualität.


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Donnerstag 17.September 2020

Vom kürzesten Weg zum Meditationszentrum bin ich auf den schöneren umgestiegen. Es ist aufmuntender durch die schöne Innenstadt zu fahren als über einen Bahnhof mit der unangenehmsten U-Bahnlinie der Stadt. Leider kommt Covid19 näher, zwei Mitglieder des Meditationszentrums hat es erwischt. Eine der beiden hat sich an ihrer Schule bei der Abschiedsfeier für in Pension gehende Kollegen angesteckt, die andere bei ihrem Mann, mit dem sie nur noch im selben Haus wohnt. Stoff für zwei Geschichten.

Abschiedsfeiern, bei denen sich jemand hätte anstecken können, gab es in meiner Schule ja nicht. Ich verfolge die Geschehnisse dort immer noch und bin immer froher, dass ich nicht vor Ort sein muss. Die Bedingungen für den Unterricht sind sehr bescheiden. Das neue Gebäude hat nicht nur Vorzüge und es gibt auch andere Arten von Problemen: einen Brand in der funkelnagelneuen Garderobe, der von der Polizei untersucht wird. Alles in allem recht herausfordernd.

Laut Meinung der deutschen Regierung ist Wien ja verseuchtes Gebiet. Als Bürgerin, die nicht direkt vom Tourismus lebt, kann man sich durchaus darüber freuen, dass weniger Touristen unterwegs sein werden, für den ohnehin angeschlagenen Tourismus und die österreichische Wirtschaft im allgemeinen ist das eine ziemliche Katastrophe. Wobei die Infektionszahlen in Wien tatsächlich – verglichen mit der vorherigen Situation – stark steigen. Nachdem wir aber noch immer kein Zweitdomizil gefunden haben, bietet sich mir auch keine Ausweichmöglichkeit an. Nett wäre natürlich ein Häuschen hoch in den Ästen in den von Donald Trump beschriebenen österreichischen Waldstädten. Seltsamerweise ist da auch nichts frei.

Gerade hatte ich die Kamera gezückt um ein paar Stadtaufnahmen zu machen, als meine Freundin I. auftauchte. Die I ist einer der Gründe warum ich immer wieder dieses Meditationszentrum besuche und dort an diversen Veranstaltungen teilnehme. Ich packte die Kamera wieder ein und es blieb bei einem Foto, nämlich diesem:


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Dienstag 15. September 2020 – Weichenstellungen und Umwegrentabilitäten

Blick von der Caféterrasse auf der ich heute das erste Mal eine Gruppe meiner pensionierten Kolleginnen getroffen habe. Im Hintergrund ein als Mahnmal an die schlechte alte Zeit stehen gelassener Flakturm. Im selben Park befinden sich auch die Augarten-Porzellanmanufaktur und das Schlösschen der Wiener Sängerknaben.

Aber ich war nicht zum Sight-seeing dort sondern zum Wiederanknüpfen von Beziehungen. Mit Erfolg. Es war ein sehr nettes Treffen und ich wurde gleich in den Kreis aufgenommen. Obendrein hat sich herausgestellt, dass die aktiven Pensionistinnen auch eine Gruppe „Theater-Kabarett“ haben, in die ich ebenfalls aufgenommen wurde. Nachdem ich viele Jahre lang immer auch in der Abendschule unterrichtet habe, war es organisatorisch praktisch unmöglich ein Theater-Abo zu nehmen, was ich gerne getan hätte. Aber so eine Gruppe ist ja viel besser als ein Abo, man sucht sich aus, was man sehen möchte und es wird sich immer eine angenehme Begleitung finden. Derzeit ist es ja leider etwas schwierig ins Theater zu gehen. Erst gestern wurde ein größerer Cluster von Corona-Infizierten rund um eine Opern-Aufführung gefunden …

