la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Mini-Blog-Treffen im Waldviertel

Vro:

Ich:

Gestern am frühen Nachmittag habe ich Myriade getroffen. Sie weilt derzeit im Waldviertel und was läge da näher, als sich persönlich kennen zu lernen? Wenn man sich ohnehin regelmässig in den jeweiligen Blogs liest. Dann steht man sich gegenüber, hat das Gefühl sich irgendwie zu kennen und kennt sich doch nicht. Irgendwie eigenartig, haben wir festgestellt. Lustig aber auch.

Ja, eigenartig ist es, wenn man jemanden, von der man doch schon vieles und nicht nur small-talk gelesen hat, in Fleisch und Blut vor sich sieht. Es ist ein Umkehren der üblichen Reihenfolge des Kennenlernens. Normalerweise beginnt man außen und arbeitet sich nach innen vor, im Fall von Bloger*innen-Treffen ist das umgekehrt. Damit hier ein Eindruck entsteht wie die Veronika aussieht, habe ich ein nur leicht abstrahiertes Portrait anzubieten:

Wir hatten gestern einen feinen Nachmittag, sind durch das Waldviertel gefahren, haben Stift Zwettl besucht und Fotos gemacht. Ich für meinen Teil bin ja öfter mal in Stift Zwettl, allerdings immer nur in den Gärten und den frei zugänglichen Teilen. Gegen entsprechenden Obulus kommt man aber auch in das Stift selbst. Mit den Audio Guides sind wir losgezogen, haben einen Kriecherlbaum geplündert und uns die altehrwürdigen Mauern angesehen. Im Kreuzgang haben wir mit der Glaskugel experimentiert und im Café in der Orangerie kurz pausiert.

Die Kriecherl waren köstlich. Nicht, dass ich sie von selbst erkannt hätte, aber Veronika hat nicht gezögert. Ich kenne nur die wesentlich größere Variante unter dem Namen Ringlotten. „Kriecherl“ hat mir der F beigebracht, also heißen sie nicht nur im Waldviertel sondern auch in Oberösterreich so.

Ein schönes Kloster ist Stift Zwettl und wie viele Zisterzienser-Klöster weit davon entfernt am Hungertuch zu nagen. Ein sehr schöner Kapitelsaal mit einer zentralen, tragenden Säule und ein zum Teil noch gotischer Kreuzgang mit einem üppig blühenden Innenhof.

Veronika hatte ihre Fotokugel mitgebracht. Ich besitze sowas (noch) nicht. Für etwas schärfere Kugelbilder muss ich aber wohl noch eine Weile üben und zu diesem Zweck werde ich mir so ein Kugerl zulegen.

 Zwischendurch hat es immer mal wieder ein bisschen geregnet und gewittert, aber wirklich nass sind wir nicht geworden. Nur die Mohnblüten hat es verregnet, weshalb sie nicht in ihrer ganzen Pracht dastanden, als wie mit unseren Kameras anrückten.

Aber trotzdem gefallen mir die Mohnblumen-Fotos so gut, dass sie in einen eigenen Beitrag kommen. Ich habe zum ersten Mal in meinem nicht kurzen bisherigen Leben ein blühendes Erdäpfelfeld gesehen. Gut, vielleicht habe ich welche gesehen sie aber nicht als solche erkannt. Es hat mich auch sehr beeindruckt, dass der strahlend gelb blühende Raps zu einer völlig unspektakulären braunen Pflanze wird. Und die charmanten Wuschelköpfe des Hanfs …. Mit anderen Worten Veronika hat mit mir einen Basic-Kurs für landwirtschaftlich ignorante Städterinnen abgehalten. Danke, es war wirklich interessant.

Myriade war (fast) rechtzeitig zum Abendessen wieder in ihrem Kurhaus und ich habe auf dem Heimweg noch meinen Papa, meinen Bruder und seine Familie besucht.

Herzlichen Dank für diesen netten Nachmittag, liebe Myriade! Das war wie Urlaub.

