Schlagwort: Menschen –

Hin und wieder darf man doch ……

Man soll sich ja über seine Mitmenschen nicht lustig machen, aber wenn jemand monatelang täglich in hysterisch anmutendem Eifer mehrere Verschwörungslinks postet, die anscheinend bald wieder gelöscht werden, weil sie sogar nicht zimperlichen Plattformen wie you tube zu blöd und/oder zu hetzerisch sind, in regelmäßigen Abständen den Weltuntergang prophezeit und auch sonst intensiv über Bedrohungen und Verfolgungen schwadroniert,  dann schreibt “ da könnte man doch glatt paranoid werden“, dann darf ich schon wenigstens schmunzeln, oder ? Eine rhetorische Frage, ich möchte keine Diskussion zum Thema führen

Es häufen sich die Hinweise darauf, dass ich ganz bestimmt nicht auf Twitter aktiv sein möchte. Wie bei allen Kommunikationsmitteln und Medien kommt es darauf an, wie man sie nützt, natürlich. Ich meine hier das „tägliche Geschäft“ wo die Leute darüber berichten, in welchem Gang sie gerade durch den Supermarkt gehen oder Ähnliches. Der alte Spruch, aufs Fernsehen gemünzt, trifft auf die „neuen Medien“ noch viel mehr zu “ Vom Fernsehen (hier durch Internet zu ersetzen) werden die Klugen klüger und die Dummen dümmer“

„Mutationsgebiet“ halte ich ganz unabhängig von virologischen und politischen Fragen für eine sehr misslungene Wortschöpfung. Ähnlich arg wie „freitesten“.

Ich habe heute einen kritisch-spitzen Tag, was sich hoffentlich bald wieder ändern wird …

Helden?

In zahllosen österreichischen Gemeinden gibt es Kriegsdenkmäler jeder Art. Von den ganz schrecklichen mit „gefallen fürs Vaterland“ oder „Ehre und Vaterland“ und Ähnlichem bis zu einfachen Namenslisten von Gefallenen beider Weltkriege und anderer Kriegsopfer.

Heute haben der F und ich beim Stromern in Pottenstein in der Nähe von Wien Folgendes gesehen. So oder so ähnlich sollte es wohl sein:

Dienstag 5. Jänner 2021

Die Heiligen Drei Könige haben uns schon gestern besucht. Nachdem sie nicht singen dürfen, rezitieren sie, mit Inbrunst. Ob das einen großen Unterschied ausmacht? Weder bei dieser Truppe noch bei denen, die ich später unterwegs gesehen habe, gab es einen schwarz angemalten König. Wenn es wichtig wäre, einen schwarzen König dabeizuhaben, könnten sie wohl ein echtes dunkelhäutiges Kind finden. Offenbar ist das aber doch nicht so wichtig.

Ich kam an der Botschaft der Mongolei vorbei. Von vielen mongolischen Studierenden mit unendlich langen Namen wusste ich, dass es eine mongolische Schrift gibt, habe sie aber noch nie in Form eines zusammenhängenden Textes gesehen. Eine schöne Schrift. Gefallen hat mir auch, dass sich in der Tafel Bäume spiegeln. Die Mongolei ist ja ein Land mit riesigen Steppen und ganz wenigen Bäumen. Wenn ich darüber nachdenke, weiß ich eigentlich eine Menge über die Mongolei. Von einem Freund, der einmal längere Zeit dort war und von den besagten Studierenden. Das Positive an solchen interkulturellen Situationen bleibt, mit dem Negativen, den Schwierigkeiten bei der Verständigung, den Unterschieden in vielen Sichtweisen muss ich mich nicht mehr beschäftigen. Wobei die Mongolen im Vergleich zu anderen eine völlig unproblematische Gruppe sind.

