la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Wild geht es bei uns derzeit zu

Bei über 39 Grad Fieber um 9:00 Früh bekomme ich die Panik. Der F hat sich offenbar die Weihnachtsfeiertage zum krank werden ausgesucht und so haben wir die Gelegenheit die Notfalldienste der Stadt Wien zu testen. Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass das ganze Land -inklusive Ärzte – zwei Wochen Urlaub macht und waren schon einmal äußerst positiv überrascht, dass die telephonische Beratung leicht zu erreichen war. Obendrein waren von den fünf praktischen Ärzten, die sich in Gehentfernung befinden nur zwei auf Urlaub und drei im Dienst, einer davon Fs Hausarzt, bei dem auch noch nur wenige Patienten waren. Also eigentlich hat an diesem 23. Dezember alles so funktioniert als wäre ein ganz normaler Montag. Was nichts daran ändert, dass die Ursache für das hohe Fieber ungeklärt ist. Ich will nicht ins Detail gehen aber jedenfalls hat der Hausarzt empfohlen, am Mittwoch ein Ambulatorium aufzusuchen. Wäre morgen nicht Weihnachten hätte er vielleicht empfohlen dort sofort hinzufahren, das lässt sich schwer sagen. Jedenfalls schläft der F jetzt, was sicher das Vernünftigste ist, was er tun kann und ich treffe mich mit meiner Nichte, die ich schon ewig nicht gesehen habe.

Es stürmt und regnet seit gestern in Strömen, wir werden also möglicherweise den Weihnachtsmarktbesuch kurz halten und uns lieber in ein Café setzen. Der Regen würde mich weniger stören, aber wenn bei Regen viele Menschen zusammenkommen, haben die auch alle einen Schirm und das enge Zusammenstoßen von Regenschirmen ist meist sehr unangenehm. Ich wollte das Treffen aber nicht absagen, weil ich mich ja vielleicht anstecke und dann sehen wir uns die ganzen Ferien lang nicht. Also auf in den Kampf!


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19.12.19

Der vorweihnachtliche Teil des Prüfungsmarathons ist so gut wie abgeschlossen. Etwa ein Drittel der Arbeiten habe ich auch schon korrigiert. Ab Morgen Abend gibt es dann nur noch selbsterzeugten Stress und der hält sich sehr in Grenzen. Der Christbaum wird langsam und genüsslich Kugel für Kugel geschmückt. Die Barbarazweige sind etwas zu früh aufgeblüht aber eine wahre Pracht.

Schlimme Neuigkeiten gibt es von meiner Kollegin. Sie hatte am Wochenende den zweiten Lungeninfarkt in ein paar Wochen und bekommt nun eine Maxi-Chemo. Es gibt Fachausdrücke von denen ich lieber nie gehört hätte. Das ist eine Chemotherapie bei der die Patienten 46 Stunden lang an der Gift-Infusion hängen. Ob die behandelnden Ärzte noch irgendeine Hoffnung haben oder wenn nicht, warum sie zu solchen Keulen greifen, weiß ich auch nicht und wollte es ihr gegenüber nicht unbedingt thematisieren.

 


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18.12.- Auf unseren Jahrestag !

Auf den Tag genau vor einem Jahr wurde an mir gesägt, gebohrt, gefräst und ich habe Bekanntschaft mit meinem Titan-Hüftgelenk gemacht. Ein Jahr soll es dauern bis der Körper „vergessen“ hat, dass das neue Teil nicht immer da war. So ganz ist das bei mir nicht der Fall, aber nicht wegen des neuen sondern wegen des alten Hüftgelenks, das begonnen hat gelegentlich zu zicken. Es ist aber noch nicht soweit, das ganze Procedere noch einmal zu durchlaufen. Ein, zwei Jahre wird das andere Gelenk schon noch funktionieren. Ganz vergessen kann ich also das Thema „Hüfte“ noch nicht, aber ich kann mich gut erinnern, wie es war, jeden Schritt zu spüren und immer zu überlegen, ob es sich nun lohnt, diese fünf Schritte mehr zu machen oder doch nicht. Ich habe also zwar noch nicht vergessen, dass ich ein künstliches Hüftgelenk habe, aber das wirkt sich durchaus auch positiv aus, weil ich mich immer noch darüber freuen kann, wie wunderbar es ist, zu gehen ohne ans Gehen denken zu müssen.

