la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Google-Translator

Wie wir Sprachlehrer*innen in den letzten Jahren bemerken konnten, wird der google Übersetzer immer besser. Vor ein paar Jahren, waren seine Übersetzungen noch so abstrus, dass der Lacherfolg jedes Mal sicher war. Aber da hat sich vieles verändert. Ich erkenne die Werke des Google Übersetzers, die Schüler*innen mir als ihre eigenen Werke präsentieren wollen nur mehr hauptsächlich daran, dass ich eine sehr klare Vorstellung davon habe, was die Schüler*innen können und was nicht. Wenn jemand nicht einmal sagen kann „ich heiße Maxi“ dafür aber in einer schriftlichen Arbeit den Konjunktiv Imperfekt verwendet, ist die Sache ziemlich klar. Nachdem ich in der Lockdown-Phase sehr, sehr viel Schüler-Google-Kooperation zu sehen bekommen habe, ist meine Vorstellung davon, was der Übersetzer kann ziemlich gut.

Es gibt jetzt auf diesem Blog auch einen Transalator. Wer möchte, kann meinen blog also zum Beispiel auf isländisch lesen, auf hindi oder einfach nur auf englisch oder in sonst einer Sprache, die er/sie beherrscht. Ich glaube, ich werde das selbst öfter einmal tun.

Das ist zum Beispiel georgisch:


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Გუგლის თარჯიმანი

როგორც ბოლო წლების განმავლობაში ჩვენ ვნახეთ, Google თარჯიმნები უკეთესი და უკეთესი ხდება. რამდენიმე წლის წინ მისი თარგმანები იმდენად აბსტრაქტული იყო, რომ იცინის წარმატების გარანტიას ყოველ ჯერზე. მაგრამ იქ ბევრი შეიცვალა. მე ვაღიარებ Google თარჯიმნის იმ ნამუშევრებს, რომლებსაც მოსწავლეებს სურთ, ჩემი ნამუშევრები წარმოადგინონ, როგორც საკუთარი ნამუშევრები, მაგრამ ძირითადად იმიტომ, რომ მე მაქვს ძალიან მკაფიო წარმოდგენა იმის შესახებ, თუ რა შეუძლია და რა არ უნდა გააკეთოს სტუდენტებმა. თუ ვინმემ ვერც კი იტყვის „ჩემი სახელია Maxi“, მაგრამ გამოიყენებს სუბიექტური წარსული დაძაბულ წერილობით ნაშრომს, საქმე საკმაოდ გასაგებია. მას შემდეგ, რაც ბევრი სტუდენტური Google- ის თანამშრომლობა ჩაკეტილ ფაზაში ნახე, ჩემი იდეა იმის შესახებ, თუ რა შეუძლია თარჯიმანს გააკეთოს, საკმაოდ კარგია.

ამ ბლოგზე ახლა ტრანსლატორი არსებობს. თუ გსურთ, შეგიძლიათ წაიკითხოთ ჩემი ბლოგი ისლანდიურ ენაზე, მაგალითად, ჰინდი ან უბრალოდ ინგლისურ ენაზე ან სხვა ენაზე, რომელიც მან იცის. ვფიქრობ, ამას უფრო ხშირად გავაკეთებ


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Ja- Nein ……. geht es – geht es nicht ……. will ich – will ich nicht

Man stelle sich vor: ein großes, schön gestaltetes Meditationszentrum in einer breiten, offenen Straße, umgeben von Wiener Innenstadt. Zweimal in der Woche open-house zur Meditation. Vielfältige Seminare rund um den Buddhismus finden dort statt, von allgemeiner Philosophie über speziellere Themen bis zur Vajrayana-Gruppe  Es gibt auch verschiedene Kunstprogramme, weil der Gründer der Linie sehr kunstinteressiert war, daher wird von Ikebana bis kontemplativer Fotografie (Miksang) vieles praktiziert. Nicht wenige der Menschen, die in engerem oder weiterem Verhältnis zu dieser Organisation stehen, sind mir sehr lieb und wert und ich habe den Kontakt zu ihnen nie abbrechen lassen. Viele gehören der Organisation nicht mehr an, aber auch darunter gibt es Menschen mit denen ich nach wie vor Freundschaften pflege.

