la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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X – wie die xte Rüstung

Das X im Fotoalphabet war schwierig bzw ist mir eigentlich nichts eingefallen und ich greife zu Trick 17. Nachdem ich diese Woche auch nicht viel Zeit haben werde, bleibt es wohl auch dabei.

Hier sieht man also die x-te Rüstung, die ich fotografiert habe. Der F interessiert sich für mittelalterliche Geschichte, was mich schon in viele diesbezügliche Ausstellungen geführt hat und zu vielen Fotos von Rüstungen und diversen ritterlichen Gebrauchsgegenständen.


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Mangelnde Freiheit – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Die Wörter stammen diesmal von Werner Kastens

Die drei vorgegebenen Wörter in einen Text von maximal 300 Wörtern verpackt.

abc.etüden 2019 23+24 | 365tageasatzaday

 „Wie hat die das jetzt eigentlich gemeint?“ Da muss man schon darüber nachdenken. War das jetzt eine Beleidigung, eine Anspielung auf diese unselige Geschichte damals ? Oder hat sie gar nicht mich gemeint, sondern den Günther? Nein, nein, sie hat mich angeschaut. Außerdem weiß ich eh, dass die mich nicht leiden kann. Ich mag sie ja auch nicht. Eine harmlose Bemerkung war es auf jeden Fall nicht. Als ob die auch schon jemals irgendwas harmloses oder gar nettes gesagt hätte. Wie war denn das damals?  Sie hat auch sowas in die Richtung gesagt und dann sind alle über mich hergefallen. Dabei war das alles ganz anders, ich war ganz unbeteiligt an der ganzen Katastrophe.

Versöhnen sollen wir uns, haben dann alle gesagt, „versöhnen“! So ein Schmarrn! Sie geht dauernd auf mich los und ich soll mich versöhnen! Hab ich ihr irgendwas getan? Alle haben sie mir die Schuld gegeben, alle, der Chef auch. Und was erwarten die dann von mir?  Und jetzt das ganze nochmal von vorne, weil diese Person nicht den Mund halten kann, ständig sticheln und stänkern muss. Mediation? Ich?! Wieso ich? Da kommt dann noch einer dazu und gibt mir die Schuld, das brauche ich ja gerade dringend !

Der Gedankenfluss steuert unabwendbar in dieselbe Bahn wie früher, in genau dieselbe Bahn, bis zu der Stelle, wo sich dann alles so stark verengt, dass auch die geringste Abweichung vom oft geübten Ablauf unmöglich wird. „Die wird mich kennen lernen!“


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Read on my dear – die Königin des fake

Sehr, sehr gut geschriebene Geschichten, die ich meist gerne gelesen habe, über eine erfundene Familie, erfundene Lebensumstände. So weit wäre das ja kein Problem, wenn sie nicht immer wieder die Authentizität ihrer Geschichten unterstrichen hätte. Eine erfundene jüdische Identität, 22 großteils erfundene Familienmitglieder, die sie sogar – trotz eindeutiger Gegenbeweise in den Archiven ihrer tatsächlichen Heimatgemeinde – in Yad Vashem als Holocaust-Opfer gemeldet hat. Ihr Großvater kein jüdisches Holocaust-Opfer sondern ein evangelischer Pfarrer, ihre Großmutter, von deren KZ-Trauma so oft die Rede war, ihre Schwester mit den fünf Kindern, der an Magersucht verstorbene Lebenspartner und so weiter und so weiter, ein ganzes dramatisches fiktives Universum. Die mit 19 Jahren gegründete Slumklinik in Indien, das Aufwachsen in vielen verschiedenen arabischen und afrikanischen Ländern, Studium in vier verschiedenen Ländern, ein buntes nur eben erfundenes Leben. Erfundenes Leiden über das sie sich von ihren zahlreichen Leserinnen trösten ließ. Geschichten über ein überdimensionales soziales Engagement, das hymnisch bewundert wurde.

Sie lebte nicht nur virtuell in dieser Phantasiewelt. Tatsächlich trat sie in ihrem wirklichen Leben in Irland als Jüdin auf, als Angehörige einer Familie, die ganz besonders unter den Nazis gelitten hätte. Diese frei erfundene jüdische Identität benutzte sie dazu, von den Höhen moralischer Autorität auf andere herabzusehen. Damit leistet sie den tatsächlich in Deutschland und Irland lebenden jüdischen Gemeinschaften keinen guten Dienst. Auch die angeblich mit 19 Jahren von ihr gegründete Slumklinik taucht in Texten aus der realen Welt auf

Der Blog ist gelöscht, wer sich für das Thema interessiert, kann bei „Spiegel“ und „Zeit“ nachlesen oder bei #ReadOnMyFake.


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Freitag 31.5.19

Heute trat der höchst ungewöhnliche Zustand ein, dass der F. nicht arbeitete, ich aber schon. Unangenehmerweise war einer unserer vielen  Maturatage auf diesen Zwickeltag gefallen und so musste ich Prüfungen abhalten und das ziemlich früh. Nach einigen organisatorischen Hürden lief alles gut und ich traf den F. immerhin zum Mittagessen bevor ich mich zu einem Fotonachmittag aufmachte.

Politik ist das allgegenwärtige Thema in den letzten Tagen, überall. Nicht aber in meinem ehemals hochgeschätzten Meditationszentrum, wo das Miksangtreffen stattfand. Wobei, das Zentrum schätze ich immer noch sehr, viele Aktivitäten, die dort stattfinden ebenfalls, die buddhistische Philosophie ohnehin und viele der dort verkehrenden Menschen ganz besonders. Wen ich gar nicht schätze, nie geschätzt habe, ist der Linienhalter dieser Tradition. Ich schätze weder ihn als Person noch die von ihm aufgebaute Organisationsstruktur. Ich versuche schon lange, mit unterschiedlichem Erfolg, zu nehmen, was mir nützlich ist und anderes zu ignorieren. Manchmal empört mich aber manches so sehr, dass ich mich fernhalten muss. Bei anderen Gelegenheiten ziehen mich der Ort, die Lehren und die Menschen stark an, bis mich der Ärger über vieles wieder anfällt. Es könnte eine schwierige Situation zwischen Anziehung und Ablehnung sein. Ist es aber nicht wirklich. Ich kann mich ganz darauf verlassen, dass ich meine Grenzen kenne, bei der Anziehung wie bei der Ablehnung und so verbringe ich zwischen den beiden Polen oft sehr inspirierende Momente.


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Vandalismus gegen Engagement

Wir haben die erwähnte Portraitausstellung „Gegen das Vergessen“ mitten in Wien mit Aufnahmen von Luigi Toscana, einem deutsch-italienischen Fotografen und Filmemacher besucht. Einige der Fotos, die auf Leinwände gedruckt sind, wurden – wahrscheinlich aus anti-semitischen Motiven – zerschnitten. Spontan haben sich dann Menschen versammelt und haben die beschädigten Bilder genäht. Manche haben dadurch an Wirkung noch gewonnen. Durch die Leinwand scheint das Gitter des dahinterliegenden Heldenplatzes durch.

Es wurden vor alle Bilder Blumen und Kerzen gelegt und der Zustrom an Besuchern ist groß. Viele Schaulustige, viele betroffen wirkende Menschen, eine ruhige Stimmung. Es sind Dutzende Bilder mit Lebensläufen der Porträtierten

Die Menschen, die die Mahnwache übernommen haben, sitzen in ihren Zelten und zwischen den Bildern. Berge von Lebensmitteln stehen herum. In der Nacht in der sie ihre Wache begannen, hat es in Strömen geregnet.