la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

Auf der Suche nach Mitgefühl und Weisheit


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Sonntag 25.8.19 – Fliegenpilze

Bis 10 Uhr Vormittag sollen die Zimmer geräumt sein. Das ist sehr früh, weil wir hier noch mittagessen wollen, aber Sonntag ist der stärkste An- und Abreisetag in diesem Kurhotel und die Zimmerfrauen haben so viel Arbeit, dass sie es bis 15 Uhr gerade schaffen, die Zimmer der Abgereisten für die nachfolgenden Gäste fertig zu machen. Auch kein beneidenswerter Beruf. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, ist es ohnehin egal, ob das Gepäck auf einem Zimmer liegt oder im Auto.

Wir haben also noch eine kleine Wanderung gemacht. Durch den Wald an einem Weiher entlang. Leider war es ein Fischteich und kein Badeteich und so gab es jede Menge Angelplätze aber keinen einzigen Badeplatz. So riesig wie die Karpfen in den Fischteichen hier sind, möchte ich mich aber ohnehin nicht von ihnen anknabbern lassen. Der F. ist ein großartiger Wanderbegleiter. Er findet und behirnt die Wege und nimmt Rücksicht auf meine noch mäßige Kondition. Wir haben beide Freude daran, gemeinsam durch den Wald zu gehen, was nicht heißt, dass wir nicht auch immer wieder getrennte Wege gehen, jede/r im eigenen Tempo. Die richtige Dosierung von gemeinsam und getrennt, von mehr oder weniger nahe macht für mich eine gute Beziehung aus.

Auf unserem heutigen Weg standen eine Menge verschiedener Schwammerln darunter eine große Anzahl von prächtigen Fliegenpilzen. Der Weg heißt aber überraschenderweise „Herrenpilzweg“. Warum welche Pilze wo besonders gut gedeihen, ist ja nicht so ohne weiteres feststellbar. Die Einheimischen sagen, es wäre heuer überhaupt kein Schwammerljahr. Wenn das so ist, muss man da wohl in guten Jahren einen Slalom zwischen den Fliegenpilzen hinlegen.

Wir sind wieder zuhause, Berge von Wäsche sind gewaschen und hängen zum trocknen. für den F ist morgen ein normaler Arbeitstag, ich habe noch eine Woche Ferien, wenn auch  mit sehr vielen Terminen gespickt.

 


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Wir standen beim Ikea-Schalter …….

„Was ? 200 € für die Montage von 2 Kästen ?“ sagte der F. „Lächerlich, das machen wir selbst!“

„Äh, wir ?“ sagte ich.

Nach den fünf ersten Stunden höchst schweißtreibender Tätigkeit: „Also eigentlich wären die 200 doch gar nicht so teuer gewesen“

Nach zwei Tagen Arbeit und unendlich vielen Kleinigkeiten, die wahrscheinlich jeder Handwerker im kleinen Finger hat, wir uns aber mühsam erarbeiteten mussten: „Also 200 sind für die Schufterei durchaus angemessen“

Und nach drei Tagen Arbeit, 20 Litern Schweiß, x-maligen Neuanfängen, dem Adjustieren von Türen im Blindflug und und …. „eigentlich preiswert die 200, ich glaube ich hätte sogar das Doppelte bezahlt, wenn ich vorher gewusst hätte, was ich mir da erspart hätte“Zu spät !

Tja, das Wochenende war mäßig erholsam, aber wir haben doch sehr an Stauraum gewonnen und Vielfältiges gelernt über den Möbelbau und über einander. Meine Kenntnisse im Südoberösterreichischen Idiom konnte ich auch ausweiten: ich weiß jetzt, dass „daune“ nach vorne heißt und nicht nach hinten, was ja nicht unwesentlich ist, wenn ein Teil eines schwereren Trumms in eine vorgegebene Öffnung gehoben werden soll.  Zwei von den Türen sind allerdings immer noch nicht gerade, eine Wissenschaft das Adjustieren von Türschanieren, aber das wird noch. Und was für wunderbare neue Werkzeuge wir jetzt besitzen, vom handlichen Akkuschrauber über einen Leichthammer bis zu diversen neuen Bohrern für die Bohrmaschine.

