la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Abschiedszeremonie

Sukhavati-Zeremonie

Meine verstorbene Freundin Barbara war Buddhistin und daher wurden für sie von verschiedenen buddhistischen Gruppen Sukhavati-Zeremonien abgehalten. Für mich sind das Abschiedszeremonien wenn sie  auch in einem System, das an Wiedergeburt glaubt noch zusätzliche Bedeutungen haben.

Die Zeremonie bestand aus drei Teilen.

Zunächst wurde der Verstorbenen gedacht. Kinder und Erwachsene, Familie und Freunde haben  über sie gesprochen, es wurden Anekdoten erzählt. Es wurde gelacht und geweint.

Im zweiten Teil wurde Tonglen betrieben. Das ist eine buddhistische Übung, bei der Schlechtes eingeatmet, transformiert und Gutes wieder ausgeatment werden soll. In Kurzfassung werden gute Gedanken an die Verstorbene geschickt, die ihr dabei helfen sollen alle Hindernisse des Überganges zu überwinden.

Und der dritte Teil der Zeremonie ist das Loslassen. Egal ob man nun an Wiedergeburt glaubt oder nicht, ob man an ein Leben nach dem Tod glaubt oder nicht, auf jeden Fall ist es hilfreich die Toten loszulassen. Bei dieser Zeremonie wird ein Foto der verstorbenen Person verbrannt und dabei NAMO AMITABHAYA HRI rezitiert bis von dem Foto nur Asche übrig bleibt. Ich nehme an, dass beim Original dieser Zeremonie kein Foto sondern der Leichnam verbrannt wird.

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Ich habe die Zeremonie sehr eindrucksvoll gefunden, optisch: das brennende Foto, und akustisch; es wird mehrmals der Gong geschlagen. Vor allem fand ich sie aber psychologisch sehr schlüssig. Zuerst wird intensiv über die Verstorbene gesprochen, gelacht, geweint. Dann gibt man eigene Energie, schickt Liebe, Wärme, Unterstützung und schließlich läßt man los, was für die eigene Psychohygiene wichtig ist. Es tut niemandem gut, sich gedanklich an Verstorbene zu klammern.

Mein Verhältnis zum Buddhismus ist kein so nahes, ich glaube weder an Auferstehung noch an Wiedergeburt. Müsste ich mich zwischen beiden entscheiden, so käme mir die Wiedergeburt schlüssiger und natürlicher vor als eine Auferstehung, aber ich bleibe doch beim Agnostizismus: niemand weiß es und niemand wird es jemals ergründen können.

Die Zeremonie war aber sehr schön. Zunächst hatte ich den Eindruck, dass Barbara auch danei war und mitgelacht, mitgeredet und vielleicht auch mitgeweint hat und dann war sie weg und die Art dieses Weggegangenseins kam mir gut und richtig vor. Es war eine tröstliche Zeremonie, nicht eine von der Sorte nach denen es allen Beteiligten schlechter geht als vorher.


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Der Tod reißt ein Loch in die Wand …

Unsere Beziehungen zu anderen Menschen sind wie ein Geflecht, das eine Schutzwand bildet vor dem Wissen um die Vergänglichkeit, vor der Angst vor dem eigenen Tod. Wenn jemand stirbt, zerreißt dieses Geflecht an einer Stelle und macht den Blick frei auf die Unendlichkeit.

Eine Freundin ist gestorben. Völlig unerwartet, viel zu jung.  Sie hatte gar keine Möglichkeit, sich auf den Tod vorzubereiten, sich vom Leben und ihrer Umgebung zu verabschieden, Dinge zu regeln, die sie vielleicht gerne geordnet hätte, bevor sie nun anderen Menschen überlassen bleiben. So bleiben viele lose Fäden und ein plötzlich unterbrochenes Leben, der Schockzustand der Familie und der Freunde. Niemand erwartet an einem Knöchelbruch zu sterben

Was wir nicht alles auftürmen zwischen uns und der Vergänglichkeit, der eigenen Sterblichkeit, der Sterblichkeit jener, die wir lieben, der Vergänglichkeit aller Menschen. Die Mauern und Türme mögen materieller Art sein, Schlösser, Autos und Jachten, oder psychologischer Art, Familienidyllen, Rückzugsgebiete und Religion, manche Menschen halten sich an Traditionen und Rituale. Strategien gibt es wie Sand am Meer. Gemeinsam haben sie alle, dass sie nicht wirken. Es genügt eine Erschütterung, der Tod eines Menschen, welcher Teil der eigenen Anti-Vergänglichkeitsillusion war und schon werden die Schutzmauern durchsichtig oder zerbröseln gar.

