la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


6 Kommentare

Samstag 26.September 2020 – Er war´s !

Der F war´s der 400 € gespendet hat! Obendrein noch quasi auf meinen Namen, weil er die Daten des Erlagscheins der Caritas benützt hat, der an mich adressiert war. Erzählt hat er mir nichts davon, nur irgendwann nebenbei erwähnt, dass er für Beyrouth spenden wollte. Ich bin beeindruckt, sehr beeindruckt. Noch nie habe ich eine annähernd so hohe Summe gespendet.

Bodhichitta nennt sich die buddhistische Praxis, bei der man anderen Menschen gute Gedanken schickt, unter anderem solchen mit denen man kein besonders gutes Verhältnis hat. Leuten, die man mag oder solchen denen man neutral gegenübersteht freundliche Gedanken zu schicken, ist ja keine Kunst. Es ist einfach und hinterlässt ein gutes Gefühl. Bei Menschen, die man eigentlich nicht leiden kann, ist das eine andere Sache eine ziemlich schwierige sogar, aber das Gefühl danach ist mindestens genauso gut.

Ich glaube ja nicht daran, dass die freundlichen Gedanken tatsächlich bei anderen ankommen, aber ich bemerke, dass es etwas mit mir macht, wenn es mir gelingt, an jemanden den/die ich so gar nicht leiden kann mit Freundlichkeit zu denken. Eine gute Übung, die man immer und überall praktizieren kann.


23 Kommentare

Samstag 29. August 2020 – Blasen im Sumpf

Was  mir an die 10 Jahre des Meditierens und eine Annäherung an buddhistische Philosophie gebracht haben, merke ich, wenn der Boden auf dem ich normalerweise gut stehe und gehe Tendenzen zum Sumpf entwickelt. Seltsame Vegetation, leichtes Einsinken beim Gehen, es steigen ein paar Blasen auf, die anzeigen, dass im Untergrund etwas gärt.

Dann lasse ich die Blasen aufsteigen aus dem sumpfigen Untergrund und sehe ihnen zu, wie sie von einer Spur von Luftbewegung wild herum gewirbelt werden, wie sie durch verschiedene Schichten von Emotionen durch tauchen, verschieden gefärbt werden, ihre Form verändern. Viele von ihnen kenne ich gut. Im Lauf der Jahre sind sie mir vertraut geworden und wir haben eine ganz gute Beziehung zueinander entwickelt. Ich tue nicht mehr so, als würde ich sie nicht kennen. Nein, ich begrüße sie ganz artig, weiß woher sie kommen und dass sie bald weiterfliegen werden, wenn ich ihnen das ermögliche.

Es ist eigentlich so einfach, nur dazusitzen und sich selbst zuzusehen beim Denken und beim Fühlen und den schillernden Blasen zuzusehen und gar nichts zu tun um die Situation zu verändern. Mir fällt es allerdings manchmal ziemlich schwer, nicht sofort irgendetwas zu unternehmen um Probleme zu lösen, um unangenehme Situationen zu verändern. Lösungsorientierung ist nicht in jedem Zusammenhang eine glückliche Eigenschaft. Denn Emotionen kann man nicht lösen, man kann sie nur aushalten, durchgehen und am anderen Ende gestärkt herauskommen und die Blasen fliegen lassen.


30 Kommentare

Montag 4. August 2020

Mein Wiedereinstieg in eine einigermaßen regelmäßige Meditationspraxis hat schmerzhaft begonnen. Ich bin nämlich auf dem Weg zum Meditationszentrum mitten in einer belebten Fußgängerzone über ich weiß nicht was gestolpert, und platsch mit vollem Schwung und Gewicht auf die linke Seite gefallen. Ja genau, das linke Hüftgelenk ist das aus Titan. Zum Glück dürfte der Hüfte nichts passiert sein. Ich bin den restlichen Weg zu Fuß gegangen und unter den Mitmeditierenden waren zwei Ärzte, die mir übereinstimmend versichert haben, dass dem Gelenk nichts passiert sein kann, weil ich sonst gar nicht gehen könnte. Trotzdem hat mir alles weh getan, mehr die Schulter als die Hüfte. Irgendein Muskel im Oberarm hat einen schweren Schlag bekommen und ist bis jetzt nur bedingt einsetzbar, aber es wird langsam besser.