Sehr zufrieden bin ich mit meinem Hüftgelenk, das problemlos alles mitgemacht hat, das Bücken, das Heben, das Strecken, das Drehen und das am Boden Herumkriechen. Ich habe gar nicht daran gedacht ….


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6. Tag der ersten Hitzewelle 2019 – Samstag 15.6.19

Die Prognosen lagen bei 37 Grad, und obendrein war es extrem schwül. Eigentlich wollte ich mir gerne die heute in Wien stattfindende Euro Pride anschauen, konnte mich aber nicht dazu überwinden. Die Hitze, die vielen Leute …. schade.

Die Hitze wirkt sich extrem bestimmend nicht nur auf mein Leben aus. Die ganze Stadt schwitzt und schleicht dahin. Die Architektur einer mitteleuropäischen Stadt ist eben nicht auf tagelange, große Hitze angelegt. Es fehlen die beschattenden Strukturen, die dicken Stein- oder Ziegelwände gibt es nur in alten Gebäuden, die Böden strahlen mit den Wänden um die Wette, es gibt Steinwüsten bei deren Durchquerung  Hitzekoller oder Kreislaufzusammenbruch drohen.

Das gestrige Abschlussfest unseres Maljahres war äußerst kuschelig: wir saßen eng aneinander in dem kleinen Atelier, schwitzten und machten Pläne für den Herbst. Trotzdem war es ein vergnüglicher Abend. Aber schon die Nacht war tropisch und heute zogen die Temperaturen nochmals an. Wir haben gerade nur einen Wocheneinkauf gemacht, alles verstaut und sind dann nochmals in die Hitze aufgebrochen um einen F-schen Schuheinkauf zu machen. War auch nicht besonders gemütlich: die Herrenabteilung des Geschäfts lag unter einem Glasdach, eh klimatisiert, trotzdem schrecklich drückend. Aber die Schuhe für längere Zeit sind unter Dach und Fach.

Bis vor nicht allzu langer Zeit habe ich den F hin und wieder einmal daran erinnert, dass es wohl kein Fehler wäre, Schuhe, Pullover oder sonstwas zu kaufen. Damit übernahm ich dann irgendwie die Verantwortung für diese Käufe und der F hatte die bequeme Position sich ziehen und bitten zu lassen obwohl es doch seine Sachen waren. Dieses Verhalten habe ich völlig eingestellt, ich sage zu diesem Thema gar nichts und siehe da, nun kommt der F und fragt mich, ob ich mitkomme wenn er einkaufen geht. Das ist doch deutlich besser.

Den Rest des Tages haben wir uns beide nicht mehr aus dem Haus bewegt. Man muss ohnehin irgendwann räumen, kochen, Wäsche waschen und das eine oder andere planen.

Das Außenthermometer auf dem Küchenfensterbrett, gegenüber dem Spinnennetz – auf welches am späten Nachmittag die Sonne direkt hinbrennt, zeigt 45 Grad. Morgen soll es etwas besser werden ….


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Alltag #6 – Die Dose

Alltag #6 bei Ulli 

Die Konservendose ist eine von mir ziemlich ungeliebte Mitbewohnerin, aber der F. liebt sie. Wir haben also gewissermaßen ein Dreiecksverhältnis miteinander. Er isst zum Beispiel mit Begeisterung Erbsen aus der Dose. Ich mag Erbsen auch sehr gerne, aber die schleimige Konsistenz von diesen Dosenschönen finde ich geradezu widerwärtig. Dreiecksverhältnisse funktionieren aber nur dann, wenn alle Beteiligten sich einigermaßen mögen. Mit anderen Worten: der F, die Dosen und ich haben ein etwas problematisches Dreiecksverhältnis.

Ich habe ja schon einiges versucht, aber erfolglos. Nicht einmal der Hinweis auf ökologische Bedenklichkeit bei der mit gewaltigem Energieverbrauch durchgeführten Produktion hat genützt. In Island zum Beispiel wird sehr viel Aluminium hergestellt, weil dort nun einmal die Energie geradezu unbegrenzt fließt, wenn dabei auch sehr viel unberührte Landschaft zerstört wird. Auch das konnte den umweltbewegten F nicht von seinen Dosen weglocken. Auch die Studien, die einen Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer sehen, waren ihm schlicht und einfach wurscht.

