la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Transparente Wasserläufer im Gegenlicht

Wir haben uns doch noch entschlossen einen kleinen Vorosterurlaub auf dem Land zu machen und haben es ganz und gar nicht bereut. Osterverkehr klingt für mich nach ziemlichem Verkehrschaos, aber wir sind antizyklisch gefahren, von Mittwoch bis Samstag und es gab nicht einen gefährlichen Moment. Einen Unfall allerdings  haben wir gesehen, beim Vorbeifahren, zum Glück hat es nicht sehr schlimm ausgesehen; ansonsten war der Verkehr völlig problemlos.

Im Waldviertel, dem nördlichsten Teil Österreichs kann man wunderbar entschleunigen. Sanfte Hügel, Felder in verschiedenen Braun- und Grünschattierungen, dazwischen sonnengelber Raps. Zahllose kleine Teiche und Bäche. Kühl ist es im „mystischen Waldviertel“, kühl und feucht und entspannend. Das Hotel war aber gut geheizt und die waldviertler Mohngerichte waren erstklassig; Karpfen (aus dem Teich hinter dem Hotel) in Mohnpanier, Mohnzelten, Mohnparfait …… köstlich.

Wir sind in einem ungewöhnlichen Hotel am Ende der Welt abgestiegen. Früher eine Mühle, heute ein Hotel direkt am Bach mit einem privaten kleinen Wasserkraftwerk und Zäunen mit Sonnenpaneelen. Für die Esoteriker eine Pyramide im Garten, riesige Gartenflächen mit 170 verschiedenen Obstbäumen, darunter sehr alte Sorten. Im Restaurant gab es neben erstklassiger Küche, uralte Möbel, riesige Lüster und eine sehr eigenwillige Sammlung von Bildern an der Wand: von kitschigen Acryl-Blümchen bis zu Ikonen. Das ganze wirkte ein bisschen wie Robinson Crusoes Insel in dritter Generation, exzentrisch, aber sehr komfortabel.

Wir haben auch vieles gesehen; von Burgen und Schlössern über Wackelsteine bis zur Moorforschungsanlage; schlechte Kunst, nachdenkliche Installationen und Mohn, Mohn, Mohn …

Jedenfalls sind meine Nerven gestählt für die Ergebnisse des baldigen Erdogan-Referendums.


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9. Station der Leseweltreise – Iran

Es handelt sich um die Autobiografie von Shirin Ebadi, geboren 1947,  die als ganz junge Frau Richterin an einem Teheraner Gericht wurde, später vom Khomeini-Regime zur Schreibkraft in selben Gericht degradiert wurde und erst ab 1992 als Anwältin praktizieren durfte. Sie verteidigte – trotz persönlicher Gefährdung – Regimekritiker, misshandelte und diskriminierte Frauen und Kinder. 1994 gründete sie einen Kinderschutzbund. 2003 bekam sie den Friedensnobelpreis.

Shirin Ebadi ist verheiratet und Mutter von zwei Töchtern.

Ich habe diese Autobiografie einer ungemein mutigen Frau mit großem Interesse gelesen. Zwei Aspekte haben mich besonders interessiert.

Shirin Ebadi führt ihren Mut darauf zurück, dass sie das große Glück hatte in einer Familie aufzuwachsen, in der die Töchter genauso geschätzt und gefördert wurden wie die Söhne. Dies war absolut keine Selbstverständlichkeit und sie wusste diese frühe Prägung sehr zu schätzen als sie bemerkte wie viele iranische Frauen das Gefühl der Minderwertigkeit, das sie schon als kleine Mädchen vermittelt bekommen hatten nicht abschütteln konnten.

Shirin Ebadi hatte aus Abneigung gegen das korrupte Shah-Regime anfangs die Khomeini-Revolution unterstützt. Sehr bald wurde ihr klar, dass sich die Situation des Landes, vor allem die Situation der Frauen keineswegs verbessert hatte. Mit größtem persönlichen Mut und Einsatz führte sie ihren Kampf für Menschenrechte, trotz Schikanen jeder Art, trotz Gefängnisaufenthalten und Morddrohungen verstummte sie nicht. Besonders bemerkenswert fand ich, dass sie nie den Islam in Frage stellte, sondern die Meinung vertrat, dass alles, was sie forderte innerhalb des schiitischen Islam möglich wäre. Sie legte sich mit hochrangigen Geistlichen an, die ihre Standpunkte offenbar aus religiöser Sicht nicht widerlegen konnten. Trotzdem konnte sie sich gegen das Regime und jeden einzelnen Mullah nicht durchsetzen.