Freitag 1. Jänner 2021 – Geräusche

Die Fundstücke unseres Neujahrsspaziergangs waren – wenig überraschend – Überreste von Feuerwerkskörpern in allen Größen und Formen. Viele Menschen waren unterwegs. Wenn man ohnehin im Lockdown sitzt und das Wetter dann noch so deprimierend nebelig und finster ist, dass man zu Mittag Licht aufdreht, muss man einfach hinaus. Ebenso wie an den Weihnachtsfeiertagen sah man größere Gruppen von Leuten, die gemeinsam spazieren gingen oder irgendwo „Nur-Getränke-Picknick“ veranstalteten. Vielleicht ist das nur eine ganz subjektive Wahrnehmung, aber mir kam vor, dass die Menschen ungewöhnlich viel redeten. Die Gesprächsfetzen, die herum flogen, stammten aus Unterhaltungen zu den verschiedensten Themen. Ich fand es schön, mich als Teil einer größeren Anzahl von Menschen zu fühlen. Mit viel Abstand zwischen den Grüppchen, aber trotzdem. Ich habe sonst gar nicht so ein Bedürfnis nach „Herde“, aber womöglich ist das eine Illusion.

Zur mitternächtlichen Stunde standen wir – sehr neugierig – auf der Terrasse. Die Dächer rundherum waren aus demselben Grund auch ziemlich voll besetzt. In normalen Jahren haben wir eine sehr gute Aussicht auf Feuerwerk über Wien. Die Aussicht war theoretisch nach wie vor gut, aber es gab nur sehr wenig Feuerwerk. Es war auch extrem neblig. Im Nebel krachte es zwar, es gab aber nichts zu sehen. Insgesamt eine eher unheimliche Stimmung. Der Kran von der Baustelle schräg gegenüber war nur schemenhaft zu sehen, dahinter, seltsam verzerrt, der Vollmond. Mehr ein Szenario aus einem Gruselfilm als Silvesterstimmung.

Immerhin die Hälfte des Neujahrskonzerts habe ich gesehen und gehört. Der goldene Saal des Musikvereins ist eigentlich ziemlich renovierungsbedürftig, aber das sieht man bei der Übertragung nicht, weil alles mit Blumen überdeckt wird. Die Philharmoniker samt Dirigent machten einen sehr gelösten Eindruck. Womöglich ist es gar nicht so unangenehm für ein Orchester ohne Publikum zu spielen, obwohl das ständig betont wird. Wenn jemand allein auf einer Bühne steht und der Zuschauerraum auch leer ist, ist das sicher sehr unangenehm. Aber bei einem Orchester, noch dazu bei einem gut aufeinander eingespielten mit einem Spitzendirigenten? Es gab gewissermaßen auch Ersatz fürs Publikum: man konnte sich zum Applaudieren online anmelden und wurde dann dazugeschaltet. Auf dem Bildschirm viele kleine Kacheln von klatschenden Menschen aus aller Welt. Insgesamt ergab das mehr als das Geräusch eines applaudierenden vollen Saals. Ich nehme an, dass das Orchester nur das Geräusch gehört hat. Die Idee fand ich sehr gelungen und vermute, dass man sie nicht das einzige Mal gesehen haben wird.

Der Bauer, der meinte, die Natur zu unterstützen – Impulswerkstatt

Endlich ist mir zu meinem Foto auch was eingefallen, im vierten Anlauf!  Dafür liebäugle ich mit einem zweiten Blasentext und einem weiteren Getreidetext. Es geht wieder.

„Die Spreu vom Weizen trennen“ war der Lieblingsspruch des Bauern. Nicht nur auf seine Getreideernte bezog er sich damit, sondern auf das Leben im allgemeinen, auf die Menschen in seinem Dorf, seine Nachbarn, seine Familie.

Er hatte einen schönen Betrieb und war so reich wie man es mit einem bestenfalls mittelgroßen Hof nur werden konnte. Getreide, Hühner, Schafe, eine Käserei, Obstgärten und einen prächtigen Hofladen, der von seiner Frau geführt wurde. Nicht alle Produkte, die dort verkauft wurden, stammten tatsächlich vom eigenen Hof und nicht alles, was als Bio-Produkt angepriesen wurde, verdiente diesen Namen, aber die Städter konnten da ohnehin keinen Unterschied feststellen.