Ein Erlebnis ist das, wie schwierig alles wird, wenn der eine Arm nur sehr schlecht funktioniert. Es beginnt mit Anziehen und Duschen und setzt sich mit allem möglichen weiteren fort. Nachdem ich ohnehin noch kein Kontrollröntgen der Hüfte gemacht habe – die OP war im Dezember 18 – zu diesem Zwecke aber einen undatierten Überweisungsschein habe, dachte ich mir, ich rufe bei einem Röntgeninstitut an und vor frühestens nächster Woche werden sie ohnehin keinen Termin frei haben. Aber siehe da, ganz ohne irgendeine Protektion, ich hatte auch noch nicht einmal damit begonnen zu erläutern, warum ich unbedingt einen zeitnahen Termin brauche, also einfach so, bekam ich einen Termin für heute Nachmittag. Sehr beeindruckendes Service!

Eine Stunde meditieren im Sitzen und im Gehen und ebenso lange plaudern waren wahrscheinlich auch klüger als wieder nachhause zu gehen um mich zu fürchten. Eine Stunde meditieren ist ja nicht viel, vor allem wenn man zwischen Sitzen und Gehen abwechselt und dann auch noch ein passendes unangenehmes Erlebnis zum „aktiven Loslassen“ hat. Es waren wenige Leute da und nur solche, die ich seit vielen Jahren kenne und mag. Trotz der schwer beleidigten Muskel auf der linken Seite, war es eigentlich ein guter Tag.


13 Kommentare

Nummer 18 der Buchchallenge –

Nr. 18

EINEN SATZ, DEN DU FÜR ZITIERUNGSWÜRDIG HÄLTST 

Es gibt Bücher, in denen jeder zweite Satz so ist, dass man stundenlang über ihn nachdenken könnte. Und nachdem ich in dieser Art von Büchern gerne Stellen markiere, die ich wiederfinden möchte, habe ich eine große Auswahl an Zitierungswürdigem. Die Frage ist nur, ob ich ein Buch wählen soll, dass ich gerade lese, vor kurzem gelesen habe oder irgendwann einmal gelesen habe.

Ich habe zu einem meiner immer schon Lieblingsbücher gegriffen, vom dem ich sowohl den Anfang als auch das Ende besonders gelungen finde. Ich nehme das Ende und zitiere hier nicht einen Satz sondern die beiden letzten Absätze des Romans:

„Oh, ich begriff alles, begriff Pablo, begriff Mozart, hörte irgendwo hinter mir sein furchtbares Lachen, wusste alle hunderttausend Figuren des Lebensspiels in meiner Tasche, ahnte erschüttert den Sinn, war gewillt, das Spiel nochmals zu beginnen, seine Qualen nochmals zu kosten, vor seinem Unsinn nochmals zu schaudern, die Hölle meines Inneren nochmals und noch oft zu durchwandern.

Einmal würde ich das Figurenspiel besser spielen, einmal würde ich das Lachen lernen. Pablo wartete auf mich. Mozart wartete auf mich.“  Hermann Hesse „Der Steppenwolf“

Vielen Dank  an Ulrike von Blaupause7, von der die Aufgaben für diese Challenge stammen und die auch eine Teilnehmerliste führt


24 Kommentare

Der Dienstag dichtet, drei

Katha hat das Projekt ins Leben gerufen, bei ihr gibt es auch eine Teilnehmerliste

Ich definiere für mich „Gedicht“ als verdichtete Prosa und beginne – sehr vorsichtig – mich daran zu versuchen

Worte verschlingendes, formendes Wasser

Verspielte Kringel, Wellen, Punkte, Tropfen

Neue Linien verändern die Welt

und sie tanzt im Regen


23 Kommentare

Google-Translator

Wie wir Sprachlehrer*innen in den letzten Jahren bemerken konnten, wird der google Übersetzer immer besser. Vor ein paar Jahren, waren seine Übersetzungen noch so abstrus, dass der Lacherfolg jedes Mal sicher war. Aber da hat sich vieles verändert. Ich erkenne die Werke des Google Übersetzers, die Schüler*innen mir als ihre eigenen Werke präsentieren wollen nur mehr hauptsächlich daran, dass ich eine sehr klare Vorstellung davon habe, was die Schüler*innen können und was nicht. Wenn jemand nicht einmal sagen kann „ich heiße Maxi“ dafür aber in einer schriftlichen Arbeit den Konjunktiv Imperfekt verwendet, ist die Sache ziemlich klar. Nachdem ich in der Lockdown-Phase sehr, sehr viel Schüler-Google-Kooperation zu sehen bekommen habe, ist meine Vorstellung davon, was der Übersetzer kann ziemlich gut.