Wegen einer ganz harmlosen Bemerkung, die ein Kollege von mir ganz nebenbei gemacht hatte, habe ich mich am meisten gefürchtet. Er erzählte, dass man in der ersten Zeit nach der OP schon ziemlich hilflos wäre. Das hat mich mehr geschreckt als alles andere. Es war aber gar nicht so. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich hilflos gefühlt. Ein paar Stunden nach der OP hat mich der Physiotherapeut aus dem Bett geschmissen, der Katheter wurde entfernt und ab diesem Zeitpunkt ging es stetig immer nur aufwärts. Am Anfang war es wichtig, den 90Grad Winkel im Gelenk nicht zu unterschreiten, das war manchmal etwas mühsam, aber es hat sich doch für alles eine Lösung gefunden und nach 4 Wochen konnte ich ohne Krücken gehen, manche Bewegungen noch nicht machen, aber immerhin. Ab der 9. Woche habe ich Reha gemacht und am Tag nachdem ich von der Reha zurück war, habe ich wieder zu arbeiten begonnen. Großartig waren die Momente des „zum ersten Mal wieder …..“ Zum ersten Mal wieder tief gebückt, zum ersten Mal wieder Absätze getragen, zum ersten Mal wieder Brustschwimmen, zum ersten Mal wieder Schneidersitz. Es waren echte Highlights.

Nein, es war insgesamt nicht furchtbar und ich habe keine allzu große Angst vor dem zweiten Durchgang.

 

 


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Ausweglos – Montag 16.12.19

Sehr schwer fällt es mir passende Worte zu finden um mit meiner Kollegin zu kommunizieren. Einer Kollegin, die immer sehr nett und hilfsbereit war, die eine sehr gute Lehrerin war. Nun hat sie vor ein paar Tagen die erste Chemotherapie bekommen, ohne dass irgendjemand daran glaubt, dass die Therapie heilen kann, die Ärzte nicht, die Patientin nicht, die Angehörigen und das Umfeld nicht. Angesichts des Todes muss menschlicher Austausch authentisch sein, sonst lässt man ihn lieber bleiben. Authentisch kann aber nur der Zugang sein „ich weiß, dass du bald sterben wirst und ich wünsche dir ganz herzlich, dass du die verbleibende Zeit gut leben kannst.“ Aber will sie das hören? Will sie vielleicht lieber hören „Gute Besserung, das wird schon wieder “ und wenn die Töne noch so unecht sind.

Hüten muss man sich davor, sich  besonders arm und überfordert zu fühlen, weil man mit einer solchen Situation umgehen muss. Hüten muss man sich aber auch vor den falschen Tönen. Andererseits wem steht es eigentlich zu, die Patientin zu zwingen der Wahrheit ins Auge zu sehen? Vielleicht will sie sich lieber in eine Scheinwelt flüchten und/oder auf ein Wunder hoffen ? Falls das so ist, wie geht man nun damit um …


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Freitag 29.11-

Ob wohl eine fortgeschrittene Demenz die absolute Erfahrung des „Hier und Jetzt“ bewirkt ? Wohl eher nicht. Es wird , wie so vieles, ganz anders sein, als man es sich vorstellen kann. Die medizinische Forschung ist beim Thema „Demenz“ nach wie vor um keinen konkreten Schritt weitergekommen. In einer an sich ganz guten medizinischen Zeitschrift, deren neueste Ausgabe ich gestern beim Zahnarzt gelesen habe, wird Vorbeugung empfohlen: Bewegung, gesunde Ernährung und Pflegen von sozialen Kontakten. Genau dasselbe, was auch für langes Leben und zur Behandlung von allem wofür es keine Behandlung gibt, empfohlen wird.

Seit ein paar Tagen hängt ein Plakat des  Wiener St.Anna-Kinderspitals:  ein Kind mit haarlosem Kopf, also in Chemotherapie, und in ziemlich großen Lettern „forscht schneller“. Seltsam, an wen das wohl gerichtet ist. Das St. Anna ist selbst auch ein Ort der Forschung zum Krebs bei Kindern.