Unzufrieden kam der Bauer an diesem Sonntag aus der Messe zurück. Der neue Pfarrer war ihm zu jung und zu eifrig. Der alte Pfarrer hatte langweilige aber verlässliche Predigten gehalten, immer am Ablauf des Kirchenjahres orientiert und niemand musste damit rechnen, dass irgendwelche Geschehnisse aus dem Dorfleben für die Predigt verwertet wurden. Niemals hätte der alte Pfarrer von der Bergpredigt gesprochen und dabei erwähnt, dass ihn das Verhältnis zwischen der Anzahl der Schafe des Bauern und den Mengen an Käse, die er als Eigenprodukt verkaufte, sehr an die Brotvermehrung erinnere, er aber in diesem Fall keine göttliche Intervention erkennen könne. Und der strafende Blick, den er dem Bauern zugeworfen hatte! Eine unverschämte Einmischung der Kirche in seine Geschäfte. Diese Zeiten sollten doch wohl vorbei sein, dachte der Bauer sehr verärgert und überlegte, ob so ein Pfarrer besonders wenn er jung und somit sicher völlig unerfahren in seinem Amt war, auch zur Spreu gezählt werden konnte.

Die zwei jüngeren Kinder des Bauern sprangen um ihn herum. Sie hatten die Sache mit der gottlosen Vermehrung des Schafkäses wohl nicht verstanden, Kinder hörten ja bei Predigten ohnehin nicht zu. Der Bauer erinnerte sich gut, wie langweilig er selbst als Kind jeden Sonntag wieder die Messe des alten Pfarrers erlebt hatte. Aber, so dachte er, da konnte man wieder sehen, dass nicht alles, was auf den ersten Blick schlecht erschien auch so war. Manchmal musste man ein bisschen warten, bis man die Spreu vom Weizen trennen konnte. Den alten und den neuen Pfarrer hatte er nun endgültig in die richtigen Kategorien eingeteilt, den einen zur Spreu verbannt den anderen im Rückblick als Weizen identifiziert.

Ebenso lag die Sache bei seinem ältesten Sohn, der in die Stadt gezogen war und nichts davon wissen wollte, den Hof zu übernehmen. Musiker war er geworden, ein Bauernsohn, der sich nichts Besseres zu tun wusste, als in einem Orchester zu spielen, die Klarinette noch dazu. Nicht einmal ein solides Instrument!

Aber auf die beiden Kleinen aus zweiter Ehe hatte der Bauer große Hoffnungen gesetzt. Ihr Großvater mütterlicherseits, Besitzer eines großen Weinguts hatte schon angedeutet, dass er einen seiner Enkel, wenn sie erst groß genug wären, gerne als seinen Erben anlernen wollte und der andere würde dann natürlich den Bauernhof übernehmen.

Sein jüngstes Kind, seine Tochter, die gerade zu krabbeln begann, würde er an den anderen Nachbarhof verheiraten. Dort war der älteste Sohn zehn, genau richtig im Alter. Gerne malte der Bauer sich aus, wie er sein Leben gestaltete, sein Schicksal selbst formte und seine Kinder an die richtigen Plätze im Leben stellte. Der Verrat des ältesten Sohnes hatte allerdings einen Riss in sein gefestigtes Weltbild gesprengt, der gelegentlich aufklaffte. Die Pläne zur Gestaltung des Lebens seiner anderen Kinder wirkten da wie Zement, der diese Risse wieder verschloss und das Wohlbefinden des Bauern in der Welt wieder herstellte, wenn auch in letzter Zeit immer mühsamer.

Der Bauer war nicht nur reich sondern auch geizig und immer darum besorgt, dass ihm weniger zuteil werden könnte, als ihm zustand; dass sein Getreide nicht hoch genug wachsen würde, das seine Schafe zu wenig Milch gäben und das Obst zu spärlich oder zu spät reifte. Längst hatte er alle seine Nachbarn in Spreu und Weizen getrennt und nachdem er kaum jemanden zum Weizen zählen konnte, war er zu dem Schluss gekommen, dass er seine Besitztümer besser schützen musste.

