la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Freitag, 11.1.2019

Beklemmend beginnt das neue Jahr in der Politik. Die Regierung hat ein neues System der Sozialhilfe oder Mindestsicherung oder wie immer sie es nennen möge ausgetüftelt und die Stadt Wien weigert sich, es durchzuführen. Eine Verfassungsklage hängt in der Luft. Die unsägliche Sozialministerin, die bisher in praktisch allen ihren wichtigeren öffentlichen Äußerungen von ihrem Parteichef zurück gepfiffen wurde, weil offenbar auch in der FPÖ die Inkompetenz ihre Grenzen hat, lächelt bzw sie verzieht ihre Gesichtsmuskeln in einer Weise, die bei den meisten Menschen ein Lächeln erzeugt. Die regierende Koalition hält sich zugute, dass sie niemals in der Öffentlichkeit streitet. Dafür gehen die schon vorhandenen Gräben in der Gesellschaft immer weiter auf, wenn nicht sogar neue erzeugt werden.

Ich bin ja momentan irgendwie fern von allem, im goldenen Käfig, aber ich merke schon wie die Energie langsam zurückkommt und mit der Energie auch wieder das Interesse an der Welt.

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Gescheiterter Wein

Besonders begeistert haben mich gestern  die auf den Weinstöcken gebliebenen Trauben, in allen Stadien der Reife, der Verwesung und des Gefrierens.


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Novembergedanken

Diese Tage sind so geschichtsträchtig, jeder Stein, jede Wand scheint ihre Erinnerungen abzustrahlen, verstärkt durch die unbewegliche Düsterheit des Wetters. Noch nie habe ich das so intensiv erlebt wie in diesem Jahr. Die menschlichen Abgründe erscheinen bodenlos und meine Gedanken darüber, wie ich selbst mich wohl verhalten hätte, kreisen in einer Endlosschleife, die sich nicht auflösen lässt. Wohl gab es Menschen, die sich menschlich verhalten haben, die ihre Überzeugungen nicht der Angst geopfert haben, selbst in Gefahr zu geraten, quer durch alle Gesellschaftsschichten hindurch gab es sie. Aber es waren so wenige, so wenige im Vergleich zu jenen, die entweder feige oder auch völlig verführt, verblendet und verroht waren.

Ich war nur einmal in Israel, im Februar 2000 und natürlich haben wir Yad Vashem besucht. Warum tut man sich das an? Aus Interesse oder doch aus einem diffusen Sippen-Schuldgefühl heraus? Es war genauso schrecklich, wie ich es mir vorgestellt hatte, wie es sich wohl alle Mitglieder der Reisegruppe vorgestellt hatten. Wir waren, ich weiß nicht mehr genau, zehn, zwölf Leute und ausnahmslos alle waren mit großen Sonnenbrillen erschienen. Als ließen sich die heftigen Emotionen, die an einem solchen Ort unweigerlich entstehen hinter Sonnenbrillen verbergen. Einmal ganz abgesehen davon, dass es gar nicht verständlich ist, warum man sie verbergen möchte. Welche Österreicher, welche Deutschen könnten sich ungerührt an so einem Ort aufhalten, wo immer die Möglichkeit besteht, die eigenen Väter, Großväter, Brüder, Onkel, Cousins als Schlächter auf irgendeinem Foto wiederzufinden, die Orte an denen man lebt, als Orte eines Massakers, eines Pogroms, eines Mordes oder der massiven Erniedrigung von Menschen zu entdecken. Wer da nicht weint …

Zwei Dinge sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Ein kleines Gebäude. Man geht hinein, es ist völlig finster und es werden die Namen ermordeter Kinder vorgelesen in einer endlosen Abfolge; es scheint als wäre die halbe Welt schon im Kindesalter ermordet worden, man taumelt wieder hinaus, ans Licht. Persönlich sehr berührt haben mich auch einige ganz andere Ausstellungsstücke; vergilbte Hefte, in denen die ersten Schreibversuche in hebräischer Schrift von nach Israel  Eingewanderten zu sehen sind. Viele Menschen, die sich von ihrer Herkunft her als Juden fühlen, sind ja gar nicht religiös. Damals wie heute. Ich kenne einige solche „jüdische Atheisten“, die sich alle mit der Frage auseinandersetzen, was denn  jüdische Identität ausmacht. Allerdings ist mir noch niemand begegnet, der/die seine Zugehörigkeit zum Judentum prinzipiell in Frage gestellt hätte. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der europäischen Intelligenz wurde ihrer Heimat, ihrer Menschenrechte, ihrer Sprache und Schrift beraubt und musste ganz von vorne beginnen: sie mussten eine für viele völlig neue Sprache und Schrift lernen.


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Schrecklich!!

Ich lebe in einem Land dessen Innenminister (möge er es bald nicht mehr sein) der Polizei Weisung erteilt hat, mit den Informationen für die kritischen Medien (mögen sie gut durch diese Regierung kommen) sparsam umzugehen. Diesmal schweigt der Kanzler zwar nicht, sondern hat sich zu der Erklärung durchgerungen, dass die Pressefreiheit unantastbar sei. Etwas wenig. Der Innenminister (möge er es bald nicht mehr sein), dessen letzter Skandal noch im U-Ausschuss behandelt wird, wirft den zu Recht Empörten ein Opfer hin: der Ressortsprecher hätte falsch formuliert. Wer wird das schlucken?

Mit diesem Skandal ist es der österreichischen Regierung gelungen die ebenfalls skandalösen Vorkommnisse in Deutschland zu toppen. Ist das doch immer unser größtes Anliegen.

Ich empfehle dazu und überhaupt den ausgezeichneten blog von Stefan Kappacher , einem Ö1-Journalisten.


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Lehrerinnenlebensrhythmus

In meinem Leben endet vieles im August und anderes beginnt im September. Nicht nur die Lieben und die Reisen und die Schulferien. In diesem Jahr ist alles etwas anders. Abgesehen von 2 Wochen im Waldviertel bin ich den ganzen Sommer zuhause. Extreme Hitze und Bewegungseinschränkung lassen Motivation für eine kleine Reise erst gar nicht aufkommen und eine große traue ich mir nicht zu. Obendrein mangelt es mir nicht an Beschäftigung. Nächstes Jahr um die Zeit aber ……

Dieser „Im-September-beginnt-alles-neu-Rhythmus“ zieht sich überall durch: die Kreditkarte und die Bankomatkarte und die Jahreskarte für die Öffis alles beginnt im September neu. Und es gehört auch zu den positiven Aspekten des Lehrberufs, dass alles immer wieder neu beginnt, neues Schuljahr, neue Schüler und wenn man will, kann man ein völlig neues Konzept ausprobieren, völlig neue Methoden einführen. Man kann sich selbst neu erfinden, zumindest didaktisch.

Nun haben wir schon eine Weile einen schweigenden Kanzler, einen Vizekanzler, der die intellektuell und kompetenzmäßig wenig belasteten Recken seiner Partei für die gröbsten Ausrutscher immer wieder in Schutz nimmt, einen Innenminister, der den eigenen Verfassungsschutz sabotiert damit nichts weiteres über besagte Recken bekannt wird. Eine Sozialministerin, die allen Ernstes verkündet, dass man von 150 Euro im Monat leben kann. Nun haben wir noch eine Außenministerin, die Putin zu ihrer Hochzeit einlädt. So ein richtig großes, leeres Sommerloch wäre fantastisch!