Aber das geht auch wieder vorbei, hoffentlich … Jedenfalls bin ich ziemlich beschwingt durch die halbe Stadt spaziert und kam dabei auch an meinem Lieblingswollgeschäft vorbei. Ich freute mich schon darüber, dass es überlebt hat und noch mehr freute ich mich als ich im Schaufenster einen Hinweis sah „wir nehmen Mützen und Schals für das St. Anna Kinderspital entgegen.“ Ich bin ja eine begeisterte Strickerin, weiß aber schon nicht mehr, was ich mit meinen Produkten anfangen soll. Es stapeln sich Berge von Pullovern, die ich aber gar nicht brauchen kann, weil sie mir viel zu warm sind, von Schals will ich gar nicht reden. Gestrickte Spenden an ein Kinderspital kommen mir da gerade recht. Und wenn das Spital gerade nichts braucht, sagte die Verkäuferin, unterstützen wir auch eine Initiative für obdachlose Frauen. Perfekt. Ich kann meiner Strickleidenschaft frönen und die Produkte sinnvoll verschenken. Es gibt dort auch ein offenbar sehr nettes Stricktreffen einmal in der Woche, aber das wird wohl momentan auch nicht stattfinden, weil es auf den Fotos auf der home-page sehr eng aussieht.

Also rundum ein sehr erfreulicher Tag. Auf meine alten Tage werde ich noch gesellig und sozial werden. Naja übertreiben muss ich es auch nicht.

 


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Donnerstag – 10. September 2020 – Mediziner

Die größte Massenveranstaltung dieses Sommers in Wien war der Aufnahmetest für Medizinstudent*innen. Ein 8 stündiges Event nach dessen Ergebnissen jeder zehnte Kandidat einen Studienplatz bekommt. Es soll Anwärter*innen geben die in aufeinanderfolgenden Jahren drei oder viermal angetreten sind. Ich frage mich immer, was diese jungen Leute zwischen den Test machen, die es ja nur einmal im Jahr gibt.

Klassische Student*innenjobs sind derzeit Verkäufer*innen von allem möglichen und vor allem die Gastronomie. In Wiener Lokalen gibt es ungemein viele deutsche Kellner*innen. Nachdem Wiener Kellner*innen traditionell unfreundlich sind, bringen die vielen jungen Deutschen einen deutlich freundlicheren Touch in die Gastronomieszene. Das können aber nun nicht alles gescheiterte Medizinstudenten sein.

Ob die Aufnahmsprüfung, die es noch nicht so lange gibt, bessere Student*innen bringt, frage ich eine Freundin, die an der Meduni forscht und lehrt und immer wieder Vorlesungen für Studienanfänger*innen abhält. Bessere Student*innen brächte es schon, also kognitiv bessere, meinte sie, ob es im Endeffekt aber bessere Ärzte werden ? Es können und sollen ja nicht alle Medizin-Absolvent*innen in die Forschung gehen.

Ich zweifle auch sehr daran, dass das irrwitzige deutsche Numerus-Clausus-System die besten herausfiltert. Die bravsten, die diszipliniertesten, die am besten angepassten, aber nicht unbedingt die klügsten, die kreativsten. So müssen also jene, die ihre Schulzeit nicht nur mit Lernen verbracht haben, in anderen Ländern studieren. Tatsächlich ist ja die Aufnahmsprüfung an den österreichischen medizinischen Fakultäten deswegen entstanden, weil es so gewaltig viele Deutsche gibt, die in Österreich Medizin studieren wollen. So schließt sich auch ein Kreis.


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Samstag 5.9.20 – ständige Ferien

Montag beginnt die Schule ohne mich. Losgelassen habe ich definitiv noch nicht. Ich verfolge die hausinternen e-mails, habe die Stundenpläne der alten und neuen Kollegen studiert, es war mir wichtig, dass die Zugänge alle noch offen sind. Ich denke, in ein paar Monaten wird mir das alles weitgehend egal sein, zumindest aber werde ich innerlich um einiges weiter weg sein.

Den Moment der Pensionierung hätte ich nicht besser wählen können: die Schule zieht in ein renoviertes Haus, das mir nicht besonders sympathisch ist. Es gibt keine Schlüssel mehr sondern nur noch Chipkarten auf denen die jeweiligen Berechtigungen für den Eintritt in diverse Räume gespeichert sind. Hat für mich einen Geschmack von Misstrauen. Es dürfen nicht mehr alle Lehrer*innen überall hinein, wie das davor der Fall war.

Für über 150 Lehrer gibt es nur 25 Arbeitsplätze, jede/r bekommt aber ein privates Stehpult. Ein Stehpult!! Klingt für mich wie die Zustände auf dem Arbeitsmarkt im 19. Jahrhundert: Stehpult und Ärmelschoner. Das wird sich sicher irgendwie einspielen, man gewöhnt sich an alles, aber ich bin froh, dass ich mir das erspare.

