la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit

Einfach so 2

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Ein Kommentar

Wie der Juli roch

Juligeruch bei Read on

Mein Juli teilt sich geruchsmäßig und auch sonst in zwei deutlich verschiedene Teile. Der erste Teil war wohlriechend, er roch nach grünen, feuchten Wäldern, nach Mohnfeldern, ein bisschen nach Chlor an den Fingerspitzen nach stundenlangem Aufenthalt im Schwimmbad, nach den Künsten des Küchenchefs, sonnengereiften und in der Abenddämmerung gegossenen Kräutern. Dazu welchen Geruch Entspannung hat, gibt es wohl viele Meinungen. Auf jeden Fall gehört aber der Pfirsichgeruch dazu, eigentlich auch der Geruch nach Erdbeeren, die auf Feldern gleich um´s Eck gewachsen sind, aber die gibt´s im Juli nicht mehr, außer in Irland, aber da war es diesen Juli so trocken, dass ich gar nicht dran denken will. Nasses Holz auf dem Balkon nach einem Regenguss mit Blitz und Donner riecht auch anders als nasses Holz nach tagelangem Landregen. Auch das über Nacht auf dem Balkon aufgehängte Badegewand riecht nach Sonne, wenn es ein ostseitiger Balkon ist und dagegen ein bissl muffig, wenn es ein Nordbalkon ist.

Der Übergang vom ersten zum zweiten Teil des Juli erfolgte über die U-Bahn-Gerüche, Schweiß, vor allem Schweiß in Synthetikstoffen, Schweißdämpfe aus den geschlossenen Sportschuhen, Pizza, Döner, alles mit viel Zwiebel und Knoblauch und Hitze. Sogar wenn man die Gerüche der Müllcontainer ausklammert, riecht Stadt im Sommer nicht überall gut

Und schließlich ein seit Monaten leerstehendes Haus, Staub, abgestandene Luft, der Geruch nach Vergänglichkeit, nach ungelüftetem Gewand, nach langem Leben mit plötzlichem Ende. Ob dunkles Holz anders riecht als helles konnte ich noch nicht ergründen. Seidenteppiche riechen besser als Wollteppiche, aber beide verstauben und verfilzen. An den Teppichen möchte ich erst riechen wenn sie gereinigt wurden.

 


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Erlkönigwetter

Wieder zuhause. Die Rückfahrt hat uns durch neblige Wälder, vorbei an ansteigenden Bächen geführt. Eine unwirkliche Szenerie im Juli. Es war Erlkönig-Wetter:

(…) Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. (…)

Die Nebelstreifen lagen zwischen den dunklen Nadelbäumen, sahen manchmal wie Rauchsäulen aus, vielleicht von einem aus alten Zeiten übrig gebliebenen Köhler; sie zogen durch die Täler und verdeckten die Berge teilweise.Und schließlich inspirierten sie mich dazu die verschiedenen Deutungen des „Erlkönigs“ nachzulesen. Gruselige Sache, novembergeeignet

Auf der Strecke bis Wien wechselten sich Regen, Nebel und sogar Sonnenschein ab.

Die Stimmung am Vortag war ganz anders, viel erdiger, starker Regen, aber kein Nebel, der Geruch von feuchter Erde und feuchtem Wald. Das Getreide stand noch aufrecht, nicht vom Regen niedergedrückt und das Licht änderte sich immer wieder von drohend duster über melancholisch zu feucht-heiter.

Das Heitere möchte ich gerne herübernehmen in den Juli und August, da wird es wenig Anlass zu Heiterkeit gehen. Das Pflegen der Heiterkeit ohne Anlass ist eine hohe Kunst, in der ich mich gerne übe und mit gar nicht so schlechten Ergebnissen.

Zu den ABC-Etüden fällt mir rein gar nichts an. Vielleicht liegt das daran, dass ich sonnenbaden nicht leiden kann und mir das Thema „Bio-Diesel“ ganz fremd ist. Der Plot, der sich anbietet: „theoretisch Umwelt schützen, aber selbst ganz anders agieren“ ist schon ausgeschöpft und sonst hat sich noch nichts angeboten. Wenn es nicht fließt, dann macht es mir auch keine Freude. Vielleicht morgen, oder auch nicht.