Die conditio humana lauert hinter vielen Ecken mit vielen Tragödien. Kaum jemand schafft es, seinen Slalomkurs durchs Lebens so zu gestalten, dass alle diese Ecken vermieden werden.


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Freitag 27.9.19

In zwei Tagen ist es endlich vorbei mit diesem widerwärtigen Wahlkampf. Unendlich viele Fernsehdebatten, , was sich auf den social medias abspielt, ist jenseitig, Grins-und-sonst-nix-Plakate. Allerdings bieten diese dümmlichen Plakate den kreativen Beschmierern Umgestaltern viele Möglichkeiten. Hofers Hitlerbärtchen gehört zu den weniger originellen Werken. Sehr gut gefällt mir die Variante des FPÖ-Plakats mit der Ansage „Rot-grün gefährdet deine Zukunft“, das „deine“ eingeringelt und mit einem Pfeil zu Hofers Foto hin versehen. Nicht dass es irgendeine halbwegs realistische Möglichkeit für eine rot-grüne Regierung gäbe, aber die türkis-blaue Variante ist eventuell auch nicht mehr so sicher, weil die „Einzelfälle“ der FPÖ ein Ausmaß annehmen, dass sogar Sebastian Kurz  leise Zweifel zu beschleichen scheinen.

Unerwartet anstrengend an meinem Stundenplan sind die beiden aufeinanderfolgenden Abende. Insgesamt wird aber das letzte wohl ein bequemes Schuljahr werden. Insgesamt komme ich mir total gesund und fit vor im Vergleich zu dem, was einigen Kollegen passiert. Sehleistung von 5% auf einem Auge, Oberschenkelhalsbruch beim Radfahren, totale Bettruhe wegen Schwindel aufgrund von extremem Augendruck, Herzmuskelentzündung. Unglaublich kurz ist der Schritt von jung und dynamisch zu sehr krank. Herbstliche Überlegungen, Vergänglichkeit und Verfall ….


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6.9.19 – erste Woche abgehakt

Eine ganze Woche Schule durch und die Vorzüge und Nachteile des neuen Stundenplans sind ziemlich ausgelotet. Mir scheint, dass die Vorzüge deutlich überwiegen. Ein paar winzige Details sind nicht so toll, aber – wie ein Schüler sehr richtig über seinen eigenen Stundenplan sagte „man kann aus allem ein Drama bauen“. Also, ich baue nicht, bin sehr zufrieden und darf nicht vergessen, mich bei den Stundenplanmacherinnen zu bedanken.

Erstaunlich ist, was mein neues TV-Modem alles kann. Vielleicht gibt es das alles eh schon seit vielen Jahren und jeder Kabelfernsehnutzer findet es ganz banal, aber für mich ist es neu, dass es eine Funktion gibt, mit der man – wenn man mitten in einer Sendung den Fernseher aufdreht – die Sendung wieder von Anfang an sehen kann oder dass man Sendungen aufzeichnen und in einer persönlichen Mediathek speichern kann. Auf die Arte-Mediathek komme ich allerdings nach wie vor nur über internet. Nix ist perfekt.

Und schließlich merke ich, dass ich doch noch ziemlich gern unterrichte. Der administrative Kram rundherum wird immer mehr und nervt beträchtlich, aber die Kommunikation mit Schülern und Studierenden ist schön, nach wie vor. Beunruhigend finde ich, dass sich die Schulärztin aus unter ärztliche Schweigepflicht fallenden Gründen entschlossen hat, eine Notfallinterventionsgruppe von LehrerInnen zu bilden, und auch für alle anderen an der Schule beschäftigten Personen Verhaltensanweisungen für den Fall von Suizidankündigungen von SchülerInnen zusammenzustellen. Sie veranstaltet auch Impfaktionen, was ich sehr, sehr gut finde.

Der Lieblingsasiate gegenüber der Schule hat natürlich immer noch die genau gleiche Speisekarte wie Ende Juni. Never change a running system ! Ich gehe aber ohnehin höchstens einmal in der Woche hin, da passt das schon.