Obendrein gibt es die Corona-Ampel, die in Wien auf gelb steht, was für die Schulen heißt, dass auf den Gängen Masken getragen werden sollen. Auf eine Beteiligung an diesem Zustand verzichte ich auch gerne.

Was mir wirklich fehlen wird, ist der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen. Es ist schon ein feiner Zustand, wenn man täglich zwanglos viele Menschen trifft ohne dass man erst Treffen vereinbaren muss. Nicht dass ich alle meine Kollegen heiß geliebt hätte, aber ich habe mit sehr vielen gerne geredet und bin mit anderen persönlich befreundet. Die Aufrechterhaltung von Freundschaften, die aus dem beruflichen Umfeld kommen, halte ich aber für recht schwierig, weil ein sehr großer Teil der gemeinsamen Interessen weg fällt. Natürlich trifft man einander noch, aber es nicht mehr dasselbe. Verschiedene Lebensphasen, verschiedener Freundeskreis. Was ja nicht negativ ist aber eine gewisse Flexibilität erfordert.

Flexibilität ist überhaupt gefragt. Eigentlich wollte ich in diesem Herbst viel reisen. Daraus wird nichts werden, weil ich mir das komplizierte rundherum nicht antun will. Ich erinnere mich an einen Ausspruch von Konrad Lorenz „jeden Tag vor dem Frühstück eine Lieblingstheorie einstampfen, das erhält jung“. In meinem Fall geht es nicht um Theorien sondern um Pläne, aber vielleicht hält deren Einstampfung auch jung, zumindest geistig


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Samstag 29. August 2020 – Blasen im Sumpf

Was  mir an die 10 Jahre des Meditierens und eine Annäherung an buddhistische Philosophie gebracht haben, merke ich, wenn der Boden auf dem ich normalerweise gut stehe und gehe Tendenzen zum Sumpf entwickelt. Seltsame Vegetation, leichtes Einsinken beim Gehen, es steigen ein paar Blasen auf, die anzeigen, dass im Untergrund etwas gärt.

Dann lasse ich die Blasen aufsteigen aus dem sumpfigen Untergrund und sehe ihnen zu, wie sie von einer Spur von Luftbewegung wild herum gewirbelt werden, wie sie durch verschiedene Schichten von Emotionen durch tauchen, verschieden gefärbt werden, ihre Form verändern. Viele von ihnen kenne ich gut. Im Lauf der Jahre sind sie mir vertraut geworden und wir haben eine ganz gute Beziehung zueinander entwickelt. Ich tue nicht mehr so, als würde ich sie nicht kennen. Nein, ich begrüße sie ganz artig, weiß woher sie kommen und dass sie bald weiterfliegen werden, wenn ich ihnen das ermögliche.

Es ist eigentlich so einfach, nur dazusitzen und sich selbst zuzusehen beim Denken und beim Fühlen und den schillernden Blasen zuzusehen und gar nichts zu tun um die Situation zu verändern. Mir fällt es allerdings manchmal ziemlich schwer, nicht sofort irgendetwas zu unternehmen um Probleme zu lösen, um unangenehme Situationen zu verändern. Lösungsorientierung ist nicht in jedem Zusammenhang eine glückliche Eigenschaft. Denn Emotionen kann man nicht lösen, man kann sie nur aushalten, durchgehen und am anderen Ende gestärkt herauskommen und die Blasen fliegen lassen.


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Entschlossen nichts tun

Fast Mittag. Na und? Deswegen kann ich doch bequem herumliegen und lesen. „Das Paradies meines Nachbarn“, ungewöhnliche Perspektive, interessant. In der Wohnung ist es noch kühl. Mein Hals ist irgendwie belegt und verlangt nach viel Wasser. Bekommt er. Was wollte ich heute machen. Vormittag Schuhe kaufen, keine echten Wanderschuhe aber eine gemäßigte Variante, so gemäßigt wie meine Begeisterung fürs Wandern. Naja, wenn ich dann nah dran bin, gefällt es mir meistens doch. Dann wollte ich in die Apotheke gehen und die von meiner Pharmazeuten-Freundin empfohlenen Kurkuma-Kapseln erwerben. Nützt´s nix so schadet´s nix. Und dann wollte ich die gestrige Unkraut-Rupf-Aktion beenden und bügeln, Berge von ungebügeltem G`wand abtragen. Berge versperren überall den Weg. Für des Unkraut und das Bügeln ist es fast zu heiß, aber am Vormittag noch nicht. Ein paar Anrufe, ein paar emails ……

Alles abgehakt. Ein wunderbares Gefühl alles abzuhacken ohne irgendetwas getan zu haben. Die Zeit vergeht und wenn es so weit wäre, dies und das zu tun, lasse ich es vorbeiziehen und hake es ab. Nachmittag ist auch noch Zeit oder morgen….  An der Perfektionierung dieser Methode muss ich arbeiten. Aber nicht gerade jetzt.

