la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Verdacht

Ich habe den dringenden Verdacht, dass diese Vorgangsweise die Wasserqualität nicht verbessert hat. Aber wahrscheinlich war das ein Thema über das man damals noch nicht allzuviel nachgedacht hat.

Ah ja, übrigens ist ein Fleischhauer ein Metzger.


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Neues von der Nougateierfront

Die Methode habe ich vom Meditieren abgekupfert;

Nach dem Essen überkommt mich die Gier nach Zucker bzw Schokolade. Eine Tatsache ….. Ich versuche nicht, sie zu verdrängen und an etwas anderes zu denken oder gar so zu tun als wäre sie nicht da. Ich versuche auch nicht, sie zu befriedigen indem ich irgendwelche Süßigkeiten esse. Ich bin einfach gierig und betrachte die Gier von allen Seiten.

Sie ist glühend rot mit einem Schuss trägem Gelb. Vibrierende schwarze Linien ziehen sich durch. Gelb und Schwarz ergibt Olivgrün. Ich verlasse den Weg, der zum Olivenbaum bzw Apfelbaum der Erkenntnis führt; mit Erbsünden und Schuldgefühlen kommt man nirgendwo hin. Die Gier dampft und wabert, bekommt einen giftgrünen sirrenden Ton. Ich schaue ihr zu und knabbere an einem Stück sauren Apfel. Nach ungefähr einer halben Stunde fällt sie in sich zusammen ….. victoria !

Sehr hilfreich finde ich auch folgende Überlegung: hätte ich vor einer halben Stunde Nougateier gegessen, wäre der Genuss jetzt ja schon vorbei. Also würden sie mir im jetzigen Moment keinerlei Genuss mehr verschaffen.

Ich bin sehr zufrieden mit mir, aber natürlich muss die Devise lauten achtsam und wachsam zu bleiben. Immer wenn die Gier aufsteigt  zu überlegen, warum ich jetzt  Lust auf Süßes habe, welches Bedürfnis da eigentlich befriedigt werden will. In den seltensten Fällen ist es Hunger. Es ist Müdigkeit, Stress, ein Moment der Unentschlossenheit oder der Leere oder schlicht und einfach Gewohnheit, schlechte Gewohnheit. In solchen Fällen den automatisierten Griff zur Süßigkeit nicht zu machen, ist ein großer Triumph, ein Moment der Freiheit und Selbstbestimmung. Die Energie dieses Moments zu spüren und sich bei anderen Gelegenheiten daran zu erinnern, scheint mir der richtige Weg zu sein.

 


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8. Station der Literaturweltreise – Curaçao

Taxi Curaçao 

Das Buch spielt in einer in unseren Breiten wenig bekannten Gegend: auf den niederländischen Antillen. Die Insel Curaçao gehört zu den Inseln unter dem Wind. Allein schon die Bezeichnung! „Inseln unter dem Wind“, da höre ich die Segel im Wind  und rieche das Meer … Zufällig habe ich auch auf einem blog einen Bericht mit sehr vielen Bildern von  Curaçao gesehen: Bericht über Curacao

Um romantische Bilder und Vorstellungen von Europäerinnen geht es in diesem Buch aber ganz und gar nicht.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1961 in den Slums der Insel. Der junge Max wird von seinem Vater in die Schule gebracht. Der Vater, Roy Tromp (ja, es ist ein „o“ kein „u“) ist ein verantwortungsloser Schmalspurcasanova, der aber selbst eine so schwierige Kindheit und ein so hartes Alter erlebt, dass er einem fast sympathisch wird.

Roy Tromp ist im Besitz eines Dodge Matador (siehe Umschlag) und arbeitet als Taxifahrer. Dieses Auto spielt eine zentrale Rolle in der Familie, ist gleichzeitig das einzige Kapital und die einzige Einkunftsquelle, aber auch Grund und Vorwand für Unglück und enttäuschte Träume.

Max kommt also in die Schule. Dort lernt ihn der Ich-Erzähler kennen, ein aus Curaçao stammender Pater, der an einer Schule unterrichtet und auch sozial sehr engagiert ist. Er verfolgt das Leben von Max, seiner Mutter und auch seines Vaters. Max heiratet und bekommt einen Sohn, auch diese kleine Familie betreut der Pater und erfährt so von ihrem Leben.