Es gibt jetzt auf diesem Blog auch einen Transalator. Wer möchte, kann meinen blog also zum Beispiel auf isländisch lesen, auf hindi oder einfach nur auf englisch oder in sonst einer Sprache, die er/sie beherrscht. Ich glaube, ich werde das selbst öfter einmal tun.

Das ist zum Beispiel georgisch:


დატოვე კომენტარი

Გუგლის თარჯიმანი

როგორც ბოლო წლების განმავლობაში ჩვენ ვნახეთ, Google თარჯიმნები უკეთესი და უკეთესი ხდება. რამდენიმე წლის წინ მისი თარგმანები იმდენად აბსტრაქტული იყო, რომ იცინის წარმატების გარანტიას ყოველ ჯერზე. მაგრამ იქ ბევრი შეიცვალა. მე ვაღიარებ Google თარჯიმნის იმ ნამუშევრებს, რომლებსაც მოსწავლეებს სურთ, ჩემი ნამუშევრები წარმოადგინონ, როგორც საკუთარი ნამუშევრები, მაგრამ ძირითადად იმიტომ, რომ მე მაქვს ძალიან მკაფიო წარმოდგენა იმის შესახებ, თუ რა შეუძლია და რა არ უნდა გააკეთოს სტუდენტებმა. თუ ვინმემ ვერც კი იტყვის „ჩემი სახელია Maxi“, მაგრამ გამოიყენებს სუბიექტური წარსული დაძაბულ წერილობით ნაშრომს, საქმე საკმაოდ გასაგებია. მას შემდეგ, რაც ბევრი სტუდენტური Google- ის თანამშრომლობა ჩაკეტილ ფაზაში ნახე, ჩემი იდეა იმის შესახებ, თუ რა შეუძლია თარჯიმანს გააკეთოს, საკმაოდ კარგია.

ამ ბლოგზე ახლა ტრანსლატორი არსებობს. თუ გსურთ, შეგიძლიათ წაიკითხოთ ჩემი ბლოგი ისლანდიურ ენაზე, მაგალითად, ჰინდი ან უბრალოდ ინგლისურ ენაზე ან სხვა ენაზე, რომელიც მან იცის. ვფიქრობ, ამას უფრო ხშირად გავაკეთებ


8 Kommentare

Ja- Nein ……. geht es – geht es nicht ……. will ich – will ich nicht

Man stelle sich vor: ein großes, schön gestaltetes Meditationszentrum in einer breiten, offenen Straße, umgeben von Wiener Innenstadt. Zweimal in der Woche open-house zur Meditation. Vielfältige Seminare rund um den Buddhismus finden dort statt, von allgemeiner Philosophie über speziellere Themen bis zur Vajrayana-Gruppe  Es gibt auch verschiedene Kunstprogramme, weil der Gründer der Linie sehr kunstinteressiert war, daher wird von Ikebana bis kontemplativer Fotografie (Miksang) vieles praktiziert. Nicht wenige der Menschen, die in engerem oder weiterem Verhältnis zu dieser Organisation stehen, sind mir sehr lieb und wert und ich habe den Kontakt zu ihnen nie abbrechen lassen. Viele gehören der Organisation nicht mehr an, aber auch darunter gibt es Menschen mit denen ich nach wie vor Freundschaften pflege.

Worin besteht also das Problem? Darin, dass es sich um tibetischen Buddhismus handelt, das heißt, dass der „Linienhalter“, also gewissermaßen der Chef der Organisation von großer Bedeutung ist. Und der derzeitige Linienhalter ist ein Mensch, der – wie vor wenigen Jahren publik wurde – ein höchst dekadentes Leben führt und sich von der Organisation dabei finanzieren lässt. Als sich herausgestellt hat, dass es zu sexueller Belästigung unter Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen gekommen ist und der von seiner Lehrtätigkeit zurückgetretene Linienhalter sich aus den USA nach Nepal abgesetzt hat, bin ich wie viele andere ausgetreten.

