Schlagwort: Bäume –

Freitag 12. Februar 2021

Der F arbeitet zu viel. Zu lang und zu konzentriert und seit Monaten im Homeoffice. Ich dachte immer, dass es weniger stressig ist, zuhause zu arbeiten, allein schon weil man sich den Weg zum Arbeitsplatz erspart. Das war aber ein Irrtum. Neben einigen Vorteilen, die zusehends kleiner werden, hat das Arbeiten zuhause den ganz großen Nachteil, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit völlig verschwimmen, zu Ungunsten der Freizeit natürlich.

Heute hatte sich der F einen freien Tag genommen, weil er das Bedürfnis hatte, ein bissl Natur zu sehen. Dummerweise war es der bisher kälteste Tag des Winters und wir konnten nicht sehr lange unterwegs sein, weil die Kälte durch und durch ging. Trotzdem war es erholsam zwischen den Schwarzföhren herumzustapfen und die Sonne zu genießen an diesem eisigen aber strahlenden Tag

Die Habsburger Kaiserin Maria Theresia (1740-1780) ließ im südlichen Niederösterreich weitläufige Schwarzföhrenwälder anlegen, wodurch einer Verkarstung der Landschaft bis heute entgegengewirkt wird. Man sieht sehr gut, in wie wenig Erde diese Bäume überleben können.

Völlig konsequenzlose Entscheidungen

Ich kann mich nicht entscheiden, welches von beiden mir besser gefällt. Ich muss mich auch nicht entscheiden. Mir können auch beide gefallen. Ich habe aber einen Favoriten und es interessiert mich, welches den Blogbesucher*innen besser gefällt. Schön wären zahlreiche aufschlussreiche Antworten.

 

Donnerstag 17.Dezember 2020 – Schönheit und Komplexität

Heute beim Frühstück haben wir über das Funktionieren Künstlicher Intelligenz diskutiert. Also „diskutieren“ trifft die Sache nicht so ganz, ich habe mangels Kenntnissen zu dem Thema mehr zugehört als geredet. Erschreckend und faszinierend zugleich. Erschreckend, dass wir Menschen, die wir auch „nur“ ein Produkte der Evolution auf diesem Planeten sind, unser eigenes Denken nachbauen können. Das „Denken“ so einer Künstlichen Intelligenz ist jenem des Menschen noch nicht ebenbürtig, kann es aber prinzipiell werden.

Ich glaube nicht, dass es klug ist, manche Grenzen zu überschreiten, kann aber die Faszination verstehen, die in der Forschung liegt, in dem immer tieferen Eindringen in das System „Leben“. Die einzige Grenze, die es realistischerweise gibt, ist wohl das Machbare. Es wird immer Menschen geben, die sich aus Forschungsdrang oder aus Gier über Grenzen der Ethik hinwegsetzen werden. Ich bin mir nicht sicher, ob ich im Bereich meiner alten Liebe, der Genetik, der Versuchung widerstehen könnte. Da gibt es so vieles, was man tun könnte, aber sicher nicht sollte…

Der Zusammenhang zwischen Text und Bild? Sehr einfach: keiner. Das war mein erster Gedanke, der aber nur sehr oberflächlich richtig ist. Dies ist die Abbildung eines komplexen biologischen Systems, wobei hier der Schwerpunkt auf der Optik liegt, darauf wie sehr die Fantasie und der Sinn für Schönheit durch so einen Anblick genährt wird. Genauso gut könnte man aber auf die Faszination der Komplexität des Sytems „Baum“ fokussieren. Nein, es besteht doch ein Zusammenhang: meine Leidenschaft für komplexe Systeme und deren Schönheit.

Jahresringe

Dieser Baum hat es verstanden: es gibt Jahre, die produzieren heitere, bunte, beschwingte Jahresringe und andere, die bleiben grau in grau. Geholfen hat dem Baum diese Erkenntnis nicht, er wurde gefällt. Aber als weiser Baum hat er sicher auch die graue Periode genossen. Schließlich war es seine Lebenszeit.

Der Dienstag dichtet, acht

Katha hat das Projekt ins Leben gerufen, bei ihr gibt es auch eine Teilnehmerliste

Ich definiere für mich „Gedicht“ als verdichtete Prosa und beginne – sehr vorsichtig – mich daran zu versuchen.

Diesmal mit Bild

Never change a running system

Fäden ziehen durch die Jahrmillionen, seit der glückhaften Vereinigung von Algen und Pilzen

Leuchtende Farben, weiche Polster, alle Arten von Strukturen gingen daraus hervor

Es fließt, haftet und kristallisiert. Schälchen, Punkte, aderndurchzogene Quasten, geflügelte Tiergestalten, uralte Gottheiten, Windräder und Drainagesysteme, alles könnt ihr abbilden

Phantasie ohne Neuronen

Irgendwann tauchten wir Menschen auf, durften euch eine Zeit lang bewundern und überließen euch unsere Welt wieder.

Flechten wird es geben bis ans Ende der Zeiten