Worin besteht also das Problem? Darin, dass es sich um tibetischen Buddhismus handelt, das heißt, dass der „Linienhalter“, also gewissermaßen der Chef der Organisation von großer Bedeutung ist. Und der derzeitige Linienhalter ist ein Mensch, der – wie vor wenigen Jahren publik wurde – ein höchst dekadentes Leben führt und sich von der Organisation dabei finanzieren lässt. Als sich herausgestellt hat, dass es zu sexueller Belästigung unter Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen gekommen ist und der von seiner Lehrtätigkeit zurückgetretene Linienhalter sich aus den USA nach Nepal abgesetzt hat, bin ich wie viele andere ausgetreten.

So weit, so schlecht. Tatsächlich halte ich sehr viel von der buddhistischen Lebensphilosophie und auch der eine oder andere Ansatz aus der Mystik bringt bei mir Saiten zum Klingen. Die Meditation für sich genommen, abseits von Philosophie oder Religion ist einfach ein starkes Instrument der eigenen Psycho-Hygiene und viele der buddhistischen Lehren sind für das alltägliche Leben äußerst hilfreich. Ich habe in diesem Zusammenhang sehr viel gelernt. Nicht die mindeste Sympathie habe ich für die hierarchische Organisationsstruktur dieser Organisation. Geradezu lächerlich finde ich, was in den USA rund um den Linienhalter betrieben wird. Es mangelt mir auch völlig an der Bereitschaft und vor allem an der Sehnsucht mich irgendjemandem zu unterwerfen, weder in spiritueller noch gar in sonst irgendeiner Hinsicht. Das nahezu blinde Vertrauen in den Lehrer ist aber notwendig wenn man Vajrayana, auch Tantra genannt, praktizieren möchte.

Blindes Vertrauen liegt nicht nur nicht in meiner Natur, ich halte es sogar für höchst bedenklich, wenn nicht gefährlich.

Seit zwei Jahren wälze ich nun in unterschiedlicher Intensität die Frage, was ich mit dieser Situation anfangen soll. Wie kann ich mein Interesse befriedigen ohne mich den Regeln, die für mich nicht akzeptabel sind zu fügen.Ich betreibe regelmäßig Miksang-Fotographie und treffe mich auch in privatem Rahmen mit einigen von denen, die aus der Organisation nicht ausgetreten sind und jedes Mal genieße ich es sehr und jedes Mal versuche ich zu analysieren, was es denn ist, was ich in dieser Gruppe genieße, was ich anderswo nicht bekomme.

Es sind einfach die Lehren, die mich faszinieren und die Tatsache, dass man diese philosophischen Grundlagen menschlicher Existenz auf verschiedenen Ebenen begreifen kann. Man kann viele dieser tiefgründigen Sichtweisen in ein westliches Leben integrieren, man muss weder an Wiedergeburt glauben noch tantrische Rituale praktizieren um von buddhistischen Lehren zu profitieren.

Und so habe ich beschlossen, wieder mit der einigermaßen regelmäßigen Meditation zu beginnen und habe mich gestern Abend einer Gruppe angeschlossen, die sich mit dem Thema Freundlichkeit beschäftigt. Die Gruppe besteht hauptsächlich aus Menschen, die ich kenne und mag und es wird eine abgewandelte Form des Bodhichitta praktiziert. Bodhichitta ist eine Praxis bei der allen Menschen Gutes gewünscht wird, denen, die man liebt, denen, die einem gleichgültig sind und denen, die man nicht leiden kann.

Meine Herausforderung besteht darin, die Existenz der Organisation und des Linienhalters zu ignorieren und mich ausschließlich mit der Essenz der Sache zu beschäftigen. Ich habe gestern bemerkt, dass ich das viel besser kann als früher. Ich muss nicht jedesmal, wenn mir ein Wort aus dem Text nicht gefällt lange darüber reden, warum es mir nicht gefällt. Ich habe bemerkt, dass es tatsächlich eine Form der Freiheit ist, eine an sich spontane Reaktion bewusst anders zu gestalten.

Es ist mir aber auch bewusst, dass, es eine sehr feine Grenze ist zwischen Loslassen und Unehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber.