Mir bleibt also aus derzeitiger Sicht, nichts anderes übrig als mich mit den Dosen abzufinden, wenn sie auch herumstehen, leer und geschlossen, beim Öffnen immer wieder kleine Unfälle verursachen und aus meiner Sicht wenig Appetitliches enthalten. Obendrein muss man sie sammeln und zum Recyclen bringen und die papierenen Etiketten ablösen. Eventuell könnte man damit in Kindheitserinnerungen schwelgen und Türme bauen. Wenn aber andererseits so viele davon da wären um daraus Türme bauen zu können, bekäme ich wahrscheinlich eine Dosenkrise.

Zusammenleben hat eben seine Tücken und fairerweise überlege ich, welche von meinen herumliegenden Besitztümern den F nerven könnten. Was Bücherstöße betrifft, haben wir uns gegenseitig nichts vorzuwerfen, von denen haben wir beide welche. Ansonsten?  Wen können schon mehrere Strickzeuge, Berge von zu korrigierenden Prüfungsarbeiten, allgegenwärtige Schmuckschachteln und einzusetzende Pflanzen stören ? Eben.

 


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Montag 21.1.19

An und für sich möchte ich ja in nächster Zeit früher aufstehen, aber wenn man mitten in der Nacht Blutmond schaut, geht das schlecht. Beim letzten Blutmond war es stark bewölkt und man konnte in Wien gar nichts sehen, deshalb wollte ich diesen auf keinen Fall versäumen. Diesmal war zwar die Sicht perfekt, ein völlig freier Himmel, aber der Mond war so klein, dass ich eigentlich nicht besonders beeindruckt war. Dafür bin ich nochmal schlafen gegangen und dann spät aufgewacht.

Eine fast normale Einkaufs- und Erledigungstour habe ich heute geschafft, ohne Krücken wohlgemerkt, und kam mir ganz aktiv, mobil, mitten drin vor. In den letzten Wochen und Monaten war die Arbeits-Balance zwischen F und mir doch etwas unausgeglichen. Ich konnte lange gar nichts machen, oder war sehr eingeschränkt, jetzt bin ich froh, dass ich dies und das für ihn übernehmen und dadurch das Gleichgewicht langsam wieder herstellen kann.

Der US-Shut down beschäftigt mich dieser Tage. Die offenbar weit verbreitete Situation, dass viele Staatsbeamte überhaupt keine finanziellen Rücklagen haben und ohne Bezahlung nicht bis zum Ende des Monats kommen. Wie das bei Menschen mit noch prekäreren Beschäftigungsbedingungen ist, darf man sich gar nicht vorstellen. Meine Bewunderung gilt den Leuten, die bei solchen Verhältnissen überhaupt an irgend etwas anderes denken können, als wie sie über die Runden kommen.


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Freitag 16.11.18 – Nix Bruegel

Die Bruegel-Ausstellung im Kunsthistorischen Museum wollten wir besuchen. Für mich ist das ja schon ein größeres Unternehmen: in die Innenstadt mit dem Auto zu fahren garantiert Stress, mit den Öffis zu fahren, verbraucht meine ohnehin schon sehr geringen Mobilitätsreserven, so ein  Museumsbesuch  ist ja anstrengend. Es blieb das Taxi, teuer aber bequem und effizient. Wir fuhren also vor dem Museum vor, winkten der Kaiserin Maria Theresia, die ausladend auf ihrem Denkmal zwischen den beiden großen Museen sitzt und in Richtung des Kunsthistorischen zeigt. F. philosophierte darüber, wie die Welt wohl aussehen würde, wenn es mehr Denkmäler von solchen Matriarchinnen auf Sesseln gäbe statt in Bronze verewigte Kriegsherren auf Pferden. Pferde spielen ja derzeit auch in der österreichischen Innenpolitik eine Rolle. Aber ich schweife ab.

