la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Montag 11.11.19

Viel hört man derzeit in der politischen Debatte um Koalitionsverhandlungen zwischen Kurz und den Grünen von Max Weber und von Verantwortungsethik. Vor allem von Seiten der Grünen, deren Obmann offenbar zu vielem bereit ist um eine noch immer drohende Regierungsbeteiligung der FPÖ zu vermeiden.

Ein interessantes Thema ist die Gegenüberstellung von Gesinnungsethik und Verantwortungsethik. Und keineswegs ein abstraktes, eigentlich begegnen einem täglich Situationen, in denen man sich für die eine oder andere entscheiden muss. Unter der Voraussetzung, dass man überhaupt die Absicht hat, ethisch zu handeln, was auch nicht unbedingt immer ganz selbstverständlich möglich ist.

Ach ja, und Faschingsbeginn ist heute auch….

 


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Man kann ja verstehen …

… dass jemand der – zu welchem Zweck auch immer – in der Lissabonner Innenstadt in einem Indianerkostüm herumläuft nicht beim Benützen seines Handys fotographiert werden möchte. Ist nun die „kulturelle Aneignung“ der Indianertracht mit Handytäschchen samt Inhalt um den Hals besonders verdammenswert, oder kommt es darauf nicht an? Vielleicht gibt es dafür einen Fachbegriff und natürlich eine Abkürzung dazu ?


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Vogelflug – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane . Die Wörter kommen diesmal von Ulli Gau

Diese 3 Begriffe sollen in einen höchstens 300 Wörter langen Text eingebaut werden

Aus dem Tal hinauf. Der Aufstieg war schwierig, die Felsen glatt von der Feuchtigkeit des Nebels, aber er schaffte es, stand schließlich ganz oben und breitete die Arme aus. Immer stabiler wurde diese Position, die Arme begannen langsam zu schwingen und zu vibrieren. Er konnte die verschiedenen Luftströmungen an der Unterseite seiner Flügel spüren, den Aufwind, die leichten Seitenwinde, die die Flugbahn verändern konnten. Doch er war nicht ängstlich. Die Luft würde ihn tragen, er würde sich in die Kurven legen und ganz knapp vorbei an Felsen in die Tiefe schießen, wieder aufsteigen mit dem Wind, in die Höhe, durch den Nebel hinauf in den blauen Himmel. Kurven würde er beschreiben und Loopings würden ihm gelingen, immer getragen doch niemals gefesselt. Diesmal würde er versuchen sich in eine Zugvögelformation einzureihen um diese gewaltigen Luftströme zu erleben, die durch die Flügelbewegungen von hunderten Vögeln entstanden. Vielleicht war da auch ein Geräusch, ein Lied der Sehnsucht nach dem Süden, das durch die ganze Formation klang, sich über die Federn wellte und die Nebelfetzen auseinandertrieb. Der Leitvogel ganz vorne, alle anderen, die auch genau spürten wohin es ging. Gemeinsame Ziele.

Die Welt von oben. Die dunklen Felsen, die grünen, gelben, roten Formen der Felder, die rotierenden Windräder. Vorsicht, nicht in die Nähe kommen! Die winzigen Häuser, Bäume, Straßen. Nur sehen, nicht kommunizieren müssen. Menschen zu klein um sie aus dieser Höhe wahrzunehmen. Entspannung. Stundenlang.

Er war völlig durchfroren und durchnässt, doch das machte ihm nichts aus. Der Vogelflug war sein Lieblingshobby.


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Gift und Geld – ABC-Etüden

Die ABC-Etüden

Wie immer bei Christiane . Die Wörter kommen diesmal von fraggle

„Gewächshaus – jodhaltig – fälschen“

Diese 3 Begriffe in einem höchstens 300 Wörter langen Text einbauen

Manchmal stand sie in dem umgebauten Gewächshaus, dem Atelier ihres verstorbenen Vaters. Einige seiner Spätwerke standen hier noch an den Wänden und auf Staffeleien. Spät in seinem Leben hatte er diese riesigen, fröhlichen Bilder mit den minutiösen Details gemalt. In diesen Bildern lebten die Erinnerungen an das offene Haus, in dem sie mit fünf Geschwistern aufgewachsen war. Ihr Vater hielt sich zwar sehr viel in seinem Atelier auf, doch war er für seine Familie immer greifbar. Oft war das Atelier versperrt, doch sie musste nur anklopfen und er ließ sie hinein zu den verhängten Bildern zwischen denen er selbst auch oft eine Atemmaske trug.

Nur einmal erhaschte sie einen Blick auf eines der Bilder, ein auf dunklem Hintergrund leuchtendes Portrait.

