la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Samstag in Wien

Wenn ich wochenlang nicht abends durch die Stadt gehe und an keiner Veranstaltung teilnehme, vergesse ich oft, in was für einer attraktiven Stadt ich lebe, wie viele vielfältige Möglichkeiten zum Erleben und Genießen es täglich gibt.

Gestern habe ich mich aufgerafft. Zuerst war ich bei einer Veranstaltung in der es – unter anderem – Improvisations- und Ausdruckstanz vor an die Wand projezierten Fotos zu sehen gab. Das Publikum konnte auch mitmachen. Die ursprünglichen Tänzerinnen sind ganz in weiß, die Leute aus dem Publikum nicht, oder nur zufällig.

img_0259 img_0262 img_0264Dann bin ich nachhause gebummelt und habe unterwegs Feste hinter erleuchteten Fenstern und  viel Aktion auf der Straße gesehen.

img_0273Die Stimmung war insgesamt sehr, sehr angenehm, heiter, aber nicht laut, mit Sommernachtstemperaturen. Die Mariahilferstraße ist eine der Haupteinkaufsstraßen Wiens, die früher immer die blanke Hölle war zwischen Verkehr und drängenden Menschenmassen auf den Gehsteigen. Vor ein paar Jahren wurde sie gegen massivsten Widerstand großer Teile der Bevölkerung zur Fußgänger- und Begegnungszone gemacht.

Eine Begegnungszone – also einen Bereich in dem Autos, Busse, Fahrräder und Fußgänger einander ohne besondere Regeln sondern nur nach dem Prinzip der gegenseitigen Rücksichtsnahme begegnen –  gab es in Wien bisher nicht und die nicht gerade innovationsfreundlichen Wiener waren sehr skeptisch. Aber, siehe da, es funktioniert großartig. Weder hatten die Geschäftsleute große Umsatzeinbrüche, noch gab es nennenswerte Unfälle, noch haben sich an jedem Eck Jugendbanden  eingenistet. Es ist richtig gemütlich geworden, mit vielen Lokalen, vom Eissalon bis zum gediegenen Restaurant und vielen Straßenveranstaltungen.

Am Ende der Mariahilferstraße befindet sich das Museumsquartier, dort sind in den ehemaligen Stallungen der Hofburg und in einigen modernen Bauten verschiedene Museen und Veranstaltungsorte untergebracht. An der Ecke zwischen Mariahilferstraße und Museumsquartier gab es gestern abend ein „open piano“. Offenbar sollte da spielen wer immer wollte und konnte. Die Zuhörer saßen rundherum am Boden oder auf den dort stehenden Bänken. Dazwischen sind kleine, beleuchtete Wasserfontänen. Sehr idyllisch.

img_0278Ich habe mir vorgenommen unbedingt wieder öfter in der Stadt zu flanieren. Zeit muss ich mir eben nehmen.


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Bei mir bist du scheen …..

Mein erster Programmpunkt für den Sommer war ein dreitägiger Zeichenkurs in einem Atelier, das für mich eine ganz besondere Bedeutung hat. Dort bin ich das erste mal vor einer Staffelei gestanden mit einem ernstzunehmenden Pinsel in der Hand. Ich habe die drei Tage sehr genossen, obwohl der Kurs selbst nicht besonders war. Aber ich bin so gerne in dieser Werkstätte.

Objektiv betrachtet ist es ein sehr großes aber ziemlich schäbiges Atelier. Wann haben Künstler auch schon viel Geld übrig für Einrichtung und Innendekoration ? Immerhin lebt dieses Atelier seit Jahrzehnten von Kunstkursen, Kunstreisen, Ausstellungen, Lesungen, philosophischen und literarischen Debatten …

Es herrscht hier auch der Geist des „Alles-kann-man-noch-für-irgendetwas brauchen“

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Das räumlich sehr großzügige Atelier entstand durch die Zusammenlegung einer Wohnung mit einem Gassenlokal

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Daher gibt es hier auch einen Hinterhof zur vielfältigen Nutzung. Eine unendlich wacklige, selbstgebaute Stiege führt hinunter.

IMG_8162Nicht besonders schön das Ganze? Mag sein, aber es handelt sich um Leidenschaft, um Begeisterung, um Liebe, was machen da solche Oberflächlichkeiten wie die räumliche Umgebung, die Einrichtung aus ! Das Klima ist auf jeden Fall ein weites, offenes, kreativitätsförderndes ….