Herzlichen Dank an dich, liebe Veronika für die freundliche, offene Gesellschaft, das interessante sight-seeing in deiner wunderschönen Region mit den dunklen Wäldern und den dramatischen Himmeln und die pflanzenkundlichen Hinweise.

Auf ein baldiges Wiedertreffen

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Samstägliches

Heute Vormittag eine kleine Tour durch die Gegend nach Zwettl. Es war zu kurz oder zu lang, wie man´s betrachtet. Eineinhalb Stunden sind zu wenig um sich eine Stadt anzuschauen und zu viel um nur den Brunnen am Hauptplatz zu bewundern. Für meine Geschwindigkeitsverhältnisse war gerade Zeit für eine kleine Runde und ein paar Fotos. Für die Kirche von innen war schon keine Zeit mehr. Dafür war ich in einem Sonnentor-Geschäft und habe ein paar General-Mitbringsel gekauft, die immer passen, wenn man unerwartet ein kleines Geschenkt braucht. Die anderen Mitfahrenden haben sich geärgert, weil sie das Stift nicht sehen konnten, ich nicht, schließlich habe ich Montag eine Verabredung mit Veronika. Aus dem gleichen Grund war ich ganz gelassen beim Vorbeifahren an wunderschönen Mohnfeldern, die ich nicht aus der Nähe sehen konnte. Die sind am Montag auch noch da …

Nachmittag habe ich gekurt. Ich bin ganz fleißig, weil ich merke, dass ich nach einer Woche merkbar besser gehen kann. Abends habe ich einen Spaziergang gemacht, den ich am vergangenen Sonntag unmöglich geschafft hätte. Es geht aufwärts. Natürlich nur bis zu einem bestimmten Punkt, weil sich das Gelenk nicht regenerieren kann, aber stärkere Muskel halten es besser und sicherer und steigern meine Lebensqualität

Das Wetter ist hier irlandartig: Sonne, dann ganz plötzlich Wolken, es wird dunkel und beginnt zu regnen, kurz danach scheint wieder die Sonne. In der ganzen Woche gab es keinen Tag, an dem es nicht wenigstens kurz geregnet hätte. Mir gefällt das sehr gut, die Sonnenanbeter unter den Kurgästen sind weniger glücklich. Zum sonnenbaden  ist aber das Waldviertel auch nicht der geeignete Ort.

Wenn man einen Beruf hat, sagte der Fahrer, findet man schon Arbeit in der Gegend, aber mit einer höheren Ausbildung ist das schwer .Offenbar ist man mit einer höheren Ausbildung nicht fähig einen Beruf auszuüben. Wie schön, dass die verschiedenen Bevölkerungsgruppen so vorurteilsfrei miteinander umgehen.

Ich lese einige Bücher unendlich langsam, weil ich immer wieder belanglose aber entspannende Lektüre dazwischen schiebe.

Mir fällt gar nichts ein, was ich an dem Hotel, der Kur, dem Essen oder der Gegend bekritteln könnte …..


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Schwingungen aus dem Ring

Die Halle so eines Kurhauses dient des öfteren als Marktplatz für den Verkauf diverser Produkte. Im Fall meines Kurhauses werden da Waldviertel-Schmankerl verkauft, abwechselnd mit Schmuck, Öle für Aromatherapie, scheußliche Bildchen und diverse Esoterika.

Gestern wurden  Smovey-Ringe angeboten. Das sind hohle Kunststoffringe mit Stahlkugeln drinnen zum Ausführen diverser Gymnastikübungen. Ich bin bei alternativen Sportgeräten sehr verführbar wenn sie den Eindruck erwecken, dass man da durch 5 Minuten täglicher Übungen sonstwas an tollen Wirkungen erzielt. Aber der Preis hat mich irritiert: 99€90. Das fand ich einerseits zu teuer und andererseits marketingmäßig wirklich sehr plump. Gibt es irgendjemanden, dem nicht klar ist, dass der Unterschied zwischen 99€90 und 100 nur 10Cent sind? Genauso plump fand ich, dass man da ein „Set“ erwirbt. Hier bestand das Set aus zwei Ringen und einem schmalen Büchlein mit schlecht kopierten Zeichnungen. Außerdem stand auf dem Werbezettel „zertifizierte Trainerin“ So, so, zertifiziert wofür genau und von wem? Details, die bei mir zu der Kategorie „Kundenfang“ gehören. Der einzig positive Punkt war, dass die Ringe in einer Behinderten-Werkstatt hergestellt werden.

