la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Farbe und Politik – bordeauxrot

Man kann alles mögliche farbig gestalten.

Auch den Mundschutz. Wie die slowakische Staatspräsidentin bei Angelobung der neuen Regierung vorführte. Womöglich entsteht eine neue Mode  https://www.tagesschau.de/ausland/slowakei-regierung-101.html

 


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Samstag 22. März 2020

Eine Woche Ausgangsbeschränkungen ist geschafft. Es werden noch mindestens drei weitere folgen. Der F und ich sitzen also im Prinzip 24 Stunden pro Tag in gemeinsamer Isolation, was eine sehr große Veränderung unseres bisherigen gemeinsamen Lebens darstellt. Daher haben wir heute eine Bilanz der ersten Woche bei gemeinsamem Homeoffice gezogen und laut darüber nachgedacht, ob und wenn ja wie wir einander auf die Nerven fallen. Das Ergebnis ist ganz ermutigend. Es ist zum Glück genug Platz, jede/r hat einen eigenen „Office-Raum“ und Türen sind ja auch schon erfunden. Mindestens drei weitere Wochen bieten keinen Anlass zu großer Freude, aber unsere gemeinsame Isolation läuft gut und über die Dinge, die nicht so gut laufen, reden wir.

Was ich wirklich schwierig finde, ist über einen Monat lang ausschließlich auf eigene Kochkünste angewiesen zu sein. Ich gehe oft und gerne in Lokale und das fehlt mir schon nach ein paar Tagen. Man kann natürlich bestellen, alles was das Herz begehrt, aber Bestellungen, egal wo, sind immer mit so einer Verpackungsorgie verbunden, dass einem der Appetit vergeht. Gut, also an die Kochtöpfe. Der Inhalt meiner Biokiste Version regional ist noch nie so komplett verarbeitet worden, bis zum letzten Halm.

Es gibt auch nette bis seltsame Details: das 18Uhr-Klatschen-und-Singen hat sich bis in meinen Bezirk verbreitet. Gestern haben  Leute im Haus gegenüber zuerst die Ode an die Freude und dann Pippi Langstrumpf gesungen, beides textsicher. An diesem Wochenende wird  Wien um 18:00 von Polizeiwagen aus beschallt, nämlich mit der inoffiziellen Nationalhymne „I am from Austria“ von Rainhard Fendrich, der sich wie viele andere Prominente auch dafür engagiert, die Unvernünftigen von den zu erwartenden  positiven Ergebnissen des Shut-downs zu überzeugen.  Da wird mitgesungen und es entsteht so ein Volksfest-Ambiente obwohl die Straßen leer sind bis auf die Polizei und alle anderen aus den Fenstern hängen oder auf Balkonen und Dächern stehen.

Heute hat es genieselt, mit oder ohne Virus mein Lieblingswetter zum Spazierengehen und so habe ich allein eine ganz große Runde gedreht und habe mich schlau gemacht, wie das nun mit den Parks tatsächlich ist. Das wirklich sehr gute Krisenmanagement der Regierung ist aber natürlich auch nicht perfekt. Erst wurde verkündet, dass die Parks mit Ausnahme von Kinderspielplätzen offen bleiben, dann sollten sie geschlossen werden und am Freitag hieß es, dass sie doch offen bleiben. Naja, Schönbrunn ist jedenfalls zu. Vielleicht liegt das daran, dass es sich von anderen Parks dadurch unterscheidet, dass es nur durch Tore betreten werden kann und die sind leicht zu sperren.

 Die Kamera steckte unter meiner Jacke, einerseits wegen des Regens andererseits wegen der Disziplin. Ich vermute, dass es nicht allen einleuchtet, dass Fotografieren zu den unbedingt notwendigen Freiluftaktivitäten zählt. Wie wichtig das Fotografieren aber ist um die Solidarität der Tierwelt in dieser Krise der Menschen zu dokumentieren, kann man an diesem Bild sehen. Sogar Käfer, die sonst nur in Horden auftreten, gehen derzeit allein spazieren.

 

 

 

 


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Donnerstag 12. März 2020

Wie es aussieht, bleibt kein Stein auf dem anderen. Ab Montag sind alle Oberstufenschulen und Unis geschlossen. Am Mittwoch folgen die Schulen der der 6 bis 14 jährigen, allerdings soll es eine Betreuung geben, für jene Kinder, deren Eltern sie nicht betreuen können. Diese Betreuung wird, fürchte ich, etwas problematisch werden, was passiert sobald jemand vom Lehrpersonal infiziert ist? Und das kann nicht lange dauern, denn die KInder, die zum Glück anscheinend selbst nicht krank werden, sind lebende Virenschleudern.

