la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Donnerstag 25.7.19 – Dazwischen

Wunderbar habe ich heute geschlafen, zuhause in meinem kühlen Zimmer. Kühl war das Zimmer in dem Gasthof, in dem wir logiert haben ganz und gar nicht. Es war ein gutes Zimmer mit viel Platz und einem geräumigen Bad, in der Nähe des alten Klosters, wo wir gemalt haben, aber es war heiß. Ich habe mit sperrangelweit offenem Fenster nackt geschlafen und trotzdem wurde es erst ab ungefähr 4 Uhr früh kühler. Nachdem das Zimmer im ersten Stock war und darunter das Wirtshaus und eine Hauptstraße des Orts lagen, konnte man auch jedes Geräusch hören. Aber 5 Tage malen, haben die unangenehme Hitze und den schlechten Schlaf mehr als aufgewogen.

Das Foto ist bewusst verschwommen. Es ist schließlich ungehörig erkennbare Fotos von Leuten bei Ausübung ihres Hobbys zu machen. Unser Malsaal war die Kapelle des alten Klosters St. Anna in der Wüste. „Wüste“ wegen eines Übersetzungsfehlers aus dem Griechischen, gemeint war wohl „Einöde“, denn die Gegend hat so gar nichts wüstenartiges an sich. Das Kloster liegt mitten im Wald, neben dem ebenfalls  dichtbewaldeten Leithagebirge. Es wurde von den Unbeschuhten Karmelitinnen bewohnt, die in ganzer Länge ihres Namens „Unbeschuhte Schwestern des Ordens der Allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel“ heißen und der weibliche Zweig der Karmeliter waren oder vielleicht immer noch sind. Falls Orden denn noch Nachwuchs haben.

Mehrere dieser wuscheligen Rinder, inklusive zwei Kälber, die besonders süß waren, standen auf der benachbarten Weide. Leider gibt es nun einmal dort, wo es Rinder gibt auch Bremsen und das sind sehr unerfreuliche Viecher, die um uns kreisten, gemeinsam mit einer Unmenge an Fliegen, denen aber die Farben nicht besonders gut bekommen sind. Ich hatte Glück und bin den Bremsen entkommen, aber eine meiner Malfreundinnen wurde gestochen. Allerdings ist sie eine vorsichtige Ärztin und immer mit allen möglichen Salben und Mittelchen ausgerüstet. Auf der anderen Seite der Klostermauer hatte ein Bauer seinen Stall. Nachmittags, machte er dort die Fenster auf und ein bestialischer Gestank zog zu uns herüber. Aber auch das war eine Kleinigkeit verglichen mit der Kühle und dem angenehmen Ambiente zwischen den alten Mauern.

In der Sakristei der Kapelle gibt es eine kleine Küche und einen Wasseranschluss. Den durften wir aber zum Pinsel auswaschen nicht benutzen und so wanderten wir immer wieder mit Wasserkübeln durch den glühend heißen Hof zu einem Wasserhahn im Freien. Daneben stand auch das Klohäuschen. Alles etwas provisorisch, unser Kurs hieß aber auch „experimentelle Malerei“und machte seinem Namen in jeder Hinsicht alle Ehre. Sobald ich es geschafft haben werde meine Bilder zu fotografieren, werde ich dazu etwas schreibe und herzeigen. Das kann aber noch eine Weile dauern, denn Sonntag Früh mache ich mich auf den Weg nach Hamburg und habe bis dahin noch vieles zu erledigen.


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Montag 22.7.19

So viel habe ich in drei Tagen gelernt über Farben, Pigmente und Binder über die Möglichkeiten Strukturen zu erzeugen. Materialkunde eben.

Das Kloster hat dicke Steinmauern, drinnen ist es kühl, aber zum Wasserholen und Pinsel waschen müssen wir das Kloster umrunden, in ziemlich glühender Hitze. Auch das Klohäuschen ist weit weg.

Das Kloster soll ein ganz besonderer Kraftort sein. Wie auch immer, jedenfalls hat es eine sehr angenehme Atmosphäre.

Inzwischen habe ich vier Bilder angelegt und die werden wahrscheinlich bis Mittwoch Abend nicht fertig. Schicht über Schicht über Schicht …


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Samstag 20.7.2019678

Malerisch im wahrsten Sinn des Wortes ist das alte Kloster in dem wir malen. Kühl ist es in der ehemaligen Kapelle außerdem. Es ist eine recht große Gruppe, die sich da versammelt hat, 12 Leute iinklusive meine Freundinnen, die um die Mittagszeit gekommen sind. Die beiden sind mit einer weiteren Kursteinehmerin befreundet.,  die im Nachbarort wohnt und so kam ich heute in den Genuss eines abkühlenden Bads in einem sehr hübschen Biotop und eines lustigen Abends. Drei Bilder habe ich angelegt, morgen geht es weiter.


