la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Nummer 3 der Buchchallenge – Völkermord

Buch Nr. 3

EIN BUCH MIT EINER ZAHL IM TITEL

Es ist sehr lange her, dass ich dieses Buch gelesen habe und ich kann mich an keine Einzelheiten erinnern. Es geht um den türkischen Völkermord an den Armeniern während des ersten Weltkriegs. Der Musa Dagh ist der Berg auf den sich Armenier zurückgezogen hatten um sich zu verteidigen. Dieser Völkermord wird in der heutigen Türkei von Präsident Erdogan und vielen türkischen Nationalisten geleugnet und als üble anti-türkische Propaganda bezeichnet.

An eine Szene aus diesem Buch erinnere ich mich noch Jahrzehnte nachdem ich sie gelesen habe. Es ist eine ganz starke emotionale Erinnerung.

Es geht um einen alten, armenischen Gelehrten, der auch aus seiner Wohnung voller Bücher in eine ungewisse Situation flüchten muss. Er kann – wie alle anderen- nur mitnehmen, was er tragen kann. Meine Erinnerung ist nun dieses Gefühl, wie es sein muss, sich entscheiden zu müssen, welche paar Dinge man mitnehmen kann und welche verloren sind und wahrscheinlich zertört werden. In diesem Fall vor allem welche der vielen Bücher, welche Worte, welche Lyrik, welche Prosa, welche Philosophie kann der Zerstörung entrissen werden. Tagelang hat mich dieses Gefühl ganz fertig gemacht und ich habe vor meinem inneren Auge einen großen Sack Bücher gesehen, den ein kleiner, alter Mann versuchte mitzuschleppen, auf einen Berg, um zu versuchen sein Leben zu retten und auch seine Kultur und seine Sprache. Ich weiß gar nicht, ob es diese Szene in dieser Form überhaupt gibt, ob es nur ein Satz war aus dem ich das Bild entwickelte, jedenfalls ist es ein Bild, das ich nicht wieder loswerden konnte.

Diese Ausgabe der „40 Tage des Musa Dagh“ habe ich mir kürzlich gekauft um das Buch nochmals zu lesen mit erwachsenen Augen.

Franz Werfels Widmung:

„Dieses Werk wurde im März des Jahres 1929 bei einem Aufenthalt in Damaskus entworfen. Das Jammerbild verstümmelter und verhungerter Flüchtlingskinder, die in einer Teppichfabrik arbeiteten, gab den entscheidenden Anstoß, das unfassbare Schicksal des armenischen Volkes dem Totenreich alles Geschehenen zu entreißen. Die Niederschrift des Buches erfolgte in der Zeit vom Juli 1932 bis März 1933.“

 Breitenstein Frühjahr 1933, Franz Werfel 

 


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Samstag 14.Juni 2020

Der erste Schwimm des Jahres bei meinem Bruder im Garten. Öffentliche Bäder sind mir noch etwas unheimlich, aber nachdem eine kürzlich getroffene Freundin eine Saisonkarte für das Schönbrunner Bad erstanden hat, ist es im Grunde nur eine Frage der Zeit, wann ich mich überreden lasse dort hinzugehen. Der Pool der Verwandtschaft hat ein sehr angenehmes Desinfektionssystem: es wird Salz hineingeschüttet, durch irgendein Elektrolyse-Verfahren entsteht im Endeffekt Chlor. Das Wasser ist aber viel angenehmer für die Haut und riecht auch überhaupt nicht nach Chlor.

Samstag: strahlender Sonnenschein mit recht hohen Temperaturen, Sonntag: Gewitter, Abkühlung, ein paar Stunden Regen. So könnte es von mir aus den ganzen Sommer lang weitergehen. Keine Trockenheit, keine Aufheizung der Stadt, Lebensqualität im Alltag.

Ab morgen muss man in Supermärkten keine Masken mehr tragen, nur noch in Öffis und Gesundheitseinrichtungen. Einerseits werden die Masken mit steigenden Temperaturen immer unangenehmer, andererseits bringen sie aber vielleicht doch einen gewissen Schutz. Ich kann mich nicht entschließen, wofür oder wogegen ich in diesem Zusammenhang bin.

Im Kieser-Studio gab es schon heute keine Maskenpflicht mehr, viele Leute trugen aber beim Trainieren Masken. Auf freiwilliger Basis können ja alle machen, was sie wollen. Ob es aber klug ist, die ausgeatmete Luft wieder einzuatmen, noch dazu bei sportlicher Betätigung, wenn man eigentlich mehr Sauerstoff braucht als sonst.