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Es ist so ein großartiges Buch

… dass ich es sehr langsam lese. Einerseits weil ich dadurch länger daran lesen kann und andererseits, weil es so viele Passagen zum Nachdenken anbietet, die man nicht einfach nur so herunterspulen kann.

Ist vielleicht Echtheit das falsche Stichwort? Geht es vielleicht eher um die Erwartungen, die andere an mich hatten, und denen ich zuviel Macht eingeräumt habe? So dass ich mehr das Leben geführt habe, das die anderen von mir erwarteten, statt meines eigenen? Aber bin ich nicht an jenem Morgen in Oxford zum Bahnhof gegangen statt in die Schule? Ich bin vor den Erwartungen der anderen davongelaufen. Habe ich sie mitgenommen ohne es zu merken? die Erwartungen der anderen – sie können eine Tyrannei sein und ihre Tücke besteht darin, dass sie sich der Wahrnehmung entzieht und ihr Unwesen im Schattenreich des Unbewussten treibt, so dass man sich nicht zur Wehr setzen kann. Warum, frage ich mich, hat es eines Tumors bedurft – dieser rohen, brutalen Demonstration der Endlichkeit – , damit ich dieser Tyrannei gewahr wurde? 

Pascal Mercier „Das Gewicht der Worte“S102

Ich bleibe immer wieder an Details hängen und lese sie mehrmals. Und vor einem Satz wie „seine Bewegungen sahen nach Abschied aus“ verbeuge ich mich beeindruckt. S123


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Montag 11.Mai 2020 – Wieder Auswärts-Office

Nach 8 Wochen musste der F das idyllische Home-Office verlassen und arbeitet nun wieder in seiner Firma in einem Bürohaus, in dem es ziemlich leer ist. Er hätte den ganzen Tag abgesehen von seinem Team nur ein paar vorbeihuschende Schemen gesehen, erzählt er. Nachdem er mit dem Rad unterwegs ist, hat er auch das schön langsam wieder aufkommende Gedränge in den Öffis vermieden. Von meiner Seite ist die Bilanz von 8 Wochen beinahe-Hausarrest durchwegs positiv. Klar sind wir einander gelegentlich auf die Nerven gefallen, aber wenn nicht, wäre das ja seltsam.

Abgesehen vom morgigen Prüfungstag in der Schule und einigen Terminen dauert bei mir das Home-Office noch bis nach Pfingsten. Zum Treffen mit Leuten, die ich nun schon wirklich lange nicht mehr gesehen habe, konnte ich mich noch nicht aufraffen. Das lange Zuhause-Herumhängen macht träge und die immer noch ungewisse Situation belebt auch nicht gerade. Die  Zahl der Infizierten in Wien dümpelt dahin. Sie ist nicht wirklich hoch, sinkt aber auch nicht nennenswert, ganz im Gegensatz zu anderen Bundesländern, wo die Zahl der positiv Getesteten im unteren zweistelligen Bereich liegt und deutlich sinkt. Auch wenn man noch die Dunkelziffer berücksichtigt, die ja offenbar sehr niedrig ist, sind das Zahlen, die eigentlich nicht mehr sehr dramatisch klingen. Eigentlich …

Ich wollte im Sommer mindestens zwei längere Malkurse in meinem Lieblingsatelier besuchen. Seit 5.Mai ist es wieder offen, aber derzeit finden die Kurse mit Maske statt. Mir tut es sehr leid, finanziell nichts zum Überleben dieses Ateliers beizutragen, aber Malen mit Maske kommt für mich nicht in Frage. Vielleicht gibt es bis Sommer noch eine Veränderung, dann wird sich für mich auch noch ein Plätzchen in der Gruppe finden. Es hindert mich ja nichts zuhause zu malen, aber das ist einfach nicht dasselbe wie in einer Gruppe.


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Es wär´ doch schön …

Es war eine große Freude und ein tiefes Durchatmen wieder einmal aus der Stadt rauszukommen. Die Weite und Stille an der Donau hat mir bewusst gemacht, dass ich eigentlich ziemlich angespannt bin.