Sein erster Schritt war ein Zaun um den Obstgarten. Es war ein Holzzaun, der nicht weiter aufgefallen wäre, wäre er nicht deutlich höher gewesen als alle Zäune der Umgebung. Zu diesem Zeitpunkt schwankte die Bäuerin zwischen Ärger und Sorge.  Sie war nicht nur um vieles jünger als der Bauer, sie war auch von Natur aus umgänglich und freundlich und wollte ihren Kindern das Bild einer Welt vermitteln, in der alle ihren selbst gewählten Platz finden konnten. Nun musste sie jedes Mal wenn sie in den Obstgarten ging, mehrere Schlösser am Zaungatter auf- und zusperren. Wenn sie auch selbst die Schlösser immer offen ließ, so wachte doch der Bauer darüber, dass sie nie lange offen blieben. Meistens schickte er eines der Kinder mit dem Auftrag den Obstgarten zu versperren und erboste die Bäuerin damit noch mehr.

Die Lage verbesserte sich nicht und eines Tages kam der Bauer mit seinem Kleintransporter vom nächstgelegenen Lagerhaus zurück und sie sah, dass er mehrere große Rollen Stacheldraht auf der Ladefläche liegen hatte. Er ging nicht weiter darauf ein, dass sie keinen Stacheldraht auf dem Hof haben wollte, schon wegen der Kinder. Es war ihm nicht einmal zu entlocken, was er genau vorhatte. Er arbeitete mit dem Stacheldraht hinter dem Rücken der Bäuerin, die mit dem gut besuchten Hofladen und den drei kleinen Kindern stark ausgelastet war und keine Zeit hatte auf dem gesamten Hof zu patrouillieren.

War der Bauer in ihrer Nähe hörte sie ihn von Spreu und Weizen murmeln, er sprach auch von den diebischen Nachbarn, die sein Getreide holen wollten, den boshaften Städtern, die die Ähren niedertrampelten um schneller in den Wald dahinter zu gelangen und vom jungen Pfarrer, von dem er annahm, dass er ihn beobachtete. Eigentlich war er sich diesbezüglich ganz sicher.

Der Pfarrer und einige Nachbarn, mit denen der Bauer früher am Stammtisch regelmäßig Karten gespielt hatte, machten in letzter Zeit Andeutungen über seine Aktivitäten bei den Feldern und die Bäuerin war nun schon sehr besorgt um den Geisteszustand ihres Mannes. Als er eines Tages mit blutigen Händen und zerrissener Kleidung nachhause kam, wurde es ihr zu viel und sie ging mit dem jüngsten Kind auf dem Arm zu den Getreidefeldern um zu sehen, was dort vor sich ging.

Was sie vorfand, erinnerte an den Alptraum eines Paranoikers. Der Bauer hatte alle Getreidefelder mit Stacheldraht umzäunt und auch innerhalb der Umzäumung kreuz und quer durch die Felder weitere Bahnen Stacheldraht gezogen.

Damit hatte er seine gesamte Getreideernte vernichtet um sie der vermeintlichen Gier anderer zu entziehen. Das Weltbild des Bauern hatte nun keine Risse mehr, es war alles wohl gefügt und geschützt, alles und jedes auf seinem Platz, unverrückbar für alle kommenden Zeiten. Mithilfe des Stacheldrahts hatte er sogar der Natur geholfen, Spreu vom Weizen zu trennen.

Die Bäuerin lachte hysterisch, das Kind hüpfte auf ihrem Arm. Der Pfarrer und die anderen Honoratioren des Dorfes überlegten, einen Wohltätigkeitsbasar zu veranstalten, für die armen Kinder. Der Bauer aber war glücklich und zufrieden mit seiner perfekten Abgrenzung von der Welt.

Freitag 20.November 2020

Der Hermann Schmidt Verlag schickt einen Newsletter mit dem Hinweis auf ein Buch mit dem Titel  „Erfolgreiches eigenes Atelier“. Lustiger Zufall. Auf „erfolgreich“ in dem hier genannten Sinn lege ich ja keinen Wert, erfolgreich für meine Vorstellungen soll es aber schon werden. Es soll mich zum regelmäßigen Malen motivieren, dazu meine derzeitigen Themen „Brücke“  und „Abstrahierung“ endlich auch anders als im Kopf anzugehen.