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Idyllisch ?

Für die Zuhörer*innen unbedingt. Aber die Harfinistin saß den ganzen Tag dort und wurde auch schon an anderen Stellen in Wien gesehen, immer in Parks, auf der Straße. Vielleicht gehört sie zu einem Orchester, das gerade nicht auftreten kann. Sie verkauft CDs und transportiert ihre Harfe in einem Kinderwagen.


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Es ist so ein großartiges Buch

… dass ich es sehr langsam lese. Einerseits weil ich dadurch länger daran lesen kann und andererseits, weil es so viele Passagen zum Nachdenken anbietet, die man nicht einfach nur so herunterspulen kann.

Ist vielleicht Echtheit das falsche Stichwort? Geht es vielleicht eher um die Erwartungen, die andere an mich hatten, und denen ich zuviel Macht eingeräumt habe? So dass ich mehr das Leben geführt habe, das die anderen von mir erwarteten, statt meines eigenen? Aber bin ich nicht an jenem Morgen in Oxford zum Bahnhof gegangen statt in die Schule? Ich bin vor den Erwartungen der anderen davongelaufen. Habe ich sie mitgenommen ohne es zu merken? die Erwartungen der anderen – sie können eine Tyrannei sein und ihre Tücke besteht darin, dass sie sich der Wahrnehmung entzieht und ihr Unwesen im Schattenreich des Unbewussten treibt, so dass man sich nicht zur Wehr setzen kann. Warum, frage ich mich, hat es eines Tumors bedurft – dieser rohen, brutalen Demonstration der Endlichkeit – , damit ich dieser Tyrannei gewahr wurde? 

Pascal Mercier „Das Gewicht der Worte“S102

Ich bleibe immer wieder an Details hängen und lese sie mehrmals. Und vor einem Satz wie „seine Bewegungen sahen nach Abschied aus“ verbeuge ich mich beeindruckt. S123


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Wenn ich nicht zamezhem ? Aha!

Der afrikanische Bankdirektor, der mich verzweifelt sucht um mir Millionen zu vererben ist anscheinend auf Urlaub. Maria vertritt ihn gewissermaßen. Auch ein schönes Beispiel für die Leistungen von Übersetzungsprogrammen

 

Guten Tag !!!. Mein Name ist Maria. Wie geht es dir? Wie ist Ihr Tag?
Ich fand Ihr Profil in einer Ehe-Agentur. Ich denke, es war sicher. Ein wenig uber sich selbst. Ich bin 37 Jahre alt.
Ich denke, dass mein Foto, das Sie dieses Foto gefallt und sagen mehr uber mich als Worte.
Ich kann Ihnen sagen, dass ich es nicht tate, wenn ich nicht zamezhem. Ich habe keine Kinder. Ich bin ein schones Madchen.
Ich bin energisch und kreative Frau. Meine Freunde sagen, dass ich bin frohlich und gesellig Frau und mir sehr interessant.
Ich bin auch eine romantische Person. Ich mag Tiere. Ich sah Ihr Profil und ich glaube, du bist ein sehr interessanter Mann.
Und ich fuhle, dass du mich naher kennen wollen, und kennen zu lernen. Ich sah eine Menge von Mannern, aber alles,
was sie tun musste, war mit mir spielen, Fotos und vieles mehr, aber wer wurde nicht eine ernsthafte Beziehung mochte.
Also, ich mochte sagen, dass ich mich fur eine ernsthafte Beziehung und eine Familie suchen. Ich brauche einen Mann,
der mit mir leben und alles teilen. Ich hoffe, Sie haben die gleiche, eine ernsthafte Beziehung mochte.
Ich denke, wir haben eine Chance, einander besser kennen zu lernen. Wie viele Menschen haben ihre Seele mate online gefunden.
Ich hoffe, dass ich Ihr Interesse haben und schreiben Sie mir eine Antwort so schnell wie moglich. Ich freue mich auf Ihre Briefe.
Ihre Maria.


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Freitag 24. April 20 – Gespenstisch

Zu den Dingen für die ich in den bisher 6 Wochen relativer Isolation Zeit gefunden habe, gehört das Kramen in alten und sehr alten Fotos. Dieses gehört zu den ganz alten: 4 Monate bin ich da alt, ein anderes Jahrtausend.