„Warum sind die Bilder immer verhängt ?“  fragte sie einmal.

„Wegen der giftigen Farben“ sagte ihr Vater.

„Jodhaltig und so ?“

„Wie kommst du denn auf Jod ? Nein, nein, die alten Farben hat man aus ganz anderen Giften gemischt “

„Aber warum ……….“

„Schau ein Reh“ sagte er. Die vielen Wildtiere des Parks schienen immer in die Nähe des Ateliers zu kommen, wenn Fragen nicht beantwortet werden sollten. Manchmal sah sie die Tiere, manchmal nicht.

Von ihren Lehrern bekam sie das romantische Bild des armen Malers vermittelt, der sich trotz großem Fleiß und einmaliger Begabung kaum über Wasser halten konnte.  „Dein Vater ist da eine seltene Ausnahme. Ihr seid so viele und wohnt in einem Schloss mit Park mit mindestens so viel Luxus wie ein Großindustrieller“. Es klang immer etwas giftig, aber es war nun einmal tatsächlich so.

Nach dem Tod des Vaters erklärte die Mutter endlich einiges. „Dein Vater war ein Genie. Er konnte alles malen, von Leonardo bis Monet. Gefälscht ? …….. nein, so kann man das nicht sehen. Seine Bilder waren einfach mindestens so gut wie die Originale und manchmal teurer.“

298 Wörter


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Donnerstag 3.10.19 – Kreativitätskorsette und Freizeichnen

Im Vorjahr habe ich den inktober bald abgebrochen, aus zeitlichen und sonstigen Gründen. Diesmal zeichne ich ein bisschen vor. Die ersten Zeichnungen sind eigentlich keine Zeichnungen sondern Malereien mit Buntstiften, aber ab Nummer 8 habe ich mich freigezeichnet, einen minimalistischen Stil mit wenig Farbe gefunden und könnte mir vorstellen, dass ich diesmal bis zu Ende dabei bleibe. So wie die letzten Zeichnungen von heute Vormittag aussehen, hätte ich sie auch mit Tinte machen können. Irgendwo in den tiefen meiner Utensilien habe ich sicher passende Instrumente., Tintenstifte in verschiedenen Breiten habe ich auf jeden Fall ……. der Oktober hat ja gerade erst begonnen.

Viel Zeit bleibt dadurch nicht für sonstige Blogaktivitäten. Die von mir an sich sehr geschätzten ABC-Etüden liegen brach. Auch aber nicht nur aus Zeitmangel, ich mag mich ja selbst nicht belügen. Die Debatte um Trigger und Verantwortung würgt mich und schneidet mir irgendwie die ABC-Luft ab. Mein Blog ist meine unzensurierte, für alles offene Spielwiese und es irritiert mich enorm, dass kleine, spielerisch entstandene Texte in einem freien Bereich Kriterien von sozialer Verantwortung, politischer Korrektheit und weiß der Teufel was sonst noch erfüllen sollen. Es fühlt sich an wie ein Korsett und Korsette bringen bei mir keine kreativen Impulse hervor. Ich weiß, Christiane kann völlig zu Recht sagen, dass sie das so gar nicht geschrieben, gewollt, gefordert hat. Das weiß ich, bei mir ist es aber so angekommen und grummelt vor sich hin.

Manchmal lassen sich die Wurzeln der Kreativität anfassen. Wenn ich wieder einmal einen noch anderen Schulweg erforsche, unbekannten Häusern, Bäumen, Bussen und Wasserlachen begegne, begegne ich dabei auch visuellen Eindrücken und Sätzen, aus denen vielleicht etwas werden könnte. Leider vergesse ich sie aber auch gleich wieder ……..

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Alltag #11 – unsichtbarer Alltag

Heute spüre ich die Fäden und Netze, die mich mit meinen Vorfahren verbinden und die Schultern auf denen ich stehe und gut stehe. Als verborgenen Alltag bezeichne ich diese immer gegenwärtige, aber nicht immer bewusste Situation. Die Fäden laufen in viele Richtungen durch die Jahrhunderte, überkreuzen und verdichten sich manchmal, an anderen Stellen bleiben es einzelne Fäden, doch sind sie alle wichtig. Manche scheinen nicht gut zusammenzupassen, doch sind sie in mir verbunden.

Diese Kette wurde zusammengestellt aus Ketten meiner beiden Großmütter, die einander überhaupt nicht leiden konnten. Ich finde es schön, eine Erinnerung an beide gemeinsam um den Hals zu tragen.

Ein Beitrag zu Ullis Alltagsprojekt. Dieser Beitrag passt übrigens gut zu ihrem vorletzten Beitrag zum Thema „Netze“