la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Tanzen in der Wüste

Abgesehen von der glühenden Hitze ist es auch sehr trocken. Für Grillen oder Anzünden von Feuer gibt es hohe Geldstrafen. Ein Blick nach Portugal genügt, um die Maßnahmen zu verstehen.

Unser schulisches „Fest der Kulturen“ war ein Erfolg. Die Jugendlichen tanzen bei allen Wetterbedingungen in jeder Art der Bekleidung. Ich erinnere mich daran, wie schön diese überwältigende Lebensfreude ist, unter allen möglichen äußeren und inneren Bedingungen. Ich habe keine Fotos gemacht, weil ich den ganzen Vormittag geprüft habe, aber es tut mir eh schon Leid. Die jugendliche Energie kann man ja auf Fotos durchaus festhalten. Diese sind vom letzten Schulfest:

 


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ABC-Etüden – Betäubung

Da unten war es. Dort hatte sie drei Wochen lang jeden Nachmittag verbracht. Zwischen Blüten und Gerümpel, voll Sehnsucht, voll Lust, voll Sommer und Jugend. Den Geruch der Liebe auf der Haut, den Geruch des Gerümpels in der Nase, die Brustwarzen steinhart. Auch das kleinste Stück Stoff war zuviel. Bittersüß der Abschied jeden Abend, der Abschied und das Versprechen am nächsten Tag wiederzukommen.    Stacheldrahtreste, spitze Steine, die sich in die Haut bohrten, betäubender Duft von Sommerblüten und sonnenheißem Metall.  Sie hatte seinen Namen nicht erfahren, nicht woher er kam und nicht wohin er ging, aber sie erkannte seinen Körper ganz und gar. Heute sah sie mit ihren Alltagsaugen nur noch den verrottenden Bunker überwuchert von Brombeerranken und Brennessel.


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Ob wohl ….

… der derzeit mächtigste Mann der Welt selfies macht, oder genügt es ihm, sich in allen spiegelnden Oberflächen seiner Umgebung zu betrachten ? Schwer zu sagen, auch nicht wirklich wichtig. Wahrscheinlich gibt es in seinem Umfeld zahlreiche spiegelnde Oberflächen, trotzdem ist die Chance sehr gering , dass er das gleiche Schicksal erleidet wie der Namensgeber seiner Neurose.


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Manche Leute …

„Manche Leute können nie genug kriegen“, „Manche Menschen müssen mitten in der Nacht die Türen zufetzen“. „Manche Menschen“ ist gewissermaßen die politisch korrekte Version von „Manche Leute“ und wie die meisten politisch korrekten Versionen ist sie genauso unfreundlich gemeint wie die unkorrekte Version. Alle drei Mitglieder der Familie S., die in meinem Haus wohnt, werfen permanent mit „manche Leute“-Sätzen um sich. Es ist der Ausdruck ihrer offenbar grenzenlosen Unzufriedenheit mit allem und jedem. Gründe genug haben sie, alle drei, zugegeben …

Ich finde diese Manche-Leute-Sätze sehr nützlich. Wenn mir selbst so ein Satz einfällt, weiß ich, dass bei mir irgendetwas nicht stimmt, das im Normalfall mit manchen Leuten und manchen Menschen nicht das Mindeste zu tun hat. Meistens sind das irgendwelche eher diffusen Befindlichkeiten, die ich über den Umweg der Signalwirkung  von „manche Leute“ ans Licht befördern und genauer betrachten kann.

Die Manche-Leute-Sätze sind ein echtes Lehrstück dafür, wie eigener Frust sofort einen Schuldigen findet und bezeichnet, als würde es bei dem eigenen Problem in irgendeiner Weise weiterhelfen, wenn man zu Recht oder zu Unrecht feststellt, dass jemand anderer irgendwelche tatsächlichen oder vermeintlichen Fehler hat. Besonders alarmierend finde ich immer, wenn der Vorwurf an manche Leute eine blanke Interpretation von deren Verhalten ist oder gar eine reine Projektion eigener Geschichten.

Eingedenk dieser besonders gesunden psychohygienischen Betrachtungen, zu denen mich meine eigenen – immerhin lautlosen – Manche-Leute-Sätze immer wieder inspirieren, bin ich besonders freundlich zu den drei S. die mich eigentlich heftig nerven, weil ja manche Leute …..