Die Geschichte erzählt von Armut und enttäuschten Hoffnungen, aber auch von Liebe, Loyalität und Mitgefühl. Sie erzählt von vielen Jahren des Auf und Abs im Leben von Max und seiner Familie. Sie erzählt vom Leben in einer holländischen Kolonie, von Überlebenskunst und buntem Leben auf den Antillen  und schließlich vom wirtschaftlichen Niedergang der Insel. Im Laufe der Geschichte verdichtet sich der Eindruck dass die Geschehnisse sich in Richtung Katastrophe bewegen.

Sonny, der Sohn von Max und Lucia, ein vielversprechendes Kind gerät als Jugendlicher in viele Schwierigkeiten. Und Max fliegt in die Niederlande. Dies erfahren wir im ersten Satz des Buches. Warum er das tut und was daraus wird, erfahren wir aber erst am Ende.

„Klar, eingängig, rau, manchmal fast kantig, Stefan Brijs zeigt, wie viel und zugleich wie wenig das Leben wert ist.“ HP/DE Tijd

Mit vielem Dank an den Verlag für die Überlassung des Rezensionsexemplars


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Unveränderte (oder unveränderliche) Beziehungskisten

Bei Archivierungsarbeiten in meinem blog bin ich auf einen Beitrag gestoßen, der über zwei Jahre alt ist. Er beschreibt die damalige Situation und ich stelle fest, dass sich daran im Wesentlichen nichts verändert hat. Was ich mich frage, ist, ob das gut oder schlecht ist. Wie auch immer, jedenfalls ist es so……

 Noch nie hatte ich eine Beziehung, die ähnlich war wie jene, die ich mit F. führe. Sie ist in mehreren Aspekten völlig anders als alles, was ich bisher kennengelernt habe. Sie passt in keine meiner Schubladen und bietet daher einerseits viel Freiraum und Gestaltungsmöglichkeit andererseits erzeugt dieser Mangel an Referenzpunkten auch viel Unsicherheit. Ein Weltraumspaziergang bei dem man nur an einem Seil hängt, ist sicher absolut faszinierend und bietet völlig ungewohnte Ein- und Ausblicke und neue Erkenntnisse, aber die Sicherungsmechanismen des Seils vergisst man wahrscheinlich nicht einen Augenblick.

Mir kommt das vor wie ein Schaltpult mit ziemlich vielen Knöpfen. Bei meinen früheren Beziehungen wusste ich ziemlich genau, was passiert, wenn ich auf den großen blauen Knopf links oben drücke, oder den grünen Hebel in der Mitte neben dem Display betätige. Obwohl das auch keine konventionellen Männer  waren ….. Ich habe mich aber immer als prinzipiell kompetent empfunden für die Handhabung dieser Schaltpulte …

Aber auf dem F-Schaltpult gibt es einige Hebel und Knöpfe an die ich mich gar nicht herantraue. Ich weiß nicht einmal, wie sie zu betätigen wären und schon gar nicht mit welchem Ergebnis. Für meinen neugierigen Anteil ist das faszinierend, für meinen unabhängigen Anteil bietet es große Expansionsmöglichkeiten, für meinen intellektuellen Anteil ist es eine bereichernde Herausforderung, für viele andere Anteile hat es positive Seiten, für einige negative. Für meinen unsicheren Anteil schrammt es an der Katastrophe vorbei.

Andererseits möchte ich mich von diesem Anteil ohnehin gerne verabschieden. An so drastisches Rütteln daran hätte ich nicht gedacht, aber vielleicht ist das ja die richtige Methode.

Ich bin ja auch weder unglücklich noch unzufrieden. Ganz im Gegenteil, ich schätze die Herausforderung und fühle mich sehr lebendig. Mir fehlt nur die beruhigende Gewissheit lang gepflegter Verhaltensmuster. Wobei ich mit vielen dieser Verhaltensmuster gar nicht glücklich war und deren einziger Vorzug die Vertrautheit ist. Man kann sich ja an sehr unangenehme Dinge gewöhnen und sie als beruhigend vertraut empfinden.

Und in diesem Sinne schwimme ich derzeit ziemlich frei herum, was mir sehr gut gefällt, andererseits vermisse ich absurderweise die Gewichte an den Beinen, die mich hinunterziehen wollen. Blöde G´schicht !

Trotzdem habe ich den Eindruck, dass das genau der richtige Weg für mich ist …