„Im Islam gibt es eine als ijtihad bekannte Tradition der rationalen Auslegung, die seit Jahrhunderten von Juristen und Geistlichen gepflegt wird, um die Bedeutung der Lehren des Korans sowie deren Anwendung auf moderne Vorstellungen und Situationen zu diskutieren. Im sunnitischen Islam, der den ijtihad ablehnt, wird dieser seit Jahrhunderten nicht mehr praktiziert, doch im schiitischen Islam sind der Prozess und der Geist des ijtihad lebendig. Ijtihad ist ein wesentliches Element des islamischen Rechts, weil es sich bei der Scharia  eher um eine Sammlung von Grundsätzen als um kodifizierte Normen handelt. Gelangt man durch den Prozess des ijtihad zu einer Entscheidung oder bestimmten Meinung, so bedeutet dies, dass ein Jurist eine bestimmte Frage (ob zum Beispiel eine Frau im 20.Jahrhundert wegen Ehebruchs gesteinigt werden sollte) durch die Anwendung von Vernunft und durch Deduktion bewertet und die mit dieser Frage zusammenhängenden Interessen nach Prioritäten ordnet“ p.260

Ich persönlich finde es ja schlimm genug, dass eine Steinigung überhaupt zur Debatte steht. Aber für jemanden der/die in einem System lebt, in dem Hinrichtungen jeder Art, das Abschlagen von Händen und die Verherrlichung des „Märtyrertodes“ normale Praxis sind, wäre  wohl die Anwendung des ijtihad ein deutlicher Fortschritt in Richtung Menschenrechte. Shirin Ebadi gibt uns auch ein Beispiel dafür:

„Während der ersten Jahre nach der Revolution entschied Ayatollah Khomeini trotz der strengen Einstellung der führenden Geistlichen, dass die nationalen Medien Musik senden durften. Er kam zu dem Schluss, dass die jungen Leute sonst vom westlichen Radio geködert würden und dies letztendlich schädlicher für die islamische Republik wäre. Durch den Prozess des ijtihad also gelangte er zu der Einsicht, dass eine Praxis aus dem siebten Jahrhundert für die Gegenwart ungeeignet sei“ p.260

Man könnte natürlich auch vermuten, dass Khomeini im Interesse des Machterhalts durchaus zu pragmatischen Entscheidungen kommen konnte. Derselbe Khomeini, der Tausende junge Iraner mit ihren Todeshemden im Gepäck dorthin schickte wo die Iraker Minenfelder gelegt hatten. Die jungen Männer wurden über diese Felder geschickt um mit ihrem Leben die Minen zu entschärfen, sodass die nachfolgende reguläre iranische Armee geringere Verluste hatte. Natürlich kamen sie als Märtyrer direkt ins Paradies.

2009 schließlich tat Shirin Ebadi, was sie nie tun wollte, sie ging ins Exil nach London.

Ein sehr aufschlussreiches Buch, dass allerdings für Menschen wie mich, die mit den Ereignissen in der islamischen Republik Iran nicht im Detail vertraut sind gewisse Längen aufweist, wenn es um die Schilderung von Verbrechen und Prozessen geht. Aber das kann man dem Buch nicht vorwerfen.


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ABC-Etüden – Französisch Koloniales

Ihr Hintern in dem engen Wickelstoff wogte an ihm vorbei in seinem Herrenzimmer auf der Farm. „Ständig geil, diese schwarzen Weiber“ dachte er.

Dann sagte er das gefürchtete „komm“. Das konnte jederzeit, überall stattfinden, im Herrenzimmer, auf den Treppenstufen, in seinem Bad. Der Herr war jung. Was dann folgte war eine Form der Vergewaltigung, die dem Opfer keinerlei Möglichkeit bot sich zu wehren, auch keine Möglichkeit sich  der unendlichen Abfolge  demütigender und schmerzhafter Situationen zu entziehen.

„Café au lait“, Milchkaffee, nannte man die Kinder, die aus diesem Missbrauch der weiblichen Dienstboten in französischen Kolonien hervorgingen. Sie lebten rechtlos im Haus ihrer Erzeuger. Die Sitten in von anderen Ländern kolonisierten Gebieten unterschieden sich nur durch die Sprache.

