la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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TROTZDEM !!

Trotzdem

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Sunnys lost places

„Lost places“ ist ein beliebtes Hobbyfotografen-Thema. Ob es bei den Profis auch so beliebt ist, weiß ich nicht. Ich jedenfalls gehe selten irgendwohin mit der Absicht irgendetwas bestimmtes zu fotografieren und zufällig sind mir in letzter Zeit keine passenden „lost places“ untergekommen. Ich habe daher in eine andere Richtung gedacht.

Verlassen von Geist, Bewusstsein und Leben


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Abschiedszeremonie

Sukhavati-Zeremonie

Meine verstorbene Freundin Barbara war Buddhistin und daher wurden für sie von verschiedenen buddhistischen Gruppen Sukhavati-Zeremonien abgehalten. Für mich sind das Abschiedszeremonien wenn sie  auch in einem System, das an Wiedergeburt glaubt noch zusätzliche Bedeutungen haben.

Die Zeremonie bestand aus drei Teilen.

Zunächst wurde der Verstorbenen gedacht. Kinder und Erwachsene, Familie und Freunde haben  über sie gesprochen, es wurden Anekdoten erzählt. Es wurde gelacht und geweint.

Im zweiten Teil wurde Tonglen betrieben. Das ist eine buddhistische Übung, bei der Schlechtes eingeatmet, transformiert und Gutes wieder ausgeatment werden soll. In Kurzfassung werden gute Gedanken an die Verstorbene geschickt, die ihr dabei helfen sollen alle Hindernisse des Überganges zu überwinden.

Und der dritte Teil der Zeremonie ist das Loslassen. Egal ob man nun an Wiedergeburt glaubt oder nicht, ob man an ein Leben nach dem Tod glaubt oder nicht, auf jeden Fall ist es hilfreich die Toten loszulassen. Bei dieser Zeremonie wird ein Foto der verstorbenen Person verbrannt und dabei NAMO AMITABHAYA HRI rezitiert bis von dem Foto nur Asche übrig bleibt. Ich nehme an, dass beim Original dieser Zeremonie kein Foto sondern der Leichnam verbrannt wird.

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Ich habe die Zeremonie sehr eindrucksvoll gefunden, optisch: das brennende Foto, und akustisch; es wird mehrmals der Gong geschlagen. Vor allem fand ich sie aber psychologisch sehr schlüssig. Zuerst wird intensiv über die Verstorbene gesprochen, gelacht, geweint. Dann gibt man eigene Energie, schickt Liebe, Wärme, Unterstützung und schließlich läßt man los, was für die eigene Psychohygiene wichtig ist. Es tut niemandem gut, sich gedanklich an Verstorbene zu klammern.

Mein Verhältnis zum Buddhismus ist kein so nahes, ich glaube weder an Auferstehung noch an Wiedergeburt. Müsste ich mich zwischen beiden entscheiden, so käme mir die Wiedergeburt schlüssiger und natürlicher vor als eine Auferstehung, aber ich bleibe doch beim Agnostizismus: niemand weiß es und niemand wird es jemals ergründen können.

Die Zeremonie war aber sehr schön. Zunächst hatte ich den Eindruck, dass Barbara auch danei war und mitgelacht, mitgeredet und vielleicht auch mitgeweint hat und dann war sie weg und die Art dieses Weggegangenseins kam mir gut und richtig vor. Es war eine tröstliche Zeremonie, nicht eine von der Sorte nach denen es allen Beteiligten schlechter geht als vorher.


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Der Tod reißt ein Loch in die Wand …

Unsere Beziehungen zu anderen Menschen sind wie ein Geflecht, das eine Schutzwand bildet vor dem Wissen um die Vergänglichkeit, vor der Angst vor dem eigenen Tod. Wenn jemand stirbt, zerreißt dieses Geflecht an einer Stelle und macht den Blick frei auf die Unendlichkeit.

Eine Freundin ist gestorben. Völlig unerwartet, viel zu jung.  Sie hatte gar keine Möglichkeit, sich auf den Tod vorzubereiten, sich vom Leben und ihrer Umgebung zu verabschieden, Dinge zu regeln, die sie vielleicht gerne geordnet hätte, bevor sie nun anderen Menschen überlassen bleiben. So bleiben viele lose Fäden und ein plötzlich unterbrochenes Leben, der Schockzustand der Familie und der Freunde. Niemand erwartet an einem Knöchelbruch zu sterben

Was wir nicht alles auftürmen zwischen uns und der Vergänglichkeit, der eigenen Sterblichkeit, der Sterblichkeit jener, die wir lieben, der Vergänglichkeit aller Menschen. Die Mauern und Türme mögen materieller Art sein, Schlösser, Autos und Jachten, oder psychologischer Art, Familienidyllen, Rückzugsgebiete und Religion, manche Menschen halten sich an Traditionen und Rituale. Strategien gibt es wie Sand am Meer. Gemeinsam haben sie alle, dass sie nicht wirken. Es genügt eine Erschütterung, der Tod eines Menschen, welcher Teil der eigenen Anti-Vergänglichkeitsillusion war und schon werden die Schutzmauern durchsichtig oder zerbröseln gar.

Ständig stoßen meine Gedanken an Barbara. Wir waren in ein paar Tagen verabredet, für Jänner wollte sie ein Foto-Treffen organisieren, im Sommer war eine gemeinsame Woche in Irland geplant, ich habe zwei neue Teetassen gekauft, die ich mit ihr gemeinsam einweihen wollte, ich habe seit einem Jahr oder länger ein Buch von ihr … Lauter unwichtige Kleinigkeiten, aber aus solchen Kleinigkeiten besteht nun einmal der Großteil des Lebens

Sie ist an einer Lungenembolie gestorben. Ist das schnell gegangen ? War ihr bewußt, dass sie stirbt ? Hatte sie Glück und ist im Schlaf gestorben ?

(…)Et que je te sens froide en te touchant, ô mort,
Noir verrou de la porte humaine !

Victor Hugo – Paroles sur la dune

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Kleiner Abstecher …

… auf den jüdischen Friedhof in Mödling. Leider ist dieser Teil eines ansonsten sehr gut gepflegten Friedhofs ziemlich verwildert. Offenbar fühlt sich hier niemand zuständig, weder die Familien der hier Begrabenen, von denen wahrscheinlich kaum noch jemand (in der Gegend) lebt noch die israelitische Kultusgemeinde, noch sonst irgendjemand.

Ich kann die Inschriften leider nicht lesen. Vielleicht schaut Vivi vorbei

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