Es ist ganz erstaunlich um wieviel besser sich die S/W Fotos im Vergleich zu den Farbfotos konservieren. Sehr alte Farbfotos haben – bei mir zumindest – immer einen heftigen Rotstich, die schwarz-weißen sind oft zu dunkel oder zu hell, manche aber ganz passabel. Und die alten Fotos, die von Fotografen zu Beginn des letzten Jahrhunderts gemacht wurden, sind noch sehr gut erhalten. Die gesamte männliche Verwandtschaft in diversen Uniformen …


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Mittwoch 18.März 2020 – Gruß aus dem Sonnenbunker

Das Wetter st strahlend schön und es ist nicht besonders herausfordernd, mit dem F, ein paar blühenden Bäumen, sonstigen Pflanzen, insgesamt vier Computern, vielen, vielen Büchern und ausreichenden Vorräten aller Art eingebunkert zu sein. Ich gehöre auch nicht zu jenen, die unbedingt mindestens jeden zweiten Tag ausgehen müssen. Obendrein können wir auch jederzeit spazieren gehen und natürlich einkaufen. Von letzterem sind wir gerade zurückgekommen. Es fühlt sich leise so an, wie ein Durchqueren von Feindesland, obwohl mir klar ist, dass es sehr viele viel gefährlichere Dinge als das Virus gibt, die mir unterwegs begegnen könnten. Vom Verkehrsunfall bis zu meiner geschwätzigen Unternachbarin.

Die Straßen sind nicht leer, wir treffen sehr viele Hundebesitzer und Menschen, die offenbar vom Einkaufen kommen, auch ein paar Jugendliche, die einen ein bisschen verlorenen Eindruck machen. Der Verkehr ist sehr ruhig, aber im Grunde ist er das in der Gegend immer.  Eine Woche kann ich mir so problemlos vorstellen, das wird sogar irgendwie erholsam. Zumindest für mich, weil meine Homeoffice-Tätigkeiten  sich in Grenzen halten, der F arbeitet wie immer, sprich zehn Stunden und mehr. Zwei Wochen kann ich mir auch vorstellen. Bei drei Wochen wird es dann wahrscheinlich herausfordernd. Nach einer Woche müssten sich die Auswirkungen dieser drakonischen Maßnahmen aber doch bemerkbar machen und das wird die Situation wieder erleichtern.

Die ansonsten so sozial denkende Frau Merkel hat sich endlich dazu bereit gefunden sich auch dafür einzusetzen, dass die LKWs voll medizinischen Materials, die im Nachbarland dringend gebraucht werden und schon lange bezahlt wurden, endlich über die deutsch-österreichische Grenze gelassen werden. In den österreichischen Spitälern ist die Schutzkleidung für das medizinische Personal knapp geworden.

Tulpenzeit ist trotz allem.


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Wenn das nicht lieb ist !

Das hängt in unserem Aufzug. Sehr nette junge Leute sind das und ich denke das passt gut zu Renés gute-Nachrichten-Initiative obwohl es keine Nachricht im engen Sinn ist. Es ist aber doch ein Zeichen von Solidarität im Alltag und in Ausnahmesituationen und das ist dann doch wiederum eine gute Nachricht, dass es diese Art von Solidarität gibt.


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Sonntag 8.März 2020 – Kefir und Blasen

Neues von der Kefir-Front. Zuerst habe ich ihn nur etwa 20 Stunden werken lassen. Dabei ist ein Getränk herausgekommen, das ziemlich neutral geschmeckt hat. Ich ließ ihn dann insgesamt 36 Stunden arbeiten und bekam ein immer noch flüssiges Produkt, das mir wider Erwarten wirklich gut geschmeckt hat, mit Himbeeren und Birnen, so eine Art gesünderes Fruchtjoghurt. Nach etwa 50 Stunden hatte er eine sehr dickflüssige Konsistenz bekommen. Man konnte ihn noch gut abseihen und – welch angenehme Überraschung – er hat mir gut geschmeckt, ohne irgendwas dazu. Ein voller Erfolg also. Ich hatte aus Kinderzeiten den Kefir als ganz grauslich schmeckend in Erinnerung. Immer erfreulich, wenn sich negative Erinnerungen ins Positive umkehren.

Der F steht dem Kefir skeptisch gegenüber und hält sich lieber an industrielle Yoghurts. Er meinte, er hätte noch nie eine Langzeitbeziehung mit einem Pilz gehabt. Nun ja, tatsächlich ist die Frage, die ich noch nicht geklärt habe, was mit dem Kefir passiert, wenn er wochenlang allein bleibt. Lässt man ihn dann vor sich hin arbeiten und Alko-Yoghurt erzeugen? Lässt man ihn ohne Milch stehen? Kann man ihn vielleicht einfrieren? Braucht man einen Kefir-Sitter?? Derzeit bin ich nicht besonders reisefreudig. Die Vorstellung irgendwo in der Welt in einem Hotel unter Quarantäne gestellt zu werden, finde ich nicht besonders verlockend. Ob nun krank oder nicht. Eine Freundin, die ich am Samstag getroffen habe, ist gestern nach Madeira geflogen. Hoffentlich kann sie zur geplanten Zeit zurückkommen.