Zu meiner großen Verblüffung hat Kanzler Kurz angekündigt, dass jene Firmen, die Mitarbeiter zur unbedingt notwendigen Kinderbetreuung freistellen ein Drittel des Gehalts dieser freigestellten Mitarbeiter aus öffentlichen Geldern bekommen sollen. Das ist doch eine wirklich soziale Maßnahme. Überhaupt kommt mir das Krisenmanagement von Kanzler und Gesundheitsminister gar nicht schlecht vor. Die Landsleute werden verstehen, was ich damit meine, wenn ich mir vorstelle, dass die Gesundheitsministerin von der FPÖ, Frau Hartinger-Klein noch im Amt wäre …

Ununterbrochen erfährt man, dass diese und jene Firma schließt oder zumindest den Kundenverkehr einstellt. Es schließen Museen, Großveranstaltungen jeder Art werden abgesagt, sportliche, kulturelle. Wir werden aufgerufen, soziale Kontakte möglichst zu meiden. Durch die Reduktion von Sozialkontakten auf ein Viertel soll eine signifikante Abflachung der Infektionskurve möglich werden.  Es gibt ein errechnetes Szenario, dass, wenn der exponentielle Anstieg der Infizierten nicht gebremst wird, mit 1. April keinerlei Spitalsbetten mehr zur Verfügung stehen würden, die Intensivbetten wären schon Mitte März alle belegt. Leider lässt sich an der Mathematik nicht rütteln.

Ich werde versuchen, mich der Entschleunigung zu widmen, allein.

 


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Montag 2.März 2020

Manchmal sind Banalitäten beruhigend. Sie können die Illusion von Sicherheit, Kontrolle und Durchblick erzeugen, alles Wörter, die die Fundamente menschlicher Existenz nicht beschreiben. Wenn man aber gerade mit beiden Beinen einigermaßen sicher im bodenlosen Raum steht und es gut erträgt, nicht zu wissen wo eigentlich oben und unten ist und ob es so etwas wie sicheren Grund überhaupt geben kann, dann ist es angebracht Banalitäten wegzuschnippen und sich mit den wirklich lohnenden Fragen zu beschäftigen.


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18.12.- Auf unseren Jahrestag !

Auf den Tag genau vor einem Jahr wurde an mir gesägt, gebohrt, gefräst und ich habe Bekanntschaft mit meinem Titan-Hüftgelenk gemacht. Ein Jahr soll es dauern bis der Körper „vergessen“ hat, dass das neue Teil nicht immer da war. So ganz ist das bei mir nicht der Fall, aber nicht wegen des neuen sondern wegen des alten Hüftgelenks, das begonnen hat gelegentlich zu zicken. Es ist aber noch nicht soweit, das ganze Procedere noch einmal zu durchlaufen. Ein, zwei Jahre wird das andere Gelenk schon noch funktionieren. Ganz vergessen kann ich also das Thema „Hüfte“ noch nicht, aber ich kann mich gut erinnern, wie es war, jeden Schritt zu spüren und immer zu überlegen, ob es sich nun lohnt, diese fünf Schritte mehr zu machen oder doch nicht. Ich habe also zwar noch nicht vergessen, dass ich ein künstliches Hüftgelenk habe, aber das wirkt sich durchaus auch positiv aus, weil ich mich immer noch darüber freuen kann, wie wunderbar es ist, zu gehen ohne ans Gehen denken zu müssen.

Wegen einer ganz harmlosen Bemerkung, die ein Kollege von mir ganz nebenbei gemacht hatte, habe ich mich am meisten gefürchtet. Er erzählte, dass man in der ersten Zeit nach der OP schon ziemlich hilflos wäre. Das hat mich mehr geschreckt als alles andere. Es war aber gar nicht so. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich hilflos gefühlt. Ein paar Stunden nach der OP hat mich der Physiotherapeut aus dem Bett geschmissen, der Katheter wurde entfernt und ab diesem Zeitpunkt ging es stetig immer nur aufwärts. Am Anfang war es wichtig, den 90Grad Winkel im Gelenk nicht zu unterschreiten, das war manchmal etwas mühsam, aber es hat sich doch für alles eine Lösung gefunden und nach 4 Wochen konnte ich ohne Krücken gehen, manche Bewegungen noch nicht machen, aber immerhin. Ab der 9. Woche habe ich Reha gemacht und am Tag nachdem ich von der Reha zurück war, habe ich wieder zu arbeiten begonnen. Großartig waren die Momente des „zum ersten Mal wieder …..“ Zum ersten Mal wieder tief gebückt, zum ersten Mal wieder Absätze getragen, zum ersten Mal wieder Brustschwimmen, zum ersten Mal wieder Schneidersitz. Es waren echte Highlights.

Nein, es war insgesamt nicht furchtbar und ich habe keine allzu große Angst vor dem zweiten Durchgang.