Dann dachte ich mir, dass es ja ein halbes Dutzend Physiotherapeuten im Haus gibt, deren Meinung ich erfragen könnte.

Physiotherapeutin Nr.1 : Na ja, jede Bewegung, die man macht, bringt was, aber ob man diese Ringe oder MIneralwasserflaschen oder sonstwas schwingt, ist völlig egal. Wenn Sie den Preisunterschied bedenken ….

Physiotherapeut Nr.2 wurde direkter: Wenn Sie nicht wissen, was Sie mit ihrem Geld machen sollen, können Sie sich so was kaufen. Um den Preis bekämen sie aber auch ein Dutzend Therabänder  und davon  brauchen Sie eigentlich nur eines für die gleiche Wirkung.

Nun, das war ziemlich eindeutig. Ich ging zurück zu dem Verkaufsstand und fragte die Dame, was der wesentliche Unterschied zwischen ihren Ringen und einem Theraband wäre. Sie sagte, dass die Ringe eine Schwingung erzeugten, die der Schwingung des Herzschlags im Mutterleib entspräche dadurch die Lebensenergie erhöhe und obendrein die Zellen reinige. Auch das war eindeutig. Ich ersparte ihr und mir die Erklärung der „Zellreinigung und Vitalisierung durch Schwingung“. Es nützt ja nichts, um einen Trainingseffekt zu erreichen, muss man sich selbst bemühen. Die bunten Plastikdinger jeder Art sind bestenfalls unterstützendes und schmückendes Beiwerk und in vielen Fällen esoterisch vernebelter Betrug. Der Besuch im Fitnesscenter wirkt auch nicht durch das schicke Outfit und den small-talk an der Saft-Bar.


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Sprache und Zecken

Zurück von der Unterwassergymnastik mit Schwimmnudeln und Hanteln. So ein vor Gesundheit strotzender, strahlend freundlicher junger Physiotherapeut. Viel Mineralwasser getrunken, Wasser braucht der Mensch von innen und von außen und fürs Auge: der wolkenverhangene Himmel, das nasse Grün. In einem höchst bequemen Fauteuil ausnahmsweise eine Zeitung in Papier ausgelesen mit den Neuigkeiten, die es halt so gibt. Im Aufzug eine Dame getroffen, die in irgendeinem Mohnshop zwei riesige Sackln voll diverser Mohnprodukte gekauft hat, von der Marmelade bis zur Hautcreme. Nix gegen Mohn, von der Blüte bis zur Torte.

Kleine Blogrunde. Die Erkenntnis, dass das Tagebuchschreiben in gemässigtem Telegrammstil auch seine Reize hat. Überhaupt habe ich in letzter Zeit viel Freude an der Sprache, den Worten und Wendungen, den verschiedenen Stilebenen.

Der Umkehrschluss zu Wittgensteins „die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ ist dann wohl, dass man sich durch Sprache die Welt und die Dinge zu eigen machen kann.

Genüssliches Mittagessen, dann gleich anschließend Ultraschalltherapie. Ich ziehe mich im Schnitt dreimal täglich um

Für den Nachmittag ist ein Spaziergang mit Kamera und Regenschirm geplant. Anvisiert habe ich den kleinen See, der praktisch um die Ecke liegt.Vielleicht schaffe ich auch ein Stück mehr in den Wald hinein. Heuer ist ein Zeckenjahr. Meine Tischnachbarin hat als Folge von nicht erkannter Borreliose eine fast verstopfte Aorta, einen fast gefühllosen Arm und macht eine Rosskur mit Kortison.

Das Leben ist eben nur so heiter wie man es nehmen kann.