la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


7 Kommentare

Montag 4.3.19 – Reha-Endspurt

Ich bin sehr zufrieden. Ich habe alles, was vorgesehen war mit einiger Energie und Motivation  durchgezogen und auch noch etliche Einheiten Ergometer, Krafttraining und Schwimmen zusätzlich absolviert. Morgen ist das Programm noch sehr dicht, offenbar spuckt der Computer am letzten Tag alles aus, was noch übrig geblieben ist. Auch den morgigen Tag werde ich hoffentlich  noch gut überstehen, aber ich habe jetzt schon das dringende Bedürfnis nach einer Pause. Wird leider nicht wirklich stattfinden, weil ich meinen Stundenplan schon bekommen habe und der sieht am Donnerstag 9 Stunden Unterricht vor bis 21:45. Das ist aber zumindest körperlich nicht anstrengend.

Die Biegsamkeit meines neuen Hüftgelenks hat sich von 85 auf 105 Grad verbessert und da ist noch einiges drin, weil jetzt erst die 11. Woche nach der OP ist. Vor allem habe ich die Angst verloren, dass irgendeine falsche Bewegung gleich katastrophale Folgen haben könnte. Woran ich noch weiterarbeiiten muss, ist die Muskelkraft. Das eine Bein ist doch noch wesentlich schwächer. Bekanntlich dauert Muskelaufbau elendig lang, während der Abbau im Handumdrehen zu schaffen ist.

Eigentlich wollte ich mit dem Taxi nachhause fahren, ebenso bin ich auch hergekommen, aber die Verwaltung hat mir einen Gratistransport geradezu aufgedrängt. Ich möchte ja nicht Leuten, die sich ein Taxi viel weniger leisten können als ich einen Platz wegnehmen, sie haben aber geradezu darauf bestanden. Gut, übertrieben edelmütig bin ich dann fürchte ich auch nicht.

Werbeanzeigen


20 Kommentare

Montag 18.2.19

„Hupf in Gatsch“ heißt auf hochdeutsch übersetzt so etwas wie „Spring in den Schlamm“, sinngemäß „geh zum Teufel“. Nun hüpfe ich nicht in den Gatsch sondern lege mich sehr vorsichtig ins Moor. Vorsichtig, weil es ziemlich heiß ist. Ich wollte diese Therapie verweigern, weil ich es lieber kühl habe, bin jetzt aber sehr überrascht, wie angenehm und entspannend das ist.

Auch den Massagen stehe ich seit der Diagnose der beiden Gleitwirbel etwas skeptisch gegenüber. Ich fürchte mich vor zu kräftigen Massagen, die womöglich die Wirbel verschieben. Heute war ich also zu einer ersten Massage eingeteilt und war mir nicht sicher, ob ich sie überhaupt haben wollte und ja klar, ein absolut muskelbepackter Masseur kam auf mich zu. Ich hatte auf eine ganz sanfte Masseurin gehofft, wenn überhaupt. Er war aber so nett und hat mich alle zwei Minuten gefragt, ob eh alles passt und ob er eh sanft genug ist. War er, nur bei den Schultern hat er sich dann ausgetobt, aber insgesamt war auch das eine gute Erfahrung.

Auch das Gehtraining hat begonnen. Hoffentlich geht es mir da nicht wie dem Tausendfüssler, der plötzlich darüber nachdenkt, wie er seine Beine sortieren muss und dann sofort auf der Nase liegt


9 Kommentare

Sonntag 17.2.19

Wenn ich auf meinen Schrittzähler schaue, sehe ich da 10.200  und der Tag ist noch nicht vorbei. Mit sicheren Schritten im beginnenden Frühling in den vielen Parks hier herumzulaufen macht glücklich. Ich fühle mich ganz jung und sportlich, obwohl ich ja weder das eine noch das andere bin, aber der Tag und die Bewegung und die Sonne  fühlen sich nun einmal hervorragend an

Die Stadt atmet Geld, geschmackvoll investiertes Geld, muss man schon sagen.  Keine Protzbauten sondern Jugendstilvillen, vorsichtig renoviert, in gepflegten Gärten ohne goldene Gartenzwerge. Eine Gemeinde mit einem Casino und zahlreichen Thermalbädern und Kuranstalten hat natürlich viel Geld.