Meine derzeitige Lektüre brachte mich zu der Frage, ob man auch „entschlossen herumstehen“ kann. Diese Betrachtung muss nicht gleich in hektische Aktivität umgesetzt werden, denn sicherlich gibt es nicht nur die Möglichkeit entschlossen herumzustehen sondern man kann auch entschlossen herumliegen. Fühlt sich ganz hervorragend an. „Entschlossen herumliegen“ lässt sich sicher durch „lesen interessanter Texte“ umschreiben. Herumschusseln ist ja keine Kunst, aber entschlossen entspannen …

Leider ist das Buch nicht besonders lang und ich könnte meine to-do-Liste am Nachmittag abarbeiten, bei der größten Hitze. Keine sehr kluge Strategie. Na und?


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Montag 4. August 2020

Mein Wiedereinstieg in eine einigermaßen regelmäßige Meditationspraxis hat schmerzhaft begonnen. Ich bin nämlich auf dem Weg zum Meditationszentrum mitten in einer belebten Fußgängerzone über ich weiß nicht was gestolpert, und platsch mit vollem Schwung und Gewicht auf die linke Seite gefallen. Ja genau, das linke Hüftgelenk ist das aus Titan. Zum Glück dürfte der Hüfte nichts passiert sein. Ich bin den restlichen Weg zu Fuß gegangen und unter den Mitmeditierenden waren zwei Ärzte, die mir übereinstimmend versichert haben, dass dem Gelenk nichts passiert sein kann, weil ich sonst gar nicht gehen könnte. Trotzdem hat mir alles weh getan, mehr die Schulter als die Hüfte. Irgendein Muskel im Oberarm hat einen schweren Schlag bekommen und ist bis jetzt nur bedingt einsetzbar, aber es wird langsam besser.

Ein Erlebnis ist das, wie schwierig alles wird, wenn der eine Arm nur sehr schlecht funktioniert. Es beginnt mit Anziehen und Duschen und setzt sich mit allem möglichen weiteren fort. Nachdem ich ohnehin noch kein Kontrollröntgen der Hüfte gemacht habe – die OP war im Dezember 18 – zu diesem Zwecke aber einen undatierten Überweisungsschein habe, dachte ich mir, ich rufe bei einem Röntgeninstitut an und vor frühestens nächster Woche werden sie ohnehin keinen Termin frei haben. Aber siehe da, ganz ohne irgendeine Protektion, ich hatte auch noch nicht einmal damit begonnen zu erläutern, warum ich unbedingt einen zeitnahen Termin brauche, also einfach so, bekam ich einen Termin für heute Nachmittag. Sehr beeindruckendes Service!

Eine Stunde meditieren im Sitzen und im Gehen und ebenso lange plaudern waren wahrscheinlich auch klüger als wieder nachhause zu gehen um mich zu fürchten. Eine Stunde meditieren ist ja nicht viel, vor allem wenn man zwischen Sitzen und Gehen abwechselt und dann auch noch ein passendes unangenehmes Erlebnis zum „aktiven Loslassen“ hat. Es waren wenige Leute da und nur solche, die ich seit vielen Jahren kenne und mag. Trotz der schwer beleidigten Muskel auf der linken Seite, war es eigentlich ein guter Tag.


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Donnerstag 30.7.20 – challenges mit vielen Büchern

So eine einmonatige Challenge stresst ein bissl, mich zumindest. Eigentlich muss man so etwas vorbereiten damit nicht wirklich jeden Tag ein Beitrag fällig wird. Es war die allererste 30tägige Challenge, die ich tatsächlich bis zum Ende mitgemacht habe und so viel Disziplin bringe ich gar nicht oft auf, wenn es nicht sein muss. Also hat mir die 30-Tage Book Challenge zweifellos gefallen. Ich habe von ein paar Büchern gehört, die mich ansprechen und einen genaueren Eindruck von ein paar anderen Mitmachenden gewonnen. Und so bedanke ich mich nochmals bei  Ulrike von Blaupause7 winke allen anderen Mitmachenden zu und beschließe, mich in nächster Zeit nicht an einem so langen Projekt zu beteiligen. Solche Entschlüsse sind natürlich jederzeit widerrufbar …

Mir stellt sich auch die Frage, welche Funktion dieser selbstgemachte Stress für mich hat. Ich habe da zwar so einen Verdacht, den ich aber gerade nicht bearbeiten möchte.