In letzter Zeit fällt mir immer wieder auf, wie sehr auch die Blogs in Blasen organisiert sind. Vielleicht nicht ganz so extrem wie andere Social Media und Meinungsblasen in der wahren Welt. Aber auch hier gibt es zu vielen Themen feststehende Meinungen über die sich die üblichen Kommentator*innen eines Blogs einig sind, die überhaupt nie in Frage gestellt werden. Blasenhoppen ist also angesagt.


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Wer schützt wen?

Petra Pawlofsky

hat sich einen interessanten Gesichtspunkt zum Thema Umweltschutz überlegt und daraus ein Blogprojekt gemacht mit dem Titel

Natur und Erde schützen- ein Gewinn

gerne beteilige ich mich dabei mit einer Monotypie und einem kleinen Text

Der Druck hat sich zu einem eindeutig landschaftlichen Motiv entwickelt, das gut zu meinem Gedanken zu dem Thema passt.

Wer schützt wen? frage ich mich. Ja, wir können versuchen den CO2 -Ausstoß zu bremsen, den Plastikmüll einzudämmen, Gifte verschiedenster Art zu vergraben oder sonstwie zu beseitigen und vieles andere mehr. Wir können dieses Handeln „Naturschutz“ nennen, aber wem nützt das kurz- mittel- und langfristig? Doch  den Menschen und allen anderen Tieren auf diesem Planeten. Für die Erde sind unsere Aktivitäten nur ein vorübergehendes Phänomen. Es ist eine ziemliche Hybris zu meinen, wir könnten einen Planeten vernichten. Nicht der Planet wird vernichtet, aber die Biosphäre, in der die Menschheit lebt. Sollten wir das Gleichgewicht allzusehr stören, dann entstehen Stürme und Überflutungen, Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüche. Manche Regionen versinken im Wasser, andere sterben vor Trockenheit. Bei allzu großer Überhitzung wird der gesamte Planet für uns unbewohnbar werden, wir rotten uns selbst aus. Andere Arten werden uns folgen, vielleicht auch nicht.

Der Gewinn des sorgsameren Behandelns der Natur und der Erde ist unser Überleben. Die Natur sitzt am längeren Ast.


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Berg – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei  Christiane

Diesmal kommen die Wörter von Corlys Lesewelt

Die 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

 

Es ist eine wahre Begebenheit von vor sicher schon über zehn Jahren. „Sonnenuntergang“ hat mich daran erinnert. 

„Sie waren erfahrene Tourengeher“ erzählte Petra. Ein Paar und eine gemeinsame Freundin brachen zu dritt auf um Sylvester im Freien, in den Bergen zu feiern. Das Wetter war freundlich, sie waren gut ausgerüstet, sie kannten sich in der Gegend aus. Aber es lag hoher Schnee, der viele topographische Merkmale veränderte. Es kam zu einem Unfall, die drei stürzten in eine unter dem Schnee verborgene Senke. Der Mann verletzte sich schwer, die beiden Frauen blieben unverletzt. Sie beschlossen das Zelt aufzustellen, in dem es wärmer wäre als im Freien und die Freundin des Paares wollte eine Stelle suchen an der es Handyempfang geben würde. Es gelang ihr aus der Senke hinauszuklettern und ein Stück zu gehen, dann wurde es dunkel, sie fiel schwer gegen einen Felsen und brach sich das Becken. Es vergingen die Nacht, der Neujahrstag und noch eine Nacht bevor die Bergrettung zu suchen begann. Die drei waren niemandem abgegangen, weil es ja geplant war, dass sie die Nacht im Freien verbringen würden. Nachts konnten die Hubschrauber der Bergrettung nicht fliegen und so dauerte es an die 48 Stunden bis alle gefunden wurden. 

„Sie hatten noch einen Sonnenaufgang miteinander, aber er hat nach dem Unfall nur ein paar Stunden überlebt“ erzählte Petra. Die Freundin war schwer unterkühlt, überlebte aber. Die beiden Kinder des Paars warteten im Krankenhaus, das vom Rettungshubschrauber angeflogen wurde.