Abgesehen von meiner Kamera habe ich natürlich auch ein Buch mit. Ich hatte schon länger keinen Yalom mehr gelesen. Diesmal ist es „Denn alles ist vergänglich“ „Geschichten aus der Psychotherapie“. Leicht zu lesen und doch voller Lebensweisheit. Sollte jemand „Und Nietzsche weinte“ noch nicht gelesen haben, wäre das schade. Ich finde, das ist sein bestes. Auch „Die Schopenhauer-Kur“ und „Das Spinoza-Problem“ finde ich auch sehr gut ebenso wie viele von seinen Kurzgeschichten.

Ich weiß nicht recht, ob ich bedauern soll oder nicht, dass das Arnulf-Rainer-Museum heute nicht geöffnet war. Eigentlich wäre es ohnehin schade bei so strahlendem Wetter nicht im Freien zu sein.


Hinterlasse einen Kommentar

Fühler ausstrecken

Brücke, Straßen, Plätze, der alte Kaiser Franz Josef ist allgegenwärtig. Auch andere Habsburger – die Kaiser-Franz-Straße, der Josefsplatz. Das Ambiente hat insgesamt ein altösterreichisches Flair und viel Kultur. Mir gefällt es auch rund um die Kuranstalt.

Die Kombination zwischen der Kaiser Franz Joseph Brücke und dem chinesischen Lokal finde ich sehr reizvoll.


21 Kommentare

Donnerstag 14.2.19

In glühenden Farben beschreibt mir der F. die wunderschöne digitale Rose, die er mir zum Valentinstag schicken würde, wenn sie nicht so groß wäre, dass sie mein W-lan sofort zum Zusammenbruch bringen würde. Ist natürlich ein Schmäh, aber es freut mich trotzdem sehr und der Zusammenbruch des W-lans ist keineswegs ausgeschlossen, es schwankt so dahin und Kaspersky lässt es nur unter ständigem Protest überhaupt durch.

Erstaunlicherweise können Tage, die um 6:00 beginnen sich als durchaus angenehm erweisen. Auch wenn der Tag mit dem Abzapfen von Blut vor 7Uhr nicht besonders vielversprechend begonnen hat, so hat er sich doch gut entwickelt. Zunächst gab es kurze knackige Vorträge, von den einzelnen Abteilungen und der Leitung, die dann insgesamt immerhin fast zwei Stunden dauerten aber streckenweise sehr informativ waren. Dann hatte ich ein Rendezvous mit einem Orthopäden, der die Arbeit seines Kollegen sehr lobte und die Position meines neuen Hüftgelenks als „ideal“ bezeichnete. Was wohl tatsächlich so sein muss, weil sein Blick auf den Bildschirm mit dem Röntgenbild geradezu verzückt war.

Dann durfte ich zum Mittagessen. Auch eigentlich überraschend ist das Essen sehr gut. Wer immer die Küche regiert, ist sehr phantasievoll. Allein schon die Suppen und Salate sind überaus abwechslungsreich und originell.

Nach dem Essen waren zuerst das Krafttraining und dann das Ausdauertraining dran. Ich war sehr froh über meine Kieser-Erfahrungen mit Krafttrainingsmaschinen sonst wäre ich wie die Kuh vorm neuen Tor da gestanden. Ein Ergometer hätte ich schon auch ohne „Vorkenntnisse“ erkannt, aber sonst nichts.  Ich hatte mich ja bisher noch nicht einmal aufs Fahrrad getraut und bin richtig begeistert, wie gut alles funktioniert hat. Das Radln war überhaupt kein Problem, die Kraftmaschinen auch nicht. Anstrengend war alles aber schon. Und ganz besonders der letzte Physiotermin des Tages. Ich habe mich für eine Studie zur Verfügung gestellt, weil ich dadurch noch ein paar Stunden mehr Physiotherapie bekomme.