Nachdem wir schon länger über Sinn und Unsinn eines Wochenenddomizils debattieren, sind wir doch auf der Sinnseite gelandet und haben uns auch auf eine Gegend verständigt: Wachau bzw Mostviertel. Wir waren heute in Ybbs, Pöchlarn und Melk um uns die Gegend mit den Augen von eventuell-dort-gelegentlich-leben-Wollenden anzusehen. Überraschenderweise hat uns beiden Ybbs am besten gefallen. Es hat eine in den Ort integrierte Donaupromenade, eine Altstadt mit schöner Bausubstanz, aber etwas morbidem Charme  und keiner Spur von Schickimicki. Allein in der Altstadt habe ich drei Galerien gesehen und zwei angekündigte Malerei-Ausstellungen und am Hauptplatz hing ein Plakat von Johanna Dohnal. Ja, das sind Kleinigkeiten, aber sie beeinflussen die Atmosphäre, die an einem Ort herrscht.

Ursprünglich hielt ich ja Melk für den idealen Ort um dort eine Wochenendbasis einzurichten. Stift Melk ist ein sehr sehenswertes, geschichtsträchtiges Gebäude, aber es thront in einer Weise über dem Ort, die wir beide als recht bedrückend empfanden. Andererseits liegt gleich gegenüber ein Auwald durch den man zur Donau  kommt. Aber sogar die Donau hat mir in Ybbs besser gefallen, weil sie dort eine Schlinge macht.

Pöchlarn wiederum schmückt sich mit dem Begriff Nibelungenstadt, gut, aber sonst hat mich dort nicht viel beeindruckt.

Ein erster Schritt ist getan. Es gibt auch noch andere mögliche Orte und das Angebot an Immobilien in Ybbs hält sich auch leider in Grenzen. Aber wie ich mich kenne, wenn ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt habe…

 

 


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Farbe und Politik – bordeauxrot

Man kann alles mögliche farbig gestalten.

Auch den Mundschutz. Wie die slowakische Staatspräsidentin bei Angelobung der neuen Regierung vorführte. Womöglich entsteht eine neue Mode  https://www.tagesschau.de/ausland/slowakei-regierung-101.html

 


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Samstag 22. März 2020

Eine Woche Ausgangsbeschränkungen ist geschafft. Es werden noch mindestens drei weitere folgen. Der F und ich sitzen also im Prinzip 24 Stunden pro Tag in gemeinsamer Isolation, was eine sehr große Veränderung unseres bisherigen gemeinsamen Lebens darstellt. Daher haben wir heute eine Bilanz der ersten Woche bei gemeinsamem Homeoffice gezogen und laut darüber nachgedacht, ob und wenn ja wie wir einander auf die Nerven fallen. Das Ergebnis ist ganz ermutigend. Es ist zum Glück genug Platz, jede/r hat einen eigenen „Office-Raum“ und Türen sind ja auch schon erfunden. Mindestens drei weitere Wochen bieten keinen Anlass zu großer Freude, aber unsere gemeinsame Isolation läuft gut und über die Dinge, die nicht so gut laufen, reden wir.

Was ich wirklich schwierig finde, ist über einen Monat lang ausschließlich auf eigene Kochkünste angewiesen zu sein. Ich gehe oft und gerne in Lokale und das fehlt mir schon nach ein paar Tagen. Man kann natürlich bestellen, alles was das Herz begehrt, aber Bestellungen, egal wo, sind immer mit so einer Verpackungsorgie verbunden, dass einem der Appetit vergeht. Gut, also an die Kochtöpfe. Der Inhalt meiner Biokiste Version regional ist noch nie so komplett verarbeitet worden, bis zum letzten Halm.

Es gibt auch nette bis seltsame Details: das 18Uhr-Klatschen-und-Singen hat sich bis in meinen Bezirk verbreitet. Gestern haben  Leute im Haus gegenüber zuerst die Ode an die Freude und dann Pippi Langstrumpf gesungen, beides textsicher. An diesem Wochenende wird  Wien um 18:00 von Polizeiwagen aus beschallt, nämlich mit der inoffiziellen Nationalhymne „I am from Austria“ von Rainhard Fendrich, der sich wie viele andere Prominente auch dafür engagiert, die Unvernünftigen von den zu erwartenden  positiven Ergebnissen des Shut-downs zu überzeugen.  Da wird mitgesungen und es entsteht so ein Volksfest-Ambiente obwohl die Straßen leer sind bis auf die Polizei und alle anderen aus den Fenstern hängen oder auf Balkonen und Dächern stehen.