Ständig stoßen meine Gedanken an Barbara. Wir waren in ein paar Tagen verabredet, für Jänner wollte sie ein Foto-Treffen organisieren, im Sommer war eine gemeinsame Woche in Irland geplant, ich habe zwei neue Teetassen gekauft, die ich mit ihr gemeinsam einweihen wollte, ich habe seit einem Jahr oder länger ein Buch von ihr … Lauter unwichtige Kleinigkeiten, aber aus solchen Kleinigkeiten besteht nun einmal der Großteil des Lebens

Sie ist an einer Lungenembolie gestorben. Ist das schnell gegangen ? War ihr bewußt, dass sie stirbt ? Hatte sie Glück und ist im Schlaf gestorben ?

(…)Et que je te sens froide en te touchant, ô mort,
Noir verrou de la porte humaine !

Victor Hugo – Paroles sur la dune

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Kleiner Abstecher …

… auf den jüdischen Friedhof in Mödling. Leider ist dieser Teil eines ansonsten sehr gut gepflegten Friedhofs ziemlich verwildert. Offenbar fühlt sich hier niemand zuständig, weder die Familien der hier Begrabenen, von denen wahrscheinlich kaum noch jemand (in der Gegend) lebt noch die israelitische Kultusgemeinde, noch sonst irgendjemand.

Ich kann die Inschriften leider nicht lesen. Vielleicht schaut Vivi vorbei

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Alles für die Katz #1

Nachruf auf Sissi G.

Vor fünf Jahren ist sie gestorben, mit knapp 65 Jahren. Je nachdem wie alt man selbst ist, kommt einem das „eh schon sehr alt“ oder „viel zu jung vor“.

Ich mochte sie gerne. Sie war eine Kollegin von mir, die sich sehr aktiv in der Personalvertretung engagierte und vielen Leuten in kleineren und größeren Konfrontationen mit dem Dienstgeber zur Seite stand. Einmal auch ihrem jahrelangen „Lieblingsfeind“, der von allen seinen Kumpeln fallengelassen worden war und schließlich „die liebe Sissi“ entdeckte nachdem er sich auch bei seinen unmittelbaren  Vorgesetzen in die Nesseln gesetzt hatte.

Sie war eine sehr gebildete Frau mit viel Freude an Sprache(n).Oft haben mir miteinander Scrabble gespielt. Ich erinnere mich an meinen größten Triumph, die „Nylonjurte“, die sie mir nicht durchgehen lassen wollte. Was haben wir beim Spielen gelacht ….. Viele Schulbeginns- und Schulschlußfeste hat sie veranstaltet. Jahrelang waren die für mich und viele andere Anfangs- und Endpunkte des Schuljahres. Immer gab es da Fleischlaberl (=Bouletten) von ihrem hochgeschätzten Fleischhauer (=Metzker) um´s Eck und Sissi thronte an einem Ende des Tisches und erklärte jedem Neuankömmling wo was in der Küche zu finden sei.

Sie war ungemein großzügig mit ihrer Zeit und ihren Besitztümern und hatte unendlich viel Verständnis für die abstrusesten Eigenheiten ihrer Mitmenschen, aber wenig Freude und großes Mißtrauen gegenüber allen Neuerungen im beruflichen Umfeld. Das war es auch, was ich nicht so gerne an ihr mochte, ihre Ablehnung und ihr Negativismus allen Neuerungen gegenüber.

Nachdem sie gestorben war, beschlossen wir noch einmal ein Fest zu ihren Ehren abzuhalten und bei dieser Gelegenheit forderte ihr Partner alle Anwesenden auf sich ein Erinnerungsstück auszusuchen und mitzunehmen. Ich habe diese Katze genommen, die nun bei mir in einem Blumentopf wohnt und mich an ihre frühere Besitzerin erinnert.

