la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Sunnys Treppen

Ich habe wieder einmal die totale Sehnsucht nach dem Meer und habe aus meinem Archiv Stiegen am Atlantik herausgefischt. Stiegen als verbindendes Element in diesem Fall zwischen Land und Ozean.

Es ist entspannend zuzusehen wie Ebbe und Flut kommen und gehen, das Wasser die Stiegen hinaufspült, hochspritzt, sich langsam wieder zurückzieht. Die Gischt, die Spiegelungen auf den nassen Steinen

Tatsächlich bin ich ja derzeit leider mit Staub befasst, in allen Variationen.


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Internationale Steine und Beziehungen

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Thema: Steine

Eine lauwarme Affaire war es im Rückblick, bestenfalls. Doch zum Zeitpunkt des Steinesammelns war die Durchschnittstemperatur zwischen uns noch unbestimmt, es hätte noch etwas daraus werden können.

Die Steine sammelte ich am spanischen Mittelmeer, in Málaga.Es war ein wirklich scheußlicher Strand mit grobem, schmutzig wirkendem Sand und ein paar zerzausten, staubigen Palmen; mit mehreren um diese Jahreszeit noch geschlossenen chiringuitos, den spanischen Äquivalenten zum Würschtlstand.

Im Hintergrund Teenagerquietschen von riesigen, bunten Badetüchern aus. Meine Schüler waren völlig euphorisch von den 20 Grad Temperaturunterschied zu Wien und dem Licht. Ich sah nicht zu ihnen hin und  wenn sie gegen die Sprachreiseregeln verstoßend ins Wasser gegangen wären, hätte ich ihnen das wirklich gegönnt. Es war ein wunderschöner, warmer Tag und warum sollte ich da den Kindern den Spaß verderben im Meer zu baden. Weder Haie noch ein Tsunami waren in Sicht, keine reißenden Meeresströmungen, nicht einmal Quallen oder Gigolos ….

Und ich suchte Steine und fand zwei, die mir besonders gefielen und die sehr ähnlich waren. Die meisten Strandsteine sind nur attraktiv wenn sie nass sind, diese waren aber auch in trockenem Zustand schön und so nahm ich sie mit an den Atlantik. Nachdem ich am ersten Tag der Osterferien die Jugendlichen ins Flugzeug nachhause gesetzt hatte, fuhr ich mit den beiden Steinen nach Lissabon um eine Beziehung zu pflegen, die sich eben im Rückblick als lauwarm herausstellte. Auf den Fotos sieht man die beiden Seiten meines Steins.

Stein vom Mittelmeer für den Atlantik

Stein vom Mittelmeer für den Atlantik

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Einen der Steine überreichte ich dem anderen Teil der mäßig glühenden Beziehung. Er trug ihn eine Weile in der Hosentasche, dann fiel er irgendwann auf Fließen und zersprang, naja …. Den anderen Stein habe ich immer noch und schätze ihn sehr. Er ist ein richtiger Handschmeichler und dient mir als Symbol dafür, dass auch Beziehungen, in denen es nur um Schwurbelsex geht auch neutrale bis angenehme Erinnerungen hinterlassen können oder zumindest die Steinesammlung vergrößern.


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3. Station der Leseweltreise

img_0876Ich betrachte dieses Buch als eine Station in Portugal, obwohl der Autor Deutscher ist und auch in Deutschland lebt. Es werden weitere portugiesiche Stationen folgen.

Ich beginne einmal mit dem, was mir an dem Buch gefallen hat. Das ist einerseits, dass es in Lissabon spielt, einer Stadt, die ich gut kenne, nicht nur aus touristischer Sicht und sehr, sehr gerne mag, optisch und atmosphärisch und überhaupt. Und in diesem Buch ist die Stadt durchaus gut beschrieben ebenfalls optisch und atmosphärisch. Es hat mir Freude gemacht, die Orte der Handlung alle zu kennen und andererseits hat es auch ein gewisses Fernweh geweckt …

Außerdem hat mich sehr angesprochen, dass der Autor offenbar ein Geruchsmensch ist, ebenso wie ich selbst. Das Buch gewinnt mit einem olfaktorischen Eindruck, den ich aus der beschriebenen Gegend von Lissabon genau kenne und diese „Geruchsbeschreibungen“ ziehen sich durch den ganzen Text durch.

Wenn der erste Eindruck einer Stadt ein Geruch ist, sollte es nicht unbedingt, der von Stockfisch sein.

