la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Sonntag 13.10.19

Gerade von einem Krankenhausbesuch gekommen und heilfroh, dass ich nicht selbst dort einquartiert bin und wieder hinaus konnte, kam mir jeder kleine Ansatz zur Erheiterung sehr gelegen.

Dabei war es ein modernes, patientengerecht ausgestattetes Krankenhaus mit freundlicher Belegschaft. Trotzdem, wenn es irgend geht, umschiffe ich Krankenhäuser großflächig. Schließlich habe ich in den letzten achtzehn Monaten zwei große OPs gut überstanden und das würde für die nächsten Jahre vollkommen ausreichen, eigentlich – wenn ich es genau bedenke – für den Rest dieses Lebens.

Einer der naiv-arroganten Sprüche von Karl Lagerfeld fällt mir dazu ein. „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Als hätte ein Mensch zu irgendeinem Zeitpunkt tatsächlich die Kontrolle über sein Leben, in welcher Kleidung auch immer.


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#inktober19 #13 – ashes

 

Das Thema „ashes“ fand ich heute gerade traurig und hatte gar keine Lust dazu irgendetwas zu zeichnen. Dann kam mir ganz unvermutet dieser abgesägte Stamm mit den schönen Jahresringen vor die Kamera. Es geht hier also nicht um Asche, wohl aber um Geschichte, Erinnerung und Vergänglichkeit.

 


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Veränderung ist Leben – ABC-Extra-Etüden

Die ABC-Extra-Etüden

Wie immer bei Christiane 

Die Wörter stammen diesmal von Viola-et-cetera und Werner Kastens

Fünf der sechs vorgegebenen Wörter in einen Text von maximal 500 Wörtern verpackt.

 

Gleich um die Ecke, im übernächsten Haus wurde ein neues Geschäftslokal eröffnet. Früher befand sich hier eine Firma, die sich mit den administrativen Seiten des Todes beschäftigte. Sie versprach den Angehörigen der Verstorbenen in blumigen Worten sämtliche Amtswege wie Vorsprachen bei Notaren oder die Organisation der Bestattung zu übernehmen.

Bei der neu eröffneten Firma ist die Abweichung von diesem Geschäftsmodell gar nicht so groß. Ein paar Stufen hinunter und man betritt Räume mit eher trüber Beleuchtung und findet dort eine lange Reihe von Türen vor, wie in einem Keller, in einem Gefängnis, an einem Ort, an den ein unabwendbares Schicksal führt. In den Abteilen modern die Requisiten so manchen Lebens, verstauben  Erinnerungen, deren Besitzer sie nicht behalten wollten und sich auch nicht von ihnen trennen konnten. Wenn die Lebenshorizonte sich verengen, scheint der Besitz vieler Dinge Halt zu geben.

Wir blicken in ein solches Abteil hinein, ein ziemlich großes. Hier lagern Möbel. Die Besitzerin des Abteils konnte sich nicht von der Kommode trennen, in der sie den Schmuck aufbewahrte, der ihr von einem kurzfristigen Liebhaber gestohlen worden war. Später erfuhr sie, dass er mit dem Erlös die Bank in einem Casino sprengen und dann als finanzkräftiger Held eventuell zu ihr zurückkehren wollte. Die Kommode blieb. Ebenso der Tisch auf dem sie mit dem Nachfolger des gescheiterten Casinokönigs diese und jene Kamasutra-Position ausprobiert hatte. Dieser Liebhaber verschwand, weil er sie letztlich doch zu spießig fand. Der Tisch blieb, doch wollte sie ihn ebenso wenig wie die Kommode ständig vor Augen haben und so landeten beide in diesem Speicherabteil und verstauben vor sich hin. Überall auf der Kommode, auf und unter dem Tisch stehen Unmengen von Schachteln, in denen Erinnerungen lagern, staubige Erinnerungen, Glück, Katastrophen, nicht verarbeitete, nicht losgelassene Vergänglichkeit. Bierdeckel mit Telefonnummern, Eintrittskarten in Theater und Kinos, Kleidungsstücke, die zu bestimmten Gelegenheiten getragen wurden, Tagebücher, die von längst Vergessenem berichten, falls die Schrift nicht schon ausgebleicht ist. Es riecht nach Schimmel, Staub und verzweigten Wegen ins Unglück.

Das Nebenabteil beherbergt einerseits die Winterreifen seines Besitzers und andererseits einen Chellokasten umgeben von hohen Stapeln von Partituren. Über den Besitzer dieses Abteils wissen wir nur, dass er zweimal jährlich seine Reifen austauscht und dabei dem musikalischen Bereich des Abteils keinen Blick schenkt. Vielleicht ein Teil seines Lebens mit dem er abgeschlossen hat. Ganz hinten, vom Chellokasten großteils versteckt, lagert noch eine Kiste mit Kleidern. Sie sehen aus wie selbst genäht, aus kostbaren, seidigen  Stoffen, in leuchtenden Farben, sorgfältig zusammengefaltet und nicht sehr staubig. Die Kiste ist fest verschnürt und darauf steht in unübersehbaren, großen  Buchstaben „Eisenbahn“.  Erstaunlicherweise riecht es hier nicht staubig, der Geruch ist schwer zu fassen, eine Komponente scheint Parfum zu sein, die anderen Anteile erlauben mehrere Interpretationen.

