la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Wir ?

Gruppendynamik gehört zu den Themen, die ich wirklich faszinierend finde. Als Lehrerin habe ich ja die Möglichkeit solche Prozesse  täglich live zu verfolgen. Die sozialen Strukturen, die in einer  Schulgruppe entstehen, sind sich oft ähnlich, aber es gibt doch immer wieder Überraschungen; angenehme und unangenehme. Manchmal genügt eine Person in der Gruppe um die Motivation aller entscheidend zu beeinflussen. Aus Lehrersicht ist es ideal, wenn die tonangebende(n) Person(en) interessiert und motiviert ist/sind. Es ist die reine Freude mit so einer Gruppe zu arbeiten, da tut sich was, lernmäßig und sozial. Die Version, in der nur allseits gähnende Langeweile und Egomanie herrscht, gibt es natürlich auch. Es fasziniert mich immer wieder, wie so eine Klasse oder Gruppe, die rein zufällig alphabetisch nach den Anfangsbuchstaben der Familiennamen der Schüler*innen  zusammengestellt wurde, in kürzester Zeit eine eigene charakteristische Dynamik entwickelt.

Genauso zufällig erfolgte die Zusammensetzung der Gruppe in der ich meine Rehab absolviere. Eine viel buntere Mischung als eine Schulklasse und so oft haben wir einander auch nicht gesehen, weil es Einzel- und Gruppentherapien gibt, dennoch hat sich eine Gruppe gebildet. Eine Gruppe von in jeder Hinsicht sehr verschiedenen Menschen, die ganz verschiedene Probleme und Ziele haben. Trotzdem sagt immer wieder jemand „wir“, trotzdem haben wir schon eine Menge voneinander erfahren, trotzdem hat sich eine gewisse Solidarität entwickelt, eine gewisse Kameradschaft wenn wir gemeinsam trainieren oder Unterwassergymnastik betreiben.

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Heilige holding ?

Die österreichische Vinzenz-Gruppe ist eine aus sieben Krankenhäusern und zwei Pflegeheimen bestehende Holding, die vom Orden der Barmherzigen Schwestern 1995  gegründet wurde. Offenbar ein sehr tüchtiger Orden, denn die Gruppe ist kaufmännisch wie medizinisch sehr gut aufgestellt. Image illustrative de l'article Vincent de PaulQuelle: Wikipedia

Der heilige Vincent de Paul  geboren in Pouy am 24.April 1581 und verstorben in Paris am 27. September 1660 ist der Namensgeber dieser Holding ebenso wie vieler christlicher Organisationen. Die Historiker bezweifeln zwar den Wahrheitsgehalt der Legende, dass er zwei Jahre lang als christlicher Sklave in Nordafrika gelebt haben soll und dann mit seinem von ihm zum Christentum bekehrten ehemaligen Herrn und dessen drei Frauen nach Rom gereist sei.

Tatsache ist aber, dass er 1619 Beichtvater des für die französischen Galeeren zuständigen Generals, Philippe-Emmanuel de Gondi wurde . 1625 gründete er die Kongregation der Lazaristen ( In Deutschland Vinzentiner genannt). Vinzent de Paul verstand es offenbar ausgezeichnet die Damen der französischen Gesellschaft zum Spenden für die Armen und Bedürftigen zu motivieren und war Gründer mehrerer wohltätiger Organisationen.

So wurde auch diese österreichische Holding nach Vinzent de Paul benannt. Wie ich auf das Thema komme ? Nun, das Spital, in dem meine Rehab stattfindet, gehört auch zur Vinzenz-Gruppe und ich bin äußerst beeindruckt von der freundlichen Atmosphäre, die dort herrscht. Zuerst dachte ich, es müsste ein ganz fantastisch effizientes Qualitätsmanagement sein, das solche Ergebnisse erzielt, aber wenn man genau hinsieht, so stellt man fest, dass nicht eine professionelle Freundlichkeit herrscht, sondern eine sehr überzeugende Herzlichkeit.

An und für sich würde es mich irritieren, wenn in einem Rehabzentrum überall Kreuze hängen, sogar im Schwimmbad, wenn es eine angeschlossene Kapelle gibt ….. aber in diesem Fall, in einem so großartig organisierten und funktionierenden Spital mit einem derart außergewöhnlichem Personal habe ich mich schon nach einer Woche daran gewöhnt und genieße das Ambiente geradezu.