So weit, so schlecht. Tatsächlich halte ich sehr viel von der buddhistischen Lebensphilosophie und auch der eine oder andere Ansatz aus der Mystik bringt bei mir Saiten zum Klingen. Die Meditation für sich genommen, abseits von Philosophie oder Religion ist einfach ein starkes Instrument der eigenen Psycho-Hygiene und viele der buddhistischen Lehren sind für das alltägliche Leben äußerst hilfreich. Ich habe in diesem Zusammenhang sehr viel gelernt. Nicht die mindeste Sympathie habe ich für die hierarchische Organisationsstruktur dieser Organisation. Geradezu lächerlich finde ich, was in den USA rund um den Linienhalter betrieben wird. Es mangelt mir auch völlig an der Bereitschaft und vor allem an der Sehnsucht mich irgendjemandem zu unterwerfen, weder in spiritueller noch gar in sonst irgendeiner Hinsicht. Das nahezu blinde Vertrauen in den Lehrer ist aber notwendig wenn man Vajrayana, auch Tantra genannt, praktizieren möchte.

Blindes Vertrauen liegt nicht nur nicht in meiner Natur, ich halte es sogar für höchst bedenklich, wenn nicht gefährlich.

Seit zwei Jahren wälze ich nun in unterschiedlicher Intensität die Frage, was ich mit dieser Situation anfangen soll. Wie kann ich mein Interesse befriedigen ohne mich den Regeln, die für mich nicht akzeptabel sind zu fügen.Ich betreibe regelmäßig Miksang-Fotographie und treffe mich auch in privatem Rahmen mit einigen von denen, die aus der Organisation nicht ausgetreten sind und jedes Mal genieße ich es sehr und jedes Mal versuche ich zu analysieren, was es denn ist, was ich in dieser Gruppe genieße, was ich anderswo nicht bekomme.

Es sind einfach die Lehren, die mich faszinieren und die Tatsache, dass man diese philosophischen Grundlagen menschlicher Existenz auf verschiedenen Ebenen begreifen kann. Man kann viele dieser tiefgründigen Sichtweisen in ein westliches Leben integrieren, man muss weder an Wiedergeburt glauben noch tantrische Rituale praktizieren um von buddhistischen Lehren zu profitieren.

Und so habe ich beschlossen, wieder mit der einigermaßen regelmäßigen Meditation zu beginnen und habe mich gestern Abend einer Gruppe angeschlossen, die sich mit dem Thema Freundlichkeit beschäftigt. Die Gruppe besteht hauptsächlich aus Menschen, die ich kenne und mag und es wird eine abgewandelte Form des Bodhichitta praktiziert. Bodhichitta ist eine Praxis bei der allen Menschen Gutes gewünscht wird, denen, die man liebt, denen, die einem gleichgültig sind und denen, die man nicht leiden kann.

Meine Herausforderung besteht darin, die Existenz der Organisation und des Linienhalters zu ignorieren und mich ausschließlich mit der Essenz der Sache zu beschäftigen. Ich habe gestern bemerkt, dass ich das viel besser kann als früher. Ich muss nicht jedesmal, wenn mir ein Wort aus dem Text nicht gefällt lange darüber reden, warum es mir nicht gefällt. Ich habe bemerkt, dass es tatsächlich eine Form der Freiheit ist, eine an sich spontane Reaktion bewusst anders zu gestalten.

Es ist mir aber auch bewusst, dass, es eine sehr feine Grenze ist zwischen Loslassen und Unehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber.


18 Kommentare

Es ist so ein großartiges Buch

… dass ich es sehr langsam lese. Einerseits weil ich dadurch länger daran lesen kann und andererseits, weil es so viele Passagen zum Nachdenken anbietet, die man nicht einfach nur so herunterspulen kann.

Ist vielleicht Echtheit das falsche Stichwort? Geht es vielleicht eher um die Erwartungen, die andere an mich hatten, und denen ich zuviel Macht eingeräumt habe? So dass ich mehr das Leben geführt habe, das die anderen von mir erwarteten, statt meines eigenen? Aber bin ich nicht an jenem Morgen in Oxford zum Bahnhof gegangen statt in die Schule? Ich bin vor den Erwartungen der anderen davongelaufen. Habe ich sie mitgenommen ohne es zu merken? die Erwartungen der anderen – sie können eine Tyrannei sein und ihre Tücke besteht darin, dass sie sich der Wahrnehmung entzieht und ihr Unwesen im Schattenreich des Unbewussten treibt, so dass man sich nicht zur Wehr setzen kann. Warum, frage ich mich, hat es eines Tumors bedurft – dieser rohen, brutalen Demonstration der Endlichkeit – , damit ich dieser Tyrannei gewahr wurde? 