Wir freuten uns darüber, dass bei den Kassen kaum jemand stand. Einige meiner Kolleginnen, die schon in der Ausstellung waren, hatten gewarnt, dass sie ungeheuer überlaufen sei und die Tickets nur für Zeitfenster verkauft werden. Wir waren aber natürlich klüger, und vor den Kassen stand ja auch kaum jemand, also alles bestens. Ich machte eine kleine Foto-Runde, F. ging Tickets kaufen, kam kurz darauf zurück und ……. tja, für heute alles ausverkauft. Vor den Kassen standen nur diejenigen, die noch keine Tickets hatten und auch keine mehr bekamen. Wir konnten es gar nicht fassen. Es ist eine große, international beworbene Ausstellung, aber ausverkauft! F. war enttäuschter als ich. Bruegel ist nicht so unbedingt meines, aber schließlich war er mit mir bei einer Schiele-Ausstellung, die wiederum nicht unbedingt seines war. Nur auf den Bruegel hatte er sich gefreut, wegen der Szenen aus dem damaligen Alltagsleben, wegen der Bilder aus dem bäuerlichen Leben.

Da standen wir nun bei strahlendem Sonnenschein vor dem Museum und durften nicht in die gewünschte Ausstellung. Ins Gebäude selbst konnten wir wohl hinein und so landeten wir im Museums-Shop. Der Ausstellungskatalog ist im Kunsthistorischen immer um 10 € teurer als in allen anderen Museen, warum auch immer das so sein möge. Aber es gab abgesehen vom Katalog sehr viel Interessantes, neben heftigem Kitsch wie Klimt-Regenschirmen und Monet-Kochschürzen und vielem anderen in dieser Kategorie. So kamen wir beide recht zufrieden mit mehreren Büchern und einem Katalog wieder heraus.

Gibt es eigentlich ein Wort für die Mischung aus Mittag- und Abendessen? Wie immer es heißen möge, haben wir uns sowas einverleibt, beim Syrer, und über Monsterausstellungen nachgedacht.

Die Vermurksung des Fotos ist auf den Frust zurückzuführen. Aber immerhin sieht man den strahlenden Himmel hinter den imperialen Säulen.


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ideologisch verbrämte Milchpakete

Ich greife immer zu der Heumilch mit der grünen Kuh auf der Packung. Bio-Heumilch steht drauf und wenn diese Milch in meinem Stamm-Supermarkt angeboten wird, ist das Ablaufdatum üblicherweise fast erreicht.Um zu frischerer Milch zu kommen, muss ich einen Angestellten überreden, nachzusehen ob irgendwo im Hintergrund, im Kühlraum vielleicht auch noch frischere Milch zu finden ist. Es handelt sich dabei um eine rein sportliche Übung, denn ich mag gar keine Milch und verwende sie auch nur selten zum Kochen.

Wenn ich mir die grüne Kuh so ansehe, steigt ein Bild in mir auf von grünen Wiesen und friedlich grasenden Kühen, die lockig bimmelnd da ein Gänseblümchen und dort ein Kräutl abweiden. Kunstdünger ist in diesem Paradies noch nicht einmal angedacht, das Wasser ist lupenrein sauber und zur Freude der Kühe gibt es auch ein paar Stiere. Die sind allerdings alle von der Kategorie des Stiers Fernando, der an Blumen riechen und nicht in die Stierkampfarena wollte.

Der Partner dagegen, der Milch sogar trinkt, greift immer nach der Bergbauernmilch. Er sieht wahrscheinlich glückliche Bauern, die für ihre Milch ausreichend bezahlt werden und sich daher nicht in vielen Nebenerwerbsbeschäftigungen krumm arbeiten müssen. Außerdem halten sich diese Bauern in den Bergen auf und das ist seine lieblingsheimatliche Landschaft. Grün sind die Kühe dort auch nicht, aber das ist ein Nebenaspekt.

Nachdem wir unsere Milchvisionen irgendwie zusammenbringen müssen, werden im Kühlschrank gleichzeitig oder abwechselnd glückliche Kühe und glückliche Bauern frisch gehalten.