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Jürgens Faltungen

Buchalov hat mich auf Jürgens Faltenprojekt aufmerksam gemacht. Ein aufmerksames Wesen ist dieser Buchalow, der über Jürgens Projekte und Aktivitäten bestens Bescheid weiß.

Es geht um Faltungen jeder Art. Bei Jürgen – sagt Buchalov – geht es zunächst um Papierfaltungen. Mich interessieren mehr jene Faltungen, die ohne Zutun von Menschen in der Natur entstehen. Dort wo Kontinentalplatten aufeinander treffen, können sie sich übereinander schieben und Erdbeben hervorrufen, sie können sich auch zu Gebirgen auffalten. Aus Wasser entstehen durch Wind und Frost Wellen und Eisbögen, die alle nichts anderes sind als Faltungen. Ameisen und andere Insekten schneiden Blätter aus und falten sie um sie einfacher transportieren zu können. Creme, die auf eine Torte getropft wird, erzeugt wohlschmeckende Falten.

Und ebenso wie beim Menschen sind bei manchen Pflanzen Falten in der Haut ein Zeichen von Alter. Und so kommen wir zu meinen liebsten alternden Pflanzen: den Tulpen, die ein wunderbares Beispiel für Faltenbildung sind.

Hier sind sie noch verhältnismäßig jugendfrisch, beginnen aber die Faltungsprozesse.

Ein paar Tage später falten sich die Blütenblätter mehr und mehr, rollen sich zusammen, trocknen aus und schrumpfen. Die Staubgefässe werden immer dominanter.
Manche Tulpen sind aber auch im fortgeschrittenen Alter noch recht eitel und platzieren sich in farblich günstigen Umgebungen

Die Faltungen verlaufen in verschiedene Richtungen. Wahrscheinlich sollen die verwelkten Blütenblätter, die in diesem Stadium viel wichtigeren Staubgefässe freigeben, eine Verbreitung des Pollens in alle Richtungen ermöglichen.

Dabei entstehen verschiedenartigste Figuren, wie bei einem Ballett. Keine zwei Tulpen altern auf die gleiche Art.

Frühlingswassser oder Test

So sieht also ein Galerie-Block aus. Naja, ich mag die Einzelbilder doch lieber, eines unter dem anderen, da kommen sie einander optisch weniger in die Quere. Also so:

Die Batterie meiner Kamera war wieder einmal so gut wie entladen. Eh besser, denn ich habe ohnehin gefühlte fünfzig Fotos von dem strahlenden Frühlingsbach gemacht. Zwecks Sparen hat sich zunächst das Display verabschiedet. Ich konnte gerade noch ein „Blind-Foto“ von der Bisamratte machen, dann war es aus.
Der F war eher erfreut darüber, weil er etwas besprechen wollte und es ist sehr nervig, wenn sich die Gesprächspartnerin ständig mit „ah“ und „oh“ und „schau“ durch die Gegend knipst.

In der Ruhe liegt die Kraft

Beim Menschen wie bei den Pflanzen
Volle Aufmerksamkeit und Energie für das Austreiben, das zum Zugang zur Sonnenbestrahlung führt und die Photosynthese ermöglicht.
Ruhe muss nicht passiv sein und nicht langsam

Verschlungen

Oh nein, ich bewege mich hier um keinen Zentimeter. Da bin ich und da bleib ich. Auch wenn ich den Gärtnern plötzlich nicht mehr gefallen sollte. Aber die liegen eh auf den Knien wenn ich meine ganze Glyzinien-Schönheit ausfahre. Nur die Zeit des allerersten Frühling, wenn ich da so nackt herumstehen muss, sind ein bissl sensibel. Man sollte ja den wichtigen und wahren Satz nicht vergessen:

„Nur weil ich paranoid bin, heißt das nicht, dass ich nicht verfolgt werde.“ Eben!

Pflanze im Karo-look

Das Modell ist schon fast verblüht, hier darf sie noch ein bissl strahlen mit ihrem interessanten Muster. Ich kann mich nicht erinnern, diese Pflanze jemals gesehen zu haben, weder in freier Natur noch in einem Topf. Jedenfalls werde ich die Zwiebeln aufheben.

 

Mittwoch 17.Februar 2021

Das waren wohl die letzten Eiszapfen dieses Winters. An sich liebe ich den Winter, aber nicht diesen. Von diesem Winter wünsche ich mir nur, dass er vorbeigehen und die Temperaturen steigen mögen, was meine Lebensqualität in etlichen Aspekten verbessern wird.

Ich überlege, ob ich mich auf der Wiese vor dem Atelier gärtnerisch betätigen soll. Blumenzwiebeln? ein Hochbeet? ein paar Büsche? Schwierige Entscheidung, weil ich ja die Leute nicht kenne, die in diesem Haus wohnen. Unser Vermieter sagt, dass sie sehr nett sind und die gemeinsame Grünfläche überhaupt nicht nützen. Aber die Balkone, die auf unsere Seite schauen sind bewohnt und begrünt. Das lässt hoffen, dass die darin wohnenden Leute nichts gegen ein paar Pflanzen haben werden. Aber sowas muss man vorsichtig angehen. Der D und ich haben uns schon auf einen Heurigentisch vor der Tür verständigt. Damit werden wir einmal unsere Präsenz bekanntmachen und dann wird man ja sehen. Falls gleich ein paar wutschnaubende Leute erscheinen oder gar der Tisch über Nacht verschwindet  brauchen wir zuerst eine Charme-Offensive.

Aber ja, ich bin auch zu einer Charme-Offensive bereit, ein kleines Einweihungsfest des Ateliers für die Nachbarn, warum nicht. Die A samt Baby müsste natürlich auch dabei sein. Ein Baby ist ein sehr positiver Faktor für die Anbahnung von guten nachbarschaftlichen Beziehungen.

Vorläufig regieren aber noch die Eiszapfen.

Dekoratives und anderes Gemüse

Die Schönheiten von Karotten haben sich mir bisher entzogen. Die Gurken waren als Stars zugänglicher. Karotte und Zeller bilden den Chor im Hintergrund. Ich werde sie schon irgendwann in einem passenden Moment erwischen, die Karotten !!

Und hier sieht man die spirituellen Eigenschaften so einer Gurke.

Spiele mit Licht und Verzerrung

Darf ich vorstellen

Unsere Atelierpflanze. Der D hat sie mitgebracht und auch gleich gemalt. Ob der Pflanze das Bild gefällt, konnte ich nicht herauskriegen. Sie hat aber nicht übermäßig deprimiert ausgesehen, also vermute ich, dass sie zufrieden ist.

Samstag 23. Jänner 2021

Eine Runde durch die Weinberge bei Baden haben wir gedreht und beschlossen, dass wir hier öfters spazieren gehen sollten, vornehmlich im Herbst in zu erwartender Farbenpracht der Weinberge und der Laubwälder auf den Hügeln. Ich muss mich einmal informieren, was die Römer, die hier den Weinbau eingeführt haben in dieser weit von Rom entfernten, peripheren und obendrein saukalten Provinz im Winter getragen haben. Irgendeine Art von Stiefeln? pelzgefütterte Umhänge?

Diese ausgebleichten Farben mit gelegentlichen kleinen leuchtenderen Akzenten habe ihre eigene Schönheit. Allerdings vermute ich, dass die Betrachter*innen die leuchtenden Herbstfarben irgendwo im Hintergrund sehen. Da bin ich schon wieder bei der Wahrnehmung angekommen.