Pascal Mercier „Das Gewicht der Worte“S102

Ich bleibe immer wieder an Details hängen und lese sie mehrmals. Und vor einem Satz wie „seine Bewegungen sahen nach Abschied aus“ verbeuge ich mich beeindruckt. S123


5 Kommentare

Montag 11.Mai 2020 – Wieder Auswärts-Office

Nach 8 Wochen musste der F das idyllische Home-Office verlassen und arbeitet nun wieder in seiner Firma in einem Bürohaus, in dem es ziemlich leer ist. Er hätte den ganzen Tag abgesehen von seinem Team nur ein paar vorbeihuschende Schemen gesehen, erzählt er. Nachdem er mit dem Rad unterwegs ist, hat er auch das schön langsam wieder aufkommende Gedränge in den Öffis vermieden. Von meiner Seite ist die Bilanz von 8 Wochen beinahe-Hausarrest durchwegs positiv. Klar sind wir einander gelegentlich auf die Nerven gefallen, aber wenn nicht, wäre das ja seltsam.

Abgesehen vom morgigen Prüfungstag in der Schule und einigen Terminen dauert bei mir das Home-Office noch bis nach Pfingsten. Zum Treffen mit Leuten, die ich nun schon wirklich lange nicht mehr gesehen habe, konnte ich mich noch nicht aufraffen. Das lange Zuhause-Herumhängen macht träge und die immer noch ungewisse Situation belebt auch nicht gerade. Die  Zahl der Infizierten in Wien dümpelt dahin. Sie ist nicht wirklich hoch, sinkt aber auch nicht nennenswert, ganz im Gegensatz zu anderen Bundesländern, wo die Zahl der positiv Getesteten im unteren zweistelligen Bereich liegt und deutlich sinkt. Auch wenn man noch die Dunkelziffer berücksichtigt, die ja offenbar sehr niedrig ist, sind das Zahlen, die eigentlich nicht mehr sehr dramatisch klingen. Eigentlich …

Ich wollte im Sommer mindestens zwei längere Malkurse in meinem Lieblingsatelier besuchen. Seit 5.Mai ist es wieder offen, aber derzeit finden die Kurse mit Maske statt. Mir tut es sehr leid, finanziell nichts zum Überleben dieses Ateliers beizutragen, aber Malen mit Maske kommt für mich nicht in Frage. Vielleicht gibt es bis Sommer noch eine Veränderung, dann wird sich für mich auch noch ein Plätzchen in der Gruppe finden. Es hindert mich ja nichts zuhause zu malen, aber das ist einfach nicht dasselbe wie in einer Gruppe.


4 Kommentare

Es wär´ doch schön …

Es war eine große Freude und ein tiefes Durchatmen wieder einmal aus der Stadt rauszukommen. Die Weite und Stille an der Donau hat mir bewusst gemacht, dass ich eigentlich ziemlich angespannt bin.

Nachdem wir schon länger über Sinn und Unsinn eines Wochenenddomizils debattieren, sind wir doch auf der Sinnseite gelandet und haben uns auch auf eine Gegend verständigt: Wachau bzw Mostviertel. Wir waren heute in Ybbs, Pöchlarn und Melk um uns die Gegend mit den Augen von eventuell-dort-gelegentlich-leben-Wollenden anzusehen. Überraschenderweise hat uns beiden Ybbs am besten gefallen. Es hat eine in den Ort integrierte Donaupromenade, eine Altstadt mit schöner Bausubstanz, aber etwas morbidem Charme  und keiner Spur von Schickimicki. Allein in der Altstadt habe ich drei Galerien gesehen und zwei angekündigte Malerei-Ausstellungen und am Hauptplatz hing ein Plakat von Johanna Dohnal. Ja, das sind Kleinigkeiten, aber sie beeinflussen die Atmosphäre, die an einem Ort herrscht.

Ursprünglich hielt ich ja Melk für den idealen Ort um dort eine Wochenendbasis einzurichten. Stift Melk ist ein sehr sehenswertes, geschichtsträchtiges Gebäude, aber es thront in einer Weise über dem Ort, die wir beide als recht bedrückend empfanden. Andererseits liegt gleich gegenüber ein Auwald durch den man zur Donau  kommt. Aber sogar die Donau hat mir in Ybbs besser gefallen, weil sie dort eine Schlinge macht.

Pöchlarn wiederum schmückt sich mit dem Begriff Nibelungenstadt, gut, aber sonst hat mich dort nicht viel beeindruckt.

Ein erster Schritt ist getan. Es gibt auch noch andere mögliche Orte und das Angebot an Immobilien in Ybbs hält sich auch leider in Grenzen. Aber wie ich mich kenne, wenn ich mir einmal etwas in den Kopf gesetzt habe…