Zum Abschluss des Tages ging ich noch ein bisschen vor blauem Himmel fotografieren und nach dem Abendessen schließlich beteiligte ich mich noch an einer sehr entspannenden  Malrunde, die von einer etwas überkandidelten aber sehr netten Dame geleitet wurde. Und zum Abschluss gelang es mir, das W-lan lange genug in Gang zu bringen um diesen Beitrag zu schreiben.


33 Kommentare

Montag 11.2.19 –

„Ich hab gelesen bei Ihnen gibt es Zimmer mit und Zimmer ohne Balkon. Habe ich eine Chance auf ein Zimmer mit ?“ frage ich die Rezeptionistin im Reha-Zentrum, das ich bald bewohnen werde. „Leider nein“ sagt sie „es ist alles schon eingeteilt“. Im Klartext heißt das wohl, dass ich früher hätte anrufen müssen. Na gut, was soll´s im Februar werde ich ohnehin kaum am Balkon sitzen wollen, ganz abgesehen davon, dass man bei einer Reha sehr beschäftigt ist und möglichst viel Bewegung machen soll. Vielleicht becirce ich die Rezeptionistin doch noch und ziehe nach einer
Woche um, falls es mir das wert ist. Vielleicht gefällt mir das Zimmer aber oder es gibt genügend öffentliche Bereiche im Freien. Alles vorher zu wissen, macht angenehme Überraschungen unmöglich.

So gerne ich verreise, so ungern packe ich Koffer. In diesem Fall ist das besonders absurd, weil ich in eine Stadt fahre, wo es im Notfall garantiert alles zu kaufen gibt, was ich eventuell vergessen könnte, inklusive diverse Ladekabel und _stationen. Wenn man Neurosen mit logischen Argumenten beikommen könnte, wäre das zu schön um wahr zu sein. Es ist ja auch nicht wahr.

„Augustin“ heißt eine Wiener Obdachlosenzeitung mit dem scherzhaften Untertitel „erste österreichische Boulevardzeitung“. Eine sehr interessante Zeitung, in der man Dinge erfährt, die in anderen Medien nicht vorkommen. Es gibt da auch einen Veranstaltungskalender, der in die Rubriken „gratis“ , „bis 7 euro“ und „ab 7 euro“ eingeteilt ist. Die Zeitung kostet 2.50 davon sind 1,25 für die Verkäufer*innen. Sie erscheint alle zwei Wochen und ist immerhin bei Nummer 475 angelangt.


5 Kommentare

Sonntag 3.2.19 – Banale Details

F. und ich haben seit ewigen Zeiten wieder einmal einen gemeinsamen Spaziergang gemacht. Hat sich gut angefühlt, er musste nicht allzuviel langsamer gehen als er es sonst tun würde, somit waren wir beide nicht genervt und hatten nicht das dringende Bedürfnis getrennt in verschiedenen Geschwindigkeiten unterwegs zu sein. Es war eh nur ein kleiner  Spaziergang, einmal um den anderen Park herum, aber immerhin 5000 Schritte an einem Stück und die waren mir schon Monate vor der OP zu viel. Natürlich macht es auch einen Unterschied, ob ich auf Erde oder auf Asphalt gehe.

Meinen Schreibtisch habe ich leer geräumt, also die diversen Schulunterlagen in die richtigen Mappen verstaut und daran gedacht, wie großartig das sein wird, diese Dutzenden von Mappen zu entsorgen. „Entsorgen“ ist ja überhaupt ein sehr denkwürdiges Wort. Sich der Sorgen entledigen indem man Dinge wegwirft, nicht schlecht.

Gefühlte Tonnen von Münzen stehen bei mir überall herum, in verschiedenen Behältnissen. Die muss ich endlich einmal wieder auf die Bank befördern, vielmehr ins Münzzählgerät. Immer wieder erstaunlich wieviel Geld da in Münzform zusammenkommt.

Es gibt immer wieder neue Joghurtsorten, die mir teilweise sehr gut schmecken, nur gesund sind die nicht: die fettreduzierten enthalten enorm viel Zucker. Eigentlich sollte man nur Joghurt ohne Zusätze essen und das Obst – wenn überhaupt – selbst dazutun. „Sollte“ ist ein sehr wichtiges Wort im Bereich der Ernährung.