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Kreislauf – das Mondgrasprojekt 28

Kreislauf

Ebbe und Flut, Anziehen und Loslassen, Leben und Tod …… Die Natur und mit ihr die menschliche Existenz verläuft in Zyklen oder vielmehr in Spiralen, denn der Kreislauf des Lebendigen endet nicht genau dort wo er begonnen hat. Ein Zyklus im Kreislauf eines lebenden Organismus endet immer ein Stück näher an seinem biologischen Ende, am Tod.

Scheinbar anders verhält es sich mit den Zyklen der Natur, die verglichen mit der Dauer eines Menschenlebens unendlich sind. Aber eben nur im Vergleich. Aus kosmischer Perspektive ist alles vergänglich.

img_6758Eines meiner Lieblingsgedichte. Doch, doch, ich mag auch klassische Dichtung 🙂 Schon als junges Mädel haben mich diese Worte sehr beeindruckt, auch wenn der Tod damals nichts als ein Gerücht war. Heute kann ich diese Worte und Gedanken ganz anders nachvollziehen.

Victor Hugo

5 août 1854, anniversaire de mon arrivée à Jersey.

PAROLES SUR LA DUNE

Maintenant que mon temps décroît comme un flambeau,
Que mes tâches sont terminées ;
Maintenant que voici que je touche au tombeau
Par les deuils et par les années,

Et qu’au fond de ce ciel que mon essor rêva,
Je vois fuir, vers l’ombre entraînées,
Comme le tourbillon du passé qui s’en va,
Tant de belles heures sonnées ;

Maintenant que je dis : — Un jour, nous triomphons ;
Le lendemain, tout est mensonge ! —
Je suis triste, et je marche au bord des flots profonds,
Courbé comme celui qui songe.

Je regarde, au-dessus du mont et du vallon,
Et des mers sans fin remuées,
S’envoler, sous le bec du vautour aquilon,
Toute la toison des nuées ;

J’entends le vent dans l’air, la mer sur le récif,
L’homme liant la gerbe mûre ;
J’écoute, et je confronte en mon esprit pensif
Ce qui parle à ce qui murmure ;

Et je reste parfois couché sans me lever
Sur l’herbe rare de la dune,
Jusqu’à l’heure où l’on voit apparaître et rêver
Les yeux sinistres de la lune.

Elle monte, elle jette un long rayon dormant
À l’espace, au mystère, au gouffre ;
Et nous nous regardons tous les deux fixement,
Elle qui brille et moi qui souffre.

Où donc s’en sont allés mes jours évanouis ?
Est-il quelqu’un qui me connaisse ?
Ai-je encor quelque chose en mes yeux éblouis,
De la clarté de ma jeunesse ?

Tout s’est-il envolé ? Je suis seul, je suis las ;
J’appelle sans qu’on me réponde ;
Ô vents ! ô flots ! ne suis-je aussi qu’un souffle, hélas !
Hélas ! ne suis-je aussi qu’une onde ?

Ne verrai-je plus rien de tout ce que j’aimais ?
Au dedans de moi le soir tombe.
Ô terre, dont la brume efface les sommets,
Suis-je le spectre, et toi la tombe ?

Ai-je donc vidé tout, vie, amour, joie, espoir ?
J’attends, je demande, j’implore ;
Je penche tour à tour mes urnes pour avoir
De chacune une goutte encore !

Comme le souvenir est voisin du remord !
Comme à pleurer tout nous ramène !
Et que je te sens froide en te touchant, ô mort,
Noir verrou de la porte humaine !

Et je pense, écoutant gémir le vent amer,
Et l’onde aux plis infranchissables ;
L’été rit, et l’on voit sur le bord de la mer
Fleurir le chardon bleu des sables.


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Ein Hoch …

… für alle eifrigen Fotografinnen und Fotografen ! Freude macht es zu fotografieren, was man sieht und fühlt optisch festzuhalten (anders geht es ja nicht). Die Konzentration und die Begeisterung sieht man dieser Fotografin richtig an. Sie stand plötzlich auf meinem Weg …

Die Hoffnung Lebensmomente festhalten zu können, haben wir alle, die Erkenntnis, dass das nicht möglich ist, kommt mit der Zeit oder auch nicht.

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