 


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Zeitdehnung

Wenn man stressige Zeiten vor sich hat, macht es eigentlich nur noch mehr Stress, die Situation analytisch überblicken zu wollen. Nach dem Motto: „wie soll sich das an den nächsten Montagen nur ausgehen ? Wie soll ich fast gleichzeitig an mehreren Orten sein ? Und wenn es auf dem genau ausgerechneten Weg von A nach B einen Stau gibt ? und so weiter und so fort.

Die bessere Methode scheint mir, die Sache Tag für Tag, Schritt für Schritt anzugehen. Viele kleine Lösungen, sich auf das gute Verhältnis mit den Arbeitskollegen und viele Rückgefälligkeiten verlassen, möglichst gelassen sein, möglichst konzentriert im Detail um nicht unnötig Zeit zu verplempern …. Es wird schon gehen und gut werden.

Der Grund meines zu erwartenden Zeitdrucks ist eine 6-wöchige ambulante und berufsbegleitende Rehab; dreimal pro Woche jeweils ungefähr vier Stunden. Allerdings herrscht an Spitälern nach wie vor ein vom Rest der Welt abweichendes Zeitgefühl. Man hatte mir gesagt, dass die Rehab berufsbegleitend am Nachmittag stattfindet. Unter „berufsbegleitend, am Nachmittag“ hätte ich mir ungefähr 17:00 oder 18:00 vorgestellt und das wäre an den vorgesehenen Wochentagen sehr gut gegangen. Leider sieht die Sache zeitlich völlig anders aus. Der Nachmittag beginnt an diesem Rehabzentrum um 12:00 Uhr !

Um die Sache dennoch möglich zu machen, waren alle wirklich außerordentlich bemüht und kulant, sowohl meine Administratorin in der Schule als auch die Damen in der Klinik, die den Behandlungsplan erstellt haben. Es wurden Unterrichts- und Behandlungsstunden kreativ hin und her geschoben und verschachtelt. Trotzdem ist alles recht knapp, vor allem in den ersten beiden Wochen. Aber ich bin wild entschlossen dieses Programm mitzumachen; schwierig genug war es,  eine 6 wöchige Rehab genehmigt zu bekommen. Für die Krankenkasse ist es einfach viel billiger, jemanden 3 Wochen in ein Kurhaus zu schicken, weil sie mit den Kurhotels äußerst günstige Verträge haben. Die spezialisierte, hochqualifizierte  orthopädische Klinik, die die Rehab anbietet, ist teurer, wahrscheinlich wesentlich teurer.

Nun jedenfalls habe ich mir die Lokalitäten schon angesehen und eine erste Untersuchung absolviert. Die Ärztin war sehr freundlich und hat sich eine Stunde Zeit genommen für eine ganz detaillierte Anamnese. Ein gutes Gefühl ist das, wenn ein einschlägig kompetenter Mensch genau zuhört ! Nächste Woche beginnt das Programm.


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Es lebe der Fisch (zu summen nach der Melodie von „es lebe der Sport“)

Sehr viel Eiweiß, gesunde Fette und absolut kein Zucker. Fisch kann man kalt oder warm in verschiedenster Zubereitung essen. Mein Lieblingsvegetarier isst auch Fisch.Also werde ich mich zur begeisterten Fischesserin entwickeln. Zwar verstehe ich den Unterschied zwischen dem Verspeisen eines Huhns zum Beispiel und dem eines Fischs nicht wirklich, aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Von Seiten der Religion geht es ja meines Wissens um die Unterscheidung zwischen Land- und Wassertieren. Wassertiere, also zum Beispiel Fisch, durfte man auch in der Fastenzeit essen. Böse Zungen behaupten ja, dass man in manchen Klöstern Wildschweine im Wasser gehalten hätte um den Speiseplan in der Fastenzeit aufzumotzen ….