Der D hat bei der Vertragsunterzeichnung die gesamte Kaution bezahlt, in bar. Eine seltsame, irgendwie anachronistische Vorgangsweise. Und jetzt warte ich darauf, dass er mir seine Kontonummer mitteilt, damit ich meinen Anteil überweisen kann, denn wir sehen einander derzeit ja nicht. Aber nix, keine Kontonummer. Manchmal können auch großzügige Menschen leise nerven!

Andere nerven lauter. Es gibt da die alte Geschichte vom buddhistischen Meister, der gefragt wird, warum er bloß mit jemandem befreundet ist, der ein extrem unangenehmer, unhöflicher, unverläßlicher Mensch ist und in allem und jedem andere Standpunkte auf äußerst rechthaberische Weise vertritt. Und der Meister erklärt, dass dies sein wichtigster und  liebster Freund sei, weil er an ihm und seinen Verhaltensweisen Gelassenheit und Loslassen üben kann. Ich übe auch. Wenn auch vielleicht nicht mit so viel Erfolg wie der besagte Meister. Andererseits ist ja der Erfolg seiner Bemühungen nicht überliefert, was vielleicht seine Gründe hat.

Es nervt mich außerdem, dass mir zu meinem grünen Foto in der „impulswerkstatt“ so gar nichts einfällt, abgesehen von zwei möglichen Fantasygeschichten zu denen ich aber keine Lust habe. Eine dritte Idee hatte ich gestern, sie nimmt aber auch noch keine konkreten Formen an. Dabei habe ich gestern Unkraut gejätet und Pflanzen aus dem Wasser in die Erde befördert. Gärtnerisches wirkt oft sehr inspirierend. Diesmal nicht. Es gibt ja eigentlich viele Ansatzpunkte: das Grün, die Ähre, der Stacheldraht, die Verbindung von Stacheldraht und Ähre, Krieg und Frieden, Durchhaltevermögen, Behinderungen, Freiheit und und und aber nichts will sich zu einem Text formen.

 

 

Schon sehr lange …

Webstühle haben mich immer schon fasziniert. Wie einfach und wie genial diese Verschränkung von Fäden zu einem Gewebe doch ist. Das Erzeugen von vielseitig verwendbarem Stoff durch Verknoten und Verweben gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit, die allerdings Stein- und Holzbearbeitung voraussetzt.

Und die Muster ….. auch der Wunsch zur Gestaltung, das Streben nach Schönheit gehört zum Menschen, von den allerersten handwerklichen und künstlerischen Schritten an.

Diese Webstühle wurden von Archäologen nachgebaut

Impulswerkstatt – Zur Oktoberhalbzeit

Halbzeit unseres funkelnagelneuen Projekts.

Liebe Werkstattbesuchende !

Frau Flumsel  und ich haben die Impulswerkstatt am 5. Oktober eröffnet und sie beginnt zu laufen. Wir sind begeistert!

Mich freut es ganz besonders, dass es eine interdisziplinäre Werkstatt wird: Schreibende, Malende, Zeichnende waren da,  und haben einen Beitrag beigesteuert. Sogar eine Kartoninstallation können wir schon ausstellen. Viele andere Menschen und Richtungen sind herzlich willkommen und natürlich wäre es ganz besonders schön, wenn Werkstattbesucher*innen mehrere Beiträge hinterlassen würden.

Wir haben die Frage besprochen, ob wir ein oder zwei Impulsbilder anbieten sollen. Es sind zwei geworden, wegen der Überlegung, dass mehr Leute angesprochen werden, schließlich findet nicht jede/r jedes Bild inspirierend. Dazu kommt auch die gegenseitige Beeinflussung bzw Inspiration. Bisher hat sich das Motiv der Schlange besonders herauskristallisiert. Es wird in den Beiträgen 3 bis 8 auf ganz unterschiedliche Weise behandelt, in Texten und Bildern.