 


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Auf dem Weg ins Museum

zu einer Ausstellung von Daniel Richter habe ich diesen interessanten Blick genossen.

Wirklichkeit-Illusion

fest- verschwommen

starr – beweglich

Farbe – Farblosigkeit

strukturiert – unbestimmt

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7. Station der Literaturweltreise

Obwohl ich weder Zeit zum Lesen noch Zeit zum Schreiben habe, tue ich doch beides. Sogar ein Malwochenende ist mir gelungen. Man darf sich ja von äußeren Gegebenheiten nicht die Lebenslust verderben lassen und seien diese Gegebenheiten noch so traurig und herausfordernd.

Beim Lesen hat es mich nach Schweden verschlagen. Zwar bin ich ein großer Fan von Skandinavien und war mehrmals in Norwegen und auch in Finnland, aber in Schweden, nein in Schweden war ich noch nie. Mit Ausnahme mehrerer Zwischenlandungen am Flughafen von Stockholm. Es wäre wirklich an der Zeit !

Das Buch also, ein Nesser, aber kein Krimi. Allerdings kommt ein Mord vor, der aber von niemandem aufgedeckt wird. Zu welchem Genre dieses Buch zu rechnen ist, könnte ich nicht mit Überzeugung sagen. Es gibt eine recht langsame Handlung in der Gegenwart des Erzählers, eine Handlungsebene in der Vergangenheit und zeitlose Betrachtungen. Die Verflechtung  dieser Elemente ergibt ein interessantes Buch, aber kein schnell zu lesendes.

Sehr gut gefallen hat mir die Zeichnung der Personen, der beinharte Realismus des Ich-Erzählers, die detaillierten Schilderungen der Befindlichkeiten (Ingmar Bergmann lässt grüßen)

„Man kann nicht erwarten, dass ein Mensch allen Anforderungen gerecht wird, nur weil jemand auf die Idee kommt, sie zu stellen.

Aber das reine Leben ? „

Sollte ich diesen Text in Farben beschreiben, so würde ich sagen, dass vor einem weißen Hintergrund graue Figuren agieren, die hin und wieder in gewaltigen Explosionen rot aufleuchten.

Es geht um das Verstehen der Vergangenheit, von Ereignissen und emotionalen Verwirrungen. Ich hatte den Eindruck, dass der Text auf einen bestimmten Punkt hinsteuert, tatsächlich ist er dort nicht angekommen. Auch von einem Text kann man wohl nicht erwarten, dass er dorthin steuert, wo die Leser hinwollen.

Ein sehr nachdenkliches, empfehlenswertes Buch, in einer sehr präzisen, sezierenden Sprache geschrieben.


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Genuss aus aller Welt

punkt-punkt-punkt2-2-300x300Thema: Essen

Das ist ein Thema zu dem mir seitenweise Kommentare einfallen, aber leider kein Foto, das irgendwie dazupassen könnte. Ich esse gerne und halte mich meistens nicht damit auf, das Essen zu fotografieren.

Aber ich gehe sehr gerne auf Märkte wegen der Vielfalt der Farben, der Gerüche, der Waren und der Menschen. Marktfotos habe ich jede Menge. Oliven, Fische, Gewürze. Märkte gehören für mich auch zu den Vorzügen der Städte. Nie habe ich irgendwo auf dem Land eine ähnliche Vielfalt und Internationalität der angebotenen Waren gesehen wie in der Stadt.

Auf Märkten kann man ja nicht nur Lebensmittel einkaufen, man kann dort auch oft sehr gut essen. Die Küche der ganzen Welt gibt es zu verkosten. In und um die großen Wiener Märkte gibt es jede Menge Lokale, Tag und Nacht kulinarischen Betrieb. Zur warmen Jahreszeit ist es sehr angenehm draußen zu sitzen und dies und das Exotische oder Einheimische zu essen. Manchmal hat auch jemand eine Gitarre oder sonst ein tragbares Musikinstrument mit und manchmal sieht man die Sterne; nicht so groß und klar wie außerhalb der Stadt, aber immerhin.

Die Fotos sind vom Meisel-Markt. Einem eher schäbigen Markt in einer Halle. Aus meiner Sicht hat er nur den Vorzug, dass meine Zahnärztin in der Nähe ordiniert, deswegen gehe ich öfter mal durch

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