Ein kleiner Abstecher in die bizarre Welt von Lieferanten eines Hofs, den es seit 100 Jahren nicht mehr gibt. Na ja, Hauptsache der Fisch ist frisch, die Gedankenwelt in der Firma C.Warhanek kann mir ja egal sein


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Über die Gewohnheiten und die Gesundheit

Es gibt ja nicht nur gute und schlechte Gewohnheiten, es gibt auch gesunde und ungesunde. Und dann gibt es noch die, die an sich neutral oder gut sind, auf mehreren Umwegen aber zu nicht so guten Ergebnissen führen. Eine von diesen habe ich ausfindig gemacht. Wenn ich tagsüber von wo auch immer nachhause komme, habe ich die an sich sehr zielführende Gewohnheit dies und das zu besorgen und zu erledigen; unter vielem anderen kaufe ich auch Lebensmittel ein. Im Rahmen meines Zuckerreduktionsprojekts arbeite ich aber daran, nichts zu kaufen, was ich nicht unbedingt brauche. Ich versuche also so etwas wie einen Speiseplan zu machen und nichts zu kaufen, was darin nicht vorkommt.

Wirklich überrascht hat mich, dass es mich irritiert an Geschäften, in die ich regelmäßig hineingegangen bin einfach vorbeizugehen. Tief eingegraben sind solche Gewohnheitsmuster und entsprechend schwierig sie zu verändern. Das sind wohlbekannte Tatsachen, die mich doch immer wieder beeindrucken.


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Entwöhnung, Orgien und Zähneputzen

Meine Anti-Nougatostereierkampagne war – nun sagen wir mittelfristig nachhaltig. Ein nächster Vorstoß ist wieder dringend nötig. Nicht wegen der Schönheit sondern wegen der Gesundheit. Erfolgsversprechend ist der beträchtliche Leidensdruck, nicht so motivierend die Ungewissheit, ob die Ernährungsveränderung überhaupt den gewünschten Erfolg bringen kann. Ich muss mich also daran halten, dass die Zuckerreduktion auf jeden Fall Positives bringt, wenn vielleicht auch nicht im erwünschten Bereich.

Wirkungsvoll sind bei mir die Selbstüberlistungen. Daher Maßnahme Nummer eins: Zähneputzen am Nachmittag, lange vor dem Schlafengehen. Nachdem ich mir die Zähne geputzt habe, esse ich nichts mehr. Eine absolut haltbare Konditionierung, die ich meiner Mutter zu verdanken habe. Niemals und unter keinen Umständen gehe ich mit ungeputzten Zähnen schlafen.

Wenn ich an meine liederliche Jugend denke, wie ich an den unmöglichsten Orten und Situationen immer Zähne geputzt habe. Im Rückblick lache ich darüber; zum Beispiel beim Interrailfahren in einem Zug zwischen Algeciras und irgendwo, der ganze Zug war eine rollende Orgie und mittendrin habe ich zum Kulturbeutel und der Wasserflasche gegriffen und bin Zähne putzen gegangen, zum Gaudium meiner Umgebung, die mich als hoffnungslose bourgoise bezeichnet hat. Aber gut war´s. Wer weiß, wie es im Munde und im Leben der Möchte-gerne-Revoluzzer und der tatsächlichen Aussteiger heute aussieht.

Jetzt bin ich aber etwas abgeschweift. Maßnahme Nummer zwei: die Schoki-Lade ist nur noch von einer Tafel schwarzer Schokolade bevölkert, für absolute Notfälle. Ich mag keine schwarze Schokolade und esse sie nur eventuell, wenn es denn sein muss und dann nur in winzigen Rationen. Warum es sein muss ? Nun ja, Zuckersucht ist eine Sucht wie alle anderen auch und manchmal muss ein Substitutionsprodukt her, damit nicht die ganze Entwöhnung zusammenbricht.

Abgesehen von viel zuviel Zucker esse ich gar nicht so ungesund und diese beiden verhältnismäßig einfachen Maßnahmen werden mich hoffentlich weit bringen. Vorläufig läuft alles gut.

 


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Und noch eine Erkenntnis

Wenn ich schon die courage habe bei meinen derzeitigen Mobilitätsbedingungen herumzureisen wäre es sehr klug die Unterkünfte nicht nur nach der Lage zu wählen sondern auch nach der Aussicht aus dem Hotelzimmer. An Tagen an denen ich so gar nicht gehen kann, wäre ein schöner Ausblick ein gewisser Trost