Ich bin sehr gespannt, was noch so kommen wird. Zunächst jedenfalls ein Beitrag von mir, sobald er fertig ist.

Hier habe ich alle bisherigen Beiträge aufgelistet. Alle weiteren kommen in die abschließende Liste für diesen Monat.

 

1.- Melina/Polys – einführende Beschreibung – Kommentar vom 5. Oktober

2. https://natikreativ.wordpress.com/2020/10/05/impulswerkstatt-oktober/  Natis Steingedicht

3. https://wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com/2020/10/07/impulswerkstatt-die-alten-zeichen/ Frau Flumsels erster Beitrag

4. https://juergenkuester.net/2020/10/07/fur-myriades-impulswerkstatt/   Jürgen oder doch Buchalow beteiligt sich mit einem Bild

5.https://gerdakazakou.com/2020/10/07/uroboros-die-schlange-beitrag-fuer-myriades-und-frau-flumsels-impulswerkstatt/

Gerda hat einen Auszug aus einem längeren Text beigesteuert

6+7 https://pawlo.wordpress.com/2020/10/09/nicht-von-pappe-not-only-cardboard/

 https://pawlo.wordpress.com/2020/10/13/nicht-von-pappe-not-only-cardboard-2/   Petra zeigt uns eine Kartonskulptur in verschiedenen Variationen

8. https://gedankenweberei.wordpress.com/2020/10/11/impulswerkstatt-oktober-bild-1/  Monika-Marias Beitrag in Gedichtform

 

Mittwoch, 30. September 2020

Über Psychotherapien denke ich nach. Mir kommt vor, dass nach Meinung ihrer Klienten, viele Therapeuten, ebenso wie die Lehrer*innen übrigens, an praktisch allem schuld sind, was ihren Klienten so widerfährt, teilweise sogar an den Dingen, die ihnen widerfuhren  lange bevor die Therapeuten in ihrem Leben auftauchten.  Vielleicht bin ich da etwas übersensibilisiert, weil ja Lehrer*innen auch an praktisch allem schuld sein sollen, nicht nur im schulischen sondern auch im allgemein gesellschaftlichen Bereich. Das ist ein Thema im Schulbetrieb, das ich nicht in absehbarer Zeit loslassen sondern weiterverfolgen werde.

Aber zurück zu den Therapeuten. Sehr zentral scheint mir das Thema der Abgrenzung. Es herrscht der Ansatz vor, dass sich Ärzte und Therapeuten abgrenzen müssen vom Leiden der Patienten bzw Klienten. Dass es schlichtweg nicht  zu ertragen ist, mit Dutzenden, mit Hunderten Menschen mitzuleiden. Die Abgrenzung dient der Psychohygiene der Ärzte und Therapeuten, dient letztlich aber auch jenen, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Niemand hat unendlich viel zu geben, jede/r muss seine eigenen Batterien immer wieder aufladen. Das kommt mir vernünftig und ausgewogen vor.

Kürzlich sprach ich mit einem buddhistisch orientierten Arzt über das Thema der Abgrenzung in medizinischen und helfenden Berufen. Er vertrat die Theorie, dass Mitgefühl keine Grenzen kennen dürfe, dass man sich keineswegs abgrenzen dürfe vom Leiden anderer, sondern sich vielmehr voll auf alle Mitmenschen einlassen müsse. Sagt er, tatsächlich ist er selbst ein höchst empathieloser, unfreundlicher, selbstherrlicher Mensch und der Graben, der zwischen seiner Selbsteinschätzung und der allgemein vorherrschenden Fremdeinschätzung liegt, ist sehr tief.

Es ist auch sehr schwierig, das eigene Glück im Auge zu behalten und sich gleichzeitig auf das Leid anderer einzulassen.

Obsidian

Obsidian, der harte Stein mit dem die Mayas den zu opfernden Menschen die Herzen lebend herausgeschnitten haben. Liter von Blut um den Göttern Regen abzuringen. Aber die Götter blieben hart und der Klimawandel zerstörte die blühende Kultur der Maya. Trotz aller Opfer und allen Bluts. Vielleicht waren die angerufenen Götter schon im Blut ertrunken …