Schlagwort: Waldviertel

Donnerstag 20.Mai – Kerzen und Soziopathen

Bis vor kurzem war die ganze Stadt ein Fliederduftmeer, jetzt haben die Kastanien übernommen, in weiß und rosa aber ohne Duft. „Kerzen“ als übliches Bild für Kastanienblüten mag ich sehr gerne. Jeder Baum ein strahlender Kerzenleuchter. Derzeit obendrein glänzend vor Nässe.

Franz Kafka und Milena Jesenská begegneten einander zum ersten Mal in Gmünd, das Kafka in ihrer Korrespondenz als „Grenze zwischen Ost und West“ bezeichnete. Aus irgendwelchen Gründen ist mir diese Aussage im Gedächtnis geblieben. Nun, das Waldviertel wird mir ja bald näher rücken, auch Gmünd und die Blockheide und Tschechien.
Interessant finde ich, dass Tschechien ganz im Gegensatz zum Nachbarn Polen eine solide laizistische Tradition hat. Es gibt eine Menge zu erkunden „dort oben“.

Aus mehr oder weniger gegebenem Anlass habe ich über Soziopathen nachgelesen und finde meine Einschätzung des Umgangs mit solchen Personen bestätigt: Finger weg, wenn irgend möglich !

Wenn ich früher gewusst hätte …

… dass heute Weltkatzentag ist, hätte ich mir etwas einfallen lassen zu dem Thema. Aber so präsentiere ich nur das Portrait einer anderen Zufallsbekanntschaft. Leider wollte die Spitze eines Ohrs nicht mit aufs Foto. Die absolute Symetrie, dachte die Mieze, ist ohnehin langweilig und meine Schnurrhaare sind schön genug. Sind sie auch

Charmante Urgesteine

Höhenmäßig im Bereich des heutigen Himalaya soll es gewesen sein, das uralte Gebirge von dem die letzten Reste in Form von Granitfindlingen im Waldviertel überall herumliegen. Nebeneinander, übereinander geschichtet liegen die riesigen Blöcke, im Wald oder einfach irgendwo in der Landschaft.

Interessante Lebensgemeinschaften mit Bäumen haben sich gebildet.

Die europäische Hauptwasserscheide geht durch das Plateau, was heißt, dass zwar der größte Teil zur Donau also ins Schwarze Meer entwässert, aber auch ein kleiner Bereich über die Lainsitz und die Moldau zur Elbe und damit in die Nordsee fließt. Ich habe eine Flasche Wasser ausgegossen und mich gefreut, dass es irgendwann in der Nordsee ankommen wird.

Und ganz besonders attraktiv sind die Wackelsteine, bei denen man den Eindruck hat, sie müssten sofort umkrachen, wenn man sie nur mit einem Finger antippt. Aber nein, sie bleiben genau dort wo sie sind, seit Jahrmillionen.

Das ist der „Franzosenstein“. Angeblich sollen die Einheimischen mit der Armee Napoleons gewettet haben, dass die Soldaten, wenn es ihnen nicht gelingen sollte den Stein umzuwerfen, abziehen würden. Es ist ihnen wie man sieht nicht gelungen, aber ob sie deswegen abgezogen sind, wage ich zu bezweifeln. Es ist jedenfalls eine nette Legende um eine sehr attraktive Steinformation.

 

Kamera Adieu ?

Ich fürchte meine Kamera nähert sich dem Ende ihres Lebens. Natürlich sieht man den Unterschied zwischen einem mit der Automatik aufgenommenem Bild und einem selbst eingestellten, aber so …….

Genau derselbe Standort, Zeitabstand zwischen beiden Bildern vielleicht 3 Sekunden, das eine Automatik, das andere Halbautomatik, keinerlei Bearbeitung.

Josef Elter – Künstler und Pfarrer, Soldat und Vertriebener

1926 geboren als Donauschwabe in der heutigen Republik Serbien

1944 zum Kriegsdienst in der Waffen SS eingezogen

1946 aus russischer Gefangenschaft entlassen, nach Wien abgeschoben

Studium der Philosophie, Theologie und Kunst in St. Pölten

1954 Priesterweihe

Er hat Skulpturen in Holz, Stein und Bronze geschaffen und ist dabei seiner eigenen Kunsttheorie gefolgt.

1997 verstorben

Noch heute hat man den Eindruck, dass der gesamte Ort von seiner spirituellen Kreativität geprägt ist.