la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Sonntag 18.8.19 – Ein Emu und viele Irrungen

Soll man nicht sagen, dass hier in der Gegend nichts los ist. Ein Emu ist aus einem Privatzoo entkommen und ziemlich weit durch den Wald gezogen bis er zufällig wieder eingefangen wurde. Ich habe gehört, dass es in Deutschland wild lebende Nandus gibt. Wenn die den Winter in freier Wildbahn überstehen, könnte das der Emu sicher auch. Hat aber nicht geklappt.

Ich schwimme wieder einigermaßen normal, nicht mehr in meinem selbst erfundenen Spezialstil bei dem die Hüfte geschont wird. Allerdings bin ich so feig, dass ich wenn ich auch nur den winzigsten Stich im Gelenk spüre, sofort wieder auf Spezialstil umschalte. Trotzdem, es wird langsam. Der Physiotherapeut hat mir drastisch vor Augen geführt, wie schwach der Muskel noch ist und mich mit vielen, vielen sicher sehr effizienten Übungen eingedeckt. Effizient, wenn man sie jeden Tag macht. Ich werde mich bemühen, aber jeden Tag ist einfach unrealistisch.

Es war heiß, nicht so heiß wie in Wien, aber wohl etwas über 30 Grad. Ausgerechnet diesen Tag habe ich mir ausgesucht um den auserwählten Wanderweg endlich ganz zu begehen. Es gab lange Strecken in praller Sonne und wer war nicht dabei ? Genau, das Kappl. Hinauf, hinunter. Zunächst hauptsächlich hinunter, was ich sehr unangenehm finde, weil man dann auf dem Rückweg alles wieder hinauf gehen muss.

Der Weg war wirklich gut markiert, auf der Straße und im Wald, aber so gut markiert, dass ich mich nicht verirre, kann ein Weg nicht sein. Nach dem ersten falschen Abbiegen, ging ich einen ordentlichen Hügel hinauf und wieder hinunter. Oben war ein Einschichthof mit einer unterdurchschnittlich freundlichen Bäuerin, die gerade einen Misthaufen umgestach , mich aber zumindest darüber aufklärte, dass an ihrem Haus kein Wanderweg vorbeigeht und dass der da unten sein müsse. War er auch, die Marierung war leicht überwuchert *hüstel*.

Beim zweiten Mal habe ich die Markierung nicht gesehen, die dass Abbiegen in einen kleineren Weg anzeigte. Ich ging den ausgetretenen Weg weiter bis zu einer Gabelung, kein Hinweis. Daher nahm ich die Abzweigung , die eher nach einem Weg aussah. Eine Weile ging das ganz gut, aber dann wurde der Weg einem Weg immer unähnlicher und schließlich mündete er ins Unterholz. Also wieder hinauf zu der Gabelung. Der andere Weg sah schon an der Abzweigung nicht wie ein richtiger Weg aus. Ich beschloss also einfach zurückzugehen, orientierungsmäßig schaffe ich das meistens. Beim zurückgehen fand ich aber die Abzweigung, die ich hätte nehmen sollen. Aus der anderen Richtung kommend war sie ganz gut zu sehen und plötzlich packte mich der Ehrgeiz und ich ging den richtigen Weg weiter.

Nur noch an einem weiteren Punkt musste ich eine Bäuerin aus dem Haus klingeln um mir den weiteren Weg zu erklären. Das war eine freundliche alte Frau, die im Haus die Kinder hütete, während rundherum auf den Feldern gearbeitet wurde. Ich durfte auch meine Wasserflasche auffüllen, denn inzwischen war es wirklich sehr heiß und der weitere Weg ging ein Stück an einer Straße entlang bevor es wieder in den Wald hinauf ging.

Zwei Stunden lang sollte man laut Karte für den Weg brauchen. Ich brauchte über drei. Trotzdem war ich ziemlich zufrieden, ich war weder zusammengebrochen noch endgültig verirrt.

Zwei Erkenntnisse habe ich mitgenommen: in der Erntezeit arbeiten die Bauern auch am Sonntag und offenbar hat der Pfarrer entweder nichts dagegen oder kein Mitspracherecht und der Wald ist ein sehr fremdes Medium für mich. Dabei ist es ja kein Dschungel sondern ein mitteleuropäischer Wald, trotzdem war es ein unangenehmes Gefühl streckenweise nicht zu wissen, wo ich bin und den Eindruck zu haben, dass ich womöglich in die falsche Richtung gehe. Außerdem ist mir auf der ganzen Strecke abgesehen von den Bäuerinnen, die ich nach dem Weg gefragt habe, nicht ein Mensch begegnet. Da stellt sich schon die Frage, wo denn alle Leute unterwegs sind, die eine Ausrüstung wie fürs Hochgebirge im Winter mithaben.