la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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das Kappl – 21+22

Der Moment der Trennung ist gekommen. Das Kappl fühlt sich zu höherem berufen als zum Foto-Modell. Es möchte Platanenspezialist werden, weil ihm die bunte Rinde so gut gefällt. Naja, ich bin nicht allzu traurig, dass es mich verlässt. Es war ein sehr anstrengender Mitbewohner. Trotzdem haben wir uns in aller Freundschaft getrennt. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege noch einmal, vielleicht im Sommer, wenn die Sonne so richtig brennt.


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Das richtige Maß eines Christbaums

Eine Tanne muss es sein, eine die genug Licht bekommen hat und so richtig dunkelgrün ist, so frisch gefällt wie möglich und aus der näheren Umgebung. Viele der in Wien verkauften Bäume stammen aus dem Waldviertel. Das passt. Dicht sollen die Zweige sein, dann können die Kugeln geheimnisvoll herausleuchten aus dem Grün.

Die Frage der Größe stellt sich. Die Höhe der Wohnung begrenzt den Baum nach oben. Soll er aber überhaupt so groß sein? Ich bin für das menschliche Maß. Für eine Familie mit mehreren Kindern soll der Baum wohl so hoch sein wie alle Kinder übereinander gestapelt. Von meinem Baum erwarte ich, dass er so hoch ist, dass es mir gerade gelingt die Spitze daraufzusetzen ohne auf irgendetwas draufsteigen zu müssen. Für Menschen, die sich ihrem Baum sitzend annähern, kann er problemlos auf dem Boden stehen und dafür sehr breit sein. Für jeden Menschen, für jede Gruppe von Menschen der richtige Baum. Für die lieber Baumlosen, zu denen ich viele Jahre gezählt habe, eben keinen Baum.

Wenn man christlich-religiös ist, passt vielleicht eine Krippe besser als ein Baum. Vor allem ein Nadelbaum, der in Wüstengebieten nicht unbedingt zu den häufigsten Pflanzen gehört. Trotzdem sieht man viele Krippen unter Tannenbäumen. Im Grunde ist der Weihnachtsbaum eine Verbindung von sehr altem und sehr neuem Brauchtum

Der Brauch Zweige zur Sonnenwende ins Haus zu holen ist uralt. Schließlich waren sowohl bei den diversen Germanenstämmen als auch bei den Kelten Bäume sehr wichtig. Geschmückte Weihnachtsbäume soll es ab dem 15.Jahrhundert geben, ausgehend von Nordeuropa. Gerade habe ich gelesen, dass man in Riga das 500 Jahre Jubiläum des geschmückten Weihnachtsbaums feiert. Diese Arten von Jubiläen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen. Der Wettstreit um den ersten geschmückten Weihnachtsbaum gehört aber zu den harmlosen Nationalismen.

Jedenfalls haben der F und ich heuer einen Weihnachtsbaum und schmücken ihn mit Kugeln, die in den letzten Jahren vor den Fenstern hingen oder an großen Zimmerpflanzen. Unhektisches Baumschmücken zieht sich über Tage. Heute ein Kugerl oder zwei , morgen ein Gewürzgesteck. Nichts Essbares. Der Baum soll ja gleichbleibend schön sein und nicht nach ein paar Tagen wie ein Emmentaler aussehen.


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Die fabelhafte Welt der Ameisen

 

Man lernt immer wieder neue Berufe kennen: Christina Grätz zum Beispiel ist Ameisenumsiedlerin. Wenn größere Bauprojekte anstehen, werden die Hügel von geschützten Ameisenarten an einen neuen Standort verlegt. Das ist eine körperlich sehr anstrengende Tätigkeit, weil ja die oft riesigen Bauten – der oberirdische und der unterirdische Teil – abgetragen, wegtransportiert und am neuen Standort – der den Ameisen hoffentlich gefällt – wieder aufgeschüttet werden.

Eine Fülle von hochinteressanten Details über Leben und Fähigkeiten der Ameisen im allgemeinen erfährt man in diesem Buch. Von den effizienten baulichen Lösungen. Besonders beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang, dass es eine Ameisenart gibt, deren Kopf so geformt ist, dass damit die Eingänge des Baus gegen Wassereintritt verschlossen werden können und dass die Ameisen eine Art der Schwarmintelligenz haben, die es ihnen ermöglicht zum Beispiel einen passenden Standort für ihren Bau zu finden. Ameisenbauten sehen ja nicht alle gleich aus, sie werden vielmehr an den jeweiligen Standort angepasst bzw an die Baumaterialien, die zur Verfügung stehen.

Bemerkenswert ist auch, dass es seit 150 Millionen Jahren Ameisen gibt und sie sowohl Landwirtschaft (Pilze, die auf einer Basis von zerkleinerten Blättern gezogen werden) als auch Viehzucht (Läuse, die gemolken werden) entwickelt haben. Auch die hochentwickelte Organisation in so einem Ameisenbau ist bewundernswert. Und nützlich können sich die kleinen Viecher machen!  Wenn sie etwa einen Baum als Symbiosepartner ausgewählt haben, so sollen sie ihn auch vor großen Pflanzenfressern schützen können, vor Giraffen etwa oder Elefanten. Wenn große Mengen kleiner Ameisen zB in den Rüssel eines Elefanten krabbeln und Säure sprühen, so bringt das den Elefanten nicht um, aber es kann ihm lästig genug sein um am nächsten Baum weiterzufressen.

Viele solcher bemerkenswerter Informationen über Ameisen und ihre Lebensweise erfährt man in diesem empfehlenswerten Buch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Samstag 14.9.2019 –

Genau wie im Vorjahr gibt es jedes Wochenende das letzte schöne Wochenende. Voraussichtlich wird das wieder bis spät in den Herbst hinein dauern. Soll mir recht sein. Heute waren wir auf den Steinhofgründen mit Blick auf Wien hinunter, strahlender Sonnenschein, grüne Wiesen, viele fröhliche Menschen. Aber in den Schattenecken hängen die Spinnennetze.

Heute war in Wien „Open House“. Ein Projekt bei dem man sich Gebäude und Orte ansehen kann, die normalerweise nicht zugänglich sind. Wir haben uns das „Konrad-Lorenz-Institut“ auf dem Wilhelminenberg angesehen. Ich hätte mir erwartet, dass aktuelle Forschungsprojekte vorgestellt würden. Leider ging es aber nur um die Architektur und die fand ich nicht besonders interessant. Außer dass der Architekt keine Größe seines Berufsstandes gewesen sein dürfte, den er hat eine Menge Geld verbraten und Gebäude geschaffen, die für ihren Zweck nicht wirklich geeignet waren und nach nur ein paar Jahrzehnten kaum mehr zu gebrauchen sind.

Die Erkenntnis des Tages: hätten die Habsburger nicht diese schon krankhafte Leidenschaft für die Jagd gehabt und dafür riesige Waldgebiete in und um Wien benützt, gäbe es heute nicht die großen, naturbelassenen Naherholungsgebiete.