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Dienstag 27. April 2121 – Obstplantagen und Silikon

Drei Obstbäumchen stehen auf meiner Terrasse im sechsten Stock: ein Pfirsichbaum, ein Birnbaum und ein Apfelbaum. Im Vorjahr haben alle drei wunderschön geblüht, die Ernte aber bestand aus Null Pfirsichen, Null Birnen und zwei Äpfeln. Nicht gerade üppig. Die potentiellen Birnen und Pfirsiche sind entweder noch als Blüten erfroren, vom Sturm abgerissen oder in einem späteren Stadium von Ameisen gefressen worden. Die beiden Äpfel haben wir entsprechend feierlich verspeist.
Derzeit sieht es bei den Obstbäumen sehr gut aus. Es müssten etliche Pfirsiche und Birnen wachsen, sofern es nicht nochmal friert. Leider habe ich auch schon drei Ameisen gesehen. Wahrscheinlich war das die Vorhut, die den Standort für die Blattlauszuchtanstalten ausgekundschaftet hat. Verflixte Viecher!
Das Apfelbäumchen ist langsamer und beginnt gerade erst zu blühen, es sieht nach vielen Blüten aus, man kann aber noch nicht wirklich viel sagen.
Die beiden Weinstöcke, die wir im Vorjahr gepflanzt haben und die im Herbst so aussahen als würden sie keinen Winter überleben, treiben auch fleißig Blätter. Ob sie außer Blättern sonst noch etwas produzieren werden, ist noch nicht feststellbar. Viele winzige Blättchen glitzern auf dem Gingko, der ohnehin nicht umzubringen ist. Und der burgenländische Feigenbaum, der aus den von Freund K gespendeten Zweigen stammt, wird heuer sicher so groß wie ich und hat Knospen, die jeden Tag aufspringen können. Auch die Waldreben, die voriges Jahr eine wahre Pracht waren, tragen schon Blüten. Dafür dass alles nur in Töpfen und Kübeln wächst, ist es erstaunlich schön und resistent.

Der D war übers Wochenende im Atelier wieder fleißig, hat sämtliche Verpackungsreste von der gräßlichen Sitzgruppe weggeräumt und den Kühlschrank aufgestellt. Drinnen stehen die zwei Flaschen Prosecco, mit denen ich mich fürs Ausmalen bedankt habe und eine Flasche Schlagobers wahrscheinlich für den Kaffee. Auf dem Kühlschrank thront die riesige Kaffeemaschine und größere Vorräte Kaffeebohnen sind über den Raum verstreut. Immerhin gibt es auch den hübschen Wasserkocher für NichtKaffeetrinkerinnen wie mich.

Dieses Stillleben hat mir gefallen: essen, trinken und Silikon in trauter Eintracht und für Ds Verhältnisse in geradezu chaotischem Zustand.

Freitag 12. Februar 2021

Der F arbeitet zu viel. Zu lang und zu konzentriert und seit Monaten im Homeoffice. Ich dachte immer, dass es weniger stressig ist, zuhause zu arbeiten, allein schon weil man sich den Weg zum Arbeitsplatz erspart. Das war aber ein Irrtum. Neben einigen Vorteilen, die zusehends kleiner werden, hat das Arbeiten zuhause den ganz großen Nachteil, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit völlig verschwimmen, zu Ungunsten der Freizeit natürlich.

Heute hatte sich der F einen freien Tag genommen, weil er das Bedürfnis hatte, ein bissl Natur zu sehen. Dummerweise war es der bisher kälteste Tag des Winters und wir konnten nicht sehr lange unterwegs sein, weil die Kälte durch und durch ging. Trotzdem war es erholsam zwischen den Schwarzföhren herumzustapfen und die Sonne zu genießen an diesem eisigen aber strahlenden Tag

Die Habsburger Kaiserin Maria Theresia (1740-1780) ließ im südlichen Niederösterreich weitläufige Schwarzföhrenwälder anlegen, wodurch einer Verkarstung der Landschaft bis heute entgegengewirkt wird. Man sieht sehr gut, in wie wenig Erde diese Bäume überleben können.

Völlig konsequenzlose Entscheidungen

Ich kann mich nicht entscheiden, welches von beiden mir besser gefällt. Ich muss mich auch nicht entscheiden. Mir können auch beide gefallen. Ich habe aber einen Favoriten und es interessiert mich, welches den Blogbesucher*innen besser gefällt. Schön wären zahlreiche aufschlussreiche Antworten.