Wie erschlagen vom Leben anderer verlässt man den Ort. Es hilft dann nicht viel zu vermuten, dass alle Geschichten, die hier herumspucken frei erfunden sind. Dadurch werden sie nicht weniger bedrückend. Hier fehlt der Wind der Veränderung, der überall durchblasen und die festgefahrenen Leben wieder in Bewegung bringen sollte.

Ich hatte überlegt, hier ein kleines Abteil zu mieten um meine Wohnung von den vielen herumstehenden Bildern zu befreien. Nein. Ich werde sie alle übermalen und neue Bilder daraus machen. Veränderung ist Leben.

 


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Entkommen ! – ABC-Etüde

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane

Die drei vorgegebenen Wörter in einen Text von maximal 300 Wörtern verpackt.

Wir hatten einander einfach nichts mehr zu sagen und füllten die immer mehr Platz greifende Stille mit nichtssagendem Geplapper. Das Gericht mit dem kuriosen Namen, das wir beide bestellt hatten um dieser Begegnung etwas Pepp zu verleihen, wurde serviert und schmeckte ähnlich schal wie unsere Unterhaltung.

Ich starrte in seine umwerfenden Katzenaugen. Die Gefühle, die mich beim Blick in diese Augen überwältigt hatten, konnte ich noch rekonstruieren, wie man eingestaubte, etwas verzogene alte Kleidungsstücke zurecht zieht um sich vorstellen zu können, wie sie einmal gewirkt haben. Seine Bemerkungen hatte ich als brilliant und witzig in Erinnerung, als leicht, prägnant und sachkundig. Und nun diese Banalität, diese Selbstverliebtheit. Die einmaligen Katzenaugen konnten doch auch nicht immer so leer geblickt haben.

Wie konnte sich denn mein Traummann in diesen hohlen, eitlen Popanz verwandelt haben ? In diesen langweiligen, gockelnden Macho mit den immer noch umwerfenden Augen, die zum restlichen Mann nicht mehr passten. War ich so blind gewesen oder war ich jetzt blind oder hatte es nie irgendetwas Bemerkenswertes zu sehen gegeben? Waren seine vor Esprit sprühenden Geschichten immer nur plumpe Angeberei gewesen?

Trotzdem waren meine Gefühle groß gewesen und tief und  ……. vielleicht doch nicht. Vielleicht hatte ich die Weltmeisterschaft im Schönreden gewonnen ohne zu wissen, dass ich an ihr teilgenommen hatte. Egal, es war doch eine schöne Zeit. Und während der Ex-Traummann den gestrigen Wetterbericht paraphrasierte, ließ ich ihn mit der Rechnung für das ungenießbare, exotische Schleimgemüse sitzen.

Draußen atmete ich tief durch und balancierte dann über die bunten Pflastersteine, mit ausgebreiteten Armen und einem ungeheuer erleichterten Lächeln. „Bon débarras“ und auf zu neuen Ufern, die Erde ist ein Wasserplanet.


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Mittwoch 8.5.19 – Fliegen und Mathematik

Ich habe durch den spam geblättert und einen ganz widerwärtigen Geschmack zurückbehalten. Auf den ersten Blick hat mich nur geärgert für wie leichtgläubig und dumm diese Regionalliga-Betrüger alle anderen halten.

Wow that was unusual. I just wrote an really long comment
but after I clicked submit my comment didn’t show up.
Grrrr… well I’m not writing all that over again. Anyway, just
wanted to say wonderful blog!

                                                                             Dann folgt natürlich eine Adresse zum Anklicken 

Lobeshymnen in diversen Sprachen, diejenigen, die etwas mehr Zeit investieren, lassen bei irgendeinem Programm übersetzen. Ja, ja, diesen sound kenne ich von den Werken so mancher Schüler, die arbeiten auch mit Übersetzungsprogrammen und meinen, ich merke das nicht.

Auf den zweiten Blick fand ich es hauptsächlich traurig, dass hier das Geltungsbedürfnis, vielleicht auch die Einsamkeit genutzt werden sollen um irgendwelche betrügerischen Gewinne zu machen und dass es wohl doch immer wieder die eine oder den anderen gibt, die in die plumpe Falle tappen.

Ich starre immer noch mit morbider Faszination auf die Venusfliegenfalle, die gerade die erste Fliege des Jahres verdaut. Wie lange das wohl dauern wird? Wie sie zu dieser Fliege gekommen ist? Äh ….. ja …… hm, ich komme mir eh schon ganz pervers vor … Aber es treibt mich die Neugierde um, wie lange so ein Zersetzungsprozess dauert und wie komplett die Beute verarbeitet wird.

Die Maturanten hatten heuer mit dem Wetter großes Glück: keine Sonne, die sie vom Lernen weg in die Bäder gelockt hätte mit der fadenscheinigen Entschuldigung, dass sie auf der Liegewiese auch lernen könnten. Kaltes Wetter, Regen und Wind, am heimischen Schreibtisch ist es warm und trocken (hoffentlich). Gestern war Mathematik dran. Das Fach, das im Vorjahr beängstigend schlecht ausgefallen ist. Die Antwort des Ministeriums darauf: die Prüfung wird einfacher. Dazu sage ich  jetzt gar nichts, weil das Thema in den Schulen ohnehin Tag und Nacht diskutiert wird.

Jahrestag des Kriegsendes 1945. Da kommt vieles hoch, Persönliches und Politisches, Vergangenes, Zeitgenössisches und Aktuelles.

PS: Entschuldigung an Ulli, „Benita“ und Resi Stenz je einen Kommentar von euch habe ich auch aus dem spam gefischt, nur zu spät.