Heute hat es genieselt, mit oder ohne Virus mein Lieblingswetter zum Spazierengehen und so habe ich allein eine ganz große Runde gedreht und habe mich schlau gemacht, wie das nun mit den Parks tatsächlich ist. Das wirklich sehr gute Krisenmanagement der Regierung ist aber natürlich auch nicht perfekt. Erst wurde verkündet, dass die Parks mit Ausnahme von Kinderspielplätzen offen bleiben, dann sollten sie geschlossen werden und am Freitag hieß es, dass sie doch offen bleiben. Naja, Schönbrunn ist jedenfalls zu. Vielleicht liegt das daran, dass es sich von anderen Parks dadurch unterscheidet, dass es nur durch Tore betreten werden kann und die sind leicht zu sperren.

 Die Kamera steckte unter meiner Jacke, einerseits wegen des Regens andererseits wegen der Disziplin. Ich vermute, dass es nicht allen einleuchtet, dass Fotografieren zu den unbedingt notwendigen Freiluftaktivitäten zählt. Wie wichtig das Fotografieren aber ist um die Solidarität der Tierwelt in dieser Krise der Menschen zu dokumentieren, kann man an diesem Bild sehen. Sogar Käfer, die sonst nur in Horden auftreten, gehen derzeit allein spazieren.

 

 

 

 


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Donnerstag 12. März 2020

Wie es aussieht, bleibt kein Stein auf dem anderen. Ab Montag sind alle Oberstufenschulen und Unis geschlossen. Am Mittwoch folgen die Schulen der der 6 bis 14 jährigen, allerdings soll es eine Betreuung geben, für jene Kinder, deren Eltern sie nicht betreuen können. Diese Betreuung wird, fürchte ich, etwas problematisch werden, was passiert sobald jemand vom Lehrpersonal infiziert ist? Und das kann nicht lange dauern, denn die KInder, die zum Glück anscheinend selbst nicht krank werden, sind lebende Virenschleudern.

Zu meiner großen Verblüffung hat Kanzler Kurz angekündigt, dass jene Firmen, die Mitarbeiter zur unbedingt notwendigen Kinderbetreuung freistellen ein Drittel des Gehalts dieser freigestellten Mitarbeiter aus öffentlichen Geldern bekommen sollen. Das ist doch eine wirklich soziale Maßnahme. Überhaupt kommt mir das Krisenmanagement von Kanzler und Gesundheitsminister gar nicht schlecht vor. Die Landsleute werden verstehen, was ich damit meine, wenn ich mir vorstelle, dass die Gesundheitsministerin von der FPÖ, Frau Hartinger-Klein noch im Amt wäre …

Ununterbrochen erfährt man, dass diese und jene Firma schließt oder zumindest den Kundenverkehr einstellt. Es schließen Museen, Großveranstaltungen jeder Art werden abgesagt, sportliche, kulturelle. Wir werden aufgerufen, soziale Kontakte möglichst zu meiden. Durch die Reduktion von Sozialkontakten auf ein Viertel soll eine signifikante Abflachung der Infektionskurve möglich werden.  Es gibt ein errechnetes Szenario, dass, wenn der exponentielle Anstieg der Infizierten nicht gebremst wird, mit 1. April keinerlei Spitalsbetten mehr zur Verfügung stehen würden, die Intensivbetten wären schon Mitte März alle belegt. Leider lässt sich an der Mathematik nicht rütteln.

Ich werde versuchen, mich der Entschleunigung zu widmen, allein.

 


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Montag 2.März 2020

Manchmal sind Banalitäten beruhigend. Sie können die Illusion von Sicherheit, Kontrolle und Durchblick erzeugen, alles Wörter, die die Fundamente menschlicher Existenz nicht beschreiben. Wenn man aber gerade mit beiden Beinen einigermaßen sicher im bodenlosen Raum steht und es gut erträgt, nicht zu wissen wo eigentlich oben und unten ist und ob es so etwas wie sicheren Grund überhaupt geben kann, dann ist es angebracht Banalitäten wegzuschnippen und sich mit den wirklich lohnenden Fragen zu beschäftigen.