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Donnerstag 23. Juli 2020

Sie steigt und steigt wieder in Wien, die Zahl der Covid-19-Infizierten; im restlichen Österreich nicht annähernd so stark. Die Versuchung nach Sündenböcken zu suchen ist groß und macht doch überhaupt keinen Sinn. Die aus den Balkanstaaten heimgekehrten Urlauber, diverse Kirchen, fleischverarbeitende Betriebe, Erntearbeiter in empörenden Behausungen…. Ich kann und will aber einfach nicht für die nächsten Jahre aufhören nach außen zu leben und so setze ich auf Abstandhalten und Glück. Naja, und nachdem es vorgeschrieben wurde halt auch auf Masken, obwohl ich Abstandhalten für viel effizienter halte. Es kommt mir auch irgendwie entgegen, ich mag das ständige Abbusseln fremder Leute ohnehin nicht.

Mehrere mögliche Impfstoffe sind in der Phase der klinischen Tests angelangt. Optimistische Schätzungen meinen, dass es in etwa einem Jahr oder sogar früher eine Impfung geben könnte. Ich glaube nicht, dass ich lange darüber nachdenken werde, ob ich sie haben möchte oder nicht.

Während wir alle im Corona-Schock dahin torkeln, schreitet die Klimakatastrophe offenbar unaufhaltsam voran. 38 Grad Celsius in Sibirien, die Permafrostböden tauen auf, Methan und CO2 werden freigesetzt. Der heurige Sommer in Mitteleuropa ist nicht so extrem, daher nähren wir die Illusion, dass alles nicht so schlimm ist, weil der Flugverkehr reduziert ist und die Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen. Es ist aber nun mal eine Illusion zu meinen, dass die Katastrophe nicht voranschreitet. Die Vogel Sträuße samt ihrer Politik sind allgegenwärtig.

Ecosia benütze ich schon seit einer Weile. Ich dachte, das wäre eine seriöse Organisation. Manchmal zweifle ich aber auch daran, denn die Zahlen der angeblich gepflanzten Bäume können doch nicht stimmen. Der laufende Zähler zeigt zwei bis drei gepflanzte Bäume pro Sekunde an und läuft zu allen Tages- und Nachtzeiten. Andererseits wird auch in atemberaubendem Tempo abgeholzt.

Ich lebe derzeit jedenfalls nach dem Motto carpe diem …


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Freitag 10. Juli 2020 – Bilanzen und Ausblicke

Theoretisch bin ich ja noch nicht in Pension sondern in den Ferien vor dem nächsten Schuljahr. Diese Ferien würden in jedem Fall stattfinden , auch falls ich es mir nochmals anders überlegen und ein weiteres Schuljahr anschließen sollte, was aber ganz und gar ausgeschlossen ist. Ich befinde mich also in einer Art Schwebezustand zwischen verschiedenen Lebensmodellen. Von außen betrachtet, ist es großartig, nicht mehr arbeiten zu müssen und nur noch das zu tun, wonach mir gerade ist. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Ich zerlege die größeren Themen in kleine, alltägliche, dann bekomme ich die Lage ganz gut in den Griff.

Die ersten Ferientage im Juli habe ich immer mit dem Sortieren meiner Unterlagen verbracht. In diesem Jahr sortiere ich meine Unterlagen nicht, ich werfe sie weg. Es handelt sich da nicht um ein paar Zettel sondern um sehr viele Mappen, nochmal so viele Bücher und diverse Datenträger. Ich halte mich daran, dass Ausmisten befreiend ist und das ich einen ganzen Raum frei bekommen werde.

Schon vor Corona-Zeiten hatte ich beschlossen, den Sommer zuhause zu verbringen, weil ich ja ab den Herbst würde verreisen können, wann immer ich wollte. Nun hat aber Covid-19 einen dicken Strich durch diese Rechnung gemacht und es fällt ein ganz wesentlicher Pluspunkt des Pensionistendaseins weg: das Reisenkönnen außerhalb des Mainstreams.