la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Natur übernimmt

Was immer man eine Weile draußen herumliegen oder herumstehen lässt und sich nur irgendwie zur Besiedlung eignet, wird auch besiedelt.

Ein Sack Blumenerde, ein Rohr mit hineingewehter Erde………

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Samstag 6.4.19 – Pflanzungsbeginn

Der leider eingegangene Birnbaum wurde heute durch einen neuen, kleinen Apfelbaum ersetzt. Nun sind es zwei Apfelbäume und ein Pfirsichbaum. Einen weiteren Baum haben wir erworben: Hakuro Nishiki – Salix integra oder Flamingobaum. Ein sehr interessantes Gewächs, das schon recht groß ist und nur schwer im Auto unterzubringen war. Er stand ganz hinten im großen Kofferraum und kitzelte mich vorne an der Nase. Ein geselliges Bäumchen, und wenn er nur annähernd so attraktiv wird wie auf Fotos, wird er auch noch eine wahre Augenweide sein. Bambus haben wir auch gekauft, der große, schwarze Bambus, der ein paar Jahre lang vor meinem Schlafzimmer gerauscht hat, hat leider den Winter 2017/18 nicht überlebt.

Im vorigen Sommer war die Terrasse ziemlich vernachlässigt, weil ich kaum etwas machen konnte, das kaputte Hüftgelenk jaulte nach kurzer Zeit gärtnerischer Betätigung schon ziemlich laut und rächte sich mit anschließender Steifheit. Jetzt geht alles wieder prächtig, das Bücken, das Heben, das Sitzen.

Die Obstbäumchen sind fast abgeblüht, der Flieder hat schon Blüten angesetzt, der neue Feigenbaum hat Knospen, die sehr verheißungsvoll aussehen, der Ginkgo ist schon ganz grün. Das Gärtnerinnenherz lacht. Geschleppt hat allerdings der F. (Bussi) und mehrere kaputte Stümpfe ausgerissen. Viele blühende Kleinpflanzen haben wir auch mitgebracht. Der Gartenmarkt war so voll, dass man den Eindruck hatte, ganz Wien wäre heute auf Pflanzenjagd gegangen, weil es der einzig richtige Tag für den Beginn der Blütensaison ist. Vielleicht ist es das auch, es hat sich jedenfalls sehr gut angefühlt. Im Gastgarten war es dann allerdings zu kalt und wir sind drinnen geblieben. Allzuviel Frühling ist noch nicht und es soll die ganze Woche über sehr unbeständig und teilweise regnerisch sein. Regen nach dem Pflanzen passt ideal, daher ist dieses Wochenende vielleicht wirklich der ideale Ausgangspunkt.

Am nächsten Wochenende ist Raritätenbörse im Belvedere. Ich hoffe auf Schachtelhalme!!


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Inselromance ganz anderer Art – ABC-Extraetüde

Bei Christiane gibt es diese Woche eine Extra – ABC- Etüde

Die 6 Wörter der letzten 4 Wochen verpackt in einen 5oo Wörter-Text

Hätte ich mehr Zeit, würde ich daraus einen wesentlich längeren Text machen, aber es geht eben nicht. So hat es auch Spaß gemacht.

Es ist noch gar nicht so lange her, da fühlte sich die Insel Madeira einsam und beschloss nach einer anderen Insel zu suchen, mit der sie sich geistig und emotional austauschen könnte. Über die Möglichkeiten einer physischen Annäherung wollte sie noch nachdenken.

Wegen sprachlicher Gemeinsamkeiten  und kultureller Ähnlichkeiten streckte sie – im übertragenen Sinn – ihre Fühler zunächst in Richtung der Azoren. Wunderbare Landschaften, ja, aber für das heitere, lebenslustige Madeira war da alles ein bisschen zu ernst und ein bisschen zu getragen, andererseits wiederum auch zu ähnlich. Man kennt das ja: es ist nicht ganz klar, warum es nicht passt, aber darüber, dass es nicht passt, besteht kein Zweifel.

Es gab ja noch andere Kandidaten, die Kapverdischen Inseln wurden als nächstes in Betracht gezogen. Die Kontaktaufnahme mit Cabo Verde fiel leider in die Zeit der Salazar-Diktatur in Portugal und so lernte Madeira zunächst das Konzentrationslager Tarrafal kennen, in dem der Diktator seine Feinde und Kritiker gefangen hielt. Entsetzt wandte sie sich ab und verhielt sich in den folgenden Jahren ganz still  vor Angst, dass womöglich auch auf ihrem Gebiet solch verdorbene Krebsgeschwüre auftauchen könnten.

Als sie sich von ihrem Schreck erholt hatte, im Fall von Inseln kann das Jahre und Jahrzehnte dauern, war die Diktatur endlich beendet, nicht nur in Portugal auch im Nachbarland Spanien und so begann Madeira an die Kanarischen Inseln zu denken. Dass diese Inselgruppe nicht nach Vögeln sondern nach Hunden benannt worden war, wusste sie natürlich, auch dass es dort einen gewaltigen Vulkan und große Lavafelder gab, was ihr nicht so gut gefiel. Es war nun aber schon der dritte Anlauf für eine Inselbekanntschaft und daher beschloss Madeira alles gründlich zu prüfen bevor sie eine Entscheidung treffen würde.

Ein Café neben dem anderen, bevölkert mit Kohorten von lauten, schenkelklopfend-lustigen, Socken in Sandalen tragenden, militärisch brüllenden Menschen. Heuschreckenschwarmartig irrten und torkelten Betrunkene herum. Tenerife war offenbar besetzt worden und von militärisch besetzten Gebieten wollte Madeira auch nichts wissen. Wie sollte der Austausch mit so einer Insel auch aussehen …

Diesmal brauchte sie gut 20 Jahre um einen weiteren Versuch in Betracht zu ziehen. Sie wollte sich diesmal in den Norden orientieren. Island war ihr erstes Ziel. Doch, wie schrecklich, ihre zahlreichen und wunderschönen Blumen, die in einem ganzjährigen Frühlingsklima lebten,  gründeten eine Gewerkschaft und riefen den Widerstand aus gegen Eis und Schnee und stürmische Winde. 

Seufzend wollte Madeira resignieren, da fiel ihr Inselauge auf eine nicht ganz nördliche und nicht ganz südliche große Insel. Sanfter Nieselregen begoss gerade ihre üppige Vegetation. Malerische Klippen gab es überall dort, wo der Atlantik in die Küste hineinbiß. Die Bewohner waren freundlich, die Musik weich und schmiegsam. Die sanfte Melancholie, die über der Insel lag, kontrastierte auf das Angenehmste mit Madeiras Fröhlichkeit, die ja auch nicht frei war von portugiesischer Schwermut. 

Als die Blumengewerkschaft den ersten heftigen Sturm vom Nordatlantik entdecken musste, war es zu spät: Madeira war heftig verliebt und ließ sich nicht mehr umstimmen. Den Traum von physischer Annäherung musste sie zwar  aufgeben, aber seit Jahren führen nun Madeira und Irland eine romantische, gegenseitig in fast jeder Hinsicht befruchtende und sehr glücklich machende Fernbeziehung.