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18.12.- Auf unseren Jahrestag !

Auf den Tag genau vor einem Jahr wurde an mir gesägt, gebohrt, gefräst und ich habe Bekanntschaft mit meinem Titan-Hüftgelenk gemacht. Ein Jahr soll es dauern bis der Körper „vergessen“ hat, dass das neue Teil nicht immer da war. So ganz ist das bei mir nicht der Fall, aber nicht wegen des neuen sondern wegen des alten Hüftgelenks, das begonnen hat gelegentlich zu zicken. Es ist aber noch nicht soweit, das ganze Procedere noch einmal zu durchlaufen. Ein, zwei Jahre wird das andere Gelenk schon noch funktionieren. Ganz vergessen kann ich also das Thema „Hüfte“ noch nicht, aber ich kann mich gut erinnern, wie es war, jeden Schritt zu spüren und immer zu überlegen, ob es sich nun lohnt, diese fünf Schritte mehr zu machen oder doch nicht. Ich habe also zwar noch nicht vergessen, dass ich ein künstliches Hüftgelenk habe, aber das wirkt sich durchaus auch positiv aus, weil ich mich immer noch darüber freuen kann, wie wunderbar es ist, zu gehen ohne ans Gehen denken zu müssen.

Wegen einer ganz harmlosen Bemerkung, die ein Kollege von mir ganz nebenbei gemacht hatte, habe ich mich am meisten gefürchtet. Er erzählte, dass man in der ersten Zeit nach der OP schon ziemlich hilflos wäre. Das hat mich mehr geschreckt als alles andere. Es war aber gar nicht so. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich hilflos gefühlt. Ein paar Stunden nach der OP hat mich der Physiotherapeut aus dem Bett geschmissen, der Katheter wurde entfernt und ab diesem Zeitpunkt ging es stetig immer nur aufwärts. Am Anfang war es wichtig, den 90Grad Winkel im Gelenk nicht zu unterschreiten, das war manchmal etwas mühsam, aber es hat sich doch für alles eine Lösung gefunden und nach 4 Wochen konnte ich ohne Krücken gehen, manche Bewegungen noch nicht machen, aber immerhin. Ab der 9. Woche habe ich Reha gemacht und am Tag nachdem ich von der Reha zurück war, habe ich wieder zu arbeiten begonnen. Großartig waren die Momente des „zum ersten Mal wieder …..“ Zum ersten Mal wieder tief gebückt, zum ersten Mal wieder Absätze getragen, zum ersten Mal wieder Brustschwimmen, zum ersten Mal wieder Schneidersitz. Es waren echte Highlights.

Nein, es war insgesamt nicht furchtbar und ich habe keine allzu große Angst vor dem zweiten Durchgang.

 

 


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Ausweglos – Montag 16.12.19

Sehr schwer fällt es mir passende Worte zu finden um mit meiner Kollegin zu kommunizieren. Einer Kollegin, die immer sehr nett und hilfsbereit war, die eine sehr gute Lehrerin war. Nun hat sie vor ein paar Tagen die erste Chemotherapie bekommen, ohne dass irgendjemand daran glaubt, dass die Therapie heilen kann, die Ärzte nicht, die Patientin nicht, die Angehörigen und das Umfeld nicht. Angesichts des Todes muss menschlicher Austausch authentisch sein, sonst lässt man ihn lieber bleiben. Authentisch kann aber nur der Zugang sein „ich weiß, dass du bald sterben wirst und ich wünsche dir ganz herzlich, dass du die verbleibende Zeit gut leben kannst.“ Aber will sie das hören? Will sie vielleicht lieber hören „Gute Besserung, das wird schon wieder “ und wenn die Töne noch so unecht sind.

Hüten muss man sich davor, sich  besonders arm und überfordert zu fühlen, weil man mit einer solchen Situation umgehen muss. Hüten muss man sich aber auch vor den falschen Tönen. Andererseits wem steht es eigentlich zu, die Patientin zu zwingen der Wahrheit ins Auge zu sehen? Vielleicht will sie sich lieber in eine Scheinwelt flüchten und/oder auf ein Wunder hoffen ? Falls das so ist, wie geht man nun damit um …