Henrik fühlte sich für eine Sekunde geneigt, die Tür des Taxis wieder zu schließen. Allerdings war die aufdringliche Schweißfahne des Taxifahrers keine echte Alternative zu dem luftgetrockneten Bacalhau, der hier zu Dutzenden von der Decke der Fischgeschäfte hing

Wie man aber auch schon an den ersten paar Sätzen sieht, handelt es sich hier um einen „Gebrauchstext“. Hat auch gepasst, ich habe dieses und noch ein anderes Buch (4. Station) zur Begleitung der Wundheilung in meinem Kiefer gelesen und dafür waren beide sehr geeignet.

Also der Lissabon-Erkennungsfaktor und das Ansprechen des Geruchssinns haben mir gefallen. Der Plot allerdings war absolut haarsträubend. Eine Mischung zwischen Mallorca-Kitsch und Verschwörungstheorie: der Protagonist, ein deutscher ehemaliger Polizist, hat von seinem unbekannten Onkel ein Haus in Lissabon geerbt und damit auch den Auftrag zunächst einmal einen Kriminalfall zu lösen, in dem der Autor alles untergebracht hat, was da so zur Verfügung steht: ermordete Kinder, ein wahnsinniger Wissenschaftler, Korruption bei der Polizei unter dem Salazar-Regime und aktuell, geheimnisvolle Verfolger, mächtige Familienclans. Wenn man über den allzu vollgepackten Plot, die schwächelnde Logik und die extreme Zeitraffung hinwegsieht (in 24 Stunden passiert, was man kaum in einer Woche unterbringen könnte) ist das Buch recht spannend zu lesen.

Die Figuren sind flach, was ich schade fand, weil sie durchaus mehr hergegeben hätten, auch im Rahmen so eines Tralala-Krimis. Und das Ende! Das einzige, was daran fehlt, ist die gläserne Kutsche vor der Tür (dafür steht dort ein Auto) und ein Superman-Outfit des Protagonisten (tatsächlich trägt er T-Shirts, die alle Augenblicke zerfetzt, verbrannt oder sonstwie beschädigt werden, weil er ja ununterbrochen über glühende Dächer rutscht, über Stacheldrahtzäune steigt, in finsteren Gassen überfallen wird etc )

Ein empfehlenswertes Buch, für Situationen in denen man von Medikamenten leicht betäubt und auch ansonsten nicht ganz fit ist.


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Paleicas Magische Mottos – September

September: Architektur und Design

Das Jeronimos-Kloster in Lissabon. Ein herausragendes Beispiel des Manuelinischen Stils, einer portugiesischen Spätgotik, gewissermaßen ein iberisches Flamboyant. Der Manuelinische Stil lag auch am Anfang des portugiesischen Kolonialstils.

Das Kloster wurde vor ein paar Jahren Stein für Stein renoviert und strahlt ganz in weiß, so wie ich Gotik am liebsten mag. Ich habe dort im Februar einen Tag ästhetischer Orgasmen verbracht …..

So sehr ich mich für Architektur interessiere, so wenig Freude macht mir das Fotografieren von gesamten Bauwerken. Ich interessiere mich mehr für die Details und finde, dass andere Leute bessere Gesamtaufnahmen machen, die man in Form von Büchern und Postkarten erwerben kann. Jedem das seine 🙂

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Die düstere Seite von Lissabon

Das ist eine Ergänzung zum Beitrag von Paleica* über die heitere, leichte Seite von Lissabon. Die kenne ich auch, aber mein Lissabon hat auch eine sehr finstere Seite. Einerseits eine sehr persönliche. Ich erinnere mich an viele Szenen einer Liebe, sehr schöne und sehr häßliche, allesamt sehr intensiv und kaum zu vergessen. Andererseits, abgesehen von persönlichen Befindlichkeiten, sieht man der Armut ins Gesicht, wenn man durch Lissabon wandert. Sogar an den herausragendsten, geschichtsträchtigsten Orten der Stadt.

Die Fotos als Fotos sind schlecht, sie wurden als Dokumente aufgenommen, mit einer unbrauchbaren Kamera. Dennoch zeigen sie -finde ich- die Stimmung ….. Die Bilder sind von 2008 und 2010, also schon etliche Jahre alt. Die Situation hat sich seither ein wenig verbessert, aber nicht grundlegend.

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*Paleica