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Zwei schlechte Fotos mit leisem Selfieansatz von wunderschönen Büchern

Wir waren in der heurigen niederösterreichischen Landesausstellung, in der auch die Geschichte von Wiener Neustadt dokumentiert wurde. Das sind die zwei schlechtesten Fotos, die ich dort gemacht habe. Muss man auch mal herzeigen. Die Spiegelungen der Vitrinen und der Fenster im Hintergrund waren sehr schwierig, aber warum dem historischen Buch das oberste Stück fehlt dafür aber meine wandelnden Tupfen zu sehen sind, ist wirklich nicht ganz einsichtig. Im unteren Foto ist auch die halbe Welt mit drauf inklusive des Schattens der Fotografin. Ich könnte vielleicht die „umgebungsintegrierende Fotografie“ ausrufen ……


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Dienstag 20.5.19 – Stiegen, Treppen und Villen

Politisch turbulente Zeiten, sehr turbulente, aber auch überaus interessante Zeiten und es besteht durchaus Hoffnung, dass sich nach dem reinigenden Sturm so manches anders zusammenfindet und neu bildet. Jedenfalls,  was für ein Glück, dass in der Hofburg Alexander van der Bellen residiert und nicht der andere Kandidat zum Amt des Bundespräsidenten, der nun FPÖ-Obmann geworden ist. „Wir kriegen das schon hin“ hat van der Bellen in einer unerwarteten Rede gemeint. Die Formulierung würde mir gut gefallen, wenn sie mich nicht an „wir schaffen das“ erinnern würde.

Wunderschöne Häuser aus dem 19. Jahrhundert gibt es in Wien. Barrierefrei sind sie nicht. Viele solche Häuser, mit geschnitzten Toren, bunten Glasfenstern in den Gängen, schmiedeeisernen Geländern sind von der Straße her nur über Treppen zugänglich. In vielen wurden nachträglich Lifte eingebaut, man muss aber um bis zu den Liften zu kommen Treppen steigen. Gehbehinderte und/oder Rollstuhlfahrer können in solchen Häusern nicht wohnen. Auch Kinderwagen, Einkaufswagen, Koffer sind mühsam zu transportieren. In den Zeiten als diese Häuser gebaut wurden, setzte man offenbar auf unerschöpfliche menschliche Arbeitskraft. Schleppen musste das Gesinde.

In der Hofburg und in den diversen Ministeriumsgebäuden gibt es Lifte im Hintergrund. In sämtlichen Reportagen aber sieht man Politiker und Beamte immer die Prachttreppen zu fuß hinauf und hinuntergehen, elastisch und sportlich natürlich, eigentlich schweben sie mehr als sie gehen, wie Filmstars der alten Schule. Treppen gehören im Öffentlichkeitsgeschäft  zu den ganz wichtigen Requisiten und Hintergründen. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass manche der aktiv-elastischen eher als Treppenwitz der Geschichte enden auch wenn die Villen ihres Untergangs ebenerdig waren.


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Dienstag 29.1.19

Erfreulich finde ich es, Zeit zu haben um Radio zu hören, OE1 mit seinen Sendungen zu den allerverschiedensten Themen, meistens oder sogar fast immer auf hohem Niveau. Heute gab es zum Beispiel für sprachinteressierte Menschen einen Bericht über das Buch einer jungen Historikerin zum Thema „Sprachenvielfalt im Heer der Donaumonarchie“. Es ging auch um das großteils vergessene Vokabular mit dem die verschiedenen Nationalitäten die jeweils anderen bezeichneten und um die Falsifizierung der Theorie, dass es eine große Chance sei, nur mit einer Sprache aufzuwachsen, weil man dann wüsste, wo man hingehört. Borniert finde ich diesen Ansatz, wenn man bedenkt was für eine große Bereicherung jede Sprache, die man lernt darstellt. Und je früher man sie lernt desto besser.

Ein Jammer, dass viele den Begriff „Heimat“ gleichsetzen mit „Beschränkung auf das, was es in der unmittelbaren Umgebung immer schon gegeben hat“. Als könnte man nicht Traditionelles und Neues erlernen und schätzen, als würde dies das Leben nicht enorm bereichern. Manchmal kommt mir vor, dass es in der alten Monarchie in manchen Bereichen viel weltoffener zuging als im heutigen Österreich.

Ich übe unverdrossen, eigentlich eher verdrossen, das Stiegensteigen. Mein Körper signalisiert „das geht nicht“. Es geht aber wohl, gut sogar, nur ist dieses Wissen nicht nachhaltig. Ich erinnere mich, dass ich völlig problemlos zwei Stockwerke genommen habe, aber die Erinnerung schafft es gewissermaßen nicht bis ins Körperbewußtsein. Ein frustrierendes Gefühl. Fein wäre es, wenn jemand in dem Reha-Team Feldenkrais-Methode gelernt hätte. Das wäre wohl genau der Ansatz.

Freitag bin ich bei jemandem eingeladen, der im dritten Stock Altbau ohne Lift wohnt. Wenn ich mich recht erinnere, haben die Stiegen auch kein Geländer zum Anhalten und der F hat auch keine Lust mitzukommen. Na gut, Motivation ist alles, ich werde das schon hinkriegen.